Sonntag, 11. November 2018

7 Sachen 44/2018

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Meine erste Klappentasche genäht. Gut, das hier ist die zweite; die erste war an einem Reststück zum Üben.


Ein Paket ausgepackt und leicht euphorisch ein Päckchen neue, glänzende, glatte, unversehrte Stecknadeln ins Stecknadelschälchen gegossen (die alten brechen halt durchaus mal oder verbiegen sich oder werden stumpf). Huii, wie sie funkeln!


Sprühgeklebt und anschließend den Tisch geputzt wegen mangelnder Klebersprüh-Präzision.


Den ersten Adventskalender fertig gemacht.



Mit Taschenbüchern und mentaler Unterstützung das Finale der ersten Kampagne "Critical Role" angeschaut. Das ist eine Gruppe Rollenspieler (amerikanische Synchronsprecher und Schauspieler), die jahrelang wöchentlich ihre Dungeons&Dragons-Sitzungen gefilmt hat - wie ihr euch vorstellen könnt, ist das Ende dramatisch. Aktuell läuft die zweite Kampagne.



Selbst einen Charakter gebastelt, aber für DSA statt D&D. Und dann alles Mögliche durchgestrichen und korrigiert, weil ein Wert falsch war. Jetzt stimmt hoffentlich alles.


Eine Gürtelschnalle anprobiert. Ich will aus dem tollen bedruckten Gummiband einen Gürtel machen, aber leider finde ich keine passende Schließe (es gibt fast ausschließlich Schnallen zu  kaufen). Also plane ich einen gebrauchten Gürtel auszuschlachten ... dummerweise ist dieser hier zu breit. Die Suche geht weiter.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.     

Samstag, 10. November 2018

Somewhere over the rainbow ... ist eine Patchworktasche.

Auf craftsy gibt es viele großartige Paper Piecing-Schnittmuster - auch kostenlose. Schon länger hatte es sich mir das Schirmmädchen angetan. Ich mag das abstrahierte Motiv und die gedeckten Farben - und dazu die knalligen Farbkleckse!

Alles so schön bunt hier!

Jetzt habe ich mich endlich mal rangesetzt. Gar nicht so einfach, ich habe nämlich keine Angaben zur Reihenfolge des Zusammennähens gefunden. Kann man sich aber ganz gut erschließen.

Bunte Schnipsel hatte ich noch rumliegen, beim Lila musste ich aber auf einen gesprenkelten Stoff zurückgreifen und beim Türkis auf Leinen. Tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, finde ich - ein bisschen Abwechslung ist doch ganz nett.

Das Paper Piecing-Motiv hat gerade mal 1,5 Stunden in Anspruch genommen und war endlich mal keine frickelige Angelegenheit voller Mini-Teilchen, sondern angenehm groß! Das Teil ist ein Stück größer als ein DIN A4-Blatt.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass die Tasche drumherum länger dauern würde ...

Ist ja auch normalerweise schnell genäht. Aber ich wollte nicht nur vorne Regenbogen, sondern überall. Vorne, hinten, rechts, links, außen, innen ...

Der schmale bunte Streifen gefällt mir richtig gut.

Hinten habe ich frei Schnauze bunte Restchen zu einem Streifen zusammengesetzt und zwischen Ober- und Unterhälfte gesetzt. Eigentlich habe ich damit nur aus der Not eine Tugend gemacht, weil mein schwarzer Leinenrest nicht für eine komplette Rückseite gereicht hätte.
Vorne habe ich ringsum schwarze Leinenstreifen angesetzt, um das Motiv einzurahmen.
Und das Futter besteht aus vier bunten Streifen, die ich aneinandergesetzt habe - kein ganzer Regenbogen (ich hatte nicht mehr von allen Farben ausreichende Stoffmengen übrig), aber immerhin!

Ich glaube, an der Tasche habe ich dann nochmal 1,5 bis 2 Stunden gesessen ... aber ich wollte es ja so. Und die Arbeit hat sich gelohnt. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis!

Auch innen bunt!

Hergeben werde ich es trotzdem, es kommt ins Selbermach-Tauschpaket im Nähkromantenforum und so kommt hoffentlich bald eine glückliche neue Besitzerin in den Genuss voller Regenbogendröhnung!

 Ich krieg dafür eine Bingo-Dröhnung :D ich habe nämlich eine Einkaufstasche gemacht. BINGO!



Schnitt: Quiltvorlage "Spring Fling Mini 2015" - gratis bei Craftsy erhältlich
Material: Außentasche aus Leinen, verschiedene Reststücke aus unterschiedlichem Material, überwiegend Baumwoll-Webstoffe
Nachnähpotential: Ich nähe ja selten Quiltvorlagen mehrfach, aber hier könnte ich nochmal ...

Lg
Nria

Donnerstag, 8. November 2018

Jenna Cardi mit Sternen und Hindernissen

Diesen Schnitt besitze ich schon ein Weilchen. Und bereits im März habe ich dieses Jäckchen angefangen, jetzt ist es endlich fertiggeworden!

Ich mag die Stoffkombi!


Der Jenna Cardi von Muse Patterns ist einer dieser gehypten Schnittmuster, die in der Nähbloggerszene rauf- und runtergenäht werden. Solche Jäckchen kann man halt immer gebrauchen und wer nicht stricken kann, muss sich seine Cardigans halt nähen!
Ich habe die Jenna Cardis anderer Leute immer bewundert und mich dann selbst rangesetzt: Aus dem Rest des flauschigen grauen dünnen Sweats vom asymmetrischen Dinosaurierkleid, in der taillenkurzen Version.

Dass ich das Teil nicht fertiggemacht habe, hatte mehrere Gründe:
1. Doofheit. Ich habe übersehen, dass die Nahtzugaben bereits enthalten sind - interessanterweise 1 cm (statt 5/8 inch = ca. 1,5 cm wie bei den amerikanischen Schnitten), es ist nämlich eine neuseeländische Firma. Ist aber eigentlich ganz gut so, weil der Schnitt auf Jersey ausgelegt ist und ich argwöhne, dass für Sweat eine Nummer größer ganz gut wäre. Nur die Schultern waren jetzt statt deutlich zu breit VIEL zu breit. Und ich hatte keine Lust, das zu ändern.
2. Der Ausschnitt gefiel mir nicht so. Runde Halsausschnitte mag ich bei Jacken nur, wenn sie geschlossen sind; Sweat- oder Strickjacken trage ich aber in der Regel offen. Ließ sich ganz einfach lösen - ich habe schlicht die Erweiterung für den V-Ausschnitt gekauft ... (wenn doch alles im Leben so einfach wäre!)
3. Das Jäckchen war mir so grau in grau doch zu schlicht und mir fehlte eine zündende Idee für das gewisse Etwas. Aber dann eilte dresowka.pl zu meiner Rettung und brachte bedruckte Bündchen auf den Markt!

Ach ja, außerdem begann kurz nach dem Zuschnitt der hartnäckigste Hochsommer, den ich je erlebt habe, und alle angefangenen oder geplanten Dinge mit Ärmeln wanderten in die Ufokiste.

Ja, die Jacke ist hinten sehr weit - liegt auch am fehlenden Verschluss, aber ich muss generell an der Passform arbeiten.


Nachdem ich die Schnitt-Erweiterung und ein Bündchen mit van gogh-esken Sternenhimmelschnörkeln erworben hatte, habe ich kurzerhand die Schultern schmaler und den Halsausschnitt v-ausschnittförmig geschnippelt und mich ans Bündchen gesetzt.

Das untere Bündchen war schnell gemacht - leider habe ich, als ich im Nahtschatten der ersten Naht die Innenseite des Bündchens festgenäht habe, weißes statt graues Garn genommen, deshalb sieht man die Stellen ein wenig, an denen ich nicht perfekt den Nahtschatten getroffen habe. Aber hoffentlich guckt jeder sowieso nur auf das wild gemusterte Bündchen ;)

Die Knopfleiste und Einfassung hat erst im zweiten Anlauf geklappt: Eigentlich wollte ich auch dieses Bündchen aus dem Sternenhimmelstoff haben. Aber als ich es angenäht habe, wurde es zu dick, leierte aus, wellte sich und sah insgesamt wirklich hässlich aus:

Also ... nee!


Also habe ich es seufzend abgetrennt und durch ein Bündchen aus grauem Jersey (ein Rest vom Pinguinshirt) ersetzt.  Das hat dann auch wunderbar funktioniert und sieht prima aus! Alternativ hätte ich mir ein Stück von Hanas Sternenhimmeljersey mit genau dem gleichen Motiv mopsen können, aber sie hat noch nichts daraus zugeschnitten und ich will nicht schuld sein, wenn hinterher 5 cm fehlen ...

Noch ungebügelt.


Die Ärmel waren deutlich zu weit, ich habe sie unten ganze 10 cm enger genäht und dann Bündchen angesetzt - erstens wollte ich das Muster nochmal aufgreifen und zweitens hatte ich ja noch den Stoff übrig, den ich zuerst als Knopfleiste und Blende verwendet hatte ;)
Die Armlöcher brauchen definitiv noch Anpassung, aber da ich wie gesagt falsch zugeschnitten hatte (mit zusätzlicher Nahtzugabe), kann ich nicht gut beurteilen, obs am Schnitt liegt oder an meinem Fehler.

Doch, ja. Definitiv zuviel Stoff hinten.

Schade, dass ich nicht gleich die lange Version genäht habe; kurze Jäckchen trage ich einfach seltener. Aber trotzdem bin ich froh, dass das Teil endlich fertig ist und es ist wirklich hübsch geworden!

Schnitt: Jenna Cardi von Muse Patterns mit V-Ausschnitt-Erweiterung, kurze Länge, ca. Gr. 40 (weil Gr. 38 mit irrtümlich doppelter Nahtzugabe)
Material: dünner Wintersweat, bedruckte Bündchen von dresowka.pl
Änderungen: Ärmel unten enger genäht, Schultern verschmälert

Nachnähpotential: Der Schnitt gefällt mir sehr und wird sicher noch öfter verwendet!

Auf dem Handarbeitsbingo habe ich das Feld "ein Ufo beenden" angekreuzt.



Lg
Nria

Mittwoch, 7. November 2018

Mein Näh-Blind Date: Jeansjersey-Jacke aus einem Nähset ohne Anleitung

Manchmal bin ich ein bisschen mutig.
Neulich habe ich mal wieder bei dresowka.pl bestellt (ich brauchte Unijersey und Bündchen) und da fiel mir eine Neuheit auf: Ein komplettes Jackennähset für eine Jerseyjacke im Jeanslook. Die gezeigte Jacke war sehr schön, das ganze Set war nicht teuer, also habe ichs einfach mal ausprobiert.

Die Jackenform ist schön, die Anleitung nicht-existent, die Fotoqualität ... reden wir nicht drüber ;)

Allerdings gab es diverse Überraschungen:

Das Set kam schnell an und ich habe sofort begeistert ausgepackt.
Achtung! Der Schnitt ist als Stapel Zettel enthalten, die man noch zusammenkleben und ausschneiden muss - mir macht das nichts, diese Arbeit mache ich ganz gerne (nur das Drucken finde ich lästig). Wer aber lieber mit fertigen Schnittmustern arbeitet, sei hiermit vorgewarnt!

Nach dem Zusammenkleben fiel mir auf: Auf den Schnittmusterteilen steht "L". Ich hatte Größe M bestellt (was auch auf dem Karton steht). Ich bin also nicht ganz sicher, welche Größe ich wirklich erhalten habe ...
[und falls zwei Schnittmusterstapel verwechselt wurden, hoffe ich, dass nicht jemand, der Gr. L bestellt hat, Gr. M erhalten hat!]

Flatlay zur besseren Ansicht. Ja, das eine Knopfloch ist schief. Das ist charmant.


Mir fiel aber noch etwas auf: Es fehlte eine Anleitung. Eine kurze Nachfrage bei Dresowka ergab: Es gibt auch keine. Hmm. In der Beschreibung steht, das Set enthalte "alle notwendigen Produkte zum Nähen einer Jeansjacke", unter anderem war eine "Anleitung" aufgezählt. Das Wort ist im Deutschen nicht identisch mit "Schnittmuster" und die Jacke ist kein simpler Schnitt aus Vorderteil, Rückenteil plus Ärmeln, sondern hat eine ungewöhnliche Schnittführung - die (ungefütterte!) Jacke besteht aus über 30 Einzelteilen.

Puh.

Die Dinosaurier sind ein super Kombipartner!

Dazu kommt, dass man die Jacke auf den Produktfotos nur von vorne sieht und das Model auf allen Fotos die Hände in den Taschen hat und damit sowohl die Taschen ganz als auch die Vorderseite halb verdeckt. Man hat von der Vorderseite also bloß eine vage Vorstellung und von der Rückseite gar keine Ahnung.
[Die Rückansicht könnt ihr ganz unten sehen. Spoiler: Sie hat einen hübschen geschwungenen Bund.]

Aber hey, man wächst an seinen Herausforderungen. Und nach der ersten Überraschung war mein Ehrgeiz geweckt.
Es möge aber bitte keiner auf den Gedanken kommen, mir als nächstes ein Puzzle ohne Karton zu schenken ...

So gehören die Schnittteile zusammen. Oben ist der Kragen; die Vorderteile rechts liegen übereinander, wegen der Tasche.

Zum Glück bin ich eine einigermaßen geübte Hobbyschneiderin. Als Anfängerin hätte ich nicht mal gewusst, welches Teil wohin gehört.
Die sind auch noch auf Polnisch beschriftet. Gut, das kann man übersetzen. Aber wenn dann auf allen Vorderteilen (4, wenn man Bund und Passe weglässt) nur "Vorderteil" steht, hilft das auch nur mäßig weiter.

Ich habe mich dann anhand der Formen und meiner Erfahrungen mit dem Aufbau von Schnittmustern (inkl. verschiedener Taschenarten) so durchgehangelt, alles zusammengelegt und gehofft, dass es hinkommt.
Zum Glück sind die Nahtzugaben eingezeichnet und ich musste deren Breite nicht auch noch raten!

Eigentlich wollte ich das Taschenfutter zeigen ... ähm ja. Unten gibts eine Nahaufnahme.

Zunächst habe ich den Stoff, wie beim Produkt empfohlen, vorgewaschen ("dekatisieren" nennen sie es - dekatieren ist gemeint) und bekam beim Aufhängen prompt blaue Finger. In feuchtem und trockenem Zustand färbte der Stoff aber nicht mehr.

Dankenswerterweise sind Stoff und Vlieseinlage reichlich bemessen, da braucht man nicht zu befürchten, ohne Schnittauflageplan aufgeschmissen zu sein.
Auf welche Teile Vlieseline gehört, habe ich in meiner Burda-Sammlung nachgeschaut - da gibt es diverse Jeansjacken, die zwar anders geschnitten sind, aber Bund, Manschetten o.ä. haben ja viele. Und dann beim Aufbügeln gehofft, dass es eine normale Einlage ist, die man 8 Sekunden lang auf Stufe 2 aufbügelt und keine, für die man feuchte Tücher oder 20 Sekunden Bügelzeit braucht (denn auch für die Vlieseinlage gab es keinerlei Anweisungen). Hat geklappt!

Die Taschen verschwinden elegant in der Teilungsnaht.

Nächste Überraschung: Der beiliegende Futterstoff war nicht der abgebildete geometrisch gemusterte Baumwollstoff in Weiß, Schwarz und Gelb, sondern einfarbig rosa. Uärks, ausgerechnet!
Den habe ich dann in den Vorrat gepackt (kann ich für Patchwork o.ä. gebrauchen) und durch einen türkisfarbenen Rest von der Kreuzchen-Summer-Shorts ersetzt.

Hilfreich an Problemstellen: Mein Grundlagennähbuch, eine fertige Jeansjacke (zum Nachgucken, welche Nähte in welche Richtung abgesteppt werden) und ab und zu eine alte Burda mit Jeansjackenanleitung (für ein völlig anderes Modell, aber die ganz grobe Reihenfolge wird wohl ähnlich sein).

Die Jacke hat zwei Arten Taschen und beide sind ziemlich ungewöhnlich: Bei den Eingrifftaschen im seitlichen Vorderteil ist der hintere Taschenbeutel angeschnitten, also habe ich erst den vorderen Taschenbeutel mit der Eingriff-Öffnung verstürzt, dann die Nahtzugabe eingeschnitten und auf dem seitlichen Vorderteil die Nahtlinie zum rechten mittleren Vorderteil mit Nahtzugabe aufgezeichnet. So konnte ich das rechte mittlere Vorderteil einfach drauflegen, ohne raten zu müssen, wo ich nähen muss.
Klingt komplizierter, als es ist.

Für die Brusttasche ist oben an den Vorderteilen ein Stück des vorderen Taschenbeutels angeschnitten, deshalb gibt es für den Brusttaschenbeutel ein größeres und ein kleineres Schnittteil. Interessante Lösung! Mir gefällt aber nicht, wie die Tasche auf den Produktfotos aufsteht, deshalb habe ich sie weggelassen. Man hätte eine Taschenklappe dranmachen können - probiere ich vielleicht nächstes Mal aus!

Hier käme die Brusttasche hin.

Ein Hindernis gabs beim Kragen - ich habe ihn (mal wieder!) irrtümlicherweise nur bis zur Innenkante der Knopfleiste statt bis zur Mitte der Knopfleiste genäht. Kann man theoretisch machen, aber dann fängt der Kragen halt erst neben der Knopfleiste an statt dass er geschlossen ist, wenn die Jacke zugeknöpft ist ... gefällt mir nicht! Ich habe dann lieber getrennt.
Genau dieser Fehler passiert mir ständig. Am besten notiere ich mir das mal.

Ebenfalls zu voreilig war ich bei den Ärmeln: Ich habe vergessen, vorm Zuschnitt nachzumessen, wie lang sie sind. Wenn man dann ein paar Zentimeter weniger haben will, kann man meist noch unten kürzen - aber beim Anprobieren merkte ich dann, dass die Ärmel satte 10 cm zu lang waren! Ich habe dann gepfuscht, die überflüssige Länge unten abgeschnitten und die Ärmelschlitze mehr so hingemogelt. Schön ist eigentlich anders, aber mal sehen, ob es mich auf Dauer genug stört, um vernünftige Ärmelschlitze zu machen (ich könnte die Sache noch mit Belegen retten).
Ich hätte auch ausreichend Stoff gehabt, um die Ärmel nochmal neu zuzuschneiden, aber zweiteilige Ärmel zu kürzen ist dann doch etwas kniffliger und aufwändiger als einzelne und deshalb wollte ichs erstmal auf die bequeme Weise probieren.

Bittesehr, das Taschenfutter-Detail.

Die Knopflöcher hat Hana mir genäht, ich drücke mich immer davor ... es ging mehr schlecht als recht, weil der Stoff wirklich widerspenstig ist (ich habe es beim Nähen mit diversen Nadeln und Einstellungen probiert; nichts funktionierte wirklich gut, aber die Knopflöcher waren am schlimmsten). Dazu kommt, dass wohl eine festere Vlieseline besser gewesen wäre (aber es war eben nur die dünne dabei). Die Knopflöcher sind also nicht perfekt geworden, aber falls es mich sehr stört, kann ich sie immer noch per Hand übernähen.

Endlich! Da ist sie! Die mysteriöse Rückansicht! Die mitgelieferte Vlies-Einlage ist wirklich nicht fest genug.

Die Jackenform gefällt mir unheimlich gut - mit der Verarbeitung bin ich dagegen ziemlich unzufrieden. Gut, die improvisierten Ärmelschlitze waren definitiv meiner Schluderei geschuldet (ich hätte die Ärmellänge vorm Zuschnitt ausmessen müssen), aber an so einigen Stellen habe ich nur deshalb nicht nochmal den Nahttrenner geschwungen, weil ich so froh war, endlich eine vernünftige Naht ohne Fehlstiche hinbekommen zu haben. Jeansjersey vernähe ich definitiv nicht nochmal!

Mein Fazit:
Nähen mit nur einer vagen Ahnung, wie das Endprodukt aussieht, ohne ein vernünftiges Foto/Zeichnung und Rückansicht, ist ziemlich anstrengend. Vor allem mit den ungewöhnlichen Taschenformen, die ich so noch nirgends gesehen habe. Aber es macht mich doch ein bisschen stolz, einen eher komplizierten Schnitt ganz ohne Anleitung bewältigt zu haben!

Schnitt: "Jeansjacke" (aus Jersey) von Dresowka.pl, ohne Anleitung und entweder Gr. M oder Gr. L (ich habe M bestellt, es steht aber ein L auf den Schnittteilen- das L könnte theoretisch aber auch für irgendwas anderes stehen als die Größe)
Material: Jersey im Jeanslook
Änderungen: Brusttasche weggelassen, Schultern um 1 cm verschmälert, Ärmel um 9 cm gekürzt. Ob ich irgendwas anders genäht habe als vorgesehen, kann ich nicht wissen ;)
Nachnähpotential: Also, hübsch ist die Jacke. Mal gucken, wenn ich noch eine brauche, greife ich vielleicht auf diesen Schnitt zurück. Aber mit einem anderen Stoff!

Fürs Handarbeitsbingo kann ich hier ankreuzen: Etwas Einfarbiges handarbeiten, mit anderen gemeinsam kreativ sein.




Verlinkt beim MeMadeMittwoch und AfterWorkSewing.

Lg
Nria

Dienstag, 6. November 2018

Mottoparty "Weltreise"

Eine Weltreise gehört eigentlich nicht zu unseren Lebenszielen - mit kürzeren Urlauben sind wir vollends zufrieden. Aber eine Weltreise-Mottoparty? Jederzeit. Leinen los!


Kostüme fanden sich flott im Karnevalsschrank, den unsere Eltern seit jeher besitzen: Sombrero plus buntes Hemd für Hana, Matrosenhut (und extra genähter Matrosenkragen) für Nria.

Es ist erstaunlich, wieviel passende Dekoration zu dem Thema sich so in zwei Haushalten (plus Elternhaushalt) finden lässt!

Essen für eine Weltreiseparty sollte ja eigentlich recht einfach zu sein - Essen aus aller Welt, fertig! Tja, leider sind wir, was das Essen anderer Kontinente angeht, nicht besonders aufgeschlossen, unsere Geschmacksnerven sind ziemlich europäisch. Curry? Exotische Früchte? Safran - oder gar Kokosmilch im herzhaften Essen? Afrikanische Gerichte? Gar Meeresfrüchte? Mögen wir alles nicht. Unser Weltreise-Essen ist daher ziemlich konservativ und wenig exotisch geblieben.


Montag, 5. November 2018

Lady Grace #2 in Bordeaux

So oft werde ich nicht zum Wiederholungstäter bei Schnittmustern (das Ausprobieren neuer Schnitte macht mir zuviel Spaß), aber mein Crackle-Blazer Lady Grace von mialuna hat mir so gefallen, dass ich mir noch einen genäht habe.
Außerdem hatte ich fast ausschließlich graue, schwarze und weiße Sweatjacken, das ist mir doch etwas zu farblos.

Das Muster gefällt mir sehr!


In meinem Schrank lag noch ein schöner strukturierter Jersey von Lillestoff in Weinrot - ursprünglich hatte ich ein Kleid daraus geplant (hätte mir auch sehr gefallen), aber meinem Kleiderschrank fehlten definitiv mehr farbige Jacken als Kleider. Könnte daran liegen, dass ich lieber Kleider als Jacken nähe.

Zugegeben, mit Knöpfen wäre die Seitenansicht noch besser. Kommt irgendwann. Vielleicht.


Den ersten Blazer hatte ich in Gr. 40 genäht, weil aus Sweat, der war aber ziemlich weit. Für den zweiten Blazer habe ich also eine kleinere Größe verwendet. Ich hatte mir 36 beim Zuschnitt notiert (dieser Blazer lag eine Weile angefangen herum ...), aber da ich nur einen abgehefteten Schnitt in Gr. 38 gefunden habe, dürfte es 38 sein. Ich finde die Passform aber immer noch eher großzügig.


Rückansicht.

Ich hatte die Befürchtung, dass der Stoff den Blazer etwas trutschig wirken lässt (ich hatte ursprünglich halt ein Kleid daraus vor Augen), aber eigentlich gefällt er mir gut. Ärgerlicherweise besitze ich zwar einen Haufen Knöpfe, aber taugliche Mantelknöpfe sind nicht dabei. Wofür hat man denn überhaupt einen Vorrat, wenn sowieso nicht das drin ist, was man gerade braucht?
Besonders gerne hätte ich Star Wars-Knöpfe gehabt, aber sowas wird offenbar nicht angeboten. Außer an Merchandise-Blazern ...

Ich mag die Dinosaurier dazu.
 
Also bleibt dieser Blazer knopflos, bis ich zu Ende geschmollt und mir andere Knöpfe ausgesucht habe. Ist ja zum Glück auch ganz gut offen tragbar.

Beim Herbst-Handarbeitsbingo kann ich ankreuzen: Etwas für sich selbst machen.



Schnitt: Blazer Lady Grace von mialuna, Gr. 38
Material: Doubleface-Jerseystepper in Knit-Optik von Lillestoff
Änderungen: In der Taille um 2,5 cm gekürzt, Ärmel um ca. 6 cm gekürzt
Nachnähpotential: Vorhanden!

Verlinkt bei  LilleLiebLinks und der Biostoff-Linkparty.

Lg
Nria

Sonntag, 4. November 2018

7 Sachen 43/2018

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.



Pen&Paper gespielt, die Figürchen ausgepackt und uns über die tollen neuen Kulissen des Spielleiters gefreut. Besonders die tollen riesigen fleischfressenden Pflanzen mochten wir. Mit Zähnchen innen.


Winzige Türen geöffnet. Noch besser als Miniaturen sind ja interaktive Miniaturen!


Mal wieder eine Einfach-so-Postkarte geschrieben. Und eine tolle Dinner-for-One-Briefmarke aufgeklebt.


Die fertigen Handarbeitsbingo-Projekte markiert, für die noch Blogposts fehlen.


Jeansknöpfe eingeschlagen. War gar nicht so schwierig wie befürchtet!


Die Nägel passend zum SciFi-Rollenspiel dekoriert.


Bei "Kaffee Tee und Gebäck Schokolebkuchen gehandarbeitet". Nur echt mit Bienchentasse, Star Trek-Untersetzer und Teebeutelangler. Einen Hinweis aufs Paper Piecing-Motiv bietet die CD ;) Ok, es ist Harry Potter, aber ich muss mich ja auf den neuen Film einstimmen. Übrigens trinke ich sonst nie etwas beim Handarbeiten - ich habe viel zu viel Angst, die Tasse/das Glas umzuwerfen ...

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.