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Donnerstag, 10. Februar 2022

Das Hurray-Shirt 2.0. Oder: Vom dritten Versuch.

Das Herbst-Handarbeitsbingo trug Früchte - motiviert durch das Feld "ein altes Kleidungsstück umgestalten" habe ich mich nach nur 14 Monaten endlich darangemacht, das verschlimmbesserte Hurray-Shirt zu retten!

Wir erinnern uns: Mir war der ursprüngliche Ausschnitt zu groß, darum habe ich aus dem selben Stoff einen Kragen eingesetzt, und weder Version 1 noch Version 2 haben mir richtig gefallen.

Ob das so richtig als "altes Kleidungsstück" zählt, ist schwer zu sagen, weil ich das fertige Shirt so ja nie getragen habe, aber umgestaltet wurde es definitiv, lag schon eine Weile rum und die Arbeitsschritte sind die gleichen, die ich bei jedem anderen Shirt vorgenommen hätte. 

Endlich tragbar! Nach nur 2 Fehlversuchen.

Zunächst habe ich den Kragenteil sowie die Ärmel abgetrennt und auch die Seitennaht ein paar Zentimeter geöffnet. 

Schnippedischnipp!

 Anschließend habe ich den oberen Teil kurzerhand zwei Fingerbreit unter der Achsel durchgeschnitten - dankbarerweise kann man sich hier ja prima am Muster orientieren, das ich zum Glück gerade zugeschnitten hatte. Schiefe "Streifen" wären hier wirklich ärgerlich gewesen.

Hier habe ich den Halsausschnitt weiter nach innen gezogen.

Diese Teile dienten dann als Vorlage für die neue schwarze Passe, aber mit kleinen Änderungen: Die Schultern habe ich weiter nach innen gezogen und den Halsausschnitt auch in der Höhe verkürzt, und natürlich musste ich unten noch die doppelte Nahtzugabe zugeben, sonst hätte mir ja beim Annähen ein Stück gefehlt (schließlich war da ursprünglich keine Naht).

Bei dem wilden Muster ist ein einfarbiger Kombistoff gar nicht schlecht.

Jetzt nur noch die Seiten- und Schulternähte wieder schließen, Ärmel neu einsetzen, Bündchen dran.
Mir hätte es auch gut gefallen, oben den Polokragen samt Leiste einzusetzen, aber ich hatte echt keine Lust mehr!

Obligatorisches Rückseitenfoto.

Wegen des leicht "organischen" Musters sind die Punkte beim Übergang teils sichtbar, aber das ist bei unregelmäßigen Mustern auch schwierig exakt zu nähen.

Die ganze Umgestaltung hat gar nicht so lange gedauert und jetzt trage ich es sehr gerne. Warum habe ich mich da bloß länger als ein Jahr vor gedrückt?

Doch, ich mag's jetzt!

Schnitt: Mod. 7 aus der Meine Nähmode 05/2015, Gr. 40
Material: Bio-Baumwolljersey "Hurray" von Lillestoff
Änderungen: viele ;)
Nachnähpotential: nope nope nope

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Dienstag, 27. April 2021

Das Hurray-Shirt. Oder: Von der Verschlimmbesserung.

Manchmal greift man daneben. Und dann versucht man, das Teil zu retten. Und dann greift man nochmal daneben. Tja.

Der Jersey "Hurray" von Lillestoff gefiel mir schon länger - das Muster ist so schön retro mit seinen Formen und dem gedämpften Cremeton statt Weiß als Akzent. Irgendwann war er im Angebot und ich habe ihn gekauft.

Es sollte ein Langarmshirt werden, weil ich da einen erheblichen Mangel an Rot in meinem Schrank sah. Ich habe mir ein schlichtes Modell (Nr. 7) aus der Meine Nähmode 05/2015 ausgesucht, also einen Simplicity-Schnitt. 
War auch schnell genäht.
Aber bei der Anprobe stellte ich fest: Der Ausschnitt ist riesig!
 
Nicht das Ursprungsmodell, sondern die verschlimmbesserte Version.

Sah man im Heft nicht so, sonst hätte ich natürlich gleich einen anderen Schnitt genommen. 

Jetzt muss man wissen, dass ich große Ausschnitte hasse ... also hatte ich eine Idee: Ein Einsatz! Das habe ich schon öfter gemacht, weil der zu große Ausschnitt früher, als ich die Schnittmuster selbst gebastelt habe, mein Kardinalfehler war.

Ich habe den Polokragen vom Leslie-Shirt von Pattydoo genäht und dann hinter den mit Beleg gesäumten Ausschnitt genäht. War ganz schön fummelig und in meiner Vorstellung sah das gut aus ...

 
 
 ... in der Realität ist es aber eher seltsam. Außerdem trägt es sich unbequem.

Ich habe aber einen neuen Plan: Den obersten Teil des Shirts werde ich so auf halber Armausschnitthöhe abschneiden und durch einen schwarzen Teil ersetzen, wie beim Shirt Vivien
Beim Krageneinsatz überlege ich, ob ich den einfach heraustrenne und in ein schlichtes schwarzes Shirt einsetze - zum Wegwerfen ist das eigentlich zuviel Arbeit. Bringt aber natürlich auch nur was, wenn das gut aussieht. 

Jedenfalls bin ich recht frohen Mutes, dass der zweite Rettungsversuch besser läuft als der erste!
Schnitt: Mod. 7 aus der Meine Nähmode 05/2015, Kragen vom Poloshirt Leslie von Pattydoo, beides Gr. 40
Material: Bio-Jersey "Hurray rot" von Lillestoff
Änderungen: Krageneinsatz aus dem Poloshirt gebastelt und eingesetzt
Nachnähpotential: Auf keinen Fall!
Verlinkt bei DvD
 
Lg
Nria

Dienstag, 15. September 2020

Oldie, not goldie - Kleid 41 aus der Meine Nähmode 2010

Kürzlich habe ich mein Strumpfhosenfach im Schrank ausgeräumt. Und ich habe doch tatsächlich ein Kleid wiedergefunden, das ich vor 10 Jahren genäht habe!
Ich dachte ja, ich hätte es entsorgt. Aber so kann ich es euch zeigen, bevor ich es entsorge (oder recycle) ;)
 
Zunächst möchte ich euch an der Beschreibung aus dem Heft teilhaben lassen: "Besonders schmeichelnd ist das Neckholderkleid mit leicht ausgestelltem Rock, da er Rundungen vorteilhaft zur Geltung bringt. Aber auch der Wohlfühlfaktor kommt bei diesem Modell nicht zu kurz." 
Also ehrlich: Nichts davon ist wahr!
 
Dieses Modell stammt aus der allerersten "Meine Nähmode"-Ausgabe, im Jahr 2010. Die Zeitschrift mit Simplicity-Schnittmustern war damals noch recht beliebt; mir scheint, dass die Beliebtheit etwas nachgelassen hat. Die Schnittmuster aus den neuen Heften begeistern mich auch nicht mehr, die werden immer simpler und beliebiger und es sind auch weniger Varianten drin.

Sehen so für euch "vorteilhaft zur Geltung gebrachte Rundungen" aus??


Früher war mehr Lametta eine größere Auswahl auch origineller Schnittmuster enthalten. Habe die erste Ausgabe mal durchgeblättert und spontan einige Schnittmuster gefunden, die ich eigentlich mal nähen könnte ...
Aber zurück zum Kleid: Durchgeblättert habe ich die Ausgabe, weil ich nicht mehr wusste, welchen Schnitt ich verwendet habe. Es ist ziemlich sicher diese Ausgabe, aber der einzige Schnitt, der genau die Charakteristika des Kleids aufweist, fängt bei Größe 44/46 an. Habe ich tatsächlich diesen Schnitt genommen und so viel verkleinert?!

Jedenfalls: Das Kleid hat ein schlauchförmiges Oberteil, in der Mitte durch eine Schlaufe gerafft, eine Kräuselung unter der Brust, vorne Teilungsnähte, in denen Taillenabnäher versteckt sind und Neckholder-Träger.
Ich habe offensichtlicherweise normale Träger draus gemacht.

Von hinten ists ja ganz okay ...

Und ich glaube, ich habe die kurze Version verwendet, die vermutlich eine Tunikalänge sein soll, für mich aber ein Minikleid abgibt. Ja, der Saum ist nur versäubert, weils einfach schon recht kurz war.
 
Am Model im Heft, das eine viel größere Größe trägt als ich, aber ganz sicher auch eine deutlich höhere Körperlänge als ich besitzt (so 30 cm), sieht das Kleid in der langen Version fantastisch aus. Zugegeben, Viskosejersey ist bei Raffungen meist schmeichelhafter. Aber so an sich erscheint mir das Kleid - wie so oft - geeigneter für Birnentyp-Frauen mit weniger Oberweite. Das geraffte Vorderteil lässt die Bauchregion sehr kompakt erscheinen ... nein, nicht mein Ding.
 
Ich gebe zu, dass das Kleid aus Viskosejersey und in Maxilänge besser aussehen könnte. Aber generell empfinde ich Kleider mit separatem Brustteil bei viel Oberweite einfach als schwierig.
Und das hier ist wohl mit gutem Grund ganz unten im Strumpfhosenfach gelandet ;)
 
Schnitt: Kleid/Tunika 41 aus der Meine Nähmode 2010, auf Gr. 40 verkleinert (von 44/46)
Material: Marineblauer Baumwolljersey
Änderungen: Verkleinert, rückwärtige Mittelnaht eingefügt, Träger statt Neckholder
Nachnähpotential: Ganz sicher nicht!

Verlinkt bei DvD und Creadienstag.

Lg
Nria

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Das Vogelgezwitscher-Kleid - Simplicity 7543

Ich mag Vögel, und ich mag Noten, und in die Jersey-Reihe mit zwitschernden Vögeln von Dresowka habe ich mich sofort verliebt.
Einen halben Meter Musterjersey und ein Motivpanel habe ich dann gekauft und mich für ein Kleid entschieden, Modell 7543 aus der Amazing Fit-Reihe von Simplicity. Nria hat sich daraus mal ein Larp-Bustier genäht ... praktischerweise gibt es mehrere Oberteil-Varianten für unterschiedliche Körbchengrößen. Ebenso praktisch ist die Unterteilung des Kleids mit Unterbrustnaht und Wiener Nähten, denn so habe ich den vorderen oberen Mittelteil genau aus dem Panel bekommen.

Mustermix! Nanu, das ist ja gar nicht Hana auf dem Foto?

Ohne Änderungen ging es nicht - ich brauche den Brustumfang der C-Cup-Variante, musste aber Weite vom Rücken und Volumen oberhalb des Brustpunkts reduzieren und dafür das Brustteil leicht verlängern. Auf Taillenhöhe habe ich etwas Weite zugegeben, und die Gesamtlänge kürze ich ja immer, ich liege größenmäßig nunmal unterm Durchschnitt.

Weniger Mustermix, dafür Label. Warum ist das nicht mittig??

Nachdem ich die Schultern verschmälert habe, hatte ich ein Problem mit der Ärmelkugel und das Kleid landete in der UfO-Kiste. Tatsächlich lag es dort so lange, dass ich gar nicht mehr weiß, was das Problem war ... irgendetwas passte an der Ärmelkugel nicht. Ich habe kurzerhand die Weite der Armausschnitte gemessen und die Ärmel flott selbst konstruiert.

Mit Passform und allem!
Bei der üblichen Halbmetermenge, die ich gern für "nur Ärmel" bestelle, reicht der Stoff nicht für lange Ärmel und es müssen Bündchen dran; als großer Bündchenfreund stört mich das aber nicht.

Ich habe mir in den Kopf gesetzt, aus den Panel-Restchen noch die Bündchen zu machen; da das aber wirklich wenig Stoff war, musste ich die Bündchen zweiteilig nähen: Auf der Außenseite ist das tolle Noten-Muster zu sehen, die Innenseite ist schlicht.

Detailfoto vom Brustbereich

Tja, und als alles fertig war ... habe ich festgestellt, dass die Ärmel doch zu kurz geraten sind und das Kleid doch nicht so hundertprozentig mein Stil ist - also habe ich es Nria vererbt, die es enger genäht hat und die ihr auch auf den Fotos bewundern könnt.

Stoff: Vogel-Jersey und Vogel-Panel von Dresowka, Pikee-Jersey 
Schnitt: Simplicity Amazing Fit 7543 (Gr. 14, Cup C) 
Änderungen: Ausschnitt verkleinert, auf Brusthöhe Volumen aus Brust und Rücken genommen, auf Taillenhöhe Weite zugegeben, Brustteile vorn 1 cm verlängert, Schultern verschmälert, Ärmel neu konstruiert, Ärmelbündchen zugefügt, Gesamtlänge gekürzt
Nria hat dann die Seitennähte um je 12 cm verschmälert und die Armausschnitte von Warm 'n cozy (Ottobre 5/2009) übernommen 
Nachnäh-Potential: Doch, ja, der Schnitt gefällt mir gut ... dann vermutlich aber ohne Motiv auf der Brust.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch und AfterWorkSewing.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Montag, 21. Mai 2018

Blumiger Frühlingsrock - Simplicity 1616

Bei talu.de gibt es einen Nähwettbewerb zum Thema "Winter ade" - da bin ich dabei (dort könnt ihr auch noch mehr Frühlingshandarbeiten bewundern, wenn euch das sonnige Wetter draußen noch nicht genügt!)! Ich mag es zwar, wenn es kalt ist. Aber spätestens Ende Februar habe ich einfach keinen Bock mehr auf Winter und bin bereit für den Frühling.

Schön UND bequem!


Ich wollte schon lange einen Wiesenblumenrock (findet ihr nicht auch, dass das ein bisschen nach einer Musikrichtung klingt?). Aber stilisierte Wiesenblumen oder welche als Schattenriss, sonst ist mir das zu kitschig. Ich war schon kurz davor, mir selbst einen Stoff zu bemalen - aber dann fand ich diesen Jersey und er war perfekt! Hätte ich selbst gemalt, hätte das Motiv wohl ziemlich genau so ausgesehen :)
Gut, die Schmetterlinge hätten für mich nicht unbedingt sein müssen. Aber die nehme ich jetzt in Kauf.

Auch ein luftiger, leichter langer Rock für die wärmeren Jahreszeiten fehlte mir schon lange im Schrank. Lässt sich jetzt super mit meinem Wiesenblumenwunsch kombinieren!

Der schlichte Schnitt ist perfekt für den sehr gemusterten Stoff.

Der Schnitt stammt aus der Meine Nähmode 3/2014, Modell 14 und ist identisch mit Simplicity 1616. Ein langer Jerseyrock ohne viele Teilungsnähte - perfekt für meinen Stoff!
Aus der Meine Nähmode habe ich schon länger nichts mehr genäht (in letzter Zeit bin ich Fashion Style-Junkie) und ich habe sie auch schon seit Jahren nicht mehr gekauft.
Ersteres ist Zufall, Letzteres hat einen Grund - und hier ein "Warnhinweis" an alle, die auch gerne mal die Meine Nähmode kaufen: Die Größenauswahl ist meist extrem eingeschränkt! In den ganz alten Ausgaben ab 2011 gab es jedes Modell in vielen Größen (einige wenige nur in großen Größen, wie in der Burda). Inzwischen sind es pro Modell vielleicht noch 2-3 Größen. Man sollte also vorm Kauf unbedingt in die Schnittübersicht schauen, ob die eigenen Favoriten überhaupt in einer annähernd passenden Größe angeboten werden! (wenn nicht, verzweifelt nicht - es sind schließlich alles Simplicity-Modelle, die man in einer viel umfassenderen Größenauswahl als Einzelschnitt kaufen kann ;))
Wenn es ein Modell in Gr. 36-46 gibt, kann ich mir die Größen 34 oder 48 daraus ableiten, aber ich habe wenig Chancen, aus dem Größenspektrum 44-48 die Größe 36 zu machen.

Mein ausgewählter Schnitt startet ab Gr. 38/40. Da mein Taillenumfang eher Gr. 40 entspricht, kam mir das recht gelegen. Meine Hüft- und Brustmaße entsprechen einer kleineren Größe, aber das ist für dieses Modell zum Glück irrelevant.

Der Stoff ist einfach klasse, seht ihn euch an!

Passte nicht ganz drauf ...

Als Stoffverbrauch waren 1,50 m angegeben - ich hatte aber nur einen Meter, weil der Rapport eben nur so lang ist. Na gut, für zwei lange Rockteile sollte es reichen, oder?

Oh! Steht über!

... oder auch nicht. Ich habe zwei Stoffbrüche gelegt und dann festgestellt, dass die Teile nur fast nebeneinander passen (immerhin! Dankbarerweise sind sehr viele Stoffe von dresowka überbreit.). Ist aber nicht schlimm, ich habe die Teile unten einfach ein bisschen verschmälert.

Die Passe habe ich dann aus schwarzem Jersey zugeschnitten. Der war recht fest - besser wäre es wohl gewesen, einen dünneren, dehnbareren zu nehmen und die Passe etwas enger zu nähen.

Das Nähen ging superfix, sind ja auch nur 4 Teile. Zugegebenermaßen habe ich die Passe auf die faule Art verarbeitet, einfach doppelt gelegt an die Passe genäht statt erst die Außenseite an den Rock zu nähen und dann die Kante der Innenseite einzuschlagen und separat festzunähen.

Hinten sind mehr Schmetterlinge. Gut zum Auseinanderhalten, weil der Rock vorn und hinten nicht gleich lang ist.

Beim Anprobieren ergab sich: An der Taille ist der Rock zu weit. Ärgerlich, denn meine Maße passten exakt auf die Tabelle für diese Größe - vermutlich ist der Rock für eine längere Taille als meine ausgelegt. Ist aber kein Drama; schließlich kann man den Rockbund gut krempeln und das habe ich dann auch getan.

Eigentlich soll der Rockbund "gerafft" nach unten geschoben werden. Ich habe ihn umgeschlagen.

Vorne musste ich den Saum dann ein paar Zentimeter kürzen (das ist normal, schließlich habe ich hinten einen Hintern und vorne nicht) und habe um jeden Zentimeter getrauert, wegen des Drucks. Deswegen lag der Rock auch eine ganze Weile ungesäumt herum - aber schließlich habe ich mich überwinden können. Für den vollständigen Druck habe ich schließlich ein Erinnerungsfoto und ein tragbarer Rock mit nicht ganz vollständigen Stängeln ist besser als ein nicht tragbarer mit kompletten.

Der Bund ist seeeehr lang. Und meine Taille ist sehr kurz.


Und ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Rock - trägt sich genauso toll, wie ich es erhofft hatte und ich liebe das Muster einfach!
Schnitt: Simplicity 1616, Version A/Meine Nähmode 3/2014, Modell 14 (Gr. 38/40)
Material: Single-Baumwolljersey von dresowka.pl
Änderungen: Seitennaht etwas verschmälert
Nachnähpotential: Mehr als einen langen Jerseyrock brauche ich eigentlich nicht ... aber wenn, würde ich wohl den Bund ändern, der Rest gefällt mir gut.

Lg
Nria

Dienstag, 25. April 2017

Lila Wollrock 2.0 - mit Luft nach oben

Vor mehreren Jahren habe ich einen Rock aus lila Wollstoff genäht. Dem habe ich letzte Woche einen Abschiedsbeitrag spendiert. Das Lila zu knallig, der Schnitt - ein schlichter A-Linien-Rock - zu bieder, das Bundfutter zu Polyester, die Verarbeitung nicht das Gelbe vom Ei.
Na ja, das Material lag rum und es war halt ein Versuch.

Der zweite Versuch war ein Zufall: Den leichten Wollstoff in gedecktem Lila habe ich in einer Restekiste entdeckt, es waren ungefähr 1,20 m.
Diesmal schwebte mir ein anderer Schnitt vor: Etwas in Richtung Tellerrock bzw. so viel Teller, wie die Stoffmenge eben hergibt.
Zum Selbstkonstruieren war ich zu faul. Dankbarerweise bot mir die Meine Nähmode 03/2014 einen halben Tellerrock samt Formbund an, der war schnell abgepaust (das Modell 8 ohne Bindeband).
Als ich den Schnitt auf den Stoff legte, merkte ich aber, dass da eine Menge übrig geblieben wäre (und natürlich  keine sinnvolle Menge, sondern wieder so ein doofer Rest, der zum Wegwerfen zuviel ist, aus dem man aber auch nix Gescheites mehr machen kann). Also habe ich aus dem Halbkreis einen Dreiviertelkreis gemacht (war einfach, der Halbkreis lag sowieso als Viertel mit Stoffbruch vor, dann musste ich nur noch die Taillenöffnung verkleinern, d.h. nach oben schieben und unten etwas kürzen), passte mir schon besser.

Ein Rock! Mit Taschen!


Ich wollte unbedingt Taschen dranhaben. Bei einem Halbkreisrock hätte ich Hüftpassentaschen genommen, die mag ich am liebsten, aber bei einem Dreiviertelkreis ist da zuviel Volumen, das fällt vermutlich komisch. Also einfach Nahttaschen. Die sind auch schnell gemacht. Leider habe ich immer noch keinen idealen Schnitt dafür gefunden (oder konstruiert); ich habe die Taschen von einem anderen Rock recycelt und die sind mir eigentlich etwas zu klein. Um mal schnell nen Schlüssel o.ä. zu verstauen, reicht's aber.

Danach: Zwangspause. Ich habe wie immer vergessen, einen Reißverschluss und Garn zu kaufen und mein Vorrat gab nichts Passendes her.

Der Reißverschluss steckt in der hinteren Mitte.

Schließlich habe ich im Stoffladen einen halbwegs passenden RV gefunden und eingenäht. Nicht nahtverdeckt, sondern normal; einen speziellen RV in passender Farbe hätte ich online bestellen müssen. Dafür habe ich aber ein super passendes Garn entdeckt!

Danach wurde der Bund verstürzt (mit schwarzem Futtertaft, nicht wie üblich mit dem Außenstoff - dafür ist der mir nicht weich genug), die Innenseite per Hand festgenäht, das Ganze zum Aushängen der Schneiderpuppe angezogen - und dann ein böses Erwachen: Ich habe mal wieder einen unerwünschten Zipfel produziert!

Ein Malheur! Wo ist mein Nahttrenner?

Kann mir mal wer verraten, wie ich das immer schaffe?

Also den halben Bund wieder aufgetrennt und etwas improvisiert den Fehler korrigiert. Perfekt ist es jetzt immer noch nicht, aber wenigstens nicht mehr so augenfällig gestümpert. Zu schade, die Innenverarbeitung fand ich vorher ziemlich super, jetzt sind hier und da Fältchen.

Wie immer: Die Drehprobe!

Und bin ich jetzt zufrieden?
Nö. Der Bund ist zu weit und sitzt mehr auf der Hüfte als auf der Taille. Dabei habe ich doch extra mein neues Pinguinsweatshirt auf Taillenrocklänge gekürzt! Und die Taschen sind nicht so gelungen. Den Rocksaum habe ich doppelt eingeschlagen, aber einfach wäre besser gewesen, eigentlich fällt er mir nicht weich genug. Und, wie gesagt, die Bundverarbeitung ist jetzt leider gepfuscht ...

Ich glaube, ich näh noch ne dritte Version.

Stoff: Reststück dunkellila Wollstoff
Schnitt: Meine Nähmode 03/2014, Mod. 8
Änderungen: Gekürzt, Nahttaschen eingefügt, als Dreiviertelkreisrock konstruiert
Verlinkt beim Creadienstag und Handmade on Tuesday.

Lg
Nria

Dienstag, 11. April 2017

Der Gehtso-Rock

Manche Dinge, die ich nähe, werden Lieblingsteile. Manche Dinge entpuppen sich als echte Flops, an denen einfach gar nix stimmt. Und manche Dinge sind einfach so ... mittelmäßig. Sie passen. Ich mag den Stoff, den Schnitt und die Farbe. Aber irgendwie fehlt ihnen das gewisse Etwas und deshalb ziehe ich sie nicht an, sondern trage lieber meine Lieblingsteile. Ein getarnter Flop also.

Blümchenpflücken im Blümchenrock.

Dazu zählt dieser Rock, den ich schon vor mindestens drei Jahren genäht habe (oder ists noch länger her?).
Zu groß ist er mir mittlerweile auch. Deshalb hat Hana ihn für mich angezogen! 

Der Schnitt stammt aus der Meine Nähmode 2/2011; ich habe Modell 51 genäht - einen schlichten A-Linien-Rock aus mehreren Bahnen mit breitem Sattel.

Ich hab die Version ohne Rüschengedöns genommen!

Der Stoff war ursprünglich ein weißes Leinen mit floralem Druck in Schwarz, den ich selbst mit Royalblau übergefärbt habe, weil mir Schwarzweiß zu langweilig war.

Leinen knittert. Aber ihr habt das gut zu finden, heißt schließlich "Edelknitter"!


Eigentlich kommt ein Reißverschluss in die Seitennaht; ich habe eine hintere Mittelnaht hinzugefügt und den Reißverschluss dort eingenäht. Allerdings nicht besonders sauber, wie mir jetzt auffällt. Immerhin habe ich den breiten Sattel schön mit Vlieseline versehen. Das weiß ich, weil die beim Reißverschluss rausguckt ;)

Der Saum ist mit schwarzem Schrägband eingefasst. Vermutlich hatte ich nicht mehr allzuviel vom Stoff und wollte ihn nicht kürzer als notwendig haben.

Von hinten auch nicht spannender. Eigentlich sieht er da fast so aus wie von vorne.


Was ist jetzt mein Problem mit dem Rock? Er ist nicht hässlich, aber auch kein Meisterwerk - er geht halt so. Der Schnitt ist mir zu langweilig (die Meine Nähmode, die Simplicity-Schnittmuster enthält, habe ich früher öfter gekauft, heute kaum noch - Simplicity ist oft leider etwas bieder). Das Muster gefällt mir, aber ich fürchte, es ist nicht so 100% mein Stil. Schrägbandsäume mochte ich früher auch lieber als heute ... und der Rock hat nicht mal Taschen!

Args, dieser Reißverschluss! Da hätte ein nahtverdeckter reingehört.

Kurz: Ich habe ihn genäht, hatte ihn fast nie an und jetzt ist er mir zu groß. Wird aussortiert! Wie gesagt: Ein getarnter Flop.

Lg
Nria

Donnerstag, 15. September 2016

Noch einmal Sommer: Luftige Leinen-Wickelhose

Als die "Meine Nähmode"-Zeitschrift im Sommer 2010 noch als "Diana Sonderheft" verkauft wurde, habe ich eine unglaublich luftige Wickelhose drin entdeckt. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich sie genäht habe - obwohl sie wirklich sehr luftig ist, trage ich sie leider nur selten. Und habe entsprechend auch nie dran gedacht, mal Fotos zu machen. Jetzt aber erst mal zum Schnitt!

Von wegen schief gewickelt!

Die Hose besteht aus zwei sehr weiten Beinen, die mit einer Naht im Schritt bis zum "Bund" hoch verbunden sind, an den Seiten aber offen. Die Hosenbeine werden also ums Bein gewickelt und vorn und hinten zusammengebunden.


Ganz so mochte ich es nicht - die Vorstellung, beim Toilettengang die Hose komplett ausziehen zu müssen, hat mir nicht behagt. Außerdem trage ich normalerweise das Oberteil über der Hose und dabei würden sich die Knoten oder Schleifen durchdrücken - abgesehen davon, dass ich eine Schleife im Rücken auch unangenehm finde, wenn ich mich beim Sitzen anlehne.
Statt den Bindebändern habe ich daher vorn und hinten ein breites Gummiband angesetzt - so kann ich in die Hose reinschlüpfen und nix drückt.

Mach mir die Angelina!
Das Nähen ging flott und einfach - der elend lange Saum ringsherum dauert natürlich etwas.
Die Hose ist super luftig und bei Hitze gut auszuhalten, wenn es etwas bedeckter sein muss - im Sitzen kann man dann gut die Hosenbeine zur Seite schlagen und etwas "lüften".
Trotzdem trage ich die Hose selten - an heißen Sommertagen greife ich fast immer zum Kleid; zum Fahrradfahren taugt die Hose nicht gut und das knitteranfällige Leinen fällt zwar toll und fühlt sich toll an, ist aber keine optimale Reisegarderobe.

Gummi vorne, Gummi hinten

Außerdem habe ich seit dem Nähen abgenommen und hier rächt sich das Ersetzen der Bindebänder - die Hose rutscht. Deshalb strecke ich auf den Fotos auch etwas den Bauch raus - hat leider nix genützt, die Säume hängen trotzdem fast auf dem Boden trotz hoher Absätze. Ums Kürzen der Gummibänder werd ich wohl nicht drumrumkommen.
Eigentlich hat es die schöne Hose nicht verdient, dass ich sie so selten ausführe. Vielleicht nähe ich ja mal eine unkompliziertere Version - in Bermudas-Länge und aus weniger knitteranfälligem Stoff?

Hier erkennt man das Wickel-System gut!

Schnitt: Simplicity 7228, auch enthalten in Simplicity Meine Nähmode Sommer 2010
Stoff: schweres Leinen
Änderungen: Bindebänder durch Gummi ersetzt; gekürzt

Verlinkt bei RundumsWeib.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Rockfreuden in Grau und Blau

Diesen Rock besitze ich schon ein paar Jahre. Aber ich liebe ihn. Und deshalb verdient er es, auch mal präsentiert zu werden.

Die hellen Stellen sind Sonnenlicht; das Grau ist gleichmäßig.

Vor einigen Jahren stieß ich in einem Osnabrücker Stoffladen auf einen großartigen grauen leichten Jeansstoff - er ist mit dickem Garn bestickt, graue mit schwarzer Farbe schattierte Kringel und cremeweiße Blumen. Tolle Kombi!

Auch der Schnitt gefiel mir sofort: Er stammt aus der Meine Nähmode 1/2011 und entspricht dem Fertigschnitt Simplicity 2451. Der Rock ist unten ausgestellt und fällt dadurch etwas glockig, oben hat er einen breiten Bund und Taschen. Taschen sind super!

In Taschen kann man nämlich seine Hände unterbringen!

Die Taschenbeutel habe ich aus dünnem Batist zugeschnitten, weil der Jeansstoff durch die Stickerei zu voluminös gewesen wäre.

Beim Nähen gelernt: Bevor man ein Teil im Stoffbruch zuschneidet, sollte man testen, ob der Bruch sich rausbügeln lässt!
Das war bei diesem Stoff wegen der Stickereien nämlich so eine Sache - dazwischen kommt das Bügeleisen nicht so gut hin. Inzwischen ist der Bruch aber größtenteils rausgewaschen.

Der Reißverschluss ist nur so mittelgut eingenäht und ein Füßchen für nahtverdeckte Reißverschlüsse besaß ich damals auch noch nicht. Die sichtbare Verarbeitung passt aber ganz gut zum Stoff.

Bei dem wilden Muster guckt sowieso keiner auf den Reißverschluss!


Den Saum habe ich ganz billig mit Schrägband gemacht. Passt aber gut zu den schwarzen Schattierungen vom Stoff!


So schön glockig am Saum!

Ich mag den Rock sehr, weil er sich super zu schlichten Shirts tragen lässt.


Der Schnitt gefiel mir so gut, dass ich ihn nochmal aus blau meliertem Leinen genäht habe, mit Riegeln am Bund und tollem besticktem Schrägband. Leider ist das Leinen nicht sehr robust, es ist an den Nähten bereits etwas zerschlissen :(

So eine tolle Farbe!

 Der Problembereich:

Was in der hinteren Mittelnaht weiß schimmert, sind sich auflösende weiße Fäden des Stoffs :(

Der hübsche Bund mit Riegeln:

Lieblingsleinen, aber wenig robust ...

Ich weiß noch nicht, ob ich den Rock retten kann. Wenn nicht, habe ich jetzt zumindest Abschiedsfotos :)

Schnitt: aus Meine Nähmode 1/2011 - entspricht Simplicity 2451
Änderungen: keine
Stoff: leichter Jeans bzw. leichtes Leinen

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria


Mittwoch, 6. August 2014

Bustier olé! Oder: Ist "Amazing Fit" wirklich amazing?

Es ist Anfang August, das Epic Empires naht!

Nachdem ich mein Akoluthen-Outfit schon im Frühjahr fertiggestellt hatte, hätte ich mich ja eigentlich zurücklehnen können. Aber einem echten Larper fällt immer kurz vorm Con noch was ein, was er dringend braucht ;)

Der Perfektionist in mir forderte ja schon lange ambientige Unterwäsche. Bloomers - so eine Art lange Unterhose, oben gerafft - trage ich bereits länger, quasi als Frauen-Bruche.
Strümpfe habe ich für mein Piraten-Outfit genäht, allerdings nicht fotografiert. Die sind auch noch nicht das Non-Plus-Ultra - sehen schön aus, aber sind aus dünnem Baumwollstoff und das Material ist seeehr rutschig in den Schuhen. Vielleicht sollte ich's mal mit Leinen oder Wolle probieren - Erfahrungen, anyone?

Jedenfalls habe ich beschlossen, die Strümpfe erstmal Strümpfe sein zu lassen und es mit einem Bustier zu versuchen. Dafür gibt es sowieso viele gute Gründe:
- die meisten meiner BHs sind Schwarz oder Weiß. Unter einem Bustier kann man den gut verstecken (als BH-Ersatz funktionierts nicht bei mir). Für den Weg zum Duschen ziehe ich lieber nur das Unterkleid an, ohne das ganze Geraffel obendrüber.
- es ist generell schöner, wenn sich unter der IT-Klamotte nicht die Kontur eines modernen BHs, sondern die eines halbwegs ambientigen Kleidungsstücks abzeichnet.
- Ich fühle mich wohler, wenn ich mich auf einem Con zumindest theoretisch bis auf die IT-Unterwäsche ausziehen könnte - kommt praktisch eher nicht vor ... aber alle 10 Jahre steht man dochmal vor nem Faden-Labyrinth (also, sowas wie diese Laser-Gitter, durch die sich die Schurken-Protagonisten immer in den Filmen beim Einbruch durchschlängeln müssen), und das geht nicht im langen Kleid.
- ein bisschen extra-Straffziehen kann sowieso nie schaden, wenn man durchs Gelände rennt :D

Als gute Basis erschien mir ein Schnitt mit Prinzessnähten. Ich hatte zufällig noch den Kleiderschnitt Simplicity 7543 rumfliegen, der eine Unterbrustnaht hat.

Ja ja, Das Muster des Kleids da ist nicht so toll ...

Der Schnitt ist aus der Amazing Fit-Reihe: Das bedeutet, dass verschiedene Schnittteile für verschiedene Figurtypen enthalten sind. Hier sind separate Oberteil-Vorlagen für die Körbchengrößen B, C und D enthalten, sowohl für Vorder- als auch Rückenteile. Außerdem sind einige Angaben enthalten, wie das Kleidungsstück sitzen soll, wie man das an welchen Stellen überprüft und wie man Passformfehler korrigiert.
Finde ich prima! Solche angaben (und eben die verschiedenen Körbchen-Schnittteile) fehlen ja sonst und ich muss umständlich rumprobieren.

Beim Ausmessen stieß ich aber schon auf die ersten Schwierigkeiten: Ich hasse es, wenn die Größenangaben sich überschneiden! Wenn für den Unterschied Oberbrustweite und Brustweite "5-7,5 cm: Cup C, 7,5-10 cm: Cup D" angegeben wird und man exakt 7,5 cm misst - welche Größe nimmt man dann?
Ich hab mich für C entschieden. Ggf. wäre D besser gewesen, aber ich hab so viel rumgeändert, da kann ich das nicht mehr genau beurteilen ;)

Zuerst habe ich ein Bomull-Probeteil gemacht. Dabei festgestellt: Es spannt weniger über der Brust als sonst (ich bin halt meistens zu faul für eine FBA), aber wie immer ist viel zu viel Stoff zwischen Armausschnitt und Brust, da steht der Stoff immer ab.

Ein paar klitzekleine Änderungen!
 Also hab ich
- oberhalb der Brust die Nähte deutlich viel flacher gemacht
- auch hinten einiges an Stoff weggenommen (vielleicht nehme ich nächstes Mal besser fürs Vorderteil Cup D und fürs Rückenteil die Cup B-Größe - ich hab einen sehr schmalen Rücken)
- außerdem die Schulternaht versetzt
- und den Ausschnitt vergrößert (denn es soll ja ein Bustier und kein Kleid werden).

Dann die runden Nähte aufgetrennt, den Schnitt auf Papier übertragen und glatt vergessen, dass ich bei den Seitennähten an der Nahtlinie entlanggemalt hatte und dort die Nahtzugabe noch fehlte ...
Sieht man gut am Seitenteil auf dem Foto (das übrigens die Vorderteile zeigt) - die Simplicity-Nahtzugabe beträgt 1,5 cm. Achtung, das Foto ist etwas irreführend - ich schneide grundsätzlich die größte Größe eines Kaufschnitts aus, hier 18, trage aber 14, deshalb ist der Unterschied nicht ganz so krass, wie er wirkt.

In meiner Stoffrestekiste habe ich zwei Dreiecke weißes Leinen gefunden, auf die alle Schnittteile so geraaade eben draufpassten (für die Nahtzugabe wär sowieso kein Platz mehr gewesen ;)), außerdem ein bisschen was fürs Futter. Mit viel Tetriskunst zugeschnitten, genäht und beim Anprobieren festgestellt, dass es doch ein weeenig eng ist.
Ich habe aber trotzdem die verhassten Nestellöcher noch fertiggestellt.

Es pusht jetzt ein wenig - der Effekt ist eigentlich nicht gewünscht, weil ich erstens genug Oberweite habe und zweitens die Bügel des BHs schmerzhaft drücken können, wenn die Oberweite Richtung Mitte gedrückt wird. Aber wenn der BH in der Mitte ein bisschen durchscheint, ists auch kein Drama und dann muss ich nicht ganz so eng schnüren.
Unten ist das Bustier an der Vorderseite einen Tick zu kurz; das kann an einer zu kleinen Cupgröße oder am Verlegen der Schulternaht liegen. Zur Not nähe ich noch ein bisschen Häkelspitze dran.
Wenn ich noch ein zweites Modell mache, denke ich hoffentlich an die Nahtzugabe ;)

Und so sieht das Ergebnis aus:

Ein bisschen schlabberig an der Puppe ...


... aber dafür mit rotem Kontrast-T-Shirt!


Die Träger sind etwas zu weit in der Mitte, man sieht sie durch den eher weiten Halsausschnitt des Unterkleids. Dafür rutschen sie hoffentlich nicht! Vielleicht finde ich einen Weg, die BH-Träger an den Bustierträgern zu befestigen (Erwerb eines BHs mit abnehmbaren Trägern und Durchfädeln?), dann rutschen die auch nicht ... mal sehen.
Die Ausschnittform gefällt mir aber echt gut.

Jedenfalls habe ich jetzt schonmal die halbe Miete für das Probeteil des Amazing-Fit-Kleids, nämlich den schwierigen Brustteil :)

Ach ja!
Meine Antwort auf die Titelfrage:
Ist Simplicitys "Amazing Fit" wirklich amazing?
So mittel ;)

Lg
Nria

Dienstag, 13. Mai 2014

Rock'n'Red

In meinem Stoffschrank lag seit längerer Zeit ein roter, querelastischer Stoff. Material? Keine Ahnung. Menge? Viel. Meine Schwester behauptet, sie hätte den mal für eine Bluse gekauft, aber für welche Bluse braucht man denn bitte 5 m?!
Gut, dafür liegt er nur 1,35 m breit ... und wartete auf seinen Einsatz.

Ja, er ist weiiit! :D


Jedenfalls habe ich auf einem Stoffmarkt dünnen Jeansstoff für den bequemsten Rock der Welt gekauft. Nur hat der Rock einen Gummizug und wird oben stark gerafft, weswegen Zweifel geäußert wurden, ob das aus Jeans nicht furchtbar aufträgt (konzipiert ist der Schnitt für dünne Baumwollstoffe).

Welcher Schnitt es ist? Der letzte aus der "Meine Nähmode" 02/2014, und der entspricht Simplicity 2224 (nur die Röcke).

Der rote Stoff ist ziemlich dünn und deuchte mir daher geeignet. Also nix wie abgepaust (die kurze Version übrigens) und 1,30 m des Stoffs verbraucht. Immer noch gefühlt 100 m übrig, aber es ist ein Anfang!

Genäht war der Rock ziemlich schnell und einfach, auch wenn eine nicht unwesentliche Markierung fehlte - nämlich, auf welcher Höhe die Tasche aufgesetzt werden soll ... das hab ich dann pi mal Daumen gemacht.

 Die Taschen haben eine Kellerfalte. Und sind mit Zierstich abgesteppt, damits nicht ganz so langweilig aussieht. Und tragen fürchterlich auf, aber bei der Bundweite ist in dem Punkt sowieso Hopfen und Malz verloren :D

Steht ein bisschen ab - vielleicht mach ich nen Druckknopf rein?

Innen war ich zu faul zum Versäubern und habe stattdessen alle Kanten mit der Zickzackschere abgeschnitten. Und den Bund nach dem Umschlagen im Nahtschatten festgenäht. Fast ganz ordentliche Verarbeitung also :)

Sobald ich irgendwo eine dunkelrote Kordel auftreiben kann, wird die weiße noch ersetzt, aber bisher konnte ich tatsächlich keine finden ...

Aber bis zum Sommer klappt das bestimmt :)

Lg
Stefanie