Posts mit dem Label Maßschnitt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Maßschnitt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 26. Dezember 2020

Weihnachtskleid 2020 - das Ergebnis!

Auf ins Finale!

Kurzer Rückblick für alle, die die bisherigen Beiträge (Teil 1 und Teil 2) nicht gelesen haben: Ich habe die Maßbluse Nadeshiko von Kiribana (Oberteil, gekürzt) mit dem Rockteil sowie Kragen/Knopfleiste vom Hemdblusenkleid Holly von Pattydoo gekreuzt. Das Material ist Baumwollflanell.

Vorweg: Die Detailfotos sind etwas krüppelig, weil ich dachte, der 27. wäre der letzte Termin für die Verlinkung und jetzt auf den letzten Drücker gibts kein Tageslicht mehr ;) 

Endlich fertig!

Der Rock ließ sich doch ganz gut ansetzen. Die Kragen- und Knopfleistenverarbeitung lief problemlos; ich mag es bei kniffligen Stellen, dass ich bei den Pattydoo-Videos einfach stumpf nach Anleitung arbeiten kann, ohne selbst nachzudenken ;) 

Und das Wichtigste: Taschen.

Bei der ersten Anprobe fiel allerdings auf: Das Ganze ist doch deutlich zu weit, gerade am Rücken und in der Taille. Komischerweise war das beim Probeteil nicht so - vielleicht ist der Flanell nachgiebiger als der fest gewebte Baumwollstoff des Probeteils? 

Der Kragen. Ja, der oberste Knopf ist nicht am Steg. Gründe siehe unten ...
 
Ärgerlich, aber schwierig zu ändern, wenn man niemanden zum Abstecken hat. Also habe ich beschlossen, vorerst damit zu leben und halt mit einem Gürtel nachzuhelfen, den ich ja sowieso wollte.

Bei den Ärmeln habe ich die Armschlitzvariante von Kiribana ausprobiert, zu finden in der Anleitung für Nadeshiko (sagte ich schon, dass ich es etwas eigenartig finde, dass die Anleitung auf der Homepage zu finden ist statt mit dem Schnitt runtergeladen zu werden?). Muss aber sagen, ich bin nicht zufrieden. Gut, Flanell ist vermutlich auch nicht der Welt einfachstes Material für exakte Verarbeitung ...

Mittelgute Manschette, aber mit Knopfdetail.

Nachdem Kragen, Knopfleiste, Ärmel und Saum fertig waren, habe ich mich vor den Knopflöchern gedrückt. Wie immer. Und dann hat meine Schwester das an Weihnachten freundlicherweise übernommen, es sind schließlich 14 Knöpfe (so viele waren gar nicht geplant, aber ich hatte sie nunmal und Hana meinte, so kämen die Uhren besser zur Geltung).

Versuch eines Kragendetails mit versteckten Knopflöchern.

Tjaaa ... und dann hat sie aus Gewohnheit sie oberen beiden Knöpfe waagerecht statt senkrecht genäht. Hupsi! Auftrennen war unmöglich, der Flanell verzeiht das bei so einem dichten Stich nicht und man sieht den einfach zu gut passenden dunkelblauen Faden zwischen dem flauschigen Gewebe einfach kaum ... also hab ich's so gelassen (und aufs Knopfloch im Kragensteg verzichtet). Praktischerweise sieht man es sowieso kaum, weil der Stoff so dunkel und eben angeraut ist. 

 

Hinten ist zuviel Stoff ...

Zum Schluss habe ich noch den schon lange geplanten Gummigürtel umgesetzt. Das handbedruckte Gummiband ist von Lotte Martens und lag schon ein paar Jahre in der Kiste, weil ich nirgends eine passende Gürtelschnalle in 5 cm Breite gefunden habe. Neulich kam mir die Erleuchtung und ich habe eine in Schwarz gefunden (ich glaube, das ist die einzige 5 cm breite schwarze Schnalle auf dieser Welt, denn mehr Auswahl als diese eine gabs nicht!). Immerhin: Dieses Projekt war binnen zwei Minuten abgehakt ...

Bonusfoto mit Blitz, damit jeder sieht, wie schön der Gürtel glänzt.

Für Weihnachten ist das Kleid zu spät fertiggeworden. Aber mit den Uhren passt es auch prima zu Silvester :)

Und noch ein Foto der Schnalle, weil man die sonst wirklich nicht erkennt.

So richtig zufrieden bin ich nicht; es ist einfach zu weit (die Ärmel sind auch einen Hauch zu kurz, aber zur Not könnte ich mir da noch mit breiteren Manschetten behelfen; ein Stückchen vom Stoff ist noch übrig und auch genau zwei Knöpfe). Aber was solls, die tollen Uhren reißen es raus und Stoff/Knöpfe/Gummiband lagen so lange rum, dass ich allein schon froh bin, dass dieses Kleid endlich fertig ist :)

Schnitt: Kombi aus Bluse Nadeshiko von Kiribana (inzwischen umbenannt: Bluse Clove von Dress Developer) und Hemdblusenkleid Holly von Pattydoo, Gr. 40/E (vord. Rockteil Gr. 50/J oder so?)
Material: dunkelblauer Baumwollflanell von Karstadt, goldfarbene Uhrenknöpfe von knopfparadies.de
Änderungen: Bluse gekürzt und den Holly-Rock angesetzt, Ausschnitt+Kragen+Knopfleiste der Holly auf Nadeshiko übertragen, Hüftpassentaschen hinzugefügt
Gürtel: Handbedrucktes Gummiband von Lotte Martens, schwarze 5 cm breite Schnalle von Prym
Nachnähpotential: Mal gucken. Ich bin mit der Passform noch nicht zufrieden; der Rücken ist zu weit, die Taille auch und die Quernaht sitzt zu tief.

Verlinkt beim Weihnachtskleid-Sew-Along vom MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Donnerstag, 19. November 2020

Ein Shirt auf Maß - "Hinagiku" von Kiribana

Neulich stieß ich in einem Nähforum auf "Kiribana", eine Anbieterin für Pseudomaßschnitte. Pseudo nenne ich das deshalb, weil man nur eine begrenzte Zahl Maße eingibt (und auf gewisse Besonderheiten wie Hohlkreuz oder Asymmetrien daher keine Rücksicht genommen wird), aber es sind weitaus mehr als nur Brust-, Taillen- und Hüftumfang (u.a. wird die Brustbreite, Rückenlänge und Schultertiefe abgefragt). Was mich am meisten überrascht hat: Ganze 6 Schnittmuster sind kostenlos, von T-Shirt mit Abnähern über ein Mittelalter-Unterkleid (wird vielleicht auch noch getestet!) bis zu einem Cardigan. Wow! 
Selbst die kostenpflichtigen Schnittmuster gibt es für unter 7 €.
Was soll man da noch sagen - ich bin dabei!
 
[Nachtrag 2022: Inzwischen wurden Seite und Schnittmuster umbenannt, wohl, weil japanische Namen für Deutschland kompliziert sind: Die Seite heißt jetzt Dress Developer und der Schnitt Daisy.]
 
Noch nicht perfekt, aber tatsächlich weit genug an der Brust! Woohoo!
 
Meine Figur ist etwas schwierig (gut, das sagen vermutlich 99% aller Frauen von sich): Ich bin 14 cm kleiner als die Durchschnittsfrau, trage einen G-Cup, der umfangmäßig durch eine schmale Rücken- und Schulterbreite ausgeglichen wird, habe eine sehr kurze ausgeprägte Taille, aber viel Bauch und ein Hohlkreuz. Ob irgendwas an meinen Beinen oder dem Hintern vom Durchschnitt abweicht, weiß ich nicht, diese Regionen sind mir relativ egal ;) (schon daran merkt man: Ich bin mehr Apfel- als Birnentyp!)
 
So sieht mein Schnitt aus. Man kann auch Nahtzugabe nach Wahl drin haben!
 
T-Shirts passen mir üblicherweise so leidlich gut. Perfektion geht anders, aber bei T-Shirts bin ich nicht sehr kritisch. Aber wenn mir ein besser passender Schnitt für umsonst angeboten wird, muss ich das einfach ausprobieren - und wer weiß, vielleicht zeigt sich hier ja die Lösung für mein Hemdblusenkleidproblem (ich hätte gern eins aus Webstoff, scheitere aber am Anpassen des Oberteils).
 
Unter der Brust ist naturgemäß viel Stoff, den man z.B. mit Taillenabnähern entfernen kann.
 
Also habe ich mich für den Schnitt "Hinagiku" entschieden, das ist japanisch und bedeutet "Gänseblümchen". Das T-Shirt hat wahlweise Brustabnäher oder nicht und einen Rundhalsausschnitt oder Rollkragen. (Die Anleitung zum Shirt findet man übrigens separat auf dem Blog, die ist nicht direkt bei der Schnittdatei dabei. Ich hab aber nicht reingeschaut, ist halt ein Shirt.)
 
Vor dem Loslegen muss man sich allerdings jemanden zum Ausmessen suchen. Dieser Jemand sollte halbwegs motiviert sein und ein bisschen Zeit mitbringen, um das ordentlich zu machen und genau zu messen, denn falsche Maße bringen wenig. 
Dann schnell alles eintragen und den sogenannten Maßsatz auf dem PC speichern - dann sucht man sich einen Schnitt aus und lädt bei dem den Maßsatz hoch (alternativ kann man auch einfach eine Konfektionsgröße auswählen), der Schnitt wird dann instant generiert. 

Wie ihr seht, kann das Programm nicht alles berücksichtigen, z.B. ein Hohlkreuz.
 
Was ich wirklich toll finde: Man kann neben verschiedenen Varianten auch auswählen, ob und wieviel Nahtzugabe man dranhaben will und in welchem Format das Ganze ausgespuckt werden soll. Das macht große Teile wie das Mittelalterkleid viel attraktiver, denn ich habe viel mehr Lust, sowas als A0-Datei plotten zu lassen als 50 Seiten zusammenzukleben (oder wieviel auch immer das ist). 
Für mein T-Shirt waren es 17 Seiten, das ging fix. Und luxuriöserweise konnte ich direkt alles ausschneiden, es gibt ja nur 1 Linie ... (sonst pause ich alles ab, weil ich nie weiß, ob ich noch ab- oder zunehmen oder ob die Größe für den jeweiligen Stoff stimmt)

Als Testobjekt habe ich einen hübschen Stoffschatz von Hana ausgewählt, den ich mir geklaut habe: Er ist aus der Party on the Glade-Reihe von Swafing und hat ein tolles Tropfenmuster. 

Auch ein Ausschnittstreifen ist dabei. Und den gemopsten Stoff mag ich sehr.
 
Und was halte ich nun davon?
Für den ersten Versuch bin ich schon ziemlich zufrieden! An der Brust sitzt es prima. Darunter ist viel Stoff; das ist aber bei einem G-Körbchen unvermeidbar und völlig normal, wenn man keine Taillenabnäher hat. Der Rücken ist etwas weit; bis vor Kurzem stand bei den Maßen, man solle die Rückenbreite an der Achsel messen, aber das war ein Fehler (inzwischen korrigiert): Das Maß sollte auf gleicher Höhe genommen werden wie der Brustumfang und ich glaube, dort ist mein Rücken schmaler. Die Schultern würde ich noch etwas verschmälern und die vordere Länge verlängern (die Abnäher sitzen 1-2 cm zu hoch, sie sollten genau auf dem Brustpunkt zeigen). Aber das sind Details.

Definitiv nicht mein letzter Schnitt von Kiribana! Als nächstes habe ich mir den Cardigan Yuri vorgenommen und wenn ich meine Maße optimiert habe, probiere ich es mal mit der Webstoff-Bluse (die ist nicht gratis, aber die 6,30 € oder so sind bestimmt gut investiert). Ich bin schon sehr gespannt!
 
Schnitt: Shirt "Hinagiku" von kiribana (auf Maß),Version mit Abnähern und Rundhalsausschnitt
Material: Jersey "Party on the Glade" von Swafing
Änderungen: Nix, ist ja ein Maßschnitt! :D Ok, das stimmt nicht zu 100%: Ich habe die Taille ein wenig erweitert, weil ich kein ganz so krass figurbetontes Shirt wollte. Wäre aber wohl nicht nötig gewesen.
Nachnähpotential: Aber sowas von! Ggf. ändere ich noch Kleinigkeiten an der Passform.
 
Lg
Nria