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Mittwoch, 1. Januar 2025

The Sewing Oscars 2025

Die Sewing Oscars, erfunden von Vervliest und zugenäht, sind eine sehr schöne Präsentationsform für die besten oder interessantesten Nähstücke des letzten Jahres - weil es sie dort nicht mehr gibt, mache ich das beim MeMadeMittwoch weiter!

Ich habe natürlich sehr viel mehr genäht; ein ausführlicherer Rückblick folgt. An Neujahr hat doch sowieso keiner Lust auf mehr als das hier, oder? 

01. Beste/r HauptdarstellerIn - das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück 

Ich liebe meinen Starry Night-Sweater! Tatsächlich habe ich in dieser Kategorie 2024 ein Sweatshirt nach dem gleichen Schnitt (Manuc von Meine Herzenswelt) präsentiert, ebenfalls mit einem Wintersweat von Rebecca Reckart. Leider hat sie - wie so viele Stoffhändler - in diesem Jahr den Betrieb eingestellt :(

 02. Beste/r NebendarstellerIn - das am besten zu kombinierende Kleidungsstück

Eine einfarbig schwarze Jacke - kein Wunder, dass die Hailey-Jacke (nach einem Sweater-Schnitt von Pattydoo) zu allem passt! Sie ist dazu schön warm und ich mag die interessanten Teilungsnähte. In der Realität erkennt man die aber besser als auf den Fotos.


03. Beste Regie - die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung

Hier hätte ich ja sehr gerne meinen Newcomb-Kurzmantel gezeigt! Aber dummerweise ist er noch nicht fertig. Also nehme ich die Winterthur-Jacke aus Cord, mit der ich eigentlich nicht so 100% glücklich bin. Getragen wurde sie aber schon öfter!

04. Bester Schnitt - das Lieblingsschnittmuster 

Dieses Jahr ist ja mein Cashmerette-Jahr. Mein Favorit: Ich bin hin und weg von der Passform des Foxhill-Kleids aus dem Cashmerette-Buch "Ahead of the Curve"! Ich habe den Rockteil modifiziert, weil mir schmale Röcke nicht so gefallen, und sozusagen ein Foxhill-Mira-Hybridkleid gemacht. Definitiv weitere Versionen in Planung!

 

05. Bestes Drehbuch - die beste Anleitung bzw. das beste Ebook
Diese Kategorie fällt mir schwer. Die meisten Anleitungen sind heutzutage ganz gut, mit wenigen Ausreißern nach oben und unten. Und ich schaue nach 20 Jahren Näherfahrung kaum noch rein.

Also ersetze ich:

05.  Bestes adaptiertes Drehbuch - der gelungenste Patternhack
Für den Libertas-Cardigan habe ich ganz wagemutig die Vorderseite eines Schnittmusters (Westmore Cardigan von Cashmerette) mit der kompletten Rückseite eines anderen kombiniert (Impati Cardigan von Peakmade). Anderer Hersteller, mit anderer inkludierter Nahtzugabe, anzupassenden Ärmeln etc. - ganz schön viel Fummelei, aber ich finde, das Ergebnis hat sich gelohnt!

06. Ehrenoscar - das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück

Ich habe secondhand einen Fotoprintstoff ergattert und mit Unistoff kombiniert ein Sweatshirt für meinen Mann genäht - das Ergebnis gefällt mir wirklich gut!

07. Beste Kamera - die schönsten Bilder von eurem genähten Werk  

Mein Reverie-Poloshirt (nach Leslie von Pattydoo) habe ich in einem dänischen Mittelalterdorf fotografiert - so ein schöner Hintergrund!

 08. Beste Visuelle Effekte - nach Belieben interpretierbar ;-)

Für das Loring Dress aus Eukalyptus-Stoffen hatte ich zwei identische Stoffe mit gleichem Muster, aber mit verschiedenen Hintergrundfarben da. Ich gestehe gern ein, dass das "Colourblocking" staucht und eine durchgehende Farbe für meine 1,54 m vorteilhafter wären, aber mir gefällt der Effekt total gut!

09. Bestes Kostümdesign 

Ich habe nach 21 Jahren mein erstes Larp-Outfit rekreiert! So 100% zufrieden bin ich mit den Schnitten nicht, aber die Stoffe und Details sind definitiv sehr viel besser als damals. 

10. Bester Dokumentarfilm - habt ihr ein tolles Tutorial im Bereich Kleidung Nähen erstellt dieses Jahr?   

10. Bestes Remake - das beste Re- oder Upcycling 

Na ja, ob man das jetzt "gut" nennen will, aber es war das einzige Recycling ... mein Orangen-Tanktop (modifizierte Kate von Pattydoo) habe ich aus einem misslungenen Jerseykleidversuch genäht. Dummerweise lagen zwischen Zuschnitt und Fertigstellung einige Jahre und aktuell ist es mir zu eng.

11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) - der größte Reinfall
Das Serafine-Sweatshirt von Schnittduett. Ich hoffe, das zählt nicht als Nachtreten; den Hersteller gibt es nämlich gar nicht mehr ... jedenfalls finde ich das Design wirklich schön. Aber ich kann in dem Shirt die Arme nicht heben und das erscheint mir doch sehr unpraktisch.  

 
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Mittwoch, 4. Januar 2023

The Sewing Oscars 2022

Der Me Made Mittwoch beginnt traditionell mit einem Jahresrückblick.

Daher küre ich meine liebsten genähten Dinge des letzten Jahres! Die Sewing Oscars, erfunden von Vervliest und zugenäht, sind eine sehr schöne Präsentationsform, das führe ich gern weiter. Es ist sowohl interessant als auch sinnvoll, mal zu schauen, was eigentlich die Favoriten vom letzten Jahr sind!

01. Beste/r HauptdarstellerIn - das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück

Mein heißgeliebtes Faltbootshirt ist aus Resten entstanden. Das Muster und die Farben sind einfach genau mein Ding!

So sieht es aus, wenn man ganz schnell ein Foto machen muss ...

02. Beste/r NebendarstellerIn - das am besten zu kombinierende Kleidungsstück 

Ok, eine Tasche zählt vielleicht nicht ganz als Kleidungsstück. Aber die kleine Tasche "Abendliebe" von unikati habe ich extra relativ neutral genäht, damit sie zu vielen Anlässen und Kleidungsstücken passt, anders als meine sonst eher auffälligen und speziellen Alltagstaschen. Eine Klappe aus Effekt-Kunstleder und ein Futter mit nachtleuchtenden Dinosaurier-Fossilien hat sie trotzdem ;)

Die Kette hat schon 2 andere Taschen herumgetragen ...

03
. Beste Regie - die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung

Ich habe 4 Probeteile genäht. Dann den Tüll vorm Zuschnitt mit der Hand auf den Trägerstoff geheftet und nach dem Verstürzen mit winzigen Stichen fixiert, damit die Kanten flachliegen. Mein Standesamtkleid hat wirklich eine Menge Arbeit gekostet ... aber es hat sich definitiv gelohnt!

Irgendwie wirkt das Kleid etwas unspektakulär für die ganze Arbeit!

04. Bester Schnitt - das Lieblingsschnittmuster
 
Faye von Pattydoo. Nachdem ich dieses Jahr gleich zwei davon genäht habe ... und ich bin wirklich begeistert! Der Kragen ist zwar nicht so praktisch für mich (Hals zu kurz!), aber inzwischen habe ich auch eine kragenlose Version produziert.

So bequem, hübsch und perfekt für Resteverwertung!

05. Bestes Drehbuch - die beste Anleitung bzw. das beste Ebook

Die Anleitung für die "Hibbelmors"-Shorts von Kystbarn fand ich sehr gut und durchdacht gemacht! Da werden sicher noch mehr Versionen folgen.

Ausnahmsweise kein Tragefoto, weil die Form sonst so schwierig zu erkennen ist.

06. Ehrenoscar - das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück    

Nach nur 3 Jahren Bedenkzeit habe ich endlich den Adeona-Mantel genäht! Mit Schulterpolstern und allem. Eiigentlich für meine eigene Hochzeit, aber dann hatten wir Ende Oktober 23°C ... also wird es jetzt der Brautmantel für meine Schwester, die im Winter heiratet :)

So hätte es ausgesehen! Die Hochzeit meiner Schwester kommt erst noch, daher Foto an mir.

07. Beste Kamera - die schönsten Bilder von eurem genähten Werk

Der Brautstrauß? Jaa, der ist auch genäht! Mit Filzblumen und Knöpfen. Das macht man doch so als passionierte Hobbyschneiderin, oder? Auf jeden Fall waren es auch die teuersten Fotos ;)
Im nächsten Jahr kann ich dann hoffentlich das Tutorial unter der Dokumentarfilm-Kategorie präsentieren ...

Zugegeben, genau das eine Foto ist nicht vom Fotografen ... aber so bunt!

 
08. Beste Visuelle Effekte - nach Belieben interpretierbar ;-)

Ganz knapp vor Jahresende habe ich noch ein Silvesterkleid für die Hochzeit meiner Schwester genäht - ein simpler Schnitt (Mira von Pattydoo mit ein paar Abwandlungen), aber das wilde Funkenmuster auf dem Jersey "Fireball" von Evlis Needle macht doch wirklich was her!

So ein toller Stoff!

09. Bestes Kostümdesign 

Letztes Jahr habe ich wirklich nur völlig langweilige Larp-Dinge genäht, sowas wie schlichte Unterkleider ... nächstes Jahr kriegt ihr hoffentlich hier etwas Interessantes zu sehen!

10. Bester Dokumentarfilm - habt ihr ein tolles Tutorial im Bereich Kleidung Nähen erstellt dieses Jahr?  
Hab ich nicht. Ich ersetze wieder:


10.
Bestes Remake - das beste Re- oder Upcycling

So wirklich upgecycelt habe ich eigentlich auch nicht. Aber immerhin habe ich bei meinem Ombre-Sweatshirt alte Knöpfe aus Omis Kiste verwendet!

Ja, die Passform ist nicht so toll ... aber die Knöpfe!

11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) - der größte Reinfall

Da kauft man mal einen teuren Viskosejersey und dann ... ich wollte eigentlich das Maxikleid Mira von Graustufenstoffe nähen - ich hatte tolle Beispiele von anderen gesehen. Bei mir sah es aber furchtbar aus - der schwere Viskosejersey zog die Taille glatt, man braucht entweder eine andere Figur oder einen leichteren Jersey dafür. Ich habe den Rockteil abgeschnitten und es mit dem La Marina Summerdress von pedilu versucht. Aber auch hier: Nix für Sanduhrfiguren.
Ja, es ist nicht immer sinnvoll, ein Kleid ohne Säume zu beurteilen. Aber man sieht ja jetzt schon, dass es an mir ein formloser Sack ist. Vielleicht ist es auch einfach ungeeignet für Viskosejersey - und prinzipiell habe ich den Eindruck, dass Viskosejersey einfach ungeeignet für mich ist.

Ich habe das Kleid jetzt in die Ufokiste geworfen und werde mal gucken, ob es einer Birnentyp-Freundin besser passt ...

 


Hat wieder Spaß gemacht, die Kategorien zu füllen!
Ein vollständiger Rückblick folgt demnächst!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Montag, 15. August 2022

Bloggeburtstag: 10 Jahre Mondkunst! Mit Verlosung!

Unser Blog hat einen runden Geburtstag!

Am 18. Juli vor 10 Jahren schrieben wir in unserem ersten Beitrag: "Mal sehen, ob es eine lange Liebe oder nur eine kurze Liason wird!"
Ich glaube, wir können mit gutem Recht behaupten, dass es etwas Ernstes geworden ist :D

Willkürliche Auswahl von Nria. Klick machts etwas größer.
 
Das Zurückblättern macht einen richtig nostalgisch. Man sieht dann erst all die Veränderungen, die einem von Tag zu Tag gar nicht auffallen (wie dunkel unsere Haare damals noch waren! Andere entdecken in unserem Alter so das erste graue Haar ...).

Zur Feier des Tages gibt es etwas zu gewinnen: 

Ich präsentiere Little Möwta - das Möwenportemonnaie! Genäht nach Little Mynta von Hansedelli.
Oben seht ihr die Außenansicht im Startbild und so sieht es von innen aus:

Viel Platz für Geldscheine und Karten, ein Münzfach mit Reißverschluss und außen maritimes Sommerfeeling!

Wer die möwige Geldbörse gewinnen möchte, schreibe das bitte in einen Kommentar unter diesen Beitrag.
Den Gewinner losen wir am 29. August 2022 aus.

Viel Glück! :)

Und nun: Auf die nächsten 10 Jahre!

Es freuen sich
Hana & Nria

Verlinkt bei DvD.

Samstag, 30. April 2022

Antetannis Bingo: 1. Zwischenstand

Heute ist der erste Zwischenstand von antetannis Jahresbingo!

Wie bei vielen Bingos dieser Art werden bei mir einige Felder sicher leerbleiben, weil ich z.B. nicht so viel dekoriere (da die Erstellerin keine Kleidung näht, sind unsere Handarbeitsinteressen halt so ziemlich gegensätzlich ...). Aber für einiges habe ich bereits Pläne und 6 Felder konnte ich schon ankreuzen!


Reihe 1:
- "Ostern kommt" - wie jedes Jahr habe ich einen Hasen und ein Lamm gebacken. Diesmal: Zitronen- und Eierlikörkuchen. Sehr flüssiger Teig ist für die zweiteiligen Formen allerdings von Nachteil ...
Reihe 2:
-
Reihe 3:

- "Jetzt sind die Ufos dran" - Meine Bugwelle-Tasche hatte ich bereits im Dezember zugeschnitten, dann keine Lust zum Anfangen und inzwischen ist sie bereit zur Benutzung :)


 
- "Ein schön gedeckter Tisch bereitet Freude" - Der Ostertisch war dieses Jahr endlich wieder für den Brunch gedeckt! Mit Sonntagsgeschirr, Osterservietten und Schokolade auf dem Teller. Nur für richtige Tischdeko war wie immer kein Platz mehr ;)


Reihe 4:
- "Selbstgemachte Geschenke": Ich habe meinem Verlobten eine Unterbuxe genäht. Kennt ihr das, wenn ihr sorgfältig 3x überprüft, ob das Gummi auch nicht verdreht ist, und dann näht ihr die Einzugsöffnung zu und es ist verdreht?


- "Reste sind das Beste": Reste lassen sich am besten verwerten, wenn man direkt zwei Teile auf einmal zuschneidet. So habe ich beim Zuschnitt eines Sweatshirts aus dem Leather-Gradient-Sommersweat von Astrokatze direkt die Schnittteile einer Shorts mit aufgelegt - hat prima gepasst!


Reihe 5:
- "Handnähen": Viele haben da vermutlich Patchwork o.ä. ... ich habe einen Jackenbeleg per Hand festgenäht! Sweatjacken sind ja ungefüttert und ich hasse lose rumflatternde Belege.


Reihe 6: -

Das ist doch ein guter Anfang. Klar, die diversen Winter-Felder kann man jetzt noch gar nicht ausfüllen. Mal schauen, wie weit ich nächstes Mal gekommen bin!

Lg
Nria

Mittwoch, 5. Januar 2022

Sewing Oscars 2021

Ein frohes neues Jahr allerseits! :)

In den letzten Jahren gab es bei Vervliest und Zugenäht immer die Sewing Oscars, eine schöne Möglichkeit, das Nähjahr (oder dessen Highlights; genäht habe ich sehr viel mehr) auf originelle Weise Revue passieren zu lassen (ein vollständiger Rückblick folgt bei mir separat). Seit 2017 habe ich jährlich mitgemacht - leider scheint es das dieses Jahr nicht offiziell zu geben, aber ich küre trotzdem meine Sieger.
Ich habe ein, zwei Kategorien ergänzt, die es bei den Film-Oscars nicht gibt, die ich für Näh-Oscars aber sinnvoll finde!


01. Beste/r HauptdarstellerIn - das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück 

Die Wahl fällt mir nicht schwer: Mirike, das Rankenkleid. Ich habe das Oberteil der Frederike von Konfetti Patterns (Abnäher! Kappärmel, luftig, aber bedeckte Schultern!) mit dem Rock der Mira von Pattydoo (gerafft statt mit Falten) kombiniert und Taschen hinzugefügt. Dazu ein dunkler Stoff mit leuchtend grünem Blättermuster von Rebecca ReckArt und heraus kommt ein absolutes Wohlfühlkleid.
 
Auf dem Baumwipfelpfad kam ich mir besonders passend angezogen vor.

02. Beste/r NebendarstellerIn - das am besten zu kombinierende Kleidungsstück  

Hier macht die Leinenhose Palma von Meine Herzenswelt das Rennen. Ich liebe Leinenhosen - angenehmes Tragegefühl, luftig, aber auch für etwas kühlere Tage geeignet. Hier habe ich Leinen in Jeansoptik verwendet. Die Hose könnte etwas enger sitzen, aber ich mag sie - und hatte sie auch am Tag meines Heiratsantrags an :D (und sie hat jetzt einen kleinen Souvenir-Fleck, weil ich in der Bielefelder Sparrenburg in einen mittelalterlichen Backofen gekrabbelt bin)

Zugegeben, auf diesem Bild sieht die Hose nicht sehr vorteilhaft aus :D

03. Beste Regie - die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung  

Mein blaues Viskose-Maxikleid (ein abgewandelter Schnittmustermix) hat mich etwas in den Wahnsinn getrieben ... genauer: Erst die Länge des Oberteils, dann der sehr weit ausgestellte Rock. Ich habe ewig dran rumgebastelt und nachgemessen, ob die Länge stimmt und sie gleichmäßig ist. Schlussendlich ist der Rock leider trotzdem zu lang geworden, hat sich vielleicht auch einfach noch mehr ausgehängt. Mit dem Ausschnitt bin ich auch unzufrieden, aber an diesem Kleid habe ich so lange herumgebastelt, dass ich es jetzt erstmal so lasse.


04. Bester Schnitt - das Lieblingsschnittmuster 

Um das LaBreton-Dress von Pedilu bin ich lange herumgeschlichen. Ich besitze bereits ähnliche Schnittmuster ... aber es schien mir so perfekt! Es ist durch einen Gummizug tailliert, sitzt aber nicht schlabberig und auch der Rock mit seinen schrägen Taschen ist eher figurnah (weite Röcke sind nicht immer praktisch). Ausschnitt- und Ärmelvarianten gefielen mir auch, also habe ich zugegriffen und siehe da, es ist perfekt! Zusammen mit dem Deep Sea Trench-Jersey von Rebecca ReckArt und etwas Kontraststoff entstand mein heißgeliebtes Tiefseekleid.

Ich glaube, man sieht, wie toll ich das Kleid finde.

05. Bestes Drehbuch - die beste Anleitung bzw. das beste Ebook 

Dieser Punkt fällt mir immer am schwersten: Nächstes Jahr nähe ich seit 20 Jahren und ich schaue einfach kaum noch in Anleitungen ... Bei Taschen ist das anders, und gerade die Little Foksa von Hansedelli hat einen recht komplizierten Aufbau. Sowas hatte ich noch nie genäht und ohne die tolle Anleitung (wie immer) wäre ich aufgeschmissen gewesen!

Das Ebook kann man ja schlecht fotografieren, daher zeige ich natürlich die Tasche ;)
 
06. Ehrenoscar - das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück 

Ich mag das Faltboot-Kleid sehr, das ich für Hana genäht habe. Flauschiger Stoff mit tollem Druck, ein dezent raffinierter Ottobre-Schnitt, der aber dennoch schlicht ist - was will man mehr?

Hana mag ihr Kleid auch!
 
07. Beste Kamera - die schönsten Bilder von eurem genähten Werk 

Die Knotenbluse Tine von Berlinerie habe ich aus khakifarbenem Viskoseleinen genäht, mit Blättern bestickt, mit einer dunkelblauen Leinenshorts kombiniert und dann vor einem Moorsee fotografiert - ich finde die Kulisse einfach super passend! Beide Kleidungsstücke sind übrigens recycelt; das Ursprungsmaterial könnt ihr im Beitrag dazu sehen.

Die Bluse fügt sich wunderbar in die Landschaft ein, finde ich.

08. Beste Visuelle Effekte - nach Belieben interpretierbar ;-) 

Hier gewinnt mein Raketen-Regenbogenkleid. Ich liebe die schräge Teilung und den interessanten Doppelsaum des Regenbogenkleids von Manjipuh; die Ton in Ton gemusterten Stoffe in zwei Blautönen ergänzen das Ganze wunderbar. Und auf der Rückseite gibts eine überraschende Rakete!


Wegen der schicken Form verzeihe ich dem Kleid auch die Abnäherlosigkeit.

 
09. Bestes Kostümdesign - gibt es hier vielleicht leidenschaftliche Faschingsfans/Cosplayer/Steampunks Larper? 
 
Tatsächlich habe ich kaum etwas fürs Liverollenspiel genäht - kein Wunder, ich habe seit März 2020 nur ein einziges Con besucht, denn das Hobby liegt seit der Pandemie fast vollständig brach. Ein lustiges Häubchen war trotzdem drin und bei einem Wollkleid habe ich mehr als 25 jahrelang aufgeschobene Nestellöcher genäht ... endlich ist es fertig!

Ja, die Gürteltasche ist anachronistisch, aber ich hatte keine andere.
 
10. Bester Dokumentarfilm - habt ihr ein tolles Tutorial im Bereich Kleidung Nähen erstellt dieses Jahr? 
 
Aus dem Gloria-Kleid von Pattydoo habe ich ein Gloria-Trägertop gebastelt - inklusive kleiner Anleitung. Es geht übrigens auch etwas einfacher, indem man einfach das Oberteil oben schmal zulaufen lässt ...

Ich finde den Ausschnitt zu tief, aber ansonsten macht sich Gloria auch als Top gut!

11. Bestes Remake- das beste Re- oder Upcycling
 
Das rote Space-Calypso-Shirt (Sinclair Patterns, sogar in Kurzgröße!): Aus einem eher ungeliebten Space-Pulli, einem grauen Restchen und einem nur 1,10 m großen gekauften Sweatrest habe ich ein absolutes Lieblingsteil genäht.

Kleinflächig ist das Spacemuster viel schöner!

12. Goldene Himbeere (Anti Oscar) - der größte Reinfall

Meine Stretchjeans Pia von Schnitte4friends - Achtung, das hier ist ein "Symbolbild" von der ersten Version! Die kupferfarbene Version war ein bisschen eng (ich habe alle Nähte bis zum Anschlag ausgelassen), daher habe ich eine zweite aus blauem Jeans eine Nummer größer genäht. Und was ist? Die ist deutlich zu groß. Der Stoff ist offenbar elastischer als der andere ... dumm gelaufen!

Immerhin ist diese Version ganz ok ...

Kürt ihr auch gern am Jahresanfang eure Favoriten vom letzten Jahr? Ich finde, man kann dabei viel über die eigenen Vorlieben lernen!

Verlinkt bei MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Montag, 22. November 2021

Mein Herbst-Handarbeitsbingo 2021

Ich habe mich sehr gefreut, dass in diesem Jahr wieder das Herbst-Handarbeitsbingo von 60°Nord stattfindet! Ich habe schon 2018 und 2019 mitgemacht.
Einige Felder habe ich von Vornherein für mich ausgeschlossen, weil ich mit der Technik - stricken, häkeln, weben, filzen - nichts anfangen kann oder nur fürs Bingo etwas produzieren würde (ich benutze keine Windlichter, Punkt!), andere etwas abgeändert: Aus Schwarztee wurde mein Standardtee (Pfefferminz, andere Teesorten trinke ich fast nie) und die inspirierende Farbpalette habe ich als Suche nach einer Stoffreste-Palette für mein Faye-Sweatshirt mit Farbverlauf abgewandelt. Finde ich okay für mich, zumal ich ja nichts gewinnen möchte :)

Vor allem geht es mir ums Mitmachen, Ankreuzen und natürlich: Motivation. Und tatsächlich hat mich das Bingo auch dieses Jahr wieder dazu gebracht, lange verschobene Projekte anzugehen! Mehrere davon waren von 2019 ...

Jetzt ist also das Finale! In den Kommentaren zu dem Beitrag auf 60°Nord könnt ihr weiter Ergebnisse sehen.

Obwohl ich 16 von 25 Feldern ausgefüllt habe, hat's nur für 1 Bingo gereicht!

Weiter unten gibts eine lesbarere Version ;)
Folgendes habe ich angekreuzt (einige Dinge sind Geschenke und werden daher noch nicht gezeigt):

Erste Reihe:
Eine Laterne/ein Windlicht gestalten
Bei Schwarztee handarbeiten: Check! (wird aber noch nicht verraten)
Farbpalette zur Inspiration erstellen/fotografieren*: Faye-Sweatshirt
Etwas auftrennen: Stickerei-Kleid (ich habe die Ärmel des Kaufkleids entfernt und die Armausschnitte gesäumt)
Etwas Grünes machen: Hibbelmors-Shorts


Zweite Reihe:
Etwas für den Winter machen: Adventskalender-Türmchen
Eine alte/exotische Handarbeitstechnik ausprobieren
Mit Denim/Jeansstoff nähen: Pia-Stretchjeans
JOKER: Faltboot-Kleid

Etwas stricken

Dritte Reihe:
Ein altes Kleidungsstück umgestalten: Hurray-Shirt
Etwas Kürbisfarbenes machen:
Ahornjacke
Ein UFO fertigstellen: Yasmijn-Jacke
Einen nahtverdeckten Reißverschluss einnähen
Leinengarn verwenden

Vierte Reihe:
Etwas filzen
An Allerheiligen handarbeiten: Pia-Stretchjeans
Kreuzstich sticken: Check! (wird aber noch nicht verraten)
Etwas weben
Von Hand (an)nähen: Nestellöcher am nachtblauen Wollkleid

Fünfte Reihe:
ungewöhnliches Material verarbeiten: BigTaps (Fußmattensohle beim Testschuh)
eine Mütze machen: 15. Jh.-Haube
bei schwedischen Zimtschnecken handarbeiten
ein Kleidungsstück für einen Erwachsenen nähen: Schiff-Sweater
etwas häkeln
 

Ich bin zufrieden (mir gehts ja ums Umsetzen, nicht um volle Bingoreihen) und würde mich freuen, wenn die Aktion nächstes Jahr wieder stattfindet!

Lg
Nria

Mittwoch, 28. Juli 2021

Unsere Hobbys - Nähen und Liverollenspiel.

Bei den Ü30-Bloggern geht es diesen Monat um Hobbys (... neben dem Bloggen natürlich ;)). Da sind (bestimmt) viele spannende Dinge dabei!

Wir sind definitiv Hobbymenschen - über einiges davon bloggen wir hier: Nähen, Liverollenspiel, Nähen fürs Liverollenspiel ... und in andere Dinge bekommt man vielleicht einen kleinen Einblick! Pen&Paper-Rollenspiel und Brettspiele, Backen, Lesen (mein Maximum waren 120 Bücher pro Jahr, aktuell eher so 50); ich spiele auch Klavier, seit Mitte der 90er.

Treue Leser wissen das schon, deshalb, vielleicht etwas spannender:

Wie sind wir eigentlich dazu gekommen?

Manche unserer Hobbys sind ja schon etwas "exotischer" als andere, auch wenn sie für uns völlig normal sind ... aber manchmal ergibt sich einfach ein Hobby aus dem anderen.
2015 habe ich im Beitrag "Wie alles begann" schon mein erstes selbstgenähtes Kleidungsstück gezeigt, aber in Wahrheit begann es viel früher. Hier ist also die ganze Geschichte ...

Ich in Alltagskleidung und Larp-Aufmachung - jeweils selbstgenäht.

Wir lieben Science Fiction und Fantasy seit unserer Kindheit. Das erste, woran ich mich da erinnere, ist die Kurzgeschichte aus dem Lesebuch der zweiten Klasse - es ging um Außerirdische auf einem fremden Planeten und ich war völlig fasziniert. Später wurde ich Dauergast in der Bücherei, habe sogar ein Schulpraktikum dort gemacht und sehr viel gelesen - ganz besonders Science Fiction (am besten fand ich Kurzgeschichtenbände aus den 60er bis 80er Jahren) und Fantasy.

Im frühen Teeniealter entdeckten wir Star Trek - es war Ende der 90er, ein goldenes Jahrzehnt für Trekkies! Wir kauften Star Trek-Magazine und -romane in der Bahnhofsbuchhandlung (dafür mussten wir mit dem Zug in die nächste große Stadt fahren), fanden darüber eine Brieffreundin, schauten begeistert alle Serien rauf und runter, und an einem schicksalsträchtigen Tag wurde auf Sat1 eine Werbung eingeblendet - für eine neue Star Trek-Onlinecommunity. Es war um die Jahrtausendwende, das Internet war ganz neu und wir waren etwa 16. 

2002: Ein Treffen mit unserer ersten Nerdcrew. Hier haben wir unsere erste Larp-Gewandung genäht.

Dort gab es einen Chat. Chat war neu und aufregend und wir fanden tatsächlich Freunde dort - in der Schule gab es leider kaum Nerds.
Über diese Freunde lernten wir Chat-Rollenspiel kennen, das haben wir viele Jahre begeistert gespielt, dann auch Brettspiele und Pen&Paper-Rollenspiel

Wer's nicht kennt: Beim Rollenspiel erschafft man sich eine Figur, die man verkörpert, einen Charakter; gemeinsam mit einem Spielleiter (der verkörpert die Umwelt und Nebenfiguren, sog. NSCs/Nichtspielercharaktere) spielt man eine Geschichte und reagiert auf die Mitspieler-Charaktere und die Ereignisse, wie beim Theaterspielen. Der Zufall kommt durch Würfel ins Spiel, das macht es spannender und unvorhersehbarer.
Beim Chatrollenspiel findet das Ganze in einem Chat statt, beim Pen&Paper-Rollenspiel (klassisch mit mittelalterlich angelehntem Fantasy-Setting) sitzt man gemeinsam am Tisch (manchmal mit Spielplänen, kleinen 3D-Kulissen und Figürchen) - und schließlich beim Liverollenspiel/LARP agiert man wie im Freilichttheater (aber ohne Zuschauer!), man verkörpert selbst die Figur, in passender Kleidung und passender Kulisse, gern Burgen und ähnliches oder auch große Wiesen- und Waldgelände mit historischen Zelten.
Beim Liverollenspiel versammeln sich zwischen 20 und 10.000 Leute, beim Tisch- oder Chatrollenspiel sind es nur eine Handvoll. 

Meine erste Bluse wird abgesteckt (ich besitze sie noch!). Ich war jung und schlank.

Zum Liverollenspiel kamen wir 2003. Eine Freundin aus dem Star Trek-Chat hatte eine Larperin kennengelernt und wir haben es ausprobiert ... und sind dabeigeblieben. Mittlerweile haben wir weit mehr als 100 Events besucht, die zwischen 1 Tag und 1 Woche dauern.
Larp ist großartig. Es fühlt sich an, als würde man in einem Film mitspielen - und man kann die Figur genau so darstellen, wie man gerade möchte, ohne Regisseur, auswendig gelernte Texte oder Publikum, das man unterhalten muss.

Zeitgleich haben wir mit dem Nähen angefangen. Besagte Freundin hatte erste Näherfahrungen mit Kostümen und wir haben uns für unser erstes Larp-Con ausgestattet.
Wir haben als Teenies gelegentlich gern ausgefallene Mode-Entwürfe skizziert und unsere Mutter näht sporadisch, aber eher aus Pflicht (Gardinen, Änderungen, früher Kinder-Karnevalskostüme), aber ob wir ohne den Larp-Impuls jemals angefangen hätten?

Ich glaube, das war eine flammende Predigt. Foto von Nummi.

Nach den ersten Näh-Schritten haben wir uns auch an Alltagskleidung gewagt. Ist sowieso sehr praktisch, wenn man sehr klein ist und auch sonst figurtechnisch nicht so in die Norm passt - aber bis zu unseren heutigen Fähigkeiten, die von Perfektion noch weit entfernt, aber schon recht gut sind, war es ein langer Weg.
Und das Allerbeste: Man ist völlig unabhängig von komischen Modetrends. Wir machen uns unsere Kleidung einfach genau so, wie wir sie haben wollen.

Liverollenspiele können leider momentan nicht stattfinden (oder nur sehr eingeschränkt - wir haben seit letztem März keine mehr besucht). Aber Pen&Paper-Rollenspiele kann man problemlos online spielen und nähen geht sowieso immer! Glücklich, wer zu Pandemiezeiten solche Hobbys hat :)

Liebe Grüße,
Hana & Nria