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Mittwoch, 3. November 2021

Yasmijn Nr. 2 und das lange Warten auf Meer - Jacke 25 aus der Fashion Style 02/2018

2018 habe ich eine Jacke aus Sommersweat genäht, die ich seither rauf- und runtertrage. Die Jacke "Yasmijn" (die Fashion Style 02/2018 war aus der leider nur sehr kurzen Phase, in der die Schnittmuster Namen bekamen; damit kann man viel einfacher Erfahrungsberichte googeln!) hat genau die richtige Weite*, ist sehr bequem, ich mag die raffinierten gekreuzten Abnäher und der unaufdringlich gemusterte Stoff passt einfach zu allem.

(* wenn man sich die Pandemiekilos wegdenkt; aktuell müsste sie eine Nummer größer sein)

Ich trage sie ständig. Da lag es doch nahe, noch eine zweite Version zu nähen! Mir schwebte eine schlichte mit zwei kleinen Stencils vor, eins vorne und eins unter dem Nacken.

Ein super Kombiteil!

Diesmal wollte ich eine unifarbene Version, damit man die raffinierten Abnäher in Form eines liegenden T auch sieht (der Haken: Dann muss man sauberer nähen ...). In einem schönen kühlen Grauton, weil das zu allem passt und ich die abgetragenen grauen Sweatjacken vermisse, die ich ausgemustert habe.

Hier kann man die T-förmigen Abnäher erahnen.

Wie immer ging die Arbeit beim zweiten Mal einfacher von der Hand - man weiß ja schon, wie's geht. Die Abnäher sind trotzdem sowohl beim Aufzeichnen als auch beim Nähen etwas Arbeit. Wiener Nähte sind da echt dankbarer!

Geschlossen ein bisschen eng, weil auf meine Figur von vor der Pandemie ausgelegt.

Und dann ... kam die Krux an der Sache: Ich wollte ja Stencil-Motive auf der Jacke und hatte auch schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon. Bei Buttinette hatte ich mal eine Schablone mit maritimen Motiven bestellt: Auf der Brust wollte ich das Explore-Motiv mit Fernglas, oben auf dem Rücken eine Kompassrose. Auf einem Reststück habe ich die Schablone mit einem Pinsel ausprobiert - und mir ist jede Menge Farbe druntergelaufen. 

Ich war frustriert. Die Jacke lag daraufhin geschlagene zwei Jahre in der Ufokiste.

Ist das nicht beknackt? Ich hätte die Jacke ohne Weiteres ohne Verzierung tragen können (sie war ja komplett fertig inkl. fixiertem Beleg und allem), aber ich wollte nicht ...

Ich liebe das Rückenmotiv!

Jedenfalls kam dann das Herbst-Handarbeitsbingo 2021 und dort gab es das Feld "ein UFO fertigstellen". Ich weiß zwar nicht genau, ob "Verzierung fehlt" ein Projekt wirklich unfertig macht, aber da es für mich offenbar nicht fertig war, habe ich mich jetzt endlich rangesetzt. Wenns hässlich wird, kann man diese Farbe immerhin auswaschen, solange sie nicht fixiert ist ...

Mäßig scharfes Detailfoto.

Ich hätte mir Sprühzeitkleber besorgen können, um auf Nummer sicher zu gehen mit der Schablone, aber nachdem ich zwei Jahre lang keine Lust dazu hatte, ließ ich's jetzt drauf ankommen und habe (diesmal mit Schwämmchen statt Pinsel) die Motive aufgetupft und dabei die Schablone mit den Fingern festgedrückt.

Zufriedene Trägerin!

Hat relativ gut funktioniert! An einer Stelle ist mir bei der Seilumrandung des Fernglas-Motivs Farbe unter die Schablone gelaufen, aber ich behaupte jetzt einfach, das wär ein Knoten im Seil ... und sowieso ist schon von den Motiven her der Stil auf "unregelmäßig aufgemalt" ausgelegt, sprich, es ist von Haus aus unperfekt (z.B. ist bei der Kompassrose auch bei der Vorlage eine Seite der Umrandung dicker als die andere und die "Durchbrüche" sind ebenfalls vorgesehen). 

Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit der Jacke und zuversichtlich, dass sie viel getragen wird!

Schnitt: Jerseyjacke Yasmijn, Modell 25 aus der Fashion Style 02/2018, Gr. 38
Material: Sommersweat von dresowka.pl, Stencilschablone von buttinette, schwarze Stoffmalfarbe
Änderungen: Schultern verschmälert, Futter weggelassen 
Nachnähpotential: Ob ich noch ne dritte nähe? Nicht ausgeschlossen.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch. und Sew your Wardrobe Basics (bei Sea of Teal).

Lg
Nria

Dienstag, 20. Juni 2017

Mein rotes Glücksshirt


Kennt ihr diese Seiten, auf denen es ständig neue limitierte Printshirts, überwiegend mit Nerd-Motiven, gibt?

Auf einer davon habe ich neulich diesen Spruch gefunden:

I always wear my lucky red shirt on away missions!

Für die Nicht-Trekkies: In der ursprünglichen Star Trek-Serie trugen die Sicherheitsleute der Sternenflotte Rot. Und als Sicherheitspersonal lebt man gefährlich - die Kurzlebigkeit der "Redshirts" ist inzwischen legendär ...

So sieht ein zufriedener Trekkie aus!


Der Haken an dem angebotenen T-Shirt: Diese Drucke sind meist auf Männer ausgelegt, selbst wenn es eine Frauenvariante gibt. Sprich: Der Druck ist auf mittlerer Brusthöhe positioniert. Bei mir ist er dann nur zur Hälfte lesbar. Oder binnen kurzer Zeit bekommt der Druck Risse. Blöd! Offenbar sind die Designer alle Männer oder Frauen mit wenig Oberweite.

Also war Selbermachen angesagt. Ist ja sowieso viel ökonomischer (und ökologischer), ein vorhandenes langweiliges Shirt aus dem Schrank zu verwenden als ein neues von Sonstwo importieren zu lassen!

Ich habe den Spruch in eine Star Trek-Schriftart gesetzt, die Fläche ausgemessen, auf der die Schrift oberhalb meiner Brust auf einem T-Shirt Platz hat, und dann mit Schriftgrößen und Wortverteilung experimentiert, bis ich eine taugliche Vorlage hatte.
Die Vorlage habe ich auf FreezerPaper übertragen und ausgeschnitten - das dauert eine Weile ...

Dann musste ich nur noch mein T-Shirt wiederfinden (es war hinter den T-Shirt-Stapel im Schrank gerutscht und das Brett hängt oberhalb meiner Augenhöhe ...) und dann konnte es losgehen!

Erst habe ich eine Weile rumpositioniert. Gar nicht so einfach, den Schriftzug gerade und mittig zu platzieren, wenn das Shirt schon getragen ist und dementsprechend hier etwas verzogen und dort etwas ausgeleiert, aber irgendwann hatte ich eine Position, die ganz gut war (oberhalb der Brust! Nehmt das, T-Shirt-Designer!)

Zunächst habe ich den Schriftzug mit Stegen aufgebügelt, so dass nichts mehr verrutschen konnte.

Am Ausschnitt habe ich eine Rundung ausgeschnitten, damit die Schablone überall flach anliegt.
 
Danach habe ich die Stege vorsichtig abgelöst und abgeschnitten und nochmal über das Ganze drübergebügelt, um die abgelösten Stellen rings um die Stege wieder zu fixieren.

Die A- und O-Innereien kann man nach dem Bemalen gut mit einer kleinen Pinzette entfernen; das ist einfacher, als die komplette Vorlage mit Stegen abzuziehen und die Stegflächen nachzumalen.
Nur die Wiederverwendbarkeit der Schablone ist natürlich schlechter, denn man müsste beim nächsten Mal neue Aussparungen herstellen. Aber das ist sowieso kein Spruch, den ich dauernd verwenden werde.

Die Schrift habe ich in zwei Schichten aufgetragen. Es ist Stoffmalfarbe für helle Textilien, bei der ersten Schicht war sie nicht deckend. Das ist an sich nicht schlimm, damit kann man noch tolle Aquarell-Effekte machen (siehe meine bestencilten Kissen vom Harry Potter-Swap); für dieses Shirt wollte ich aber richtig schwarze Schrift.

Nicht perfekt, aber dafür fast umsonst!


Leider war ich dabei etwas zu übereifrig und habe an manchen Stellen zuviel Farbe genommen, die dann unter die Schablone gelaufen ist. Ein bisschen schade, aber den Perfektionismus verschiebe ich heute mal auf morgen.

Der Vorteil an Farben für helle Textilien ist, dass sie nicht pastig auf dem Stoff aufliegt, sondern einzieht, sodass man eine glatte, weiche Oberfläche behält.

Ich bin jedenfalls sehr hingerissen von meinem neuen alten Shirt!

Verlinkt bei Handmade on Tuesday, wo heute zweijähriges Jubiläum gefeiert wird :)

Lg
Nria

Mittwoch, 26. April 2017

Alohomora-Shirt - mein Beitrag zur Harry Potter-Party

Ich hatte euch ja schon einen Gastbeitrag versprochen. Und heute ist er da!

Für meinen Beitrag fühlte ich mich inspiriert, endlich mal einen lange herumliegenden Jerseyrest und ein upzucycelndes altes Shirt mit komischer Passform zu verwursten. Das Shirt hatte Hana damals mit Schlüsseln bestempelt und da kam natürlich sofort eine Assoziation auf: Schlüssel? Harry Potter?

Alohomora! 

Diese Tür habe ich bereits aufgezaubert!

Verwendet habe ich Pikeejersey in zwei Sorten, Freezer Paper, Textilsprühfarbe sowie den Schnitt "Martha" von Milchmonster Antonia Montaño (inzwischen umbenannt).
Mehr Fotos, Details und eine detaillierte Beschreibung aller Pleiten, Pech und Pannen (Spoiler: Es gab so einige) findet ihr heute bei

Lg
Nria

Mittwoch, 8. März 2017

I aim to misbehave - Sweatkleid aus der Handmade Kultur

Manchmal brauche ich einfach ein bisschen länger ...

Im Februar 2016 habe ich die aktuelle Ausgabe der Handmade Kultur gekauft - keine Schnittmusterzeitschrift, sondern eine mit allerlei interessanten DIY- und Handarbeitsthemen, aber es sind zwei Schnittmuster enthalten: Eine Rüschenschürze (für mich nicht so relevant) und ein schöner Kleiderschnitt. Der hat mich dann zum Kauf motiviert! Im März 2016 habe ich es angefangen zu nähen. Im Februar 2017 habe ich es fertiggestellt - immerhin lag kein ganzes Jahr dazwischen!
Nur fast ...

Big damn hero! Mit zu langem Pony.


Ich mag Raglanärmel. Dummerweise sind die schwierig bei meiner Figur - ich habe sehr schmale Schultern, deshalb sitzt die Raglan-Schulterpartie immer blöd und wirft Falten. Außerdem habe ich viel Oberweite, deshalb sitzt die Raglan-Brustpartie immer blöd und wirft Falten. Ich habe bisher keine  Anleitung für Raglan-Anpassung gefunden (ist auch knifflig, glaube ich) und deshalb drauf verzichtet.
Das Handmade Kultur-Kleid hat eine Art Hybridärmel - halb normaler Ärmel, halb Raglan. Faszinierend und irgendwie futuristisch, und ich mag futuristisch!
Die französischen Abnäher (ebenfalls Hybriden, eine Mischung aus Brust- und Taillenabnäher, im Englischen French Darts genannt, also übersetze ich sie einfach mal wörtlich) fand ich auch gut: Weniger Abnäherarbeit bei gleicher Passform - super!

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Vorgesehen ist das Kleid für Webstoff; ich habe Sweat genommen. Den hatte ich nämlich noch rumliegen und er nahm Platz im Stoffschrank weg. Nachdem ich den Schnitt um etwa 15 cm gekürzt hatte, passte er auch super auf den Stoffrest!
Und Überraschung: Das Kleid saß auf Anhieb ziemlich gut. Die Schulternaht auf dem Ärmel musste ich ein wenig abflachen und den Rücken verschmälern (wie immer), aber beides nicht sehr aufwändig. Den Reißverschluss konnte ich dank elastischem Stoff weglassen. Die Ärmelnaht ist an der Schulter bei mir nicht so extrem nach innen gezogen wie bei Leuten mit breiteren Schultern (bei mir ist einfach nicht so viel Platz dafür ;)), aber der Effekt ist doch deutlich erkennbar.

Mit dem Kürzen aus Platzgründen habe ichs aber etwas übertrieben, jetzt war mir das Kleid nämlich zu kurz. Also musste ein Stück Jersey zum Verlängern her.
Ich habe einen relativ dicken Jersey in Dunkelrot gefunden, fast schon ein Strickstoff (oder eine Mischung aus beidem. Für einen schönen Lagenlook habe ich zunächst das Stück Strick mit dem Sweatsaum normal aneinandergenäht und dann den Strick ein Stückchen unter den Sweat geschoben und festgenäht, sodass es so aussieht, als läge der Strick unter dem Sweat.




Der Versuch, den roten Stoff als Halsbündchen zu verwenden, scheiterte leider; dafür ist der Stoff zu fest. Den Halsausschnitt habe ich stattdessen mit einem Streifen aus weißem dünnem Jersey verstürzt.

Einen Versuch war's ja wert ...


Nur ein schlichtes weißes Kleid war mir aber zu langweilig. Aber ich hatte da ja noch so einen Firefly-Patch, der eine neue Bestimmung brauchte. Also gleich das Kleid zum Firefly-Kleid erklärt und entsprechende Dekoration geplant!

Der Plan sah Folgendes vor:
- der Firefly-Patch sollte wieder auf einen Ärmel
- vorne wollte ich ein Serenity-Stencil
- hinten habe ich einen Schriftzug vorgesehen, "I aim to misbehave", und die Vorlage dafür ist eine Applikation von Fandom in Stitches.

Und mit letzterem nahm das Drama seinen Anfang (das hatte auch sein Gutes, aber dazu später): Ich habe bisher für Stencils immer Klebefolie benutzt. Eine gespiegelte Vorlage gedruckt, auf die Papier-Rückseite der Folie abgepaust, ausgeschnitten, aufgeklebt, gestencilt. Funktioniert eigentlich recht gut - aber nur bei kleinen Stencils.
Bei großen Stencils passiert es leicht, dass sich die Folie beim Ablösen vom Trägerpapier mit sich selbst verklebt und dann kann man sie wegwerfen, das kriegt man nämlich nicht wieder auseinander. Ärgerlich, wenn man schon stundenlange Schneidearbeit reingesteckt hat!

Genau das ist mir mit dem Schriftzug passiert, und dann habe ich das Kleid für ein paar Monate in die Ecke in den Ufo-Korb in der Ecke geworfen und geschmollt.
Abgenommen habe ich außerdem. Und dann war das Kleid zu weit. So lag es dann ungeliebt rum.

Dieses Jahr habe ich es frisch motiviert aus dem Korb gezogen, angezogen und Hana abstecken lassen. War überraschenderweise gar nicht so viel Aufwand, das Teil enger zu machen, aber jetzt war ich wirklich froh, dass hinten noch kein Stencil drauf war, das hätte ein Problem gegeben beim Abstecken der hinteren Mittelnaht!

The best ship in the 'verse!


Dann habe ich mich den Verzierungen gewidmet. Zunächst musste ich einsehen, dass der Patch nicht auf den Ärmel kann - ich habe zu schmale Arme und der Patch ist zu steif, der biegt sich nicht. Bei weiten Ärmeln wäre es okay, bei relativ engen hätte sich der Stoff an dieser Stelle verzogen. Schade! Auf der Brust sieht er aber auch ganz gut aus und ließ sich zugegebenermaßen auch leichter per Maschine aufnähen. Den Ärmel hätte ich dafür wieder auftrennen müssen.
Aufbügeln konnte ich den Patch nicht mehr, das hatte ich nämlich schon beim Firefly-Bolero getan, und weil er sich nicht mehr ablösen ließ, einfach mitsamt Stoff drunter ausgeschnitten. Aber mit dem doppelseitigen Stylefix-Klebeband ließ er sich gut fixieren.

Mit den Stencil-Arbeiten habe ich vorne angefangen; die Schablone für das Raumschiff samt Schriftzeichen hatte ich nämlich bereits zusammen mit dem Schriftzug ausgeschnitten, aber nach dem Desaster nicht aufgeklebt. Es ist relativ klein, deshalb kam ich mit der Folie gut zurecht und das Ganze ließ sich problemlos aufkleben.
Ich habe braune Stoffmalfarbe verwendet (erstens passt es zur Western-Thematik der Serie und zweitens nennen sich sowohl eine Fraktion in der Serie als auch die Fans der Serie Browncoats), in zwei Nuancen. Zuerst habe ich die hellere aufgetragen, dann mit der dunklen vom Rand aus die noch feuchte Farbe etwas schattiert. Fotografieren lässt sich der Effekt kaum, aber real sieht man's.

Von ganz Nahem ist es sehr fleckig, von Weitem siehts okay aus.

Für den Schriftzug habe ich keine Folie mehr verwendet (ich bin ja lernfähig!), sondern das Freezer Paper, das Hana sich neulich gekauft hat. Das ist Papier mit einer Beschichtung zum Aufbügeln - da kann sich nix verkleben!
Fun Fact: Das Freezer Paper ist von der Marke Reynolds, und das ist der Nachname des Captains der Firefly - wie passend! :D

Es ist übrigens gut, dass sich das Freezer Paper mehrfach aufbügeln und wieder abziehen lässt; es war nämlich etwas tricky, den Schriftzug gerade auf den Rücken zu bringen. Das Anzeichnen der Mittellinie hat etwas geholfen, aber der Ausschnitt scheint nicht völlig symmetrisch zu sein. Jetzt müsste es aber halbwegs stimmen.

Wenn ich die Arme nicht verschränke, hat das E auch keinen Strich ...

Beim Anprobieren war ich dann mit den Verzierungen sehr einverstanden, aber der Ausschnitt machte mich noch nicht glücklich: Ich habe nämlich mal wieder meinen Kardinalfehler begangen - der Ausschnitt war zu groß. Ein Sweatkleid zieht man naturgemäß nicht im Hochsommer an und zu jeder anderen Jahreszeit friere ich sofort, wenn der Ausschnitt größer ist als mein Hals.

Viel besser und endlich zufrieden!


Also kam ich doch noch zum Wiederaufgreifen des roten Strickstoffs - daraus habe ich nämlich einen Einsatz genäht und eine Anleitung dazu geschrieben. Jetzt bin ich sowohl von der Optik als auch vom Tragegefühl rundum zufrieden.

Nach fast einem Jahr ist das Teil also endlich fertig und ich bin so froh, dass es nicht mehr rumliegt und mich vorwurfsvoll anschaut!

Material: angerauter Sweat und Strickstoff
Schnitt: aus der Handmade Kultur 1/2016
Änderungen: Schultern verschmälert, Einsatz zum Verkleinern des Halsausschnitts, Saumeinsatz

Verlinkt beim Me Made-Mittwoch und After Work Sewing.

Lg
Nria


Dienstag, 13. Dezember 2016

In Hamburg gehüllt - Kissenswap 2013

Dieser Blog wird ja richtig retro - im Oktober habe ich eine Tasche von 2012 präsentiert, Anfang Dezember eine Wolljacke, die sogar noch früher entstanden ist, heute ein Kissen. Ich habe letztens Tags an alte Beiträge verteilt, nachdem ich festgestellt habe, dass unter "Kissen" nur ein einziger Post zu finden war, obwohl ich mich an deutlich mehr passende Beiträge erinnern konnte, und dabei fiel mir auf, dass ich die Kissenswap-Ergebnisse hier gar nicht gezeigt hatte, obwohl der Blog damals schon existierte (wenn auch noch nicht lange).
Ach ja, außerdem hab ich alte Foto-Ordner durchgeguckt.

Es begab sich also im damals noch Natron und Soda genannten Forum, dass ein Kissenswap gestartet wurde ... und ich war dabei!

Die zu Beswappende wünschte sich ein Sitzkissen mit Hamburg-Thema. Dazu fiel mir viel ein, also ist viel drauf auf dem Kissen ;)

Zunächst hatte ich da einen sandfarbenen Patchworkstoff mit einer Art Seekartenmuster (und Meeresgetier. Und englischen Namen, die nix mit Hamburg zu tun haben, aber wer will denn so kleinlich sein) - den hatte ich bereits für die Strandtasche (die übrigens viel zu klein für eine Strandtasche ist und auf Dauer wohl umgearbeitet wird) verwendet.

Dann war mir wohl irgendwie langweilig, jedenfalls habe ich mir in den Kopf gesetzt, ein Stencil der Hamburger Skyline zu machen. Die Grundlage ist rote Ditte und viel Geduld, das war nämlich ziemlich kleinteilig. Das Ergebnis gefiel mir aber super!

Zu guter Letzt habe ich - für mehr maritimen Look - ein Reststück Streifenstoff vom Rock Livorno genommen und in die Mitte gesetzt. War mir zu langweilig, also noch ein Banner drauf appliziert. Die Schrift ist mit dichtem Zickzackstich der Nähmaschine aufgestickt, das Wappen wieder gestencilt.

 Wie es von hinten aussieht, weiß ich nicht mehr; ich hab nur noch das eine Foto und das Kissen ist schließlich nicht mehr bei mir ... aber ich schätze: Schlicht und mit Reißverschluss. Gut möglich, dass ich den Streifenstoff dafür verwendet habe.

Und hier ist das gute Stück:

In ganzer Pracht!
Ein Versuch einer Nahaufnahme - viel bringts nicht; ich hab halt keine Detailsfotos gemacht.

Sowas ähnliches wie ein Detail.

Die Empfängerin hat sich sehr gefreut und verkündet, es sei viel zu schade, um sich draufzusetzen. Ich finde ja, "zu schade" gibts nicht, aber Hauptsache, ihr gefällts!

Ich habe natürlich auch ein Kissen bekommen - und das liebe ich sehr!

In ganzer Pracht! So wundervoll!

 Was genau ich auf dem Steckbrief angegeben hatte, weiß ich nicht mehr, aber meine Liebe zu den Tolkien-Verfilmungen habe ich sicher bekundet. Und dann bekam ich etwas, das ich mir insgeheim gewünscht, auf das ich aber gar nicht zu hoffen gewagt hatte - ein Kissen mit Thorins Karte (aus dem "Hobbit")!

Der kleine Smaug!


Die Grundlage ist dunkelgrüner Baumwollstoff, darauf appliziert eine Karte aus Ditte. Die Linien sind durchgepaust und teilweise nachgestickt - mit Schwarz, mit Rot und - für die Mondrunen - mit nachtleuchtendem Stickgarn! Ja, sowas gibts und das hat mich sehr begeistert. Jetzt nach 3 Jahren nachtleuchtet es übrigens immer noch. Ich liebe das Kissen und jeder Tolkienfan, der mich besucht, will sich damit auf- und davonmachen, aber ich passe gut drauf auf!
 
Nachtleuchtende Mondrunen!

Verlinkt bei Handmade on Tuesday.

Lg
Nria

Dienstag, 31. Mai 2016

Sport für Nerds - Motivshirts (und Sprüh-Textilfarbe)

Ich weiß, manche sind mit ollen Buxen und ausgenudelten Shirts beim Sport völlig zufrieden, aber ich mache viel lieber Sport, wenn ich dabei schöne Sachen anziehen kann.
"Schön" heißt für mich ja meistens "nerdig".

Total eben aufgeklebt. Wär die Schrift nicht auf dem Kopf, wär's noch besser ... zum Glück noch vor der Farbe bemerkt.

Irgendwie bin ich zu einem Haufen schlichter Shirts gekommen. Ein paar davon habe ich irgendwann mal gekauft, "um sie zu verschönern", und ein paar sind von meiner Mutter aussortiert, die viel mehr Schlichtes trägt als ich.
Auf Buzzfeed, ewigem Quell der Inspiration, gab es eine tolle Sammlung von Incredibly motivated work out tanks - meistens ist bei solchen Produkt-Listen ja die eine Hälfte ausverkauft und die andere Hälfte wird nicht nach Deutschland geliefert, aber als Vorlage taugt die Liste allemal!
Es gibt übrigens noch einen Teil 2 der Liste ...

Ich habe also fleißig Klebefolienvorlagen ausgeschnitten und bin dann bei Aldi Süd über ein Set Textil-Sprühfarbe gestolpert. Musste ich ausprobieren!

Als erstes ist mein Batgirl-Shirt fertig geworden. Mit gestencilter Schrift, Fledermaus-Negativ mit gelber Sprühfarbe und nachgezogener Kontur mit Textilmarker.



Ich mags. Und wusste nach dem Test auch, dass die Sprühfarbe transparent und nicht deckend ist.

Als nächstes habe ich dann einen Schriftzug, diesmal als Positiv, gesprüht ... nachdem ich die Schablone zuerst verkehrt rum aufgeklebt hatte, hat sie danach wohl nicht mehr ganz hundertprozentig geklebt und an ein, zwei Stellen ist etwas Farbe unter die Schablone gekommen. Nicht so schlimm. Ich mag die zarte Farbkombination - das rosa Shirt war ein geerbtes, solche Farben verwende ich eigentlich nicht, aber zum "keeps me from the dark side"-Spruch fand ichs dann eigentlich ganz gut.
Nachteil war hier, dass ich die Stencil-Stege alle einzeln abschneiden musste, denn mit der Sprühfarbe konnte ich natürlich keine Steg-Lücken nachpinseln.




Ohne Star Trek gehts natürlich nicht bei mir - also wurde Nummer drei dieses Star Trek Boot Camp-Motiv. Auf schwarz konnte ich die transparente Sprühfarbe nicht verwenden, also gabs hier reines Stencil. Ursprünglich wollte ich die Stege noch übermalen, dann gefiel mit die Optik aber doch gut und jetzt bleibt es so.




Ich bin schon sehr zufrieden ... drei Motive hab ich noch.
Und eigentlich Lust auf mehr - vielleicht möchte der Liebste auch noch ein Nerd-Sportshirt? Oder sonst jemand im Freundeskreis? Hallo? Wollt ihr alle Nerd-Shirts?

Wie sportelt ihr - schöne Kauf-Klamotten, selbstgemacht eingekleidet oder ist euch euer Sport-Dress ganz egal?

Verlinkt beim Creadienstag und HandmadeonTuesday.

Eine nerdige Zeit wünscht
Hana

Freitag, 20. Mai 2016

SciFi-Swap Teil 2: Babylon5: Zitatkissen, Schatten-Patch und Starfury-Shirt

Das zweite Universum, zu dem ich Swapgeschenke gemacht habe, ist Babylon 5.

Zunächst ein Patch mit aufgesticktem Schatten-Schiff auf Weltall-Stoff.

Schatten-Space-Patch

Die Wichteldame hat sich drei Kissenbezüge gewünscht, und ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Kissen mit Zitaten zu bestenciln. Für ihre drei Lieblings-Charaktere aus Babylon 5. Ich hab ein wenig die Arbeit dabei unterschätzt ... und beim Stencil-Ausschneiden fast die komplette Näh-Podcast-Reihe von Nahtzugabe5cm durchgehört.

Die Stencilschablonen allein vom Ivanova-Kissen
Die Texte habe ich dann rahmenförmig angeordnet, in die Mitte sollte ja noch ein Motiv.

Für Susan Ivanova habe ich natürlich das "Babylon 5-Mantra" gewählt, das ist einfach das ikonische Ivanova-Zitat.
Ursprünglich hatte ich vor, ein zu den Charakteren passendes Motiv in die Mitte zu setzen - Babylon 5 ist aber nicht gerade reich an tollen Motiven, die sich als Applikation umsetzen lassen. Schließlich habe ich mich entschieden, "Favorites & Villains"-Kissen zu machen und das Symbol des Gegenspielers der Figur zu verwenden - die waren jeweils viel schöner und Nria fand auch, so wär das viel kreativer.

Ivanova is always right. I will listen to Ivanova. I will not ignore Ivanovas recommendations. Ivanova is god. And if it ever happens again, Ivanova will personally rip your lungs out.




Ivanova bekam also das Psi-Corps-Logo. Aus dem gleichen Weltall-Stoff wie fürs Patch.


If you go to Z'Ha'Dum, you will die.
Kosh hat eigentlich nur einen ikonischen Satz, und bekam ein Raumschiff der Schatten.

The universe is run by the complex interweaving of three elements: energy, matter and enlightened self-interest.
Das letzte Kissen ist G'Kar gewidmet - der wunderbare Dialoge und auch wunderbare Sprüche hat, allerdings nichts, was total ikonisch für ihn ist oder ihm eindeutig zuzuordnen. Den Spruch, den ich gewählt habe, fand ich aber sehr typisch für G'Kar. Das Symbol ist natürlich das der Centauri-Republik (Nria meinte dazu: "Das sind ja Londos Haare!"). Man vergleiche dazu das Symbol, das passend zu G'Kar für die Narn gewesen wäre: Symbol der Narn-Regierung Liegt's an mir oder ist das Symbol ziemlich zusammengewürfelt und nichtssagend?

Die 3 Kissen glücklich vereint mit Füllung, Foto von der Empfängerin.

Auch ich habe ein Stück zu Babylon 5 geswappt bekommen - ein Sommersweatshirt im Stil der Starfury-Pilotenuniformen:


Mit gesteppter Brust- und oberer Rückenpartie, tollen Schulterdetails ...


... und Earth Alliance-Symbol innen.


Und als nächstes gibt es den Abschluss mit Dr Who!

Kennt/mögt ihr Babylon 5, oder könnt ihr damit gar nichts anfangen?
Verlinkt bei Do4You von Krümelmonster-AG.

Hier geht es zu Teil 1 - Star Wars.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Freitag, 15. April 2016

A mind needs books as a sword needs a whetstone - Game of Thrones-Buchhülle

Vor einer Weile hatte ich eine Larp-Heilertasche für eine Wunschkette im Nähkromantenforum (früher Natron&Soda) genäht - jetzt hat mich wieder ein Wunsch angelacht, eine Buchhülle. Die Userin mag u.a. Game of Thrones, und ich hatte Lust, eine Wehrholzbaum-Buchhülle zu machen.

Vorderseite ...


... Rückseite. Hinten ist mehr Baum, dafür ist vorne mehr Zitat.


Eine schöne Baumvorlage habe ich hier gefunden, auf Folie übertragen und mit schwarz auf hellem Stoff das Negativ gestencilt (die Klebefläche fürs Positiv hätte sehr viele Zwischenraumflächen gehabt, und schwarz auf weiß deckt zudem nunmal besser als andersrum).

Hat ja so auch schon was ...
 
Danach viele Blätter mit roter Farbe aufgestempelt - leider hat die Farbe nicht besonders gedeckt, so dass ich alle Blätter nochmal nachmalen musste.

Ausgebreitet, natürlich mit Label.

 Das Futter ist ein Jacquard mit Blumenmuster - rote Blätter, also der perfekte Partner zum Wehrholzbaum.


Von Anfang an hatte ich das Zitat von Tyrion Lannister im Kopf - dann überlegt, ob ich lieber etwas zum Wehrholzbaum - alte Götter - Norden passendes nehme, aber das Tyrion-Zeitat passt einfach zu gut zu einer Buchhülle. Aufgestickt habe ich es mit dem Buchstabenstich meiner Nähmaschine.

Ein kleiner Ansatzfehler - ansonsten bin ich sehr zufrieden, mein Maschinchen schreibt gut!

Die Buchhülle ist inzwischen angekommen und die Empfängerin hat sich gefreut - da bin ich doch auch froh!

Verlinkt bei Do4You.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 12. April 2016

Fell und Ornamente - eine Claner-Feldflasche fürs Larp

Ich habe eine Feldflasche fürs Larp in einer Gürtelhalterung - aus einer modifizierten Schweizer Feldflasche im Metallbecher. Die gibt es günstig zu kaufen, die Größe ist gut und sie sitzt fest in der Halterung, ist aber mit einem Handgriff zu entnehmen. [Nachtrag: Das verlinkte Modell ist inzwischen nur noch schwer zu bekommen - ein ähnliches Modell ist die "Bundeswehr Feldflasche Alu"; mit Schraubverschluss statt Korken, aber m.M.n. dennoch passend fürs Fantasy-Larp]
Letztes Jahr habe ich dem Liebsten zum Geburtstag einen Gutschein für eine eigene Version für seinen Claner-Charakter geschenkt, weil ihm meine so gut gefallen hat. Und dieses Jahr hat er sie endlich bekommen!



Vorher: Schnöde Flasche in schnödem Becher. Die Bechergriffe wurden schon entfernt, einfach die Nieten aufbohren, fertig.


Da die Flasche wenig Spiel im Becher hat und die Farbschichten darauf entsprechend dünn sein müssen, habe ich die vorhandene Farbe erstmal abgeschmirgelt. Entsprechend kam auch normales Bemalen nicht in Betracht, weil die Schichten sonst zu dick geworden wären, und ich habe Farbspray verwendet.


Dann (weil die gelbe Farbe leider nicht gut gedeckt hat) dünn weiß grundiert, die vordere und hintere Fläche gelb besprüht und Klebefolien-Motive aufgeklebt.
Und dann rot besprüht. Wir erinnern uns hier an die Flasche in der Gießkanne.


Folie abziehen, und - tadaa! Passende Motive. Zufrieden war ich aber nicht, die (halbwegs) gleichmäßigen Lackschichten sehen so doch noch sehr künstlich aus. Und das Gelb war mir zu grell.


Eine sehr dünne aufgepinselte Schicht Acrylfarbe in Ocker hat das behoben - die Farbe ist etwas ungleichmäßig, das lässt es weniger künstlich wirken.


 Auch die roten Bereiche habe ich noch sehr dünn mit Acrylfarbe übermalt, weil es mir einfach zu "künstlich lackiert" wirkte - auf Fotos sieht man es kaum, aber ich bin viel zufriedener.
Der obere Bereich ragt aus der Halterung heraus und kann daher eine dickere Schicht Farbe vertragen - hier habe ich halb per Schablone, halb Freihand ein Muster aufgebracht, von meiner Lieblingsseite. was östliche Muster und Ornamente angeht: Highaltai Ornamentes auf face-music.ch.
Zum Schluss habe ich noch einen Viererzopf geflochten und den Korken an der Flasche befestigt, damit der nicht verloren geht.

Die Flasche ist schön, aber die Halterung sollte es natürlich auch werden!


Dazu habe ich ein Rechteck aus Ziegenfell ausgeschnitten und zwei Lederriemen angenäht. Erst den Riemen nach oben hin aufgesetzt, dann runtergeklappt und unten festgenäht.


Die Riemen sitzen an den Außenseiten, denn die Naht soll später auf der Rückseite der Halterung liegen.


Pattex ist mein Freund - das vorbereitete Fellstück wird einfach auf den Becher aufgeklebt.


Damit der Becher besser zur Flasche passt, habe ich noch ein rot-gelbes (sehr hellgelbes, leuchtendes Gelb hatte ich nicht da) Band geflochten. Nach dieser Anleitung auf polyclaykunst.de.

 
Das Band wurde ebenfalls einfach aufgeklebt. Und hinten zusammengenäht.
Dann kam noch der überflüssigste Schritt: Ich habe die Fellenden zusammengenäht. Das hat überhaupt keine Funktion (der Kleber hält alles) und wird, da auf der Rückseite am Gürtel hängend, quasi nie sichtbar sein. Dennoch wollte ich die Illusion, das Fell würde durch Nähte und nicht Klebstoff halten.

Und fertig:



Der Liebste findet die Flasche toll und ich bin auch sehr zufrieden - meine "Vorlagenflasche" kann sich da dahinter verstecken ...

Verlinkt bei Creadienstag und HandmadeonTuesday

Eine schöne Zeit wünscht
Hana