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Mittwoch, 8. März 2017

I aim to misbehave - Sweatkleid aus der Handmade Kultur

Manchmal brauche ich einfach ein bisschen länger ...

Im Februar 2016 habe ich die aktuelle Ausgabe der Handmade Kultur gekauft - keine Schnittmusterzeitschrift, sondern eine mit allerlei interessanten DIY- und Handarbeitsthemen, aber es sind zwei Schnittmuster enthalten: Eine Rüschenschürze (für mich nicht so relevant) und ein schöner Kleiderschnitt. Der hat mich dann zum Kauf motiviert! Im März 2016 habe ich es angefangen zu nähen. Im Februar 2017 habe ich es fertiggestellt - immerhin lag kein ganzes Jahr dazwischen!
Nur fast ...

Big damn hero! Mit zu langem Pony.


Ich mag Raglanärmel. Dummerweise sind die schwierig bei meiner Figur - ich habe sehr schmale Schultern, deshalb sitzt die Raglan-Schulterpartie immer blöd und wirft Falten. Außerdem habe ich viel Oberweite, deshalb sitzt die Raglan-Brustpartie immer blöd und wirft Falten. Ich habe bisher keine  Anleitung für Raglan-Anpassung gefunden (ist auch knifflig, glaube ich) und deshalb drauf verzichtet.
Das Handmade Kultur-Kleid hat eine Art Hybridärmel - halb normaler Ärmel, halb Raglan. Faszinierend und irgendwie futuristisch, und ich mag futuristisch!
Die französischen Abnäher (ebenfalls Hybriden, eine Mischung aus Brust- und Taillenabnäher, im Englischen French Darts genannt, also übersetze ich sie einfach mal wörtlich) fand ich auch gut: Weniger Abnäherarbeit bei gleicher Passform - super!

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Vorgesehen ist das Kleid für Webstoff; ich habe Sweat genommen. Den hatte ich nämlich noch rumliegen und er nahm Platz im Stoffschrank weg. Nachdem ich den Schnitt um etwa 15 cm gekürzt hatte, passte er auch super auf den Stoffrest!
Und Überraschung: Das Kleid saß auf Anhieb ziemlich gut. Die Schulternaht auf dem Ärmel musste ich ein wenig abflachen und den Rücken verschmälern (wie immer), aber beides nicht sehr aufwändig. Den Reißverschluss konnte ich dank elastischem Stoff weglassen. Die Ärmelnaht ist an der Schulter bei mir nicht so extrem nach innen gezogen wie bei Leuten mit breiteren Schultern (bei mir ist einfach nicht so viel Platz dafür ;)), aber der Effekt ist doch deutlich erkennbar.

Mit dem Kürzen aus Platzgründen habe ichs aber etwas übertrieben, jetzt war mir das Kleid nämlich zu kurz. Also musste ein Stück Jersey zum Verlängern her.
Ich habe einen relativ dicken Jersey in Dunkelrot gefunden, fast schon ein Strickstoff (oder eine Mischung aus beidem. Für einen schönen Lagenlook habe ich zunächst das Stück Strick mit dem Sweatsaum normal aneinandergenäht und dann den Strick ein Stückchen unter den Sweat geschoben und festgenäht, sodass es so aussieht, als läge der Strick unter dem Sweat.




Der Versuch, den roten Stoff als Halsbündchen zu verwenden, scheiterte leider; dafür ist der Stoff zu fest. Den Halsausschnitt habe ich stattdessen mit einem Streifen aus weißem dünnem Jersey verstürzt.

Einen Versuch war's ja wert ...


Nur ein schlichtes weißes Kleid war mir aber zu langweilig. Aber ich hatte da ja noch so einen Firefly-Patch, der eine neue Bestimmung brauchte. Also gleich das Kleid zum Firefly-Kleid erklärt und entsprechende Dekoration geplant!

Der Plan sah Folgendes vor:
- der Firefly-Patch sollte wieder auf einen Ärmel
- vorne wollte ich ein Serenity-Stencil
- hinten habe ich einen Schriftzug vorgesehen, "I aim to misbehave", und die Vorlage dafür ist eine Applikation von Fandom in Stitches.

Und mit letzterem nahm das Drama seinen Anfang (das hatte auch sein Gutes, aber dazu später): Ich habe bisher für Stencils immer Klebefolie benutzt. Eine gespiegelte Vorlage gedruckt, auf die Papier-Rückseite der Folie abgepaust, ausgeschnitten, aufgeklebt, gestencilt. Funktioniert eigentlich recht gut - aber nur bei kleinen Stencils.
Bei großen Stencils passiert es leicht, dass sich die Folie beim Ablösen vom Trägerpapier mit sich selbst verklebt und dann kann man sie wegwerfen, das kriegt man nämlich nicht wieder auseinander. Ärgerlich, wenn man schon stundenlange Schneidearbeit reingesteckt hat!

Genau das ist mir mit dem Schriftzug passiert, und dann habe ich das Kleid für ein paar Monate in die Ecke in den Ufo-Korb in der Ecke geworfen und geschmollt.
Abgenommen habe ich außerdem. Und dann war das Kleid zu weit. So lag es dann ungeliebt rum.

Dieses Jahr habe ich es frisch motiviert aus dem Korb gezogen, angezogen und Hana abstecken lassen. War überraschenderweise gar nicht so viel Aufwand, das Teil enger zu machen, aber jetzt war ich wirklich froh, dass hinten noch kein Stencil drauf war, das hätte ein Problem gegeben beim Abstecken der hinteren Mittelnaht!

The best ship in the 'verse!


Dann habe ich mich den Verzierungen gewidmet. Zunächst musste ich einsehen, dass der Patch nicht auf den Ärmel kann - ich habe zu schmale Arme und der Patch ist zu steif, der biegt sich nicht. Bei weiten Ärmeln wäre es okay, bei relativ engen hätte sich der Stoff an dieser Stelle verzogen. Schade! Auf der Brust sieht er aber auch ganz gut aus und ließ sich zugegebenermaßen auch leichter per Maschine aufnähen. Den Ärmel hätte ich dafür wieder auftrennen müssen.
Aufbügeln konnte ich den Patch nicht mehr, das hatte ich nämlich schon beim Firefly-Bolero getan, und weil er sich nicht mehr ablösen ließ, einfach mitsamt Stoff drunter ausgeschnitten. Aber mit dem doppelseitigen Stylefix-Klebeband ließ er sich gut fixieren.

Mit den Stencil-Arbeiten habe ich vorne angefangen; die Schablone für das Raumschiff samt Schriftzeichen hatte ich nämlich bereits zusammen mit dem Schriftzug ausgeschnitten, aber nach dem Desaster nicht aufgeklebt. Es ist relativ klein, deshalb kam ich mit der Folie gut zurecht und das Ganze ließ sich problemlos aufkleben.
Ich habe braune Stoffmalfarbe verwendet (erstens passt es zur Western-Thematik der Serie und zweitens nennen sich sowohl eine Fraktion in der Serie als auch die Fans der Serie Browncoats), in zwei Nuancen. Zuerst habe ich die hellere aufgetragen, dann mit der dunklen vom Rand aus die noch feuchte Farbe etwas schattiert. Fotografieren lässt sich der Effekt kaum, aber real sieht man's.

Von ganz Nahem ist es sehr fleckig, von Weitem siehts okay aus.

Für den Schriftzug habe ich keine Folie mehr verwendet (ich bin ja lernfähig!), sondern das Freezer Paper, das Hana sich neulich gekauft hat. Das ist Papier mit einer Beschichtung zum Aufbügeln - da kann sich nix verkleben!
Fun Fact: Das Freezer Paper ist von der Marke Reynolds, und das ist der Nachname des Captains der Firefly - wie passend! :D

Es ist übrigens gut, dass sich das Freezer Paper mehrfach aufbügeln und wieder abziehen lässt; es war nämlich etwas tricky, den Schriftzug gerade auf den Rücken zu bringen. Das Anzeichnen der Mittellinie hat etwas geholfen, aber der Ausschnitt scheint nicht völlig symmetrisch zu sein. Jetzt müsste es aber halbwegs stimmen.

Wenn ich die Arme nicht verschränke, hat das E auch keinen Strich ...

Beim Anprobieren war ich dann mit den Verzierungen sehr einverstanden, aber der Ausschnitt machte mich noch nicht glücklich: Ich habe nämlich mal wieder meinen Kardinalfehler begangen - der Ausschnitt war zu groß. Ein Sweatkleid zieht man naturgemäß nicht im Hochsommer an und zu jeder anderen Jahreszeit friere ich sofort, wenn der Ausschnitt größer ist als mein Hals.

Viel besser und endlich zufrieden!


Also kam ich doch noch zum Wiederaufgreifen des roten Strickstoffs - daraus habe ich nämlich einen Einsatz genäht und eine Anleitung dazu geschrieben. Jetzt bin ich sowohl von der Optik als auch vom Tragegefühl rundum zufrieden.

Nach fast einem Jahr ist das Teil also endlich fertig und ich bin so froh, dass es nicht mehr rumliegt und mich vorwurfsvoll anschaut!

Material: angerauter Sweat und Strickstoff
Schnitt: aus der Handmade Kultur 1/2016
Änderungen: Schultern verschmälert, Einsatz zum Verkleinern des Halsausschnitts, Saumeinsatz

Verlinkt beim Me Made-Mittwoch und After Work Sewing.

Lg
Nria


Dienstag, 3. Januar 2017

Wichteln: The best ship in the 'verse - Firefly-Wandbild

Nria war dieses Jahr beim Nähkromanten-Wichteln ja superfleißig - ich habe mir auch einen Wunsch zum Erfüllen geschnappt. Mein Wichtelchen wollte gern ein Wandbild und mir ist direkt ihre Vorliebe für die Science-Fiction-Serie Firefly (bzw. des zugehörigen Films Serenity" ins Auge gesprungen ...
[Ernsthaft, wenn ihr auch nur das leiseste Interesse an Science Fiction hegt und die Serie noch nicht kennt, schaut sie euch an. Sofort!]

Die Serenity an einer Beispiel-Wand


Ich habe schon öfter im Netz diese mit Figuren bedruckten Buchseiten gefunden und finde die ganz toll. Da im Firefly-Universum ja Chinesisch zur zweiten Weltsprache geworden ist und die Figuren dort immer mal wieder chinesische Sprüche einwerfen, habe ich mir überlegt, als Grundlage eine chinesische Zeitung zu verwenden.

Druck auf Zeitung ...


Ich fahre momentan oft Bahn und dachte mir, an einem der großen Zeitschriftenläden des Frankfurter Hauptbahnhofs wirst du schon eine chinesische (oder zumindest asiatische, so pingelig wollte ich nicht sein) Zeitung finden - aber Pustekuchen.
Noch an diversen großen Bahnhöfen habe ich geschaut, bis ich schließlich am kleinen Bielefelder Bahnhof fündig geworden bin.
Falls chinesischen Firefly-Fans jetzt ob japanischer, koreanischer oder sonstigen nicht-chinesischen Schriftzeichen die Augen bluten, tut es mir Leid, eine andere Zeitung als diese war nicht aufzutreiben!

Jedenfalls habe ich mir die Stelle mit dem für mich schönsten Layout rausgepickt, auf DIN A4 zugeschnitten, nach "firefly schematics" gegoogelt und mir ein passendes Motiv ausgedruckt.

... und Druck mit Kontur

Da das Motiv auf dem beschrifteten Untergrund doch sehr unterging, habe ich zunächst mal die Konturen dicker nachgezogen.

Eigentlich hatte ich geplant, einen Schriftzug "Firefly", "Firefly Modell" oder ähnliches drüberzuschreiben - aber da kam mir jetzt das schöne Layout ins Gehege, das würde ungünstig über den fetten Schriftzeichen liegen.

Also umdisponieren. Nria hatte die Idee, den Hintergrund farbig zu gestalten, wie das Serenity-Emblem. Ich hab das eine Weile vor mir hergeschoben, weil ich verdünnte Acrylfarbe verwenden wollte und befürchtet habe, das Zeitungspapier damit zu wellen. Dann ist mir eingefallen, dass ich irgendwann aus irgendeinem Grund (vermutlich: "Gab's im Angebot", "War günstig", oder "Kann man doch immer gebrauchen!") mal Pastellkreide gekauft und noch nie verwendet habe. Perfekt!

Die Farbe ließ sich wunderbar auftragen und verwischen und gab so einen tollen sanft gefärbten Hintergrund ab. Ich habe einen roten Kreis und innen einen gelben Kreis aufgemalt, die Übergänge verwischt und es nach innen weiß auslaufen lassen. Die äußeren Ränder des Bilds sind mit ein wenig Schwarz abschattiert für einen plastischeren Eindruck - zum Schluss habe ich noch die Schriftzeichen des Firefly-Logos ergänzt und das Bild auf ein Holzbrett geklebt. Und mit Aufhänger versehen.

Firefly-Wandbild mit Symbolvorlagen-DVD

Ich hoffe, der Empfängerin gefällt es und es macht sich gut in ihrer Wohnung!
Ich überlege, ob ich nicht auch so ein Bild brauchen kann ...

Verlinkt bei HandmadeonTuesday, Creadienstag und Dienstagsdinge. 

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 10. Mai 2016

SciFi-Swap: BB-8-Kissen und Fireflystickerei

Es wurde mal wieder geswapt im Nähkromantenforum! Diesmal zum Thema Science Fiction - da war ich natürlich sofort dabei!

Neurotoxine mag unter anderem Star Wars, Firefly und Dystopien. Super Sache!

Zunächst habe ich einen BB-8 gepaperpiect. Die Vorlage stammt wie so oft von Fandom In Stitches. Waren diesmal ganz schön viele Teile ... und durch die starken Kontraste fällt auch sehr auf, wenn es irgendwo nicht ganz perfekt zusammen passt. An der einen oder anderen Stelle habe ich dann noch per Hand nachgebessert. Das Ergebnis gefällt mir aber sehr gut und wurde in eine Kissenhülle verwandelt.

Bisschen überbelichtet.


Nochmal aus der Nähe:

Bisschen weniger überbelichtet.


Dann habe ich ganz unspektakulär eine Serenity gestickt nach einer Vorlage von etsy.

Mit einem blöden Fehler drin. Ich sag aber nicht, wo der ist!

Von hinten auch ganz gut:

Ich sollte vielleicht endlich mal ne andere Fadenendmethode lernen als diese Knötchen ...


Beides erforderte nicht allzu viel Kreativität, mehr stumpf nach Vorlage arbeiten. Für das Hauptteil hab ich aber dann doch mal meinen Kopf angestrengt und eine Tasche entworfen. Dafür gibts heute nur ein Vorschaubild und separat einen Extrabeitrag mit vielen Details (wegen hemmungsloser Bilderflut):

Mit Netzstoff!
So viel vorerst zu meiner Produktion.

Ich selbst habe natürlich auch tolle Sachen bekommen und zwar von Tenshi:

Flausch!

Der Schal hat das Muster eines Pullovers von Wash (aus "Firefly")! :D Zu dumm, dass es jetzt geraaade warm geworden ist!

You can't take the necklace from me!

Außerdem: Zwei Ketten von Firefly (mehr Nerdketten braucht die Welt) und ein Nähkromantenpatch. Juchu!

Möge der Swap mit euch sein :D

Lg
Nria

Donnerstag, 10. März 2016

Mein Browncoat. Oder: Vom Scheitern.

Manchmal soll es einfach nicht sein.

Im September 2012 habe ich einen Beitrag über einen geplanten Firefly-Bolero geschrieben. Und es hätte so schön werden können.



Es war einmal ein super Serenity-Patch. Den habe ich vor vielen Jahren - schon beim ersten Beitrag nannte ich es "vor einiger Zeit" - erworben und wollte ein Browncoat-Hommage-Kleidungsstück. Nur ein kleines, einen Bolero, weil mir Braun nicht gut steht.

Den habe ich dann auch genäht - ich weiß nicht mehr, wann genau, aber vermutlich noch 2012. Seitdem lag der Bolero in der Ecke (genauer gesagt, in der Ufo-Kiste) und dieser Beitrag unfertig auf dem Blog.

Eigentlich gefällt mir der Bolero gut: Das runde Revers, die Schulterriegel mit messingfarbenen Knöpfen, der Patch ... es gibt nur einen Haken: Ich habe zu steife Vlieseline genommen.

 Am Ärmel sieht er ja ziemlich gut aus. Bleiben kann er aber nicht.


Das passiert mir wirklich selten: Üblicherweise verwende ich eher zu dünne Einlage. Auch nicht viel besser. Aber hier lässt der Fehler leider das Kleidungsstück untragbar werden: Die Kante ist ziemlich hart und steht unschön ab. Das sieht nicht gut aus und ist leider wirklich unbequem.
Zu schade!

Das Corpus Delicti. Hier gäbe es eine Menge aufzutrennen ...

Zu retten ist das nicht. Ich müsste einen komplett neuen Bolero nähen - selbst wenn ich Lust hätte, die meisten Nähte (natürlich alles schön mit Zickzackstich versäubert) aufzutrennen und fast alle Nähschritte zu wiederholen, besäße ich nichts mehr vom dunkelbraunen Stoff.

Schulterriegel mit der Welt am schwierigsten zu fotografierendem Knopf.

Ich bin aber sowieso nicht mehr sooo wild nach Boleros wie ein paar Jahren. Vielleicht probiere ich es stattdessen mit einem richtigen Kurzjäckchen mit Verschluss oder einem Mini-Bolero (diese Shrugs, die nur gerade die Schulterpartie bedecken, nicht den ganzen Oberkörper). Oder ich mache ein Hemdblusenkleid mit kleinen Chinabrokat-Elementen.

Mal sehen. Eine zweite Chance bekommt der Patch ganz sicher.

Lg
Nria