Dienstag, 22. September 2026

Stolz wie bolle(nhut) - Tasche TulpiaMy von SteffiRoseStimpel

Durch meinen badisch-schwäbischen Mann habe ich mich mit ihm in den Schwarzwald verliebt. Und so habe ich schon im Januar 2023 einen Hommage-Stoff gekauft: Schwarzer Baumwollcanvas mit roten Bollenhüten, dazu einen Reißverschluss mit passendem Anhänger. Zugegeben, in seinem Heimatort sind gar keine Bollenhüte Tradition, sondern stattdessen schmücken deren Hüte riesige runde Blumen (auch nicht schlecht!) und sowieso darf man die roten Bollen nur als ledige Frau tragen. Tja ...

Die Schwarzwaldtasche in ihrem natürlichen Habitat!


Es hat auch ein Weilchen gedauert, bis ich den Stoff zugeschnitten habe - Juli 2024 - und dann lag die Tasche in spe nochmal zwei Jahre in einer Projektkiste. Dabei ist sie gar nicht SO aufwändig! Ich wollte in den Schwarzwald fahren und dort die Gelegenheit zur Taschenfotografie nutzen; seit dem Möndchen sind wir leider nicht mehr so flexibel bei den Schwiegerelternbesuchen. Und meine Alltagstasche Marisa geht leider langsam nach 6,5 Jahren Dauergebrauch kaputt, also wurde die Fertigstellung einer neuen dringender.


Den Schnitt habe ich vermutlich im Makerist-Schlussverkauf erworben. "TulpiaMy" (hier in der kleinen Version; im Shop der Designerin SteffiRoseStimpel habe ich nur noch die große gefunden) ist eine eigentlich relativ schlichte Tasche mit rundherum laufendem Boden und abgerundeten unteren Ecken, aber ein schräg verlaufender "eingeknickter" Kontraststreifen macht sie interessant. 

Mein Eindruck vom Schnitt:

Gut finde ich: 

  • Wie es inzwischen bei einigen Herstellern üblich ist, gibt es in der Anleitung Fotos mit Pfeilen, die auf die einzelnen Teile zeigen. Das macht es viel einfacher, verschiedene Stoffe zu kombinieren. 
  • Außerdem gibt es eine übersichtliche Aufschlüsselung, welche Teile man aus welchem Material nähen muss (nur hat die Herstellerin dabei ein Teil vergessen - arrgh!). Besonders schön finde ich, dass die Teile nicht nur durchnummeriert sind - die Futterteile haben direkt ein F und die Außenstoffteile ein A vor der Nummer. Aber normaler Außenstoff und Kontrast-Außenstoff hätten wirklich auch unterschiedliche Buchstaben vertragen können. Und ein Komplettfoto des Materials inkl. aller Schnittteile wäre sehr hilfreich gewesen.

 Ein paar Sachen sind negativ: 

  • Was mir als erstes aufgefallen ist: Die Stoffverbrauchsangabe von je 1 m Oberstoff und Futter ist enorm hoch für eine kleine Tasche. Ich bin mit 30 cm Oberstoff ausgekommen, das ist ein Drittel der angegebenen Menge. Wenn man das Seiten-/Bodenteil hochkant legen muss, wären das 36 cm - und selbst wenn man aus irgendeinem Grund darauf bestehen würde, dieses Teil im Bruch zuzuschneiden, käme man auf 70 cm Stoffverbrauch und hätte die Hälfte des Stoffs nicht ausgenutzt. 1 m ist vollkommen utopisch. Beim Futter siehts übrigens ähnlich aus (da habe ich 50 cm gebraucht). 
  • Die riesigen ausgefüllten geometrischen Formen sind hilfreich beim Zusammenkleben, aber echt Tintenverschwendung - da hätte es ein kleines Dreieck und eine Zahl/Buchstabe auch getan.
  • Schlamperei: Ich habe diverse Schreibfehler gefunden (z.B. steht auf einem Schnittteil ziemlich groß "Kontrastsoff") und in der Schnittteil-Liste fehlt eins - dabei sind 15 Teile doch überschaubar. In der Materialliste steht beim Gurtband nicht die Breite, die muss man aus dem Zubehör erschließen.
  • Inzwischen habe ich mich sehr an einige Standards von Hansedelli gewöhnt: Markierungen der Schnittteil-Mitte, Abschrägen von Nahtzugaben an Nahtkreuzungen, sehr klare Anleitungen - diese Anleitung verliert dagegen leider. Zum Beispiel werden an zwei verschiedenen Stellen der Tasche Wendeöffnungen gelassen und das hat auch seinen Sinn, aber es wäre angenehm gewesen, wenn dabei stünde: "Ja, es werden wirklich zwei Wendeöffnungen gebraucht, dazu kommen wir später!" Es gibt bei der Herstellerin keine Probenäher, und das merkt man dann schon (ist ja auch nicht zwingend notwendig, nur muss man dann selbst sehr kritisch sein Produkt begutachten).
Der Schieber ist auch ein Bollenhut!

Was nicht so gut war, ist meine Stoffwahl: Sowohl der Canvas als auch der später vom gleichen Shop dazugekaufte Polyester-Dekostoff mit hellgrauem Tannenwaldmuster (der passte einfach perfekt und ich habe keinen anderen gefunden, der mir gut genug gefiel) sind sehr lose aus dicken Fäden gewebt. Insbesondere letzterer löst sich schon vom Angucken auf; Einschnitte zum Annähen der Rundungen oder Reißverschlussfach-Ecken gestaltet sich schwierig. 
Bei der Verstärkung habe ich wie so oft die Außenteile mit H250 und das Futter mit H630 versehen. In der Anleitung wird S320 empfohlen, aber meine Vlieskombi hat sich für mich gut bewährt. 

Ich habe beim Rückenteil außen eine weitere Reißverschlusstasche hinzugefügt und bin bei der Träger-Aufhängung von der Anleitung abgewichen: Dort wird ein Kunstlederriemen aufgenietet, aber das hätte bei meinen lose gewebten Stoffen nicht funktioniert. Also habe ich recht weit oben bei den Seitenteilen eine Teilung eingefügt und dort normale Aufhängeschlaufen mit D-Ring eingesetzt.


Die Vorgehensweise bei der Reißverschluss-Innentasche erscheint mir umständlich und unpraktisch: Der Schlitz für den Reißverschluss wird nicht verstürzt, sondern eingeschnitten und mit Klebeband auf die Rückseite geklebt. Ich habe dann doch lieber mit einem Stoffrest verstürzt, das dürfte auch haltbarer sein. 

Die vorstehenden Kanten, die den Reiz der Tasche ausmachen, und der Kontraststoff oben waren knifflig - da musste ich die Anleitung diverse Male lesen, um das Ganze zu verstehen. Ich weiß nicht, ob man das besser hätte ausdrücken können oder ob der Vorgang einfach etwas kompliziert ist ... 
Der Rest war easy-peasy. Ich habe aber auch zuletzt eine deutlich komplexere Tasche von Hansedelli genäht, die mich vor einige Rätsel gestellt hat. Natürlich hängt es auch davon ab, ob man eine Tasche in ähnlicher Form schon x-fach genäht hat! 


Was mich etwas ärgert: Zwischendurch hat meine alte Nähmaschine gestreikt und ich musste die neue nutzen. Die Juki ist eine eigentlich sehr gute und teure Maschine, aber ich finde es unheimlich schwierig, präzise mit ihr zu nähen, weil die Markierungen auf der Stichplatte zu wünschen übrig lassen. Da klebe ich nächstes Mal Washitape auf. 
Und: Das Reißverschlussfüßchen der Juki ist irgendwie unübersichtlich beim Nähen; Präzision finde ich da knifflig. Das ist der Grund, warum der Reißverschluss vorne nicht sauber eingenäht ist. Dazu kann man den Standardfuß nicht weit genug anheben, um zum Absteppen des Reißverschlusses den Schieber nach halber Strecke daran vorbeizuziehen. Arrgh! Solche Dinge nähe ich künftig - wenn möglich - nur noch mit der alten Pfaff.

Mein Fazit: 
Hübsch finde ich die Tasche. Mich stört der obere Reißverschluss etwas - den kriegt man nicht so gut auf. Vermutlich, weil die Schienen seitlich weggebogen sind statt gerade irgendwo eingenäht zu sein? Mal gucken, ob man das besser lösen kann. 
Lose raushängende RV-Enden gefallen mir rein optisch und aus dem gleichen praktischen Grund (nicht so gut mit einer Hand zu schließen) auch nicht, aber da verliert man Öffnungsweite, wenn man das ändert - das musste ich ja schmerzlich bei meiner Annik-Tasche feststellen ...
Eine Sache nervt mich: Das Steckfach ist viel zu hoch; es endet fast am oberen Rand der Tasche und man kann es nicht gut benutzen. Eigentlich ist mir das schon beim Nähen aufgefallen, aber ich war zu faul, das noch zu ändern. Blöd! Ich _könnte_ noch per Hand dran rumändern, aber das wäre Fummelarbeit. 

Ansonsten merkt man, dass  die Tasche auf Kunstleder ausgelegt ist: Die vorstehenden Kanten bleiben nicht so schön gerade wie bei der Vorlagentasche, sondern biegen sich gerne in der Gegend herum. Nicht dramatisch, aber bei einem steifen Stoff (natürlich auch schwieriger zu nähen) ist das schon hübscher.

 

Schnitt: "TulpiaMy klein" von SteffiRoseStimpel
Material: Baumwollcanvas mit Bollenhüten, Polyester-Dekostoff mit Tannenwald, schmaler Reißverschluss mit Bollenhut-Schieber (alles über deco-line), Reißverschlüsse aus dem örtlichen Stoffladen
Änderungen: rückwärtige RV-Tasche hinzugefügt, Träger-Aufhängung in eine eigene Teilung der Seitenteile eingenäht anstatt eine Aufhängung aufzunieten
Nachnähpotential:
Vielleicht.

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Sonntag, 20. September 2026

7 Sachen 38/2026

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden, ist unwichtig.

 Mehr Törtchen gekauft.

 
Im "Het Kleine Huisje" diniert und mal was anderes gegessen als Waffeln und Pommes und Schokolade
Sehr lecker - aber der Name ist Programm; es gibt nur 7 Tische und fast alle sind nur für 2, maximal 3 Leute.  


Das "Choco Story"-Museum besucht. Das beste Schokomuseum, in dem ich bisher war! Nicht nur sehr informativ und interessant, sondern es gibt am Ende auch einen Schokospender mit 4 Schokosorten, an dem man sich nach Belieben bedienen darf (anstatt mit einem mageren Stückchen abgespeist zu werden).

 Flambiertes Créme Brulee bewundert und gegessen.

 

 Widersprüchlichen Toilettenschildern gefolgt (waren rechts).

 
Nach einem Pausen-Snack noch einen Milchshake mitgenommen.

 Grenze überquert. 

Souvenirs versammelt. Nria (oberes Bild) hat natürlich auch Pralinen gekauft, aber die haben es irgendwie nicht aufs Bild geschafft.
Auch nicht im Bild: Nrias neues Seitenschläferkissen von Ikea. Normalerweise kaufe ich im Urlaub nicht lauter Haushaltszubehör, aber ich hatte einige Dinge vergessen ...
Oh, und das seltsame längliche weiße Teil vorne ist ein Sortiergerät für bestückte Sticknadeln, damit man während des Stickens öfter gebrauchte Garnfarben zwischenparken kann. 

Lg
Hana & Nria   

Donnerstag, 17. September 2026

Das erste Geburtstagsshirt fürs Möndchen (mit glücklichen Erbsen)

Es ist soweit: Das Möndchen ist 1 Jahr alt geworden und ich habe ihm sein allererstes Geburtstagsshirt genäht!

Erbsen-Möndchen

Den Erbsen-Stoff "Happeas" von Mojo Fabrics (in zwei Farbvarianten) war eigentlich für mich eingeplant, aber als gute Tante teile ich natürlich gerne mit dem Möndchen.

Da mein bisheriger Standard-Kindershirtschnitt von Pattydoo erst ab Größe 92 losgeht und dem Möndchen noch zu groß ist, habe ich nach einem alternativen Babyshirt-Schnitt und bin bei "Minigrün" von Firlefanz gelandet. Ein Freebook, das ist ja immer praktisch, um neue Hersteller auszuprobieren.

Nach dem ersten Sichten war ich nicht ganz zufrieden mit dem Schnitt - zwei Punkte haben mich gestört:
- Armkugel und Ärmel sind symmetrisch und nicht wie üblich hinten länger als vorn, um mehr Platz für die Schulterkugel zu schaffen. Man kann drüber streiten, wie wichtig das in Babygröße ist, aber ein asymmetrischer Ärmel ist für mich eigentlich ein Standard, den ich bei professionell erstellten Schnitten erwarte.
- Mir fehlt ein Schnittteil für das Halsbündchen. Es sind zwar Maße für das Bündchen in verschiedenen Größen - und lobenswerterweise auch jeweils für den Zuschnitt aus Bündchenware oder Jersey - vorhanden, aber ich bevorzuge für Halsbündchen ein Schnittteil mit Markierungen für die Schulternähte, vordere und hintere Mitte, damit ich weder die proportionale Verteilung der Unterteilungen ausrechnen muss (ein Bündchen hat schließlich Minderweite) noch die Verteilung pi mal Daumen anstecken muss.
- An der Knopfleiste liegt der Stoff je Seite 3-fach, am Bündchen entsprechend je 6-fach, dadurch wird die Stelle sehr dick. Da gibt es m.M.n. bessere Lösungen.


Beides sind für mich Punkte für "Das geht professioneller". Auch wenn es sich "nur" um ein Freebook handelt - Freebooks sind ja Werbeprodukte, die zeigen, was ich bei Kauf-Schnittmustern desselben Herstellers zu erwarten habe.

Die Anleitung war okay, auch die Knopfleiste an der Schulter hat gut funktioniert - allerdings wird sie so dick, dass man Knöpfe nicht mehr gut einsetzen kann. Statt der geplanten Nieten-Druckknöpfe ist es daher auf Einnäh-Druckknöpfe hinausgelaufen.

Geburtstagszahl mit Mini-Erbsen

Die Ziffer habe ich aus der weißen Jersey-Variante zugeschnitten und aus zwei Stücken zusammengesetzt, um mehr Erbsen auf die kleine Fläche zu bekommen. Bei Motiven mit so klaren, geraden Kanten schneide ich Applikationen gerne mit Nahtzugabe zu und klappe die Kanten vorm Aufnähen nach hinten um, so wird die Kante sauberer als bei der klassischen Applikationsmethode.

Den weißen Erbsen-Jersey habe ich auch fürs Halsbündchen verwendet.

Aunty-Label
 
Und dann konnte ich endlich eins meiner tollen "Aunty made it"-Labels von Kylie and the machine verwenden!


Insgesamt bin ich mit dem Shirt zufrieden - aber nicht so recht mit dem Schnitt. Fürs nächste Möndchenshirt werde ich einen anderen ausprobieren.

Schnitt: "Minigrün" von Firlefanz
Material: 0,35 m Jersey "Happeas" von Mojo fabrics
Änderungen: -
Nachnähpotential: Nein



Montag, 14. September 2026

7 Sachen 37/2026

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden, ist unwichtig.


Waffel gegessen Bei jeder sich bietenden Gelegenheit Waffeln gegessen. 😅 


Bootstour-Ticket gekauft.
 

Törtchen gekauft.


Gastfüßchen: Über den Markplatz von Brügge spaziert.


Gesund gefrühstückt Knapp vorm gesunden Frühstück vom Speculoos-Aufstrich aufgehalten worden.
 

Das letzte Woche ausgepackte Spiel dann auch mal gespielt: "Detective" von Pegasus Spiele. Die erste Runde hat schonmal Spaß gemacht.
 

Das passende Bier zum vor Ort vorgefundenen Glas gekauft.
Das sind übrigens keine Steingutflaschen - nur Glasflaschen in einer Steingut-Optik-Folie.

Lg
Hana & Nria  


Dienstag, 8. September 2026

Spätgebloggt - Faltboot-Sweatshirt

Bei Amberlight Label gibt es eine neue Linkparade: Besser spät als nie. Es geht um lange unverbloggte Themen ... eine tolle Idee! 


Bei mir liegt so einiges im Entwurfsordner: Genähte Sachen, die wegen pandemiebedingter Zunahme nicht mehr passen (und noch nicht fotografiert waren). Teile, bei denen irgendwas schiefgelaufen ist beim Nähen und die ich vielleicht nicht mehr fertigstellen werde (da gibt es eine große Schnittmenge - meine Motivation, zu kleine Sachen fertigzustellen, ist gering). Und Sachen, bei denen ich schlicht nie dazugekommen bin, Fotos zu machen. Letzteres ist ja eigentlich einfach, aber mit Baby Kleinkind fehlt mir jetzt die Zeit.

Also schnappe ich mir mal ein Sweatshirt, für das ich aus irgendeinem Grund nicht mal einen Beitrag erstellt hatte (das mache ich normalerweise immer sofort beim Nähen, bevor ich alle Details vergesse): Das Faltboot-Sweatshirt, genäht 2022. Gut erkennbar daran, dass ich auf den Fotos noch kurze Haare trage ...

 

Hana hat tatsächlich die alten Bilder wiedergefunden und daher wird das Teil endlich mal gebloggt! 

Von Hanas "Poetic Lace"-Kleid mit dem schönen Faltboot-Sweat von Nautistore hatte ich noch ein Stück übrig. Es reichte aber nicht mehr für ein ganzes Teil; Vorder- und Rückenteil meines damaligen Standard-Sweatshirts "Mrs. Klassik" von Konfetti Patterns passte aber noch gut drauf.

Top Resteverwertung!

Ich liebe diesen Stoff ja sehr - leider sind die Nautistore-Stoffe m.M.n. seit einigen Jahren nicht mehr so schön wie am Anfang. Generische Blumenmuster findet man auch überall anders ... Von dem Shop habe ich mich echt entliebt. Zum Glück habe ich von diesem Stoff bei einer Neuauflagen-Aktion vor ein paar Jahren noch ein großes Stück Sommersweat ergattert. Ich hätte ihn ja gerne als Jersey gehabt, aber dafür kam ich schon damals zu spät.

Dieses Bild habe ich auch noch gefunden - real passt die Ärmelfarbe besser!

Jedenfalls habe ich den Stoff mit einem unifarbenen dunkelblauen Sweat kombiniert, der real viel besser zum Blauton des Musterstoffs passt als auf den Bildern. Wie das halt immer so ist.

Momentan ist mir das Shirt leider etwas zu eng; das ändert sich hoffentlich, wenn das Möndchen nicht mehr gestillt wird. Ich liebe das Teil nämlich sehr, und deswegen verdient es auch endlich seinen Blogeintrag! 


 

Schnittmuster: Sweatshirt "Mrs. Klassik" von Konfetti Patterns, mutmaßlich Gr. 40
Material: Angerauter Baumwollsweat "Faltboot" von Nautistore, unifarbener Baumwollsweat
Änderungen: Wie immer Rundhalsausschnitt mit Bündchen statt Kragen, evtl. Schultern verschmälert und Ärmel gekürzt
Nachnähpotential: Schon x-mal genäht
Lg
Nria

Montag, 7. September 2026

7 Sachen 36/2026

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden, ist unwichtig.


Eine tolle belgische Frittenbude besucht. Äh, wir haben auch Fritten gegessen ... 


Tolles neues Unterwegs-Metallbesteck erworben. Es passt hervorragend in die Box mit meinem Unterwegs-Plastikbesteck! 

Ferienwohnung mit beeindruckendem Kronleuchter fotografiert.

Die Belgier glauben allerdings nicht an Treppengeländer.

Brot gekauft und über eine praktische Brot-Schiene am Schneideautomaten in die Tüte geschoben.
 


"Ricochet Robots" gespielt.


Ein neues Spiel ausgestanzt (aber noch nicht gespielt). 

Lg
Hana & Nria   

Mittwoch, 2. September 2026

Was lange liegt, wird endlich lilou - Kleid Lilou von Pattydoo

Ja, ok, ich zeige schon wieder eine Lilou beim MMM. Aber ich finde, in einfarbig (mit Motiv) wirkt sie anders, und im Vergleich zum Upcycling-Kleid hatte das Material ganz andere Herausforderungen ...

Für manche Stoffe ist es einfach schwierig, einen passenden Schnitt zu finden.

2021 haben Hana und ich Stoffe aus dem kanadischen Onlineshop Blended Thread bestellt. Die waren sehr schön - und lagen seitdem alle im Schrank. 
Einer davon war der Viskosejersey "Sask Sunrise" (der Name kommt vermutlich von der kanadischen Provinz Saskatchewan). Der ist aber auch etwas speziell - ein navyblau-schwarz melierter Grundton mit einem großen kreisrunden Motiv: Eine Winterlandschaft mit rosafarbenem Himmel. Man kann bei Blended Thread Print on Demand bestellen, also auch verschiedene Stoffarten, und vermutlich wäre angerauter Sweat einfach passender gewesen als ein hochsommerlich dünner Jersey ... 
Hana hatte den Stoff für sich bestellt und irgendwann mir überlassen, weil sie ratlos war.

Noch eine Lilou!

Nun ja. Jedenfalls war das Kleid Lilou von Pattydoo schon einmal die Rettung, nämlich beim Mystic Roses-Umstandskleid, das schrecklich aussah, ebenfalls aus dünnem Viskosejersey bestand und bei dem ich unbedingt den Stoff zu etwas Schönem verarbeiten wollte. Die Kleinteiligkeit des Schnitts war auch hier ein Vorteil.

Neben dem Kontrast zwischen Farbe/Motiv und Material gab es nämlich noch ein weiteres Problem: Das Motiv war nicht ganz mittig angeordnet, aber fast. Ich habe wirklich jahrelang überlegt, wo man den Kreis positionieren könnte. Auf der Brust? Sieht bei kurvigen Frauen blöd aus. Auf dem Rockteil? Verschwindet bei so fließendem Jersey in den Rockfalten. Auf dem Ärmel? Zu groß. 

Diesmal ist die Rückansicht spannender als die Vorderseite!

Da bleibt ja eigentlich nur noch der Rücken. Das Rückenteil der Lilou ist zum Glück groß genug! Also habe ich dieses Teil zuerst aufgelegt und den Rest gepuzzelt. Die Lilou braucht 2 Meter Stoff laut Zuschnittplan, ich hatte 1,40 m und ein komisches Motiv. Da hilft nur einlagiger Zuschnitt und die Zusatzarbeit, alle Teile zu doppeln ...

Indem ich ein paar Teile um 180° gedreht aufgelegt und beim rückwärtigen Rockteil mal wieder eine hintere Mittelnaht eingefügt habe, hat aber tatsächlich alles draufgepasst! Mehr als ein Viertel Stoff gespart, nur noch Fitzel übrig, zufriedene Nria.
Wobei ich während des Zuschnitts nicht ganz so zufrieden war: Meine Güte, das war der glatteste, flutschigste Stoff, der mir je untergekommen ist! Nicht mal mit meiner mikroverzahnten Spezialschere konnte ich das Zeug vernünftig schneiden, und die ist problemlos mit Minky klargekommen. 

 

Ich habe natürlich die gleichen Änderungen wie bei der ersten Version gemacht: Den Ausschnitt entschärft (dafür die Saumzugabe des Brustteils eingezeichnet und oben nach unten fast abgeschnitten - ein Millimeter bleibt dran -, dann den Saum oben ein bisschen vom Brustteil weggeschoben, sodass das Teil größer wird), Schultern verschmälert, den Brustsaum genäht statt nur zu falten und hinten beim Rock eine Mittelnaht eingefügt, um den Stoff auszunutzen.

Oh, und diesmal habe ich Eingrifftaschen genäht statt Nahttaschen! Die Original-Lilou hat überhaupt keine Taschen. Sakrileg!

Das Motiv von Nahem. Nicht sehr sommerlich, das gebe ich zu ...

Das Nähen ging deutlich schneller als der Zuschnitt - die Lilou braucht erstaunlich wenig Zeit beim Nähen dafür, dass sie recht effektvoll aussieht! Geht natürlich generell schneller, wenn man das Teil schon einmal genäht und somit schonmal die Anleitung verstanden hat. Nur das Faltenlegen erforderte mehrere Versuche; ich hab da immer einen Knoten im Kopf ...

Eigentlich trage ich im Sommer ungern dunkle Kleidung. Aber mit der neuen Lilou bin ich schon sehr zufrieden, vor allem, wenn ich bedenke, wie ratlos ich bei diesem Stoff war! 

Schnitt: Kleid Lilou von Pattydoo, Gr. 42/F, Version für große Oberweite
Material: Bambusjersey "Sask Sunrise" von Blended Thread (1,40 m Länge)
Änderungen: Schultern um 1 cm verschmälert, hintere Mittelnaht beim Rockteil, Eingrifftaschen eingefügt, Brustteile gesäumt statt nur umzufalten, Ausschnitt entschärft, Rock nur mit 1,5 statt 2 cm gesäumt. 
Nachnähpotential: bereits geschehen

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria