Donnerstag, 28. September 2023

Gewänder für Walli - vage historisierendes Larpoutfit

Larpkleidung habe ich ja schon länger nicht mehr gezeigt. Die Zeiten, in denen ich ständig welche genäht habe, sind vorbei - nicht nur, weil ich nicht mehr (wie am Anfang meiner Larpkarriere) ständig den Charakter wechsle, sondern auch, weil mein Vorrat an NSC-Kleidung und kombinierbaren Teilen mittlerweile so groß ist, dass ich neue/einmalige Rollen inzwischen recht gut einfach mit  zusammengestellten Teilen aus meinem Fundus einkleiden kann. 

Aber jetzt wollte ichs mal wieder wissen!

Nachdem ich schon viele Jahre lang nur danglarische Charaktere gespielt habe, wurde es mal Zeit für was Neues. Neues Hintergrundland, neue Weltsicht für den Charakter, neue Perspektiven, whoohoo!

Und zwar wird es eine Schreiberin (oder eher: Schreiberlehrling, Möchtegern-Schreiberin, Rumstümperin) aus dem Land Doria. Die Sachen sollen historisch orientiert sein und vor allem: Grün!

Ja, ehrlich, der Hauptstoff hat einen Grünton! Aber Kameras und Grün ...

Wegen des Böser-Wald-Hintergrunds ist das für Danglar eine sehr ungünstige Farbe, also ist die Unterscheidung zu den vorhandenen Charakteren gut möglich. Außerdem hatte ich bereits 2020 bei meinem Lieblings-Wollstoffhändler Tuch und Stoff ein Restepaket (eigentlich zwei, die werden in 45 €-Sets angeboten) bestellt und in den Kommentar "bitte viele Grüntöne" geschrieben.

Ich wollte Grüntöne, ich bekam Grüntön! 6,85 m Stoffe für 90 €, was einem Meterpreis von nur knapp über 13 € entspricht - eine Wahnsinnsersparnis bei einem Händler, dessen Stoffe üblicherweise um die 40 €/m und gerne auch darüber kosten (was für die Wahnsinnsqualität aber angemessen ist).

Der Ausschnitt ist etwas groß, aber immerhin kratzt dann kein Wollstoff?

Und was passiert mit so tollen Schnäppchen? Man traut sich nicht, sie anzuschneiden. Natürlich fehlte mir in den letzten Jahren auch einfach der Anlass, klar. Aber verschiedene Grüntöne und verschieden dicke Stoffe lassen sich auch nicht ganz ohne Weiteres kombinieren, da braucht man erst die richtigen Projekte.

Für den Charakter - der Walpurga, kurz Walli, heißen soll - hat mir Hana ihre braunen Beinlinge geliehen; ich will nämlich flexibel sein, was männliche oder weibliche Klamottensätze angeht, je nach Wetter, Aktivität, Lust und Laune. Also gibts zum Teil Kleider, zum Teil die frühmittelalterliche Bruche/Beinlinge/Tunika-Kombi.

  • 2 m Wolltuch mittelbraun --> langes Kleid (Mieder aus dem Rest)
  • 1,05 m Wolltuch flaschengrün I --> kurzärmelige Tunika
  • 0,75 m Wolltuch flaschengrün II --> Besatzstreifen fürs Kleid
  • 0,8 m Wolltuch dunkelgrün --> Beinlinge
  • 0,75 m Wolltuch olivgrün --> Hana aufs Auge drücken, die hat schon einen Charakter dafür und der Stoff passt farblich nicht zu meinem Rest ;)
  • 1,5 m Wolltuch flaschengrün III --> eigentlich wollte ich eine langärmelige Tunika, aber dafür ist es zuviel Stoff und auch etwas zu schwer. Für einen Umhang aber zu leicht. Bin unschlüssig. 

Das Brett ist ziemlich groß, aber eine Tintenfasshalterung wäre noch gut.

Für den Schnitt habe ich einfach ein vorhandenes Larp-Kleid auf Zeitungen abgemalt. Dann an den Ärmeln und am Saum eine Teilung aufgezeichnet und abgeschnitten. Mein Kleid hat vorn in der Mitte eine Naht, weil man so viel bequemer den Schlitz für die Schnürung nähen kann :)

Eigentlich müsste es viel enger sitzen, aber ich hatte keine Zeit für große Experimente und wollte schnell fertigwerden. Na ja, "schnell" - den Halsausschnitt habe ich per Hand gesäumt, weil das historischer aussieht, als schnell mit der Maschine drüberzurattern. Bei den Ärmeln werde ich das nachträglich auch noch machen; das sind halt die Stellen, wo der Blick drauffällt. Am Saum ists mir ziemlich egal!

Diese Schnürung heißt übrigens "Spiralschnürung" und ist die historische Variante: Im Mittelalter hat man nicht über Kreuz geschnürt wie heute (braucht ja auch viel mehr Schnur). 

Am längsten haben wie immer die Nestellöcher (wo die Schnürung durchgefädelt wird) gebraucht - davor habe ich mich so lange gedrückt, dass ich sie erst auf dem Con selbst genäht habe. 

Auf Dauer möchte ich mir noch eine vernünftige Nestelschnur besorgen oder herstellen. Aktuell habe ich einfach eine Kordel aus dem Stoffladen drin, an deren Enden ich Nestelspitzen genäht habe. 

Gut verstaubar.

Das praktische Brett zum Umhängen hat übrigens vor fast 20 Jahren unser Papa für uns gemacht und ich habe es wieder ausgebuddelt und benutzt! Hier seht ihr einen Larpwiki-Artikel dazu mit nostalgischen alten Bildern von uns:  Schreibbrett
Man kann es hochklappen, wenn man es gerade nicht braucht, und es ist dann sehr platzsparend.

So war das Outfit natürlich noch nicht komplett: Ein neues Unterkleid hatte ich letztes Jahr genäht, Schuhe habe ich sowieso im Schrank, jetzt kam noch eine neue Bundhaube dazu (dreiteilig, nach dem Schnitt für eine Polsterhaube genäht) und ein gefilzter Hut, den ich vor Jahren auf der Reenactormesse in Minden gekauft habe. Im Schrank fand sich noch ein Zinnguss-Kelchabzeichen und eine Federbrosche in zwar nicht historischer Optik, aber hey, Feder für eine Schreiberin!

Hier sieht man, wie das Brett aufgebaut ist.

Was mir noch fehlt, ist die typische kleine Gugel, die erstens den Nacken vor Wind und Sonne schützt und zweitens noch eine Schicht mehr bietet, was die Optik interessanter macht. Dazu bin ich kurz vor dem Con leider nicht mehr gekommen, wird aber nachgeholt.

Für Walli geht es jetzt erst so richtig los - im November besucht sie eine Reichsgerichtsverhandlung in Doria! Ich bin gespannt ...

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 24. September 2023

7 Sachen 39/2023

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Auto poliert. Bald gibts ein neues und zum Verkauf soll's wieder schön aussehen.

Nachgeschwabbelt.

Bestellte Schuhe ausgepackt. Sitzen leider alle nicht gut genug, um den Kauf zu rechtfertigen ... die Suche nach Schuhen mit bunter Sohle geht also weiter.

Begeistert die Orangenpresse im Supermarkt getestet und das Maximum an Flaschenfüllstand rausgeholt.


Über den Stoffmarkt geschlendert, Geld ausgegeben und anschließend eine Pause im Eiscafé gemacht, weil wir beide Lust auf Milchshake hatten. Ich war diesmal mutig und habe Waldmeister genommen!


Mitbringbuffet-Essen vorbereitet. Viel zu viel pro Person, wie es der Brauch verlangt.


Gläser hochgehalten und "Überraschung!" gerufen.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria 

Donnerstag, 21. September 2023

Ab zum Upcycling - Maxikleid "Stickereikleid" aus der Nähtrends 7/2018

Mal wieder ein Flop-Beitrag! Kann ja nicht alles toll werden, was man so näht :D (vor allem, wenn man figurtechnisch weit entfernt ist von den großen flachen Frauen, für die Mode designt wird, und damit meine ich nicht mein Gewicht). 

Von der Nähtrends (die deutsche Ausgabe der spanischen Patrones) habe ich bisher nur 2 Ausgaben und nur ein Kleid genäht, das aber blöd aussah. Ich muss auch sagen, ich bin eigentlich kein großer Fan der Zeitschrift (mir missfällt es etwas, den Reißverschluss selbst ausmessen zu müssen, die Größen sind nur in 2er-Schritten angegeben und die Markierungen auf dem Schnittbogen nicht beschriftet), aber manche Modelle sind einfach cool.

Besonders hat es mir das "Stickereikleid" aus dieser Ausgabe angetan. Es sind fertige Stickereien aufgenäht, für die leider keine Bezugsquelle angegeben ist; ich hätte sie glatt nachgekauft! Aber auch so gefiel mir das Kleid: Ein luftiges, legeres Maxikleid. Mit gigantischen Nahttaschen!

Das Original-Kleid - leider erkennt man gar nicht soo viel auf dem Foto, Weiß auf Weiß halt ...

Sah auch gar nicht so aufwändig aus. Man muss nicht zig Abnäher nähen, nur einige Teile raffen.
Also schnell zugeschnitten, das Oberteil zusammengesetzt, anprobiert - nanu, das ist aber wirklich eng? Das Taillenband habe ich gar nicht erst angenäht; da habe ich schon beim Anhalten gesehen, dass das nicht passt.
Man sollte auch mal einen genaueren Blick in die Maßtabelle werfen (ich hatte nur auf den Brustumfang geachtet): Spanische Größen fallen nämlich anders aus als deutsche. Bei Gr. 38 ist ein Taillenumfang von 66 cm vorgesehen - den kann ich nun wirklich nicht vorweisen! Ich liege schon bei den deutschen Größen drüber (ich bin halt eher ein Apfel als eine Birne), aber nicht viel, deshalb passt das meist. Bei der spanischen 38 war da aber Hopfen und Malz verloren.




War aber kein Drama, ich hatte noch mehr als genug Stoff übrig. Also habe ich neu zugeschnitten: Das Oberteil in Gr. 40, nach unten auslaufend zu Gr. 44, und das Taillenband in Gr. 44. Den Rock habe ich in Gr. 38 belassen - der weite geraffte Rock passt problemlos über meine Hüften.

Was ein bisschen irritierend ist: Laut Zeichnung wird auch das Rückenteil gerafft. Das passt aber ungerafft genau ans Taillenband. Da hat wohl jemand Murks gemacht. Das stellt man aber auch erst beim Nähen fest, das Kleid ist in der Zeitschrift nämlich nur von vorn fotografiert

Das Taillenband habe ich um ca. 2 cm verschmälert, damit es besser zu meinen Proportionen passt. Immerhin liege ich nur 11 cm unter der Körpergröße, auf die die Nähtrends ausgelegt ist (bei den meisten anderen Herstellern sinds 14 cm), aber kürzen muss ich halt trotzdem.


Der Stoff ist herrlich fließend und mit all den Raffungen fühlt man sich wie eine griechische Göttin (ein Kleiderstil, den ich wunderschön finde, aber mir vielleicht einfach aus dem Kopf schlagen sollte).

Aber wenn ich ein ungesäumtes Teil zeige und nicht "WIP" dransteht, wissen Stammleser vielleicht schon, warum ... Je weiter ich kam, desto mehr merkte ich: Es sieht nicht gut aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • So sehr ich Hellblau liebe: Die Farbe steht mir leider nicht gut. Also, es ist jetzt nicht grauenvoll (ihr solltet mich mal in Orange sehen!), aber blasse Farben sehen zu hellen Haaren und Augen einfach harmonischer aus als an mir.
  • Ich fürchte, diese Schnittform sieht toll aus an Frauen mit wenig Oberweite - nicht an meinem sehr tief sitzenden G-Cup.
  • Die Raffung ist hinten zu niedrig und ich müsste sehr viel auftrennen und neu nähen, damit es passt
  • Zu hoch geschlossen, zu brustbetont und mit Raffungen an der falschen Stelle

Schweren Herzens lasse ich meinen Traum von diesem Kleid ziehen und schaue mir lieber das wundervolle Original in der Zeitschrift an, das ich so gerne getragen hätte. Die tollen Stickerei-Elemente hätte ich ja sowieso nicht nachmachen können.
Der fließende kühle Stoff fühlt sich aber wirklich toll an beim Tragen! Ich habe noch Reste vom Stoff und überlege, ein neues Oberteil zu nähen und das ganze Kleid umzufärben. Wäre doch schade drum!

Schnitt: Modell 15 "Stickereikleid" aus der Nähtrends 7/2018, Gr. 38 (Rock), 40 (Oberteil), 44 (Taillenband)
Material: Viskosechambray (ich glaube, von Stoff&Stil)
Änderungen: Taillenband auf 4 cm verschmälert
Nachnähpotential: Definitiv nicht! Wobei, der Rockteil ist schon toll ...

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 17. September 2023

7 Sachen 38/2023

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Dungeons&Dragons gespielt.

Taschenteile aufgelegt. Passen genau drauf, aber für den Schnitt ist mir das Muster zu wild. Also wird ein Kombistoff gesucht!


Aus einem großen Probeteil ein kleines Probeteil gemacht. Wird nix verschwendet!


UV-Schminkfarben getestet.

Eis geholt und natürlich mit Eis-Spaten gegessen.

Kuchen gebacken. Wie ihr sehen könnt, musste die Packung dringend gekauft und verbraucht werden!


Kuchen gegessen und dabei die halbe Küche gepuderzuckert.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria

Freitag, 15. September 2023

Was vom August übrig blieb

Wir waren wieder auf dem Epic Empires und Nria war zum ersten Mal mit im Aufbauteam.

Link-Tipps im August

Für uns selbst genäht im August:
Wollkleid, kurze Tunika, Beinlinge, Bundhaube für Nrias neuen Larpcharakter
Neuer Schildbezug
Schnelles Wollkleid
Flauschige Nachthose fürs kühle Larp-Nächte
Zweite St. Birgitta's Cap

Für andere genäht im August:
Eine neue Robe für Hanas Liebsten aus gelbem Jacquard
Eine Mozetta (klerikaler Schulterkragen mit dekorativer, nicht-funktionaler Kapuze)
Dazu passend eine neue Stola, und eine Kappe mit Haube

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Burda 9/2023
Burda 7/2014
Burda easy F/S 2014

Stoff gekauft: Nria: 10,1 m
Nria: von Tuch&Stoff: 1,5 m dunkelbraunes Wolltuch, 1,10 m roter Wollstoff; von Fabricful Mind: 1 m Firefly Sky-Jersey, 1 m Webware "Starry Night", 0,5 m Webware "Fairy Woods"; 1 m weißes Leinen, 4 m "Galaxy Panel"-Sommersweat von Vernähbar

Stoff vernäht: Nria: 5,6 m
Nria: 2 m hellbraunes Wolltuch, 0,75 m grünes Wolltuch, 1,05 m anderes grünes Wolltuch, 0,8 m dunkelgrünes Wolltuch, 1 m braunes Viskoseleinen

Wir freuen uns im September auf:  

Gleich drei Pen&Paper-Runden und ein runder Geburtstag stehen an!

Donnerstag, 14. September 2023

Mein Lieblingsmuster - Kleid Marie von Pattydoo

Meine Palmenliebe habe ich bereits öfter kundgetan. Daher musste ich auch den Palmenjersey "Palm Trees" von Rebecca ReckArt (inzwischen umbenannt in Fabricful Mind) haben - leider war er in einer der früheren Artboxen (ich glaube, von 2019) und ich konnte "gebraucht" noch einen Meter ergattern. Dunkelblaue Palmen vor apricotfarbenem Sonnenuntergang - eigentlich ist das nicht meine Farbe, aber diesem Motiv kann ich nicht wiederstehen. Fun Fact: Ich besitze schon einen (leider etwas zu kleinen, weil secondhand gekauften) Rock mit fast genau diesem Motiv in den gleichen Farben! Natürlich in leicht anderer Ausführung; Rebecca zeichnet ihre Stoffmuster selbst (im Gegensatz zu anderen Anbietern, die oft Stockmotive verwenden). 

In tropischen Gefilden macht sich das Kleid besonders gut!

Mit einem Meter komme ich eigentlich gut aus für ein Sommerkleid. Was ich nicht bedacht hatte: Es ist ein Bordürenstoff, d.h. das Muster liegt quer und ist somit nicht ca. 1 m hoch und 1,50 m breit, sondern 1,50 m hoch und 1 m breit. Die Bordüre wiederholt sich oben und unten, was es einfacher macht, aber ich kann bei einem Meter trotzdem keine Rockteile nebeneinanderlegen.

Ich hätte einfach ein T-Shirt nähen können, aber ich war störrisch und wollte mein Kleid!

Bisschen zu eng, aber wunderschön!

Tatsächlich hatte ich Glück und nur ein halbes Jahr später wurde der lange vergriffene Stoff wieder aufgelegt. Die Farbintensität ist ein klein wenig anders (keine Ahnung, ob der kräftigere oder der etwas blassere Stoff die neue Version ist), aber damit kann ich leben. 

Nachdem ich lange das LaBreton Summerdress im Kopf hatte (ihr kennt es vom Tiefseekleid), habe ich mich dann doch für die bewährte Marie von Pattydoo entschieden. Das Muster gefällt mir ohne Unterbrechung doch besser.

Bei diesem Kleid werde ich nie an die Hohlkreuzanpassung denken ...

Ich hatte etwas Bedenken, ob der helle Stoff nicht mein Bäuchlein betont, aber was tut man nicht alles für sein Palmenkleid!

Genäht war das Ganze wie immer an einem Nachmittag - der Zuschnitt mit den langen Abnähern dauert etwas; bei nur zwei Schnittteilen hält sich die Arbeit dabei trotzdem in Grenzen. 

Weil mir die Grundfarbe des Kleids wirklich gar nicht steht - also absolut überhaupt nicht! -, habe ich dunkelblaue Bündchen angenäht. Ich verstehe immer noch nicht, wieso man bei runden Ausschnitten breite Säume nähen sollte ...

In Action!

Ich liebe mein super sommerliches Kleid wirklich sehr! Einziges Manko: Es ist etwas eng geraten. Meine anderen Maries wirken lockerer ... aber vielleicht ist das auch nur eine Täuschung, weil sie dunkel und kleingemustert sind, sodass es einfach nicht auffällt? Jedenfalls: Entweder nehme ich ab oder ich nähe die nächste Marie mal in 42.

Schnitt: Marie von Pattydoo, Gr. 40
Material: Jersey "Palm Trees" von Fabricful Mind (früher Rebecca ReckArt; unter diesem Namen vertreibt sie jetzt ihre Papeterie)
Änderungen: wie immer den Brustabnäher etwas angepasst und die Säume durch Bündchen ersetzt
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 10. September 2023

7 Sachen 37/2023

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

 
Ein trägerloses Top aus einem T-Shirt genäht.


Die Latexform ausgegossen. Hat leider nicht so wie gewünscht funktioniert.


Abnäher einseitig abgesteckt und auf die andere Seite übertragen.

Tolles neues Shirt der Hana präsentiert.

Gesunde Snacks fürs Pen&Paper vorbereitet, um weniger Süßkram zu essen. Funktioniert eingeschränkt.


Pen&Paper gespielt, hier noch ohne die Figuren.


Das perfekte Getränk zum Level-Up beim Space-Pen&Paper getrunken.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria  

Mittwoch, 6. September 2023

Neuer Larpcharakter: Schwester Myrthe - eine ceridische Nonne

Fürs Epic Empires im letzten Jahr wollte ich einen neuen Larp-Charakter - mir ist im August einfach zu warm, vor allem bei 5-tägigen Zeltveranstaltungen. Ich wollte keine Perücke mehr, keine Rüstung, keine enge Kleidung (tschüss, Spätmittelalter-Mode!), und möglichst viel bedeckte Haut als Sonnenschutz auch in Nacken und Ausschnitt. Meine Idee war also: Eine ceridische* Nonne.

Es begrüßt euch Schwester Myrthe!

Ich habe mich für den cerdischen Lukretianerinnen-Orden entschieden, deren Mitglieder laut LarpWiki Schwarz für die höheren oder Beige für die niedrigeren Ränge tragen. Ich wollte nicht gleich als Äbtissin anfangen, Beige finde ich aber großflächig eher fade, als Kompromiss habe ich mich daher für eine weiße Nonnenrobe als Basis mit einem Skapulier in Beige entschieden. Um die Lager-Farben des Pilgerlagers aufzugreifen, kombiniere ich Seilgürtel in blau und gelb dazu.

Der Plan.

Mein Plan also: Ich brauche eine Nonnenrobe. Aus weißem Leinen und mit schönen weiten luftigen Ärmeln. Drüber ein Skapulier in beige mit dem Ordenssymbol, dazu ein Schleier.

Fangen wir beim Untergewand an:
Nachdem ich den Leinenstoff für die Robe gekauft hatte, habe ich zusätzlich erstmal noch eine Chemise (ein mittelalterliches Unterhemd) für drunter genäht - der Oberstoff wäre mir sonst zu durchscheinend.

Links: Chemise - rechts: Chemise und Robe

Da man bei neuen Charakteren ja erstmal ausprobieren muss, ob man länger Spaß dran haben könnte, wollte ich nicht nochmal mehrere Meter Leinen für eine Wechsel-Robe kaufen - ich habe ja schon drei mittelalterliche Unterkleider, nur eben mit engen Ärmeln. Lange enge Ärmel sind mir bei Hitze unerträglich und weite Ärmel sehen auch einfach klerikaler aus - meine Lösung also: Ich habe die Ärmelnähte eines vorhandenen Kleids aufgetrennt, Keile eingesetzt und auf diese Weise enge Ärmel in weite Ärmel verwandelt.

Abrakadabra, weite Ärmel!

Kommen wir zu den Details:

Seit Nria und ich larpen, haben wir das Problem, das wir von anderen Teilnehmern verwechselt werden, selbst, wenn wir völlig unterschiedliche Kostüme tragen. Das nervt, und deshalb überlegen wir immer gut, wie wir uns voneinander absetzen können. Diesmal ist meine Entscheidung auf etwas gefallen, was ich schon lange mal ausprobieren wollte: Eine Monobraue! Mit feinem Augenbrauenstift aufmalen geht ratz-fatz und gibt dem Charakter eindeutig Wiedererkennungswert.


Für den Schleier und die Rise (das ist ein rechteckiges Tuch, was unterm Kinn getragen wird und Hals und Dekolleté bedeckt) habe ich ein halbtransparentes Leinen-Poly-Mischgewebe verwendet und es mit Viskose gedoppelt, damit es 1. vor der Sonne schützt und 2. meine dunklen Haare nicht durchschimmern.
Drunter trage ich ein Gebende (zwei Leinenstreifen um Kopf, Kinn und Nacken), werde mir aber noch eine St. Birgittas-Cap als Ersatz dafür nähen, weil die Rutschfestigkeit vom Gebende mich nicht überzeugt hat. Und drüber kommt dann das halbkreisförmige Schleiertuch.
Alle Teile, Gebende, Rise und Schleier, werden mit Nadeln Stoff auf Stoff festgesteckt.

Gebende und Rise - darüber wird der Schleier getragen

Bei Hochsommerwetter kann man über dem Schleier auch prima noch einen Strohhut als Sonnenschutz tragen, den hatte ich schon da.
 

Über der Robe trage ich ein Skapulier (das ist einfach ein langes Rechteck mit Halsausschnitt) in Beige mit dem Ordenssymbol, einem Lilienkreuz mit Rose in der Mitte. Irgendwo muss ich mich vermessen haben, das Skapulier ist mir viel zu kurz geraten - deshalb habe ich in der Mitte nochmal ein Stück eingesetzt. Fällt zum Glück kaum auf.
Seilgürtel sind immer so richtig schön mönchisch; ich habe gleich zwei gemacht mit jeweils drei Franziskanerknoten.
Da das Lukrezianerinnen-Rosenkreuz etwas untypisch ist (das Symbol des Ceridentums ist ein Augenkreuz und die sonstigen Ordenssymbole haben alle irgendwo dieses Auge), trage ich noch eine Augenkreuz-Kette zum Kostüm. Die habt ihr schon bei einem 7-Sachen-Post gesehn.

Details - inzwischen hat das Lilienkreuz noch ein Loch fürs Band bekommen

Für kühle Abende oder nasse Veranstaltungen habe ich dazu noch eine Gugel genäht, aus Wollstoff mit Leinenfutter. Auch die ist erstmal erstmal zu kurz geraten (was war denn los bei diesem Kostüm?!) und deshalb mit angesetzter Verlängerung. Außerdem handgemachte Stoffknöpfe (dazu empfehle ich diese Anleitung auf wh1350.at ) und handgenähte Knopflöcher.

Das Kostüm mit und ohne Gugel

Mittlerweile habe ich das Kostüm auf zwei Veranstaltungen getragen und bin sehr zufrieden. Die Robe habe ich noch etwas gekürzt, das Gebende wird durch eine Haube ersetzt (dazu folgt demnächst ein weiterer Post) und für alle Wetter-Fälle habe ich noch eine Wollrobe ergänzt. 

Erster Einsatz von Schwester Myrthe auf dem Epic Empires 2022

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

[Verlinkt beim MeMadeMittwoch]

*) Für alle, die sich fragen, was "ceridisch" bedeutet: Das Ceridentum ist eine fiktive Larp-Religion, die im Spiel einen Ersatz fürs Christentum darstellen soll - d.h. Konzept, Optik und Riten sollen ein vage christliches Gefühl ergeben und besonders gut zu historischen Konzepten passen, für die "Fantasy-Drachengott Yrpohsumpl" zu abgefahren ist.
Der Vorteil gegenüber Christentum als Religion im Spiel: Finstere Gestalten können prima die Religion eines Ceriden-Charakters beleidigen, ohne dass sich daneben ein christlicher Spieler unbehaglich fühlt, außerdem ist vielleicht nicht jedem wohl dabei, christliche Riten als Spiel durchzuführen und man fühlt sich auch weniger an eine mögliche reale Beerdigung von Oma Trude letzte Woche erinnert, wenn eine gespielte Beerdigung auf einem Larp nach ceridischem statt christlichem Brauchtum durchgeführt wird.

Sonntag, 3. September 2023

7 Sachen 36/2023

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Die Externsteine besucht - zuletzt war ich vor 15 Jahren dort. Und wieder habe ich mich über die gruselige, steile, wenig vertrauenserweckende kleine Brücke in luftiger Höhe gewagt ... und jedes Mal schwöre ich mir, dass ich zum letzten Mal da drübergehe!

Bilder von meinem Mann gemacht, der da nix kennt und auch in 40 m Höhe noch auf einen freistehenden Felsen klettert. 

Himbeer-Joghurt-Torte gegessen. Ich hatte zwar morgens gebacken, aber dann war da dieses Café ... macht nichts, mein Kuchen schmeckt morgen immer noch!

Liebevoll angerichtetes Gemüse aus dem eigenen Garten der Schwiegereltern ausgepackt und direkt fürs Abendessen verwendet.

Hana derweil:


Ein Ausflugsboot auf dem Neckar bestiegen zur Vier-Burgen-Tour.


Dort Grapefruitlimonade bestellt (und etwas enttäuscht von der Dosengröße gewesen).


Kamera ausgepackt und Fotos von Heidelberg und Umgebung gemacht.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria