Mittwoch, 5. August 2020

Zwillingskleider mit Wellen und Pünktchen - Sally von tinalisa

In diesen Schnitt habe ich mich schon verliebt, bevor er veröffentlicht wurde: Jemand von den Probenähern hatte vorab ein Kleid gezeigt. Auffällig waren vor allem die "Klappen" an der Taille, die ein bisschen wie ein Gürtel aussehen.

Es handelte sich um das Kleid "Sally" von tinalisa, das ich bei Erscheinen dann sofort gekauft habe. Zusammen mit einem Partnerkleid namens "Kelly", das überkreuzte Vorderteile und einen Maxirock bietet; so hatte ich viele Möglichkeiten. Und viele Seiten zu drucken, daher habe ich beide Kleider plotten lassen.

"Sally" von Tinalisa im Doppelpack

Hat sich, wie ihr seht, gelohnt: Wir haben das Kleid schon ein zweites Mal genäht. Das blaue Kleid war zuerst da, daher fange ich auch bei der Beschreibung mit ihm an.

Ich habe für das Kleid den Jersey "Wavy Stripes" von Swafing gekauft. Gibts in verschiedenen Farben; diese mittleren Blautöne sehen einfach umwerfend nach Meer aus!
Der Schnitt lag einige Zeit im Schrank, weil ich eigentlich abwarten wollte, ob ich nicht doch wieder ein paar Kilo runterkriege. Aber irgendwann habe ich beschlossen, dass die Warterei blöd ist, und einfach angefangen.

Seitlich könnt ihr die Nahttasche des roten Kleids erahnen.

Der Zuschnitt hat mich ein paar Nerven gekostet. Mit einlagigem Zuschnitt habe ich das Kleid aus den 1,5 m zwar locker rausgekriegt, aber ich wollte natürlich bei beiden Rockteilen das Muster auf gleicher Höhe haben und auch sonst eine schöne Platzierung.

An der Taille gab es da einen kleinen Zwiespalt: Eigentlich ist der dunkle "Block" nicht so schön, weil er das Muster unterbricht, aber ich wollte unbedingt einen dunklen Bereich an Bauch und Taille, damit das Kleid dort nicht optisch aufträgt, was sich leider nicht mit einem völlig natürlichen Musterverlauf vereinbaren ließ. So ist es halt ein Kompromiss geworden, mit dem ich leben kann (auch wenn ein kleiner Teil von mir dem perfekten Musterverlauf nachtrauert ;)).

Dazu habe ich mich für die kurzen geschwungenen Ärmel entschieden. Die sehen moderner aus als gerade geschnittene, aber der Saum ist etwas mühsamer zu nähen. Finde ich trotzdem gut - ja, man zeigt etwas mehr Oberarm, das möchte vermutlich nicht jeder. Dafür ist es eine gute Lösung für Kleider, bei denen man fürchtet, dass sie altbacken wirken.

Geschwungene kurze Ärmel betonen die Oberarme - die Einsätze enden in der Seitennaht.

Der Schnitt hat mich wirklich begeistert.
Es gibt eine Maßtabelle inkl. Längsmaße (Rückenlänge, Brusttiefe, Vorderlänge), Anleitungen für Änderungen wie FBA, Kürzen/Verlängern (nicht so trivial bei diesem Schnitt!), Hohlkreuz - da lacht das passformkorrekturwillige Hobbyschneiderinnenherz!

Die Anleitung finde ich grandios: Kurz, aber übersichtlich mit guten 3D-Skizzen. Für absolute Anfänger eventuell nicht ausreichend, für mich hervorragend. Ich kann auf einen einzigen Blick sehen, wie das Kleid zusammengesetzt wird (die Reihenfolge ist hier sehr wichtig!), ohne mich mühsam durch Dutzende Seiten mit Text und schwer erkennbaren Fotos wühlen zu müssen. So wünsche ich mir das für jede Anleitung!
Dazu gibt es vorne eine Inhaltsangabe, auf der man durch Links direkt an die gewünschte Stelle springen kann. Ich bin hin und weg.

Apropos Änderungen:
Diesmal war ich schlau (man lernt ja manchmal aus Fehlern) und habe mir schon den Papierschnitt mal angehalten - und siehe da, der verdächtig weite Ausschnitt wäre sehr viel zu weit für mich gewesen (ich glaube, der war breiter als meine Schultern!). Daher habe ich ihn schon fürs Probeteil erheblich verkleinert. Hinten war das etwas mühsam, weil im Rückenteil Abnäher in den Ausschnitt ragen. Aber mit riesigen Ausschnitten werde ich mit meinen schmalen Schultern einfach nicht glücklich, da lohnt sich die Mühe.
Ja, die Schultern verschmälert habe ich dann auch. Und eine Hohlkreuzanpassung vorgenommen. Nehmt das, fiese Rückenquerfalten!

Kein überschüssiger Stoff in der Rückenmitte!

Eine Änderung war ganz leicht: Ich habe meine Faulheit bezwungen und Nahttaschen eingefügt. Ich sollte das wirklich bei jedem Kleid und Rock machen. Passentaschen mag ich zwar sehr viel lieber, aber bei manchen Schnittformen ist das schwierig (hier kämen sich die Taschen wohl mit den Klappen ins Gehege). Mir ist zwar aufgefallen, dass hier der Rock durch die Taschen an der Hüfte nicht ganz so schön fällt, aber das ist mir egal. Taschen sind King.

Rechts seht ihr das hellblau "angeknabberten" Halsbündchen.

Am Halsausschnitt habe ich ein Bündchen angesetzt statt Schrägband zu verwenden. Ich fürchte mich vor Schrägband. Das wird sehr schnell ungenau.
Das Bündchen ist einen Tick zu breit und steht daher ein bisschen ab, aber nicht so schlimm, dass ich zur Korrektur bereit wäre. Lustig finde ich, dass am Bündchen natürlich auch die Wellenform des Musters zu sehen ist - daher sieht es durch hellere Stellen ein klein wenig angeknabbert aus.

Kleid gesichtet und direkt nachgenäht!

Als Hana das Kleid sah, war sie begeistert und wollte auch eins. Im Schrank lag noch ein anderer Jersey von Swafing, eine der vielen "Valerie"-Versionen, rot mit schwarzen Pünktchen. Da erkennt man den Schnitt viel besser, weil das Muster kleiner ist!

Der rote Jersey ist fester und weniger elastisch als der blaue; auf den Bildern könnt ihr gut vergleichen, wie das unterschiedliche Material den Sitz und Fall der Kleider beeinflusst.

Erste Version. Gefällt mir auch gut, aber ich wollte den Gürtel-Effekt deutlicher haben.

Zunächst war alles in Rot, auch die Klappen. Hana hat fröhlich von meinen bereits durchgeführten Änderungen profitiert und sie übernommen.

Bei der ersten Anprobe stellte sie fest, dass sie die Klappen doch lieber in Schwarz haben wollte. Also haben wir (ja, ich hab auch mitgemacht. Sie hat mir dafür Knopflöcher an einem anderen Kleid gemacht.) die Klappen rausgetrennt und T-Shirt-Reste upgecycelt (das T-Shirt ist ein Kissen geworden und es war noch was übrig).
War ein bisschen Arbeit, aber hat sich gelohnt - der Schnitt kommt viel besser zur Geltung und es sieht interessanter aus.
Passend dazu gabs noch ein schwarzes Bündchen am Ausschnitt, zur Abrundung.

Zufriedene Zwillinge in neuem Zwillingskleid.

Das Ergebnis finden wir wirklich hübsch und könnten uns weitere Sallys vorstellen. Vielleicht probieren wir auch mal die Kelly aus.


Schnitt: Kleid "Sally" von tinalisa, Version mit kurzem Rock und geschwungenem Kurzarm, Gr. 40
Material: Baumwolljersey "Wavy Stripes" (in Blautönen) und "Valerie", beide von Swafing
Änderungen: Ausschnitt um ca. 4 cm pro Seite nach innen verlegt, Schultern um 2,3 cm verschmälert, Rückenteil mittig um 2,5 cm gekürzt (Hohlkreuzanpassung), Taschen hinzugefügt, Bündchen statt Schrägband, Rock leicht gekürzt
Nachnähpotential: Vorhanden, wie man sieht :) Angeblich kann man das Kleid übrigens auch aus elastischen Webstoffen nähen. Das habe ich mich noch nicht getraut.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Hana & Nria

Sonntag, 2. August 2020

7 Sachen 31/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Ein ungetragenes T-Shirt als Stoffvorrat benutzt, das ich vor ein paar Jahren gekauft hatte. Das Motiv mochte ich, aber nicht an mir. Also wurde es für Kleinteile an einem Kleid missbraucht.


Mal wieder "Die Legenden von Andor - Die Reise in den Norden" gespielt. Weil wir nicht mehr so regelfest waren, haben wir kläglich verloren (aber fürs nächste Mal wissen wir hoffentlich Bescheid).


"Packeis am Pol" gespielt. Es ist nicht notwendig, die Pinguine auf den Kopf zu stellen, aber niedlich.


Eine Kissenoberseite ausgetauscht. Auch für die alte Oberseite hatte ein T-Shirt dran glauben müssen, aber der Druck war leider nicht sehr hochwertig. Die weißen Streifen (auch der sehr breite rechts unten) sind Farbabrieb, keine Lichtspiegelung.


Sfogliatelle frolle gebacken. Aus Zeitgründen mit fertigem Blätterteig - hat so mäßig gut geklappt. Die Füllung war ziemlich flüssig und viel zu viel für zwei Packungen Blätterteig; dementsprechend sah das Ergebnis nur so mittelhübsch aus (links unten auf dem Blech ist unser erster Versuch). War aber trotzdem sehr lecker.


Den schönen Nacho-Vulkan befüllt. Man beachte das kleine Häuschen.


Nach dem ersten Versuch vor gut 16 Jahren mal wieder Shadowrun gespielt.


Ein Souvenir-Pinnchen aus Meersburg mit kleinen Pinseln befüllt.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung

Donnerstag, 30. Juli 2020

Große Abnäher, aber keine große Liebe - Sewera Love Dress

Zum ersten Mal bin ich auf das Love Dress von Sewera gestoßen, als es gratis im Adventskalender zu haben war, bei der Adventskalender-Aktion von "Die Ebookmacher" im Dezember 2019. Da fand ich es aber unspektakulär - leider gibt es bei Sewera keine Zeichnungen der Schnittmuster, sondern nur einen Haufen winziger Beispielbilder aus wild gemusterten Stoffen - da erkennt man leider kaum etwas vom Schnitt.

[Hier ein Hinweis: Den Einsatz oben habe ich selbst hinzugefügt; das Kleid selbst hat einen breiten U-Boot-Ausschnitt.]

Es ist ganz nett. Aber auch etwas zu eng geworden.

Erst beim Foto einer Umsetzung einige Tage später habe ich die schönen French Darts ("französische Abnäher") gesehen; auch Rückenabnäher sind vorhanden. Da wollte ich das Kleid dann doch haben. Zum Glück war es kurz darauf in einer Makerist-Aktion für 2 € erhältlich.

Ich habe das Kleid aus dunkelrotem Sommersweat von dresowka genäht - das aufgedruckte Fischgrätmuster ist schön dezent.

Hana hat mir einen Blaubeerknopf dafür geschenkt!

Ein Problem bei dem Schnitt: Durch die sehr großen, geschwungenen Abnäher kann man schlecht allein durch "Anprobieren" des Schnittmusters herausfinden, ob selbige richtig sitzen (normale Abnäher kann man zustecken, aber das Papier ist zu sperrig für die runden Linien). Nach dem Zuschnitt ist es aber zu spät - die Abnäherschenkel sind dann dort, wo  man sie eben ausgeschnitten hat. Also habe ich es einfach mal drauf ankommen lassen.

Die Abnäher habe ich erst nach Anleitung gemacht: Nur mittig ein Stück eingeschnitten und per Hand geheftet. Fand ich aber ziemlich schwierig - ich habe dann die Handnaht aufgetrennt, die Abnäher entgegen der Anleitung ausgeschnitten (mit Nahtzugabe natürlich!) und dann ließen sie sich sehr einfach nähen.

Hier erkennt man den wirklich SEHR großen Abnäher.

Sie enden zu hoch und sitzen etwas zu weit außen, aber das würde ich dann bei einem eventuellen nächsten Kleid anpassen. Ich habe mit Absicht einen recht dunklen Stoff gewählt, bei dem eine nicht perfekte Abnäherposition nicht ganz so sehr auffällt.

Dieses Bild ist nur dazu da, dass man wenigstens bei EINEM Foto das Muster erkennt.


Wo ich gleich hätte misstrauisch werden müssen, sind die ziemlich kurzen Schulterstücke: Das Kleid hat einen ziemlich breiten U-Boot-Ausschnitt. Erstens sehen die nicht gut aus an mir und zweitens hat das bei meinen sehr schmalen Schultern zur Folge, dass die BH-Träger rausgucken.
Da ist es wieder, mein altes Problem - der zu große Halsausschnitt! Aber diesem Problem bin ich schon so oft begegnet, dass ich dafür eine Lösung habe: Sogar mit Tutorial.

Mit Rückenabnähern und Faltenproblem.

Ich habe mich also schnell entschlossen, oben ein Stück einzusetzen. Damit es nach Absicht aussieht, mit einer schwarzen, elastischen Paspel dazwischen.


Ärgerlicherweise habe ich die Paspel nach unten geklappt, sodass der Einsatz optisch "übersteht" (auf dem Foto an der Puppe erkennt man das ein wenig). Umgekehrt fände ich es schöner, aber ich bin noch nicht sicher, ob ich Lust habe, die Absteppnaht und die Schulternähte wieder aufzutrennen.

Insgesamt finde ich das Kleid einfach zu eng (obwohl ich mich an die Maßtabelle gehalten habe). Das Stoffmuster ist zudem zwar schön, aber nicht so recht mein Stil ...
Momentan überlege ich, ob ich das Teil an der Hüfte abschneide und ein Sweatshirt draus mache. Könnte eine gute Lösung sein.

Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Dienstag, 28. Juli 2020

Tasche mit Paper Piecing-Chevrolet von Quilt Art Design - plus: Tipps fürs Foundation Paper Piecing

In diesem Jahr hatte der Mondpapa einen runden Geburtstag. Der Mondpapa ist ziemlich schwierig zu beschenken - weil er Oldtimer mag, habe ich ihn kurzerhand (gut - "kurz" ist eine Lüge) eine Oldtimertasche genäht. Da kann er sein Autobastelzeug reinpacken.

Neben der Tasche präsentiere ich weiter unten übrigens ein paar Tipps für fehlerfreieres Paper Piecen!

Gar nicht so wenige Stoffstückchen!

Die Vorlage stammt von QuiltArtDesign, heißt "'57 Chevy Convertible" und ich schlussfolgere daraus messerscharf, dass ein Chevrolet aus dem Jahr 1957 abgebildet ist.

Die Vorlage ist schon eher für Fortgeschrittene - es sind ziemlich viele Teile und an einigen Stellen muss man gut aufpassen, dass die Linien aufeinandertreffen (z.b. dort, wo die grauen Metallteile an den Seiten weitergeführt werden - an dieser Stelle habe ich getrennt, als es nicht gepasst hat).
Wenn man keinen großen Patchworkstoff-Vorrat besitzt, ist es auch erstmal so eine Sache, ausreichend Stoffe in ähnlichen Farben für die Farbabstufungen zu finden.

Für das Anthrazit habe ich Schnipsel aus einem gemusterten Stoff ausgeschnitten, weil ich keinen einfarbigen hatte, und für das Dunkelgrau der Räder musste eine Larp-Tischdecke herhalten (die ist jetzt 5 cm kürzer ...). Die Scheibe habe ich aus einem leicht glänzenden strukturierten Stoff gemacht, dann hat man einen kleinen Effekt drin (wie bei der Lampe des Dumbledore-Kissens, wo ich einen Seidenstoff eingesetzt habe).

So sieht das Design unverarbeitet aus.


Das Ganze hat ein Weilchen gedauert ... ich habe das mal dokumentiert:

Vorbereitung (Papiersegmente drucken, ausschneiden, beschriften, vorfalzen): mind. 1 Stunde
Nähen der einzelnen Segmente: 7 Stunden
Bügeln und Zurechtschneiden: 0,5 Stunde
Zusammenfügen der Segmente: 3,5 Stunden
Papier entfernen:1,5 Stunden

Tasche nähen: 0,5 Stunde

Insgesamt: 14 Stunden (plus 45 Minuten Korrekturen wegen Unachtsamkeit)

Besonders überrascht mich jedes Mal wieder, wie langwierig es ist, das Papier aus der Rückseite rauszufriemeln! Und jedes Mal nehme ich mir vor, dünneres Papier zu kaufen, mit dem die Prozedur vermutlich beschleunigt wird.

Was mit "Korrekturen gemeint ist?
Einerseits Stellen, an denen durchgehende Linien nicht richtig zusammengefügt sind. Andererseits solche Klöpse hier:

Sollte ein Lenkrad nicht rund sein ...?

Um möglichst wenig trennen zu müssen, gibt es ein paar Sachen, auf die man schon bei der Vorbereitung und später beim Nähen achten kann.

Hier sind also meine  

Tipps fürs Foundation Paper Piecing:

  •  Bei der Vorbereitung: Nach dem Ausschneiden sollte die Papiersegmente anmalen oder sorgfältig beschriften - so sieht man auf einen Blick, welches Teil welche Farbe bekommt. Dabei wirklich gut darauf achten, dass jeder Fitzel richtig bemalt/beschriftet ist!
  • Es hilft sehr, alle späteren Nahtstellen vorzufalzen (in Richtung bedruckte Papierseite). So kann man wesentlich leichter überstehenden Stoff bis zur Nahtzugabe zurückschneiden und neue Stoffstücke anlegen.
  • Bei einseitig bedruckten statt durchgefärbten Stoffstücken auf die Richtung achten: Das allererste Stoffstück eines Segments wird so an das Papier gepinnt, dass die unbedruckte Seite Richtung Papier zeigt, die bedruckte von ihm weg. Jedes weitere Stoffstück wird so aufgelegt, dass die bedruckte Seite Richtung Papier zeigt (also rechts auf rechts zum vorhandenen Stoff)
  • Man muss wirklich ständig darauf achten, dass jedes neu angenähte Stoffstück "aufgeklappt" wird, sodass die Nahtzugabe nicht mehr zu sehen ist - idealerweise wird nach jedem Fitzel gebügelt; praktisch sollte man zumindest die Naht glattstreichen, damit das Teil nicht zurückklappt oder eine Wölbung bildet.
  • Benutzt eine sehr kleine Stichlänge, damit das Papier beim Nähen perforiert wird (ich nehme 1 mm). Allerdings: Ein Fehler ist dann blöd, so eine Naht ist wirklich ätzend aufzutrennen! Bei längeren Nähten nähe ich daher zuerst mit größtmöglicher Stichlänge und kontrolliere, ob alles richtig ist, bevor ich die Naht mit kleiner Stichlänge fertignähe. Niemand möchte 20 cm Naht mit 1 mm-Stichlänge trennen ...

Ich hoffe, die Tipps sind hilfreich und euch gefällt die Tasche - der Mondpapa hat sich gefreut :)

Verlinkt bei DvD und Creadienstag.

Lg
Nria

Sonntag, 26. Juli 2020

7 Sachen 30/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Den Weg eines Museumsplans nachgemalt, wo wir schon langgelaufen sind, damit wir nichts übersehen.


Pizzabrot nach Hause getragen. Ich habe im Restaurant gebeten, mir die Reste einzupacken und es als Ente wiederbekommen (es soll wohl ein Schwan sein, aber die Halslänge sagt m.E. "Ente"!)
Sowas freut mich ja riesig.


Auf dem Warendorfer Marktplatz die benachbarte Kirche bewundert. Unter der Uhr steht "Nutz die Zeit".  Haben wir getan und Eis gegessen.


Gasthände: Beim Warten aufs Rundfahrtsschiff fotografiert.


Auf dem Schiff: Eine Menge schlechter Handyfotos von der Sperrmauer am Moehnesee gemacht. Es war so gleißend hell, dass ich froh sein konnte, auf dem Bildschirm überhaupt die Kamera auswählen zu können; ich habe einfach nichts gesehen ...
So sieht die Mauer aus, wenn ein kompetenter Mensch sie fotografiert.


Später: Gar köstliche Dinge im Seecafé verspeist (das Schokoküchlein war heiß). Bei meinem letzten Besuch am Möhnesee war gerade Ruhetag, das war traurig.


Mich an eine Einfassung gesetzt, vor der ich mich ein paar Wochen lang gedrückt hatte. Leider haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet - die Viskose war so extrem flutschig, dass sie permanent unterm Füßchen weggerutscht ist (leider kann ich den Nähfußdruck nicht verstellen). Na ja, ich versuche noch zu korrigieren und im äußersten Notfall nähe ich das eben per Hand.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung

Donnerstag, 23. Juli 2020

Gondelshirt - Monino aus dem Lillemag 3

Im letzten August gab es bei Heibchenweise in einem Beitrag gleich zwei Modelle aus dem Lillestoff-Magazin 3 zu sehen: Das Kleid Minne und das Shirt Monino
Das Kleid habe ich auch schon genäht (in kurz, als Chilishirt), aber das Shirt war mir im Magazin gar nicht so aufgefallen. Dabei sind diese Zipfelchen um den Bogen hinten wirklich originell und an Sarah gefielen mir die beiden Teile sehr gut! Sie hat auch einen schönen Stoff verwendet.

Ich liebe den Stil des Stoffs!

Jetzt hat sie nunmal eine ganz andere Figur als ich, da ist es immer ein Risiko, sich inspirieren zu lassen. Aber als ich diesen Gondelstoff bei Kattun-Stoffe entdeckte, fiel mir sofort dieser Schnitt ein. Er hat angeschnittene Ärmel, das passt gut zu diesem Stoff, für den ich möglichst wenig Teilungsnähte wollte.

Okay. Hohlkreuzfalten. Aber seht nur das Schwänzchen!


Außerdem: Dieses aparte "Schwalbenschwänzchen"!

Mit den Ärmeln bin ich sehr unzufrieden, aber die Streifen passen. Immerhin.

Der Zuschnitt ging wirklich schnell: Es sind nur zwei Teile, plus Beleg und Bündchen.
Das Nähen ging einigermaßen schnell - beim Schwänzchen habe ich mehrere Versuche gebraucht, um den Beleg ordentlich abzusteppen. Da sind jetzt halt zwei parallele Nähte, wie mit einer Zwillingsnadel.

Hier sieht man das Ärmelproblem.

Der runde Saum ging auch ganz gut. Aber die angeschnittenen Ärmel ... die passen sowieso nicht soo gut zu meiner Figur (viel Oberweite plus schmale Schultern sind einfach schlechte Voraussetzungen dafür), aber ich habe vermutlich den Saum nicht ordentlich angeschnitten, das fällt nicht schön. Vielleicht trenne ich den Saum wieder ab und nähe stattdessen einen Beleg an.

Auch der Halsausschnitt war tückisch:

Neiiiin!






Ein Bündchen mit Streifen ist schick. Aber das muss wirklich sitzen! Wenns schief wird, fällt das sofort auf. Und trotz Bügelns habe ichs irgendwie verbockt. Natürlich musste das wieder aufgetrennt werden.

Besser!

Da hat sich die Arbeit gelohnt, der neue Ausschnitt ist deutlich besser. Nächstes Mal nehm ich gleich ein einfarbiges Bündchen ...

Zu einer dunkelblauen Hose ist das Shirt übrigens noch schöner. Müsst ihr mir jetzt unbesehen glauben.




Für so ein simples Shirt waren das erstaunlich viele Fallstricke!
Mein größtes Problem ist allerdings: Ich habe vergessen, den Schnitt zu kürzen. Und eigentlich finde ich das Shirt zu lang ...
Ärgerlicherweise ist es durch das Schwänzchen recht aufwändig, es jetzt noch zu kürzen, und wegen des Musters kann ich auch nicht einfach in der Taille eine Naht zum Kürzen machen.
An sich mag ich das Shirt gerne, aber vermutlich werde ich es erst dann gerne tragen, wenn ich die Problemstellen (Ärmel und Länge) korrigiert habe. Es kommt nicht soo oft vor, dass ich Fehler nach der Fertigstellung noch korrigiert habe, aber es hat sich bisher meistens gelohnt. Ich hoffe, dass ich mich dazu durchringen kann.


Material: Jersey "Gondolier Coord" von Katia Fabrics
Schnitt: Shirt "Monino" aus dem Lillemag 3, Gr. M
Änderungen: Keine. Ich werde es aber vielleicht noch kürzen und die angeschnittenen Ärmel mit Beleg oder Bündchen versehen.

Nachnähpotential: Mit den genannten Änderungen möglicherweise.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 19. Juli 2020

7 Sachen 29/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Meine erste Bubble-Waffel gegessen.


Rote und weiße Johannisbeeren für einen Kuchen gemischt. Schwarze gabs auch noch.


Den tollen neuen sternförmigen Schminkpinsel mit transparentem Regenbogengriff ausprobiert. Ist super.


Einen Tisch auf den Tisch gestellt zum Pen&Paper-Spielen. Ein Mitspieler war per Skype dabei - eigentlich stand er etwas weniger wacklig am Rand, hier haben wir ihn grad näher rangeholt, damit der die Figuren auf dem Plan sehen kann.


Einen Hosenaufschlag gebügelt und positioniert.


Wo das Bügeleisen gerade an war: Einen Saum gebügelt. Ich bin jedes Mal wieder verblüfft, was das ausmacht - auch bei Sweat und Jersey.


Die Flur-Kommode dekoriert (das Set gibt es nur online bei Ikea und heißt Fiskeläge). Bin ganz verliebt in die Vögelchen!

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.