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Mittwoch, 7. Oktober 2026

Schlafanzug-Shorty mit glücklichen Erbsen

Die Erbsen-Stoffe in grün und weiß habe ich eigentlich mal auf dem Stoffmarkt mitgenommen, um Unterhemden draus zu nähen. Dann habe ich aber einen Schwung Unterhemden gekauft, weil ich für ein Kostüm eine bestimmte Farbe brauchte und es die nur im Set gab, und brauchte ein Stück Stoff für das erste Geburtstagsshirt des Möndchens, und schließlich ist mir aufgefallen, dass mir die kurzen Schlafanzüge ausgehen.

Also Planänderung:
- Grüner Erbsenstoff wird aufgeteilt für eine Schlafanzughose und ein Möndchenshirt
- Weißer Erbsenstoff für ein Schlafanzugoberteil (eigentlich hätte mir das weiße Erbsen-Motiv fürs Möndchen besser gefallen, aber das Muster war mir zu weit verteilt für so eine kleine Fläche und ich trage nicht gerne weiße Hosen)


Der Schnitt der Hose war ein No-Brainer - ich habe 2018 bereits einen kurzen Schlafanzug mit Weltraummotiven genäht, für den ich den Shorts-Schnitt verwendet habe und bin damit immer noch sehr zufrieden. 

Auf der hinteren Sauminnenseite habe ich noch ein Label aus dem Webkanten-Streifen des Stoffs eingenäht - bei solchen simplen Schlafanzug-Shorts habe ich immer gern eine Markierung, wo "hinten" ist.


Das Shirt wollte ich simpel halten und einen Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln ausprobieren. Davon gibt es ja einige, also eine gute Gelegenheit, einen neuen Schnittmusterhersteller zu testen - ich habe mich für das Shirt "Lady Summer" von 73engelchen entschieden.

Ich muss ehrlich sagen - der Name der Herstellerin klingt eher nach Hobbyprojekt, und wenn ein Schnittmusterhersteller auf der "Über mich"-Seite keine Qualifikation angibt, bin ich inzwischen auch eher misstrauisch, wie professionell die Schnittmuster sein werden. Aber für 2 € im Sale habe ich dem Schnitt mal eine Chance gegeben. 


Und ehrlich gesagt: Meine mäßigen Erwartungen haben sich erfüllt. Ich bin sicher anspruchsvoller als die heutige Durchschnittsnäherin - ich habe mit Burda zu nähen angefangen, ich möchte keine Tipps wie "Wenn du das Shirt eine Nummer größer nähst, bekommst du ein Oversize-Shirt", sondern wünsche mir eine nüchterne, sachliche Anleitung. Das ist natürlich Geschmackssache - ich erwarte bei Kaufanleitungen aber vor allem Professionalität, keine Smilies, keinen kumpelhaften Ton.

Mir missfallen Details wie "Ärmelsäume 1 cm umschlagen, zur Achsel hin etwas weniger nehmen": Was heißt "etwas weniger"? Hat die Schnittherstellerin vergessen, wieviel Saumzugabe auf Achselhöhe enthalten ist, oder warum nennt sie keine Zentimeterangabe? Traut sie ihren Kunden nicht zu, auf 7 mm genau den Stoff umzuschlagen?

Auch die Verarbeitung stellt mich nicht zufrieden: Die Ärmelsäume werden nach außen umgeschlagen, soweit okay, aber die Nahtzugabe liegt nun offen außen. Das ist für meinen Geschmack keine saubere Verarbeitung - es gäbe diverse Methoden, einen Umschlag nach außen ohne außen offene Nahtzugabe zu verarbeiten. Vielleicht bin ich nicht lässig genug für diese Methode ...


Der Schnitt selbst ist aber okay und entspricht auch meinen Größen-Erwartungen. Und auch wenn die Anleitung nicht meinen Vorlieben entspricht, funktioniert alles, die Knipse passen, sie enthält keine Fehler. Das Shirt hat auch eine gute Länge für ein Schlafanzugoberteil - die finde ich bei Kauf-Schlafanzug-Shorties oft zu kurz.

Apropos zu kurz: Ich habe meine beiden 70 cm-Stoffstücke mit diesem Projekt plus dem Möndchenshirt tatsächlich komplett aufgebraucht - null Reste, hurra! Ein dummer Denkfehler ist mir dabei unterlaufen: Für das Kindershirt-Detail hatte ich ja ein Stück vom weißen Jersey verwendet und bin mir besonders clever vorgekommen, dafür eine obere Stoffecke zu verwenden, weil dort ja wegen den Ärmelausschnitten ohnehin immer etwas übrig ist.
Ja - wenn ich mich anschließend nicht für einen Schnitt mit überschnittenen Ärmeln entschieden hätte ... dafür hätte ich gerade oben die volle Stoffbreite gebraucht.
Ein Ärmelstück ist daher ein wenig gestückelt, was aber kaum auffällt (und ohnehin: Es ist ein Schlafanzug).

Aus den allerletzten Resten des grünen Erbsen-Stoffs habe ich dann noch ein Bündchen zusammengestückelt. Das Label ist wieder von Kylie and the machine.


Mein Fazit: Gut, dass ich keine Unterhemden genäht habe! Ich liebe das Schlafanzug-Resultat sehr - und tja: Schlafanzug fertig, Sommer vorbei. Ich freue mich aber schon drauf, ihn im nächsten Jahr zu tragen.

Schnitt Hose: Shorts "Skarpa" von MaLuRi, Gr. 42
Material: 0,35 m Jersey "Happeas" grün von Mojo fabrics
Änderungen: -
Nachnähpotential: Ist bereits eine Wiederholung. 

Schnitt Oberteil: Lady Summer von 73engelchen, Gr. 42
Material: 0,7 m Jersey "Happeas" weiß von Mojo fabrics
Änderungen: -
Nachnähpotential: Nein

Verlinkt beim MeMadeMittwoch. 

Eine schöne Zeit wünscht
Hana 

Dienstag, 21. Juli 2026

Maritime Dünenhose mit Streifen - Dune Pants von Sinclair Patterns

Eigentlich war ich durch mit dem Thema "weit geschnittene Hosen" - ich hatte als Teenie schon eine, die furchtbar aussah, und die Lander Pants von 2018 machten es auch nicht besser. Allerdings sind locker sitzende Hosen im Sommer schon ganz angenehm, deshalb gebe ich ihnen tatsächlich nochmal eine Chance! Diesmal aber in dunkler Farbe und aus fließendem Stoff. Ich bin ja lernfähig.

Die Dune Pants von Sinclair Patterns kommen praktischerweise auch gleich mit Kurzgrößen (und Langgrößen). Außerdem mit mehreren Taschenvarianten: Aufgesetzte Vorder- und Gesäßtaschen, Nahttaschen und Cargotaschen (die sich aber nicht mit den aufgesetzten Vordertaschen vertragen). Außerdem ein praktisches und bequemes Bündchen statt Reißverschluss. Super für warme Tage!

Jedenfalls hatte ich mir im Stoffladen einen dunkelblauen Viskosestoff mit weißen Nadelstreifen gegönnt, um den ich schon seit Monaten herumgeschlichen war. Blauweiß passt ja auch gut zum maritimen Namen der Hose, und dunkelblaue Bündchenware hatte ich erst kurz zuvor in größerer Menge für ein anderes Projekt gekauft.

Als Stoffverbrauch war 2,50 m angegeben. Das ist schon eine Menge! Ich bin mit 1,80 m so geraaade eben hingekommen, weil ich die Taschenform verändert habe - mit normalen Taschen hätte es 1,90 m gebraucht (für die petite-Version). Wie man auf 2,50 m kommen soll, weiß ich wirklich nicht; die Hosenteile sind selbst inklusive Nahtzugabe und Säumen an keiner Stelle 1,25 m lang ...

Dankbarerweise hat man hier wirklich wenige Schnittteile. Der Haken: Streifenstoffe muss man exakt zuschneiden ... Immerhin kann man sich dabei am aufgezeichneten Fadenlauf orientieren, wenn man - wie ich - auf Seidenpapier abpaust, das ist sehr praktisch.
An der rückwärtigen Passe sowie am Tascheneingriff habe ich mir vorm Zuschnitt anhand der bereits zugeschnittenen Hosenteile das Streifenmuster aufgezeichnet, damit das nach dem Nähen genau passt.


Tascheneingriff? Moment mal, in der Beschreibung steht doch gar nichts von klassischen Eingrifftaschen mit angeschnittener Hüftpasse?
Ja, die sind wirklich nicht im Schnitt enthalten. Aber erstens habe ich den Stoff so knapp kalkuliert, dass die Vorderteile der Hose nur mit abgeschnittenem Tascheneingriff noch auf den Stoff passten und zweitens hatte ich keine Lust, komplette aufgesetzte Taschen exakt passend im Streifenmuster zuschneiden und positionieren zu müssen - das behalte ich mir für unkomplizierte einfarbige Hosen vor.

Und dann ... flog das Teil erstmal für mehr als anderthalb Jahre in die Ufo-Kiste. Warum? Aus irgendeinem Grund fand ich die Hose 1-2 cm zu kurz. Dabei habe ich selbst für meine Körperlänge eher kurze Beine. Ich hätte ein Stück ansetzen können, hatte aber ein Motivationsproblem.


Bis ich sie im Mai 2026 wieder aus der Ufo-Kiste holte - und feststellte, dass ich die Länge gar nicht zu kurz fand, wenn die Hose erstmal abgesteckt war (mit flockigen 3 cm Saum). Manchmal steht man sich schon ein bisschen selbst im Weg - oder zieht seine Hose nicht hoch genug?

Also schnell gesäumt, noch ein Gummi ins Bündchen eingezogen (Bündchenware muss schon sehr stabil sein, um eine lange Hose ohne Gummi zu halten) und schwupps, mit wenig Aufwand plötzlich eine tolle neue Hose im Schrank! Ist doch auch nicht schlecht?

Schnitt: Dune Pants von Sinclair Patterns, Gr. 14 petite
Material: Viskoseleinen vom örtlichen Stoffladen
Änderungen: Eingrifftaschen statt aufgesetzter Taschen
Nachnähpotential: Ja!

Lg
Nria 

Dienstag, 7. Januar 2025

Larp-Pluderhose mit Stiefel-Trick

Woll-Pluderhosen trage ich vor allem bei kühlerem Wetter gerne im LARP, und kürzlich wollte ich eine vielseitige braune Version nähen. Ich habe bereits eine schwarze Woll-Pluderhose, bei der ich aber ein großes Problem habe: Die Hose ist inklusive Unterschenkel komplett gefüttert. Das trägt sich sehr angenehm (ich mag Wolle nicht gern direkt auf der Haut), hat aber einen immensen Nachteil: Ich komme damit nicht mehr in Stiefel.

Aus mir unerfindlichen Gründen werden Damen-Stiefel nur für ziemlich dünne Waden gefertigt. Ich kann als aktuell unsportliche Sofakartoffel nun wirklich nicht mit außergewöhnlich muskulösen Waden glänzen, aber obwohl ich schon bei Stiefeln nach eher weit geschnittenem Schaft schaue, komme ich mit einer dünnen Stofflage so gerade eben rein. Mit dickem Wollstoff und Futter? Keine Chance. Und bei meinen Lieblings-Winterstiefeln mit Fellfutter (die ich bereits extra in einer Nummer größer gekauft habe) ist schon eine Schicht Wollstoff zuviel ...


Nria hat sich vor einer Weile mal eine Woll-Pluderhose genäht, bei der sie die Unterschenkel einfach aus dünnem Leinen zugeschnitten und sie die Wolle drüber gespart hat. Die scheint sie gar nicht gebloggt zu haben - wie konnte sie euch das vorenthalten?!

Ich habe für den Unterschenkel ganz unauthentisch Jersey genommen, um noch schmaler zuschneiden zu können und potentielle Falten im Stiefel zu vermeiden, die gerade in engen Stiefeln drücken könnten. Damit der Jersey nicht herausblitzt, habe ich den oberen Teil der Unterschenkelröhre noch aus Wollstoff genäht. Es ist fast die Hälfte des Unterschenkels geworden, ein Paar meiner Stiefel ist an der Rückseite recht tief ausgeschnitten, eventuell kürze ich den Woll-Teil nochmal und nähe nur an der Rückseite ein Stück Wollstoff auf.

 

Getragen sieht man dann gar nichts mehr vom Jersey - das ist übrigens der Schnitt meiner asymmetrischen Monsterjägerin-Hose, diesmal aber mit zwei pludrigen Beinen. Schaut gern in den Post, wenn euch die Schnittkonstruktion interessiert! 

Der Bund ist wie bei fast allen meinen Larp-Hosen mit Gummizug, historische Nestelverschlüsse nerven mich einfach bei Hosen.

Die Unterschenkel muss ich nochmal überarbeiten, der Woll-Teil ist etwas eng geraten (bei der asymmetrischen Hose habe ich den Stoff diagonal verarbeitet für etwas Elastizität, hier aus Stoffspargründen nicht, durch die mangelnde Dehnbarkeit fehlt mir jetzt Weite), aber ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meiner Stiefelhose.

Wer von euch kennt das Stiefel-Problem?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Donnerstag, 26. September 2024

Die letzte Sommershorts - Livi-"Hibbelmors" von Kystbarn

Vor 2 Jahren habe ich eine grüne Jerseyshorts "Hibbelmors" von kystbarn genäht, damals mit Stoffen aus der Artbox von Rebecca ReckArt. Und schon da schrieb ich, dass das vermutlich nicht die letzte ihrer Art bleiben wird - jetzt wurde es Zeit für eine zweite! Und am letzten warmen Spätsommertag habe ich sogar noch schnell ein paar Fotos machen können.

Hier erkennt man sogar die "zackige" Passe!

Den Stoff dafür habe ich im letzten September bei stoffkids.at gekauft; es ist schwarzer Baumwolljersey mit blaulila Blattmuster namens Livi. Dann ereilte den Stoff das gleiche Schicksal wie so viele, die ich am Ende des Sommers kaufe: Mir geht die Lust aufs Nähen von luftigen Sachen aus und sie liegen ein Jahr lang im Schrank, bis ich sie wieder rausfische. Als ich jetzt neue Bündchenware für Leinenhosen kaufte, nahm ich gleich ein Stück mehr für diese Shorts mit und hatte keine Ausrede mehr!

Weil der Stoff wie viele Eigenproduktionen von dem Shop eine Überbreite von sagenhaften 1,80 m hat, haben die Schnitteile diesmal locker auf 50 cm draufgepasst, obwohl ich fast alle Belege aus dem Originalstoff zugeschnitten habe. Nur das Futter der Gesäßtaschen brauchte einen Kombistoff.
Für Tascheneingriffe und das obere Bündchen habe ich feine Bündchenware verwendet, weil bei dunklen/gemusterten Stoffen damit die schöne Struktur des Schnitts besser sichtbar ist. 

Die Taschen sind etwas seltsam tief.

Die Verarbeitung der Gesäßtaschen finde ich immer noch sehr fragwürdig - wenn man die Kanten eckig umbügeln soll, warum ist dann als einziges (!) Taschenteil eine Vorlage mit runden Kanten enthalten? Es wäre nun wirklich nicht schwierig gewesen, eine Tasche mit geraden Kanten beizulegen ... Das wirkt ziemlich gedankenlos, gerade weil die Anleitung wirklich über-ausführlich ist (es wird mit 5 Schritten erklärt, wie man eine simple Falte legt!) und sich offenbar an Anfänger richtet, für die wiederum diese Hose aber sehr wahrscheinlich zu kompliziert zu nähen wäre. 

Ebenfalls zackige Gesäßtaschen.

Jedenfalls habe ich wieder die originale Vorlage verwendet und diesmal komplett gefüttert. Übrigens mit einfarbig schwarzem Jersey - das hätte ich auch beim Bund- und Taschenbeleg so machen sollen! Der sehr unruhig gemusterte Stoff ist in der Nahtzugabe sichtbar und stört ein bisschen die Optik.

Und nochmal von vorne, aber man erkennt wenig.

Tja, in diesem Jahr wird die Hose wohl nicht nochmal ausgeführt ... aber hübsch und bequem ist sie. Vielleicht nähe ich ja nochmal eine Version aus hellem Stoff, bei dem man dann auch den Schnitt erkennt?

Schnitt: Jerseyhose "Hibbelmors" von Kystbarn, Gr. L
Material: Baumwolljersey "Livi" von stoffkids.at, Bündchenware aus dem örtlichen Stoffladen
Änderungen: Gesäßtaschen gefüttert
Nachnähpotential: Durchaus!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Dienstag, 28. Mai 2024

Schnittverschlimmbesserung - Sweatpants Lola von FadenFactory

Ich traue es mich kaum zu sagen: Ich habe eine Jogginghose genäht.
 
[Kurzer Disclaimer: Diese Hose habe ich vor 3 Jahren genäht und die Fotos erst jetzt gemacht. Ich wiege aktuell ein paar Kilo mehr als damals, also bitte zieht aus der Passform keine Rückschlüsse über die Schnittmusterqualität. ]
 
 
Ja, die Taschen zeichnen sich sehr ab, aber ursprünglich passte mir die Größe besser.

Gut, immerhin ist es eine Hose aus Jeansoptik-Sweat mit Hüftpassentaschen, angedeutetem RV-Schlitz und ohne Bündchen. 
Anfang 2020 habe ich im Aldi Joggpants in wirklich ziemlich echt aussehender Jeansoptik entdeckt und trage sie begeistert rauf und runter (das hat fast gar nichts damit zu tun, dass meine normalen Jeans coronakilobedingt zu eng sind ...). Sie haben nur einen Nachteil: Sie sind eben nicht dauerhaft verfügbar und ich habe bloß zwei Stück gekauft.

Eine Gummizughose, nämlich die kupferfarbene Stretchhose Pia von Schnitte4friends, habe ich schon genäht, aber die benötigt noch Anpassungen und ich bin grad zu faul. Also dachte ich, ich probiere es mal mit einer Sweathose, auch wenn ich die üblicherweise gar nicht mag trotz des aktuellen Trends - ich habe, seit ich etwa 10 war, keine Jersey- oder Sweathose mehr außerhalb von Sportaktivitäten getragen und verweigere mich dem eigentlich auch weiterhin. Aber im Jeanslook ist es vielleicht okay.

Die Sweatpants Lola von FadenFactory sah mir ganz brauchbar aus: Sie hat hinten eine optionale Passe, Taschen (es gibt aufgesetzte Taschen und normale Hosentaschen, ich habe mich für letztere entschieden), außerdem eine kurze Version und die Hose ist ausgestellt. Ich habe die Hosenbeine aber begradigt.
 
Potaschen wären vermutlich gut gewesen. Ob ich noch Stoffreste habe?

Der Sommersweat "Denim Look jeansblau" stammt von SchoeneTextilien.de und es gibt ihn auch noch in diversen anderen Farben, z.B. mehrere Grautöne. Der Stoff ist schön weich und ich finde die Optik recht überzeugend!

Erfreulich finde ich auch, dass der Schnitt sowohl eine Körpermaß- als auch eine Fertigmaßtabelle und Markierungen für die Knielinie enthält, aber keine Nahtzugabe. 
Eigentlich ist vorgesehen, die Jeans auf Kniehöhe zu kürzen, aber da ich sowieso eine gerade Hose wollte, habe ich das ignoriert und einfach unten gekürzt, und zwar um ganze 10,5 cm. 

Dank der geringeren Länge und der Stoffbreite von 1,65 m bin ich gut mit einem Meter ausgekommen. 
Das Nähen ging einfach, weil es halt keine echte Jeans ist - ich habe aber alle Nähte schön sorgfältig mit Jeansgarn abgesteppt, damit es echt aussieht. 
 
Alles so schön abgesteppt! Zum Teil doppelt!
 
Und dann ... kam bei der Anprobe die Ernüchterung (der Grund, weshalb ich die im Frühjahr 2021 genähte Buxe erst jetzt zeige). Es gab nämlich zwei Probleme:
  1. Ich habe zuviel gekürzt. Jetzt fehlt mir die Länge für den Saum.
  2. Gerade geschnittene Jeans mag ich am liebsten. Beim Sweat fehlt allerdings der Stand, den tatsächlicher Jeansstoff mitbringt, weshalb die Hose an den Unterschenkeln eher rumschlabbert. 
Daraufhin flog die Hose glatte 3 Jahre in die Restekiste. 

Jetzt habe ich sie wieder rausgeholt und muss sagen: Ok, aktuell sitzt sie enger, als der Schnitt eigentlich gedacht ist, aber sie ist trotzdem super bequem.

Ich denke, ich werde ein Saumelement annähen (entweder Bündchen, Verlängerung zum normalen Säumen oder Aufschlag) und die Hose dann einfach zu Hause tragen.
Manchmal ist alles, was es braucht, ein bisschen Abstand ...
Schnitt: Sweatpants Lola von FadenFactory, lange Variante mit Hüftpassentaschen und rückwärtiger Passe, Gr. M
Material: Sommersweat "Denim Look jeansblau" von SchoeneTextilien.de
Änderungen: Hosenbeine um 10,5 cm gekürzt (zuviel) und gerade auslaufen lassen (zu breit)
Stoffverbrauch: 1 m (Achtung, das liegt am Kürzen und der Überbreite des Stoffs!)
Nachnähpotential: Bequem ist sie, aber ich kann mich mit dem Prinzip der Sweathose nicht so recht anfreunden ... wenn, muss ich auf jeden Fall aus meinen Fehlern lernen!
Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Donnerstag, 16. Mai 2024

Buxen in Grün und in Windelig - Shorts Gesa von Studio Schnittreif

Ja, ich bin mal wieder late to the party. Diesmal: Jersey- und Sweathosen. Ich habe mich lange Jahre davor gesträubt, weil ich nicht mal zu Hause Jogginghosen trage! Aber dann kam die Pandemie, mit ihr die kneifenden Hosenbünde und ich bin auf Joggpants im Jeanslook umgestiegen. Und dann dachte ich mir, da kann ich konsequenterweise auch gleich richtige Sweathosen nähen. Besonders fürs Rumgammeln zu Hause.

Außerdem habe ich diese Hosen schon 2021 und Anfang 2022 genäht ... aber immerhin ist jetzt das passende Wetter dafür!

Schöner Farbverlauf und hoher Bund!

Mit den Gesa-Shorts war es wie so oft: Ich sehe einen Schnitt. Ich will ihn haben. Ich besitze schon X ähnliche Schnittmuster und kaufe ihn daher nicht. Er lungert aber weiterhin auf meiner Wunschliste herum und dann kaufe ich ihn während einer Rabattaktion und frage mich, warum ich dieses tolle Teil nicht schon vor Jahren genäht habe!

Der Schnitt hat einen richtig breiten Bund, Taschen und Bundfalten. Und was soll ich sagen - ich glaube, das ist die bequemste Hose, die ich je besessen habe! 

Dementsprechend habe ich auch gleich mehrere Versionen umgesetzt.

Shorts 1: Die Windelhose.

Tragefoto wird irgendwann nachgereicht, wenn ich sie wiederfinde ...

Für die erste Shorts habe ich die Hosenteile zwischen den Segelsweater auf dem Nautistore-Sommersweat "Leinen los" gepuzzelt (im Sweatshirt-Beitrag sieht man ein Zuschnittbild, das aber nicht endgültig war). Super Resteverwertung! Aber Achtung bei der Motivplatzierung - das sehr große und unscharfe Tau-Motiv wirkt bei dieser Hose eher windelig und damit leicht unvorteilhaft ...

Das Nähen ging fix, außer den Taschen ist ja nicht viel dran. Nur den Bund habe ich durch einen aus Jersey ausgetauscht, weil mir das bequemer erschien als Sweat. 

Gut, sehen wir mal von der Optik ab - ansonsten ist es wirklich eine super Hose! Durch den breiten Jerseybund drückt nichts, Taschen sind sowieso immer super.
Mein Plan ist eigentlich, das Teil mit einer Packung Simplicol in Dunkelblau in die Waschmaschine zu stecken, aber bis ich noch ein paar andere Teile zum Mitfärben gesammelt hatte, war diese Hose verschollen. Mal sehen, wann und wo sie wieder auftaucht ...

Bis dahin brauchte ich natürlich eine neue!

Shorts 2: Die Ombre-Hose.

Auch hier habe ich zeitgleich mit einem Sweatshirt zugeschnitten, dem McCalls-Ombre-Sweatshirt (dort im Beitrag kann man wieder das Zuschnitt-Bild sehen). Der Sweat von Astrokatze mit Leather Gradient-Farbverlaufslook ist m.M.n. auf einer Hose noch viel besser aufgehoben als auf einem Sweatshirt, und die Optik gefällt mir sehr gut.

Hier sieht man die Form gut!

Auf dem Flatlay-Foto sieht man den Farbverlauf irgendwie besser als beim Tragen ...

Eingrifftaschen sind immer gut.

Der Bund ist wirklich sehr hoch, dadurch kann man auch gut etwas kürzer geschnittene Tops dazu tragen, wenn man nicht bauchfrei herumlaufen wird.
War natürlich schlau, ein schwarzes Shirt drunterzutragen, so sieht man den Bund kaum ... (eigentlich stecke ich das Shirt auch nicht in die Hose, aber sonst hätte man sie ja nicht gut gesehen)

Hier seht ihr es immerhin ein bisschen:

Bundfoto!

Und noch ein obligatorisches Rückseitenfoto, obwohl das unspektakulär ist; gibt ja keine Taschen o.ä.:

... und die Kehrseite.

Ich muss dazu sagen, dass ich beim Nähen der Shorts noch ein paar Kilo weniger draufhatte, also schaut bitte nicht auf die Passform. Die Buxe ist mir grad eigentlich ne Nummer zu klein ...

Trotzdem ist eine weitere schon in Planung, die Gesa-Shorts sind einfach toll!

Schnittmuster: Shorts "Gesa" von Studio Schnittreif, Gr. L (glaub ich ...)
Material: Kombistoff des Sommersweats "Leinen los" von Nautistore/  Sommersweat "Leather Gradient" grün von Astrokatze; plus jeweils schwarzer Jersey
Änderungen: Bund aus Jersey statt Sweat
Nachnähpotential: Definitiv!
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Mittwoch, 6. Juli 2022

Shorts mit dem gewissen Etwas und dem Vlieselinetrick - Hose Hibbelmors von Kystbarn

Meine ArtBox von Rebecca ReckArt vom Jahresanfang 2021 enthielt neben dem Rankenjersey (ist bereits ein tolles Kleid geworden) und einem Vogeljersey (vernäht zu einer Bluse) auch einige Dinge, denen ich eher ratlos gegenüberstand: Ein halber Meter grüner Jersey (in der ArtBox hieß er "Meadow", nun ist er als "Painted Green" im Shop) mit der Optik eines überstrichenen Leinenstoffs, ein Stück froschgrüner Bündchenstoff, eine ebenso grüne Kordel und ein moosgrünes Gummiband (Kordeln verwende ich fast nie, das Gummi eignet sich vielleicht für Unterwäsche, mal sehen).

Ich bin von der Hose begeisterter, als ich aussehe, ehrlich!

Eine Weile habe ich überlegt, ob ich diese "Reste" weiterverkaufen soll ... aber dann kam mir eine Idee: Um die Hose "Hibbelmors" von Kystbarn bin ich schon eine Weile herumgeschlichen. Die Taschen- und Passenform ist wirklich ausgefallen! Der Stil schien mir auch gut zu dem grünen Jersey zu passen - eine super Ausrede, den Schnitt zu kaufen! Nach der dezent birkigen Suri in Mint wollte ich sowieso mehr Jerseyshorts. 

Versuch eines Detailfotos!

"Mors" ist das plattdeutsche Wort für den Allerwertesten. Kannte ich nicht; obwohl ich in der Nordhälfte der Republik wohne, ist hier das Plattdeutsche leider schon fast ausgestorben (und meine Familie kommt sowieso nicht von hier). Ein "Hibbelmors" ist also genau das, wonach es klingt - jemand, der Hummeln im Hintern hat.
[Kurzer Einwurf zu Schnittmusternamen: Ich finde es ja gut, wenn ein Hersteller sich mal etwas anderes einfallen lässt als die immer gleichen Frauennamen, die auch von 5 anderen Herstellern für verschiedene Kleidungsstücke verwendet werden. "Hibbelmors" finde ich da noch ganz niedlich, aber teilweise nimmt das Auswüchse an ... es gibt z.B. von einem anderen Designer eine Hose namens "Speckbeinjogger". Zu dem Namen sage ich einfach mal gar nichts.]

Durchs Bündchen kein so gutes Flatlay, aber immerhin erkennt man die Details gut!

Mich reizte auch ein bisschen die Herausforderung. Andere Hosen nähe ich, ohne auch nur in die Anleitung zu schauen (außer vielleicht für die Information, ob schon Nahtzugabe enthalten ist; das steht ja leider nicht immer auf dem Schnitt drauf). Hier geht das nicht! Die Taschen werden schon auf ziemlich besondere Weise angenäht und es ist auch kein 1-Stündchen-Projekt wie normale Jerseyshorts.

Aber immerhin: Jersey und Bündchen aus der ArtBox haben exakt dafür gereicht. Nur einige Belege habe ich aus grünem Unijersey ergänzt, aber die liegen ja ohnehin innen.

Das nenne ich Stoffausnutzung!

Die Anleitung fand ich gut und ausführlich. Es gibt verschiedene Varianten bei der Hose: Mehrere Beinlängen, mit Beinbündchen oder gesmokt (die Shorts werden aber normal gesäumt), mit Passe oder ohne ... dabei wird auch sehr detailliert darauf eingangen, was man dafür wo abschneiden und Nahtzugabe ergänzen muss; auch Passformänderungen werden beschrieben.
Die Bilder sind groß und klar, es wurde auch ein geeigneter Stoff verwendet (ich kriege ja immer die Krise, wenn auf Anleitungsfotos ein wild gemusterter, schwarzer oder überbelichteter weißer Stoff zu sehen ist und man nichts erkennt). 

Wirklich vorbildlich! Gerade bei dieser etwas knifflig zu nähenden Hose bin ich für eine gute Anleitung sehr dankbar. Und ein detailliertes Inhaltsverzeichnis gibts auch noch ...

Der obere Abschluss der Taschen ist schon originell!
 
Bei den runden Gesäßtaschen werden zwei Alternativen vorgeschlagen: Komplett verstürzen oder die Oberkante verstürzen und die übrigen Kanten einschlagen, aber im letzteren Fall wird die Tasche dabei eckig (denn es ist ziemlich knifflig, Rundungen einzuschlagen, auch wenn es Techniken dafür gibt).

Ich habe mich daher für eine andere Möglichkeiten entschieden: Ein Beleg rundherum. Weil mir das aber zu spät eingefallen ist und ich den Beleg für die Oberkante schon angenäht hatte und nicht stückeln wollte, habe ich auf eine geniale Technik zurückgegriffen, die sonst eher für Applikationen verwendet wird: Das Verstürzen mit Vlieseline.

Das hat zwei Vorteile: Vlieseline ist sehr dünn und trägt kaum auf und dazu kann man sie nach dem Verstürzen festbügeln, sodass nichts lose rumflattert. 

Links: Vlieselinebeleg vorm Annähen. Rechts: Gewendet, abgesteppt und gebügelt.

Ich habe also Vlieseline in doppelter Nahtzugabenbreite ausgeschnitten und ringsum auf der rechten Stoffseite angenäht, überlappend mit dem Beleg der oberen Kante. Ganz wichtig: Die Klebeseite der Vlieseline zeigt nach oben! Sonst klebt die Tasche beim späteren Flachbügeln am Bügelbrett fest ...

Dann habe ich ordentlich die Ecken eingeschnitten (das Einschneiden der Rundungen erfolgreich vergessen, aber nun ja) und den Beleg verstürzt. Das ist etwas fummelig, weil mein Vlieselinestreifen recht schmal und die Vlieseline so dünn ist. Viele Stecknadeln helfen!

Generell hätte ich auf den Fotos vielleicht mal das Shirt in den Bund stecken sollen ...

Dabei habe ich darauf geachtet, dass die Vlieseline von der rechten Taschenseite nicht zu sehen ist, d.h. die Naht liegt nicht genau auf der Kante, sondern etwas auf der Innenseite. Sonst blitzt die weiße Farbe später hervor.
Schlau wäre es natürlich gewesen, farblich passende (z.B. schwarze) Vlieseline zu verwenden, aber darauf kann man so schlecht die Form aufzeichnen. Und vermutlich habe ich auch einfach nicht dran gedacht.


Die verstürzte Kante habe ich ringsherum abgesteppt und anschließend die Vlieseline festgebügelt, sodass der Beleg doppelt fixiert ist. Ohne Absteppen wäre es sehr mühsam, den schmalen Beleg festzubügeln (wenn man ihn mit Stecknadeln fixiert bügelt, kleben selbige ja fest) - man kann ihn natürlich auch einfach breiter machen.

Was soll ich sagen - ich bin ein Fan! Super Resteverwertung, schicke Details, bequem zu tragen. Wird vermutlich nicht die letzte Hibbelmors bleiben.

Schnitt: Jerseyhose "Hibbelmors" von Kystbarn, Gr. L
Material: Baumwolljersey "Painted Green" von Rebecca ReckArt, grünes Bündchen von Rebecca ReckArt
Änderungen: Gesäßtaschen ringsum mit Beleg versehen
Nachnähpotential: Durchaus!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Leinenhosen braucht das Land - Hose Palma von Meine Herzenswelt

Leinenhosen sind eine fantastische Sache: Luftig im Sommer, aber man friert auch nicht, wenn es ein paar Grad kühler ist. Die perfekte Kompromisshose für wechselhaftes Wetter!
(oder für Gelegenheiten wie Besuche an kalten Orten wie Höhlen im Hochsommer, wenn man draußen nicht schwitzen und  drinnen nicht allzu sehr frieren will. So vielseitig!)
 
Ok, von vorn ein bisschen schlabberig. Aber ist halt ne Sommerhose.

Ich bin immer auf der Suche nach dem perfekten Leinenhosenschnitt. Dieser hier - "Palma" von Meine Herzenswelt - gefällt mir schon recht gut, könnte aber noch etwas schmaler sein. 

Dazu trage ich übrigens mein Palmwedel-Vivien-Shirt, dessen Schnitt ebenfalls von Meine Herzenswelt stammt. Quasi ein Motto-Outfit!


Was ich mich bei der Anleitung mal wieder gefragt habe: Wenn man eine Hose fürs Ebook näht und dafür Schritt-für-Schritt-Fotos macht - warum genau nimmt man dann den denkbar schlechtesten Stoff für Fotos, auf dem man nur ja nichts erkennen kann? Hier ist es eine schwarzgrundige, kleingemusterte Viskose.
Ich bin aber trotzdem recht gut klargekommen; ich weiß ja an sich, wie man Hosen näht :D

Übrigens habe ich den Schnitt um 4 cm gekürzt und finde die Beinlänge fast etwas kurz. Dabei ist es eine Normalgröße! Aber es gibt eine Variante mit Bündchen und Raffung unten, dafür wird die gleiche Beinlänge verwendet, nur eben mit Bündchen dran. Vielleicht soll das die Standardvariante sein?

Fake-Reißverschlussschlitz und Hosentaschen!

Das hellblaue Leinen im Jeanslook habe ich auf dem Stoffmarkt erworben, als 1,70 m-Coupon. Leider ist ein gutes Stück übriggeblieben; ich finde 30 cm-Reste ja eher blöd ... aber ich habe noch einen zweiten Coupon mit dunkelblauem Jeanslook-Leinen, vielleicht kann ich mit dessen Rest dann ein Oberteil improvisieren.

Aufgesetzte Po-Taschen hat die Hosen auch. Das finde ich sehr wichtig!

Detailaufnahme, weil man mit Shirt drüber wenig erkennt.

Mir fällt gar nicht so viel ein, was ich zu der Hose sagen könnte; ich schreibe den Beitrag sonst immer direkt beim Nähen, wenn die Eindrücke noch frisch sind. Aber es war eine vielgetragene Hose in diesem Sommer!

Outtake! Warum fotografieren alle weiter, wenn ich schon fertig bin ..?

Inzwischen hat sie einen kleinen Rußfleck, weil ich damit in den Backofen der Bielefelder Sparrenburg gekrabbelt bin. Aber was muss, das muss.

Schnittmuster: Hose "Palma" von Meine Herzenswelt, Version ohne Saumbündchen, Gr. 42
Material: gewaschenes Leinen in hellblauer Jeansoptik
Änderungen: 4 cm gekürzt
Nachnähpotential: Vorhanden!

Lg
Nria

Donnerstag, 9. September 2021

Schnelles Halbmeterprojekt - Shorts "Meine Suri" von Meine Herzenswelt

Schnell noch die letzten Sommersachen bloggen, bevor der Herbst kommt!

Auf dem Stoffmarkt in Ludwigshafen habe ich ein 50 cm-Stück Baumwolljersey in Mint mit dezentem schwarzem Muster gekauft, das ein wenig an Birkenrinde erinnert. Ich mag solche neutralen Muster sehr!


Aber was stellt man mit 50 cm an? Mir schwebte eigentlich ein Shirt vor, aber diese Farbe steht mir nicht gut (und bei 50 cm muss ich mit Passe, Bündchen o.ä. arbeiten, hatte aber keine Lust auf schwarzen Kontraststoff). 

Dann fiel mir auf, dass ich gern eine Jerseyshorts hätte und dass die Menge dafür genau reichen könnte ... und bingo!


Für die kurze Version der Shorts "Meine Suri" von Meine Herzenswelt hat es genau gereicht. Sogar mit Taschen! Ich habe nur bei den Taschenbeuteln gestückelt - die Passe ist aus dem Originalstoff, der innere Taschenbeutel aus schwarzem Jersey. So sieht man von außen nichts (der Musterteil hätte aber noch etwas größer sein können; die schwarze Ergänzung ist nur so gerade eben unsichtbar!).

Die Shorts kann man aus Jersey oder Webware nähen (ist durch den elastischen Bund ja flexibel), mit oder ohne Taschen. Aber eine Hose ohne Taschen ergibt natürlich wenig Sinn.

Dummerweise habe ich überlesen, dass man die Hose eine Nummer kleiner nähen soll, wenn man Jersey verwendet. Daher sitzt meine Shorts jetzt etwas schlabberig, aber ist ja nicht so schlimm. Ich habe noch ein Gummiband in den Bund gezogen: Seitdem ich die Pastinaca von jusAsuj genäht habe, mache ich das nur noch durch die Naht, mit der man den Bund zum Ring schließt, und zwar auf der Innenseite. Diese Methode kannte ich noch nicht, ist aber viel praktischer und schöner als meine bisherige Methode, ein Stück offenzulassen, wenn man den Bund an die Hose näht.

Die Hose ist sehr bequem und ich trage sie ständig ... also, wenn das Wetter doch mal sommerlich ist. Aber nur zu Hause - an die Vorstellung, Jersey- und Sweathosen draußen zu tragen, habe ich mich immer noch nicht gewöhnt :)
Und eine Webware-Version werde ich definitiv auch noch nähen.

Schnitt: Shorts "Meine Suri" von Meine Herzenswelt, Gr. 42, kurze Version
Material: Baumwolljersey
Änderungen: Taschenbeutel gestückelt
Nachnähpotential: Vorhanden!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Mittwoch, 7. Juli 2021

Aus alt mach neu - Knotenbluse Tine mit Stickerei und eine neue Pastinaca

Zwei neue Recycling-Projekte!

Manchmal nähe ich Dinge, die mir nicht gefallen - aber zum Wegwerfen ist das Ganze ja zu schade und größere Teile können ohne Weiteres eine zweite Chance bekommen. Ich habe schon mal aus einem Jerseykleid eine Bluse genäht und aus einer Larp-Jacke eine kurze Hose. Ja ... genau diese Jacke links und dieser Hosenschnitt, nur damals war es das Futter. Jetzt war der Oberstoff dran.

"Grün und blau trägt die Sau", sagte meine Großmutter immer. Tja ... Schweine sind sehr intelligent und haben niedliche Ringelschwänzchen. Ich kann damit leben! :D

Recycling ist die beste Art zu nähen!

Die Knotenbluse und ich, das war Liebe auf den ersten Blick. Zu etwas höher geschnittenen Shorts und Röcken sieht ein langes T-Shirt einfach blöd aus, aber Alternativen wie Body, Cropped Top oder unterm Bund getragenes enges Oberteil sind für mich suboptimal, weil das den Bauch betont und der fällt bei mir eher unter die Kategorie „Problemzone“. Nicht, weil ich ein Problem mit ihm hätte, aber ein Bäuchlein ist nicht so leicht zu bekleiden, das sieht schnell unvorteilhaft aus.

Mit Doppelknoten. Einfacher Knoten sieht noch besser aus, ging aber immer auf (Stoff zu glatt).

Bei einer Knotenbluse hat man aber den Vorteil, dass man an der Stelle sowieso Gewurschtel hat, das ablenkt. Ich habe eine gekaufte Bluse mit so einem Schnitt, die ich sehr mag, und als ich auf die Bluse Tine von Berlinerie stieß, die ziemlich genau den gleichen Schnitt hat, musste ich sofort zuschlagen!

Das Material war bereits vorhanden: 2018 habe ich ein Burdakleid aus Viskose genäht, sowohl Schnitt als auch Stoff waren schon gut abgelagert. Und es hat mir einfach nicht gefallen. Das Kleid wurde also nicht mal gesäumt, bevor es in die Recycling-Kiste (deren Füllstand ich nicht weiter kommentieren möchte) geflogen ist.
Der Vorteil des Kleids ist, dass der Rockteil lang und ausgestellt ist, da passt viel drauf! Die Schnittteile habe ich recht gut untergebracht bekommen (den Beleg mit dem langen Streifen für die Knopfleiste habe ich nach dem Foto noch geteilt, so passte auch der innere Kragensteg drauf). Die Armausschnittbelege waren klein genug fürs Oberteil.
 
Geht alles drauf! Sogar im Fadenlauf, obwohl es anders wirkt

So ganz schlicht wollte ich die Angelegenheit aber nicht haben. Beim Original gibt es eine Version mit andersfarbigem Oberkragen, was toll aussieht. Leider ist meine Auswahl an grünen Musterstoffresten sehr begrenzt (Patchworkstoffe wollte ich dafür nicht verwenden, weil ich etwas skeptisch bin, was die Farbfestigkeit bei häufigem Waschen betrifft, das macht man mit klassischen Patchworkprojekten ja eher nicht). Hana schlug mir dann eine Stickerei vor und ich war hooked!
 
Passend zum Khakiton der Viskose habe ich mich für tropische Blätter entschieden. Okay, und ich mag tropische Blätter einfach sehr ... 
Dafür habe ich einige Schnittteile erstmal nur aufgemalt (inklusive des Kragens), aber noch nicht ausgeschnitten. So passt der Stoff problemlos in den Stickrahmen! Das Ende eines schmalen Kragens kriegt man da ja gar nicht eingespannt.

Stickerei in progress.

Zur Inspiration habe ich ein paar Blatt- und Palmwedelsilhouetten im Internet angeschaut und dann mit Kreidestift vorgezeichnet.
Das Sticken selbst hat gar nicht soo lange gedauert, das war erfreulich!
Und dann konnte es mit dem Nähen losgehen ...

Rückstich geht so viel schneller als Kreuzstich!

Zum Schnitt:
Der ist von einer Bluse inspiriert, die von der namensgebenden Mutter der Schnitterstellerin in den 80ern getragen wurde (nur etwas modernisiert im Schnitt). Sowas mag ich ja sehr, das hat mich schon beim Kleid Irene sehr angesprochen!

Was mir auch sehr gefällt: Es sind einige Seiten zur Anpassung des Schnitts enthalten, vom Kürzen/Verlängern über FBA zur Hohlkreuzänderung.
Die Maßtabelle enthält leider nur Fertigmaße, dafür sind aber Rückenlänge und -breite angegeben, das ist super!
Auch nett: Es gibt für jede Größe einen separaten Schnittauflegeplan.
Und dann gibt es noch ein kleines Glossar, sodass Anfänger die Fachbegriffe lernen können. Ich kann es wirklich nicht leiden, wenn in einer Anleitung ständig von der „schönen Seite“ des Stoffs die Rede ist …

Bei Ebook ist der Schnitt in A4, A0 und als Beamer-Datei enthalten.
Kleines Manko beim A4-Schnitt: Es gibt nur diese ollen Kreuze an den Ecken, keine eingezeichneten Schnittlinien fürs Zusammenkleben. Wenn man die Kreuze schräg abschneidet, kann man so relativ schnell den Schnitt zusammenfügen, aber ich mag diese Vorgehensweise nicht, weil man mehr Papier hat und der Schnitt beim Zusammenfalten dicker wird als notwendig – und wenn man nicht randlos drucken kann, hat man blöde Lücken im Schnitt.
Und: Passzeichen wurden äußerst sparsam verwendet.

Der Rücken ist trotz Hohlkreuzanpassung noch zu lang.

 Bei Ebook ist der Schnitt in A4, A0 und als Beamer-Datei enthalten.
Kleines Manko beim A4-Schnitt: Es gibt nur diese ollen Kreuze an den Ecken, keine eingezeichneten Schnittlinien fürs Zusammenkleben. Wenn man die Kreuze schräg abschneidet, kann man so relativ schnell den Schnitt zusammenfügen, aber ich mag diese Vorgehensweise nicht, weil man mehr Papier hat und der Schnitt beim Zusammenfalten dicker wird als notwendig – und wenn man nicht randlos drucken kann, hat man blöde Lücken im Schnitt.
Und: Passzeichen wurden äußerst sparsam verwendet.

Die Anleitung fand ich ganz okay, bin aber nicht sicher, wie gut Anfänger damit zurechtkommen. Ich hätte mir z.B. gewünscht, dass direkt am Anfang aufgezählt wird, auf welche Schnittteile die Einlage aufgebügelt wird. So mitten im Text kann man das leicht überlesen. 
 
Die Knöpfe lagen in meinem Vorrat rum und haben eine interessante Struktur, die bei jedem Knopf anders ist. Grüne Knöpfe wären auch gut gewesen, aber für ein Recycling-Projekt wollte ich nichts Neues kaufen.
Ich habe dabei die eingezeichneten Knopflöcher ignoriert und mir eigene Positionen aufgezeichnet - am Steg ist keiner, weil die Knöpfe dafür zu groß sind. Vielleicht nähe ich da noch einen kleineren an, mal sehen.

 
Die Hose ist genau das Gegenstück zu der oben verlinkten Recycling-Hose aus dem alten Deel - damals habe ich das rote Futter verwendet, jetzt den Oberstoff. Ich habe lange überlegt, ob ich nicht eine Bluse aus dem Material nähen will, aber ich wollte so gern eine Shorts in genau dem Blauton haben, da wäre es doch albern gewesen, dafür neuen Stoff zu kaufen :)

Es ist auch wieder der gleiche Schnitt, die bewährte Pastinaca von jusasuj. Zu dem Schnitt habe ich wohl genug bei den vergangenen drei Versionen geschrieben, daher belasse ich es hier mit ein paar Worten.
 
Ich mag mein neues Outfit - und es hat mich keinen Cent gekostet!

Schnitt: Bluse "Tine" von Berlinerie, Gr. 40 (oben) und 42 (ab Taille)
Material: Viskose-Webware 
Änderungen: Hohlkreuzanpassung (Anleitung im Ebook enthalten), Knopfpositionen verändert
Nachnähpotential: Vorhanden!
Lg
Nria