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Dienstag, 20. Mai 2025

[Hochzeit] Braucht man "Notfallkörbchen"?

In Hochzeits-Foren lese ich oft Diskussionen darüber, ob man "Notfallkörbchen" braucht (auf den Toiletten deponierte Boxen, in denen Utensilien für "Party-Notfälle" für die Gäste bereitgestellt werden - natürlich auch für Geburtstage, Jubiläen und andere große Feiern nützlich). Und in Notfallkörben (für Frauen und Männer) unbedingt rein muss. Hana hatte Notfall-Körbchen, Nria nicht - hier unsere Erfahrung!


Grundsätzlich lautet die Antwort auf die Frage: "Braucht man das?" natürlich: Nein. Kein Gast wird sich beschweren, wenn keine Notfallkörbchen vorhanden sind. Viele Gäste haben selbst das ein oder andere dabei, und können einander aushelfen.

Aber:
Notfallkörbchen können den Unterschied machen, ob Gäste die Nacht durchtanzen oder nach zwei Stunden nur noch am Tresen sitzen, weil die Schuhe scheuern, ob Gäste sich unwohl fühlen, weil ein Blusenknopf abgefallen ist oder das Malheur schnell beheben können, ob Gäste sich noch ein Dessert gönnen oder wegen Sodbrennen drauf verzichten.
Ich selbst musste mal eine Hochzeit viel früher als gewollt verlassen, weil ich Mitfahrgelegenheit (über eine längere Strecke) für eine Freundin war, die wegen Kopfschmerzen nach Hause wollte und keine Tablette aufzutreiben war. Schade!

Das spricht für Notfallkörbchen:

  • Sie können dafür sorgen, dass Gäste sich wohler fühlen und ggfs. sogar länger bleiben
  • Gästen kann es unangenehm sein, andere (vielleicht überwiegend fremde) Gäste nach Tampons und ähnlichem zu fragen
  • Es muss so gut wie nichts kosten - fast alles sind Dinge, die man ohnehin regelmäßig (auf-)braucht und auch ohne Notfallkörbchen kaufen würde
  • Oft haben Trauzeug:innen (oder das Brautpaar selbst) ohnehin ein Notfall-Set dabei - steht es frei zugänglich im WC, müssen sie nichts extra mitschleppen und alle profitieren davon



Inhalt Notfallkörbchens für die Hochzeit:

Ich würde unterscheiden in Dinge, die Gästen wirklich den Abend retten können und "nice to have"-Produkten. Letzteres waren vor allem Dinge, die wir sowieso im Haus hatten und dann eben ins Körbchen gepackt haben - ich hätte aber z.B. nicht extra Blotting Paper gekauft, ein glänzendes Gesicht vermiest ja keinem völlig den Abend.

Wirkliche Partyretter sind meiner Meinung nach: Damenhygieneartikel, Pflaster, Sicherheitsnadeln, Schmerztabletten, Nagelfeile. Alles andere ist optional!

Wichtig finde ich noch: Wenn man Dinge im Körbchen nicht findet, sind sie für die Gäste nicht da und helfen niemandem. Deshalb habe ich Listen ausgedruckt, laminiert und in die Boxen gestellt. Bei Minimalausstattung nicht nötig, aber bei umfangreichen Körbchen sinnvoll.

Medikamente würde ich (v.a. wenn Kinder anwesend sind, aber auch aus rechtlichen Gründen) nicht ins Körbchen stellen, sondern bei den Trauzeugen deponieren und einen Hinweis im Körbchen hinterlassen (extra dafür benannte Trauzeugen anzusprechen ist für introvertierte Personen eine kleinere Hürde als auf gut Glück lauter Fremde zu fragen). 

Wir hatten übrigens in den Damen-Körbchen ein paar Produkte mehr als in den Herren-Körbchen - das kommt natürlich auf eure Gäste an: Wenn trans Männer unter euren Gästen sind oder Männer, die gern Make-Up tragen, sind Tampons oder Makeup-Helfer natürlich auch im Männer-Notfallkörbchen sinnvoll.

Hanas Notfallkörbchen:

Irgendwas ist kaputt?
Sicherheitsnadeln
Mini-Näh-Set

Irgendwas tut weh?

Pflaster (wer mag, kann auch zusätzlich Blasenpflaster nehmen - nutzen wir aber sonst nicht)
ggfs. Schere für Pflasterstreifen
Bullrichsalz gegen Sodbrennen
Schmerztabletten

Irgendwas nervt?
Tampons
Binden
Zahnseide
Zahnstocher
Nagelfeile (oder Nageletui)
Pinzette
Handcreme
Deo
Kaugummi
Taschentücher

Irgendwas ist dreckig?
Fleckenstift
Desinfektionsspray
Brillenputztücher
Fusselroller
Feuchte Reinigungstücher

Styling hinüber?
Haarspray
Haargel
Haarklammern
Haargummis
Make-Up-Entferner
Wattestäbchen
Blotting Paper

Wie sieht's mit euch aus - findet ihr Notfallkörbchen auf Feiern sinnvoll? Habt ihr ohnehin immer selbst die Komplettausstattung im Abend-Täschchen? Oder findet ihr gar "Nach Tampons rumfragen" ohnehin die beste Methode, um neue Leute kennen zu lernen?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Mittwoch, 14. Mai 2025

Hochzeits-Geheimtipps: Die Trauung (woran kein Mensch denkt)

Weiter geht es mit unserer "Hochzeits-Geheimtipps - Dinge, an die kein Mensch bei der Hochzeit denkt"-Reihe. Diesmal: Die Trauung


Es gibt ziemlich viele Tipps, bei denen die perfekte Musik-Auswahl und die optimale Traurede besprochen wird, aber wirklich praktische Tipps für die Trauung sehen wir doch selten.

  • Macht euch eine genaue Checkliste von den Dingen, die ihr am Hochzeitstag mitnehmen wollt - und schaut direkt vorm Losfahren nochmal drauf - ob physische Liste innen an der Haustür oder Handy-Erinnerung. Es gibt erstaunlich viele Leute, die ihren Brautstrauß oder Schleier zu Hause vergessen, und das wäre doch wirklich schade drum. Denkt auch an eventuelle Medikamente o.ä., die ihr vielleicht normalerweise in einer Handtasche oder anderswo bei euch tragt. Ihr könnt auch Trauzeugen oder andere Leute damit beauftragen, an solche Dinge zu denken und euch dran zu erinnern.
  • Es kommt leider öfter vor, dass Leute zu spät zur Trauung kommen. Völlig verhindern kann man das nie, aber man kann häufigen Verspätungsgründen vorbeugen:
    - Informiert eure Gäste vorab über Parkmöglichkeiten. Prüft vorher, ob man dort lange genug parken darf und ob dort an eurem Hochzeits-Wochentag üblicherweise genügend Plätze frei sind
    - Informiert euch vorher, wo bei der Kirche/am Trauort Toiletten sind und gebt die Info an eure Trauzeugen (oder direkt an Gäste mit längerer Anfahrt oder kleinen Kindern) weiter - so muss niemand noch lange suchen.
    - Reicht die Telefonnummer eurer Trauzeugen an die Gäste weiter und bittet die Trauzeugen, den Handyton erst direkt vor der Trauung auszuschalten, damit leicht verspätete Gäste nachfragen können, ob die Trauung schon angefangen hat oder sie es noch rechtzeitig schaffen.
  • Denkt drüber nach, einen Trauzeugen oder sonstigen Gast als "Einweiser" abzustellen - viele Gäste fühlen sich "nicht wichtig genug" für die vorderen Reihen und setzen sich lieber weiter nach hinten, und wenn nicht ausreichend enge Verwandtschaft da ist, können dann vordere Reihen leer bleiben, was komisch aussieht. 
  • Falls der Pfarrer, Brautjungfern oder sonstige Personen vor euch in die Kirche einlaufen: Sprecht vorher ab, dass ein gewisser Abstand eingehalten wird, damit die Gäste (und der Fotograf!) auch die Braut zu sehen bekommen und diese nicht komplett vom Pfarrer verdeckt wird.  
  • Die meisten Paare halten "Die Braut zieht mit ihrem Vater in die Kirche ein" für den traditionellen Einzug, aber das ist die amerikanische Variante und hier eigentlich unüblich (und wird von einigen Pfarrern sogar abgelehnt) - in Deutschland zieht traditionell das Brautpaar gemeinsam sein. Ob Kirche, Standesamt oder Freie Trauung: Ihr müsst euch hier nicht an Traditionen halten. Zieht alleine ein, mit eurer Mutter, eurem Opa, euren Trauzeugen, wie ihr möchtet. Oder eben doch mit dem Vater - ganz wie ihr wollt!

    Hanas Einzug in die Kirche mit Nria

  • Apropos Pfarrer: Viele wissen nicht, dass sie in der Wahl ihres Trau-Pfarrers bzw. -Pfarrerin völlig frei sind. Üblicherweise fragt man den Pfarrer der Heimatgemeinde an und der kommt dann zur Traukirche - hat der keine Zeit oder die Trau-Kirche liegt Hunderte Kilometer vom Wohnort entfernt, kann man in der Gemeinde des Trauorts fragen. Ihr könnt aber auch jeden anderen Pfarrer fragen; vielleicht fandet ihr eine Pfarrerin auf einer Hochzeit von Freunden richtig gut, ihr kennt einen Pfarrer privat oder bekommt einen Tipp, wer richtig nett ist.
    Wenn ihr also merkt, dass eure Vorstellungen der Trauung gar nicht mit denen eures (vielleicht sehr konservativen) Pfarrers zusammenpassen - wählt einen anderen.
  • Überlegt euch, wie ihr den Auszug gestalten möchtet: Oft zieht das Brautpaar zuerst aus der Kirche aus und wartet draußen, dass die Gäste hinterherkommen. Wenn die Gäste aber zuerst ausziehen, hat das den Vorteil, dass ihr draußen von allen in Empfang genommen werden könnt, die Gäste vielleicht schon eine erste Überraschung vorbereitet haben, und ihr in der Kirche noch einen Moment für euch habt, vielleicht auch für noch zwei, drei schöne Fotos nur von euch vorn in der Kirche. Das muss aber von jemandem organisiert werden, damit die Gäste nicht unschlüssig warten, dass ihr vorangeht! Wenn innen am Kircheneingang genügend Platz ist, ist ein Mittelweg der gemeinsame Auszug vom Brautpaar bis zum Eingangsbereich der Kirche, dort bleibt es stehen, lässt sich von den Gästen überholen und wird dann draußen von allen in Empfang genommen. Auch hier gilt aber: Informiert Trauzeugen und engste Angehörige vorab und schickt diese dann voran, damit die anderen Gäste wissen, wo sie hinsollen!
  • Wenn Trauort und Feierlocation nicht direkt nebeneinander liegen: Überlegt euch, ob ihr die Gratulationen nach der Trauung auf das Eintreffen in der Location verschieben wollt (und lasst das am Ende der Trauung offiziell so ankündigen!). Denn nach der Trauung ist keine gute Gelegenheit, Geschenke/Umschläge zu überreichen (wo sollte das Brautpaar auch hin damit?), deshalb wird das an der Location nachgeholt. Viele gratulieren dabei dann ein zweites Mal und die doppelte Glückwünsche brauchen viel Zeit.
    Denn rechnet mal kurz nach: Bei 80 Leuten braucht ihr zwanzig Minuten, wenn jeder nur 15 Sekunden zur Gratulation braucht und da ist Oma Hilde noch nicht eingerechnet, die ausführlich aufzählt, was sie euch alles Gutes wünscht. Und so lieb das ist - euer Hochzeitstag ist sowieso kurz genug.

 

Eine schöne Zeit wünschen
Hana und Nria

Dienstag, 13. Mai 2025

Hochzeits-Geheimtipps: Dinge, an die kein Mensch bei der Hochzeit denkt

"Kein Mensch" ist vielleicht übertrieben, wir haben schließlich auch dran gedacht (oder von klügeren Leuten einen Tipp bekommen). Und diese Tipps sowie unsere Erkenntnisse geben wir gerne weiter - vielleicht hilft es ja jemandem!

Planung allgemein:

  • Denkt bei der Gästeliste dran, euch selbst als erstes draufzusetzen. Ihr seid zwar keine Gäste, zählt aber natürlich bei der Personenanzahl für Location und Catering mit ... Es gibt gar nicht so wenige, die das vergessen!
  • Legt euch direkt zu Beginn der Planung eine gemeinsame Email-Adresse zu. So könnt ihr beide auf die Kommunikation mit Dienstleistern, Händlern etc. zugreifen und auch ältere Informationen nachlesen. Bonus: Wichtige Mails gehen nicht zwischen Alltagsnewslettern unter.
  • Es gibt wirklich viel zu organisieren bei einer Hochzeit - Flyer, Rechnungen, Terminzettel und kleine Gegenstände (Einladungsmuster, kleine Dekoteile, vielleicht Ohrringe, ein Kästchen mit Ringen ...) sammeln sich an und verstreuen sich gerne überall in der Wohnung. Es ist sehr sinnvoll, schon am Anfang der Planung eine große Box bereitzustellen, in die man alles, was mit der Hochzeit zu tun hat, reinpackt. So muss man die Sachen nur an einem einzigen Ort suchen - und nach der Hochzeit hat man direkt einen Platz, um die Glückwunschkarten unterzubringen! 

Locationwahl:

  • Die Locationsuche kann Monate dauern. Eine Location angefragt, die meldet sich nach ein paar Tagen mit einem Terminvorschlag, das geht dann natürlich erst am Folgewochenende (wenn nicht gar grad Betriebsferien sind) - schwupps, ist ein Monat um und man hat nur zwei Locations besichtigt, die sich beide als ungeeignet herausstellen. Fragt immer als erstes nach einer Bankettmappe/Preisen, sonst verschwendet ihr ggfs. viel Zeit mit der Besichtigung von Locations, die ihr euch nicht leisten könnt.
  • Bedenkt auch: Auf Fotos können Säle, geschickt mit Weitwinkelobjektiv fotografiert, viel größer wirken als real - oder umgekehrt von einem weniger gewieften Fotografen viel kleiner. Die angegebene Gästezahl ist meistens auf das absolute Maximum ausgelegt, wenn der komplette Saal mit langen Tischreihen vollgestellt ist - für Hochzeiten mit Einzeltischen, Tanzfläche und vielleicht noch Platz für Fotobox o.ä. taugt ein Saal dann oft nur für die Hälfte der angegebenen Personenzahl.
  • Achtet bei der Wahl des Trauortes (Kirche/Standesamt) darauf, dass ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Erkundigt euch bei der Gemeinde/dem Amt und fahrt vorher an einem Samstag hin und prüft, ob zu eurer Trau-Uhrzeit die genannten Parkplätze nicht bereits überfüllt sind und ihr Alternativen braucht. Soll in umliegenden Straßen geparkt werden: Schaut vor Ort nach Halteverboten und Einschränkungen der Maximalparkdauer! Und überlegt euch bei allzu schwieriger Parksituation, ob ihr nicht doch einen anderen Trauort wählt oder einen Shuttleservice organisiert.
  • Schaut in den städtischen Kalender eures Trauortes: Findet zu eurem Wunschdatum eine Kirmes auf dem Platz vorm Standesamt statt oder ist gerade Markt direkt vor der Kirchentür? Beides kann eine tolle Fotokulisse sein, aber auch für Geräuschbelästigung sorgen und die Parksituation stark einschränken.

Eine schöne Zeit wünschen
Hana und Nria

Donnerstag, 18. Juli 2024

12. Bloggeburtstag! Unsere Einkaufstipps für besondere Stoffe - für LARP und Alltag

Heute vor 12 Jahren haben wir unseren allerersten Blogbeitrag veröffentlicht. Happy birthday, Blog!

In den letzten Jahren haben wir das vor allem mit Rezepten gefeiert (oder ganz vergessen), diesmal gibt es Favoriten.
 
DIY ist trendy, Nähen ist angesagt und so haben wir aktuell eine Auswahl an Stoffen, von denen wir zu unseren Näh-Anfangszeiten nur träumen konnten, als man in den Stoffläden nur die Wahl hatte zwischen "Uni" und "Blümchenmuster" ... 

Das Netz ist vor allem überschwemmt von Kinderstoffen - wirklich ausgefallene Stoffe für Erwachsene können etwas schwieriger zu finden sein, deshalb hier einige unserer Lieblingsshops!
(Alles unbezahlte Empfehlungen ohne jede Gegenleistung)


Motivstoffe allgemein: 

  • Nautistore Panels mit nautischen Motiven. Das Besonderes: Ein Kombistoff ist direkt mit dabei. Allerdings sind die Motive i.d.R. riesig und es sind Stockmotive, keine selbstgezeichneten, daher schwankt der Stil stark. Nähbeispiele: Ankerpulli, Segelschiffkleid
  • True Fabrics - Importiert Stoffe mit Ethno-Mustern aus allen möglichen Gegenden der Welt, unterstützt dabei Hilfsprojekte und Kleinbetriebe 
  • Stoffwelten - Zugegeben, hier gibt es auch viele Kinderstoffe, aber dazwischen findet man eine große Auswahl an ungewöhnlichen, erwachsenen Musterstoffen und Panels. Sehr übersichtlich nach Themen und Kollektionen sortiert, aber die Auswahl ist etwas erschlagend. Nähbeispiel: Weltkugel-Pulli
  • Evli's Needle - Außergewöhnliche Eigenproduktionen, auch viele gut kombinierbaren zurückhaltenderen Muster. Nähbeispiele: Fireball-Kleid, Asteroiden-Top
  • Dresowka - Polnischer Shop, günstige Preise, große Auswahl. Muster gibts oft auf verschiedenen Stoffarten, viele Drucke auch auf Wintersweat. Nähbeispiele: Van-Gogh-Bluse, Gräser-Pulli, Kranich-Pulli
  • Mondstoff - Großflächige Bordürenstoffe, meist eher feminine Motive. Hauptsächlich auf Viskosejersey und Sommersweat. Nähbeispiele: Linea-Kleid, Sonnenuntergangs-Maxikleid
  • TST-Stoffen - Niederländischer Shop mit ziemlich exklusiven und teuren, aber oft sehr einzigartigen Stoffen aller Art, u.a. Motive berühmter niederländischer Maler. Wir gucken besonders gern in der Sale-Abteilung ... Nähbeispiel: Lichtpunkte-Kleid
  • Mamasliebchen - auf den ersten Blick lauter Kinder-Panels, aber zu den meisten gibt es gemusterte Kombi-Stoffe, die oft recht besonders sind. Aufpassen: Viele Musterdrucke bei Mamasliebchen sind unerwartet groß, möglichst nach Tragefotos schauen! Nähbeispiele: Nebelwald-Jacke, Rockabilly-Zuckerstangenkleid
  • Stoffjunkies - XXL-Panels, aber überwiegend mit Mustern statt mit übergroßen Motiven und darum auch für kleinere Kleidungsstücke tauglich
  • Bines Stoffe - sehr, sehr farbenfrohe und leuchtende Muster, außerdem ein ungewöhnlicher Stil. Vermutlich muss man dafür ein bisschen Hippie sein. 
  • Astrokatze -  Eigentlich relativ wenige verschiedene Motive, aber i.d.R. in vielen Farben erhältlich. Wir mögen besonders die Leather Look- und Farbverlaufsstoffe. Nähbeispiele: Leather Gradient-Sweatshirt, Blätterrauschen-Shirt, Retrosweat-Blazer
  • Poshpinks - überwiegend Pflanzenmotive in einem schönen grafischen Stil, auf vielen Stoffarten erhältlich.
  • Jinny & Joe - knallige Farben, verspielte Motive als Musterstoff (keine Panels). 
  • Rebecca ReckArt - Handgemalte Motive, meist in Aquarelltechnik, und viel Auswahl auch jenseits der Blümchen. Nähbeispiele: Tiefseekleid, Granatapfeljacke, Vogelbluse (leider wurde der Shop geschlossen; die Drucke sind noch als Print on Demand-Stoffe über Spoonflower aus den USA erhältlich). (leider geschlossen)

 Gothic/Metal/Nerd-Stoffe:

  • Vernaehbar - French Terry- und Kunstleder-Panels mit Gothic-Vibes
  • Lady Revenga - Hauptsächlich Gothic- und Nerd-Patchwork-Stoffe, aber auch einige Jerseys
  • Mountain-Merch - Schweizer Shop mit großer Auswahl an Metal-Mustern und -Panels auf diversen Stoffarten (leider geschlossen)
  • Puppenstübchen by Julia - Der Name ist irreführend: Hier gibts es Fantasy-, Wikinger- und Gothic-Panels als French Terry und Kunstleder. Nähbeispiel: Fuchsfrau-Galaxy-Cardigan (leider geschlossen)
  • Metalmotte - Hier gibt es Metal-/Gothic-Motive als Muster auf diversen Stoffarten, außerdem: DSA-Stoffe (und DSA-Socken!) (leider geschlossen)

Larp/Mittelalter-Stoffe: 

  • Aktivstoffe - Große Auswahl an Larp-tauglichen Woll- und Leinenstoffen zu günstigen Preisen. Außerdem: Mittelalter-Stoffpakete
  • Sartor-Stoffe - Brokate mit mittelalterlichen Mustern, außerdem einige Leinen-, Seiden- und Wollstoffe
  • Tuch und Stoff - Spezialisiert auf Mittelalter-Stoffe, hauptsächlich Wolltuch, tolle Auswahl an Diamantköper, Fischgrät etc.
  • Naturtuche - Stoffe für historische Kostüme, Farben imitieren pflanzengefärbte Stoffe
  • Silks by Umf - Niederländischer Shop mit besonderen Seidenstoffen. Hanas Favorit sind die "Natural Raw Silks"

Und - wo shoppt ihr gerne Stoffe abseits des Blümchen-Mainstreams? Kennt ihr unsere Favoriten schon, oder habt ihr weitere Tipps für uns?

Eine schöne Zeit wünschen
Hana und Nria

Dienstag, 28. Juli 2020

Tasche mit Paper Piecing-Chevrolet von Quilt Art Design - plus: Tipps fürs Foundation Paper Piecing

In diesem Jahr hatte der Mondpapa einen runden Geburtstag. Der Mondpapa ist ziemlich schwierig zu beschenken - weil er Oldtimer mag, habe ich ihn kurzerhand (gut - "kurz" ist eine Lüge) eine Oldtimertasche genäht. Da kann er sein Autobastelzeug reinpacken.

Neben der Tasche präsentiere ich weiter unten übrigens ein paar Tipps für fehlerfreieres Paper Piecen!

Gar nicht so wenige Stoffstückchen!

Die Vorlage stammt von QuiltArtDesign, heißt "'57 Chevy Convertible" und ich schlussfolgere daraus messerscharf, dass ein Chevrolet aus dem Jahr 1957 abgebildet ist.

Die Vorlage ist schon eher für Fortgeschrittene - es sind ziemlich viele Teile und an einigen Stellen muss man gut aufpassen, dass die Linien aufeinandertreffen (z.b. dort, wo die grauen Metallteile an den Seiten weitergeführt werden - an dieser Stelle habe ich getrennt, als es nicht gepasst hat).
Wenn man keinen großen Patchworkstoff-Vorrat besitzt, ist es auch erstmal so eine Sache, ausreichend Stoffe in ähnlichen Farben für die Farbabstufungen zu finden.

Für das Anthrazit habe ich Schnipsel aus einem gemusterten Stoff ausgeschnitten, weil ich keinen einfarbigen hatte, und für das Dunkelgrau der Räder musste eine Larp-Tischdecke herhalten (die ist jetzt 5 cm kürzer ...). Die Scheibe habe ich aus einem leicht glänzenden strukturierten Stoff gemacht, dann hat man einen kleinen Effekt drin (wie bei der Lampe des Dumbledore-Kissens, wo ich einen Seidenstoff eingesetzt habe).

So sieht das Design unverarbeitet aus.


Das Ganze hat ein Weilchen gedauert ... ich habe das mal dokumentiert:

Vorbereitung (Papiersegmente drucken, ausschneiden, beschriften, vorfalzen): mind. 1 Stunde
Nähen der einzelnen Segmente: 7 Stunden
Bügeln und Zurechtschneiden: 0,5 Stunde
Zusammenfügen der Segmente: 3,5 Stunden
Papier entfernen:1,5 Stunden

Tasche nähen: 0,5 Stunde

Insgesamt: 14 Stunden (plus 45 Minuten Korrekturen wegen Unachtsamkeit)

Besonders überrascht mich jedes Mal wieder, wie langwierig es ist, das Papier aus der Rückseite rauszufriemeln! Und jedes Mal nehme ich mir vor, dünneres Papier zu kaufen, mit dem die Prozedur vermutlich beschleunigt wird.

Was mit "Korrekturen gemeint ist?
Einerseits Stellen, an denen durchgehende Linien nicht richtig zusammengefügt sind. Andererseits solche Klöpse hier:

Sollte ein Lenkrad nicht rund sein ...?

Um möglichst wenig trennen zu müssen, gibt es ein paar Sachen, auf die man schon bei der Vorbereitung und später beim Nähen achten kann.

Hier sind also meine  

Tipps fürs Foundation Paper Piecing:

  •  Bei der Vorbereitung: Nach dem Ausschneiden sollte die Papiersegmente anmalen oder sorgfältig beschriften - so sieht man auf einen Blick, welches Teil welche Farbe bekommt. Dabei wirklich gut darauf achten, dass jeder Fitzel richtig bemalt/beschriftet ist!
  • Es hilft sehr, alle späteren Nahtstellen vorzufalzen (in Richtung bedruckte Papierseite). So kann man wesentlich leichter überstehenden Stoff bis zur Nahtzugabe zurückschneiden und neue Stoffstücke anlegen.
  • Bei einseitig bedruckten statt durchgefärbten Stoffstücken auf die Richtung achten: Das allererste Stoffstück eines Segments wird so an das Papier gepinnt, dass die unbedruckte Seite Richtung Papier zeigt, die bedruckte von ihm weg. Jedes weitere Stoffstück wird so aufgelegt, dass die bedruckte Seite Richtung Papier zeigt (also rechts auf rechts zum vorhandenen Stoff)
  • Man muss wirklich ständig darauf achten, dass jedes neu angenähte Stoffstück "aufgeklappt" wird, sodass die Nahtzugabe nicht mehr zu sehen ist - idealerweise wird nach jedem Fitzel gebügelt; praktisch sollte man zumindest die Naht glattstreichen, damit das Teil nicht zurückklappt oder eine Wölbung bildet.
  • Benutzt eine sehr kleine Stichlänge, damit das Papier beim Nähen perforiert wird (ich nehme 1 mm). Allerdings: Ein Fehler ist dann blöd, so eine Naht ist wirklich ätzend aufzutrennen! Bei längeren Nähten nähe ich daher zuerst mit größtmöglicher Stichlänge und kontrolliere, ob alles richtig ist, bevor ich die Naht mit kleiner Stichlänge fertignähe. Niemand möchte 20 cm Naht mit 1 mm-Stichlänge trennen ...

Ich hoffe, die Tipps sind hilfreich und euch gefällt die Tasche - der Mondpapa hat sich gefreut :)

Verlinkt bei DvD und Creadienstag.

Lg
Nria

Dienstag, 19. September 2017

Tipps zum Zusammenkleben von PDF-Schnittmustern



PDF-Schnittmuster sind meist günstiger als Papierschnitte und sofort verfügbar. Schon praktisch.

Wenn da nur nicht das lästige Zusammensetzen der einzelnen Seiten wäre. Viele Hobbyschneider hassen es. Ich mag es ganz gerne. Zuschneiden finde ich viel blöder.
Damit der Weg vom PDF zum fertigen Schnittmuster leichter fällt, habe ich ein paar Tipps notiert - für mehr Spaß beim Basteln!

1. Die richtige Unterhaltung

Das Schnitt-Zusammensetzen hat einen Vorteil gegenüber dem eigentlichen Nähen: Es macht kaum Lärm. Klar, die Seiten rascheln etwas, aber die ratternde Nähmaschine übertönt ja gern jedwede Unterhaltung. Das Puzzeln eignet sich hingegen hervorragend, um ein Hörbuch zu hören. Oder ein Hörspiel, einen Podcast, die Lieblingsmusik ...

Bunte Auswahl! Am liebsten höre ich Hörbücher aus der Bücherei.

2. Tinte sparen!

Dass man die erste Seite erstmal einzeln drucken und dann das Testquadrat auf die richtige Größe kontrollieren sollte, versteht sich von selbst. Ich mache aber noch etwas anderes: Ich stelle die Druckeinstellungen auf "Entwurf". Der Drucker druckt dann recht blass und "schraffiert" mit viel weniger Tinte und es geht auch sehr viel schneller als normales Drucken. Bei der ersten Seite schaue ich dann, ob diese Druckart bei dem Schnitt geeignet ist: Ob man alle Linien noch gut genug erkennt, ob die Passzeichen sichtbar sind, sprich, ob das Ganze auch in Sparstufe brauchbar wird. Wenn der Text nicht super lesbar ist, kann man ihn später nachmalen. Ist nicht für alle Schnittmuster geeignet; je dicker die Linien sind, desto besser funktioniert es.

Bei meinem Drucker gehe ich dazu bei Drucken auf "Eigenschaften" (des Druckers) und bei "Qualität" kann ichs im Drop down-Menü auswählen. Bei anderen Druckern kann man das einfach anklicken (weil man z.B. auswählen kann, ob man Text, Bilder oder eben einen Entwurf drucken will). Einfach ein bisschen suchen oder in die Bedienungsanleitung schauen :)

Bild anklicken zum Vergrößern!

3. Papier sparen!

PDF-Schnittmuster haben oft viele Seiten - wenn es zwei oder drei sind, kommts nicht so drauf an; wenn es 50 sind, ist es aber schön, wenn man sich ein paar Seiten sparen kann. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten (in manchen Ebooks sind sie auch beschrieben):
Manchmal braucht man nicht alle Varianten oder Teile eines Schnitts. Ein Oberteil hat vielleicht eine Kragen- und eine Kapuzenvariante oder es gibt lange und kurze Ärmel zur Auswahl. Bei manchen Schnittmustern steht über jeder Seite, teilweise sogar farbig markiert, welches Teil drauf ist - dann kann man einmal durchscrollen, sich die Seiten notieren, die man braucht, und nur die drucken. Im Drucker wählt man dann statt "Alle Seiten drucken" "Seiten: " Dahinter ist ein Freifeld, in das man die Seiten einträgt. Z.B. für die Seiten 1-15, 20-27 und 30-32: 1-5;20-27;30-32
Wenn es nicht auf den Seiten markiert ist, kann man mit etwas Erfahrung (und je nach Schnitt) beim Durchscrollen erkennen, welches Teil zu sehen ist.

Bild anklicken zum Vergrößern!

Bei einigen Schnittmustern kann man auch beim Scrollen sehen, welche Seiten ausschließlich Größen beinhalten, die man nicht braucht. Wenn ich Größe 36 drucken will und auf einer Seite sehe, dass dort nur die Ecke des Oberteils in Gr. 42-48 drauf ist, muss ich die Seite nicht mitdrucken. Am einfachsten ist es bei Schnittmustern, die jede Größe in einer anderen Farbe markieren, dann sieht man es auf den ersten Blick. Ist das nicht der Fall, braucht man etwas Erfahrung oder das Glück, dass zufällig die Größen an der Stelle dranstehen.

Die beiden linken Seiten sind für die ganz kleinen Größen überflüssig.

Ich nehme übrigens auch gerne Altpapier fürs Schnittmuster drucken - alte Schulmaterialien, Fehldrucke, alte Rechnungen ...
Allerdings: Wer viele Schnittmuster ausdruckt, könnte sich nach dünnerem Papier umsehen für eine einfachere Lagerung. Normales Druckerpapier ist schon recht voluminös.

4. Systematisches Arbeiten

Wenn man die gleiche Arbeit zigmal hintereinander erledigt, ist man schneller, als wenn man immer 5 verschiedene Arbeitsschritte wiederholt. Deshalb breite ich erst die alle Schnittmusterteile in der richtige Reihenfolge auf dem Fußboden aus (wenn der Schnitt zu groß ist, arbeite ich trotzdem in Etappen, hilft ja nix). Dann schneide ich die Ränder ab (immer oben und an der rechten Seite - man kann es auch andersrum machen.), aber nur dort, wo auch ein Schnittteil ist. Und dann wird geklebt, erst die waagerechten Reihen, dann die senkrechten. Ihr müsst es nicht genauso machen, aber systematisch geht es besser als wahllos.

5. Stoffgewichte gegen Verrutschen

Ich weiß nicht, wie's euch geht: Ich habe beim Festkleben immer eine Hand zuwenig. Ich schiebe die Blätter so zurecht, dass die Passzeichen aufeinandertreffen, halte sie an zwei Stellen fest, damit sie nicht wieder verrutschen und dann fehlt mir eine Hand fürs Tesafilm. Meine Lösung: Stoffgewichte. Ich nehme Unterlegscheiben, mehrere auf einmal, umhäkelt oder in Stoff eingenäht. Zwei bis drei davon auf die überlappenden Kanten der Seiten gelegt, schon kann nichts mehr verrutschen und ich kann sie problemlos zusammenkleben.

Ja, man kann auch gefüllte Einmachgläser, Konservendosen oder andere Dinge benutzen, aber die Gewichte sind schön klein und machen einfach mehr Spaß.

Diese Seiten rutschen nirgendwo mehr hin!

6. Einfacheres Abpausen mit Farbmarkierung

Manchmal ist es sinnvoll, bei einem PDF-Schnitt die eigene Größe nicht auszuschneiden, sondern abzupausen. Zum Beispiel, weil der Schnitt vielleicht später noch für andere Größen gebraucht wird (weil man manchmal Geschenke näht, den Schnitt der besten Freundin oder Schwester ausleihen möchte oder gerade abnimmt), man ihn aber nicht mehrfach drucken und kleben will.
Wenn der Schnitt in Schwarz-Weiß gehalten ist (oder die Linien dicht beieinander liegen oder die verschiedenen Farben durch den Entwurf-Druck nicht mehr so gut zu unterscheiden sind), ist es dann hilfreich, die eigene Größe mit einem farbigen Stift nachzuziehen. Macht das Abpausen wesentlich entspannter.


Viel besser erkennbar!

7. Vorm Kauf überlegen, ob die PDF-Version die beste Wahl ist

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber oft ist die Geldersparnis so verlockend ...
Manche Schnittmuster gibt es nur als PDF.  Bei anderen hat man die Wahl - und manchmal ist der Papierschnitt sinnvoller, auch wenn er teurer ist.
Zur PDF-Version greife ich, wenn der Schnitt für ein Kleinteil ist/wenige Seiten hat, ich den Schnitt sofort brauche oder Auslandsporto die Papierversion sehr unattraktiv macht.
Die Papierversion bevorzuge ich meistens - besonders bei großen Teilen oder Schnittmustern, die aus sehr vielen Seiten bestehen (80 oder 100 Seiten zu bedrucken relativiert auch den günstigeren Preis und hat man wirklich Lust dazu?). Das kann auch bei kleineren Teilen der Fall sein, wenn der Schnitt sehr viele Schnittteile oder Varianten enthält, viele Größen verfügbar sind (ich trage eine kleinere Größe und bedrucke viel überflüssiges Papier, wenn der Schnitt bis Gr. 52 geht) oder die aufgedruckten Größen nicht dicht aneinander aufgezeichnet sind, sondern verschoben liegen.
Was man auch bedenken muss: Ausgedruckte PDF-Schnittmuster verbrauchen sehr viel Platz bei der Lagerung. Das kann man mit dünnerem Papier etwas vermindern, aber auf Seidenpapier abgepauste Schnittmuster und dünne Originalversionen schlägt das auch nicht ...

Vielleicht helfen die Tipps ja ein wenig weiter - habt ihr noch mehr Tricks auf Lager, wie man sich das Leben mit PDF-Schnittmustern ein wenig erleichtern kann?

Lg
Nria

Donnerstag, 20. Juli 2017

Unsere liebsten Nähhelfer

Letztes Jahr war es offenbar Trend, seine tollsten Näh-Gadgets zu zeigen. Oder aufzulisten. Halten wir für einen super Trend, da müssen wir gleich aufspringen hinterherrennen!



Wir nähen ja nun schon einige Jahre (seit 2003). Und früher war alles schlechter - da kannten wir nämlich all die tollen Dinge noch nicht, die uns jetzt das Nähen erleichtern.
Diese Liste soll nicht die Standardteile beinhalten, die jeder sowieso schon kennt - die Aufzählung von Nähmaschine, Stoffschere und Stecknadeln sparen wir uns ;)

1. Schneiderkreidestift

Die Mine kann man super anspitzen, wenn man nicht gerade einen letzten Minenstummel aufbraucht.

Mein allerwichtigstes Näh-Utensil. Vorher habe ich diese Kreidescheiben benutzt, die quasi sofort nach der ersten Benutzung stumpf werden, sich nur umständlich schärfen und auch nicht so richtig toll anfassen lassen; dazu trocknen sie fix aus und sind dann gar nicht mehr zu gebrauchen. Irgendwann fand ich den Kreidestift - er lässt sich super halten, man kann die Minen austauschen, es gibt viele Farben und wenn man sie mit dem beiliegenden Anspitzer anspitzt, hat man eine präzisere Spitze als man es mit den ollen Scheiben je erreicht. Selbst in komplett stumpf sind die Minen noch dünner als die Scheiben in der Mitte. Ausgetrocknet ist mir auch noch nix. Nie mehr ohne! Einziger Nachteil: Es gibt Stift und Nachfüllminen nicht überall.

2. Nahttrenner mit dickem Griff

Links: Böh. Rechts: Yay!

Ich bin nie so recht mit Nahttrennern klargekommen und dachte, das gehört halt so. Und dann fand ich einen Nahttrenner, den man tatsächlich anfassen kann ...
Ja, er ist hässlich. Aber er hat einen dicken, griffigen, nicht-rutschigen Stiel und nicht so ein dünnes Plastikstäbchen wie die Standardteile. Gold wert! Gibts immer mal wieder bei Tchibo, auch in nicht-rosa, aber als ich ihn gekauft habe, war nur noch der in Rosa da und ich war so begeistert von der Form, dass ich das Teil sofort haben musste.

Und Pinzetten kann man auf den Rand stecken!

Bonus-Tipp 1: Kleinteile wie Nahttrenner, Stickscheren und Durchzugsnadeln bewahre ich in einem kleinen Gläschen auf, das mal ein bisschen Dessert enthielt (gibts im Winter bei Aldi&Co.). So sind sie griffbereit neben der Nähmaschine!
Daneben steht ein hohes Trinkglas für Wendenadeln, Scheren und Stifte. Sehr praktisch.

3. Stoffgewichte

Lauter kleine Helfer! Machen außerdem gute Laune.
 
Verwende ich ständig! Früher habe ich (die unzähligen alten, stumpfen) Stoffscheren benutzt, um das Schnittmuster auf dem Stoff zu fixieren, mittlerweile nehme ich die umhäkelten Unterlegscheiben (man kann auch einfach Stoff drumnähen) und alte Eishockey-Pucks. Nur bei langen, schmalen Teilen greife ich noch auf Scheren zurück. Man könnte das Schnittmuster auch mit Stecknadeln feststecken, aber das ist mir viel zu zeitaufwändig; außerdem verzieht sich der Schnitt durch die Stecknadeln und wird dann ungenau.

4. Prym-Wendeset

Rohr in den Stofftunnel, mit dem Stab die zugenähte Tunnelseite durchs Rohr schieben

Hand hoch, wer auch schonmal mit der Wendenadel gekämpft hat! Das Prinzip wäre ja gut, wenn die Öse nicht so verflixt leicht aufginge. Man muss schon richtig Zug auf der Nadel haben, damit das Stoffstück nicht abrutscht, und so richtig stabil ist das Teil auch nicht.
Dann kam das Wendeset in den Handel. Erst war ich skeptisch, aber inzwischen liebe ich es - nie konnte ich Stofftunnel so einfach wenden! Man muss allerdings eine Seite zunähen; offene Tunnel kann man damit nicht wenden (aber zur Not kann man ja die Naht wieder auftrennen oder abschneiden nach dem Wenden). Ich mag, dass es drei Größen gibt, die ich auch alle schon gebraucht habe. Es geht supereinfach und schnell und jeder Cent hat sich gelohnt.

5. Maßeinteiler

Für Knöpfe, andere Verschlüsse, Applikationen ...

Lässt sich zieharmonika-artig auseinanderziehen und hat Schlitze zum Markieren von Knopflöchern oder Knopf-Positionen. So praktisch! Ich nähe oft Larpsachen nach eigenem Schnitt, aber auch für Kleidung nach Schnittmustern kann ich das Teil oft gut gebrauchen, denn wenn man einen Schnitt stark kürzt, stimmen die Positionen der Knöpfe nicht mehr und mit dem Maßeinteiler kann ich mühelos die Knöpfe mit gleichem Abstand verteilen. Einziges Manko: Ich fände es gut, das Teil noch weiter auseinanderziehen zu können. Das Maximum ist 60 cm Länge.
Ich meine, ich hätte das Teil vor einigen Jahren bei Lutterloh gekauft, momentan scheint es den Maßeinteiler in Deutschland aber nicht zu geben. Man bekommt es im Ausland als "Expanding Sewing Gauge" vom Hersteller Simflex.

6. Offenes Applikationsfüßchen

Durch den breiten Durchlass ist jede Linie beim Nähen gut sichtbar.
 
Reißverschlussfüßchen (normal und verdeckt) lasse ich mal außen vor in der Liste, die sind ja recht Standard. Was aber unbedingt reingehört und ich nicht mehr missen möchte: Das offene Applikationsfüßchen. Ich nähe öfter mal friemelige Stellen, an denen ich die Nahtlinie genau sehen muss (z.B. Patchwork oder enge Kurven) - mit einem normalen Füßchen müsste ich blind nähen und hoffen, nicht zwei Millimeter daneben zu liegen. Das transparente Füßchen hilft wenig, denn das Plastik ist zu dick, als dass man glasklar durchschauen könnte. Das offene Applikationsfüßchen hingegen hat eine breite Aussparung (es gibt verschiedene Breiten), durch die der Stoff an der Stelle freiliegt und man wunderbar die Nahtlinie sehen kann. Der Haken: Das geht zu Lasten der Stabilität, der Stoff wird weniger gut fixiert. Im Zweifelsfall langsam nähen.

7. Tageslichtlampe

Es ist dunkel? Das hier ist die Rettung!

Schonmal versucht, im diffusen Winterlicht eine schwarze Naht aufzutrennen? Wenn eure Wohnungsbeleuchtung ebenso düster ist wie meine (irgendwas hab ich da falsch gemacht bei der Einrichtung), hilft eine Tageslichtlampe. Meine ist eine kleine Tisch-Stehleuchte, sie macht schön helles Licht und es gab sie für vielleicht 20-30 € bei einem Lebensmitteldiscounter. Kann ich empfehlen! Es gibt auch einfach entsprechende Glühbirnen, die man in seine Lampe eindrehen kann, aber da hätte ich die Befürchtung, dass es blendet.

[Nachtrag 2024: Ich habe inzwischen in eine bessere Lampe investiert, die einen sehr breiten Kopf mit vielen LEDs hat und an den Tisch anklemmber ist. Ich würde das inzwischen eher empfehlen, auch wenn man hier mit 70-120 € dabei ist - das superhelle Licht ist aber jeden Cent wert.]

8. Bügel-Ei und Ärmelbrett

Fleckiges Erbstück und fancy Neuanschaffung - aber beide so nützlich!

Es soll ja Leute geben, die gar nicht bügeln. Ich hoffe, die sind keine Hobbyschneider ...
Besser gehts mit hilfreichen Utensilien, die eine andere Form haben als das große flache Bügelbrett.
Das Ärmelbrett habe ich meiner Mutter gemopst, die es unverständlicherweise nie benutzt hat. Dabei kann man damit so super Ärmelnähte flachbügeln! Oder andere kleine Flächen und auch Hohlräume.
 
Ein Bügel-Ei besitze ich erst seit diesem Jahr (es ist von Schneiderherz) und es eignet sich hervorragend dazu, runde Nähte (z.B. Abnäher, Mützenteile oder Ärmelkugeln) zu bügeln.

9. Leuchtkasten 

Leuchtet von unten alles an.

Braucht man nicht zum Nähen, aber für Applikationen oder Stencilvorlagen sehr praktisch: Eine von unten beleuchtete Glasscheibe. Man kann darauf wunderbar Dinge abpausen, z.B. auf Klebefolie (für Stencils) oder Stoff (für Stickereien). Ganz einfach selberzubauen: Anleitung für einen DIY-Leuchtkasten

10. Fingerhutring

Trendy Accessoire? Nein, praktischer Ring!

Fingerhüte habe ich immer eher ungern benutzt. Gerade bei Larpteilen: festen Stoffen, vielen Schichten (und Leder!) brauche ich sie oft, um die Nadel durch den Stoff zu schieben, aber ich kann Nadeln mit Fingerhut schlecht greifen, sie sitzen schlecht auf meinen Fingern und wenn die Fingernägel mal ein, zwei Millimeter länger sind, finde ich Fingerhüte furchtbar unbequem. Seit ich einen Fingerhutring besitze, liebe ich ihn. Man kann damit greifen wie mit nackten Fingern, besser damit Kraft aufwenden als mit einem Fingerhut, der nur auf der Fingerspitze sitzt, und er hält besser auf dem Finger als ein normaler Fingerhut.

Bonus-Tipp 2: Auf meinem Nähtisch steht ein Tischmülleimer. Okay, eigentlich ist es ein Snackschüsselchen. Es ist second hand, aus Plastik und innen leuchtet es in fröhlichem Orange. Ich könnte einen Mülleimer unter den Tisch stellen, aber ich finde es mühsamer, richtig zu zielen und nicht die Hälfte des Mülls auf den Boden zu werfen als einfach ein Schälchen neben das Stecknadeldöschen zu stellen und da abgeschnittene Fädchen, Stoff-Ecken oder stumpfe Nadeln reinzuwerfen. Es hat auch einen praktischen Griff und ich entleere es immer mal wieder zwischendurch.

Jeder sollte eine Tischmüllschüssel haben!


Kennt ihr schon alles? Besitzt ihr auch so viele tolle Gadgets? Oder seid ihr Näh-Minimalisten?

Lg
Nria