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Dienstag, 13. Dezember 2022

Seltsames Plüschtier - Katzenbus von Choly Knight

Und wieder wird gewichtelt im Nähkromantenforum!

Eine kleine Erinnerung, wie das abläuft: Jeder im Forum (mit ein paar Mindestbeiträgen) kann drei Wünsche einreichen. Dann gibt es eine Liste mit allen Wünschen und jeder kann sich einen Wunsch aussuchen, den er erfüllen will - man braucht zum Erfüllen keine Wünsche eingereicht zu haben und man muss keinen Wunsch erfüllen, wenn man welche eingereicht hat. Alle Wünsche der Person werden dann gelöscht, so dass jeder auch nur eine Sache bekommt. Und es läuft geheim ab, sodass man nicht weiß, ob man etwas bekommen wird oder nicht - Karmawichteln!

Ein possierliches, wenn auch etwas schräges Tierchen!

Ich habe viele Dinge in der Liste gefunden, die ich gern genäht hätte - aber besonders hat mich ein Plüschtierwunsch angesprungen. Erst wollte ich ein Axolotl nähen, wofür ich auch schon ein Schnittmuster hatte, aber als Beispiel war auch der Katzenbus (aus dem Ghibli-Film "Mein Nachbar Totoro" - wenn ihr diesen speziellen Bus nicht kennt, einfach googeln ;) ) und da habe ich mich an ein Schnittmuster von Choly Knight erinnert, das ich mal gesehen hatte ...

All die vielen Beinchen haben gedauert ...

Ihr kennt Choly Knight nicht? Dann wirds aber Zeit! Dort findet ihr neben unglaublich vielen kostenlosen (!!) Plüschtier-Schnittmustern auch einige Accessoires, dazu viele Tipps zum Nähen in dieser speziellen Kategorie.
Und wenn euch die Sachen dort nicht reichen, gibts auch noch einen Etsy-Shop mit mehr Schnittmustern.
Man sollte aber den japanischen Stil - übergroße Augen und z.T. übergroße Köpfe - mögen ... wobei man die Augen auch durch kleinere ersetzen könnte.
Ich habe von dort schon eine Fledermaus genäht.

Das Material fürs Maul ist nicht ganz optimal, glaube ich.

Das Katzenbus-Schnittmuster ist kostenlos. Natürlich habe ich erst nach meiner Entscheidung festgestellt, dass ich nur Plüsch in bunten Farben habe, nicht aber in Brauntönen oder Weiß (ich nehme den 1,5 mm-Plüsch von Kullaloo).
Da mein Stoffladen um die Ecke kürzlich geschlossen hat :( musste ich doch online bestellen. In größeren Städten kann man aber Glück haben und solche Stoffe direkt vor Ort kaufen.

Für die weißen Teile habe ich Wollstoff verwendet, weil ich nichts anderes dahatte.

Das Schnittmuster wirkte aufwändig, aber eigentlich dauerte das Nähen gar nicht soo lange. Der Zuschnitt ist natürlich immer so eine Sache und das Tierchen hat 12 doppellagige Beine!
Zum Zuschneiden empfehle ich eine gute Stoffschere - wenn man die abgenudelte alte benutzt, die man schon seit 15 Jahren rumliegen hat, flutscht einem der Stoff weg und ein präziser Zuschnitt wird unmöglich.

Arrgh, diese Fenster! Das hier ist die schönere Seite.

Was etwas dauert, sind die Applikationen. Ich habe mich fürs Aufnähen per Hand entschieden, auch wenns mit der Maschine natürlich schneller geht. Aber Plüsch ist nunmal sehr rutschig und beim Handnähen hat man mehr Kontrolle über die Positionierung. Beim Aufnähen per Maschine rate ich dazu, die Teile zumindest grob zu heften und nicht nur mit Stecknadeln zu fixieren.

Die Fenster waren besonders schwierig ... sowas sollte ja eigentlich gerade sein. Aber auf dem Plüsch flutschten sie gerne zur Seite und waren dann nicht mehr gerade. Bei der zweiten Seite gings etwas besser.

Aber der Schwanz ist irgendwie lustig.

Bei diesem Schnittmuster wird der Kopf nicht nachträglich per Hand angesetzt, sondern der Hinterkopf wird an einen kreisförmigen Ausschnitt im Torso genäht und anschließend die Vorderhälfte an den Hinterkopf. Allerdings wird der Schwanz nach dem Ausstopfen per Hand angenäht und ich hätte lieber eine ähnliche Methode wie für den Kopf verwendet - das händische Aneinandernähen von zwei fertig ausgestopften Teilen ist nämlich nicht so einfach sauber hinzukriegen ... Vermutlich wird es so gemacht, damit der Schwanz beweglicher ist und schmaler zum Ende hin zuläuft?

Man könnte noch das Schild beschriften, wenn man will.

Jedenfalls bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden und das Tierchen ist glücklich bei der Empfängerin eingetroffen!

Schnitt: Katzenbus von Choly Knight (kostenlos)
Material: Plüsch von Kullaloo (1,5 mm SuperSoft SHORTY), Filz- und Wollstoffreste
Änderungen: keine
Nachnähpotential: Mal gucken ...

Verlinkt bei Magic Crafts und DvD.

 Lg
Nria

Freitag, 2. August 2019

Plüschdrache Hugo (und ein Gewinner!) - BeeZeeArt "Shoulder Dragon"

Zum 1000. Mondkunst-Beitrag haben wir einen Plüschdrachen verlost - jetzt möchte ich auch ein bisschen über das Nähen berichten!

Aber erstmal ... der Gewinner!

Die künftige Besitzerin ist *trommelwirbel* Ulrike Smaating! Herzlichen Glückwunsch! :)
Wir melden uns dann bei dir wegen der Adresse.
Vielen Dank an die Antworten an alle Teilnehmer!

Und jetzt zu Hugo: Der Schnitt ist von BeeZeeArt - den Hersteller kenne ich schon von der Wichtelfledermaus. Der Schnitt "Shoulder Dragon" ist übrigens auch als Papierschnitt bei Simplicity erschienen (Nr. 8715, "Stuffed Dragons").
Mit Stofftieren habe ich schon ein bisschen Erfahrung; die aufwändigsten bisher waren der sitzende Drache und der Ohnezahn. Und ich würde den Schnitt auch eher denjenigen empfehlen, die bereits ein paar Tierchen genäht haben. Dann ist er aber super umsetzbar - die Anleitung ist klasse!
Besonders gefällt mir, dass die Beine mit der Maschine angenäht werden statt per Hand ...

Fun Fact: Eigentlich gehören auf den Kopf kleine Stacheln und auf den Rücken größere.

Nachdem ich bisher immer mit Sweat gearbeitet hatte, wollte ich diesmal richtigen Plüsch - und habe ewig gesucht (ja, auch in Offline-Läden), bis ich auf einen einzigen Anbieter gestoßen bin, der in Deutschland stofftiertaugliche Plüschstoffe anbietet, nämlich Kullaloo. Ich hätte ja vermutet, dass es da etwas mehr Auswahl an Läden gibt, aber man nimmt, was man kriegen kann ...

Immerhin die Sicherheitsaugen konnte ich vor Ort in einem tollen Laden in Osnabrück kaufen, der viel Wolle und Unmengen Knöpfe hat.

Und dann konnte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Nähen von Plüsch machen. Okay, ich habe schon öfter Samt und Nicki verwendet, aber der Plüsch war doch noch eine Nummer flutschiger.

Hier seht ihr das flauschige grüne Bäuchlein.

Was definitiv hilft: Auf der Rückseite mit Filzstift die Außenlinien der Schnittteile aufmalen (bei hellen Stoffen einfacher als bei dunklen) - und gleich die Nahtlinie dazu! Es ist zwar füßchenbreite Nahtzugabe im Schnitt enthalten, aber bei diesem Stoff ist das Freihandnähen nicht so einfach.
Bei den paar Seiten kann man den Schnitt ja auch gut ein zweites Mal abpausen und ohne Nahtzugabe ausschneiden.

Ein Häufchen Schnitt-Teile. Ein paar Stacheln hatte ich noch vergessen zuzuschneiden.

Beim Zuschneiden hat sich eine neue, scharfe Stoffschere bewährt; mit den alten abgenutzten (die mal wieder geschliffen werden könnten) war das eher ein Krampf.

Das Nähen war an einigen Stellen ein bisschen fummelig, aber machbar. Wenn man Schwierigkeiten hat: Per Hand heften statt Stecknadeln zu benutzen! Besonders bei den Beinen ist das hilfreich.
Beim Ausstopfen von Kleinteilen wie den Hörnern sind übrigens die Holzstäbe aus dem Wendeset von Prym (bei unseren liebsten Nähhelfern als Nummer 4 zu sehen) mein bester Freund! Bestimmt gehen auch Essstäbchen.

Stäbchen helfen stopfen!

Der schwierigste Schritt war das Wenden des Körpers: Ich hatte die "tolle" Idee, die Beinchen vor dem Zusammennähen des Torsos zu wenden und auszustopfen, weil das da noch leichter geht. Allerdings ist es danach wirklich knifflig, sie im Körper unterzubringen, während der zusammengenäht wird und danach alles durch die Wendeöffnung zu quetschen - es war wie eine Geburt! Die Beine blieben immer hängen und hinterher war ich schweißgebadet ... (gut, das könnte auch am bisher heißesten Tag des Jahres gelegen haben)

Auch das Ausstopfen erfordert etwas Geduld: Dieser Drache ist nunmal lang und bis man all die Füllwatte bis in den hintersten Winkel geschoben hat ...

Diese Knopfaugen!

Eine einfachere Möglichkeit wäre es, eine Bauchseite offen zu lassen und die nach und nach per Hand zu schließen, während man gleichzeitig ausstopft.

Beim Annähen der Rückenstacheln habe ich übrigens festgestellt, dass ich Spike 1 und Spike 2 verwechselt habe, deshalb sieht mein Drache etwas anders aus als die Vorlage.

Ebenfalls eine Herausforderung war wie immer das Annähen des Kopfes per Hand (die Hörner sind auch nicht so einfach - ich war sehr dankbar für die maschinengenähten Beine ...), aber diesmal ist es mir ganz gut gelungen. Man muss sehr aufpassen, dass das Ganze symmetrisch wird!

Übrigens noch eine Warnung zu den Sicherheitsaugen: Die sind so gemacht, dass Kinder sie nicht abreißen können. Das bedeutet, dass man (also auch ein Erwachsener) sie wirklich nicht mehr unzerstört aufkriegt, sobald Oberteil und Unterteil vereinigt sind. Keine zweite Chance, falls man eine Stofflage zuviel erwischt oder das Auge falsch positioniert hat, also passt wirklich gut auf, wenn ihr sie verwendet!

Von oben sieht er ein bisschen lustig aus.

Beim nächsten Mal würde ich definitiv mehr heften und mir mehr Zeit für die Vorbereitungen lassen; diesmal war ich doch ein kleines bisschen unter Zeitdruck. Aber ich könnte mir schon vorstellen, noch mehr Schulterdrachen zu produzieren.

Schnitt: "Shoulder Dragon" von BeeZeeArt (englisch), Variante "Winged Dragon"
Material: Plüschstoff "SuperSoft" 15 mm von Kullaloo, Sicherheitsaugen in 12 mm Größe
Änderungen: Die kurzen und die langen Rückenstacheln versehentlich vertauscht ... und ich habe selbige ein wenig mit Füllwatte aufgeplustert.
Nachnähpotential: Auf jeden Fall!

Verlinkt beim Freutag. Hier kann sich ein glücklicher Gewinner freuen und wir freuen uns über ein weiteres niedliches Tierchen, das die Welt verschönert :)

Lg
Nria

Dienstag, 9. Januar 2018

In meinem Garten steht ein Brontosaurus ...

... den hat dort jemand abgestellt!

Er ist ein bisschen grüner als auf dem Bild.
 
Kennt ihr das Lied? Ich habe es im Musikunterricht in der Unterstufe gelernt und es ist fantastisch.

... Er frisst meine Möhren, er frisst die Tomaten, ich hab den Saurier nicht bestellt.

Ok, ok. Ich habe den Saurier (oder eher: den Schnitt) nicht nur bestellt, ich habe ihn sogar hergestellt und bin daher wirklich selbst schuld. Dass er meine Möhren und Tomaten frisst, ist aber eher unwahrscheinlich. Er hat nämlich gar kein Mäulchen.


Brontosaurier wurden über 20 m lang. Meiner schaffts nur auf 35 cm, wenn er sich ein bisschen streckt.

Der Schnitt ist von Craftsy. Und der Designer typing with tea bietet nicht nur den Brontosaurus, sondern neben vielen anderen Tierchen auch einen Stegosaurus an. Praktisch, wenn man für seinen Brontosaurus noch einen Kumpel machen will.

Eigentlich ist der Schnitt für Filz gedacht; ich habe grünen Sweat genommen und beim Nähen vergessen, dass ich eigentlich die Rückseite nutzen wollte. Mit einem flauschigeren Stoff sehen die Handnähte vermutlich hübscher aus. Dafür ist der Dino überraschend groß, niedlich und fühlt sich auch besser an als Filz.

Die Beinchen haben Abnäher.

Statt der schwarzen Kugelaugen habe ich kleine blaue Knöpfe angenäht. Ich hab mal eine Packung dieser Plüschtieraugen gekauft, sie dann aber verlegt (und inzwischen an einer versteckten Stelle wiedergefunden, hurra!).
Vielleicht hätte ich die Augen besser hochkant angenäht. So wirkt der Brontosaurus ein bisschen verschlafen. Ich deklariere das als charmant.

Hier erkennt man die Form gut.

Das Nähen ging überraschend schnell dafür, dass ich den Dino komplett per Hand genäht habe. War auch nicht sehr schwierig, nur die Oberseite ist etwas lästig, weil immer ein Stückchen genäht, dann gestopft, dann wieder ein bisschen genäht, dann weiter ausgestopft wird. So kommt man noch gut an alle Stellen ran, muss aber dauernd abwechselnd mit Nähnadel, Stecknadeln, Füllwatte und anderen Utensilien hantieren.

Siedelt gern in der Nähe von Nähmaschinen.
 
Diese kleine Donnerechse ist fürs Selbermach-Tauschpaket gedacht. Nachdem ich jetzt die Plüschtieraugen wiedergefunden habe, nähe ich vielleicht noch einen ...

Übrigens: Wenn ihr euch das Lied jetzt anhören wollt, findet ihr es hier auf Youtube!

Verlinkt bei Handmade on Tuesday und Creadienstag.

Lg
Nria

Dienstag, 17. Januar 2017

Die gemeine Großkopf-Fledermaus - Wunschketten-Wichtelei

Ich sagte ja schon, dass ich in letzter Zeit vermehrt Stofftiere nähe. Das macht aber auch Spaß! Man braucht nicht so viel Material, das Nähen geht schnell und das Ergebnis ist niedlich.

Im Nähkromanten-Forum gibt es nicht nur Swaps und Weihnachtswichteln, sondern auch Wunschketten - im letzten Sommer habe ich schonmal an einer teilgenommen. Und als Erinnye sich eine Fledermaus wünschte, konnte ich nicht widerstehen ...

Kleine stupsige Füße! Dafür ist der Kopf umso größer. Zum Ausgleich.


Ich habe kürzlich ja schon eine Fledermaus genäht, die Wichtel-Fledermaus, allerdings wollte ich diesmal nicht diesen Schnitt verwenden. Erstens muss ich das mit dem Kopfannähen wirklich noch üben und zweitens hätte Erinnye gern Zähnchen an der Fledermaus und dafür bot sich das eher stilisierte Gesichtchen nicht so an.

Recht schnell bin ich dann auf das Gratis-Schnittmuster "bat plush" von cholyknight gestoßen. Von Riesenköpfen bin ich zwar eigentlich nicht soo der Freund, aber diese Stupsefüßchen! Und das flache Gesicht bietet auch genug Platz für Zähnchen, hier sogar mit Vorlage.

Ein bisschen habe ich die Vorlage verkleinert, so auf 85 % (die fällt nämlich ziemlich groß aus). Das Material ist wieder die flauschige Rückseite von angerautem Sweat - das funktioniert einfach! Auf Dauer werde ich mich aber mal nach anderen Materialien umsehen, online oder auf dem Stoffmarkt. Mein Standardstoffladen hat leider nichts, das auch nur annähernd geeignet wäre.

Das Gesicht habe ich aus Filz aufgenäht, mit Zickzackstich. Dabei habe ich es mir bei den Augen einfach gemacht: Statt einen winzigen Filzkreis auszuschneiden und aufzunähen (was sich gerne verzieht und dann schief und eckig wird), habe ich den Kreis aus dem grauen Filz ausgeschnitten und mit einem Stückchen weißem Filz hinterlegt. Dann habe ich erst die Kontur des grauen Teils mit schmalem Zickzackstich aufgenäht und dann mit dem gleichen Stich die Pupille (oder den Glanzpunkt) fixiert. Hat wunderbar funktioniert und war viel weniger friemelig!

Gesicht mit Technik-Mix!

Für das Futter der Ohren habe ich die Rückseite von graumeliertem Sommersweat verwendet - vielleicht auch Alljahressweat, der hat nämlich eine Optik wie Sommersweat, ist aber flauschig wie Wintersweat. Etwas eigenartig, sieht aber super aus für ein Ohreninnenleben! Die Ohren werden hier nur halb umgeklappt, nicht komplett halbiert wie bei der anderen Fledermaus.

Die Flügel habe ich diesmal ein bisschen ausgestopft vorm Absteppen, damit sie ein bisschen Struktur bekommen. Beim Wenden des Körpers habe ich dann aber gemerkt, warum das in den Fledermausanleitungen eigentlich nicht gemacht wird - wenn der Körper eher klein und die Flügel recht groß sind, ist es ziemlich schwierig, die Flügel irgendwie zwischen zwei Körperhälften zu verstauen, was zum Wenden nunmal notwendig ist. Hier gings noch irgendwie. Glück gehabt.

Das Kopfannähen ist etwas weniger arbeitsintensiv als bei anderen Anleitungen: Das Ganze ist ja eher flach gehalten, also wird eine Hälfte des Kopfes per Maschine an den Körper genäht, dann wird alles ausgestopft und dann nur noch die Rückseite des Kopfes per Hand angenäht (was bei dem flachen Körper wesentlich einfacher ist als bei einem runden!).

Nur auf der Rückseite wird der Kopf per Hand angenäht, vorne erledigt das bequem die Maschine.

Jetzt hatte ich die Vorderseite von Kopf und Körper zusammengefügt, die Fledermaus komplett ausgestopft und machte mich bereit für die letzte Handnaht - als mir plötzlich auffiel, dass ich die Zähnchen vergessen hatte. Hoppla!

Per Maschine wäre das superfix erledigt gewesen, hätte ich es in einem Rutsch mit Augen und Nase gemacht. Aber jetzt kam ich mit der Maschine nicht mehr ran (und auch per Hand wars nicht mehr einfach). Also habe ich noch schnell weißes und graues Stickgarn ausgepackt und ein Mäulchen mit Zähnchen per Hand aufgestickt. Wegen des späten Stadiums der Fledermauswerdung ist das nicht 100% symmetrisch geworden und weil schon Füllwatte drin war und ich da schlecht drumrumsticken konnte, ist der Mäulchenbereich plastischer geworden als geplant. Aber dafür sind die Zähne jetzt dran!

Das Zunähen der Wendeöffnung war dann schnell und einfach erledigt und die Fledermaus fertig. Unterwegs ist sie auch schon - jetzt darf ich mir was wünschen!

Verlinkt bei Handmade on Tuesday.

Lg
Nria

Dienstag, 20. Dezember 2016

Plüschdrache mit Sprachschwierigkeiten

Man könnte meinen, ich nähe nur noch Stofftiere fürs Wichteln, nachdem ich letztes Jahr den Ohnezahn gewichtelt habe ... Nachdem ich fürs Wichteln dieses Jahr bereits eine Fledermaus genäht habe, fand ich noch einen zweiten Wunsch - diesmal von Wyvern . Er wünschte sich eins für seine kleine Tochter, gerne z.B. einen Grisu ("Ich will Feuerwehrmanndrache werden!") oder eine Fledermaus. Ich widerstand der Versuchung, einfach noch eine zweite Fledermaus zu nähen, ganz tapfer und erwarb vollkommen selbstlos noch ein Drachen-Schnittmuster auf Craftsy.  So niedlich! Kein Grisu, aber immerhin grüner Drache.

Ich bin Yoki und meine Nasenlöcher sind schief!


Übrigens: Augen auf beim Schnittmusterkauf! Das gleiche Schnittmuster gab es außer bei Craftsy auch noch bei etsy und dawanda - bei etsy war es teurer, bei dawanda billiger. Ich habe es zum mittleren Preis gekauft, nicht so schlimm, denn es ist wirklich gut gemacht, aber Vergleichen lohnt sich.

Nach dem Kauf gab es aber eine kleine Schwierigkeit: Die Anleitung samt Schnitt kam wegen technischen Problemen auf Spanisch. Wie ungelegen, wo ich doch sofort anfangen wollte ... aber die Anleitung ist super bebildert und beim den Rest half mir mein Schulspanisch und die tollen Näh-Vokabellisten für 7 Fremdsprachen von der Hobbyschneiderin. Eigentlich hätten die Bilder für mich schon gereicht (aber es ist auch bereits mein drittes Stofftier und ich habe generell viel Näherfahrung), die sind richtig richtig gut. Inzwischen habe ich aber auch die deutsche Anleitung bekommen.

Ein schöner Rücken kann auch entzücken! Die Zacken sind aus Mantelwolle. Ist weicher als Filz.

Ich habe wie so oft Sweatshirtstoff verwendet: Davon habe ich öfter mal Reste und man hat eine flauschige Seite, die kein Polyesterfleece ist. Hellgrün verwende ich aber äußerst selten, davon hatte ich nur ein Stück Jersey, das kurzerhand für Bauch, Ohren und Flügel eingesetzt wurde. Nicht die allerbeste Idee, weil Jersey eigentlich zu dehnbar ist. Der Bauch ist deshalb etwas breiter geraten als geplant.

Ohren und Flügel sollten zum Schluss genau wie die Arme per Hand angenäht werden, das gefiel mir aber nicht so. Die Ohren habe ich in den seitlichen Kopfnähten mitgefasst - mit dem Ergebnis, das eins einen Zentimeter weiter vorne saß, was mich so sehr nervte, dass ich die Naht nach dem Ausstopfen ein Stück aufgetrennt und das Ohr per Hand auf die gleiche Höhe wie das andere genäht habe. Zurückwenden und per Maschine arbeiten kam nicht in Frage, weil die Wendeöffnung am Hinterkopf ziemlich klein ist, das wollte ich mir nicht nochmal antun!

Rundes Bäuchlein - Jersey wirft Falten, Fleece wäre besser gewesen.

Die Flügel habe ich per Maschine angenäht, bevor ich Rücken- und Bauchteil vereinigt habe. Ging super. Die Flügel stehen bei mir nur nicht so schön ab wie beim Original. Einerseits habe ich sie nicht ausgestopft, andererseits in anderem Winkel angenäht, aber ich argwöhne trotzdem, dass im Original Draht verarbeitet ist.

Mit diesen Flügelchen fliegt er vermutlich so gut wie ein Pinguin ...


Die Augen habe ich aus Filz appliziert, die Nasenlöcher aus einem Stückchen grünem Taft. So ganz richtig platziert sind sie nicht, weil aus unerfindlichen Gründen in der spanischen Anleitung die Positionen nicht eingezeichnet sind (in der deutschen schon).

Das Nähen war viel einfacher als befürchtet. Ich habe aber, wie gesagt, auch schon ein wenig Erfahrung mit Plüschtieren und es wird mit jedem Mal leichter.

Mittelgute Bauchringe.


Die Spannstiche am Bauch ließen sich nicht so richtig toll umsetzen: Ich habe keine lange Nadel, meine längste ist vielleicht 5 cm lang. Mit "Drachenbauch stark zusammendrücken" gings so halbwegs, aber überzeugt bin ich nicht. Mit Fleece gehts sicher besser als mit einem Jerseybauch.
Inzwischen habe ich übrigens herausgefunden: Die benötigte Nadel nennt man "Puppennadel", es gibt sie z.B. in 13 oder 18 cm Länge und man benutzt sowas normalerweise, um die Augenkuhlen von Puppengesichtern "einzudellen" oder Teddyaugen anzunähen. Habe jetzt die 1,50 € in zukünftige Projekte investiert ;)

Die Ärmchen waren mal wieder nicht wendbar; Sweat ist offenbar einfach zu steif (aber ob das mit Fleece wirklich besser geht? Ich zweifle!). Also habe ich die Umrisse mit engem Zickzack nachgenäht, knappkantig ausgeschnitten und dann gefüllt. Das Annähen per Hand war etwas nervig - gut, dass ich mir das bei Ohren und Flügeln gespart habe!

Insgesamt hat es aber ganz viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass Wyvern und seine Familie viel Freude an dem (gar nicht soo) kleinen Kerl haben werden!

Verlinkt bei Creadienstag und HandmadeonTuesday.

Lg
Nria

Freitag, 16. Dezember 2016

Ich bin der Kringel, der die Nacht durchflattert - Wichtel-Fledermaus

Auch 2016 wird wieder gewichtelt im Nähkromantenforum!

Ich habe mir einen Wunsch von *Anya* ausgesucht - eine Plüschfledermaus. Plüschtiere nähe ich gerne; leider habe ich nicht so viel Gelegenheit dazu.

Ich bin der Schatten mit den Kringelflügeln!

Fledermäuse habe ich schon mehrere genäht - eine Art Kissen und Batty. Das Kissen dürfte in deutlich kleiner aber viel an Flair verlieren (und ganz so ein riesiges Geschenk wollte ich eigentlich nicht verschicken) und mit Batty war ich noch nie ganz zufrieden. Also ein bisschen im Internet gesucht und auf das (englische) Schnittmuster von BeeZeeArt gestoßen - das gefiel mir sofort (diese Riesenöhrchen!). Den Schnitt gibt es sowohl bei Craftsy als auch bei etsy, bei letzterem ist er aber teurer.

Große Füße! Große Ohren!

Die Original-Fledermaus wird recht klein, nur etwa 15 cm groß. Also habe ich den Schnitt erstmal auf 150% vergrößert.

Der Stoff kam aus meiner Restekiste: Schwarzer Sweat und bedruckter Baumwollbatist (ein Rest vom Loveliness-Kleid). Der passte farblich nämlich exakt zu den Vorlieben von *Anya*!

Im Flug! Hier erkennt man auch die Kopfform gut.

Das Ganze war in etwa 2-3 Stunden genäht, also überschaubar. Leider fand ich die Anleitung nur teilweise gut - manche Sachen, wie Abnäher, waren sehr exakt beschrieben, bei anderen Teilen wie dem Kopf fehlten bestimmte Angaben völlig: Der untere Kopfteil wird teilweise zugenäht - aber bis wohin genau, muss man raten. Es gibt auf dem Schnitt keine Markierung, bis wohin er zugenäht wird, und in der Anleitung steht nur, man solle eine Wendeöffnung lassen. Super hilfreich - nicht.

Von hinten ahnt man gar nicht, dass quasi van Goghs Nachthimmel drinsteckt!


Ich hab dann nachgemessen, wie groß die Öffnung des Körpers ist und eine dementsprechend große Öffnung am unteren Kopfende gelassen. Das Annähen per Hand war ganz schön friemelig. Aber per Maschine hätts auch nicht funktioniert ... ist wohl Übungssache. Wie gesagt, ich nähe nicht oft Plüschtiere.

Aber ist es nicht entzückend?

Die Fledermaus in ihrer natürlichen Haltung.

Die Füße habe ich übrigens abgewandelt - eigentlich werden sie aus dickem Filz ausgeschnitten, das war mir zu unflauschig. Ich wollte sie eigentlich wenden, aber dafür ist der Sweat zu dick; mit Batist könnte es eventuell funktionieren. Deshalb sind sie geblieben, wie sie vorm Wenden waren. Immerhin flauschig.

Die restliche Fledermaus ist nicht ganz so flauschig. Eigentlich wollte ich die angeraute Sweatseite außen haben, aber dann habe ich ohne Nachzudenken die Nahtlinien auf die "Rückseite" des Sweat gemalt, die Ohren zusammengenäht und dann hatte ich keine Lust mehr, das zu ändern. Muss auch so gehn.

Die Augen sind KamSnaps. Dass sich diese Druckknöpfe auch super dafür verwenden lassen, habe ich in einer Anleitung für ein Fischportemonnaie gesehen - damals besaß ich noch keine KamSnaps, aber jetzt habe ich welche und scheue nicht vor waghalsiger Zweckentfremdung zurück!

Durch eine geschickte Abnäherkombination kriegt die Fledermaus einen voluminösen Hintern!

Die Fledermaus ist fröhlich gen Süden geflattert und wird sich dort bestimmt sehr wohlfühlen!

*Anya* hat sich sehr gefreut und ich habe mich gefreut, dass sie sich gefreut hat. Also ab zum Freutag!

Lg
Nria

Dienstag, 8. Dezember 2015

Drachennähen leicht gemacht - Wichtel-Ohnezahn

Im Nähkromantenforum wurde wieder gewichtelt!

Da musste ich natürlich mitmachen.

"Drachenzähmen leicht gemacht" kennen sicher die meisten. Und es gibt seit Jahren kostenlose Anleitungen, um sich einen eigenen Plüsch-Ohnezahn zu nähen: Auf Englisch von Quirkyartistloft mit  Zeichnungen und daran orientiert eine sehr ausführliche Anleitung auf Deutsch mit vielen Schritt für Schritt-Fotos von Liebesbinchen.
Die Anleitung kenne ich schon länger und wollte schon immer mal einen Drachen nähen, hab aber keine Verwendung dafür - und dann sprang mich dieser Wichtelwunsch an. Gleich geschnappt!

Ich bin der Schatten, der die Nacht durchflattert!

Das Originaltier wird riesig: 90 cm Länge! Fand ich für ein Wichtelgeschenk bisschen viel, schließlich muss das Ganze noch verschickt werden (und der Materialverbrauch ist dann auch nicht ohne - so viel Stoff und Füllwatte hatte ich nicht da, wollte aber sofort anfangen), also habe ich die Vorlage auf die Hälfte verkleinert und munter drauflosgenäht!

Der Stoffverbrauch unterscheidet sich bei der kleinen Version wirklich extrem von der großen: Laut Anleitung braucht man für den 90 cm-Drachen 1,5 m Stoff - ich bin mit ca. 30 cm ausgekommen! Statt Fleece oder Nicky habe ich Sweat genommen, für Zacken und Krallen einen cordähnlichen Stoff statt Leder.

In hohl sieht er lustig aus :D

Beim Nähen stellte sich heraus, dass das Verkleinern so seine Tücken hat - auf zwei Drittel statt die Hälfte wäre vermutlich besser gewesen. Die Krallen waren in so winzig nicht mehr wendbar, bei denen habe ich einfach die Kanten nach innen geschlagen, und die Schwanzflosse war unmöglich zu nähen (geht evtl. besser, wenn man dünnen Stoff nimmt), da habe ich beim zweiten Versuch die Biesen nicht bis in die Spitzen auslaufen lassen, denn die Spitzen wurden einfach zu schmal, um sie noch verstürzen zu können (klar, ich hätte die Biesen halb so breit machen müssen wie beim Original, das hatte ich nicht bedacht).

Ich hab die Krallen einfach eingeschlagen an den Kanten statt sie zu wenden :D

Schwierig fand ich das Annähen des Kopfes, weil die Belege für die Hörnchen nicht so recht passten. Eventuell versuche ich beim nächsten Mal, den Kopf komplett per Maschine anzunähen und lasse eine Wendeöffnung im Bauch, die ist einfacher per Hand zu schließen.

Mit den Augen bin ich nicht so recht zufrieden; es war keine Vorlage dabei und ich glaube, sie sind etwas zu klein.

Zeitaufwand:
Zuschnitt 45 Minuten
Kopf 60 Minuten
Körper inkl. Beine 120 Minuten
Schwanz inkl. Flügelteile und Zacken 75 Minuten
Ausstopfen 15 Minuten
Kopfannähen 25 Minuten
Flügel 75 Minuten
Schwanzprothese 15 Minuten

Insgesamt etwas mehr als 7 Stunden

Die Autorin sagte, sie bräuchte nach mehreren Drachen ca. 12 Stunden - eine kleine Version geht offenbar schneller ;) kostet aber auch etwas mehr Nerven.

Und jetzt gibts noch mehr Bilder vom Ergebnis!

Von der Seite, wenn man den Flügel hochhebt:

*flappflapp*

Von oben:

Ich habe keine Ahnung, warum dieses Bild schwarz-weiß ist. 


von unten, weil man da die Beinchen so schön sieht:

Wie ein Käfer auf dem Rücken!

Hat Spaß gemacht. Ich glaub, ich mach noch einen :D

Nachdem Hanas Liebster fand, dass seine Nichte unbedingt auch einen bracht und diese gerade Geburtstag hatte, hat Hana auch einen gemacht:

 

 Aus wunderbar schuppigem Prägestoff!


Und mit nur zur Hälfte ausgestopften Flügeln.


Mit Lederprothese ...



... und Lederzackenkamm.


Und mit Samtpfötchen.

Verlinkt beim Creadienstag.

Lg
Nria