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Donnerstag, 4. Juni 2026

Projektstart: Ein KOMPLETT selbstgenähtes Outfit. Teil 1: Humble beginnings mit T-Shirt

Schon lange hege ich einen Wunsch, den ich jetzt gerne mal umsetzen möchte: Ein zu 100%  selbstgenähtes Outfit.
"Heute trage ich komplett selbstgenäht!" lese ich in Nähgruppen öfter, das bezieht sich dann auf Oberteil+Unterteil.
Ich möchte aber mal wirklich alles selbernähen: Unterwäsche. SCHUHE. Accessoires. Tasche sowieso. 

Wenn ich das Shirt glattziehe, sitzt es ganz gut, aber bei Bewegung rutscht es hoch.

Oberbekleidung und Tasche sind kein Problem, das nähe ich rauf und runter. Aber einige Dinge haben mich immer abgehalten:
Die Schuhe sind am kniffligsten - ich plane genähte Slipper von Botties; die Sohlen habe ich schon da (ich hoffe, die vor der Schwangerschaft gekaufte Größe passt noch ...). Beim BH oder Bustier hatte ich schonmal eins von k.triny, was ein Flop war (große Cupgröße ist meh) - habe aber schon einen anderen Plan. Wenn der nicht klappt, wirds wieder Cashmerette. Und beim Rest gucke ich mal.

Genähte Socken finde ich eigentlich unbequem (hatte das mal fürs Larp probiert), da verbrauche ich wohl ungeliebte Reste ...

Babybedingt geht es vermutlich eher langsam voran, aber ich will das jetzt endlich mal machen!

Ich fange jetzt simpel an mit einem T-Shirt. Da habe ich secondhand aber einen sehr passenden Stoff mit Nähliebe-Motiv von Lillestoff aufgetrieben. Hellblau habe ich in meinen Teen- und Twen-Jahren sehr geliebt, aber in meinen Dreißigern eingesehen, dass die Farbe etwas blass für mich ist, daher jetzt mit dunklem Bündchen. Wobei, meine Haare sind inzwischen auch eher blass.

Mit Still-BH ist Passform aber eh so ein Ding ...

Der Schnitt ist wieder mein Standardschnitt "Meine Vivien" von Meine Herzenswelt. Ich probiere seit ein paar Jahren die verschiedensten Dinge aus für meinen G-Cup: FBA, Cupgrößen-Schnittmuster mit und ohne Abnäher z.B. von Cashmerette oder nach Maß ... aber die Passform hat mich bisher noch nie auch nur ansatzweise überzeugt und ich lande dann doch wieder bei der Vivien. Mal gucken, ob ich irgendwann doch meinen Heiligen Gral finden werde.

Ja, die Hose ist inzwischen zu schlabberig. 

Mit dem Bustier bin ich auch schon fast fertig. Ich hoffe ja, das wird dann nicht zu groß sein, wenn der Rest fertig ist ...

Stand der Dinge beim Projekt [Dinge in eckigen Klammern sind optional und jahreszeitabhängig]:
- Unterbuxe
- BH/Bustier
- Socken
- Hose
- Shirt: Nähliebe Shirt (T-Shirt "Meine Vivien" von Meine Herzenswelt)
- Jacke
- Tasche
- [Cardigan]
- [Hut/Kappe/Mütze]
- [Schal]

Schnitt: Meine Vivien von Meine Herzenswelt
Material: Baumwolljersey "Nähfee" von Lillestoff
Änderungen: Schultern verschmälert
Nachnähpotential: Ist mein Standardschnitt.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria 

Dienstag, 26. Mai 2026

Flop mit schönem Stoff - Jerseybluse Austin von Schnittmuster Berlin

Die Bluse Austin habe ich schonmal gebloggt, aber eigentlich die zweite Version davon, nämlich die Glühwürmchen-Bluse. Das hier ist das erste Teil. Es lag jetzt fast 2 Jahre im Schrank, bis ich endlich zum Fotografieren gekommen bin ... leider ungebügelt, aber ich wollte das jetzt endlich mal erledigen!

Ich liebe Jerseyblusen - sie teilen sich mit Sweatblazern Platz 1 der besten Kleidungsstücke: Bequem, aber gleichzeitig etwas "angezogener" als T-Shirts oder Kapuzen-Sweatjacken. 

Ich mag das Muster. Aber es ist eigentlich zu blass für mich, und die Passform der Bluse ist auch nicht so toll.

Leider sind Schnittmuster dafür eher selten. Ich kannte bisher genau drei - einmal mein absoluter Favorit Umeko_B (habe ich schon ganze viermal genäht, hier meine liebste Version aus blauem Viskosejersey), dann eine Bluse aus der Ottobre 5/2007 und schließlich die Bluse Leanna von Lillesol & Pelle, was allerdings eine Marke ist, die ich bisher nicht ausprobiert habe (dass es nur eine Fertig- und keine Körpermaßtabelle gibt, ist ein eher schlechtes Zeichen). 

Die Idee der Ärmel gefällt mir. Aber die Umsetzung nicht. Gebügelt auch nicht besser.

Jetzt habe ich bei Herzenssachen die Bluse "Austin" von Schnittmuster Berlin gesehen - und sofort nachgekauft! Die Bluse hat einen Reverskragen und sehr ungewöhnliche Puffärmel mit tulpenförmigem Saumabschluss, was noch ein Bonuspunkt ist. 

Was ich beim Schnittmuster schön finde: Es gibt ein richtiges Deckblatt zum  Drucken, auf dem eine Schnittskizze (vorne und hinten), der Schnittname mit Größenspektrum und hinterer Länge, Stoffempfehlung, Stoffverbrauch und sonstigen benötigten Zutaten zu finden ist. Außerdem eine farbige Skizze auf der Figurine, aber die habe ich vorm Drucken entfernt. Wäre wirklich super, wenn jeder Hersteller so etwas anbieten würde - mein Schnittordner wäre so übersichtlich! 

Hier sieht man das schöne Muster etwas besser.

Was ich weniger gut finde: Es sind Abnäher enthalten, aber erst ab Gr. 42. Versteh ich einfach nicht, was das soll. 

Praktischerweise kommt man bei meiner Kleidergröße gut mit einem Meter Stoff aus (1,10 sind angegeben, aber ich schneide Musterstoffe einlagig zu). In meinem Schrank liegen nämlich einige Ein-Meter-Stücke mit besonderen Jerseys, für die mir ein normaler T-Shirt-Schnitt zu schlicht ist!

Weil ich nicht sicher war, ob meine FBA ausreicht, habe ich erstmal mit einem eigentlich aussortierten Stoff probegenäht: Ein reiner Baumwolljersey ohne Elasthan, weiß mit gestrichelten Hexagons in Türkis. Der lag schon geschlagene 7 Jahre im Schrank! Vermutlich war mir schon beim Kauf klar, dass so helle Farben nicht mein Ding sind, aber das Wabenmuster hatte es mir einfach angetan.

Nach dem Nähen habe ich tatsächlich mehrere Monate nach den richtigen Knöpfen gesucht. Ich wollte keine türkis- oder petrolfarbenen, weil die Farbe sowieso nicht so mein Ding ist, und da war mir ein Kontrast lieber. Ich habe aber einfach nirgends das Richtige gefunden.

Schließlich bin ich - meiner Erinnerung nach im Bochumer Laden "Elsbeth und ich" - auf dunkelbraune glasierte Knöpfe gestoßen, die mir gefielen. Knopflöcher habe ich mir dann gespart; es ist sowieso ein Jerseyshirt, das man einfach überziehen kann. Und Jerseyknopflöcher machen definitiv keinen Spaß.

Aber ganz ehrlich: Ich schätze, ich werde die Knöpfe retten und vielleicht irgendwas fürs Möndchen aus dem Shirt nähen. Die Farbe gefällt mir nicht an mir, mit der Passform bin ich super unzufrieden und da ich wirklich nicht zuwenig Shirts habe, sehe ich mich dieses hier einfach nicht tragen.

Schade - ich verbuche es als Erfahrung!  

Schnitt: Jerseybluse "Austin" von Schnittmuster Berlin, Gr. 40/42
Material: Reiner Baumwolljersey mit Hexagonprint
Änderungen: Oben Gr. 40, ab Taille Gr. 42, FBA um ca. 3 cm
Nachnähpotential: Schon geschehen, aber das wars dann auch

Verlinkt bei DvD

Lg
Nria 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Verschollene Knoten - Mod. 1 Shirt Clean Cut, Modell 1 aus der Ottobre Woman Frühjahr/Sommer 2/2024

Dieses Shirt wollte ich eigentlich schon viel früher bloggen; genäht habe ich es im April 2024. Danach habe ich es mit Hana zwei Mal fotografiert - und beide Male die Fotos verlegt. Erst jetzt habe ich sie wiedergefunden (und prompt festgestellt, dass ich nicht mal einen Blogbeitrag dazu erstellt hatte. Arrgh!).
Wundert euch also nicht, dass ich auf den Bildern kurze Haare habe.

Ich musste auch erstmal gucken, was das eigentlich für ein Schnitt und Stoff war. Zum Glück führe ich Listen! 

Reden wir über die Ottobre: Der Schnitt ist aus der letzten Ottobre Woman. Nicht die neuste, die letzte - seien wir realistisch: Das Heft wurde eingestellt. Angeblich wollten sie laut Ankündigung Anfang 2024 eine Pause "bis Ende des Jahres" machen für den Generationenwechsel, aber das ist jetzt zwei Jahre her. Kürzlich ist ein einzelnes neues Schnittmuster als Ebook erschienen. Wer zahlt für einen Einzelschnitt so viel wie früher fürs ganze Heft? Der Schnitt ist dazu super schlicht, dabei sehr teuer (knapp 14 € ist für einen europäischen Schnitt ohne mehrere Varianten wirklich viel), es ist keine A0-Datei enthalten und vermutlich auch keine Ebenen etc., was heute eigentlich Standard ist ... wenn das der Probelauf sein soll, sehe ich keine Zukunft für die Ottobre-Schnittmuster. Preislich war das natürlich schon länger schwierig; die Hefte sind irgendwann 1 € pro Jahr gestiegen, innerhalb von 10 Jahren von 9 auf 16 € gestiegen. Wer bezahlt das noch? Aber da hat man immerhin mehr als ein Dutzend Schnittmuster für bekommen anstatt nur eins.

Ich bin traurig darüber, aber ich fürchte, diese Marke können wir vergessen. Vielleicht kaufe ich noch einige Kinderhefte und versuche meine Damenheft-Sammlung zu vervollständigen. Schade; Ottobre hat mir immer verhältnismäßig gut gepasst.

Zurück zum Schnitt: Das Modell 1 aus der Ottobre Woman 2/24 heißt "Clean Cut" und der Name ist Programm. Das Shirt ist gerade geschnitten, hat kurze Ärmel und einen Rundhalsausschnitt mit relativ breitem Bündchen.

Beim Halsbündchen habe ich darauf geachtet, genau ein Seil mittig drauf zu positionieren, und der Effekt gefällt mir sehr gut!


Das Shirt wurde schon oft und gerne getragen - Nachfolgemodelle nicht ausgeschlossen! Auch wenn ich aktuell eine Nummer größer bräuchte.

Schnitt: Mod. 1 Shirt Clean Cut, Modell 1 aus der Ottobre Woman Frühjahr/Sommer 2/2024, Gr. 40?
Material: Baumwolljersey mit Seilmuster von Stoffe Hemmers
Änderungen:
Nachnähpotential: Ja!

Lg
Nria 

Dienstag, 30. September 2025

Ersatz-Wellen - Tanktop Lucy von Meine Herzenswelt

2020 habe ich ein Kleid aus Wellenjersey genäht. Das Muster gefällt mir wirklich sehr! Allerdings gefiel mir Hanas Kleid noch besser und Hana gefiel mein Kleid besser, also haben wir die Kleider irgendwann getauscht. 

Nur: Da hatte ich ja kein Wellenmuster-Kleid mehr ...

Also habe ich secondhand ein weiteres Stück vom "Wavy Stripes"-Jersey von lycklig Design erworben, auch in Blautönen, allerdings eine hellere Version. Die reichte nicht aus für ein Kleid, nichtmal ein schmales ohne Ärmel, also habe ich stattdessen ein Tanktop genäht. Blaue Tanktops sind sehr kombifreundlich!


Da ich vom Cashmerette-Schnitt leider nur mäßig begeistert war, habe ich mich wieder für die bewährte Lucy von Meine Herzenswelt entschieden. Daraus habe ich bereits ein Astronautentop (noch ohne FBA) und ein Tanktop mit Schriftzügen genäht, die ich beide gerne sehr mag.


Weil das Top im letzten September entstanden ist, wurde es erst wieder genau ein Jahr später ausgeführt, am letzten warmen Tag im September (die Sommertage waren 2025 ja etwas rar im Norden). 

Ich hoffe, es kommt nächstes Jahr angemessen zur Geltung! 

Schnittmuster: "Meine Lucy" von Meine Herzenswelt, Gr. 40
Material: Baumwolljersey ""Wavy Stripes by lycklig Design" (in Blautönen) von Swafing
Änderungen: Ab der Brust abwärts verbreitert
Nachnähpotential: ist bereits die dritte Version 

Verlinkt bei DvD

Lg
Nria 

Mittwoch, 6. November 2024

Futuristischer Okkultismus - Larp-Outfit: Shirt Jasmine von PrimaRimma Patterns, Leggings Storkben von kystbarn

Achtung, dieser Beitrag wird lang, weil es um ein komplettes Outfit geht. Wer nur Infos zu den Schnittmustern sucht, findet ganz unten eine Liste :)

Heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch! Ich zeige euch, wie die Mode im Jahr 2083 aussehen wird. Ich weiß es, weil ich dabei war gewesen sein werde (Zeitreisen ruinieren die Grammatik)!

Ein Tageslicht-Bild ohne Make-up, nur mit Lippenstift.

Nach 21 Jahren stinknormalem Fantasylarp mit Endzeit-Ausflügen habe ich mich für ein Nordic Larp mit SciFi-Horror-Setting angemeldet. Nordic Larp ist eine spezielle Larp-Spielart aus Skandinavien, die großen Wert auf ausgearbeitete Settings mit vorgegebenen Charakteren, stark emotionales Spiel und sehr viel Reflektion legt. Oft gibt es mehrere Durchläufe eines Cons mit anderen Spielern, aber gleichen Charakteren und gleicher Handlung, was beim Fantasylarp nicht vorkommt.

Für mich war es auch das erste Mal mit einem vorgegebenen Spieler-Charakter (ich hatte schon Festrollen-NSCs, aber dann kennt man die Handlung im Voraus) - und es wurde eine persisch-stämmige Mathematikerin mit Hang zum Okkultismus, und das Ganze spielt auf einer Raumfähre in den 2080ern, also 60 Jahre in der Zukunft. Puuuh! Das ist so ziemlich alles, was ich nicht bin. Aber immerhin meine Haarfarbe passt ...? 

Und so sah das Ganze auf dem Con aus.

Da das Kostüm nicht gestellt wird (außer für Bordpersonal), muss ich selbst ran. Finde ich auch besser so, weil mir Kleidung von der Stange selten passt. Aber ein geeignetes Outfit hat ein paar Voraussetzungen:

  • Zunächst sollte es natürlich futuristisch sein. Wir laufen heute ja auch nicht mehr rum wie in den 60ern. Was mir dazu einfällt, sind lustigerweise aber Space Age-Anlehnungen aus den 60ern - klare Linien, Rundungen, Geometrie und Kontraste, aber auch Asymmetrie und heute ungewöhnliche Details. Und definitiv enge Hosen/Strumpfhosen (wenn Kleid) plus Stiefel mit Keil- oder Plateausohlen!
  • Der Charakter wird vorrangig als "Okkultistin" beschrieben, also steht dieser Aspekt für mich im Vordergrund. Alle Okkultisten tragen in meinem Kopf immer Schwarz, dazu gibt mein Kleiderschrank kaum was her. Also ein kleiner Ausflug in die Gothic-Richtung. Ich hätte dazu schon eine H&M-Kette mit liegenden Mondsicheln und Augen rumfliegen. Dazu schwarzer Nagellack und dunkler Lippenstift, das ist schon die halbe Miete!
  • Die Figur ist Mathematikerin, aber privat unterwegs. Ein paar kleine Anleihen in die Richtung hätte ich gerne - meine DNA-Ohrringe spiegeln zumindest Interesse an Naturwissenschaft wider?
  • Ach ja, das iranische Erbe: Der Charakter hat sich eher von seinen Wurzeln losgesagt, also kein Kopftuch oder Ähnliches. Generell möchte ich hier aber vorsichtig sein, denn bei der Darstellung von anderen Kulturen und Realreligionen kann man leicht jemandem auf die Füße treten. Diesen Aspekt des Charakters lasse ich eher im Hintergrund.
  • Ganz wichtig: Idealerweise kann ich alle Komponenten später einzeln im Alltag tragen, d.h. nur die Kombination sieht nach Kostüm aus. Es ist ein One-Shot, d.h. man spielt den Charakter nur ein einziges Mal und es wäre doch Verschwendung, wenn das Zeug danach nur noch im Schrank hängt.

Eigentlich wollte ich viel improvisieren, vor allem mit Zeug, das ich schon habe. Aber weil mir aktuell kaum etwas aus meinem Schrank passt (ich habe Anfang des Jahres ein paar Kilo zugenommen), habe ich letzten Endes doch ein komplettes Outfit aus Hose, Tanktop und Oberteil und eine Tasche genäht. 3 der 4 Schnittmuster neu gekauft, alle relativ umfangreich angepasst.
Und neue Schuhe gekauft. Aber die brauchte ich sowieso. 

"Schnell und einfach" gibts bei mir irgendwie nicht ... Zumindest nicht, wenn es um Anlasskleidung geht.

Das Oberteil

Ich hatte damit gerechnet, lange nach einem passenden Outfit suchen zu müssen. Stattdessen bin ich kurz nach dem Lesen meiner Rolle in einer Facebook-Nähgruppe auf das perfekte Oberteil gestoßen, ohne auch nur nach Inspiration gesucht zu haben: Das Shirt "Jasmine" von PrimaRimma Patterns (seltsamerweise vom Hersteller als "Pullover" bezeichnet, was für mich eigentlich Strick oder zumindest Sweat voraussetzt) hat vorne ein Knotendetail, einen asymmetrischen Saum, lange Ärmel und wahlweise einen kleinen Stehkragen oder Uboot-Ausschnitt.
Also genau, was ich gesucht hatte: Asymmetrie und cleaner Look für Futurismus (das Produktfoto mit strahlendweißem Oberteil und schwarzer Leggings hatte auch direkt diese Vibes) und das lange Oberteil über der Hose hat für mich eine leichte Kaftan-Optik, geht also auch in die vorderasiatische Richtung.

Das Oberteil wurde schnell gekauft und gleich genäht - ich war nämlich sehr unsicher, ob das (fast) ausschließlich an großen, schlanken Frauen präsentierte Teil auch an kleinen knubbeligen Frauen gut aussieht. Oft ist das ja nicht der Fall.

Ich fürchte, ärmellos steht es mir besser ...

Was mich sehr stört (das ärgert mich auch bei den klassischen amerikanischen Herstellern wie Butterick, Vogue etc.): Es gibt zwei Größenbereiche, 34-44 und 46-56 (sowohl bei den A4- als auch den A0-Dateien), die separat gedruckt werden müssen und sich nicht überschneiden. Es ist schön, beim Drucken Papier zu sparen, aber damit wird es unmöglich, von Gr. 44 auf Gr. 46 zu gradieren, wenn man an der Hüfte eine Nummer mehr braucht. Zumindest eine Größe Überschneidung sollte es geben (der Hersteller Cashmerette, der für kurvige Figuren konstruiert, hat sogar vier Größen Überschneidung). Zum Glück liege ich dank meiner kleinen Körpergröße noch unter diesen Maßen.

Und - nicht die Schuld des Herstellers - ein Nachteil von asymmetrischen Schnittmustern: Änderungen sind die Pest. Ich habe das Teil um insgesamt 6 cm gekürzt, aber auf 5 Stellen verteilt, um die Proportionen möglichst wenig zu verzerren. Danach hatte ich keine Lust mehr auf die FBA, die ich möglichst an beiden Seiten hätte exakt gleich machen müssen, und habe einfach direkt komplett XL genäht und auf die Dehnbarkeit des Viskosejerseys vertraut. 

Fertige Seitenansicht.

Wenn man schon Knotenoberteile genäht hat, ist die Jasmine nicht schwierig zu nähen. Beim ersten Mal sind Knotentops aber immer irgendwie verwirrend und wurschtelig. Und weil ich beim Zuschnitt einen Knoten im Kopf hatte, ist mein Oberteil spiegelverkehrt zum Original, aber das ist hier zum Glück echt egal!

Erste Anprobe, noch ohne Säume und Ärmel. Nur echt mit geschlossenen Augen zwischen Gemüsepflanzen, außerdem provisorisch mit Larpstiefeln (weil ich keinerlei andere Stiefel besitze):

Und ich muss sagen: Ich war positiv überrascht! Wegen der überwiegend sehr kleinen Größen auf den Produktfotos hatte ich etwas befürchtet, dass mir das Teil nicht steht, aber es sieht doch recht gut aus.
Der komplett schwarze Look gefällt mir eigentlich, aber leider kommt das Oberteil dabei weniger gut zur Geltung (auf dem Foto stehe ich ja schon im hellen Licht; auf dem Con wird aber drinnen im Halbdunkel gespielt), deshalb wechsle ich da zu einer grauen Leggings.

Mit Ärmeln, Kragen und Säumen: 

... mit Leggings siehts besser aus als mit Jeans.

Mit einer normalen Hose siehts irgendwie weniger gut aus ...
Was außerdem nicht gut an mir aussieht: Der Stehkragen. Ich habe viel Oberweite (die dazu noch recht tief sitzt) und einen kurzen Hals - ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, wieso ich nicht direkt auf den Kragen verzichtet und einen normalen Ausschnitt genäht habe. Das habe ich nach Anschauen dieses Bildes dann auch nachträglich getan. 

Von hinten unspektakulär. Aber mit Schlangenhaarspange.

Die Leggings

Ich habe ja ernsthaft versucht, eine Leggings zu kaufen. Problem: Die sind nicht mehr so trendy! Und Grau scheint eine schwierige Farbe dafür zu sein; ich wollte keine melierte, weil das für mich nach Unterwäsche aussieht. Außerdem möglichst keine glänzende Polyesterleggings, denn normale Leggings kann ich als Strumpfhosenersatz unter Kleidern tragen, was ich bei Polyester eher nicht tun würde.

Also doch selbernähen. Beim Stoff habe ich mich für einen grauen Leatherlook-Sommersweat von Astrokatze entschieden. Für Sommersweats sind die von Astrokatze wirklich dünn, was mir für eine so enge Hose sehr entgegenkommt; trotzdem glaube ich, dass ich mich in Sweat angezogener fühle als in einer hauchdünnen Jerseyleggings (denn normalerweise trage ich Leggings nie als Hose, sondern nur unter anderer Kleidung).
Außerdem versprach der September 2024 nicht der wärmste der letzten Jahre zu werden ...

Meine Wahl fiel dann auf die Leggings "Storkben" von kystbarn. Ich hatte ein wenig ein schlechtes Gewissen, schon wieder ein neues Schnittmuster zu kaufen, und dann auch noch für ein Basicteil, für das ich schon diverse Optionen in meinen Nähzeitschriften gehabt hätte!
Es gab aber einen guten Grund dafür: Diese Leggings hat 3 Schnittoptionen für unterschiedlich elastische Stoffe. Und i.d.R. sind Leggingsschnittmuster nunmal auf sehr stretchigen Jersey ausgelegt - bei meinem teuren Sommersweat wollte ich da nichts riskieren, zumal Leggings oft keine Seitennähte haben und man dann wirklich schlecht durch Auslassen der Nahtzugabe noch was rausholen kann!

Hier sieht man den Bund der Hose - mit Top drüber gefiel's mir aber besser.

Wenig überraschenderweise bedeutet "Storkben" Storchenbein auf Schwedisch. Der Schnitt enthält drei verschiedene Längen von 3/4 bis lang und drei verschieden hohe Bündchen.

Weil der Sommersweat quer nicht soo dehnbar ist, habe ich mich für die Version mit der geringsten  Dehnbarkeit entschieden.

Was mich etwas nervt: Man muss in der Anleitung bis auf Seite 25 scrollen, um die Maßtabelle zu finden. Leute, packt die ganzen Nähbeispiele doch nach hinten, die braucht man nicht fürs Nähen!
Was ich dagegen gut finde: Es gibt Bildbeispiele für die unterschiedlichen Bundversionen, eine Verarbeitungsmöglichkeit mit stabilisierendem Powernet und Fotos plus Skizzen für Passformprobleme.

Apropos Probleme: Ich habe zuerst eine Testseite ausgedruckt und das Kontrollquadrat gemessen, dann den Schnitt auf 103% gedruckt, weil es nicht ganz passte. Aus irgendeinem Grund hat mein Drucker trotzdem auf 100% gedruckt, deshalb fällt mein Schnitt jetzt einen Tick kleiner aus, also doch wie die mittlere "5 zu 6,5 cm"-Dehnbarkeitsvariante. Gut, dass ich keinen Stretchjersey-Schnitt verwendet habe!

Mein Bund war allerdings um Längen zu eng, da hätte ich mich so geraaade eben reinquetschen können. Hüft- und Taillenmaß passten bei mir genau in die Tabelle (und der Druckfehler hätte nicht so viel ausgemacht); da habe ich wohl mal wieder vergessen, mein Bäuchlein einzurechnen. Da der Bund aber sowieso gedehnt angenäht wird, habe ich hinten in der Mitte ein dreieckiges Stück Bündchenware eingesetzt. Das Stück war unten 11 cm breit; ganz so viel hätte es wohl nicht gebraucht, aber jetzt bin ich auf der sicheren Seite.

Ein Tragefoto sähe hübscher aus, zugegeben ...

Soweit, so gut. Was aber bei den obigen Bildern auffällt: Die eine Seite des Shirts endet in der Taille und bauchfrei sollte man ja nur tragen, wenn man auch bauchfrei ist ... (das zitiere ich nur, weils so gut passt - natürlich dürfen alle auch mit Bäuchlein bauchfrei tragen, wenn sie wollen!).
Bin ich nicht, also gab es:

Das Tanktop

Hierfür war der Schnitt schnell gefunden: Lucy von Meine Herzenswelt. Ich mag, dass das Top Bündchen statt Belegen oder Einfassungen hat, das ist nämlich mein favorisierter Saumabschluss bei Tops. 

Weiterer Vorteil: Das Shirt habe ich schonmal genäht (siehe Astronautentop), somit war es das einzige Teil des Gesamtkostüms, bei dem ich nicht erst einen Schnitt drucken, kleben und abpausen musste. Dafür habe ich dann mal eine FBA durchgeführt, das hatte ich sowieso vor. 

Zum Nähprozess gibts jetzt nicht so viel zu schreiben, Tanktop halt - was mir allerdings erst nach dem Annähen und Absteppen der Bündchen aufgefallen ist: Die wären viel schöner gewesen, wenn ich drauf geachtet hätte, dass sich genau in der Mitte des fertigen Bündchens ein Schriftzug befindet. Na ja. Mal gucken, ob ich irgendwann mal Lust habe, das nochmal zu ändern (meine Wette: Nö!).

Und danach gabs nur noch eins Projekt:

Die Umhängetasche

Für mich geht es einfach nicht ohne Tasche! Auch beim Larp habe ich immer eine dabei. Hier wusste ich im Vorhinein nicht genau, ob ich eine brauchen werde (das Genre ist halt neu für mich und es gibt Spielpausen), aber meine vorhandenen Taschen sind alle sehr spezifisch. Daher habe ich doch mal wieder eine neue genäht.

Entschieden habe ich mich für die Beginner Bag von Kleiner Polli-Klecks. Dazu gibt es einen Extra-Beitrag, weil der Text wirklich lang wurde ...

Jedenfalls habe ich sie um knapp 13 cm verschmälert, weil ich eine kleinere Tasche wollte und die Optik damit etwas eigenartiger wurde (die Proportionen verändern sich). 

Ich glaube, das Nähen der Tasche hat so lange gedauert wie alles andere zusammen! War also gar nicht mal so schlau, eine zu nähen; eine simple Tasche kaufen oder auf meine vorhandene Stofftasche ein Patch übers Motiv zu nähen, wäre vermutlich sinnvoller gewesen.

Die Tasche zu nähen hatte allerdings den Vorteil, dass ich die aufgesetzte Tasche nach Belieben mit übereinandergestapelten Patches und Pins versehen konnte. Ich habe mich für zwei Patches (random Geometrie und ein Fibonacci-Motiv) entschieden; auf den Pins steht "There's Magic in all of us" and "Shit just got real" (mit einem Mathematiker-Formel-Wortspiel).

Fazit:
Ich habe mich sehr wohl gefühlt in meinem Outfit (und dank dunkellila Lippenstift auch sehr okkultistisch-futuristisch). Später habe ich dann noch meinen schon im Juni gezeigten Fuchsfrau-Cardigan übergezogen, weil es doch etwas frisch war und dessen Space-Optik gut zum Konzept passte.
Mein Mann hatte sich einfach einen fancy Mantel im Gothic-Shop bestellt und von mir mit okkultistischen Aufnähern bestücken lassen, der sah um Längen cooler (und definitiv "okkultistischer") aus als ich - aber wir hatten einen Heidenspaß auf der Veranstaltung und uns direkt für die nächste angemeldet.
Mal gucken, ob ich dann eine Rolle mit gestellter Ausrüstung erwische oder ob ich nochmal ein Outfit nähen "muss" ...


Zu guter Letzt noch ein kleines Foto von mir und meinem Mann in unseren Rollen:

Longsleeve
Schnitt:
Shirt "Jasmine" von PrimaRimma Patterns, Gr. XL
Material: Viskosejersey
Änderungen: Torso um 6 cm gekürzt, Bizepsanpassung, Ärmel um 4 cm gekürzt, Taille etwas begradigt, Ausschnitt ein wenig vergrößert und mit Bündchen versehen
Nachnähpotential: Definitiv, ich finde es sehr cool!
Leggings
Schnitt:
Leggings "Storkben" von kystbarn, Version für die kleinste Dehnung in voller Länge mit dem höchsten Bündchen, Gr. 44
Material: Baumwoll-Sommersweat "LeatherLook antique - steingrau"
Änderungen: Beine um 3 cm gekürzt (hätte deutlich mehr sein können), Bund um ca. 11 cm erweitert
Nachnähpotential: Weiß nicht, bin nicht so die Leggings-Trägerin.
Tanktop
Schnitt:
"Lucy" von Meine Herzenswelt, Gr. 40
Material: Baumwolljersey "Schrift" von Metalmotte
Änderungen: FBA, Seitennaht ab der Brust abwärts verbreitert
Nachnähpotential: bereits geschehen

Tasche
Schnitt: "Beginner Bag" von Kleiner Polli-Klecks
Material: schwarzer Jeans, Baumwollpopeline als Futter, diverse Patches und Pins
Änderungen: um 12,8 cm verschmälert (Reißverschluss weniger gekürzt)
Nachnähpotential: Vielleicht, dann aber in der breiten Version!
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Donnerstag, 19. September 2024

Bunter T-Shirt-Reigen - Meine Vivien von Meine Herzenswelt

Ich wollte mal wieder ein paar neue T-Shirts. Ein großer Teil meiner Shirts ist schon viele Jahre alt und ich brauchte einfach wieder frischen Wind im Kleiderschrank! Und weil ein simples Basic-T-Shirt nicht sonderlich spannend ist, kriegt ihr jetzt eine ganze Reihe Mustershirts auf einmal zu sehen.
 
Blättershirt: 


Den Anfang machte ein Stoff, in den ich mich auf dem Stoffmarkt in Soest sofort verliebt habe: Ein weicher Baumwolljersey in Dunkelgrün mit relativ großem stilisiertem Blättermuster in Schwarz. Einfach 100% mein Ding! Mit knapp 24 €/m ziemlich teuer, aber für ein Shirt brauche ich nicht viel Stoff. 
Ich liebe das Shirt jetzt schon und hätte es auf jeden Fall gekauft, wenn ich es im Laden gesehen hätte - das ist immer ein sehr gutes Zeichen!
 
Fliegenpilzshirt:


Von den Kinder-Shirts mit Mäusen hatte Hana noch eine ganze Menge Fliegenbilzjersey übrig - genauer gesagt, ungefähr eine halbe Stoffbreite. Da es mir die Fliegenpilze angetan hatten, habe ich mir den petrolfarbenen Rest geschnappt: Wäre doch gelacht, wenn da nicht noch ein Nria-Shirt draufpasst!

Mein aktueller Go-To-Shirtschnitt "Meine Vivien" von "Meine Herzenswelt" musste dafür herhalten. Praktischerweise verfügt der bereits über eine waagerechte Teilungsnaht, weshalb er sich super für Reste eignet.

Die senkrechte Teilung der Passe fällt tatsächlich kaum auf!

Hier musste ich aber eingestehen: Ohne weitere Stückelei wird das nichts. Eigentlich hätte ich gern ein ganz schlichtes Shirt gehabt, weil das Muster schon unruhig ist, aber die Teile passten nunmal weder neben- noch übereinander vollständig auf den Stoff. Macht gar nichts; das Muster lenkt von den Nähten ab und manche sieht man nicht mal. Ich bin sehr zufrieden!

 
Herbstshirt:



Den "Herbstwind"-Jersey von Mamasliebchen habe ich gekauft, weil mir ein Mangel an roten Shirts in meinem Schrank auffiel. Etwas ungünstig, wo ich doch so viele blaue Jacken habe und die sehr gerne mit Rot kombiniere! Toll finde ich das dezente Ton in Ton-Muster aus Herbstmotiven wie Blättern und Kastanien. Ich bin nicht nur ein Herbstfan, sondern auch Liebhaber von dezenten Mustern, die man dann prima zu auffälligeren Sachen kombinieren kann. Ein großer Teil der Musterstoffe ist mir zu plakativ und kleinflächig, das wirkt schnell billig. 
Bonus: Man kann bei MML inzwischen in 25 cm-Schritten bestellen und 75 cm ist für mich eine ideale T-Shirt-Menge. Viel besser als die Shops, bei denen man einen ganzen Meter bestellen muss und dann einen blöden 25 cm-Rest übrig behält!
Im Sommer war das Shirt nicht so beliebt bei mir, aber wo es aktuell herbstelt, könnte ich es ständig tragen.

Dotted Lines-Shirt:


Wo wir gerade bei roten T-Shirts mit dezentem Muster sind: Auf die Dotted Lines-Stoffe von Stoffonkel war ich schon lange scharf. Sie sind quasi gestreift, aber statt tatsächlicher Streifen sind es dichte und leicht unregelmäßige Reihen aus Punkten, Ton in Ton zur Hauptfarbe. Das Rot der Farbvariante "Kirsche" mag ich sehr, es ist leuchtender als das vom Herbstshirt und passt toll zu Blautönen.
 
Feuerwerkshirt:


Den Viskosejersey mit Feuerwerkprint von Lycklig haben Hana und ich 2021 gemeinsam gekauft. Aus irgendeinem Grund ist erst jetzt ein Shirt daraus geworden ... ich habe nur das Vorderteil und die Ärmel daraus genäht, das Rückenteil ist einfarbig schwarz.
Ganz sicher bin ich nicht, ob ich den perfekten Ausschnitt vom extrem großflächigen Muster getroffen habe, aber für Silvester ist es so oder so perfekt!


Schnittmuster: Meine Vivien von Meine Herzenswelt, Gr. 40
Material: verschiedene Baumwolljerseys:
- grüner Blätterjersey vom Stoffmarkt
- petrolfarbener Jersey mit Fliegenpilzen von Swafing
- Herbstwind-Jersey von Mamasliebchen
- Dotted Lines-Jersey in "kirsche" von Stoffonkel
- und Viskose-Feuerwerkjersey von Lycklig
Änderungen: Teilung weggelassen, Bündchen zweiteilig genäht; beim Fliegenpilzshirt: Rückseite gestückelt
Lg
Nria

Mittwoch, 4. September 2024

Bewährter Schnitt und bunter Stoff - Poloshirt Leslie mit Reverie-Jersey

Die Leslie von Pattydoo ist einer meiner klaren Favoriten. Ich liebe Poloshirts und mit der Videoanleitung kann ich mich dazu überwinden, die kniffligen Leisten zu nähen - auch wenn ich zugeben muss, dass ich bisher nie 100% mit dem Ergebnis zufrieden war, trotz aller Sorgfalt. Muss wohl noch ein paar weitere nähen!
Jersey finde ich aber auch schwieriger präzise zu nähen als Webware.

Ich habe schon folgende Leslies genäht: Palmenpoloshirt, Dschungelkleid (mit Mira-Rock), Krähenpoloshirt - jetzt dieses Shirt, und mehr ist in Planung!

Ich habe mich lange zum Zuschnitt durchringen müssen, aber jetzt liebe ich das Muster!

Den Jersey "Reverie" von Stoff&Liebe hatte ich lange im Schrank liegen - ich hatte ihn 2021 secondhand gekauft und da war er schon nicht aktuell. Er ist daher leider schon seit 6 Jahren vergriffen.

Es hat dann ein paar Jahre gedauert, bis ich mich zum Zuschnitt überwinden konnte, denn eine zweite Chance hätte es nicht gegeben und zwischendurch war ich mir nicht mehr sicher, ob mir das Muster an mir überhaupt gefällt (farblich ist es aber genau mein Ding, auch wenn der Rotton dunkler und kühler sein könnte für meinen Geschmack); Verkaufsversuche waren aber erfolglos. Jetzt finde ich: Zum Glück habe ich ihn behalten!

Der Stoff in voller Pracht mit Randstreifen.

Von Anfang an hatte ich ein Poloshirt im Sinn. Besonders interessant fand ich den Seitenstreifen, auf dem das Blättermuster nochmal als Kontur aufgedruckt ist. Den hätte ich wirklich gerne eingebaut, aber der Kontrast zum Stoff ist einfach zu groß und der Streifen leider zu breit, um sich als Pololeisten zu eignen. Mein Versuch, den Streifen als Ärmelbündchen zu nutzen, gefiel mir auch nicht (es sah eher nach Armbinde aus). Na ja, ich hebe ihn auf und vielleicht kommt irgendwann sein großer Tag!

Nee, das war nix ...

Das Muster ist leicht schief auf dem Shirt - irgendwie war der Stoff in sich verzogen. Ich habe ungelogen Stunden mit dem Versuch verbracht, das Muster komplett gerade hinzulegen, damit es auf beiden Shirtseiten auf der gleichen Höhe endet, aber es hat nicht geklappt. Irgendwann habe ich mir gedacht, dass mir ein unperfektes Poloshirt im Schrank lieber ist als ein Stoff auf der To-Do-Liste und einfach zugeschnitten. 

Unspektakuläre Rückansicht. Wenn ich so auf den Saum schaue, habe ich das Rückenteil sogar gerade hingekriegt.

Bei Pololeisten und Kragen habe ich inzwischen etwas Routine, aber wie gesagt: Zufrieden bin ich immer noch nicht. Ich gebe mir wirklich viel Mühe, absolut exakt zu arbeiten, messe ständig nach und gehe sehr sorgfältig vor, trotzdem passte es nicht ganz mit den Leisten, weshalb unten eine hervorschaut und es leichte Fältchen an den Ecken gibt.
Klar, das wird niemandem auffallen, aber es ärgert mich trotzdem etwas, weil ich es halt weiß.

Leisten und Kragen habe ich aus unifarbenem Jersey zugeschnitten, weil es mir aus dem Musterstoff zu wild geworden wäre. 

Seitenansicht von weiter weg. Ich mag den aparten kleinen Schlitz!

Bei den Knöpfen hatte ich mir eigentlich ganz schlichte blaue oder rote Blusenknöpfe vorgestellt. Aber wie das immer so ist: Man hat 50 Knopfsorten da, aber nicht genau das, was man braucht, und schon gar nicht in der richtigen Farbe. Ich habe dann in der Knopfmischung von Tedi gewühlt, die ich für meinen Brautstrauß gekauft hatte. Für den hatte ich nur ein paar wenige verwendet, also waren noch jede Menge übrig! Aber auch hier gab es keine 5 gleichen - dafür 4 transparent-rote Knöpfe mit einem dicken rundlichen Rand. Die haben mich sehr an pralle Beeren erinnert, weshalb sie prima zum Shirt passen! Einer fehlte, daher habe ich sie unten mit einem simplen graublauen Blusenknopf ergänzt.
Gemischte Knöpfe an Kleidungsstücken mag ich sowieso gerne! Das habe ich öfter bei meinem früheren Lieblingskleidungsgeschäft Wissmach gesehen, das es schon lange nicht mehr gibt, und auch schon gelegentlich nachgemacht.

Und noch die andere Seite, weils so schön ist!

Und mein Fazit?
Im Nachhinein hätte ich doch lieber das locker sitzende Poloshirt Demi von Pattydoo genäht - in figurnaher Kleidung fühle ich mich aktuell nicht so wohl. Aber noch ist ja nicht Hopfen und Malz verloren; an sich finde ich das Shirt wirklich schön!

Schnitt: Poloshirt Leslie von Pattydoo, Gr. 42/F (Leinenhose: Palma von Meine Herzenswelt)
Material: Baumwolljersey "Reverie" von Stoff&Liebe (2018), unifarbener Baumwolljersey, Knöpfe aus einer Tedi-Knopfmischung
Änderungen: Keine
Nachnähpotential: Eins meiner Lieblingsschnittmuster!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Donnerstag, 15. August 2024

Waffeleis-Flop - burda-Raglanshirt mit breiter Passe

Nachdem Nria ein fabelhaftes Eis-am-Stiel-Shirt genäht hat, wollte ich auch eins. Der tolle Eis-Printjersey von Metri i Centimetri kam da gerade recht!

Ursprünglich wollte ich ein Fifties-mäßiges Oberteil daraus machen, denn dazu hätte der pastellige Druck gut gepasst. Allerdings brauche ich bei den blassen Weiß- und Pastelltönen einen kräftigen Kontraststoff als Abschluss am Dekolleté, um nicht selbst auch weiß und pastellig auszusehen, und wollte etwas nicht allzu Frickeliges.


Als Schnitt habe ich Modell 121 aus burda 6/2018 verwendet. Schon in der Vorschau hat mich da die technische Zeichnung gelockt - das Modellfoto wirkte allerdings sehr weit geschnitten, daher habe ich gleich eine Größe kleiner als bei burda-Schnitten sonst üblich abgepaust. Das war sinnvoll, denn selbst in der kleineren Größe sitzt das Modell noch recht locker.

Wie ihr am Halsausschnitt seht, habe ich das Shirt nicht fertiggestellt. Ich habe als Kontraststoff einen Farbton aus dem Muster verwendet, trotzdem finde ich das Ergebnis nicht harmonisch, die Passe ist mir zu dominant - dabei sollte der Musterstoff ja der Hingucker sein.

Vermutlich war Baumwolljersey auch keine gute Wahl für den Schnitt, der gekräuselte Übergang steht mir zu sehr ab, wo ein Viscosejersey weich fallen würde (da wäre dann vermutlich auch die vorgesehene Weite des Schnitts okay).

Das Shirt liegt jetzt schon einige Zeit in der Kiste, so werde ich es nicht tragen. Ich werde also einen anderen Schnitt raussuchen und das Shirt recyceln - den Stoff finde ich nämlich nach wie vor fabelhaft!
Schnitt: Modell 121 aus burda 6/18, Gr. 38 (Schnitt fällt sehr weit aus!)
Material: Eis-Jersey, Romanit
Änderungen: Rücken geteilt, 4 cm an der Rückenmitte entfernt
Nachnäh-Potential: Nope!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Donnerstag, 11. Juli 2024

Zweite Orangen-Chance - Tanktop Kate von Pattydoo

Mal wieder ein Recyclingprojekt!

Im Juli 2019 habe ich ein Kleid mit Blutorangenprint genäht. Eigentlich habe ich es nicht mal ganz fertiggenäht - ich war nämlich ziemlich unzufrieden. Seht selbst:

Das Kleid ist nach dem Schnitt "Sunny Side of the Road", Modell 4 aus der Ottobre Woman 2/2017. Ein schlichtes Jerseykleid mit tollem gebogenem Saum - aber der hat es in sich: Die Einfassung mit Schrägband ist durch die engen Kurven an der Seite wirklich nichts für Anfänger ... und es ist bei mir auch nicht schön geworden. Dazu kamen die zu engen Armausschnitte (die auch von anderen Näherinnen bemängelt wurden). Ich hatte definitiv keine Lust, das Schrägband nochmal abzutrennen, und weil das Muster sowieso sehr auffällig ist für ein ganzes Kleid und ich skeptisch war, ob das so gut in meine Alltagsgarderobe passt, flog das Teil für 2 Jahre in die Ufokiste.

Recycling!

 Jetzt habe ich es wieder ausgepackt und die Orangen bekamen ein zweites Leben als Tanktop.

Flatlay, um die Form besser zu erkennen! Die Ausschnittsilhouette geht natürlich unter ..


 Ich habe mir dafür den Schnitt "Kate" von Pattydoo ausgesucht. Hier gibt es Seitenteile und Passen, die ich aus schwarzem Viskosejersey zugeschnitten habe - die Blutorangen leuchten durch den Kontrast noch schöner, aber es ist etwas weniger Muster. 

Das Tanktop hat einen Ringerrücken, aber das ist natürlich nicht BH-Träger-kompatibel, also habe ich ein normales Rückenteil draus gemacht und eine neue Passe aufgezeichnet.


Aus völlig unerfindlichen Gründen lag das Top nach dem Zusammennähen wieder 3 Jahre in der Ufokiste, bevor ich es rausgeholt, mit Bündchen versehen und gesäumt habe. Aktuell ist es mir dummerweise zu eng. Mir ist der Kontrast zwischen Passe und dem Orangenteil aber auch zu stark; so richtig zufrieden bin ich mit dem Teil nicht. 

Na ja, für zu Hause gehts. Und es macht wirklich Sommerlaune!

Schnitt: Tanktop "Kate" von Pattydoo, Version mit Seitenteil und Passen, Gr. F
Material: Viskosejersey mit Blutorangen von dresowka.pl
Änderungen: Racerback zu normalem Rückenteil abgeändert und Passe verlängert, Träger um 3 cm gekürzt (ich hatte aber auch einen sehr elastischen Jersey)
Nachnähpotential: nee, gefällt mir nicht so


Lg
Nria