Manchmal kommt es anders, als man denkt. Daher ist das hier sozusagen ein 2-in-1-Beitrag: Zwei Kleider aus demselben (nicht dem gleichen!) Stoff.
Ich weiß noch: Als ich 2018 die Ottobre family-Ausgabe gekauft habe, habe ich mich ein bisschen geärgert, nicht schwanger zu sein. Warum? Weil ich zwei Umstandskleider daraus so schön fand. Damals hatte ich noch nicht mal einen Freund (für meinen Mann habe ich inzwischen auch schon einige Teile aus dieser Ausgabe genäht) und hätte nicht gedacht, dass die Gelegenheit für die Kleider mal kommen würde ...
2025 war es schließlich so weit! Ich hatte auch einen besonderen Stoff dafür ausgesucht: Ein Viskosejersey von Der Stoff; mein "Abschiedskauf" aus der jetzt geschlossenen Filiale in der Nachbarstadt. Er ist schwarzgrundig und hat zwar kein Rosenmuster wie das Originalkleid, aber die grünen und rosa Blätter haben zumindest eine passende Farbgebung zum Namen!
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| Nanu - das ist doch die Lilou von Pattydoo und nicht das Ottobrekleid? Ja ... |
Das Kleid ist eigentlich simpel: Ein Brustteil mit Abnäher und weitem, rundem Ausschnitt, ein in Falten gelegter Rockteil, lange Ärmel. Die hatte ich gekürzt, weil das Möndchen ein Sommerbaby wurde.
Genäht war das Ganze fix (das Pseudo-Wickelkleid aus der gleichen Ausgabe finde ich noch schöner, hatte aber gerade keinen unifarbenen Viskosejersey zur Hand und war mit aufwändigeren Projekten auch schon ausgelastet). Die Änderungen wie die FBA haben vermutlich mehr Zeit gefressen als das eigentliche Nähen ... wie so oft.
Dann kam die Anprobe. Und ich war ernüchtert. (und hatte kein Bild gemacht; das hier ist einige Monate nach der Schwangerschaft entstanden)
Es war einfach nur ein relativ formloser Sack. Ich weiß nicht, ob die Ottobre einen schwereren Viskosejersey verwendet hat? Oder vielleicht hatte ich die falsche Basisgröße für die FBA genommen.
Ich habe mich echt geärgert und das Teil erst wieder aus der Ufokiste geholt, als das Möndchen schon bald ein Jahr alt war. Okay, lag auch daran, dass ich im Winter wenig Lust aufs Nähen von Sommerkleidern habe.
Jedenfalls wollte ich schon länger das Kleid Lilou von Pattydoo nähen. Das ist wirklich besonders: Es hat ein "Wickeloberteil" mit Fältchen und Schulterpassen, dazu eine geraffte Taillenpartie und einen weit ausgestellten Rock. Und: Es gibt sogar ein zusätzliches Schnittteil für große Oberweite! Das war auch ausschlaggebend für mich, denn viel Spaß dabei, für so einen Schnitt die FBA durchzuführen ...
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| Verwandlung! |
Natürlich ist die Verwertung von bestehenden Teilen nicht so einfach, wie ein großes Stück Stoff zuzuschneiden. Ich habe erstmal alle Schnittteile gedoppelt, was ein blöder Extra-Aufwand ist, aber im Bruch zuzuschneiden ist hier einfach nicht drin.
Zu meinem Glück hatte ich damals großzügige 2 Meter gekauft statt meiner üblichen anderthalb. Das sollte ich mir eigentlich mal angewöhnen, dann müsste ich mich nicht über eingeschränkte Möglichkeiten ärgern und würde die Stoffe zügiger verarbeiten!
Dadurch hatte ich noch ungefähr 90 cm Meterware übrig und kam gar nicht in große Bedrängnis:
- die Lilou-Rockteile passten gerade eben aufs Reststück (hurra!)
- aus einem Rockteil konnte ich das Rückenteil und die zwei Taillenbänder zuschneiden
- das andere Rockteil hatte bequem Platz für die beiden Ärmel und ein Vorderteil
- das ursprüngliche Rückteil wurde zum anderen Vorderteil
- das ursprüngliche Vorderteil ergab Stoff für zwei Passen
- die letzten beiden Passenteile und den kleinen Stoffstreifen für den Halsausschnitt konnte ich aus den Resten vom großen Stoffstück zuschneiden
Kleinteiligere Schnittmuster sind wirklich dankbar für Upcycling-Projekte!
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Noch nicht ganz die endgültige Aufteilung, aber sieht schon gut aus! |
Hinten finde ich das Oberteil einen Hauch zu lang, aber okay genug, um da nicht dran rumzuändern.
Übrigens habe ich den
Ausschnitt ein bisschen entschärft: Dafür fügt man am
Ausschnittsaum, oben beginnend, Länge hinzu, die dann bis zur
Unterkante des Oberteils ausläuft.
Hört sich etwas
kompliziert an, ist es aber nicht: Man schneidet dazu den (vorher
eingezeichneten) Saum fast ab (also die Saumkante, die schräg über
die Brust läuft), lässt an der Unterkante einen Millimeter stehen
und kippt den Saum ein bisschen (bei mir: 1 cm) vom Oberteil weg.
Bisschen Papier unterlegen, festkleben, evtl. die Linie oben ein
bisschen ausgleichen.
Im Original sind keine Nahttaschen vorgesehen, die habe ich frei Schnauze hinzugefügt. Ich ärgere mich immer, wenn ich Kleider ohne Taschen nähe, bin aber oft zu faul. Hier habe ich mich zum Glück durchgerungen!
Ich hatte vorher ein Probe-Oberteil aus Reststücken gemacht, weil der Stoff nun wirklich nicht für einen dritten Versuch gereicht hätte. Das Probeteil gefiel mir und dadurch ging das Nähen des tatsächlichen Kleids auch viel einfacher, weil ich ja schon wusste, wie alles funktioniert. Wie so oft sieht die Konstruktion komplizierter aus, als sie ist. Man muss nur unbedingt aufpassen, die runden Schulterpassen richtigherum anzunähen - das kann man auf verschiedene Arten falsch machen ... (ist mir nicht passiert, aber einer Teilnehmerin in der Pattydoo-Facebookgruppe, daher war ich vorgewarnt)
Ich freue mich sehr, dass ich a) mich doch nochmal an das Kleid gesetzt habe, weil ich wirklich frustriert war, dass mir das erste misslungen ist, und b) endlich die Lilou ausprobiert habe. Hatte immer befürchtet, dass das Große Cups-Oberteil nicht ausreichend ist. Aber das Kleid gefällt mir jetzt super und ich bin mir sicher, dass weitere Lilous folgen werden!
Schnitt Nr. 1: Umstandskleid 16 "Mystic Roses" aus der Ottobre family 7/2018, Gr. 42?
Material: Viskosejersey von Der Stoff
Änderungen: FBA, Schultern um 1 cm verschmälert, kurze statt langen Ärmeln genäht, gekürzt
Nachnähpotential: Nein!
Schnitt Nr. 2: Kleid Lilou von Pattydoo, Gr. 42, Version für große Oberweite, kurzärmelig
Material: Viskosejersey von Der Stoff
Änderungen: Schultern um 1 cm verschmälert, Vorderteile gesäumt statt den Saum nur umzubügeln
Nachnähpotential: Oh ja!
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.
Lg
Nria

































