Mittwoch, 18. Juli 2018

6. Bloggeburtstag - Kirsch-Quark-Streuselkuchen (Dänemark-Version)

Happy Birthday, Blog - dich gibt es jetzt schon 6 Jahre! Es sind inzwischen über 800 Beiträge, immer noch jedes Jahr mehr als im vorherigen (mal sehen, wie lange das so bleibt) und immer noch sind wir mit Begeisterung dabei.

Natürlich besonders, wenn es Geburtstagskuchen gibt.

Einer unserer Lieblingskuchen ist der Kirsch-Quark-Streuselkuchen. Gar nicht so aufwändig, aber sehr lecker!

Allerdings halten wir uns gerade in Dänemark auf (yay!) und da ist es mit gewissen Zutaten so eine Sache. Dass es mit Quark schwierig sein könnte, war uns klar, aber dass man keine Kirschen im Glas bekommt, ist doch nicht so selbstverständlich (wir waren dank Ulrike vorgewarnt und im Supermarkt nur noch von der Nichterhältlichkeit von Sellerie überrascht, die brauchten wir aber nicht für den Kuchen).
Eigentlich sollte Hana also Quark und Kirschen aus Deutschland importieren, das hat aber irgendwie nicht funktioniert und deshalb wurde umdisponiert!


Fällt ein bisschen auseinander beim Anschneiden ...

Unser üblicher Kirsch-Quark-Streuselkuchen ist also diesmal ein Blaubeer-Skyr-Streuselkuchen. Warum nicht mal was Neues probieren!


Zutaten
Für den Teig:
- 150 g Butter
- 150 g Zucker
- 1 Eigelb
- 1 Messerspitze Zimt
- 300 g Mehl

1 Glas Schattenmorellen (ca. 300 g Blaubeeren, Darreichungsform egal)

Für die Füllung:
- 3 Eier
- 500 g Magerquark (Skyr)
- 100 g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 1 Pck. Zitro-Back
- 2 EL Grieß
- 1 TL Backpulver
- 1 Eiweiß

Zubereitung:
1. Backofen auf 175° (Umluft) vorheizen.

2. Für den Teig Butter, Zucker, Eigelb, Zimt und Mehl zu Streuseln verarbeiten. Den Boden der Springform (26-28 cm) fetten, 2/3 der Streusel hineingeben (1/3 für die Streusel aufheben) und gut andrücken.

3. Für die Füllung Kirschen (oder Blaubeeren) abtropfen lassen, Eier trennen. Quark (Skyr), Zucker, Vanillezucker, Eigelb und Zitro-Back, dann auch Backpulver und Grieß mit verrühren. Gesamtes Eiweiß sehr steif schlagen und unterheben.

4. Kirschen (Blaubeeren) gleichmäßig auf dem Teig verteilen und Quarkmasse darüber streichen. Restliche Streusel darüber verteilen. Ca. 60-70 Minuten backen.

Viel Spaß beim Nachbacken in welcher Variante auch immer!

Lg
Hana und Nria

Dienstag, 17. Juli 2018

Unter oder in die Tasse? Coffee-MugRug

Eigentlich wollte ich dieses Teil schon für die Two Colours-Challenge von Maikäfer bloggen, war aber zu spät dran. Diesen Monat waren Grün und Weiß die Farben der Wahl - klingt machbar, aber bei den Vorbereitungen ging so viel schief, dass ich's nicht rechtzeitig geschafft habe. Macht nichts, Hana hatte einen Schafanzug (ja, genau so) parat!

Na, wer erkennt das Molekül?

Die Vorlage von WhimsandFancies hatte ich schon länger ins Auge gefasst, als Tassenuntersetzer für eine liebe Freundin. Ich habe sie aber nicht sofort gekauft (der Grund ist recht banal: Gefunden habe ich die Vorlage zunächst auf Craftsy, aber nur für amerikanische Kunden. Nicht-Amerikaner wurden auf etsy verwiesen, wo man die Vorlage auch kaufen kann - aber teurer. Da musste ich erstmal eine Weile schmollen.
Jetzt habe ich sie doch noch gekauft. War aber nicht so einfach: Paypal geht dort ebenfalls nur für amerikanische Kunden und beim Versuch, mit SofortÜberweisung zu bezahlen, kam zwar die Bezahlung an, aber ich konnte die Bestellung nicht abschließen. Zum Glück wurde sie ein paar Tage später automatisch zurückerstattet.

Die Umrandung bringt ein bisschen mehr Rot rein.

Dann hätte es eigentlich losgehen können. Beim Drucken stellte ich fest, dass die Vorlage erstens deutlich größer war, als ich erwartet hatte (eher Tischsetgröße als MugRug) und zweitens keine Nahtzugabe enthält. Bei Kleidungsschnittmustern finde ich das sinnvoll, bei Patchwork ärgerlich. Da muss man nämlich exakt sein und da ist eine per Computer eingezeichnete Nahtzugabe hilfreich. Von dieser Herstellerin kaufe ich definitiv keine Vorlagen mehr ... (schade, sie hat wirklich tolle Motive im Angebot!)

Also ein zweites Mal verkleinert ausgedruckt und die Nahtzugabe angezeichnet. Und dann wollte ich fröhlich anfangen - da verhakte sich ein Fädchen in der Fadenspannung der Nähmaschine und nichts ging mehr. Daher häuften sich zwei Wochen lang die unfertigen Projekte ...

Streifen! Und ... ein bisschen schepps.

... bis ich  mich dann doch mal ransetzte. Meine Güte, sind das in der kleinen Version winzige Teilchen! Zum Glück muss man die beim Paper Piecing nicht passend zurechtschneiden.

Als das Ganze fertig war, kam noch eine gestreifte Rückseite dran - leider lässt die bestens erkennen, dass das Motiv ein bisschen verzogen und nicht mehr so richtig quadratisch ist. Na ja, diese Seite ist ja unten!

 Zwei Versionen will ich jetzt noch machen - eine für die Freundin (ich schulde sie ihr eigentlich noch zum letzten Geburtstag und jetzt steht schon der nächste an ...) und eine fürs Tauschpaket, denn die große Version ist jetzt schon ausgedruckt, da will ich das Papier auch benutzen.

Vorlage: coffee chemistry von whims and fancies
Material: Baumwollpopeline
Änderungen: verkleinert (ich glaube, auf 50%, aber sicher bin ich mir nicht mehr)
Nachnäh-Potential: Jau, s.o.

Verlinkt bei: Handmade on Tuesday, Creadienstag, Dienstagsdinge

Lg
Nria

Sonntag, 15. Juli 2018

7 Sachen 28/2018

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Stoffe auf dem Wikingermarkt in Haithabu durchwühlt.


Ein winziges Schwertchen befingert. Hätte ich gewusst, was ich damit anfangen soll, hätt ichs auch gekauft ...


Höchst professionell eine höchst seriöse Postkarte angekreuzt.


Eine Strandkorbrückenlehne am Kieler Hafen verstellt und reingesetzt.


Den Nachbau einer Kogge aus dem 14. Jahrhundert befingert. Diese Kogge stammt aus den 80ern, ist aber trotzdem toll.


Eiskaliert.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.   

Freitag, 13. Juli 2018

Stoffmarkt: Was wurde aus ...?

Gelegentlich (okay, eher sehr gelegentlich) präsentieren wir hier unsere Stoffmarkt-Shoppingausbeute. Der letzte Besuch (und der Beitrag dazu) ist jetzt genau ein Jahr her. Zeit für einen kleinen Rückblick - und eine Überprüfung, ob wir Stoffe nur kaufen oder auch vernähen ...

Stoffe von Nria:

vernäht:
Royalblauer Wollstoff --> Pelerine
maritimer Jersey --> Nelly-Shirt
Wolkenjersey 1 --> Loures-Kleid
Wolkenjersey 2 --> Loures-Kleid (nur ein kleiner Teil, aber immerhin)
Dinosaurier-Jersey --> schräges Burdakleid

noch nicht vernäht:
blauer Anker-Batist (ich warte auf die Fertigstellung eines Maßschnitts)
rotweißgestreifter Jersey (habe ich doch nicht fürs Nelly-Shirt gebraucht, jetzt liegt er sinnlos rum)

Stoffe von Hana:

vernäht:
Grüner angerauter Sweat --> Herbst-Sweatshirt
Space-Jersey --> Schlafanzug
Schaf-Jersey --> Schafanzug (kein Schreibfehler ;))
beschichteter Webstoff --> hat Nria sich für ein Burdakleid gemopst (Beitrag folgt)
Regenwolken-Jersey --> Halbarmshirt (Beitrag folgt)
flaschengrüner Baumwoll-Webstoff --> Irene-Kleid (Beitrag folgt)

noch nicht vernäht:
Kirsch-Webstoff
 
Kleinkram:

Hier sieht die Statistik etwas bescheidener aus:
Schon verarbeitet:
Kleine Ankerknöpfe --> Irene-Kleid (Beitrag folgt)
Eis-Aufnäher --> Eisschirmchen-Top
Vogel-Aufnäher-->  Notenlinienkleid (Beitrag folgt)
Die Kette läuft außer Konkurrenz, weil nicht verarbeitbar ;)

Noch zu verarbeiten:
Planetenaufnäher 1 (fast wäre er auf meinem Poloshirt gelandet)
Planetenaufnäher 2
Palmenaufnäher (der wird auf einem Poloshirt landen)
2 große Ankerknöpfe
Knebelknopf
3 große Motivknöpfe

Knöpfe und Aufnäher verwenden wir bisher generell nur sehr selten, da sollten wir vielleicht zurückhaltender einkaufen ... zum Vernähen der Aufnäher musste ich mich kürzlich schon aktiv nötigen, sonst hätten die noch jahrelang im Schrank gelegen.

An sich finde ich die Statistik aber gar nicht schlecht - 11 von 14 Stoffen sind bereits vernäht (wenn auch manche nur teilweise), andere werden ziemlich sicher dieses Jahr verwendet werden.
Von den Gaststoffen der Freundin sind auch einige schon verarbeitet.

Vielleicht sollte ich die übrigen Stoffe im Schrank auch mal einzeln fotografieren und präsentieren, um ein bisschen Druck zu erzeugen ...

Lg
Nria

Donnerstag, 12. Juli 2018

Zwergenkostüm 2.0 - das Ganze Outfit und der Ganze Rest (WIP letzter Teil)

So, wie siehts nun aus mit dem Zwergenkostüm? Die ziemlich aufwändige Tunika steht. Die Hose ist fertig. Schön und gut, aber irgendwas fehlt noch - ach ja, die Accessoires!

Die fangen alle mit G an: Gamaschen, Gürtel, Gugel. Allerdings mit deutlich weniger Detail- und Zwischenstandsfotos als bei der Tunika - irgendwann ging mir beim Nähen die Lust auf akribische Dokumentation aus ...

Bevor wir anfangen, schonmal ein Teaser zum fertigen Outfit:

Überbelichtet im strahlenden Sonnenschein!

Die Gamaschen:

Sie verdecken das meiste von den Schuhen oder Stiefeln - man kann vorne noch einen Keil einfügen, um noch mehr zu verdecken, aber das sah bei meinen eher kurzen Stiefeln blöd aus. Mehr was für Leute mit längeren Füßen ;)

Volumenvlies ist mein Freund!

Die Grundform der Gamaschen ist trapenzförmig - ich habe noch ein bisschen Schwung reingebracht, damits besser an die Wadenform angepasst ist, und später alles etwas eckig gemacht. Unten ist eine Aussparung für den Fußrücken, die unteren Kanten habe ich abgeschrägt, weil die sonst gerne im Dreck hängen.

Das Material ist fester Baumwollköper. Die Wattierung ist diesmal aus Volumenvlies, damit das Ganze leicht ist und nicht so schnell runterrutscht.

Für mehr Details habe ich eine breite eckige Umrandung angenäht - einfach mit Zickzackstich. Und dann probehalber noch eine Achteckschablone angefertigt:

Viele Ecken!


Fand ich gut, wurde umgesetzt!

Stoff sparen, Umrandung stückeln!

Die Farbkombi ist die gleiche wie bei der "Grundgamasche" - die Umrandung ist zweiteilig, um den Stoff besser ausnutzen zu können. Auf die eine Naht achtet später kein Mensch.

Auch hier wurde Volumenvlies aufgebügelt, die Umrandung mit Zickzackstich angenäht und das Ganze mit Futter verstürzt.

Fast fertig!

Die Achtecke habe ich auf die Gamaschen aufgenäht - und zwar an der inneren Umrandung des Achtecks. Sorgt für einen plastischen Effekt - der hellere Bereich steht dann nämlich etwas ab und sorgt für mehr Volumen.
Und natürlich bekamen die Gamaschen noch ein Futter. Und Bänder zum Festschnüren. Und irgendwann später habe ich noch eine Bortenraute aufgenäht und kein Foto gemacht ...

Der Gürtel:

Ich muss zugeben, der ist nicht so toll geworden, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Ich wollte eine interessante Flechtoptik, vielleicht Stickereien und Metallverzierungen - aber irgendwie gingen mir Geld, Zeit und Ideen aus und ich habe etwas hergestellt, das nach weniger Arbeit aussieht, als es war, und auch nicht so effektvoll, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Eigentlich sind es mehr ein paar simple Schichten.

Viele Materialien!

Die unterste Schicht ist ein eckiges Band aus Baumwollköper. Darauf ein spitzer Streifen aus hellbrauner Wolle - mit Schlitzen, um den Ledergürtel durchfädeln zu können (in punziert wäre er noch cooler). Den Übergang habe ich mit einem aufwändig verstürzten dunkelbraunen Streifen kaschiert - das war eine Heidenarbeit und hat echt lange gebraucht, und im Nachhinein hätte es kaum anders ausgesehen, wenn ich schlicht ein Schrägband aufgenäht hätte. Nunja.

Besonders toll finde ich die Schnalle - die hat nur einen Euro gekostet. Der Gürtel, an dem sie dranhing (Ursprungspreis 40 €) war nämlich total zerfleddert und offenbar wollte der Laden ihn dann nur noch loswerden ...

Der Haken: Die Schnalle ist schwer und rutscht nach unten.

Die Gugel:

 Irgendeine Kopfbedeckung braucht zwerg auch noch. Finde ich schwierig für Zwerge - aber eine Gugel bietet sich an. Gugeln sind eigentlich keine Kopfbedeckungen, aber für High Fantasy-Konzepte mache ich da tatsächlich eine Ausnahme. Braucht aber ein aufwändiges Drumherum-Kostüm und auch eine verzierte Gugel, sonst sieht eine Gugel statt Hut eher blöd aus.

Mit Bärtchen! Der ist von Maskworld.

Es ist ein schlichter gefütterter Gugelschnitt mit eckigen Kanten und eckigem Besatz. Viel gibts dazu eigentlich nicht zu sagen ... der Rest war viel aufwändiger ;)

Das Outfit!

Und jetzt gibts endlich Gesamtbilder!

Zwerg von vorne! Mit meiner Lieblingsaxt.

Die Rückseite ist gar nicht so schlicht:

Hier sieht man mehr vom gefädelten Gürtel - und von den Stiefeln. Pssst.

Am besten gefällt mir aber die Seitenansicht:

Detailreich!

Und nun die Stunde der Wahrheit: Der Wettbewerb beinhaltete, unter 90,95 € zu bleiben - habe ich das geschafft?

Aber hallo!



Hose: 1,1 m elastischer Cordsamt (5,50 €), 1,50 m Kordel (1,35 €)
Tunika: 1,15 m dunkelrotes Mischgewebe ( 5,75 €), 1,10 m dunkelbrauner Baumwollbatist ( 4,40 €), 2,2 m rotbrauner Baumwollbatist (8,80 €), 0,2 m rotbraun-beige melierter Wollstoff (Reststück, 3 €), 0,3 m dunkelbrauner Baumwollwebstoff (1,5 €), ca. 1 m Stylefix  (0,45 €). Als Füllung: Altes Bettlaken, ~ 5 € (mir widerstrebt es, extra neuen Stoff zu kaufen, um ihn unsichtbar als Zwischenlage zu verwenden – gebrauchte Laken kriegt man auf Ebay für 5 €, manche verschenken sie sogar, z.B. per ebay Kleinanzeigen)
Gamaschen: 0,4 m mittelbrauner Baumwoll-Hosenstoff (2 €), 0,3 m melierter Baumwollstoff (1,5 €), 0,5 m Volumenvlies (5,40 €), 0,35 m schwarzes Gummiband (0,66 €), 0,7 m Borte (0,70 €)
Gürtel: Schnalle 1 € (war reduziert, weil der Gürtel drumherum vollkommen zerfleddert war), 0,1 m Wollstoff (0,8 €), 0,2 m Baumwollbatist (1,6 €), 0,15 m Baumwoll-Hosenstoff (0,75 €), Lederriemen (ca. 5 €)
Zusatzmaterial: 0,5 m Vlieseline H200 (2,48 €), ca. 2 Rollen Troja-Garn (3 €), 1 kleine Niete (Preis vernachlässigbar), Lederhandschuhe (10 € im WSV)


Gesamt: 70,64 €

Schuhe muss man nur reinrechnen, wenn sie nicht (halbwegs) abgetarnt sind, deshalb zählen die nicht mit rein. Somit bin ich (etwas mehr als) 20 € unterm Maximalbeitrag geblieben :) dafür kann man dann auch noch das Bärtchen bezahlen. Das sind übrigens eigentlich Koteletten - Rauschebärte mag ich nicht so an weiblichen Zwergen.

Mit diesem Outfit habe ich den 5. Platz belegt im Wettbewerb, hurra! Preise gabs zwar erst am dem dritten Platz, aber hey, der nächste Zwergencharakter kann jetzt kommen :D

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag und Sew-lala.

Weitere Teile:
Teil 1: Zwergenkostüm 2.0 - eine Tunika!
Teil 2: Zwergenkostüm 2.0 - die Pluderhose (mit Tutorial) 

Lg
Nria


Dienstag, 10. Juli 2018

Zwergenkostüm 2.0 - die Pluderhose (mit Tutorial) [WIP Teil 2]

Huch, da hat der zweite WIP-Beitrag jetzt aber wirklich lange auf sich warten lassen - entschuldigt bitte, ich habe diese umfangreiche Schreiberei ziemlich erfolgreich vor mir hergeschoben ... aber jetzt geht's weiter! Und zur Entschädigung gibts gleich ein Tutorial dazu :)

Nach der Zwergen-Tunika kommen wir als nächstes zur Pluderhose (ja, ich weiß ... jetzt habt ihr so lange gewartet und dann gibts nur eine langweilige Hose! Aber die detailreicheren Sachen kommen auch ganz bald :)).

So sieht die fertige Hose aus!

Die hat gleich mehrere tolle Vorteile: Die Oberschenkel wirken breiter, auch an der Hüfte wird Volumen addiert. Quer-Unterteilungen machen kleiner. Und diese Hosenart ist einfacher zu nähen, weil weniger passformsensibel, als andere Formen!
Ich mag Pluderhosen so gerne, dass quasi alle meine Larphosen Pluderhosen sind. Passt auch gut zum pseudorussischen Hintergrund von Danglar ...

Der Stoff liegt doppelt, sodass man hinterher 4 Teile bekommt.

Der Schnitt besteht aus Unterschenkelteil und oberem Hosenteil. Der Unterschenkelteil ist einfach ein Rechteck, so breit wie der Wadenumfang und so lang wie die Wade. Ich habe ein Probeteil gemacht und halbwegs auf Unterschenkelform abgesteckt – der Fuß muss aber noch durchpassen, deswegen geht es nicht knalleng. Man kann das Rechteck auch einfach rechteckig lassen, wenn man damit leben kann, dass es dann unten etwas weit sitzt.
Für das obere Hosenteil habe ich die Länge zwischen Schritt und Taille ausgemessen und eine entsprechende Kurve gezeichnet. Man kann auch die Schrittnaht einer vorhandenen Hose abmalen (keine elastische Hose, nehmt auf keinen Fall eine Skinny Jeans oder Leggings!).

Zu den Maßen:
Das untere Hosenteil reicht vom Fuß bis zum Knie (unterhalb) und sollte bequem um die Wade passen. Enger machen geht später immer noch.
Das obere Hosenteil reicht unter der Schrittkurve vom Knie (die Naht soll unterm Knie sitzen, messt also bis zum unteren Ende der Kniescheibe und gebt dann mindestens 5 cm extra Länge dazu, damit das Hosenbein weich fallen kann) und ab der Kurve bis zur Taille. Messt besonders vom Schritt bis zur Taille mit einem Maßband, damit der Hintern genug Platz hat! Und lieber oben erstmal reichlich lang lassen, bevor die Hose hinterher zu tief sitzt. Zur Not kann man hinterher aber noch einen breiten Bund ansetzen. Musste ich auch schonmal ...
Der Hosenbund oben muss natürlich weit genug sein, um über Hüfte und Hintern zu passen.

Fun Fact: Der Schnitt funktioniert sogar dann, wenn man den oberen Hosenteil um 180° gedreht verwendet! (dann sitzt sie oben weiter und dann den Oberschenkeln enger. Meine Version ist an der Hüfte etwas schmaler und dafür am Oberschenkel weiter.)

Ich habe hellbraunen Stretchsamt verwendet. Elastische Hosen halten mehr aus und sind bequemer; der Samt gibt dem Ganzen Struktur und trägt etwas auf.

Die Teile zusammengeklappt und passend angeordnet. Die Stecknadeln stecken schon drin für Schritt 1.
Und so wird genäht:

1. Die Seitennähte der unteren Hosenteile und der untere Teil (nicht die Schrittkurve, sondern die Innenbeinnaht) der oberen Hosenteile werden zusammengenäht.

2. Nach jeder Naht versäubern! Das mache ich hier bei jeder Nahtzugabe einzeln - mit Zickzack, sodass der linke Stich im Stoff und der rechte direkt neben dem Stoff "in der Luft" platziert ist. So wird der Stoff mit dem Faden eingefasst und kann nicht mehr ausfransen.

Links: So gehts. Rechts: So siehts hinterher aus.

3. Jetzt wird der Schritt genäht: Die Innen-Oberschenkel-Naht der beiden oberen Hosenteile wird auf einandergelegt und das Ende dieser beiden Nähte aneinandergesteckt. Von dort aus kann man jetzt die Kurve stecken und nähen - wenn möglich, mit dem Dreifachgeradstich.

Die wichtigste Naht!

4. Jetzt erstmal kontrollieren, ob man richtig genäht hat. Müsste jetzt wie eine große, schlabberige Hose aussehen, die man schon anziehen kann.

Zwischenstand!

5. Die Unterschenkel werden an den Oberschenkel genäht! Dazu stülpt man die Unterschenkelteile auf rechts, die obere Hose muss weiterhin auf links gedreht sein. Dann wird der Unterschenkel mit dem Knie-Ende nach unten ins obere Hosenbein gelegt (zu Demozwecken liegt der Unterschenkel auf dem Foto auf statt in der Hose, sonst sieht man ihn ja nicht).
Mit Stecknadeln teilt man sowohl das untere als auch das obere Hosenbein in vier Viertel. Eine Stecknadel steckt in der Naht, dann eine auf der gegenüberliegenden Seite und jeweils auf der halben Strecke dazwischen.


6. An den stecknadelmarkierten Stellen werden die beiden Hosenbeinteile miteinander verbunden. Die Innenbeinnähte treffen aufeinander und an jeweils vier Stellen wird das Ganze zusammengesteckt.

Ungefähr so sollte das aussehen. Innen der Unterschenkel, außen der Oberschenkel.

7. Die überschüssige Weite wird entweder in Falten gelegt oder eingekräuselt.

Nicht mit Stecknadeln sparen!

8. Das geht jetzt rundherum, bis der ganze Stoff verteilt ist. Und dann wird ringsrum genäht - am besten geht das, wenn die Nähmaschine einen Freiarm hat.

Links: Halb fertig. Rechts: Ganz fertig.

9. Die Hose wird auf rechts gedreht - jetzt kann man sein Werk bewundern! Außerdem: Die Hose anprobieren und die Länge festlegen, sowohl oben am Bund als auch am unteren Ende der Hosenbeine.

Ein gepludertes Hosenbein.

10. Jetzt werden die Säume genäht! Die Hosenbeine unten doppelt umschlagen und festnähen.

Formschöner Saum - am einfachsten von innen genäht.

11. Oben am Bund passiert genau das gleiche - aber breit genug, um eine Kordel, ein Band o.ä. einzuziehen (auch ein Gummiband ist möglich). Man sollte sich vorher entscheiden, ob man die Löcher für die Kordelenden vorm oder nach dem Umklappen macht (ich schneide sie ganz einfach aus und nähe einmal per Hand drumherum, damit sie nicht ausfransen - man kann auch richtig professionelle Nestellöcher nähen).
Jetzt nur noch die Kordel mit einer Durchzugsnadel oder einer Sicherheitsnadel einfädeln - und fertig ist die Pluderhose!

Ja, sie sind schief. Schlechter können eure auch nicht werden ;)

Soviel zur Hose. Nach all den Bildern dann doch eher ein schlichtes Ergebnis - nächstes Mal gehts weiter mit den 3 G: Gamaschen, Gürtel, Gugel. Hoffentlich nach weniger langer Pause - aber dann mit Komplettfoto des Outfits!

Verlinkt bei Creadienstag, HandmadeonTuesday, Dienstagsdinge.

Weitere Teile:
Teil 1: Zwergenkostüm 2.0 - eine Tunika!
Teil 3: Zwergenkostüm 2.0 - Das ganze Outfit und der ganze Rest

Lg
Nria

Montag, 9. Juli 2018

7 dänische Sachen 27/2018

Immer wieder sonntags (heute leider verspätet): 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Minifras gefrühstückt.


Dänisches Brot mit dänischer Schokolade belegt.


Gelesen mit Aussicht.


Nägel lackiert, eigene und Gastnägel.


Das Zeit-Raum-Kontinuum gerettet.


Liegestütz-Challenge-Liegestütze gemacht.


Prospekte durchgeblättert.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.