Donnerstag, 15. November 2018

[Messebericht] Spielemesse 2018

Auch dieses Jahr haben wir wieder die Spielemesse besucht, diesmal am Samstag. Ziemlich voll wars, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Wir haben viel Zeit in der Tabletop- und Rollenspielhalle verbracht und sind schon nachmittags wieder gefahren (uns erwartete noch eine Geburtstagsfeier), deshalb haben wir nicht ganz so viele Spiele ausprobiert wie sonst.
Und diesmal nicht im Kostüm - gratis kamen pro Tag nur die ersten 100 Kostümierten rein, das lohnt sich ja nicht. Außerdem war's kalt.

1. Glücksrad

Tja, der Pöppel wär der Hauptpreis gewesen, leider drehte das Rad sich weiter ;)

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, am Glücksrad (bei Hunter&Cron) zu drehen. Diesmal gabs immerhin Schokoladentäfelchen als Trostpreis! Hana hat gleich ein ganzes Schokoladenpuzzle gewonnen.

2. Concerto von Uwe Bursig, Skellig Games (2-4 Spieler ab 8)

Der beiliegende "Taktstock" ist leider viel kleiner!

Wir sind Dirigenten! Es liegen zu dirigierende Stücke aus, und um die abzuspielen, muss man eine entsprechende Auslage von Instrumenten vorweisen können. Das wäre ja noch ganz einfach, wenn nicht zu den Instrumenten jeweils eine Schlagfigur (eine bestimmte Bewegung des Taktstocks) gehören würde, die auf einem Stein vor dem Instrument abgebildet ist - leider von uns weggedreht, sodass nur die Mitspieler sie sehen können. Wir müssen uns die jeweilige Bewegung merken und wenn wir ein Stück "aufführen" wollen, mit einem beiliegenden kleinen Taktstock die richtigen Schlagfiguren ausführen, um die Punkte für das Stück einzuheimsen. Gar nicht so einfach, denn man braucht nicht unbedingt alle ausliegenden Instrumente und sie sind meist nicht in der gleichen Reihenfolge wie auf der Karte des Musikstücks. Und Aktionskarten gibts auch noch. Originell!

Gekauft.

3. Celestia von Aaron Weissblum, Blam/Heidelberger Spieleverlag (2-6 Spieler ab 8)

So hoch hinaus kommen Pöppel selten!

Wir fliegen in einem Luftschiff herum, landen in Wolkenstädten und sammeln dort Reichtümer ein! Wenn nur nicht die Strecke dazwischen so gefährlich wäre ...
Unsere Pöppel sitzen in einem tollen 3D-Luftschiff, immer abwechselnd ist einer der Kapitän und würfelt aus, welchen Gefahren man unterwegs begegnet, z.B. Unwetter oder Piraten. Die Passagiere entscheiden sich, ob sie aussteigen und Schätze einkassieren oder weiterfliegen und darauf vertrauen, dass der Kapitän die Gefahren abwehren kann (weiter hinten sind die Schätze wertvoller, aber der Weg ist auch riskanter). Der Kapitän muss anschließend den Gefahren entsprechende Abwehrkarten ausspielen; wenn er das nicht kann, stürzt das Schiff ab und die Reise beginnt von vorne.
Das ist schon alles - das Spiel ist wunderschön gestaltet, aber uns zuwenig abwechslungsreich.

Nicht gekauft.

4. CuBirds von Stefan Alexander, Catch Up Games (2-5 Spieler ab 8)

Interessantes Prinzip: Wenn man z.B. in der oberen Reihe rechts Tukane anlegt, darf man sich Eule und Ente nehmen.

Noch so ein hübsches Spiel - diesmal mit eckigen Vögeln. Man muss entweder 2 Sets mit je mindestens 3 gleichen Vögeln sammeln oder 7 verschiedene. Die Art, an Karten zu kommen, ist interessant: Man legt eine Vogelart, z.B. Elstern, neben eine Auslage von Kartenreihen ab (und zwar komplett, d.h. wenn man 1 Elster auf der Hand hat, legt man nur die eine ab, aber wenn man 5 Elstern hat, muss man alle 5 ablegen) und wenn in der Reihe ebenfalls eine Elster liegt, darf man alle Vögel nehmen, die zwischen den abgelegten eigenen und der vorhandenen Elster liegen. Ab einer bestimmten Anzahl kann man dann eine Vogelart auf den Ablagestapel legen und 1 bzw. 2 davon für die Setsammlung behalten. Einfaches Prinzip, aber uns hat es nicht soo überzeugt. Vielleicht zu viert besser als zu zweit.

Nicht gekauft.

Nur angeguckt:
Kaboom Universe - ein kleines Kartenspiel, in dem Aliens Dinosaurier vor Meteoriten retten wollen. Kann man noch bis morgen früh bei Kickstarter unterstützen! Ich habe leider keine Kreditkarte und hoffe daher, dass man es später auch regulär erwerben kann :)

Den Rest der Zeit konnten wir uns nicht sattsehen an all dem Tabletop-Zubehör ...

All diese Details! Seht ihr das versunkene Boot im Wasser?

Eislandschaft und Knochenleitern!

Fleißig!

Und dieser Würfelturm mit beweglichem Inneren war auch sehr faszinierend.


Unsere bescheidene Ausbeute:

Die Figuren sind für Hanas Liebsten.

Das ist ja nicht viel! Aber manches war schon vergriffen, anderes konnte man nicht ausprobieren (weil alles besetzt war) und ein Blindkauf war uns zu riskant - außerdem haben wir gerade erst Spiele zum Geburtstag bekommen. Wir warten dann mal die ersten ausführlichen Rezensionen ab und entscheiden uns dann vielleicht noch für ein paar Nachkäufe!

Verspielte Grüße,
Hana und Nria

Mittwoch, 14. November 2018

Lauter kleine Schritte ... Winterjacke Teil 2 [WIP]

Und weiter gehts mit der Winterjacke! Nachdem ich die tolle Version von Made by NUHFFi gesehen habe (dieser rote Fischgrät wäre mein Traummaterial gewesen :D), fühlte ich  mich sehr motiviert, die zugeschnittenen Teile auch mal zu verarbeiten.

Ich habe mit der Kapuze begonnen, die ist klein und schnell zu nähen. Okay, fast schnell. Ich habe mich nämlich erst entschlossen, die Nähte abzusteppen, als die Kapuze schon fast fertig genäht war; das hätte ich einfacher haben können ...

Ich mag das Futter!


Dann habe ich mich daran gemacht, die restlichen Teile zuzuschneiden - nämlich alles aus Futterstoff. Ist nicht viel, aber ich musste erst passenden Stoff suchen. Und gefunden habe ich ihn in vernähter Form, nämlich das Futter meines Flop-Wollrocks:


Kann man alles nochmal gebrauchen!

Der Futtertaft ist rötlicher als das Steppfutter, aber er kommt sowieso nur in die Tasche und die sieht man kaum gleichzeitig mit dem Futter (bzw. überhaupt wenig) und die Farben passen zwar nicht vollkommen perfekt zusammen, beißen sich aber auch nicht. Gut genug für den Zweck!

Danach habe ich das Futter zusammengenäht. Das war keine große Herausforderung, es sind auch nur wenige Teile, aber ich war kurz irritiert, weil ich eine der Ärmelnähte automatisch an die Seitennaht der Jacke stecken wollte und keine vorfand - es gibt ja nur ein Seitenteil für Vorder- und Rückseite! Aber immerhin ein Passzeichen, das hat mich dann beruhigt, dass alles stimmt. Und es ist nicht so einfach, den Futterärmel fältchenfrei einzuhalten (der Ärmel ist schließlich auf Wollstoff ausgelegt, das Material, das sich am einfachsten einhalten lässt), aber mein Steppfutter war da deutlich dankbarer als normaler Futtertaft es gewesen wäre. Allerdings erwartet da vermutlich eh keiner Perfektion und vor allem sieht wirklich niemand, ob Fältchen an der Futterärmelnaht sind ...

Sieht noch etwas seltsam aus, weil die Belege fehlen.

Noch schnell die Rückenteile samt Riegel zusammengenäht, Passen an die Vorderteile und dann gingen mir die Ausreden aus, die Taschen vor mir herzuschieben.


Der Riegel braucht noch Knöpfe.

Burda nennt diese Art Tasche "Klappentasche", woanders heißt sie "Pattentasche mit Leiste" und ich habe ein tolles Videotutorial dafür gefunden. Und das Ganze gleich mit einem Stoffrest ausprobiert. Zum Glück - ich hatte beim Zuschnitt nämlich übersehen, dass in den (vermaßten - sie sind nicht auf dem Schnittmusterbogen aufgezeichnet, sondern die Maße sind angegeben zum Selberzeichnen) Teilen für Klappentasche, Paspel und Taschenbeutel die Nahtzugabe bereits enthalten ist ... Außerdem habe ich dabei festgestellt, dass ich bei diesem Stoff das Dreieck, das man rechts und links auf der Rückseite einschneidet, ziemlich lang sein muss - beim Probeteil sind mir die Seiten weggefranst wie nichts, sodass ich nur noch Fädchen in der Hand hatte.

Verblüffenderweise ging das aber ziemlich schnell und schon hatte ich stolz meine ersten Klappentasche in der Hand. Oder Pattentasche mit Leiste. Wie auch immer.

Okay, eigentlich sollte man den Taschenbeutel nicht sehen, aber meine Stoffreste waren so klein ...

Die Paspel ist nicht perfekt gerade, da muss ich sorgfältiger arbeiten.

Alles richtig angenäht! War gar nicht so schwer!

Und dann ... war die Stunde geschlagen für die Taschen an der tatsächlichen Jacke.

Perfekt sind sie nicht geworden, aber ich finde sie okay. Die Klappe verdeckt die Paspel ja sowieso meistens.

Tasche außen.

 

Tasche innen.

 

Danach habe ich noch schnell die Schulternähte und die vordere Seitennaht geschlossen - und dabei prompt festgestellt, dass ich eine vordere Passe falsch herum angenäht hatte (Achtung, deren Richtung kann man leicht verwechseln!). Ließ sich aber schnell korrigieren.

Kann man schon fast anziehen! ;)


Aktueller Stand:
Torso - check.
Futter - check.
Kapuze - check.

Als nächstes muss ich auf die Ankunft des Reißverschlusses warten (warum haben Stoffläden eigentlich immer nur die Reißverschlüsse vorrätig, die man nicht braucht?) und mich entscheiden, ob ich Riegel an den Ärmeln haben will oder nicht.

Jetzt kann ich noch zwei Bingo-Felder ankreuzen UND zweimal Bingo rufen!
Etwas recyceln und eine neue Technik probieren.


Lg
Nria

Dienstag, 13. November 2018

Deluminator und Seidenlaterne - ein Kissen aus dem Potterversum

Vor einigen Jahren habe ich Hana ein Kissen mit einer Eule geschenkt, die lustig aus der Ecke herausguckt. Das ist mittlerweile aber ein bisschen zerfleddert und außerdem nicht sehr nerdig. Wer will denn nicht-nerdige Kissen in seiner Wohnung haben? Das kann ich ja gar nicht nachvollziehen!

Also braucht Hana dringend eine Kissenhülle und weil die alte von mir ist, kriegt sie jetzt eine neue!
 
Mit Sternenhimmel!

Jede Menge Vorlagen (und das völlig kostenlos!) gibt es wie immer bei Fandom In Stitches. Für das Potterversum gibt es inzwischen ganze vier Kategorien! Hana hat sich ein Motiv mit Dumbledore und seinem Deluminator ausgesucht. Bestimmt nur, weil die Laterne so schön gelb leuchtet!

Nach all den komplizierteren Patchworksachen, die ich in letzter Zeit genäht habe, fand ich dieses Motiv doch relativ überschaubar, auch wenn es natürlich mehr als eine Handvoll Teile sind. Weil das Handarbeitsbingo es verlangte, habe ich auch mal Tee und Lebkuchen dazu kombiniert ...


Nimmt aber viel Platz auf dem Nähtisch weg und ich muss immer aufpassen, nix runterzuwerfen und keine Schokoladenkrümel auf Stoff oder Nähmaschine zu hinterlassen. Nicht sehr praktisch!

Eigentlich hat diese Vorlage gar nicht so lange gedauert. Blöderweise habe ich nach dem Nähen aller Einzelteile festgestellt, dass ich bei den beiden oberen Laternenstücken Schwarz statt Grau vernäht habe ... bei ähnlichen Farben schreibe ich in Zukunft lieber den Farbnamen auf die Rückseite statt sie nur anzumalen. Beim zweiten Nähen ist die Laternenspitze etwas schief geworden, weil ich keine Geduld mehr hatte, damit muss die Welt Hana jetzt leben.

Und mit Glanzlaterne.


Für die Laternenscheiben habe ich keinen Baumwollwebstoff, sondern einen Seidenrest verwendet. Eigentlich aus der Not heraus (mein einziger gelber Patchworkstoff war zu blass und der einzige andere leuchtend gelbe Stoff war Sommersweat), aber ich finde die Wahl richtig gut - schließlich ist die Laterne (buchstäblich!) das Highlight des Motivs und so glänzen und leuchten die Farben richtig und der Bereich fällt auch durch die andere Struktur ins Auge.

In der Höhe habe ich das Motiv ein wenig verkleinert (die 45x30 cm eignen sich eher für eine Tragetasche als für eine normale Kissenhülle, aber bei diesem Motiv kann man problemlos unten die Straße abschneiden) und in der Breite einfach noch ein bisschen Häuserreihe und Himmel ergänzt. Wobei - so "einfach" war das gar nicht. Technisch schon; es sind ja schlichte Formen und die lassen sich mit ganz wenigen Linien machen. Aber erstmal die Entscheidung, wie das Motiv weitergehen soll, ohne dass die Perspektive verdreht wird ...


Die Rückseite hat einfach einen Hotelverschluss. Ich habe die Höhe so angelegt, dass der schwarze Bereich ungefähr mit der Häuserzeile der Vorderseite übereinstimmt.

Jetzt darf das Kissen auf Hanas Sofa vor sich hin leuchten!


Und ich kreuze das Kissen-Feld vom Herbst-Handarbeitsbingo an. Und "etwas für einen lieben Menschen machen". Und "Bei Kaffee und Gebäck handarbeiten" (auch wenn ich den Kaffee variiert habe).
Schon ganz schön voll! Trotzdem wirkt es irgendwie so, als würden wir zielsicher um die Bingo-Reihen drumrum arbeiten ...



Verlinkt beim Creadienstag und Handmade on Tuesday.

Lg
Nria

Sonntag, 11. November 2018

7 Sachen 44/2018

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Meine erste Klappentasche genäht. Gut, das hier ist die zweite; die erste war an einem Reststück zum Üben.


Ein Paket ausgepackt und leicht euphorisch ein Päckchen neue, glänzende, glatte, unversehrte Stecknadeln ins Stecknadelschälchen gegossen (die alten brechen halt durchaus mal oder verbiegen sich oder werden stumpf). Huii, wie sie funkeln!


Sprühgeklebt und anschließend den Tisch geputzt wegen mangelnder Klebersprüh-Präzision.


Den ersten Adventskalender fertig gemacht.



Mit Taschenbüchern und mentaler Unterstützung das Finale der ersten Kampagne "Critical Role" angeschaut. Das ist eine Gruppe Rollenspieler (amerikanische Synchronsprecher und Schauspieler), die jahrelang wöchentlich ihre Dungeons&Dragons-Sitzungen gefilmt hat - wie ihr euch vorstellen könnt, ist das Ende dramatisch. Aktuell läuft die zweite Kampagne.



Selbst einen Charakter gebastelt, aber für DSA statt D&D. Und dann alles Mögliche durchgestrichen und korrigiert, weil ein Wert falsch war. Jetzt stimmt hoffentlich alles.


Eine Gürtelschnalle anprobiert. Ich will aus dem tollen bedruckten Gummiband einen Gürtel machen, aber leider finde ich keine passende Schließe (es gibt fast ausschließlich Schnallen zu  kaufen). Also plane ich einen gebrauchten Gürtel auszuschlachten ... dummerweise ist dieser hier zu breit. Die Suche geht weiter.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.     

Samstag, 10. November 2018

Somewhere over the rainbow ... ist eine Patchworktasche.

Auf craftsy gibt es viele großartige Paper Piecing-Schnittmuster - auch kostenlose. Schon länger hatte es sich mir das Schirmmädchen angetan. Ich mag das abstrahierte Motiv und die gedeckten Farben - und dazu die knalligen Farbkleckse!

Alles so schön bunt hier!

Jetzt habe ich mich endlich mal rangesetzt. Gar nicht so einfach, ich habe nämlich keine Angaben zur Reihenfolge des Zusammennähens gefunden. Kann man sich aber ganz gut erschließen.

Bunte Schnipsel hatte ich noch rumliegen, beim Lila musste ich aber auf einen gesprenkelten Stoff zurückgreifen und beim Türkis auf Leinen. Tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, finde ich - ein bisschen Abwechslung ist doch ganz nett.

Das Paper Piecing-Motiv hat gerade mal 1,5 Stunden in Anspruch genommen und war endlich mal keine frickelige Angelegenheit voller Mini-Teilchen, sondern angenehm groß! Das Teil ist ein Stück größer als ein DIN A4-Blatt.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass die Tasche drumherum länger dauern würde ...

Ist ja auch normalerweise schnell genäht. Aber ich wollte nicht nur vorne Regenbogen, sondern überall. Vorne, hinten, rechts, links, außen, innen ...

Der schmale bunte Streifen gefällt mir richtig gut.

Hinten habe ich frei Schnauze bunte Restchen zu einem Streifen zusammengesetzt und zwischen Ober- und Unterhälfte gesetzt. Eigentlich habe ich damit nur aus der Not eine Tugend gemacht, weil mein schwarzer Leinenrest nicht für eine komplette Rückseite gereicht hätte.
Vorne habe ich ringsum schwarze Leinenstreifen angesetzt, um das Motiv einzurahmen.
Und das Futter besteht aus vier bunten Streifen, die ich aneinandergesetzt habe - kein ganzer Regenbogen (ich hatte nicht mehr von allen Farben ausreichende Stoffmengen übrig), aber immerhin!

Ich glaube, an der Tasche habe ich dann nochmal 1,5 bis 2 Stunden gesessen ... aber ich wollte es ja so. Und die Arbeit hat sich gelohnt. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis!

Auch innen bunt!

Hergeben werde ich es trotzdem, es kommt ins Selbermach-Tauschpaket im Nähkromantenforum und so kommt hoffentlich bald eine glückliche neue Besitzerin in den Genuss voller Regenbogendröhnung!

 Ich krieg dafür eine Bingo-Dröhnung :D ich habe nämlich eine Einkaufstasche gemacht. BINGO!



Schnitt: Quiltvorlage "Spring Fling Mini 2015" - gratis bei Craftsy erhältlich
Material: Außentasche aus Leinen, verschiedene Reststücke aus unterschiedlichem Material, überwiegend Baumwoll-Webstoffe
Nachnähpotential: Ich nähe ja selten Quiltvorlagen mehrfach, aber hier könnte ich nochmal ...

Lg
Nria

Donnerstag, 8. November 2018

Jenna Cardi mit Sternen und Hindernissen

Diesen Schnitt besitze ich schon ein Weilchen. Und bereits im März habe ich dieses Jäckchen angefangen, jetzt ist es endlich fertiggeworden!

Ich mag die Stoffkombi!


Der Jenna Cardi von Muse Patterns ist einer dieser gehypten Schnittmuster, die in der Nähbloggerszene rauf- und runtergenäht werden. Solche Jäckchen kann man halt immer gebrauchen und wer nicht stricken kann, muss sich seine Cardigans halt nähen!
Ich habe die Jenna Cardis anderer Leute immer bewundert und mich dann selbst rangesetzt: Aus dem Rest des flauschigen grauen dünnen Sweats vom asymmetrischen Dinosaurierkleid, in der taillenkurzen Version.

Dass ich das Teil nicht fertiggemacht habe, hatte mehrere Gründe:
1. Doofheit. Ich habe übersehen, dass die Nahtzugaben bereits enthalten sind - interessanterweise 1 cm (statt 5/8 inch = ca. 1,5 cm wie bei den amerikanischen Schnitten), es ist nämlich eine neuseeländische Firma. Ist aber eigentlich ganz gut so, weil der Schnitt auf Jersey ausgelegt ist und ich argwöhne, dass für Sweat eine Nummer größer ganz gut wäre. Nur die Schultern waren jetzt statt deutlich zu breit VIEL zu breit. Und ich hatte keine Lust, das zu ändern.
2. Der Ausschnitt gefiel mir nicht so. Runde Halsausschnitte mag ich bei Jacken nur, wenn sie geschlossen sind; Sweat- oder Strickjacken trage ich aber in der Regel offen. Ließ sich ganz einfach lösen - ich habe schlicht die Erweiterung für den V-Ausschnitt gekauft ... (wenn doch alles im Leben so einfach wäre!)
3. Das Jäckchen war mir so grau in grau doch zu schlicht und mir fehlte eine zündende Idee für das gewisse Etwas. Aber dann eilte dresowka.pl zu meiner Rettung und brachte bedruckte Bündchen auf den Markt!

Ach ja, außerdem begann kurz nach dem Zuschnitt der hartnäckigste Hochsommer, den ich je erlebt habe, und alle angefangenen oder geplanten Dinge mit Ärmeln wanderten in die Ufokiste.

Ja, die Jacke ist hinten sehr weit - liegt auch am fehlenden Verschluss, aber ich muss generell an der Passform arbeiten.


Nachdem ich die Schnitt-Erweiterung und ein Bündchen mit van gogh-esken Sternenhimmelschnörkeln erworben hatte, habe ich kurzerhand die Schultern schmaler und den Halsausschnitt v-ausschnittförmig geschnippelt und mich ans Bündchen gesetzt.

Das untere Bündchen war schnell gemacht - leider habe ich, als ich im Nahtschatten der ersten Naht die Innenseite des Bündchens festgenäht habe, weißes statt graues Garn genommen, deshalb sieht man die Stellen ein wenig, an denen ich nicht perfekt den Nahtschatten getroffen habe. Aber hoffentlich guckt jeder sowieso nur auf das wild gemusterte Bündchen ;)

Die Knopfleiste und Einfassung hat erst im zweiten Anlauf geklappt: Eigentlich wollte ich auch dieses Bündchen aus dem Sternenhimmelstoff haben. Aber als ich es angenäht habe, wurde es zu dick, leierte aus, wellte sich und sah insgesamt wirklich hässlich aus:

Also ... nee!


Also habe ich es seufzend abgetrennt und durch ein Bündchen aus grauem Jersey (ein Rest vom Pinguinshirt) ersetzt.  Das hat dann auch wunderbar funktioniert und sieht prima aus! Alternativ hätte ich mir ein Stück von Hanas Sternenhimmeljersey mit genau dem gleichen Motiv mopsen können, aber sie hat noch nichts daraus zugeschnitten und ich will nicht schuld sein, wenn hinterher 5 cm fehlen ...

Noch ungebügelt.


Die Ärmel waren deutlich zu weit, ich habe sie unten ganze 10 cm enger genäht und dann Bündchen angesetzt - erstens wollte ich das Muster nochmal aufgreifen und zweitens hatte ich ja noch den Stoff übrig, den ich zuerst als Knopfleiste und Blende verwendet hatte ;)
Die Armlöcher brauchen definitiv noch Anpassung, aber da ich wie gesagt falsch zugeschnitten hatte (mit zusätzlicher Nahtzugabe), kann ich nicht gut beurteilen, obs am Schnitt liegt oder an meinem Fehler.

Doch, ja. Definitiv zuviel Stoff hinten.

Schade, dass ich nicht gleich die lange Version genäht habe; kurze Jäckchen trage ich einfach seltener. Aber trotzdem bin ich froh, dass das Teil endlich fertig ist und es ist wirklich hübsch geworden!

Schnitt: Jenna Cardi von Muse Patterns mit V-Ausschnitt-Erweiterung, kurze Länge, ca. Gr. 40 (weil Gr. 38 mit irrtümlich doppelter Nahtzugabe)
Material: dünner Wintersweat, bedruckte Bündchen von dresowka.pl
Änderungen: Ärmel unten enger genäht, Schultern verschmälert

Nachnähpotential: Der Schnitt gefällt mir sehr und wird sicher noch öfter verwendet!

Auf dem Handarbeitsbingo habe ich das Feld "ein Ufo beenden" angekreuzt.



Lg
Nria

Mittwoch, 7. November 2018

Mein Näh-Blind Date: Jeansjersey-Jacke aus einem Nähset ohne Anleitung

Manchmal bin ich ein bisschen mutig.
Neulich habe ich mal wieder bei dresowka.pl bestellt (ich brauchte Unijersey und Bündchen) und da fiel mir eine Neuheit auf: Ein komplettes Jackennähset für eine Jerseyjacke im Jeanslook. Die gezeigte Jacke war sehr schön, das ganze Set war nicht teuer, also habe ichs einfach mal ausprobiert.

Die Jackenform ist schön, die Anleitung nicht-existent, die Fotoqualität ... reden wir nicht drüber ;)

Allerdings gab es diverse Überraschungen:

Das Set kam schnell an und ich habe sofort begeistert ausgepackt.
Achtung! Der Schnitt ist als Stapel Zettel enthalten, die man noch zusammenkleben und ausschneiden muss - mir macht das nichts, diese Arbeit mache ich ganz gerne (nur das Drucken finde ich lästig). Wer aber lieber mit fertigen Schnittmustern arbeitet, sei hiermit vorgewarnt!

Nach dem Zusammenkleben fiel mir auf: Auf den Schnittmusterteilen steht "L". Ich hatte Größe M bestellt (was auch auf dem Karton steht). Ich bin also nicht ganz sicher, welche Größe ich wirklich erhalten habe ...
[und falls zwei Schnittmusterstapel verwechselt wurden, hoffe ich, dass nicht jemand, der Gr. L bestellt hat, Gr. M erhalten hat!]

Flatlay zur besseren Ansicht. Ja, das eine Knopfloch ist schief. Das ist charmant.


Mir fiel aber noch etwas auf: Es fehlte eine Anleitung. Eine kurze Nachfrage bei Dresowka ergab: Es gibt auch keine. Hmm. In der Beschreibung steht, das Set enthalte "alle notwendigen Produkte zum Nähen einer Jeansjacke", unter anderem war eine "Anleitung" aufgezählt. Das Wort ist im Deutschen nicht identisch mit "Schnittmuster" und die Jacke ist kein simpler Schnitt aus Vorderteil, Rückenteil plus Ärmeln, sondern hat eine ungewöhnliche Schnittführung - die (ungefütterte!) Jacke besteht aus über 30 Einzelteilen.

Puh.

Die Dinosaurier sind ein super Kombipartner!

Dazu kommt, dass man die Jacke auf den Produktfotos nur von vorne sieht und das Model auf allen Fotos die Hände in den Taschen hat und damit sowohl die Taschen ganz als auch die Vorderseite halb verdeckt. Man hat von der Vorderseite also bloß eine vage Vorstellung und von der Rückseite gar keine Ahnung.
[Die Rückansicht könnt ihr ganz unten sehen. Spoiler: Sie hat einen hübschen geschwungenen Bund.]

Aber hey, man wächst an seinen Herausforderungen. Und nach der ersten Überraschung war mein Ehrgeiz geweckt.
Es möge aber bitte keiner auf den Gedanken kommen, mir als nächstes ein Puzzle ohne Karton zu schenken ...

So gehören die Schnittteile zusammen. Oben ist der Kragen; die Vorderteile rechts liegen übereinander, wegen der Tasche.

Zum Glück bin ich eine einigermaßen geübte Hobbyschneiderin. Als Anfängerin hätte ich nicht mal gewusst, welches Teil wohin gehört.
Die sind auch noch auf Polnisch beschriftet. Gut, das kann man übersetzen. Aber wenn dann auf allen Vorderteilen (4, wenn man Bund und Passe weglässt) nur "Vorderteil" steht, hilft das auch nur mäßig weiter.

Ich habe mich dann anhand der Formen und meiner Erfahrungen mit dem Aufbau von Schnittmustern (inkl. verschiedener Taschenarten) so durchgehangelt, alles zusammengelegt und gehofft, dass es hinkommt.
Zum Glück sind die Nahtzugaben eingezeichnet und ich musste deren Breite nicht auch noch raten!

Eigentlich wollte ich das Taschenfutter zeigen ... ähm ja. Unten gibts eine Nahaufnahme.

Zunächst habe ich den Stoff, wie beim Produkt empfohlen, vorgewaschen ("dekatisieren" nennen sie es - dekatieren ist gemeint) und bekam beim Aufhängen prompt blaue Finger. In feuchtem und trockenem Zustand färbte der Stoff aber nicht mehr.

Dankenswerterweise sind Stoff und Vlieseinlage reichlich bemessen, da braucht man nicht zu befürchten, ohne Schnittauflageplan aufgeschmissen zu sein.
Auf welche Teile Vlieseline gehört, habe ich in meiner Burda-Sammlung nachgeschaut - da gibt es diverse Jeansjacken, die zwar anders geschnitten sind, aber Bund, Manschetten o.ä. haben ja viele. Und dann beim Aufbügeln gehofft, dass es eine normale Einlage ist, die man 8 Sekunden lang auf Stufe 2 aufbügelt und keine, für die man feuchte Tücher oder 20 Sekunden Bügelzeit braucht (denn auch für die Vlieseinlage gab es keinerlei Anweisungen). Hat geklappt!

Die Taschen verschwinden elegant in der Teilungsnaht.

Nächste Überraschung: Der beiliegende Futterstoff war nicht der abgebildete geometrisch gemusterte Baumwollstoff in Weiß, Schwarz und Gelb, sondern einfarbig rosa. Uärks, ausgerechnet!
Den habe ich dann in den Vorrat gepackt (kann ich für Patchwork o.ä. gebrauchen) und durch einen türkisfarbenen Rest von der Kreuzchen-Summer-Shorts ersetzt.

Hilfreich an Problemstellen: Mein Grundlagennähbuch, eine fertige Jeansjacke (zum Nachgucken, welche Nähte in welche Richtung abgesteppt werden) und ab und zu eine alte Burda mit Jeansjackenanleitung (für ein völlig anderes Modell, aber die ganz grobe Reihenfolge wird wohl ähnlich sein).

Die Jacke hat zwei Arten Taschen und beide sind ziemlich ungewöhnlich: Bei den Eingrifftaschen im seitlichen Vorderteil ist der hintere Taschenbeutel angeschnitten, also habe ich erst den vorderen Taschenbeutel mit der Eingriff-Öffnung verstürzt, dann die Nahtzugabe eingeschnitten und auf dem seitlichen Vorderteil die Nahtlinie zum rechten mittleren Vorderteil mit Nahtzugabe aufgezeichnet. So konnte ich das rechte mittlere Vorderteil einfach drauflegen, ohne raten zu müssen, wo ich nähen muss.
Klingt komplizierter, als es ist.

Für die Brusttasche ist oben an den Vorderteilen ein Stück des vorderen Taschenbeutels angeschnitten, deshalb gibt es für den Brusttaschenbeutel ein größeres und ein kleineres Schnittteil. Interessante Lösung! Mir gefällt aber nicht, wie die Tasche auf den Produktfotos aufsteht, deshalb habe ich sie weggelassen. Man hätte eine Taschenklappe dranmachen können - probiere ich vielleicht nächstes Mal aus!

Hier käme die Brusttasche hin.

Ein Hindernis gabs beim Kragen - ich habe ihn (mal wieder!) irrtümlicherweise nur bis zur Innenkante der Knopfleiste statt bis zur Mitte der Knopfleiste genäht. Kann man theoretisch machen, aber dann fängt der Kragen halt erst neben der Knopfleiste an statt dass er geschlossen ist, wenn die Jacke zugeknöpft ist ... gefällt mir nicht! Ich habe dann lieber getrennt.
Genau dieser Fehler passiert mir ständig. Am besten notiere ich mir das mal.

Ebenfalls zu voreilig war ich bei den Ärmeln: Ich habe vergessen, vorm Zuschnitt nachzumessen, wie lang sie sind. Wenn man dann ein paar Zentimeter weniger haben will, kann man meist noch unten kürzen - aber beim Anprobieren merkte ich dann, dass die Ärmel satte 10 cm zu lang waren! Ich habe dann gepfuscht, die überflüssige Länge unten abgeschnitten und die Ärmelschlitze mehr so hingemogelt. Schön ist eigentlich anders, aber mal sehen, ob es mich auf Dauer genug stört, um vernünftige Ärmelschlitze zu machen (ich könnte die Sache noch mit Belegen retten).
Ich hätte auch ausreichend Stoff gehabt, um die Ärmel nochmal neu zuzuschneiden, aber zweiteilige Ärmel zu kürzen ist dann doch etwas kniffliger und aufwändiger als einzelne und deshalb wollte ichs erstmal auf die bequeme Weise probieren.

Bittesehr, das Taschenfutter-Detail.

Die Knopflöcher hat Hana mir genäht, ich drücke mich immer davor ... es ging mehr schlecht als recht, weil der Stoff wirklich widerspenstig ist (ich habe es beim Nähen mit diversen Nadeln und Einstellungen probiert; nichts funktionierte wirklich gut, aber die Knopflöcher waren am schlimmsten). Dazu kommt, dass wohl eine festere Vlieseline besser gewesen wäre (aber es war eben nur die dünne dabei). Die Knopflöcher sind also nicht perfekt geworden, aber falls es mich sehr stört, kann ich sie immer noch per Hand übernähen.

Endlich! Da ist sie! Die mysteriöse Rückansicht! Die mitgelieferte Vlies-Einlage ist wirklich nicht fest genug.

Die Jackenform gefällt mir unheimlich gut - mit der Verarbeitung bin ich dagegen ziemlich unzufrieden. Gut, die improvisierten Ärmelschlitze waren definitiv meiner Schluderei geschuldet (ich hätte die Ärmellänge vorm Zuschnitt ausmessen müssen), aber an so einigen Stellen habe ich nur deshalb nicht nochmal den Nahttrenner geschwungen, weil ich so froh war, endlich eine vernünftige Naht ohne Fehlstiche hinbekommen zu haben. Jeansjersey vernähe ich definitiv nicht nochmal!

Mein Fazit:
Nähen mit nur einer vagen Ahnung, wie das Endprodukt aussieht, ohne ein vernünftiges Foto/Zeichnung und Rückansicht, ist ziemlich anstrengend. Vor allem mit den ungewöhnlichen Taschenformen, die ich so noch nirgends gesehen habe. Aber es macht mich doch ein bisschen stolz, einen eher komplizierten Schnitt ganz ohne Anleitung bewältigt zu haben!

Schnitt: "Jeansjacke" (aus Jersey) von Dresowka.pl, ohne Anleitung und entweder Gr. M oder Gr. L (ich habe M bestellt, es steht aber ein L auf den Schnittteilen- das L könnte theoretisch aber auch für irgendwas anderes stehen als die Größe)
Material: Jersey im Jeanslook
Änderungen: Brusttasche weggelassen, Schultern um 1 cm verschmälert, Ärmel um 9 cm gekürzt. Ob ich irgendwas anders genäht habe als vorgesehen, kann ich nicht wissen ;)
Nachnähpotential: Also, hübsch ist die Jacke. Mal gucken, wenn ich noch eine brauche, greife ich vielleicht auf diesen Schnitt zurück. Aber mit einem anderen Stoff!

Fürs Handarbeitsbingo kann ich hier ankreuzen: Etwas Einfarbiges handarbeiten, mit anderen gemeinsam kreativ sein.




Verlinkt beim MeMadeMittwoch und AfterWorkSewing.

Lg
Nria