Donnerstag, 27. Februar 2020

Die perfekte Welle - Jerseykleid Twig aus der Ottobre 5/2015

Der Stralsunder Laden Nautistore bietet tolle maritime Stoffe (und schöne Schnittmuster, ich habe schon De Jack als Jacke und als Shirt genäht) an. Die Paneele sind riesig, allein schon deshalb halte ich mich etwas zurück (sonst hätte ich ständig Reste übrig), aber als der letzte Nachdruck von "Big Wave" angekündigt wurde, musste ich einfach zuschlagen.

Ich weiß. Das Motiv ist eigentlich etwas groß für mich. Mir egal.

Ich liebe das Age of Sail - Hand hoch, wer von euch ist auch ein Fan von "Hornblower" (leider kenne ich bisher nur die Serie, noch nicht die Bücher) und Filmen à la "Master and Commander"?
Wie hätte ich da diesem wundervollen Segelschiff und der sturmumtosten sowie möwenhaltigen See widerstehen können!

Hinten sieht man die große Welle.


Das Problem: Das Panel ist riesig. Fast einen Meter hoch; wenn man da ein Jäckchen oder ein Sweatshirt ausschneidet, hat man ein kleines kleidungsstückförmiges Loch in einem großen Motiv. Das ist einerseits schade und hinterlässt zweitens schwierig zu nutzende Reste, also habe ich mich für ein Kleid entschieden, um möglichst viel vom Bild auszunutzen.

Solche Motive kann man sich durchaus einfacher als die Wand hängen, als ein Kleidungsstück draus auszuschneiden. Ich sage euch, die Entscheidung fiel wirklich schwer!
Eine Decke wäre auch schön gewesen ... aber ich hab schon genug Decken.

Ein tolles Gesamtbild, aber die Entscheidung, wo man den Schnitt setzt, fällt sehr schwer!


Eigentlich wollte ich in diesem Jahr lieber wenige komplexe Teile nähen als viele simple, aber hier bot sich nun wirklich ein schlichter Schnitt an. Ich habe mich für das Kleid "Twig" aus der Ottobre 5/2015 entschieden, das einen ausgestellten Rock, lange Ärmel, einen V-Ausschnitt und eigentlich eine hintere Mittelnaht hat (die ist geschwungen und sorgt für gute Passform, aber aus Motivgründen musste sie leider weichen).

Flach liegend kommt der Druck zugegebenermaßen besser zur Geltung.

Ziemlich viel Zeit hat auch die Auswahl der Ärmelrichtung gebraucht - der am Panel hängende Kombistoff mit Farbverlauf kann schließlich in beide Richtungen verarbeitet werden, mit der hellen Seite oben oder unten. Ich habe mich für unten entschieden, nachdem ich verschiedene Versionen des vernähten Stoffs bei anderen Leuten verglichen habe.

Das Ärmelmuster hat schon was.

Ich bin mir bewusst, dass solche großen Motive für mich kleines Persönchen nicht unbedingt vorteilhaft sind. Macht aber nichts, man muss ja nicht immer mit der idealen Kleidung herumlaufen. Das Teil ist jedenfalls ein absolutes Wohlfühlkleid mit einem wahnsinnig tollen Motiv und bequemer Passform!

Schnitt: Jerseykleid "Twig", Mod. 1 aus der Ottobre 5/2015
Material: Sommersweat "Big Wave" von Nautistore (Panel mit Kombistoff)
Änderungen: Hintere Mittelnaht weggelassen (sie wäre figurformend gewesen, aber ich brauchte einen durchgängigen Schnitt für das Motiv)
Nachnähpotential: Ja, der Schnitt gefällt mir gut. Nächstes Mal vielleicht mit der hinteren Mittelnaht.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 23. Februar 2020

7 Sachen 8/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.




Große Muscheln mit Farbe befüllt. Ich habe die Farb-Selbermachexperimente aufgegeben, als ich festgestellt habe, dass man Wasserfarbe in Tuben kaufen kann ... jetzt brauche ich nur noch ein paar Mischmuscheln.


Ein tolles Buch gelesen über Jahrmarkt- und Zirkusleute um die Jahrhundertwende und später unter den Nazis. Es geht um einen Bauernjungen, der ausreißt und mit einer Röntgenmaschine umherzieht und eine Frau, die Kraftübungen vorführt.


Wollfarben zur Perücke getestet - ich möchte Wollfäden in Zöpfe einflechten. Eigentlich ist mir die Perücke ein wenig zu orange bzw. unnatürlich - mal sehen, ob es mit eingeflochtener Wolle gedämpfter wirkt oder ich doch eine neue Perücke kaufe.


Mal eine neue Limonade getestet: Schwarzwaldsprudel. Vor allem wegen der tollen Farbe, schmeckt aber auch gut!


Einen Fisch gefangen. Na gut, gekauft und ausgepackt. Das ist ein Kissen von einem Shop mit dem fantastischen Namen fischkissen.com. Es gibt da Fischkissen mit über 2 m Länge - mein kleiner Hecht ist aber nur 35 cm lang und ebenfalls für unser Con gedacht.


Einen Schwertgriff provisorisch neu umwickelt.


Genetflixt. "Der Prinz der Drachen" ist eine schöne Fantasyserie - besonders gefällt mir die Wachhauptfrau, die in Sign Language spricht.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.   

Donnerstag, 20. Februar 2020

Schnieke Wiebke aus Retro-Sweat

Mit meinem ersten Schnieke Wiebke-Blazer bin ich sehr zufrieden, er trägt sich prima! Aber ich wollte gern noch einen zweiten in unifarben, der besser kombinierbar ist.

So ein schöner Blazer!
 
Wie bereits bei dem Beitrag zum Agathe-Sweatshirt geschrieben, hatte ich dafür den blaumelierten Retrosweat von Astrokatze vorgesehen, aber mich vorm Zuschnitt gedrückt, weil so viel übriggeblieben wäre - und dann mit ebenjener Agathe den perfekten Kombipartner zur Stoffausnutzung gefunden.
War viel Arbeit beim Zuschneiden, aber dafür ist kaum etwas übriggeblieben!

Der Schnitt ist simpel, aber raffiniert. Perfekt!


Der Stoff ist wirklich schön -  ein Sommersweat mit meliertem Muster, das von Weitem dezent gestreift wird. Ich finde solche Ton-in-Ton-Muster ja total klasse! Leider sind die wirklich selten. Meistens sind Muster groß und plakativ, das ist einfach nicht kombifreundlich. Siehe meine erste Schnieke Wiebke (ich mag sie, aber sie passt nicht zu allem).

Vielleicht sollte ich doch mal ne FBA machen ...

Generell ist der Schnitt sehr dankbar: Dadurch, dass der Reverskragen in einer Schulterpasse endet, ist er deutlich einfacher zu nähen als ein richtiges Revers.

Wie beim letzten Mal habe ich den Blazer übrigens nicht offenkantig verarbeitet, sondern die Kanten alle verstürzt. Offenkantig mochte ich noch nie.

Obligatorisches Rückseitenfoto.


Das Nähen war an sich nicht schwierig; ich hab den Blazer ja schon einmal genäht. Aber eine böse Überraschung gab es: Die Markierung, bis wohin man das Revers umschlagen soll, ist falsch oder ich habs falsch abgepaust (wenn man es wie angegeben macht, sieht es anders aus als auf den Produktbildern und die Passe passt dann nicht ans Vorderteil). Das habe ich beim letzten Mal offenbar automatisch korrigiert - und jetzt erst gemerkt, als der Kragen abgesteppt und die Enden per Hand angenäht waren.
Da war erstmal eine Schmollpause fällig.


Passt auch zum Streifenshirt.

Danach habe ich mich doch wieder rangesetzt. Wäre ja schade um den schönen Stoff!

Als Bündchen habe ich mir ein Stück Bio-Modaljersey von Lillestoff ausgesucht. Passt farblich vielleicht nicht perfekt, aber das Muster mit den kleinen Strichen ist eine tolle Ergänzung und die Helligkeitsabstufung gefällt mir sehr.
Den Stoff habe ich secondhand gekauft und es ist nur ein kurzes Stück. Für solche Kombis finde ich ihn super!

Super Bündchen!

Bis auf leichte Passformfehler (FBA wäre gut und die Schultern sind noch zu breit - ggf. könnte ich auch ein kleines Schulterpolster einfügen?) mag ich den Blazer sehr gerne und er passt wirklich zu viel mehr Dingen als meine erste Version!


Schnitt: "Die schnieke Wiebke" von Echt knorke, Gr. 38
Material: Retrosweat von Astrokatze, Bio-Modaljersey "Gina & Greg" von Lillestoff
Änderungen: Kanten verstürzt statt offenkantig zu arbeiten, Revers weiter umgeschlagen als angegeben
Nachnähpotential: Vorhanden

Fürs Herbst-Handarbeitsbingo habe ich angekreuzt:
- nachhaltiges/bio-zertifiziertes Material
- bei Kuchen und Getränken handarbeiten

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Dienstag, 18. Februar 2020

Hemdentaschen-Trickserei - Upcycling für mehr Handystauraum

Das Tolle am Nähen ist, dass man sich alle Textilien so hinbiegen kann, wie man will. Auch fertig gekaufte. Ich mache das öfter. Und manchmal auch für meine Eltern und andere liebe Menschen.

Der Mondpapa steckt sein Handy gern in die Brusttasche seines Hemdes. Jetzt hatte dieses Hemd da aber ein Problem: Es hat eine Klappentasche. Und die ist nicht hoch genug fürs Handy. Was tun?

Wir machen eine Tricktasche draus! Damit wird die Tasche verlängert, die Optik erhalten und gleichzeitig ist sie oben nicht mehr geschlossen, sodass man das Handy leicht greifen kann.

So passt das Handy rein! Ja, das Muster der Tasche WAR nie passend ... Ich hätts beim Selbernähen besser gemacht.
 
Ach ja: Das war nicht meine Idee. Die kam von der Mondmama. Ich hab's nur umgesetzt :)

Diese Tasche ist eindeutig nicht für moderne Smartphones gemacht!


Schritt 1: Taschenklappe abtrennen, Tasche am Eingriff ca. 2-3 cm abtrennen.

So kommt man gut ran!


Schritt 2: Wenn nötig, Taschenklappe oben säumen (wo sie vorher angenäht war). Taschenklappe an die Tasche knöpfen.
Ich denke, das kriegt man ohne Foto hin ;)


Schritt 3: Taschenklappe an der Tasche festnähen. NICHT am Hemd festnähen!
In der Mitte ist es etwas knifflig, weil da der Knopf direkt neben der Naht ist. Da gibt es mehrere Möglichkeiten: A) Man verwendet den Reißverschlussfuß. B) Man näht die Mitte per Hand an. C) Man sticht die Nadel in den Stoff, hebt das Füßchen, klemmt hinten ein mehrfach gefaltetes Stück Stoff oder Pappe unters Füßchen (man nennt das "Hebamme") und senkt das Füßchen wieder ab. Dann ganz vorsichtig und ggf. mit dem Handrad weiternähen.

Ich nähe genau auf der vorhandenen Naht und nur die abgeschrägte und die waagerechte Naht fest; die senkrechte folgt gleich.

Die Hebamme klemmt hinten unter dem Füßchen. Ich nähe die Strecke zwischen den beiden senkrechten Nähten.


Schritt 4: Fertig verlängerte Tasche schön flach und faltenfrei aufs Hemd legen, feststecken, wieder bis oben annähen. Gut verriegeln, damit nichts ausreißt! Ggf. die oberen Ecken noch mit einer zweiten Naht sichern.
Ich nähe übrigens die Naht seitlich auf der Klappen und die Taschennaht einzeln, damit man den Betrug nicht sieht - dadurch entsteht eine kleine Lücke, aber das macht nichts.

Jetzt sind die senkrechten Nähte dran. Ich nähe beide separat!

Fertig. Das Handy hat wieder Platz und alle sind zufrieden!

Verlinkt beim Creadienstag und DvD

Lg
Nria

Sonntag, 16. Februar 2020

7 Sachen 7/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Einen Reigen Pelerinen fürs Con Ende Februar produziert (die sechste ist schon mit Hana gen Süden gereist). Praktischerweise konnte ich dabei auch gleich einige weiße Wollreste verarbeiten.


Ge-binge-lesen ("gebingewatcht" kann man auf Deutsch ja noch sagen, aber mit Bingereading funktioniert das nicht so ganz). Die Lockwood-Reihe ist so spannend! Leider muss der fünfte Teil warten, bis ich Montag wieder zur Bücherei komme.
Es geht um Geisterjäger in einem London, das stark von (tödlichen) Geistern heimgesucht wird und in der nur Kinder und Jugendliche diese überhaupt wahrnehmen können.


Schutzmaske aufgesetzt - nicht gegen Viren, sondern gegen Staub vom Wändeabschleifen. Der Liebste hat das coole Gerät geschwunden und ich hab hinter ihm her geputzt (da ich Vibrationen fies finde, war mir der Staubsauger aber auch lieber ...)


Schonmal ein paar Kisten gepackt.


Schneiderpuppe im Sonnenuntergang fotografiert - ich nutze sie einfach nicht, deshalb wird sie jetzt verkauft. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden ...


Den Schminktisch aufgeräumt und geputzt - in der neuen Wohnung kommt er endlich aus der Nische raus und ich kann die Schublade benutzen!


Ein neues Schnittmuster gedruckt, geklebt und abgepaust (ich schneide nie den Schnitt direkt aus - wenn sich meine Größe ändert, guck ich sonst dumm).

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.     

Donnerstag, 13. Februar 2020

Lander Pants - nicht für mich

Ich habe mal wieder einen Flop zu vermelden. Wir haben ja nicht umsonst eine "gescheiterte Projekte"-Kategorie in unseren Monatsrückblick-Beiträgen, aber manchmal dauert es eben eine Weile, bis ich einsehe, dass es nix mehr wird mit dem Teil.

Nein. Einfach nein.


Diesmal: Eine Hose, genäht im Frühjahr 2018. Die Lander Pants von True Bias Patterns ist hoch geschnitten, hat schöne eckige aufgesetzte Taschen und eine Knopfleiste, außerdem gerade geschnittene, weite Beine.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer:
Weite Hosenbeinen sehen an großen Frauen fantastisch aus.
Ich bin 1,54 m groß.
Tja.

Von hinten: Auch nicht besser (bitte nicht auf die Passform schauen, ich trage aktuell eine Größe mehr als damals).


Die Stoffwahl hätte eventuell noch was retten können, aber auch die war ein Fehlgriff: Ich hatte noch einen weißen Baumwollstoff mit feinen hellbraunen Streifen im Schrank, der mir vom Stil gut zur Hose zu passen schien.
Leider macht die helle Farbe das Ganze noch schlimmer, in den hellen weiten Hosenbeinen sehen meine Beine einfach nur sehr kurz und sehr breit aus.
Dabei hätte ich es besser wissen müssen! Ich hatte als Teenie bereits eine weit geschnittene Hose in Hellgrau, die ich dann kaum getragen habe, weil sie total unvorteilhaft an mir aussah - und damals war ich im unteren Normalgewichtsbereich, also doch eher schlank.

Ich mag die Taschen. Den Rest nicht so.


Ärgerlicherweise habe ich teure Prym-Jeansknöpfe für die Knopfleiste verwendet, die sich dann mit der Variozange nicht mal ordentlich einsetzen ließen (sie sitzen nicht fest, sondern wackeln locker herum; ich habe versucht, mit dem Hammer nachzuhelfen, aber dabei nur einen der Knöpfe schiefgeschlagen und es dann bleiben lassen).

Hübsch finde ich den Schnitt ja.

Was sagen wir also zu weiten Hosen (besonders aus hellem Stoff)? "Not today." Und auch morgen nicht!

Vielleicht gebe ich der Hose nochmal eine Chance als Shorts, da habe ich schon schöne Versionen gesehen, die auch an mir gut aussehen könnten - diese hier von Fredi von Seemannsgarn-handmade gefallen mir sehr.

Schnitt: Lander Pants von True Bias Patterns, Gr. 12
Material: Leichter Baumwollstoff mit eingewebten, strukturierten Streifen
Änderungen: Mindestens 15 cm gekürzt - großer Fehler!
Nachnähpotential: Auf keinen Fall, außer als Shorts. Der Schnitt ist gut, aber ich bin viel zu klein für ihn.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 9. Februar 2020

7 Sachen 6/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Zu Experimentierzwecken Wasserfarbe in Muscheln gegossen. Was das soll, seht ihr in diesem Video.  Danach: Ganz vorsichtig die Pigmente entfernt. Merke: Wenn man mit Farben jedweder Art arbeitet, wäre eine Unterlage eine kluge Idee ...


Geburtstagskuchen von neuem Geschirr gegessen.


Kate Walker per Mausklick durch die Gegend gesteuert. Syberia 3 ist ein nettes Spiel, aber die Steuerung ist eine Katastrophe!


Zugeschnitten.


Mit kniffligen Knoten rumhantiert.


Einen Schnitt abgepaust. Aus der neuen Burda 03/2020 gefallen mir auf Anhieb mindestens drei Teile, eher mehr.


Ein Larpkleid umgearbeitet. Die Wolle ist relativ dick, deshalb sollte es nicht knalleng sitzen. Also müssen Keile rein.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.