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Mittwoch, 4. Juni 2025

Futuristische Psychiatrie - Herrenmantel Montgomery von lucy.sonnenschein.design

Beim MeMadeMittwoch darf man jetzt auch Herrenkleidung zeigen - das kommt mir sehr entgegen, weil ich einerseits immer Inspiration für meinen Mann suche und andererseits schwangerschaftsbedingt für mich selbst gerade nur echt langweilige Basics nähe. Dieses Teil hier war dagegen gar nicht so langweilig.
 
Nach der Folienjacke hatte mein Mann gleich das nächste Projekt für mich: Einen Arztkittel. Aber nicht irgendeinen, nein! Es musste schon ein futuristischer sein, denn er war wieder fürs SciFi-Larp.
 
Er hatte sich dieses Bild als Vorlage ausgesucht. Sieht ja toll aus, hat aber auch jede Menge aufwändige Details: Diverse Applikationen und Einsätze, eine asymmetrische Front ...
 
Erstmal ein Bild vom Mantel in seiner natürlichen Umgebung - weiter unten gibts dann welche, auf denen man auch was erkennt ;)
 
Schon im März haben wir auf dem Stoffmarkt festen Baumwollköper und dünnes, weiches Kunstleder (leider stretchig, aber es gab kein besseres) gekauft. Statt der Biesen-Einsätze habe ich anthrazitfarbenes Kunstleder mit interessanter Pyramidenstruktur genommen, das ich noch im Vorrat hatte.
 
Die Vorderkante und der Rückenschlitz fallen nicht so senkrecht, da hätte es noch Anpassungsarbeit bedurft.
 
Ich hätte einfach den Burda-Schnitt von der Folienjacke als Basis nehmen können, aber dann fand ich etwas Besseres: Den Mantel "Montgomery" von lucy.sonnenschein.design. Schon relativ lang (ich habe ihn dann nochmal um 30 cm verlängert) und mit einem seitlichen Abnäher, der fast genau die Form der Applikation im Schnitt hatte! In diesen Abnäher sind auch noch Taschen eingefügt, und da mein Mann sowieso gern welche haben wollte, bot sich das direkt an. Den Abnäher habe ich oben gespiegelt und hatte dann direkt einen fertigen Einsatz, denn ich habe das Teil ausgeschnitten und der Abnäher verschwindet somit in der Naht. Praktisch!
 
Hier stecken VIELE Meter Stylefix-Klebeband drin ..

Weniger praktisch fand ich die Anleitung: Warum muss man ausgerechnet schwarzen Stoff für den Mantel der Anleitungsfotos nehmen?  Ich verstehe Schnittmusterhersteller da echt nicht. Beliebt sind auch überbelichtete Fotos von weißen Stoffen oder wilde Muster. Leute, das geht besser! 
Die Beschreibung fand ich dabei auch nicht sonderlich hilfreich, eher sparsam mit Worten - keine tolle Kombi zu Fotos, auf denen man nichts erkennt ...

Ich schaue an sich kaum noch in Anleitungen, aber bei der Taschen-Abnäher-Konstruktion war es dann eben doch noch nötig, ebenso wie beim Gehschlitz im Rückenteil, denn sowas nähe ich einfach selten. Stellenweise habe ich improvisiert und bin nicht sicher, ob ich da wirklich richtig genäht habe. Na ja, ist ja nur ein Kostüm.
 
Durchs elastische Kunstleder stimmen leider die Besätze unten nicht ganz ...

Ursprünglich wollte ich den Mantel füttern, damit innen alles schön ordentlich ist, aber wie immer so oft habe ich auf die letzte Minute genäht, also am vorletzten und letzten Tag, an dem mein Mann den Mantel mittags schon mitnehmen wollte. Meine Schwester sagt: "Wie es der Brauch verlangt!" Larper kennen es vermutlich ...

Den Schnitt habe ich Anfang Mai gekauft und dann ewig viel Zeit mit Anpassungen verbracht: Weil die Vorderkante beim Probeteil oben zu weit und unten zu eng war, habe ich statt Full Tummy Adjustment stumpf eine schräge Linie von Ausschnitt bis Saum gezogen. Improvisiert, aber hat ganz gut funktioniert. Ich habe für mehr Bewegungsspielraum den Oberarm erweitert und noch die Schultern verschmälert.
Der Rest war nur Optik: Jede Menge Applikationen aufgezeichnet (die großen Flächen am Saum habe ich hinten falschrum angenäht, aber so isses jetzt halt) und dann stundenlang am Kunstleder rumgeschnippelt. Das Noppenkunstleder habe ich dabei etwas größer gelassen - weil das schwarze Kunstleder sehr dünn ist, sieht man das zwar, aber ich hatte definitiv keine Zeit für superpräzisen Zuschnitt, um die innenliegenden Teile exakt in die Umrandung einzupassen. Wie gesagt: Ist ja nur ein Kostüm, mein Mann soll damit nicht über die Haute Couture-Modenschau laufen.
 
... und die schwarzen Teile unten sollten eigentlich andersrum aufgenäht sein.

Und: Ich bin genau den umgekehrten Weg wie bei der Folienjacke gegangen und habe den originalen (Revers-)Kragen durch einen Stehkragen ersetzt. Dafür habe ich den Original-Kragenschnitt der Folienjacke, Herrenjacke 139 aus der Burda Style 02/2016, verwendet - den hatte ich ja bereits vorliegen!
 
Am Kragen habe ich nix zu meckern!
 
Das Nähen wäre aber noch ganz entspannt gewesen, wenn ich nur einen Tag früher angefangen hätte. Oder wenn das Material dankbarer gewesen wäre: Das dünne elastische Kunstleder hat mich ein bisschen in den Wahnsinn getrieben beim Nähen! Immerhin waren das "Noppen"-Kunstleder und der weiße Köper sehr stabil, aber elastische Stoffe auf unelastische aufzunähen ist definitiv kein Vergnügen.
 
Immerhin: Meine neue Juki hat verstellbaren Nähfußdruck (den ich auch direkt mal auf die niedrigste Stufe gestellt habe) und einen Teflonfuß direkt im Zubehör enthalten. Dazu habe ich viele, viele Meter Stylefix-Klebeband verbraucht (Memo an mich: Nachkaufen! Für Applikationen finde ich das Zeug wirklich unverzichtbar), damit ging es recht gut. 
 
Tiefe Taschen!

Am Freitagmittag bin ich dann noch schnell zu tedox gedüst, weil ich natürlich kein Klettband mehr vorrätig hatte (bin dankbar für den Laden; unser Ministoffladen macht Mittagspausen!). Ursprünglich hatte ich unsichtbar angenähte Druckknöpfe vorgesehen, aber dafür reichte die Zeit nicht mehr.
 
So richtig genügt der Mantel nicht meinen Ansprüchen - bei den Details sieht man schon, dass er ziemlich mit der heißen Nadel genäht wurde, z.B. hats beim Ärmeleinsetzen nicht mehr fürs Einhalten gereicht, da sind jetzt Fältchen und ich wurde bei den Applikationen, insbesondere an den Ärmeln, immer unpräziser, da sieht man bei dem großen Kontrast schonmal, dass der Zickzackstich über den Rand hinausragt. Ich finde es aber auch blöd, dass man sich zwischen "flutschiger Nähfuß" und "breite Aussparung, sodass man die Nahtlinie gut im Blick hat" entscheiden muss. Muss dazu ergänzen: Weil ich meine Juki erst seit wenigen Wochen besitze und die Zeit sehr knapp war, habe ich mich noch nicht mit dem beiliegenden Oberstofftransportfuß auseinandergesetzt; vielleicht wäre das DIE Lösung gewesen. Bei meiner Pfaff muss ich halt bloß den IDT-Hebel runterziehen ...
 
Bei den Mitspielern und meinem Mann kam der Mantel immerhin gut an und die eigenen Ansprüche sind natürlich meist die höchsten. Weil das Möndchen voraussichtlich im August kommt, ist noch unklar, wann der nächste Conbesuch ansteht (und auch, wann ich selbst wieder mitkann) - aber ich bin jetzt schon gespannt, was für schräge Kostümideen meinem Mann als nächstes einfallen ...
 
Schnitt: Herrenmantel "Montgomery" von lucy.sonnenschein.design, Gr. 58
Material: Fester weißer Baumwollköper, weiches schwarzes elastisches Kunstleder, Noppenkunstleder
Änderungen: Mantel verlängert, Reverskragen durch Stehkragen ersetzt (Schnitt: Herrenjacke 139 aus der Burda Style 02/2016), Applikationen hinzugefügt (der Abnäher verschwindet dabei in einer Teilungsnaht), Schultern verschmälert, Bizeps-Erweiterung, eine Art Full Tummy-Adjustment improvisiert, Vorderkante asymmetrisch erweitert, Aufsatztasche ergänzt
Nachnähpotential: Lieber nicht ...
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Dienstag, 28. Januar 2025

Folienmode für den Mann - Jacke 139 aus der Burda Style 02/2016

Es geschehen noch Zeichen und Wunder - ich habe mal wieder was aus einer Zeitschrift genäht! Das tue ich nicht mehr oft, weil ich für mich so viel anpassen muss und es mit Cupgrößen-Schnittmustern einfach schneller geht. 

Diesmal brauchte ich aber den Schnitt für eine Herrenjacke und wollte nicht extra einen kaufen, weil das Teil sowieso nur für ein Kostüm gedacht war. Also habe ich im Fundus gestöbert und in unserer noch jungfräulichen Burda Style-Ausgabe 02/2016 einen Schnitt gefunden, der den Vorstellungen meines Mannes entsprach. Hier könnt ihr ihn genauer sehen; bei der Folienjacke erkennt man ja nicht so viel.

Wie die Vorstellung an sich aussah? Möglichst schräg. Wir waren wieder auf einem SciFi-Con und mein Mann wollte ein verrücktes Outfit mit Netzoberteil, schillernder Leo-Weste, Flamingohut und dazu eine irisierende, transparente Folienjacke. Meine Güte, im Jahr 2082 geht's richtig ab mit der Mode!
 

Jedenfalls sind gekaufte Folienjacken sauteuer, deshalb musste ich wieder ran. Die Materialbeschaffung war schwierig; letzten Endes haben wir die Folie rollenweise bestellt: 4 Rollen mit je 35x135 cm Fläche. 
Ich habe schon die schicke Passe des Schnitts wegrationalisiert, trotzdem war es richtig, richtig knapp beim Zuschnitt! 
Immerhin braucht man keine Saumzugaben (ich habe das Teil mit Schrägband eingefasst, weil Bügeln hier unmöglich ist und ungebügelte Säume meist unfertig aussehen, besonders bei so widerspenstigem Material). 
 

Mein Mann wollte lieber einen richtigen Kragen statt des Stehkragens und das war hier wirklich kein Problem, weil es die Jacke noch in einer längeren Variante mit anderen Taschen und dem gewünschten Kragen gibt. D.h. keine Änderung notwendig!
Was dagegen etwas aufwändig war: Der Schnitt geht nur bis Gr. 54, ich brauchte aber 58. Mittlerweile bin ich recht versiert im Gradieren von Schnittmustern: Man muss den Abstand zwischen den letzten beiden Größen ausmessen und pro gradierter Größe diesen Abstand außen hinzufügen. Achtung, der Abstand ist rings um den Schnitt überall unterschiedlich! Schließlich "wachsen" beim Zunehmen die Schultern nicht im gleichen Maße wie der Bauch. Mehr als 1-2 Größen sind dabei knifflig, weil mit steigendem Körperumfang die Abstände zwischen den Kleidergrößen größer werden, d.h. irgendwann wird es Raterei. 
Dann habe ich noch ein Full Tummy Adjustment gemacht. Dabei wird der Schnitt aufgeschnitten und gespreizt, ein bisschen wie beim Full Bust Adjustment. Solche Änderungen sehen oft auf den ersten Blick kompliziert aus, aber wenn man das Prinzip verstanden hat, ist es einfach.
 
Kniffliger war die Verarbeitung: Folie ist echt kein dankbares Material. Die Nahtzugaben lassen sich nicht flachbügeln, also war Absteppen angesagt. Ist bei Stellen wie der Ärmelinnennaht unmöglich, aber da habe ich eine andere Lösung gefunden - siehe unten.


Das Nähen ging so mittel. Mit Oberstofftransport viel besser, ich musste das Rollen- oder das Teflonfüßchen nicht auspacken. Aber weil die Folie relativ starr ist, blieb sie ständig an der Nähmaschine oder anderen Gegenständen hängen, deshalb sind die Absteppnähte z.T. super wacklig, weil mir ständig das Nähgut weggerutscht ist. Das war etwas nervig, aber an sich habe ich Schlimmeres befürchtet.

Ein paar Kompromisse muss man bei dem Material machen. Ans Verstürzen habe ich nicht mal einen Gedanken verschwendet, sondern den Kragen direkt einlagig gehalten und wie den Rest mit Schrägband eingefasst. Da hatte ich noch ein uraltes ungefalztes rumliegen, das allerdings recht schmal war. Deshalb habe ich die zweite Naht von innen genäht - und prompt hat die Nähmaschine dabei Schlaufen beim Unterfaden gezogen. Arrgh! Ich hatte aber keine Zeit, das Ganze neu zu machen, deshalb muss die Welt jetzt damit leben.
 

Ein Trick für bequemeres Tragen: Innen am Ärmel habe ich einen Streifen Jersey eingesetzt. So kann man sich in der steifen Jacke besser bewegen, die innere Ärmelnaht piekt nicht und es ist noch ein bisschen atmungsaktiver.

Was ein bisschen blöd war: Aus Gewohnheit habe ich an den Ärmeln die Passzeichen durch kleine Knipse markiert - wenn ihr auch was aus Folie nähen wollt: Macht das nicht! Mir sind die Stellen prompt eingerissen. Ich hätte besser kleine unauffällige Punkte mit einem Folienschreiber setzen sollen. 
 

Vor dem Ärmeleinsetzen hat es mir gegraut - das ist bei solchen starren Materialien echt schwierig! Vor allem ist es hier völlig unmöglich, die Zusatzweite der Armkugel einzuhalten. Ich hatte gehofft, dass sich durch das nachträgliche Verschmälern der Schultern die Mehrweite etwas verringert, aber es war trotzdem nicht möglich, den Ärmel komplett einzusetzen. Letzten Endes habe ich dann nur die obere Hälfte der Armkugel angenäht und die untere Hälfte offen gelassen - fällt tatsächlich nicht groß auf beim Tragen und als Bonus gibt es eine Belüftung unter der Achsel. Das ist bei dem Material ja auch nicht schlecht ...


Die Jacke kam wirklich gut an auf dem Con! Kleines Manko: Das Material ist nicht sehr haltbar; es ist an einigen Stellen eingerissen (besonders hinten am Armausschnitt, wo halt Zug drauf ist, wenn man die Arme noch vorne streckt).
Aber es war ja auch nur für ein Einmal-Kostüm gedacht - und ggf. kann man die Stellen mit transparentem Klebeband reparieren und nochmal zu Karneval ausführen. Halbwegs wasserfest (außer an den Nähten) ist sie ja schonmal!

Schnitt: Herrenjacke 139 aus der Burda Style 02/2016, Gr. 58 (vergrößert von 54) mit dem Kragen von Mod. 137
Material: Vinylfolie
Änderungen: Schultern um 2 cm verschmälert, Ärmel um 4 cm gekürzt, Full Tummy Adjustment, Details wie Passen, Ärmelschlitz und Taschen weggelassen, Jerseystreifen in den Ärmel eingesetzt
Nachnähpotential: Der Schnitt an sich ja. Das Material? Ähhh ... lieber nicht.
 
Verlinkt bei DvD und MagicCrafts.
 
Lg
Nria

Dienstag, 10. Mai 2022

Tiger im Tank(top) - "Road Runner" aus der Ottobre family 7/2017

Wo jetzt warme Temperaturen anrücken, kann ich endlich ein Shirt zeigen, das ich schon im letzten Spätsommer genäht und fotografiert habe. In der kalten Jahreszeit finde ich das ja etwas unpassend ...

Mein Verlobter mag Tiger. Als ich das Jerseypanel "Wild Tiger" sah, habe ich also gleich an ihn gedacht und es gekauft. Warum nicht mal liebe Menschen mit ihrem Lieblingstier erfreuen! Das Design ist auch sehr erwachsenentauglich mit dem betonähnlichen Hintergrund in Graugrün und der Sprühfarbe-Optik (passend zur Urban Jungle-Kollektion).

Nur gab es da ein kleines Problem: Das Panel ist nur 65 cm hoch. Für mich wäre das passend (aber wiederum das Motiv zu groß), für größere Menschen ... nicht. 

Daher: Patchworklook. Macht das Shirt aber auch etwas interessanter.


Als Basis habe ich den Tanktop-Schnitt "Road Runner" verwendet, Modell 1 aus der Ottobre family 7/2017.
Die Ottobre family erschien 1x jährlich von 2017 bis 2019 und enthielt eine bunte Mischung, neben Männerschnittmustern z.B. Teenagerkleidung, Homewear, Sachen in großen Damengrößen oder Umstandsmode. Wurde dann wieder eingestellt - schade! Aber immerhin besitze ich jetzt ein paar Basics für Herren.

Der Schnitt ging bis Gr. 56, ich habe ihn am Bauch noch etwas erweitert. Dann wurde gestückelt: Am Vorderteil habe ich eine Schulterpasse abtrennt und unten einen Streifen angesetzt, am Rückenteil habe ich oben eine größere Passe angesetzt und ein dekoratives Dreieck eingebaut. 

Ganz ideal finde ich die Passform noch nicht - mit Herrenkleidung habe ich aber halt auch noch weniger Erfahrung -, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Und mein Schatz auch :)

Schnitt: Tanktop "Road Runner",  Mod. 1 aus der Ottobre family 7/2017, Gr. 56
Material: Baumwolljersey-Panel "Wild Tiger" von Swafing aus der Urban Jungle-Kollektion von Thorsten Berger, schwarzer Romanitjersey
Änderungen: Sämtliche Teilungsnähte hinzugefügt, Größe seitlich etwas erweitert

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 18. Januar 2022

Leinen los! - Herrensweater "Quarter Zip" aus der Ottobre family 7/2018

Der Vorteil daran, einen Partner zu haben, ist: Man kann fröhlich und ohne schlechtes Gewissen (in Hinblick auf den gar nicht so leeren Kleiderschrank) Stoff kaufen, weil, der arme Mann braucht doch auch was anzuziehen!

Ja, ok, ein paar andere positive Seiten hat die Sache vielleicht auch noch :D

Jedenfalls hat mein Schatz schon ein Leuchtturm-Sweatshirt und eins mit Gebirge von mir bekommen. Aber eins mit Schiffchen fehlte natürlich noch. Da kam mir das Panel "Leinen los!" von Nautistore gerade recht. 

Die Panele von Nautistore sind i.d.R. 1,80 m lang und haben einen Vorteil: Es ist direkt ein Kombistoff mit dran. Sie haben aber auch Nachteile: Die Motive sind meist riesig (und dadurch erstens schwieriger verwendbar und zweitens auch gerne unscharf) und man behält oft Reste übrig.

Hier haben das Schiff (mit dem Umriss der Insel Rügen im Hintergrund) und die Brücke eine sehr gute Größe, den Seil-Achterknoten des Kombistoffs erkennt man dagegen nur auf dem vollständigen Stoff und verschwommen ist er auch.

Gegen die Reste habe ich diesmal direkt eine Shorts für mich mit zugeschnitten (sowas lohnt sich oft - ich habe z.B. mal aus 2 m Sweat einen Blazer und ein Sweatshirt rausbekommen, die jeweils 1,50 m als Stoffverbrauch angegeben hatten). Eine ziemliche Puzzelei! Die Bündchen des Herenpullis wollte ich gern aus dem unifarbenen Teil zuschneiden; den Hosenbund und den inneren Taschenbeutel werde ich aus Kombistoff ergänzen.

Leinen los!

Ich habe wieder den bewährten modifizierten Quarterzip-Sweater von Ottobre ohne Kragen verwendet. Genäht war das Ganze schnell.
Und mein Schatz ist zufrieden :)

Schnitt: Herrensweater "Quarter Zip", Mod. 3 aus der Ottobre family 7/2018, Gr. 56
Material: Sommersweat "Leinen los!" von Nautistore
Änderungen: Kragen und Reißverschluss weggelassen, Schulternähte auf die Schulter rückverlegt
Nachnähpotential: Schon geschehen :)

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Dienstag, 9. Februar 2021

Nautistore für den Herrn - Sweater "Quarter Zip" aus der Ottobre family 7/2018

Die Maritim Tattoo-Reihe von Nautistore bietet sehr abwechslungsreiche (aber immer maritime) Motive: Bei der Version 4.0 sind einerseits ein Leuchtturm samt Sextant, andererseits eine Flaschenpost vorm Sonnenuntergang und die Aufschrift "Route is Goal" mit einem Männerauge dazwischen abgebildet. Der Kombistoff besteht aus Streifen in Blau- und Grautönen und ich dachte mir gleich, dass die Farben meinem rothaarigen Freund gut stehen könnten ...
Den Rest vom Panel könnt ihr in einem anderen Beitrag sehen ;)


Ich habe noch unifarbenen Sommersweat in Dunkelblau dazugekauft für die Ärmel und so reichte es für zwei Sweatshirts (ein großes für ihn, ein kleines für mich :)). 

Herrenschnittmuster sind ja Neuland für mich. Aber in manchen meiner Zeitschriften sind welche enthalten, z.B. in der Ottobre family 7/2018. Das Modell Nr. 3, Sweatshirt "Quarter Zip", besticht eigentlich durch Details wie Kragen mit Reißverschluss, vorverlegte Schulternähte und Ellbogenpatches, aber die habe ich wegrationalisiert, weil der Stoff durch einen schlichten Schnitt besser zur Geltung kommt (vor allem ist es bei Motivstoffen immer heikel, einen Reißverschluss einzubauen ...).

Gut, hinten könnte die Passform noch optimiert werden.

Der Zuschnitt erfolgte wie immer einlagig mit einem leicht transparenten Seidenpapier-Schnitt; so sieht man das Motiv durch. Ich markiere auf dem Schnitt die Mitte und messe die auch beim Motiv auf, dann wird sie mit Stecknadeln markiert. Jetzt muss ich das Motiv nur noch in der Höhe positionieren, die Breite ergibt sich von selbst.

Dramatisches Blitzfoto for the win!

Ganz ideal sitzt das Sweatshirt nicht; vielleicht müsste es unten weiter sein? Mit der Passform von Herrenschnittmustern kenne ich mich noch nicht so aus. Aber die Optik mag ich trotzdem sehr :)

Schnitt: Mod. 3 "Quarter Zip" aus der Ottobre family 7/2018, Gr. 56
Material: Sommersweat "Maritim Tattoo 4.0 von Nautistore, unifarbener Sommersweat
Änderungen: Kragen und Reißverschluss weggelassen, Schulternähte auf die Schulter rückverlegt
Nachnähpotential: Könnte Standardpulli-Potential haben. 

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria