Beim November-MMM zeige ich heute noch ein letztes Sommerteil!
Das Blöde am Nähen ist: Man kann die Sachen vorher nicht anprobieren und manchmal näht man Dinge, die man nie trägt.
Das Gute am Nähen: Man kann einfach was Neues draus machen. Man macht das halt selten ...
Eine Vorab-Bemerkung, weil ich von den Kommentaren auf Social Media überrascht war und dann ein Missverständnis bemerkte:
Dies ist kein Beitrag, der sagt: "Schaut mal, was ich Schönes aus einem hässlichen Teil genäht habe!".
Dies ist ein Beitrag, der sagt: "Manchmal näht man etwas und stellt fest, dass einem Stoff und Schnitt nicht so gefallen. Aber man kann immer noch Drunterziehkleidung draus nähen!"
Ich bin mir im Klaren darüber, dass an sich Kleider ein hübscheres Kleidungsstück sind als das Funktionskleidungsstück Radlerhose. Und natürlich stecke ich normalerweise keine Shirts in Radlerhosen ...
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| Endlich wird der Stoff getragen, anstatt im Schrank zu liegen! Unter Kleidern sieht man ihn nicht. |
Aber diesmal habe ich's getan! Vor einigen Jahren habe ich ein Winter Dress von Sewera genäht, aus einem Baumwolljersey, den Hana aussortiert hatte. Mir hat er auch nicht soo gefallen, aber ich dachte mir, hey, manchmal wird ja doch was Tolles draus!
Spoiler: Wurde es nicht. Den Stoff mochte ich vernäht auch nicht, und die Schnittmuster von Sewera sind mir einfach zu figurbetont, das habe ich mittlerweile eingesehen.
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| Auch so wird man das Teil nicht auf der Straße sehen :D |
Jetzt brauchte ich eine Unterzieh-Radler für den spontan einsetzenden Sommer und habe meine nicht mehr gefunden. Letztes Jahr habe ich halt Umstandsradler getragen, und wo jetzt wohl meine normalen hingeflogen sind? Keine Ahnung!
Jedenfalls erinnerte ich mich daran, dass ich ja mal die Wickham Shorts von Cashmerette ausprobieren wollte. Das sind kurze enge Jerseyhosen, die innen einen Zwickel haben (wie Reiterhosen, so dass keine Innennaht reibt), damit man sie gegen scheuernde Oberschenkel tragen kann. Optional mit angesetztem Rock, aber den brauchte ich nicht.
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| Flach hingelegt sieht das Teil ziemlich quadratisch aus ... |
Für eine Unterziehbuxe ist das Muster ja völlig egal, also habe ich kurzerhand Abnäher und einige Nähte vom Winter Dress aufgetrennt (gut, dass das Teil keine Taillennaht hat, macht die Verwertung einfacher), die wenigen Seiten des Schnittmusters gedruckt und fröhlich drauflos geschnibbelt!
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| Kleidverwertung! |
Die Radlerhose ist erstaunlich schnell genäht. Nur braucht man ohne Overlock einen elastischen Stich, der dann ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt. Aber dafür hat man dann keine wulstigen Nähte, das finde ich bei industrieller Kleidung oft sehr störend.
Meiner Erinnerung nach habe ich den Gummibund etwas anders verarbeitet als im Original vorgesehen; vor allem habe ich ein breiteres Gummi und entsprechend einen breiteren Tunnel verwendet, aber ohne den Schnitt zu ändern. Einfach mehr umgeschlagen. Die Gummi-Breite von 2,5 (?) cm funktioniert hervorragend für mich!
Ich gebe zu: Eine Radlerhose ist eher kein optisches Highlight, und das Stoffmuster ist ja auch nicht so meins. Aber die Hose habe ich in diesem Sommer schon x-mal unter Kleidern getragen und bin wirklich äußerst zufriedem mit meinem Upcycling-Projekt!
Schnitt: Wickham Shorts von Cashmerette, Version B (längere Länge) ohne Taschen, Gr. 12/14
Material: Recyceltes Kleid aus Baumwolljersey
Änderungen: Ab der Hüfte aufwärts von Gr. 12 zu Gr. 14 gradiert
Nachnähpotential: Ja!
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.
Lg
Nria





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