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Dienstag, 14. Januar 2025

Waldiger Kulturbeutel - Waschtasche WaiKala von Hansedelli

Das Freebook "Waschtasche WaiKala" von Hansedelli hatte ich schon eine ganze Weile auf dem Rechner. Ich mag die Hansedelli-Taschenschnittmuster sehr und halte sie für die besten auf dem (zumindest deutschsprachigen) Markt, aber ich besitze schon eine Kulturtasche und habe keinen Bedarf an einer weiteren.
 
Im Liegen nicht so gut zu fotografieren, aber hier sieht man den schwarzen Boden ein bisschen.
 
Dann fing aber die Kulturtasche meines Mannes an, auseinanderzufallen. Ursprünglich war mein Plan, seine alte Tasche zu kopieren (das war mehr so ein flaches Rollding), aber er hatte sie bei seinen Eltern im Schwarzwald liegenlassen und sie stand mir daher nicht mehr zur Verfügung. Ungünstig, wo sie doch ein Weihnachtsgeschenk werden sollte!

Dann habe ich bei Gina and U ein Reststück dünnen Canvas mit schickem Holz-, Chevron- und Waldtiermuster entdeckt und beschlossen, dann eben eine andere Taschenform zu nähen. 
 
Es wird empfohlen, für die Seitenteile einfarbige Stoffe zu nehmen, aber ich wollte die Holzoptik.

Beim Nähen habe ich es mir ein bisschen schwieriger gemacht als nötig: Da mein Endlos-Reißverschluss den Schieber bereits aufgezogen hatte und ich keine Lust hatte, ihn selbst nochmal draufzufummeln, habe ich die Tasche mit geschlossenem Reißverschluss genäht.
Tatsächlich war das aber nicht so knifflig wie befürchtet - ich habe einfach den Reißverschluss erst nach dem kompletten Einfassen der Seiten angenäht, dafür beim Schrägband einfach die obersten 2 cm noch lose gelassen. Mein Reißverschluss war gute 15 cm länger als nötig, weshalb ich den Schieber beim RV-Annähen und Einfassen der Oberkante komplett aus dem Weg ziehen konnte. Einziges Manko: Man kann die Tasche dann beim Einfassen der Oberkante weniger flach hinlegen. Mit dem Freiarm der Nähmaschine hatte ich aber auch so genug Spielraum.

Die Innentaschen sind mit Grasoptik-Stoff gefüttert.

Zum Canvas habe ich übrigens einen grünen Baumwollstoff als Futter kombiniert. Den hatte ich für ein Mantelfutter gebraucht (der Musterstoff dafür hatte nicht ausgereicht) und es hat so geraaade eben das Taschenfutter draufgepasst, wobei ich für die inneren Seitenteile schon einen anderen grünen Rest verwendet habe. Dessen Farbe ist ein bisschen anders, aber das fällt nicht groß auf.
Wäre es sinnvoll gewesen, innen Wachstuch oder einen anderen wasserfesten Stoff zu nehmen? Ja. Hatte ich einen entsprechenden Stoff da? Nö. So isses halt manchmal!
 
Einen Fallstrick gibt es beim Nähen: Da die Tasche mit Schrägband eingefasst wird, werden manche Teile links auf links gelegt gelegt, oder der Reißverschluss mit der linken Seite auf die rechte Seite des Innenteils. Hier muss man wirklich gut aufpassen, nicht aus Gewohnheit alles rechts auf rechts zu legen! 
 
Rückseite mit vielen Tieren!

Außerdem ist das saubere Annähen von Schrägband nicht ganz einfach und erfordert Übung. Normalerweise nähe ich daher die zweite Schrägbandseite von Hand an. Diesmal habe ich es mit der Maschine gemacht und es hat erstaunlich gut funktioniert!

Das Schrägband ist aber auch schon das Aufwändigste an der Tasche - der Rest ist relativ schnell gemacht.
Lustiges Detail bei meiner Vordertasche: Ich hatte versehentlich Magnetverschlüsse bestellt, die nicht komplett innen liegen, sondern auf einer Seite eine Kappe wie ein Druckknopf haben. Dummerweise hatte ich kein passendes Werkzeug für meine Variozange, also habe ich improvisiert. Befestigt ist der Magnetknopf samt Kappe jetzt, aber die Kappe hat ein kleines Nupsi bekommen, wo sich der Stift der Rückseite durchgedrückt hat ...

Praktische Schlaufe zum Aufhängen.

Ansonsten bin ich wirklich zufrieden mit der Tasche! Beim nächsten Mal würde ich wohl den Boden doch mit Decovil oder Schabrackeneinlage verstärken, damit er fester ist. Zur Not kann man aber auch immer noch ein Stück Decovil mit dem Taschenfutterstoff beziehen und nachträglich einlegen, das macht keinen so großen Unterschied.

Im Vorderfach ist noch mehr Platz für (flaches) Zeug.

Und jetzt hoffe ich, dass meinem Mann die Tasche gefällt!
 
Schnitt: Waschtasche "WaiKala" von Hansedelli (Freebook)
Material: Dünner Bio-Baumwollcanvas "Waldtiere auf Holz" von Gina and U, grüne Baumwollpopeline
Änderungen: Keine (beim Nähen den RV nicht getrennt)
Nachnähpotential: Wenn ich nochmal eine Kulturtasche dieser Größe bräuchte: Definitiv!
Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 7. November 2023

Schwierige Stellen und Souvenirpalmen - Kleine Geldbörse Mini Mynta von Hansedelli

Portemonnaies nähe ich selten, weil ich sehr spezielle Ansprüche an meine Geldbörsen habe (und es auch immer sehr schwierig finde, welche zu kaufen, wenn das alte traurigerweise kaputt ist). Ich habe noch keinen Schnitt gefunden, der so ist wie meine Kauf-Börsen ... aktuell sind wohl auch eher große täschchenartige mit umlaufendem Reißverschluss im Trend, nicht die Klapp-Portemonnaies, die ich bevorzuge. 

Mit den Ecken bin ich noch nicht so zufrieden, mit der Stoffkombi dagegen sehr!

Aber als Anfang des Jahres Hanas Hochzeit anstand, habe ich mal wieder festgestellt, dass ich für bestimmte Gelegenheiten doch ein Mini-Portemonnaie brauche. Zum Beispiel, wenn ich nur eine kleine Abendtasche mit mir rumtrage. Ich hätte irgendwo eins kaufen können, aber es ist doch sinnvoller, Sachen zu verwenden, die man schon zu Hause rumfliegen hat - und bei mir ist das definitiv Stoff ...

Hier kann man auch gut Resteverwertung betreiben, denn man braucht ja nur echt kleine Stücke! Der Palmenstoff stammt von einem Fat Quarter, das ich vor 5 Jahren in einem Dänemark-Urlaub bei Stoff&Stil als Souvenir gekauft habe (jetzt heißt der Laden "Selfmade", das finde ich ja etwas zu generisch ...).  Ich liebe das Muster und habe lange auf die perfekte Gelegenheit gewartet!
Kombiniert habe ich das Ganze mit braunem Kunstleder und innen mit blauen und gelben Reststückchen.

Platz ist in der kleinsten Hütte Geldbörse: für Karten, gefaltete Geldscheine und ein paar Münzen.

Bei Taschen bin ich  mit den Ergebnissen inzwischen sehr zufrieden, die ich erziele. Bei Portmonnaies sehe ich noch viel Verbesserungsbedarf. Das hier ist mein dritter Versuch; die beiden vorherigen waren ebenfalls von Hansedelli: 

  • Mr Ryks - ein Herrenportemonnaie, das immerhin nicht diesen kniffligen Reißverschluss hat.
  • Little Mynta - verlost zum Blogjubiläum, runterscrollen für ein Innenfoto. Größere Version der Mini Mynta.

Außen hat das Mini-Portemonnaie eine dekorative Teilung, innen kleine Fächer für Karten und Geldscheine - letztere passen natürlich nur gefaltet rein - sowie ein Münzfach mit Klettverschluss. Zuviel sollte man vermutlich nicht reinpacken, sonst wird die kleine Börse sehr voluminös.

Ich habe hier Blau- und Gelbtöne kombiniert; sah auf dem Stapel gut aus; in genähtem Zustand ist es mir ein bisschen zu knallig. Für die Kombination von Geldbörsenstoffen habe ich noch nicht so richtig ein Händchen, da finde ich die Kombis von anderen Leuten weitaus ansprechender. Aber das kommt sicher mit der Zeit; mir fehlt da einfach noch die Übung.

Kontrastprogramm beim Münzfach.

Die Anleitung war wie immer fantastisch. Und das Innenleben hat mir auch keine großen Schwierigkeiten bereitet. Aber dieser umlaufende Reißverschluss ... puuh. X-mal getrennt, alle Tipps berücksichtigt, trotzdem finde ich die Rundungen misslungen. Das ist einfach etwas, das sehr viel Übung braucht - aber ich brauche nicht so viele Geldbeutel, dass ich viel zum Üben käme, das ist einfach ein Dilemma! 

Eine Lösung wäre vielleicht, ein paar alte Reißverschlüsse und Stoffreste zu nehmen und nur diese Außenseite zu üben. Das habe ich auch schon mit Paspeltaschen und ähnlichen Nähtechniken gemacht. 

Aber auch wenn ich noch nicht so wirklich zufrieden bin: Ich mag meine kleine Palmenbörse und habe sie schon fleißig ausgeführt. Für normale Gelegenheiten bevorzuge ich mein größeres Klapp-Portemonnaie; für Anlässe ist die Mini Mynta aber super!

Schnitt: Mini Mynta von Hansedelli
Material: Palmen-Popeline von Stoff&Stil, Kunstleder und Futter-Baumwollstoffe aus dem Vorrat, Reißverschluss möglicherweise von den Stofftanten in Osnabrück
Änderungen: keine
Nachnähpotential: Mal schauen ... Portemonnaies sind tricky und brauchen Übung, deshalb nähe ich sie nicht so gerne, aber der Schnitt ist natürlich grandios wie alles von Hansedelli. 

Verlinkt bei DvD und Taschen und Täschchen. 

Lg
Nria

Montag, 15. August 2022

Bloggeburtstag: 10 Jahre Mondkunst! Mit Verlosung!

Unser Blog hat einen runden Geburtstag!

Am 18. Juli vor 10 Jahren schrieben wir in unserem ersten Beitrag: "Mal sehen, ob es eine lange Liebe oder nur eine kurze Liason wird!"
Ich glaube, wir können mit gutem Recht behaupten, dass es etwas Ernstes geworden ist :D

Willkürliche Auswahl von Nria. Klick machts etwas größer.
 
Das Zurückblättern macht einen richtig nostalgisch. Man sieht dann erst all die Veränderungen, die einem von Tag zu Tag gar nicht auffallen (wie dunkel unsere Haare damals noch waren! Andere entdecken in unserem Alter so das erste graue Haar ...).

Zur Feier des Tages gibt es etwas zu gewinnen: 

Ich präsentiere Little Möwta - das Möwenportemonnaie! Genäht nach Little Mynta von Hansedelli.
Oben seht ihr die Außenansicht im Startbild und so sieht es von innen aus:

Viel Platz für Geldscheine und Karten, ein Münzfach mit Reißverschluss und außen maritimes Sommerfeeling!

Wer die möwige Geldbörse gewinnen möchte, schreibe das bitte in einen Kommentar unter diesen Beitrag.
Den Gewinner losen wir am 29. August 2022 aus.

Viel Glück! :)

Und nun: Auf die nächsten 10 Jahre!

Es freuen sich
Hana & Nria

Verlinkt bei DvD.

Dienstag, 9. März 2021

Ein wirklich buntes Portemonnaie - Mr Ryks von Hansedelli

Das Februar-Motto der Ü30-Blogger für den Februar lautet: Farbe bekennen.

Das kann ich gut! Ich liebe Farben - je knalliger und leuchtender, desto besser. In meinen 20ern habe ich auch gerne viele Farben auf einmal getragen und ich glaube, ich besaß lange Zeit kein einziges schwarzes Kleidungsstück (das hat auch Nachteile: Ich musste vor mehr als einer Beerdigung mit großem Zeitdruck passende Kleidung kaufen, die ich dann nie wieder getragen habe, wegen der Farbe und weil hastig gekaufte Sachen oft nicht so ideal sind) und auch kaum Grau. Die Suche nach einer Winterjacke in einer leuchtenden Farbe ist allerdings eine Sache für sich, da gibt es fast nur Schwarz und Dunkelgrau ...

Mittlerweile kombiniere ich eher dezente Farben mit knalligen, weil ich finde, dass das erwachsener wirkt. Jünger geschätzt zu werden mögen ja viele, aber mit über 30 für einen Teenager gehalten zu werden, ist dann doch nicht so toll.

Im Februar habe ich bei einem Swap mitgemacht und habe ein Portemonnaie genäht. Und was las ich im Steckbrief der Swap-Partnerin bei den Lieblingsfarben? "Bunt". Was habe ich mich gefreut!

Noch etwas unförmig, weil frisch genäht. Und wo sind jetzt all die Farben?

Ein Portemonnaie wollte ich schon ewig nähen. Dummerweise/zum Glück halten meine Geldbörsen meist sehr lange und meine war noch längst nicht am Ende seines Lebenszyklus' angekommen. Außerdem sind meine Portemonnaie-Anforderungen recht speziell, und dafür einen Schnitt zu finden ...

Daaaa sind sie! Etwas perspektivisch verzerrt.

Das hier ist der Schnitt "Mr Ryks" von Hansedelli. Eigentlich ist das Teil für Herren, aber egal. Ich finde Geschlechtersortierung in den meisten Fällen ziemlich unsinnig (gut, bei vielen Kleidungsstücken ist es natürlich sinnvoll).
Erst viel später fiel mir auf, dass Männer ihre Geldbörsen überwiegend etwas anders nutzen als Frauen: Die werden in die Hosentasche gesteckt und brauchen deshalb keinen Verschluss. Als Frau packt man seine Börse eher in die Handtasche, wo sie lose rumfliegt und dazu neigt, sich von selbst zu öffnen. Der Verschluss hier ist also von mir eingefügt, der ist nicht im Schnitt integriert.

Gut verschlossen!

Die Hansedelli-Taschenanleitungen sind für mich die besten auf dem Markt: Super durchdacht und ausführlich; es gibt z.B. eine nummerierte Abbildung der Taschen innen und außen, sodass man genau sieht, welches Schnittteil hinterher an welcher Stelle sitzt, plus eine Abbildung der Schnitteile einzeln. Perfekt für die Planung und das Verständnis!

Ich habe eine Lasche angenäht und den Ansatz verdeckt. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.

Portemonnaies zu nähen ist für mich Neuland. Taschen habe ich ja schon einige hergestellt, aber das hier ist doch etwas anderes.

Was aber wirklich wichtig ist: Die Anleitung exakt zu lesen. Ich habe mehrmals Dinge übersehen und dann falsch gemacht. Zum Beispiel: Bei der Universalversion muss das Reißverschlussfach gespiegelt genäht werden, sonst wird der Reißverschluss von unten nach oben geöffnet und die Münzen fallen raus.

Und das vordere Scheinfach ist 0,75 cm kürzer als das Innenleben, wenn man es nach dem Annähen an die Kartenfächer umklappt, das ist richtig so! Ich habe das übersehen und dann entgegen der Anleitung doch die Nahtzugabe zurückgeschnitten ... das konnte ich nicht wieder ändern, daher ist meine Einfassung jetzt etwas kürzer als vorgesehen. Kein Drama, aber doch etwas ärgerlich.

Und ich musste völlig unnötig oft trennen, weil ich manchmal einfach unkonzentriert war. Hier ist ein Outtake (das war aber echt nicht die Schuld der Anleitung!):

Finde den Fehler!

An manchen Stellen muss man der Anleitung einfach vertrauen, z.B. wenn ein Teil kürzer ist als das, wo es draufgelegt wird. Und insbesondere bei dem Schritt, wo die Scheinfächer angenäht werden, muss man sehr genau hinschauen; ich war dort zu voreilig und musste die halbe Börse nochmal auftrennen und neu nähen, weil ich keine Wendeöffnung hatte. Das war aber die einzige Stelle, die ich etwas schwierig fand.

 

Das Münzfach ist nicht soo riesig, da ist Disziplin angesagt ;)


Außen habe ich Canvas verwendet, innen viele verschiedene Patchworkstoffe. Das ist wirklich eine super Resteverwertung! Dabei habe ich diverse Möglichkeiten ausprobiert; praktischerweise ist eine Skizze zum Ausmalen beim Schnittmuster dabei. Zuerst wollte ich die Fächer alle abwechselnd in unterschiedlichen Farben halten, aber das sah sehr unübersichtlich aus und man will ja seine Karten noch wiederfinden.
Also habe ich die Hochkant-Kartenfächer einfarbig gemacht und die normalen Kartenfächer zumindest nicht allzu kontrastreich). Die Muster sind überwiegend geometrisch/abstrakt, aber das Grasfach musste sein! Zugegebenermaßen hatte ich auch einfach wenig Auswahl an grünen Stoffen da ...

Blick auf die Scheinfächer. Die Wendeöffnung ist übrigens in der Teilung versteckt.


Laut Anleitung soll man das Portemonnaie nach dem Nähen ein paar Tage zusammengeklappt unter einem schweren Buch plattdrücken, damit es die Form besser hält - dafür hatte ich keine Zeit, weil ich es ja fristgerecht verschicken musste. Allgemein finde ich den Canvas etwas zu weich; in der Anleitung war dieses Material aber ausdrücklich als Alternative angegeben und es stand auch nichts davon, dass es verstärkt werden müsse ... mit Kunstleder ist die Form vielleicht etwas stabiler.

An sich bin ich mit meiner ersten Geldbörse aber ganz zufrieden. Und all die Farben!

Schnittmuster: "Mr Ryks" von Hansedelli, Universalversion
Material: Außen Canvas, innen Patchworkstoffe
Änderungen: Verschluss hinzugefügt
Nachnähpotential: Mal gucken; ich persönlich bevorzuge ein größeres Münzfach.

Verlinkt bei den Ü30-Bloggern und DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 15. Dezember 2020

Das Wichteln ist zurück! - Bauchtasche Rikka von Hansedelli

Nach 4 Jahren konnte ich endlich wieder das Label "Wichteln" bei einem Blogbeitrag auswählen - das Forumswichteln im Nähkromantenforum ist zurück!

Früher gab es ein tolles Skript dafür, aber das funktionierte nicht mehr und es gab niemanden, der Zeit oder Fähigkeiten zum Reparieren hatte. Dieses Jahr lief es daher manuell, aber alle waren sehr glücklich.
[Es funktioniert so: Wer will, schickt 3 Wünsche, dann gibt es eine anonyme Liste für alle zum Aussuchen, aber von jedem wird nur 1 Wunsch erfüllt. Man kann wünschen, ohne zu wichteln, und wichteln, ohne zu wünschen, und es gibt keine Garantie, etwas zu bekommen.]

Ich habe direkt morgens auf die Wunschauswahl gelauert und mir dann fix einen Wunsch ausgesucht, der mich direkt angesprochen hatte: Eine Bauchtasche.

Rikka mit Monden.

Das Ebook Rikka von Hansedelli lag schon auf meiner Festplatte und wartete ... sogar den Schnitt hatte ich vor einiger Zeit bereits gedruckt und ausgeschnitten! Es konnte also direkt losgehen.

Xhex wünschte sich "Schwarz in Schwarz mit Schwarz". Krieg ich hin! Na ja, fast.

Hier sieht man das Volumen der Tasche.

Von Hansedelli habe ich bereits die Taschen Lexa und Vara genäht - ich mag die Designs sehr! Und die Schnittmuster sind sehr durchdacht: Es gibt z.B. Fotos von allen Seiten der Tasche, auch innen, mit Schnittteil-Beschriftung, damit man genau sieht, welches Teil wohin gehört. Das erleichtert die Sache sehr, wenn man verschiedene Stoffe/Farben verwenden will! Auch die kleinen Knipse, um das Teil im Stoffbruch auflegen und gleichzeitig die Mitte markieren zu können, sind eine gute Idee. Und die Anleitungen sind sehr ausführlich und klar. Ich bin einfach begeistert von Hansedelli! :D

Das Futter ist dunkelgrau.

Als Material habe ich mir kleine Reste von stabilem schwarzem Jeans und einen Rest Steppstoff geschnappt, der von dem Travel Essentials-Reiseorganizer übrig war. Das ist wirklich ein tolles Resteverwertungsprojekt, weil man selbst ziemlich kleine Stücke noch ausnutzen kann. 

Das Futter ist in Dunkelgrau gehalten. Erstens findet man bei schwarzem Futter in der Tasche nix wieder und zweitens macht es einfach mehr Spaß zu nähen, wenn man nicht nur Schwarz unter der Nähmaschine hat ... ich hoffe, Xhex kann damit leben :) 

Die Rückseite mit dem oberen Fach.

Vorne habe ich aus Wollstoff die Mondphasen appliziert. Ich hatte es mit Schwarz auf Schwarz ausprobiert, aber das sah leider nicht gut aus. Erst habe ich die Monde nach innen gerichtet und es waren nur 3, sah auch nicht gut aus, also wieder abgetrennt, umgedreht und noch zwei weitere ergänzt. 

Hinten ist ganz oben ein weiteres Reißverschlussfach integriert; alternativ kann man dieses Fach auch innen einfügen. Eins von beidem muss aber sein, weil darin die Wendeöffnung versteckt ist.
Die Tasche wird nämlich auf spezielle Weise genäht, damit das Innenfutter komplett an der Seitennaht befestigt ist statt lose drin rumzuhängen. Dabei kann man allerdings nun keine Wendeöffnung in der Futter-Seitennaht (oder eher: Rundnaht) integrieren.

Hier kann man die vorderen Steckfächer erahnen.

Vorne enthält das Futter zwei kleine Steckfächer für Karten. Mehr Innenfächer wären etwas schwierig unterzubringen, weil der Inhalt ja Volumen einnimmt. Wenn man eher flache Dinge in einer Innentasche verstaut, könnte man hinten aber durchaus noch ein kleines Reißverschlussfach einbauen.

Das Nähen war weniger kompliziert, als ich befürchtet hätte; lediglich das Annähen der Deckelrundung und die oberen Ecken, wo Deckel, Taschenkorpus und Rückseite zusammentreffen, waren etwas kniffliger. Die Ecken sind mir auch nicht so richtig perfekt gelungen, aber man kann halt nicht alles haben.

Insgesamt bin ich recht zufrieden. Die Anleitungen von Hansedelli sind wirklich super!

Schnitt: "Rikka" von Hansedelli, Variante mit Außen-Rückfach
Material: fester schwarzer Jeans, Taschen-Steppstoff "Moskau", leichtes Baumwollfutter
Änderungen: Keine
Nachnähpotential: Durchaus vorhanden!

Verlinkt bei DvD und Creadienstag.

Lg
Nria

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Eine Leuchtturmtasche und der mühsame Weg dorthin - Lexa von Hansedelli

Per aspera ad astra sacciperium. Kein Weg zu einem genähten Teil war für mich jemals so steinig wie dieser hier. Und das lag nicht daran, dass es besonders anspruchsvoll gewesen wäre ...

Ich liebe die Paper Piecing-Vorlagen der niederländischen Designerin Janeen van Niekerk (Quilt Art Design). Ihre Stoffbilder sind wirklich Kunst, der Name ist Programm - schaut euch die Kategorie "Art with Fabric" an und ihr wisst Bescheid. Irgendwann nähe ich das Nachtcafé ... 
Der Chevrolet, den ich genäht habe, ist auch von ihr.

Jedenfalls, sie gibt auch ein vierteljährliches Digitalmagazin mit jeweils 9 Vorlagen (glaube ich) heraus und die Sommerausgabe 2020 #26 enthielt 9 Landschaftsbilder, die ich grandios fand. 
 
[Übrigens: Wie ihr seht, zahlt sich unser Online-Fotokurs voll aus. Wir legen jetzt Zeugs auf unsere Fotos.]
 
Immerhin: Hübsch ist die Tasche.
 
Jetzt stellt sich mir bei Patchworkarbeiten immer die Frage: Was damit anstellen? Die Anzahl der Kissen, die ich brauche, ist begrenzt, und sollte ich jemals Bedarf an einer Patchworkdecke haben, werde ich sofort die vom Star Trek-Quilt-Along nähen, deren Vorlage auf meinem Rechner liegt, aber mein Verstand sagt traurig, dass dieser Tag wohl niemals kommen wird :(
 
Aber neulich stellte ich fest, dass ich gern eine neue Tasche hätte. Ich besitze aktuell nur eine große Tasche und die geht langsam kaputt, also ist eine weitere total okay! 
Die Taschenschnittmuster von Hansedelli gefallen mir sehr. Die Vara habe ich schon genäht und ich muss zugeben, dass ich diverse andere bereits besitze, aber noch nicht ausprobiert habe ... dabei gibt es für manche sogar ein Video und die Lexa gehört auch dazu!
 
Mit den Steppnähten bin ich unzufrieden. Vom Grau bin ich daher zu Schwarz gewechselt.
 
Das Patchworkmotiv hat natürlich eine Weile gedauert, ging aber verhältnismäßig schnell, weil die meisten Segmente nur aus wenigen Teilen bestehen und das Motiv an nicht allzu vielen Stellen passen muss. Der Chevrolet war da weitaus aufwändiger ... Ich habe außerdem erfreut festgestellt, dass ich fast alle Farben dahatte; nur ein Dunkelrot und den hellblauen Himmelstoff habe ich zugekauft (für Hellblau habe ich ewige Zeiten lang mit doppelt gelegtem Batist improvisiert, supernervig, no more!). Für die mittelgrauen Schattierungen am Leuchtturm habe ich mal wieder unifarbene Partien aus einem Musterstoff zugeschnitten - auf Dauer lege ich mir vielleicht doch mal Patchworkstoff dafür zu. 
 
So sah das Motiv vollständig aus.

Ein Wort zu Strukturstoffen beim Patchwork: Bei den Felsen habe ich unterschiedlich dicke strukturierte Stoffe genommen: Grobes Leinen, dicker Jeans, unterschiedlich gewebte Baumwollstoffe ... das ist schwieriger zu nähen und man kann Probleme mit den sehr dicken Nahtzugaben bekommen, aber erstens hatte ich keinen braunen Patchworkstoff da und zweitens fand ich die Strukturstoffe perfekt für die Felsenoptik! Die dunkelsten Meerpartien sind aus Satin, das glänzt schön. Ich habe auch schon Taft für Laternenscheiben benutzt, was auch einen coolen Effekt gibt. Aber ganz allgemein empfehle ich doch dünne glatte Baumwollstoffe für Patchwork und andere (vor allem dicke) Stoffe nur im Ausnahmefall. Bei großen Flächen mit wenig Nähten wie den Felsen geht das. Bei winzigen Teilen mit vielen Nähten wie bei den Leuchtturmfenstern und dem Geländer hätte das eine Katastrophe gegeben. Also nur mit Bedacht einsetzen.

Die Tasche habe ich aus schwarzem dünnerem Jeans genäht. Ich wollte eine eher sportliche als edle Optik, der Stoff lag rum und ich brauchte eine unaufgeregte Farbe als Rahmen für das Motiv.

Innenansicht: Der Reißverschluss reicht nicht bis zum Rand.

Als Futterstoff habe ich einen grauen Patchworkstoff mit sehr symmetrischem Dreieckmuster von Robert Kaufman ("Remix Triangles Scatter Grey") auserkoren - Paper Piecing macht ja ebenfalls eine geometrisch-eckige Optik, passt also prima. Den Stoff hatte ich mal bei Pepelinchen zu einer Bestellung dazugenommen, weil ich ihn so schön für ein Taschenfutter fand und jetzt kam seine große Stunde.
Gab nur ein Problem: Es war eigentlich viel zu wenig. Und ich meine VIEL: Das Stück war knapp über 50 cm lang und nur 110 cm breit. Laut Anleitung hätte man aber 100x150 cm gebraucht, das ist mehr als die doppelte Fläche!
 
Was für eine Puzzelei ... mit etwas Umstellen hat auch das Fach oben links draufgepasst.
 
Aber zu meinem Glück sieht das Muster eben aus allen Richtungen gleich aus, so konnte ich die Schnittteile sehr platzsparend draufquetschen. Nur für das Futter der Innentaschen hätte es beim besten Willen nicht mehr gereicht, die habe ich mit einem Wasser-Fotoprintstoff von buttinette gefüttert. 

Mag den Futterstoff. Passt auch thematisch.

Verstärkt habe ich den Jeans mit Vlieseline S320 (dünne Schabrackeneinlage) und das Futter mit H250 sowie H640 (glaube ich - ein Volumenvlies). Es ist in der Anleitung vorgesehen, statt des aufgebügelten Volumenvlieses kaschierten Schaumstoff einzunähen (kann man online bestellen, alternativ StyleVil), aber erstens wollte ich den Futterstoff nicht mit Nähten versehen und zweitens habe ich hier im Laden weder StyleVil noch Schaumstoff bekommen und fürs Bestellen war die Zeit zu knapp.

Unter der Blende ist ein Reißverschlussfach versteckt.


Das Nähen lief eher unter dem Motto "Pleiten, Pech und Pannen": Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich etwas aufgetrennt habe; ständig habe ich Dinge falschherum angenäht oder Absteppnähte wurden krumm und schief oder passten nicht aneinander (blöd bei Kontrastgarn). Zwischendurch war ich kurz davor, das Projekt in die Tonne zu hauen ...

Der größte Stolperstein war, dass die Korpusteile des Futters nach oben breiter werden. Das ist für mich unintuitiv und ich habe sie immer falschrum hingelegt, was bei der eingenähten Reißverschlusstasche dazu führte, dass ich mit einem nach oben gerichteten Taschenbeutel und einem viel zu weit unten sitzenden Reißverschluss dastand. So ein Mist! Leider habe ich nur ein unscharfes Bild, aber man sieht das Problem:

Links: Auf dem Kopf. Rechts: Richtigrum. Obendrauf gehört noch das Teil mit den schrägen Ecken.


Hier konnte ich wirklich nichts kaschieren, die Tasche funktioniert so einfach nicht. Also alles wieder aufgetrennt. Dummerweise hat man bei dieser eingesetzten Innentasche einen Schnitt mitten im Stoff. Den habe ich erst per Hand und dann nochmal mit dem Stopfstich der Maschine zugenäht und schließlich einen Webbandrest in dezentem Grau (der war noch von der Rauten-Sweatjacke übrig) drübergenäht, um die Naht zu verstecken. Total ärgerlich, weil viel Zusatzarbeit - die Tasche musste ich ja trotzdem neu einnähen -, aber immerhin sieht das Jacquardband aus, als gehöre es dahin.

Was mir gut gefällt, ist das Gummibandfach innen: Eigentlich nur ein Quadrat, das oben und unten mit Gummiband zusammengezogen wird. Man kann z.B. eine Flasche dort aufbewahren, die dann nicht durch die Tasche kullert.

Praktisches Flaschenfach. Rechts unten sieht man das Jacquardband ein bisschen.

Die Träger waren auch so eine Sache für sich: Ich habe diverse Stoffläden abgeklappert, bevor ich welches in 2,5 cm Breite gefunden habe - überall gab's nur 3 cm. Breitere Träger wollte ich aber nicht, um weniger vom Motiv zu verdecken. 

Ich habe dann welches in Dunkelgrau bestellt, mich umentschieden und schließlich doch dunkelblaues in der richtigen Breite in einem Stoffladen gefunden. Die Träger habe ich nicht innen an der schräg-senkrechten Teilungsnaht angenäht wie vorgesehen, wie es die Anleitung vorsieht, sondern mittig auf die Teilungsnaht gesetzt. Sonst wäre zu viel vom Motiv verlorengegangen; ich habs ausprobiert und es sah nicht gut aus. 

Der Träger wird im Original weiter innen angenäht, dann ist der Ring weniger nah an der Kante.

Eine Sache habe ich dabei aber nicht bedacht: Da die Kante schräg ist, rücken die Träger dabei bei gleicher Höhe näher an die Kante und damit auch der Vierkantring. Das Verstürzen der oberen Kante mit dem Futter gestaltete sich dadurch ziemlich abenteuerlich ... einen Schönheitspreis gewinnt die Absteppnaht sicher nicht, aber hoffentlich gucken die Leute eher aufs Motiv.

Die Träger habe ich von 68 auf 100 cm verlängert. Gut, dass ich vorsichtshalber einen Meter Gurtband mehr gekauft hatte! Ich mag es nicht, wenn eine Tasche quasi unter der Achsel klemmt.

Als die Tasche fertig war, musste ich allerdings feststellen: Sie ist riesig. Für mich kleines Persönchen ist das nicht optimal ... ob ich sie tatsächlich verwenden werde, kann ich daher noch nicht sagen. Mit der Optik bin ich trotz aller Mängel (manche Nähte darf man echt nicht von Nahem anschauen!) dann doch zufrieden.
 
Die Tasche ist wirklich nicht klein ...

Schnitt: "Lexa" von Hansedelli; außerdem: "Lighthouse" aus dem digitalen Paper Piecing-Magazin #26 von Quilt Art Design 
Material: Außenstoff: Schwarzer Jeans, verschiedene Stoffe fürs Paper Piecing-Motiv, Futter: Baumwollpopeline. Verstärkung: S320 beim Außenstoff, H250+H640 beim Futter.
Änderungen: Leuchtturmmotiv auf 79% verkleinert, oberes und unteres Mittelteil zusammengefügt, Gurtband etwas weiter nach außen gerückt, Träger um 32 cm verlängert
Nachnähpotential: Die Optik gefällt mir, aber die Tasche ist schon sehr groß. Weiß ich also noch nicht.


Lg
Nria

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Tasche Vara mit Wildlife - Recyclingprojekt nach Hansedelli

Diese Tasche ist ein "Ich wollte doch schon lange mal ..."-Projekt: Die Stoffe warteten schon lange im Schrank oder sind von alten genähten Dingen recycelt, den Schnitt habe ich letztes Jahr im Herbst gekauft und der Plotter stand hier auch schon seit einer ganzen Weile ungenutzt rum.

Alles ein bisschen schief, aber liebevoll!


2012 habe ich eine Tasche aus blaugefärbtem Elch-Canvas genäht - ich glaube, das war der erste Farbenmix-Adventskalender, an dem an jedem Tag ein neuer Nähschritt veröffentlicht wird. Ich habe viel gelernt beim Nähen der Tasche, aber mein Stil war sie nicht und ich fand sie auch unpraktisch.
Seitdem nehme ich mir vor, eine neue Tasche draus zu nähen. Damals hatte ich einen Plan, für den der Stoff aber nicht gereicht hat, und seitdem lag das Ding in der Up-/Recycling-Kiste.

Das oft vergessene Rückseitenfoto! Das Fach ist von mir hinzugefügt, nicht im Schnitt enthalten.

Hansedelli macht seit ein paar Monaten eine Vergessene Schätze-Challenge fürs Taschennähen, jeden Monat mit neuem Thema. Diesmal ist es das Thema "Im Wald". Gut, so richtig typische Waldtiere sind Elche zwar nicht, aber there is more ...

In meinem Schrank liegt auch schon seit einer Weile ein Stoffschätzchen von Copenhagen Print Design mit Bären und Nadelbäumen. Passt prima, habe ich als Futter auserkoren.

Premiere: Mein erster Magnetverschluss.

Der Schnitt ist die Tasche "Vara" von Hansedelli (reiner Zufall - es ist keine Pflicht, Schnittmuster von ihr für die Challenge zu nehmen), die sich ebenfalls schon länger (genauer: seit mehr als einem Jahr) in meinem Besitz befindet. Übrigens: Ich habe dem Schnitt ein wenig kleiner gedruckt - ob absichtlich oder aus Versehen, weiß ich aber nicht mehr.

Als Kombistoffe habe ich einen braungepunkteten Patchworkstoff und einen dunklen Jeansstoff ausgesucht. Der Jeans ist auch ein Recycling-Projekt - ich hatte mal einen Tellerrock draus genäht, der mir aber inzwischen zu groß ist und diese Form lässt sich nur mit enormem Aufwand enger nähen. Ich war sowieso nie soo zufrieden damit, also wurde der Großteil zu einem Kleid und hier kamen dann die Reste zum Einsatz.

Die Reißverschlusslösung. Ich bin unzufrieden.


Eine Premiere ist das geplottete Motiv: Einen Plotter besitzen wir schon seit fast zwei Jahren - nur rangetraut haben wir uns bisher nicht. Dank Videos und einem Plotterbuch habe ich mich jetzt rangewagt und es war gar nicht so schwierig!

Als erstes waren die Außenteile mit den Ecken dran. Ecken sind immer so eine Sache - die werden oft nicht so spitz, wie ich sie gern hätte (meiner Meinung nach ist das je nach Stoff auch schwieriger oder leichter). Hier ist es ganz ok geworden ... Aber da die Taschenklappe naturgemäß auch nicht so spitz ist, passt das zusammen.

Platz für mehr kleine Bären und Einkaufslisten.


Es werden verschiedene Optionen angeboten - Außenfächer vorne und/oder hinten, die mit Reißverschluss versehen werden können, und auch das Hauptfach kann mit oder ohne Reißverschluss genäht werden. Ich habe mich für ein vorderes Außenfach ohne RV und das Hauptfach mit RV entschieden.
Bei RV-losen Taschen fühle ich mich immer etwas unwohl und diese Außenfächer sind sehr praktisch, um z.B. einen Einkaufszettel drin unterzubringen.
Außerdem habe ich je ein eingenähtes Reißverschlussfach auf der Rückseite der Tasche (für den Hausschlüssel) und im Futter (für den Autoschlüssel) eingefügt - das ist im Schnitt nicht vorgesehen, aber simpel und praktisch.

Blick in die Tasche.

Das Außenfach geht nicht ganz bis zum Rand der Tasche und den Übergang finde ich nicht sehr schön, da knubbelt sich der Stoff etwas - würde ich nächstes Mal wohl ändern, denn bei so dünnem Stoff trägt das nicht weiter auf.
Was mir auch nicht so gefällt, ist der Reißverschluss: Ich kann es eigentlich nicht leiden, wenn ein Ende so eingefasst wird und lose rumflattert. Finde ich hässlich. Hier habe ich es mal brav nach Anleitung gemacht, um erst mal zu verstehen, wie es vorgesehen ist, aber beim nächsten Mal würde ich eine andere Lösung suchen.

Das Handy passt nur quer rein.
 
Übrigens wird die Einfassung des RV-Endes in der Anleitung unglaublich umständlich gemacht - ich habe einfach das Einfassband genommen, oben angelegt, seitlich um den RV herumgeführt und unten angelegt. So konnte ich ganz einfach beide Seiten gleichzeitig annähen.

Der Baumrinden-Stoff sieht super aus zum blauen Futter!

Gar nicht so einfach dagegen war es, den Magnetverschluss zu befestigen - die Bügel lassen sich einfach schwer umbiegen, wenn man sie im Inneren eines gewendeten Teils nah an der Kante befestigt. Ich habe in der Facebookgruppe der Designerin nachgefragt und den Tipp bekommen, eine Münze zu Hilfe zu nehmen und damit hat es funktioniert!

Und im Rückfach versteckt er sich auch noch mal.


Was ich nicht weiterempfehlen kann, ist das Beplotten der Klappe: Man muss das Teil zusammendrücken, um es zu wenden, dabei kann die Folie unschön knittern.

Während des Nähens wirkte die Tasche sehr groß, aber durch die Abnäher bekommt sie Volumen und wird etwas kleiner. Jetzt finde ich die Größe super! Auch wenn sie einen Tick kleiner ist als vorgesehen (aber nicht viel, höchstens 5%).

Fazit:
An sich finde ich die Tasche wirklich schön! Der Elchstoff als Boden gefällt mir super und die V-Form ist originell. Man sollte hier aber wirklich sorgfältig arbeiten; bei geometrischen Formen fällt es auf, wenn etwas nicht genau passt! Beim Verschluss habe ich offenbar gepfuscht; die Taschenklappe sitzt nicht 100% so, wie sie soll.
Mit den Fächern bin ich zufrieden, aber ohne die Extra-RV-Fächer hätte mir etwas gefehlt (in der Anleitung ist nur ein Außenfach und das Steckfach innen vorgesehen; zwei Außenfächer sind möglich, aber davon wird eher abgeraten wegen der Anzahl der Stoffschichten an der Oberkante).
Was mich wirklich unzufrieden zurücklässt, ist der Reißverschluss: Ich bin generell kein Freund von eingefassten Reißverschlussenden, ich möchte die schön ordentlich vernäht haben. Und bei mir steht er über, obwohl ich mich genau an die Anleitung gehalten habe ... ich weiß noch nicht, wie ich das lösen werde, aber irgendwas werde ich daran ändern.
Auf der anderen Seite verschwindet der RV einfach in der Längs-Naht und am Ende bleibt ein Stückchen offen; auch das finde ich unschön.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, die Tasche ein zweites Mal zu nähen, aber dann werde ich mir die erste Vara nochmal genau anschauen und überlegen, wie ich den Verschluss besser verarbeiten kann.

Ach ja: Ich habe nur ein kleines Stück vom Elch-Canvas verbraucht; das Projekt hab ich mir irgendwie stoffverbrauchender vorgestellt ...

Schnitt: "Vara" von Hansedelli mit einem Vorderfach
Material: blaugefärbter Elch-Canvas, Baumwoll-Patchworkstoff, leichter Jeans, Futter: Patchworkstoff von Copenhagen Print Factory
Änderungen: etwas verkleinert, innen und außen je ein Reißverschlussfach eingefügt
Nachnähpotential: Weiß noch nicht.
Fürs Herbst-Handarbeitsbingo habe ich angekreuzt:
- eine Herausforderung (der Plotter!)
- am Martinstag handarbeiten
- von Zapfen inspiriert (irgendwie erinnert mich der Pünktchenstoff an Tannenzapfen ... und das Baumrindenfutter weist in meinen Augen auch eine gewisse Zapfigkeit auf)

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria