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Dienstag, 17. August 2021

Schatztruhe und Siegel - Hanas Rollenspiel-Swap-Werkeleien

 Für diesen Swap habe ich mich mal ganz weit außerhalb meiner Komfortzone begeben - denn tatsächlich sind fast alle Teile aus Holz. Holz. Das ist das Material, mit dem ich so ziemlich am wenigsten zurechtkomme. Werkzeug verhakt sich drin, es ist spröde und widerspenstig, schnell ist was abgebrochen und wenn irgendwo mal zuviel ab ist, kriegt man's so schnell nicht wieder dran. Wie schön lässt sich dagegen bei einem Stoffstück was zurechtziehen, damit es passt!

Aber die Teilnehmerin, die ich mir zugeteilt habe (ich habe die Tauschbastelrunde im Nähkromanten-Forum organisiert) hat sich eine Kiste mit Einwurfschlitz gewünscht. Damit fing es an ...

Rollenspiel-Swap-Geschenke fürs Savage Worlds-Pen&Paper

Zunächst habe ich eine Mappe für Unterlagen gebastelt. Scrapbooking-Papier mit Meer-Vibes hatte ich noch da und einfach auf eine Papp-Mappe geklebt (gar nicht so leicht zu finden! Fast alle sind aus Plastik), danach mit Leder und Papier den Titel des ersten Abenteuers ausgeschnitten und aufgeklebt. 

Am längsten hat das Arrangement von Papier und Buchstaben gedauert!

Mappen-Arrangement-Tests 

 Im Rollenspielsystem "Savage Worlds" gibt es "Bennys", so eine Art Glückspunkte, die Spieler für besondere Aktionen sammeln und in brenzligen Situationen für Boni oder etwas mehr Würfelglück wieder ausgeben können. Es sollten für 6 Spieler 6 verschiedene Sets werden. Für das Piraten-Setting, das hier verwendet wird, böten sich Münzen an, aber so schöne Münzen, wie ich sie vom Larp gewohnt bin, kann ich nicht selber machen, und mit weniger schönen Alternativen wäre ich dann wahrscheinlich nicht zufrieden gewesen. Also was anderes.

Siegel finde ich fabelhaft (und wie es der Zufall will, haben wir vor einigen Jahren im Dänemark-Urlaub in einem Bastelladen mal eine Handvoll Siegelstempel mitgenommen), aber einzelne Siegel sind eher klein (also, in der Größe unserer Siegelstempel. Historisch gabs ganz schön große fette Siegel!) und auch zerbrechlich. Also brauchte es eine Unterlage.

Siegel-Bennys in ihrer ganzen Pracht

Ich habe hierzu schräg geschnittene Holzscheiben besorgt. Auf historischem, faserigen Papier hält Siegelwachs sehr gut, von glatten Flächen (wie auch modernem Papier) lässt es sich aber leicht ablösen. Bei Holz war ich mir nicht sicher - ich habe also den Trick angewandt, den ich auch für Siegel auf modernem Papier verwende: Ein Band durchziehen. Ich habe also in jedes Holzscheibchen zwei Löcher gebohrt [Holz-Akt Nr. 1] ...

Benny-Rohlinge - bereit zum Siegeln!

... ein Band durchgezogen (mithilfe einer Drahtschlaufe), und die Enden verknotet, damit sich die Kordel nicht auflöst. 

Links: Siegel aus Granulat; rechts: Siegel aus Siegelwachs-Stange

Dann kam das Siegelwachs drauf: Ich verwende keine klassischen Siegelwachs-Stangen, sondern Siegelwachs-Granulat oder Siegelwachs-Perlen, die ich in einer ganz kleinen Kelle über einer Kerze schmelze. Damit bekommt man viel schönere runde Siegelformen hin, weil man Menge und Form des Siegelwachskleckses leicht bestimmen kann; bei Siegelwachs-Stangen ist das immer eher Glückssache, und über der Kordel klappt das erst recht nicht gut.
Übrigens: Siegelwachs ist kein Wachs, es heißt nur so (ein anderer Begriff ist "Siegellack"). Ich schreibe das, weil ich in einer Produktbewertung als Negativpunkt gelesen habe, das Siegelwachs würde ja nicht nach Wachs riechen ...

Alle sechs Benny-Farben auf einen Haufen
 
Als nächstes kam der Behälter für die Bennys dran: Gewünscht war eine Kiste mit Einwurfschlitz, in die man die Bennys lässig fallen lassen kann.

Siegel-Truhe VORHER - die Metallfolie kann man leicht entfernen

Als Basis diente eine kleine Truhe im Indien-Look, die man so ähnlich in vielen Deko-Shops bekommt. Ich dachte immer, die Metallteile wären Metallplatten, aber es ist nur Metallfolie. Quasi etwas stabilere Alufolie. Deshalb ließ sie sich auch deutlich einfacher entfernen als ich erwartet hatte. Mit Pinzette o.ä. etwas anheben am Rand, der Rest lässt sich einfach abziehen. Wo ich unter den Nägelchen die Reste nicht gut abbekommen habe, habe ich die Reste einfach weggefeilt.

Siegeltruhe NACHTHER - ab in die Kiste mit dem Benny!

Den Einwurfschlitz habe ich aufgezeichnet, dicht an dicht Löcher gebohrt (an den Außenkanten und Ecken mit schön feinem Bohrer) und den Rest mit großer Holzfeile weggefeilt [Holz-Akt Nr. 2]. Das Feilen hat ganz schön gedauert, aber mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Und die Bennys lassen sich prima einwerfen!

Bennys und Truhe glücklich vereint - mit ein paar Bonus-Münzen für den Schatztruhen-Look

Fürs Spiel habe ich dann noch einige Figuren mit Plotansätzen entworfen und auf einem USB-Stick gespeichert, mit zugehörigen Illustrationen (aus dem Netz, nicht selbstgemacht, nur per Bildbearbeitung vereinheitlicht) - und weil es mich dann überkam, habe ich den USB-Stick noch in einen Würfel gepackt [Holz-Akt Nr. 3] - aber dazu gibts noch einen Extra-Post mit Anleitung.

Hier steckt ein USB-Stick drin!

Dafür, dass Holz wirklich so gar nicht mein Ding ist, war das ganz schön viel Holz auf einmal, nicht wahr? Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen - und hoffe, dass sie der Empfängerin auch gefallen.

Verlinkt bei MagicCrafts.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Donnerstag, 12. August 2021

Rollenspiel-Swap: Lauter Malereien - unsere Geschenke

Natürlich haben wir beim Rollenspiel-Swap auch tolle Dinge zurückbekommen!

Hanas Geschenke von BeruThiél:

Gewünscht hatte ich mir Zubehör für meinen neuen Claner-Larpcharakter und Inhalt für meine P&P-Journals.

Bekommen habe ich zunächst mal eine Ledertasche, deren coolstes Element eindeutig der Verschluss ist:

Das ist nämlich der Überrest von der Bohrung von Rosenkranz-Perlen. Und weil eine Perle misslungen ist, steckt die halt noch halb drin.
 

Ein handgezeichneter Charakterbogen für meinen D&D-Bardencharakter und eine Zeichnung meines Gnomen-Charakters.

 
Guckt euch die Details an! Besonders mag ich die Mäuse.

 

Wieder etwas "Wilderes": Eine Kette aus Leder, Wildschweinzähnen, pflanzengefärbtem Wollgarn und einem Bernstein.


Und als Bonus gab es noch einen fabelhaften Pfannenwender mit eingebrannten Würfeln. Den hat gleich der Liebste bekommen.

Kein Extrabild: Römisches Mulsum, das ist eine römische Weinzubereitung, wie ich gerade ergoogelt habe. Ich hoffe, da ist nichts von diesem fiesen römischen Fischextrakt drin, mit dem die Römer alles so gern gewürzt haben ... ;)

Was meint ihr - bei den vielen tollen Geschenken bin ich wohl vom wilden Glücksschwein gebissen! Oder von der wilden Glücksmaus?


Nrias Geschenke von aprilnärrin:

Ich bekam eine sehr rätselhafte Verpackung und musste erstemal den Würfel schwingen ... zum Glück ist der nächste bei Rollenspielern nie weit, auch wenn man einen zwölfseitigen braucht! Und seht euch diese tolle Karte an :)

Thematische Verpackung sowie eine Karte vom "Land of Swap".

Und darin verbargen sich ...

So wundervolle Mappen! Klick macht's etwas größer.

Ein Würfelbeutel mit Phex-Symbol für meine Fuchswürfel, etwas Schreibzeug und fünf bemalte Sammelmappen für meine Charakterbögen und Notizen! Einige mit Charakter- und Regelwerksbezug, andere allgemein gehalten. Bisher hatte ich keinen Aufbewahrungsort und so lagen all die Zettel zwischen zwei Terminen irgendwo beim Papierkram rum, waren unordentlich und ein stetes Ärgernis ...

Dieses Zettelchaos wurde erfolgreich gebändigt:


Das ist jetzt alles schön sortiert und in Mappen gepackt. Ein lang verschollener Zettel ist dabei auch wieder aufgetaucht.

Dieser Swap war wirklich ein voller Erfolg!
 
Lg
Hana & Nria
 

Dienstag, 10. August 2021

Ein Würfelthema: Beutel mit Einzelfächern, Stickbild und Kekse - Rollenspiel-Swap (Nria)

Es wurde mal wieder geswappt im Nähkromantenforum! Vor 10 Jahren war ich noch aktiver dabei, jetzt ist es meist nur noch ein Swap pro Jahr. Das ist dieses Jahr schon der zweite, aber das Thema "Rollenspiel" (umfasst bewusst sowohl Larp als auch Pen&Paper) war einfach zu verlockend!
 
Diesmal habe ich KimKong bewichtelt.

Als erstes habe ich einen Würfelbeutel genäht. Sieht von außen ganz normal aus (der schöne Würfelstoff ist von argent_paws_artisan auf Etsy) - innen verbergen sich Einzelfächer für KimKongs Edelsteinwürfel!

Würfelstoffe sind einfach hübsch!

Ein ähnliches Design habe ich online gefunden und mich vage daran orientiert. Mein Beutel ist aber viel kleiner und etwas anders aufgebaut. Ja, es erinnert etwas ans Imperiumssymbol aus Star Wars, aber ich schwöre, das ist reiner Zufall!
 
Ich habe einen großen Stoffkreis für die Unterlage und zwei kleine Stoffkreise (in Petrol mit Sternen) für die Würfelfächer zugeschnitten, die beiden kleinen außen zusammengenäht und verstürzt, innen einen kleineren Kreis ausgeschnitten. Leider kann man nicht beide Seiten gleichzeitig verstürzen ... also habe ich die Kanten des Innenkreises vorsichtig nach innengeschlagen und festgenäht, als ich den Innenkreis an der Unterlage festgenäht habe.
Man hätte den Innenkreis bei Oberstoff und Futter mit dünner Vlieseline verstürzen können, dann wäre das Ganze sauberer geworden, aber ... nun ja.

Die Klappenaussparungen sind gut, haben aber für Ärger gesorgt.

Anschließend habe ich den Kreis einfach mit geraden Nähten in 6 Fächer unterteilt und eine hübsche Klappenform gemacht. Die Klappen haben oben Aussparungen, um mehr Ösen für die Schnur unterbringen zu können.

Als ich die Klappen genäht hatte - sie haben ein dezent gemustertes Futter -, stellte ich aber eins fest: Die Aussparung war viel zu groß für den kleinen Beutel - wenn ich die Klappen nur an den "Flügeln" und nicht ringsrum die Aussparung angenäht hätte, könnten die Würfel einfach durch die Aussparung rausfallen, dann ist die ganze Klappe sinnlos!

Die Knopflöcher sind gut geworden!

Zu dumm. Ich musste dann noch einen schwarzen Ring außenrum nähen, um die Fläche zu vergrößern und die Klappen weiter oben annähen zu können. Das war ein Gefrickel, sage ich euch! Ich war kurz davor, das Ganze nochmal neu zu machen.

Die schwarze Umrandung war nicht geplant und ist auch nicht 100% ordentlich ...

Jetzt nur noch den Außenkreis mit dem Würfelstoff-Kreis verstürzen und Ösen rein! Ich habe Nestellöcher gemacht, weil die Ösen zwischen all den Nahtzugaben wohl schlecht gehalten hätten. Zum Glück gingen die Löcher super mti der Lochzange durch und ich musste nur umnähen.
Und dann die Knopflöcher. Meine Knopflochautomatik hat mal wieder versagt (irgendwie sind -ältere - Pfaffmaschinen da recht unzuverlässig, wie ich auch von anderen höre), aber ganz manuell gings auch. Die Knöpfe sind ein bisschen mondförmig. Ein bisschen Mondkunst muss sein!

Der Zickzackstich gefällt mir gut - war aber auch die einzig gute Möglichkeit, den Rand flachzukriegen.


Als zweites Teil habe ich mich für ein Stickbild entschieden - das hier im schicken Retro-Stil ist von GameOverStitches auf Etsy. Übrigens auf D&D ausgelegt und im Original ist eine 1 auf dem Würfel zu sehen - für DSA passt das nicht, da ist die 20 der schlechteste Wurf bzw. Patzer. Ich habe mir die Vorlage ausgedruckt (allerdings ist das Raster superhell und kaum zu sehen, daher habe ich vorm Bildschirm gestickt) und auf den Würfel eine 20 geschrieben, dann in Kästchenform nachgezeichnet. Voilà, Vorlage für eine 20! 
 
So schön retro!
 
Dann habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, eine Menge Videos von meiner Youtube-Watchlist geschaut und dabei gestickt. Ich hatte über einen farbigen Würfel nachgedacht, aber die Schwarz-Weiß-Optik unterstützt so schön das Retro-Design. Erst war meine Befürchtung, dass meine Grautöne zu dunkel sein könnten, aber ich finde es eigentlich ganz gut.
Eigentlich ist ein Stickrahmen mit 23 cm Durchmesser vorgesehen, ich habe nur einen mit knapp 26 cm bekommen. Zum Glück passte das Stoffstück gerade so rein!

Stickdauer: ca. 13 Stunden.

Schließlich habe ich noch ein paar Würfelkekse gebacken - das musste sein, die wollte ich backen, seit ich mein Nerdy Nummies-Backbuch (gibts auch auf Deutsch) habe! Das mit den Zahlen habe ich nur bei einem Keks getestet, aber meine Form war kleiner als die originale und deshalb funktionierte das nicht so gut.

Nerdy Yummies.

Erst zum Schluss ist mir aufgefallen, dass ich ein komplettes Würfelthema habe, was ich eigentlich gar nicht wollte. Lag aber auch daran, dass es zum Thema DSA (= Das Schwarze Auge) aus rechtlichen Gründen nicht wirklich Stickvorlagen oder Stoffe gibt - für D&D (= Dungeons & Dragons) dagegen unzählige. 

Sonderlich originell ist meine Thematik also nicht. Ich hoffe, KimKong gefällts trotzdem!

Verlinkt bei DvD und MagicCrafts.

Lg
Nria

Dienstag, 23. März 2021

Wunschwichtelswap - Katzen-MugRug und Eulenstrick

Vom Wunschwichtelswap hatte ich schon kurz erzählt - dafür habe ich nämlich das Mr Ryks-Portemonnaie genäht.

Um den Beitrag etwas kürzer zu halten, hatte ich in dem Beitrag das Ganze nur angerissen; hier folgt jetzt also ein possierliches Goodie und die Dinge, die ich bekommen habe :)

Abgelaufen ist der Swap so: Jeder Teilnehmer durfte eine Liste mit 3 Dingen zur Orga schicken, die er selbst gerne herstellen würde. Dann wurde die komplette Liste (ohne Namen) wild durcheinander veröffentlicht und jeder durfte 3-6 Favoriten aussuchen und zur Orga schicken. 

Anschließend wurde gewerkelt. Und dabei wild spekuliert, welche Teile wohl das Rennen gemacht haben ...

Guckuck!

Zusätzlich zur bunten Geldbörse habe ich noch einen Untersetzer mit Katzenmotiv (als Patchwork in Foundation Papier Piecing-Technik) genäht. Die Vorlage "Peeking Cat" stammt von PitchersBoutiqueLLC und ich habe sie noch auf 80% verkleinert gedruckt - puuh, das war ganz schön fitzelig. Anschließend habe ich noch die größeren Partien gekürzt, um ein untersetzergroßes Motiv zu erhalten.

Ja, auch diese ganz winzigen Teile an den Ecken mussten einzeln angenäht werden ...

 Von hinten: Unordentlich wie immer. Aber keine Sorge, ich hab noch eine Rückseite angenäht ;)

So viele Fädchen! Und winzige Rest-Papierschnipsel.

Was ich bekommen habe

Aber natürlich bin ich selbst auch nicht leer ausgegangen ...

Spielkind hat mir Stirnband mit Entrelacmuster gestrickt - schaut euch nur diese tolle Struktur an! Innen hat das Stirnband übrigens ein schlichtes Muster, damit es bequemer zu tragen ist. 

Und dazu habe ich noch zwei Paar kurze gestrickte Stulpen mit Eulenmuster bekommen. Eins in Grau ...

Große Augen!

... und eins in Schwarz. Möglicherweise muss ich mit Hana teilen!

Grüne Augen!

Sind die Sachen nicht wundervoll?

Das war ein toller Swap!

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 9. März 2021

Ein wirklich buntes Portemonnaie - Mr Ryks von Hansedelli

Das Februar-Motto der Ü30-Blogger für den Februar lautet: Farbe bekennen.

Das kann ich gut! Ich liebe Farben - je knalliger und leuchtender, desto besser. In meinen 20ern habe ich auch gerne viele Farben auf einmal getragen und ich glaube, ich besaß lange Zeit kein einziges schwarzes Kleidungsstück (das hat auch Nachteile: Ich musste vor mehr als einer Beerdigung mit großem Zeitdruck passende Kleidung kaufen, die ich dann nie wieder getragen habe, wegen der Farbe und weil hastig gekaufte Sachen oft nicht so ideal sind) und auch kaum Grau. Die Suche nach einer Winterjacke in einer leuchtenden Farbe ist allerdings eine Sache für sich, da gibt es fast nur Schwarz und Dunkelgrau ...

Mittlerweile kombiniere ich eher dezente Farben mit knalligen, weil ich finde, dass das erwachsener wirkt. Jünger geschätzt zu werden mögen ja viele, aber mit über 30 für einen Teenager gehalten zu werden, ist dann doch nicht so toll.

Im Februar habe ich bei einem Swap mitgemacht und habe ein Portemonnaie genäht. Und was las ich im Steckbrief der Swap-Partnerin bei den Lieblingsfarben? "Bunt". Was habe ich mich gefreut!

Noch etwas unförmig, weil frisch genäht. Und wo sind jetzt all die Farben?

Ein Portemonnaie wollte ich schon ewig nähen. Dummerweise/zum Glück halten meine Geldbörsen meist sehr lange und meine war noch längst nicht am Ende seines Lebenszyklus' angekommen. Außerdem sind meine Portemonnaie-Anforderungen recht speziell, und dafür einen Schnitt zu finden ...

Daaaa sind sie! Etwas perspektivisch verzerrt.

Das hier ist der Schnitt "Mr Ryks" von Hansedelli. Eigentlich ist das Teil für Herren, aber egal. Ich finde Geschlechtersortierung in den meisten Fällen ziemlich unsinnig (gut, bei vielen Kleidungsstücken ist es natürlich sinnvoll).
Erst viel später fiel mir auf, dass Männer ihre Geldbörsen überwiegend etwas anders nutzen als Frauen: Die werden in die Hosentasche gesteckt und brauchen deshalb keinen Verschluss. Als Frau packt man seine Börse eher in die Handtasche, wo sie lose rumfliegt und dazu neigt, sich von selbst zu öffnen. Der Verschluss hier ist also von mir eingefügt, der ist nicht im Schnitt integriert.

Gut verschlossen!

Die Hansedelli-Taschenanleitungen sind für mich die besten auf dem Markt: Super durchdacht und ausführlich; es gibt z.B. eine nummerierte Abbildung der Taschen innen und außen, sodass man genau sieht, welches Schnittteil hinterher an welcher Stelle sitzt, plus eine Abbildung der Schnitteile einzeln. Perfekt für die Planung und das Verständnis!

Ich habe eine Lasche angenäht und den Ansatz verdeckt. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.

Portemonnaies zu nähen ist für mich Neuland. Taschen habe ich ja schon einige hergestellt, aber das hier ist doch etwas anderes.

Was aber wirklich wichtig ist: Die Anleitung exakt zu lesen. Ich habe mehrmals Dinge übersehen und dann falsch gemacht. Zum Beispiel: Bei der Universalversion muss das Reißverschlussfach gespiegelt genäht werden, sonst wird der Reißverschluss von unten nach oben geöffnet und die Münzen fallen raus.

Und das vordere Scheinfach ist 0,75 cm kürzer als das Innenleben, wenn man es nach dem Annähen an die Kartenfächer umklappt, das ist richtig so! Ich habe das übersehen und dann entgegen der Anleitung doch die Nahtzugabe zurückgeschnitten ... das konnte ich nicht wieder ändern, daher ist meine Einfassung jetzt etwas kürzer als vorgesehen. Kein Drama, aber doch etwas ärgerlich.

Und ich musste völlig unnötig oft trennen, weil ich manchmal einfach unkonzentriert war. Hier ist ein Outtake (das war aber echt nicht die Schuld der Anleitung!):

Finde den Fehler!

An manchen Stellen muss man der Anleitung einfach vertrauen, z.B. wenn ein Teil kürzer ist als das, wo es draufgelegt wird. Und insbesondere bei dem Schritt, wo die Scheinfächer angenäht werden, muss man sehr genau hinschauen; ich war dort zu voreilig und musste die halbe Börse nochmal auftrennen und neu nähen, weil ich keine Wendeöffnung hatte. Das war aber die einzige Stelle, die ich etwas schwierig fand.

 

Das Münzfach ist nicht soo riesig, da ist Disziplin angesagt ;)


Außen habe ich Canvas verwendet, innen viele verschiedene Patchworkstoffe. Das ist wirklich eine super Resteverwertung! Dabei habe ich diverse Möglichkeiten ausprobiert; praktischerweise ist eine Skizze zum Ausmalen beim Schnittmuster dabei. Zuerst wollte ich die Fächer alle abwechselnd in unterschiedlichen Farben halten, aber das sah sehr unübersichtlich aus und man will ja seine Karten noch wiederfinden.
Also habe ich die Hochkant-Kartenfächer einfarbig gemacht und die normalen Kartenfächer zumindest nicht allzu kontrastreich). Die Muster sind überwiegend geometrisch/abstrakt, aber das Grasfach musste sein! Zugegebenermaßen hatte ich auch einfach wenig Auswahl an grünen Stoffen da ...

Blick auf die Scheinfächer. Die Wendeöffnung ist übrigens in der Teilung versteckt.


Laut Anleitung soll man das Portemonnaie nach dem Nähen ein paar Tage zusammengeklappt unter einem schweren Buch plattdrücken, damit es die Form besser hält - dafür hatte ich keine Zeit, weil ich es ja fristgerecht verschicken musste. Allgemein finde ich den Canvas etwas zu weich; in der Anleitung war dieses Material aber ausdrücklich als Alternative angegeben und es stand auch nichts davon, dass es verstärkt werden müsse ... mit Kunstleder ist die Form vielleicht etwas stabiler.

An sich bin ich mit meiner ersten Geldbörse aber ganz zufrieden. Und all die Farben!

Schnittmuster: "Mr Ryks" von Hansedelli, Universalversion
Material: Außen Canvas, innen Patchworkstoffe
Änderungen: Verschluss hinzugefügt
Nachnähpotential: Mal gucken; ich persönlich bevorzuge ein größeres Münzfach.

Verlinkt bei den Ü30-Bloggern und DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 19. Mai 2020

Fünf-Fach-Organizer von Farbenmix und ein winziges Zelt - Der Ohne-Einkaufen-Swap

Ich mache ja nur noch selten bei Swaps mit. So um 2011 rum waren es bis zu vier pro Jahr, jetzt komme ich mit Glück noch auf einen. Ein Überraschungsteil für andere zu nähen macht mir Spaß, aber vielleicht sind meine Ansprüche an das, was ich bekomme, zu hoch geworden, weil ich auch meine eigenen Fähigkeiten weiterentwickelt habe? Ich weiß es nicht genau.

Jedenfalls hatte jemand die Idee zu einem "Ohne Einkaufen"-Swap, für den man nur Dinge nutzt, die man schon rumliegen hat. An sich gar nicht so neu für mich, weil ich sowieso sehr häufig vorhandenes Material für Swaps verwende, aber oft kaufe ich doch mehr oder weniger dazu und mich reizte die Herausforderung.

Mit Blockstreifen und Borte.

Der Steckbrief, den ich bekam, war dann auch eine: Er war relativ kurz gehalten und es gab nicht viele konkrete Angaben zu favorisierten Motiven oder Mustern, der Stil war mit "sportlich-praktisch" beschrieben und ich stand erstmal etwas ratlos da. Ein komplett einfarbig gehaltenes Teil ohne jedwede Details will ich ja auch nicht verschenken, das hat keine Persönlichkeit.

Bei den Wünschen stand eine kurze Pyjamahose, die hätte ich gerne genäht, aber Hosen sind sehr riskant, wenn man nicht anprobieren kann. Aber beim ebenfalls aufgeführten Kleinkram-Täschchen fiel mir die Fünf-Fach-Tasche von Farbenmix ein, ein Ebook, das 2015 der kostenlose Mitmach-Adventskalender von Farbenmix war und das ich noch nicht ausprobiert hatte.

Zwei große Fächer, eins mit Klettverschluss in der Mitte (rundherum geschlossen).

Zur Inspiration habe ich ein bisschen nach Umsetzungen der Tasche gesucht. Die Farbenmix-Umsetzung ist nämlich wie immer sehr quietschig, wild gemustert und einfach echt speziell. Aber es geht auch anders - die Fünf-Fach-Tasche von Echt Knorke fand ich besonders schön.

Also ran ans Werk! Ein Farbkonzept hatte ich schnell im Kopf, nämlich Schwarz mit Grün. In der Restekiste fand sich ein sehr dicker und fester Jeansstoff (da konnte ich mir das Verstärken gleich sparen) in genau der richtigen Menge und ein dunkelgrüner Baumwollstoff als Futter.

Das senkrechte Reißverschlussfach habe ich selbst hinzugefügt.

Ich habe ein paar Skizzen gemacht - mein Ursprungsplan sah vor, auf einer Seite der Tasche auf der rechten Hälfte senkrechte grüne Streifen in unterschiedlicher Breite einzusetzen und auf die linke eine Tanne zu sticken (meine Swap-Partnerin klang nach Outdoor-Fan).
Das habe ich dann verworfen, weil ich es doch lieber schlichter halten wollte, und mich auf einen einzigen Streifen beschränkt. Darauf wollte ich einen schwarzen Zweig sticken und habe die Stickerei auch angefangen, aber da sie einfach nicht so gleichmäßig werden wollte, wie ich es gern gehabt hätte, habe ich auch das aufgegeben und den Streifen halt schlicht gelassen. Dafür habe ich oben eine geometrisch gemusterte Borte in Grau aufgenäht (ein Rest meiner Autumn Geo-Jacke), weil der obere Reißverschlussrand mit irgendetwas verdeckt werden muss. Das war mir bei meiner Planung doch glatt entgangen.
Auf der anderen Seite habe ich statt der aufgesetzten Tasche ein senkrechtes Reißverschlussfach genäht - ein Reißverschluss mit der perfekten Länge in der perfekten Farbe (so ziemlich haargenau wie der Futterstoff) und mit einem interessanten Zipper lag zufällig in meiner Reißverschlussbox. So ein Glück!

Hier erkennt man die Dopplung der Tasche.

Der Nähprozess war etwas mühsam - ich hatte mir damals nur die einzelnen Tage des Adventskalenders (14 an der Zahl) gespeichert. Die Anleitung und der Schnitt werden ja Stück für Stück veröffentlicht und erst am Schluss kann man für kurze Zeit das Komplett-Ebook kostenlos herunterladen, bevor es kostenpflichtig in den Shop wandert. Offenbar gefiel mir der Schnitt nicht gut genug oder ich habs einfach vergessen?
Nutzbar ist die Anleitung so trotzdem, aber man muss eben 14 Dateien öffnen und hin- und herklicken.

Bei dieser Tasche sollte man auch schön nach Anleitung vorgehen. Auch wenn ich schon viele Taschen genäht habe - hier geht man doch recht anders vor und all die Teile, die weggefaltet werden, haben mich ziemlich verwirrt. Aber mit der Anleitung ist es ganz einfach. Auch wenn kurioserweise vergessen wurde zu erwähnen, dass man irgendwann mal die Wendeöffnungen schließen sollte ...

Auch die kleineren Taschen sind in Grün gefüttert.

Die unteren Kurven sind nicht so perfekt geworden, wie ich mir das vorgestellt hätte, aber bei Schwarz fällt das nicht ganz so sehr auf.
Ansonsten bin ich doch recht zufrieden. Die Tasche ist eher schlicht gehalten, aber mit dem grünen Blockstreifen, der Borte (die ein Ton-in-Ton-Muster hat) und dem Zier-Reißverschluss ist sie nicht vollkommen simpel.

Nachdem im Forum dann alle geschrieben haben, dass sie hier noch ein Goodie und da noch ein zweites Teil machen, wollte ich zumindest eine schöne Karte basteln. Im Schrank fand sich noch ein sehr kleiner Reststreifen Zählleinen und ich beschloss, ein Outdoor-Motiv draufzusticken.
Auf plaidonline fand ich ein kostenloses Kreuzstich-Motiv für ein Zelt und habe gleich drauflosgestickt. Sehr klein, einfädig über nur ein Fadenkreuz. Erstmal mit rotem Nähgarn ein Raster ...


... dann habe ich etwa drei Stunden gestickt (ja, auch kleine Motive dauern eine Weile!) ...


Nach dem Entfernen der Fäden sah es dann so aus:

Die hellen Garnfarben sind nicht so fotogen. Das ganze Motiv ist etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück.

Und das ist die fertige Karte:

Schlicht. Aber mit Zeltchen.


Und natürlich habe ich auch etwas bekommen! 
Bewichtelt hat mich "wuselfrau", der ich beim Harry Potter-Swap letztes Jahr einen Hogwarts-Rock genäht habe.

Von ihr habe ich bekommen: eine Reiher-Karte (mit handgeschöpftem Papier!), ein gehäkeltes Stirnband mit Deathly Hallows-Symbol ...


... einen Star Trek-Stempel (ich habe schon eine Verwendungsidee!) und eine Kette mit einem Fläschchen mit Halbedelsteinen.


Ich habe mich sehr gefreut und bin sehr zufrieden mit diesem Swap! :D

Schnitt: Fünf-Fach-Tasche von Farbenmix
Material: Fester schwarzer Jeans, grüne Baumwoll-Popeline
Änderungen: Auf einer Seite eine eingesetzte Tasche statt der aufgesetzten eingefügt
Nachnähpotential: Bin noch unsicher. Ich finde die Tasche okay, aber nicht grandios, glaube ich.
Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria