Freitag, 15. November 2019

Was vom Oktober übrig blieb

Wie in jedem Oktober war viel los! Es fing mit einem schönen (aber leider verregneten) Con an, ging mit unserem Geburtstag und wieder einer Mottoparty weiter und schließlich war Nria noch einen Tag auf der Spielemesse.



Link-Tipps im Oktober:

Für uns selbst genäht im Oktober:
Dem roten Maxirock nachträglich noch ein Futter gegönnt
Kranich-Sweatshirt
Ein grünes Larpkleid upgecycelt (Alfride-Kleid)
Sweatshirt Agathe aus Retrosweat
Die Schnieke Wiebke aus Retrosweat

Für andere genäht im Oktober:
Geburtstagsshirt für L. und M. Diesen Monat sind sie 2 geworden!
Ein Herolds-Tappert aus Seide

Neben dem Dauerregen auf dem Tanz der Ritter hatte der Oktober auch goldene Herbsttage zu bieten.

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Sweatshirt "Agathe" von Konfetti Patterns
Jerseykleid "Elisabeth" von Konfetti Patterns

Stoff gekauft: Nria: 0,5 m; Hana: 1 m
Nria: 0,5 m dunkelblauer Taschenstoff
(3x 0,5 m Star Trek-Patchworkstoff)
Hana: 1 m Sommersweat "Stripe me" von Stoff&Liebe
Stoff vernäht: Nria: 3 m, Hana: 2,3 m
Nria: 1 m rotoranger Wollstoff, 2 m Retro-Sweat
Hana: 2,3 m Flamingo-Futterstoff

Stoff abgegeben: 1,90 m gespendet, 6,65 m verkauft (Nria)

Wir freuen uns im November auf:
Viele Cons. P&P. Und vielleicht den ersten Weihnachtsmarkt?

Donnerstag, 14. November 2019

Jenna Cardi #2 - mit feinen Ringeln

Ich bin stetig auf der Suche nach dem perfekten Cardigan. Der Jenna Cardi von Muse Patterns war da sehr vielversprechend!
Eine Version hatte ich schon genäht, aus dünnem Sweat, taillenlang und mit gemusterter Bündchenware. Aber so richtig zählt das nicht; auf dem Schnitt steht nämlich fieserweise nicht drauf, dass die Nahtzugabe schon enthalten ist - und ich habe es prompt vergessen und dann war der Schnitt etwas groß. Es wäre nicht so recht fair, die Passform des Schnitts anhand dieses Teils zu beurteilen.

Den schwarzgrau geringelten Jersey habe ich secondhand gekauft. Als ich ihn sah, wusste ich sofort, dass ich einen Jenna Cardi draus nähen würde!

Der Stoff ist schön. Die Fältchen ... naja.

Was mir dabei nicht ganz klar war: Es ist doch eher mühselig, einen feingeringelten Jersey zuzuschneiden - schließlich sollen die Streifen gerade verlaufen und nicht schief. Im Gegensatz zu breiten Ringeln ist es bei so schmalen Streifen kaum möglich, den Stoff doppelt zu legen, so dass die Streifen aufeinanderliegen, also habe ich einlagig zugeschnitten und eine ganze Weile gebraucht.

Ich mag aber den Effekt mit den senkrechten Streifen der Blende.

Übrigens habe ich wieder die V-Ausschnitt-Erweiterung verwendet - mal sehen, ob ich jemals die originale Rundhalsversion nähen werde. Ich glaube, die ist einfach nicht mein Stil?
Außerdem habe ich mich diesmal für die hüftlange Version entschieden.

Mut zu doofen Fotoposen!

Beim Nähen habe ich direkt beschlossen, es bei der Muster-Fortsetzung an den Nähten nicht auf Perfektion ankommen zu lassen. Das hätte mich vermutlich wahnsinnig gemacht und ich hatte auch keine Lust, ständig die Nähte aufzutrennen. Trotz sorgfältiger Verwendung unzähliger Stecknadeln hat es auch nicht immer geklappt - an manchen Stellen passen die Ringel, an anderen nicht, aber das fällt sicher niemandem auf.

Beim Bündchen und der Blende habe ich sehr darauf geachtet, dass ich die Naht auf einen einzigen Streifen setze, sodass an jeder Stelle die gleiche Zahl von Streifen zu sehen ist, und das hat auch ganz gut funktioniert. Der Ansatzpunkt des Bündchens am Torso des Cardigans ist leider nicht immer perfekt getroffen (sprich, da passt es nicht perfekt mit den Streifen), aber das hätte ich nur durch eine Handnaht ermöglichen können, das war mir für eine simple Strickjacke dann doch zuviel Aufwand.

Läge sicher besser an, wenn ich einen Verschluss dranhätte.


Mir gefällt bei dem Streifenstoff der Effekt mit der Blende sehr gut! Eigentlich ergibt sich das nur zufällig, weil die Blende am oberen Teil gedehnt wird und deshalb quer zugeschnitten werden muss, aber es macht die schlichte Jacke etwas interessanter.

Eigentlich wollte ich die Ärmel ohne Bündchen nähen und umschlagen. Aber dummerweise habe ich beim Kürzen der Ärmel etwa 2 cm zuviel Länge weggenommen und stellte dann bei der Anprobe fest, dass die ungesäumten Ärmel genau die richtige Länge hatten. Statt Bündchen habe ich dann einen Beleg eingenäht, aber so richtig zufrieden bin ich  mit der Lösung nicht. Muss aber vorerst reichen.

Perfekt geht anders, aber was solls.


Bei näherer Betrachtung ergeben sich zwei Probleme: Erstens sind die Schultern immer noch zu weit (und ich hab schon 7 cm Gesamtbreite weggenommen!); sieht man gut am passenden T-Shirt drunter. Zweitens ist die Blende offenbar ein wenig zu kurz bei diesem Stoff; daraus ergeben sich die Zugfältchen oberhalb der Oberweite. Etwas ärgerlich, aber das ist etwas, das ich jetzt hinnehme. Keine Lust, das neu zu machen. Und an sich mag ich den Cardigan sehr!

Schnitt: "Jenna Cardi" von Muse Patterns, V-Ausschnitt-Erweiterung, hüftlang, Gr. 36'' (das ist der Brustumfang; entspricht Gr. 38, schätze ich)
Material: Viskosejersey
Änderungen: Schultern um 3,5 cm verschmälert, Ärmel in der unteren Hälfte verschmälert und gekürzt
Nachnähpotential: Oh ja! Und es sind noch diverse Variationen übrig …

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag und SewLaLa.

Lg
Nria

Dienstag, 12. November 2019

Alfride-Kleid - ein Upcycling-Projekt

Vorab: Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Bilder. Es war wirklich, wirklich schlechtes Wetter mit miesem Licht ...

2015 habe ich fürs Larp ein Kleid aus moosgrünem Wolltuch genäht. Ohne bestimmten Zweck - ich hatte ca. 1,80 m von dem Stoff gebraucht gekauft und hatte Lust, ihn zu vernähen. Die Menge hat weder für Ärmel noch für ein wirklich langes Kleid gereicht, aber ich hatte es ein- oder zweimal als NSC an, glaube ich ...

Eigentlich sollte die Schnürung gerade sitzen - wenn man das Kleid nicht nur schnell für Fotos überwirft.


Jetzt hatte ich mich für ein Turniercon, den Tanz der Ritter, angemeldet - dort war ich vor zwei Jahren schon mal, aber nicht mit einem historisch angelehnten Charakter. Diesmal wollte ich besser ins Bild passen und erinnerte mich an das grüne Kleid.

Meine Pläne: Das Kleid verlängern, Ärmel hinzufügen und wo ich grad dabei bin, mal an meine aktuelle Figur anpassen.

Letzteres war leicht: Ich habe das Kleid an den Seiten enger genäht und für mehr 14. Jahrhundert-Look vorn eine Schnürung hinzugefügt.

So siehts mit Kopftuch aus. Das hier ist schon in Auflösung begriffen. Ich muss noch üben.


Dann brauchte ich einen Kombistoff. Und das wurde eine Odyssee - farbiges Wolltuch ist in den örtlichen Stoffgeschäften so gut wie gar nicht zu bekommen und selbst im Internet gibt es wenige Quellen (die dann nicht die Farben hatten, die ich mir vorstellte).
Dann erinnerte ich mich an Tuch & Stoff, bei deren Stand auf der diesjährigen Larpwerker-Convention wir ein wenig eskaliert sind (geldmäßig). Dabei sind die Stoffe mit um die 26 €/m nicht billig ... aber wundervoll! Einen richtigen Onlineshop haben sie noch nicht, aber eine Galerie mit Stoffen, bei denen man dann anfragen kann. Ich habe mir Stoffproben zuschicken lassen, dann einen schönen leichten Köper in Rotorange ausgesucht und er ist gerade zwei Tage vorm Con angekommen.

Hektisches Schlussspurtnähen war angesagt! Schlauerweise habe ich vorher schon den Saum des Kleids abgemalt und verlängert (auf ungefähr die passende Länge, weil leider niemand zum Ausmessen da war). Ich kam auf 15 cm, was im Nachhinein aber deutlich zuviel war -Ich habe einen sehr breiten Saum umgeschlagen und das Kleid war noch zu lang. Ich werde es also noch etwas kürzen, was mich bei dem Stoffpreis etwas ärgert ...

Schleier ist einfacher, aber hängt schnell schief.


Die Ärmel habe ich von meinem selbstkonstruierten Versuch (nach "Medieval Tailor's Assistent"/dt. "Mittelalterliches Schneidern" von Sarah Thursfield) für die Festrobe übernommen, oben noch etwas verschmälert und im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, weil das Original am Ellbogen etwas eng war. Passte prima!

Auf dem Con selbst habe ich noch schnell die Nestellöcher genäht, um die Ärmel am Kleid festschnüren zu können. Beim ersten Anziehen war ein Ärmel verdreht und ein Nestelloch ist gleich etwas aufgerissen ... ähm ja, sieht sofort gebraucht aus! Das sehr nasse Wetter samt Schlamm sorgte dann ebenfalls schnell für einen Used-Look. So ist das halt ...

Die grüne Gugel habe ich irgendwann mal aus einem Rest genäht und sie kam mir jetzt sehr gelegen. Hoffentlich werde ich in Zukunft mal lernen, die Kapuzen nicht ganz so klein zu machen und Gugeln mit flauschigerem Stoff zu füttern als Leinen!

Die Ansteckärmel haben sich sehr bewährt.

Das älteste Stück auf den Fotos ist übrigens die Gürteltasche. Die habe ich in einem Leder-Workshop auf einem Fantasyfestival 2005 genäht und sie ist immer mal wieder für NSC-Zwecke und Ähnliches in Gebrauch. Ebensolange nehme ich mir übrigens vor, endlich mal einen Verschluss dranzumachen. Ob das jemals passieren wird?

Die Kopfbedeckungen sind von meiner Schwester geklaut geliehen.
Schnitt: selbstgemacht
Material: Wollstoffe, der grüne secondhand, der orangerote von Tuch&Stoff

Und jetzt kann ich gleich drei Felder beim Herbst-Handarbeitsbingo ankreuzen!
- von Moos inspiriert (ist das ein Moosgrün oder was?)
- etwas recyceln/auf-/umarbeiten
- edles/luxuriöses Material (ein wunderschöner, teurer Wollstoff)

Verlinkt beim Creadienstag, Handmade on Tuesday und Dienstagsdinge.

Lg
Nria

Sonntag, 10. November 2019

7 Sachen 45/2019

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Waldenbuch einen Besuch abgestattet. Da wird RitterSport gemacht und man kann günstige Schokolade kaufen! Das Museum zeigt allerdings moderne Kunst und keine Schokodinge - Dinge über Schokoladenherstellung kann man dagegen in der kostenlosen Schokoladenausstellung sehen.



In der Schokoladenausstellung einen Kakaobaum bewundert.


Ein bisschen Schokolade gekauft (ok, das ist nicht alles meins. Das da ist schon für zwei Leute.).


Eine Hochzeits-Zeitschrift durchgeblättert. Warum sind bei Brautpaar-Bildern eigentlich fast alle Bräutigame braunhaarig und die meisten Bräute blond - und fast nie umgekehrt? Und was ist mit anderen Haarfarben? Von anderen Hautfarben fang ich besser gar nicht erst an ...


"Brautkraut" gespielt.


Ein Loch im Boden eines Braut-und-Abendmode-Outlets fotografiert - mit lauter Perlen, Pailletten und Glitzer drin!


Eine Stutenkerlfamilie gekauft und gefrühstückt. In Düsseldorf kann man lauter verschiedene Stutenkerle (Weckmänner) kaufen, mit Schokostückchen, Mandeln, sonstwas ... glückliche Düsseldorfer!

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung

Donnerstag, 7. November 2019

Waldfarbene Frauengugel mit selbstgemachten Stoffknöpfen

Gugeln sind ja ein sehr praktisches Kleidungsstück, von dem ich wirklich nicht verstehe, wieso sie heute nicht mehr getragen werden.
Besonders praktisch und schick finde ich Frauengugeln, und letztes Jahr habe ich mir endlich eine genäht.

Meine Version ist eine Gugel aus dem 14. Jahrhundert. Wie immer: Nicht historisch korrekt, sondern frei nach Geschmack.



Frauengugeln erkennt man vor allem daran, dass sie vorn offen sind, bzw. zum Knöpfen. Das machen Nria und ich meistens so (wir sind ja auch Frauen ...), damit die Gugel beim Absetzen nicht die Frisur ruiniert oder - noch wichtiger - nicht die Perücke mitnimmt, die wir öfter mal im Larp tragen. Wie sähe das denn aus!

Man beachte auch den neckischen Zipfel! Viele Gugeln haben sehr lange herunterhängende Zipfel (nennt man übrigens "Liripipe"), die man sich auch zusätzlich als Schal um den Hals wickeln kann, aber ich mag die kurze Variante lieber, die ist so keck.


Auch spezifisch Frauengugel ist dieser Umschlag, den ich einfach todschick finde.
Das Futter ist rostrotes Leinen - ich mag farbiges Gugelfutter, weil man Schweiß- und vor allem Make-Up-Flecken darauf weniger sieht. Ich bin nämlich eitel genug, um im Larp Make-Up zu tragen (also, Teintprodukte, nicht Lidstrich und Lidschatten); nicht immer, je nach Lust und Hautzustand.


Die Knöpfe sind selbst gemacht, die Knopflöcher per Hand umstickt. Deshalb zeige ich die Gugel auch erst dieses Jahr, obwohl sie letztes Jahr genäht wurde - für die Knopflöcher hatte mir die Motivation gefehlt.


Auf Wienische Hantwërcliute 1350 findet ihr übrigens eine super Anleitung für selbstgemachte Stoffknöpfe.

Der Wollstoff ist übrigens ein Rest von einem Larp-Mantel des Liebsten, der schon ewig hier rumfliegt (der Rest, nicht der Mantel). Ist jetzt auch ziemlich aufgebraucht, hurra!

Und dank dieses Mantels weiß ich auch, dass die Gugel wirklich waldfarben ist - genauer gesagt, frühlingswaldfarben: Als der Liebste in diesem Mantel vor frisch ergrünenden Büschen stand, habe ich ihn mal fast übersehen.


Ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Gugel - und überlege wirklich, jetzt mal eine Alltagsgugel zu nähen ...

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Mittwoch, 6. November 2019

Kranichshirt aus Resten - Mut zur Teilungsnaht!

Oft entstehen interessante Ideen erst aus der Not heraus. Aber das muss man ja keinem sagen!

Hana hat letztes Jahr ein Kranich-Sweatshirt genäht. Ein Teil vom Musterstoff ist übriggeblieben und das habe ich mir jetzt geschnappt! Carpe reliquum und so. Im Schrank lag noch ein schwarzer Sweat, der gut dazu passte (na gut, eigentlich passt Schwarz ja zu allem ...).
 
Von der Seite ergibt sich eine interessante Optik, die gar nicht geplant war.

Leider war die Form des Rests etwas schwierig. Ich habe ein bisschen hin- und herüberlegt und mich dann entschieden, die größeren Stücke auf Vorder- und Hinterteil aufzuteilen und mit Schwarz zu ergänzen. Zwischen den weißen und den schwarzen Stoff habe ich einen breiten roten Streifen gesetzt, damit eine etwas harmonischere Optik entsteht.

Ich hatte übrigens eigentlich gar keinen roten Sweat da (und hab mich etwas geärgert! Letztes Jahr oder so hatte ich ein abgetragenes rotes Sweatkleid entsorgt, das eine super Stoffquelle gewesen wäre ...). Als ich im Nähkromantenforum nach Resten gefragt habe, hat mir aber eine liebe Userin einfach so ein passendes Reststück zugeschickt - hurra!


Der schlichte Basis-Schnitt stammt aus einem Sonderheft für Fleecejacken und -shirts von Meine Nähmode. Es ist nur ein ganz dünnes "Heftchen" (kann man das überhaut so nennen, wo es doch gar keine Seiten hat?), bestehend aus einer Umschlagseite und einem Schnittbogen mit gerade mal 5 Modellen, alle recht basic, aber ganz hübsch. Hana hat diesen Schnitt schon für ihr Star Wars-Sweatshirt verwendet, ebenfalls mit Resteverwertung und Strukturstoff.

Die Teilungs-Planung. Man beachte meine originalgetreuen Kranichskizzen.

Der Schnitt hat eigentlich durchgehende Teilungsnähte; ich wollte den Musterteil vorne und das rote Zwischenstück aber einteilig haben. Dazu habe ich vorn die Konturen des Reststücks abgezeichnet, die beiden Teile des Vorderteils zusammengeschoben und aufgemalt, welche Breite das Musterteil haben muss und auf welcher Höhe ich die Schnittteile kürzen muss. Ich wollte das komplette Reststück ausnutzen, deshalb habe ich die Wölbung des Rests als Vorlage für die Teilungsnaht verwendet.
Hinten habe ich die grobe Form der Kurve übernommen, aber für den oberen Teil des Rückenteils und der Kranichstoff ist dort auch länger als vorne - nichts verschwenden!

Das Musterstoff am Rückenteil habe ich entgegen der Skizze doch über die komplette Breite gezogen. Die Teilung setzte nämlich weiter oben an, als ich gedacht hatte, und da hätten nur ganz kurze Stückchen in Schwarz hingepasst. Stückeln musste ich trotzdem; das Stück Kranichsweat war nämlich nicht breit genug. Fällt aber kaum auf!

Ebenfalls entgegen der Skizze habe ich das untere Rückenteil dreiteilig gemacht. Ich habe schlicht vergessen, die drei Teile zu vereinigen, dabei hätte das so gut zum Vorderteil gepasst! Na ja, ist schwarz, sieht man nicht so sehr.

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Eine leichte Trotteligkeit zog sich aber durch den ganzen Nähprozess: Als ich das Rückenteil zusammennähte, wunderte ich mich beim Bügeln, warum da eine Wölbung entstand und ich es partout nicht hinbekam, den Stoff glatt hinzulegen. Einen Blick später offenbarte sich das Problem - den Saum hatte ich nämlich ganz sicher nicht geschwungen geplant. Sprich, ich hatte das untere Rückenteil verkehrtherum gehalten und den geraden Saum an den roten Streifen genäht ... Schweigen wir drüber!

Wie man sieht, habe ich das noch korrigiert ;)

Die Anleitung ist ausreichend, aber eher nichts für Anfänger - und dazu muss man sich die Belege selbst einzeichnen, obwohl sie als Schnittteil angegeben sind. Auf dem Bogen finden sie sich nämlich nicht, weder einzeln noch im Schnittteil für das Vorderteil.

Etwas weit am Rücken. Ist halt auch eigentlich eine Nummer zu groß.


Vorm Einnähen des Reißverschlusses habe ich mich eine Weile gedrückt, weil das etwas knifflig ist, gerade am unteren Ende. Zum Glück hatte ich einen Reißverschluss gekauft, der VIEL zu lang war (er war 50 cm lang und ich hätte nur 20 cm Länge gebraucht). Es gab nämlich keinen anderen in passender Farbe. Ja, eigentlich Verschwendung, aber im Nachhinein ein Glück: Ich hatte übersehen, dass man einen teilbaren nehmen sollte, und meinen nicht-teilbaren hätte ich in passender Länge nur über Umwege einnähen können.

So 100% passt die Farbe nicht zum Rot der Streifen (im Geschäft wirkte das besser ...), aber damit muss ich jetzt wohl leben.
Außerdem hatte ich beim ersten Versuch den Reißverschluss ganz ordentlich eingesetzt, aber die Unterkante (das kleine Quer-Stückchen) saß schräg. Soviel zum Thema "Aaach, das muss ich nicht einzeichnen, das kriege ich freihand hin!" Beim Korrigieren habe ich das Ganze verschlimmbessert, sodass ich jetzt eine leichte Rundung statt einem Rechteck an der Unterkante habe, aber es wurde bei jedem Versuch schlechter, also habe ich es jetzt so gelassen und kann damit besser leben als mit einer schiefen Kante.
Natürlich passiert einem sowas genau dann, wenn man einen richtig großen Kontrast hat ...

Real drückt sich der Beleg weniger stark durch ...

Das Shirt war mir einen Tick zu kurz geraten, um es durch Umschlagen zu säumen, also habe ich einen schwarzen Jerseystreifen unten angenäht und so umgeschlagen, dass die Naht innen liegt, man also nicht sieht, dass etwas angesetzt ist. Der Saum wird dadurch ein klein wenig steifer als gewohnt, aber die zusätzlichen anderthalb Zentimeter, die diese Methode gebracht hat, waren's mir wert! Manchmal ist es eben ein kleines Stückchen, das einem zur perfekten Länge fehlt (kann mich da bitte beim nächsten Mal jemand dran erinnern, wenn ich beim Kürzen wieder etwas übereifrig bin?).

Nachdem das Shirt fast fertig war, habe ich die Ärmel nochmal rausgetrennt und die Schultern um 2 cm verschmälert. Eigentlich sind sie immer noch zu weit außen, das werde ich einfach fürs nächste Mal auf dem Schnitt vermerken. Habe nämlich keine Lust, die Ärmel ein drittes Mal einzusetzen.

Dafür habe ich den Beleg mit Handstichen festgenäht; ich mag es nicht, wenn der lose herumflattert. Dummerweise zeichnet er sich jetzt deutlich ab ... vielleicht trenne ich das doch wieder auf und fixiere nur an einigen Ecken.

Und mein Fazit?
Die ganze Bastelei hat sich gelohnt! Ich mag das Shirt sehr und der Restehaufen ist ein winziges bisschen kleiner.
Mut zur Teilungsnaht!

Schnitt: Selbstgemacht auf Basis von Pullover 4, Meine Nähmode Fleece-Special 013, Gr. 40
Material: angerauter Sweat verschiedener Hersteller, Reißverschluss (Achtung, es wird ein teilbarer benötigt!)
Änderungen: 7 cm gekürzt, manche Längs-Teilungsnähte zusammengefügt und geschwungene Quer-Teilungsnähte ergänzt, Schultern verschmälert, Reißverschlusslänge stark gekürzt
Nachnähpotential: Vorhanden. Aber dann pause ich vielleicht doch mal Gr. 38 ab statt einfach faul den Schnitt meiner Schwester zu übernehmen.
Verlinkt beim MeMadeMittwoch. Und der Schnitt aus der Meine Nähmode passt auch prima zum Monatsbuchstaben M bei Maikäfer.

Lg
Nria

Dienstag, 5. November 2019

Ordnung im Stoffschrank - und eine Stoffübersicht

Ein Feld des Herbst-Handarbeitsbingos von 60°Nord heißt "Aufräumen/Organisieren/Planen".

Ich habe gerade keine Pläne, Ordnungsdinge zu nähen, aber eine Mammutaufgabe in Angriff genommen: Seit Jahren hatte ich vor, meinen Stoffbestand zu katalogisieren. Und jetzt habe ich's endlich gemacht.

Halbwegs sortiert habe ich den Stoffschrank in diesem Jahr schonmal:
In den beiden oberen Regalen liegen Hanas Stoffe.
Im dritten Regal von oben liegen Nrias Stoffe - links Patchworkstoffe und rechts Jersey/Sweat (alle noch ohne konkreten Schnitt).
Im vierten Regal von oben liegen auch Nrias Stoffe - links konkret verplante Stoffe und rechts Webware (wiederum ohne exakten Plan).
Im untersten Regal liegen ... Stoffe. Ja, konkreter kann ichs nicht sagen. Das sind so Reste - Stoffe, bei denen wir nicht mehr wissen, wem sie gehören, deshalb liegen sie weder bei Hana noch bei Nria. Stoffe, die wir für Larp-Fundus-Zwecke gekauft haben. Stoffe, bei denen wir absolut keine Ahnung haben, wie sie in diesen Haushalt gekommen sind und was wir damit anfangen sollen.

In ganzer Pracht! Na, welche Regale sind schon erfasst und welche noch nicht? ;)

Beim Katalogisieren geholfen hat mir die kostenlose App "Näh ich mir" (mit der kann man auch noch diverse andere Sachen machen, aber ich hab bisher nur diese Funktion genutzt - meine Schnittmuster werde ich auch noch eintragen, dann kann ich unterwegs gucken, welchen Stoffverbrauch sie haben. So nützlich!). Die rechnet einem auch gleich die Gesamtmenge aus.

Als ich bei anderen las, dass sie 150 oder gar 300 Meter Stoff besitzen, befürchtete ich ja schon Schlimmes. Allerdings haben andere Leute ganze Wände mit Stoff gefüllt; bei mir ists nur ein einziger Stoffschrank, der nicht allzu groß ist und den ich teile.

Also habe ich mal einen Nachmittag geopfert und meine Stoffe eingetragen. Sehr geholfen hat mir die Liste, die ich seit diesem Jahr verwende: Ich trage ein, welche Stoffe ich wo in welcher Menge für welchen Preis gekauft habe. Einerseits sehe ich so, wieviel ich habe und andererseits, wieviel ich ausgebe. Letzteres kann einen ganz schön schockieren und davon abhalten, noch mehr zu kaufen ...

Von den letzten Jahren habe ich noch einige Daten aus den Monatsrückblick-Beitragen holen können, aber vieles war natürlich auch schon vernäht. Trotzdem musste ich alle Stoffe aus dem Schrank räumen, fotografieren und bei allen die Breite ausmessen (bei einigen auch die Länge).
Hat einen unerwarteten Vorteil: So ordentlich wie jetzt waren sie noch nie gestapelt!
Und wiederum ein unerwarteter Nebeneffekt: Ordentlich gefaltet und gestapelt passt mehr in den Schrank.

Es hat eine Weile gedauert, aber nicht so lange wie befürchtet.
Jetzt habe ich erstens einen Überblick über meine Stoffe und zweitens interessante Daten:

Ich besitze 36 Stoffe (plus 21 Patchworkstoffe), die zusammen 41,6 m Länge ergeben (plus 11,7 m Patchworkstoffe). Nur 11 Jerseys sind dabei, das hat mich überrascht. Und insgesamt sind das gar nicht soo viele Stoffe - ein paar davon zählen nur so halb, weils nur ein 20 cm-Streifen ist.

Zum Glück sagt mir die App nicht, wieviel der ganze Spaß gekostet hat - ich schreibe nämlich erst seit diesem Jahr die Preise auf. Ich könnte vermutlich grob schätzen, aber eigentlich … will ich das gar nicht so genau wissen.

Neben dem praktisch weniger relevanten Wissen um die eigene Gesamt-Stoffmenge ist die Liste für mich übrigens für zwei Zwecke nützlich:
Erstens habe ich so einen Überblick über Kombistoffe (für Zubehör wie Bündchen gibt es eine extra Kategorie) und kann im Stoffladen nachschauen, ob ich noch was brauche oder ob ich doch noch blauen Jersey im Vorrat habe..
Zweitens kann ich mit einem Blick sehen, wieviel ich von einem bestimmten Stoff habe. Das erleichtert das Finden eines passenden Schnittmusters - wenn man sämtliche Stoffe zeitnah vernäht, kann man die Mengen noch im Kopf behalten, aber was weiß ich denn, wieviel ich von Stoff XY vor 5 Jahren mal gekauft habe?

Probleme, die ich in Zukunft vermeiden kann!

Aktuell durchlaufe ich die gleiche Prozedur mit meinen Schnittmustern. Viel, viel Arbeit, denn ich kann euch sagen, davon besitze ich mehr als 36 …
Allerdings: Die Vorstellung, im Stoffladen mal schnell nachzuschauen, welche Reißverschlusslänge oder Stoffmenge man für Schnitt Z braucht, ist schon toll. Dafür lohnt es sich hoffentlich!

Lg
Nria