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Dienstag, 24. März 2026

Narrenkappe und mein ältestes Näh-Material - Jester's Ensemble von Costume Pattern Studio

Kürzlich haben wir ein Liverollenspiel veranstaltet und hatten dort reichlich Festrollen. Oft bringen die NSCs dafür eigene Ausstattung mit, aber spezifische Outfit-Teile sind meist natürlich nicht vorhanden. Also muss die Orga ran.

Diesmal: Ein düsteres höfisches Setting. Mit dabei: Ein Narr. Der braucht natürlich eine Narrenkappe! Und einen Kragen gabs auch noch dazu.
Sowas habe ich noch nie genäht, aber mal ein Gaukler-Outfit, ebenfalls zipfelig. Vor 22 Jahren. Und wisst ihr was? Ich habe einen Teil von dessen Materialresten verwendet!

Der Schnitt "Jester's Ensemble" ist von Costume Pattern Studio. Neben der Mütze und dem Kragen sind eigentlich auch noch Manschetten enthalten, die fand ich aber überflüssig.

Der Hut hat zwei Zipfel - diese Art der Narrenkappe soll wohl an Eselsohren erinnern. Der Kragen hat sehr viele Zipfel!

Eigentlich wollte ich hauptsächlich Reste aufbrauchen, habe dann aber doch ein wenig Stoff dazugekauft. Passend zum Setting wollte ich dunkle, gern etwas unharmonische Farben, und unbedingt ein schmutziges Lila. Dazu kamen dann Dunkelblau, Schwarz und Anthrazit. 
Im hinteren Hutband ist ein Gummi eingenäht. Nicht historisch, aber innen siehts ja keiner! 

Der Hut war relativ schnell gemacht, ein bisschen wie eine Hose ohne Fußlöcher! Der Kragen hat ein bisschen gedauert. Gerade der Satin war wirklich flutschig zu nähen! Es sind auch eine Menge Teile auszuschneiden und bei solchen Kleinteilen mache ich das lieber sehr exakt. 
Was mir übrigens sehr gut gefällt, sind die unterschiedlichen Texturen der Stoffe. Viel reizvoller als alles aus dem gleichen Stoff!

Obwohl ich versucht habe, die Zipfel sehr genau zu nähen und auch die Passzeichen sorgfältig markiert habe, ist mein Kragen deutlich weiter als bei der Vorlage. Vielleicht liegts auch an der Größe? Ich hätte das Ganze etwas halsnäher erwartet.
Mein Kragen ist zum Binden statt geknöpft, weil es so größenvariabler ist. Dafür habe ich das Einfassband einfach beidseitig ein gutes Stück länger gelassen.


Und dann kam das uralte Material ins Spiel: Das Gaukleroutfit damals bestand u.a. aus einem dreilagigen Zipfelrock in drei Farben, und passend daran ringsherum Troddelborte.
Von der schwarzen Borte waren nur noch 2 einzelne Troddeln übrig. Ob ich sie vollständig aufgebraucht oder den Rest schon anderweitig verwendet hatte? Von der Borte in Weinrot und der in Gold war noch etwas übrig, aber ich wollte schwarze und rote Troddeln (rot und lila ist eine schön ungewöhnliche Kombi) anstatt noch eine völlig andere Farbe mit reinzubringen. Also wurden die schwarzen Troddeln mit einem Restchen schwarzer Troddelborte ergänzt. Ich habe die Bommeln und Troddeln jeweils von der Borte abgeschnitten und einzeln angenäht. 

Fazit: Gar nicht so wenig Arbeit für so ein kleines Projekt. Und ob man die Sachen nochmal gebrauchen kann, ist auch fraglich. Aber die Farbkombi mag ich immer noch!  

Schnitt: Jester's Ensemble von Costume Pattern Studio, Gr. 5XL (Kappe) bzw. 7 XL (Kragen) 
Material: Verschiedene Reste von Baumwoll- und Leinenwebware sowie Polyestersatin, Troddel- und Bommelborte
Änderungen: Kragen zum Binden statt Knöpfen
Nachnähpotential: Das ist doch eher speziell, also wohl nein

Verlinkt bei DvD.  

Lg
Nria 

Dienstag, 17. März 2026

Elfenjacke und -gürtel von Miss Viscid

Es geschehen noch Zeichen und Wunder - nach der Pandemiepause machen wir mit dem Veranstalten von Liverollenspielen weiter! Diesmal unter erschwerten Bedingungen mit Möndchen, und die anderen Orgamitglieder waren auch recht eingespannt.

Die Kostümproduktion lief trotzdem. Unter anderem hatten wir eine wichtige Figur am Start: Eine untote Elfe, Gattin des adligen Hauptgegners.
Gar nicht so leicht, ein passendes Outfit für die Dame zu finden, das nicht zu aufwändig ist, aber trotzdem was hermacht - es sei denn, man findet zufällig die perfekten Schnittmuster irgendwo hinten in seiner Etsy-Wunschliste ...

Miss Viscid kannte ich schon von irgendwoher. Genau weiß ich es nicht mehr (Larper Ning vermutlich?), aber ich habe mich damals sehr gefreut, dass sie ihre tollen Sachen jetzt als Schnittmuster rausbringt. Übrigens auch auf ihrer eigenen Seite, nicht nur auf Etsy. Nur hatte ich halt keine Verwendung für diese Art Kleidung.

Entschieden haben wir uns für eine Bolerojacke mit äußerst ausladenden Ärmeln und einen elfisch anmutenden Gürtel. Dazu ein bisschen passenden Schmuck und die NSC braucht nur noch ein Unterkleid mitzubringen. 
Eigentlich hätte ich den Gürtel leicht selbst zeichnen können, aber wir hatten nicht mehr so viel Zeit bis zum Con und alles, was dann schneller geht, ist willkommen.


 Ein Knackpunkt für NSC-Kostüme sind natürlich immer die Stoffe: Die sollen gerade für Adelsdarstellung nicht total billig aussehen, aber für einen kurzen einmaligen Auftritt möchte man auch nicht gerade in Seidensamt investieren.
Die Lösung: Das örtliche Stoffoutlet. Wir haben eins beim Kleidungsoutlet Bessmann, das Knöpfe für 5 Cent und eine große Menge Gardinen-, aber nicht so viele Bekleidungsstoffe hat. Ein paar Baumwollstoffe haben wir aber doch gefunden und für edlere Kostüme findet man mit etwas Glück tatsächlich einen Polsterstoff. 
Dort haben wir dann einen silbergrauen taftähnlichen Stoff, mit Kringeln bestickt, gefunden und einen blutroten, der Wildseide ähnelt. Elfisch-schnörkeliges Muster, vampirige Farben, perfekt!


Dummerweise habe ich vorm Einkaufen den Schnitt nicht richtig angeguckt: Irgendwie ging ich davon aus, dass die Jackenärmel gefüttert sind (weil man ja "reingucken" kann) und der Torso nicht. Dabei ist es umgekehrt; der Torso ist gefüttert, die Ärmel nicht. Hätte ich mir eigentlich auch denken können, dass 1 m Stoffverbrauch dafür zuwenig wäre; den Ärmelschnitt hatte ich nämlich bereits in der Hand gehabt. 
Glücklicherweise hatte ich aber spontan 1,5 m von dem roten Taft gekauft, was für die Ärmel und ein leicht gestückeltes Gürtelfutter exakt gereicht hat. 

Der Taft wäre mir für den Bolero mit Kelchkragen sowieso etwas zu kratzig gewesen. Im örtlichen Stoffladen habe ich fürs Torsofutter dann einen wunderbar weichen schwarzen Viskosetwill gekauft. Und es ziemlich bereut ...
Memo an mich: Ein Jackenfutter sollte nicht "wunderbar weich" sein, sondern "schön stabil"! Der Stoff ist unglaublich soft und anschmiegsam, verzieht sich allerdings schon beim Angucken, hat absolut NULL Stand und liegt nicht gut am Oberstoff an. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich wohl einen neuen Stoff gekauft und aus dem Twill ein wunderbar weiches Oberteil genäht ... 


Was ich beim Schnittmuster etwas eigenartig finde: Die Schnittdesignerin ist deutschsprachig und auch ihre Seite ist auf Deutsch - die Schnittmuster sind aber nur auf Englisch erhältlich.Wäre es wirklich so schwierig gewesen, für die paar Schnittmuster, die sie anbietet, die Anleitung zusätzlich in ihre Muttersprache zu übersetzen?
Und ein Manko bei den Schnittmustern: Zum Zusammenkleben sind einige "Fadenkreuze" an den Seitenrändern aufgedruckt, aber keine Stoßlinien. Man soll wohl einfach umfalten, aber auch das ist aufwändiger ohne Linie, und zum Abschneiden muss man die Linien selbst einzeichnen. Unpraktisch! Zum Glück gibts bei der A0-Seite zur Jacke nur eine Seite zu kleben und beim Gürtel gar keine.

Bei der Anleitung merkt man m.M.n. leider, dass sie Autodidaktin ist und noch nicht zig Anleitungen geschrieben hat. Ich finde sie eher unübersichtlich und nicht so klar. 
Was mich auch stört: In der Armkugel scheint keine Mehrweite enthalten zu sein. Hmmm.

Bonusfoto mit meinem hervorragend modelnden Mann!

Der Gürtel war relativ schnell genäht und mir gefällt, dass viele verschiedene Verschlussoptionen dabei sind. Außerdem bin ich wirklich zufrieden damit, wie gut mir die Musterplatzierung gelungen ist!
Die Chiffonverzierung war einfach zuzuschneiden, weil ich mangels Unistoff im Gardinenoutlet einen Streifenstoff genommen habe und dann entlang der eingewebten Streifen schneiden konnte. Den Saum habe ich mir gespart (passt für ein düsteres Setting), die Seitennähte aber mit Kappnähten geschlossen, damit man das Teil als NSC schnell umbinden kann, ohne dass es nach "falschrum" aussieht, wenn man nicht auf die Nähte achtet. Und ich war sehr erfreut darüber, wie problemlos meine neue Nähmaschine Chiffon verarbeitet!

Ich habe mich gefreut, die Schnittmuster nähen zu können, die Teilnehmerin hat sich gefreut, ein Elfenkostüm tragen zu können, die Mitspieler fanden hoffentlich die Rolle cool - win-win-win!

Schnitt: "Shrug Jacket" und "Y-Belt" von Miss Viscid
Material: Kunstfaser-Taft, Viskoseköper
Änderungen: Schultern um je 1 cm verbreitert
Nachnähpotential: Falls mir mal wieder eine passende Rolle über den Weg läuft, ja.

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria 

Dienstag, 9. Dezember 2025

7 Larp-Veranstalter-Sachen 49/2025

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden, ist unwichtig. 

Nach einem halben Jahr Vorbereitung fand endlich mal wieder eine von uns organisierte Larp-Veranstaltung statt! 

Larp-Plot dirigiert.


Vorher: Zur Jugendburg Neuerburg in die Eifel gefahren.


Jede Menge Fundus ausgeladen - der NSC-Raum war in der ehemaligen Burgkapelle, die jetzt als Standesamt-Außenstelle dient. Oder eben als Fundus-Raum.


Ein Whiteboard erst mit Aufbau-Checkliste, dann mit Rollenliste und Plot bestückt.


Möndchenhände: Holzschwert befingert, dass der Herbergsvater aus dem Hut gezaubert hat.


Nach Con-Ende: Aufgeräumt und Fundsachen gesammelt. Den zerbrochenen Krug habe ich mal mit für die Fundsachen fotografiert, auch wenn er entsorgt wurde, bevor ihn ewig wer sucht ...


Zum Abschluss: Eifel-Schnitzel gegessen.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria  


Dienstag, 29. Oktober 2024

[WIP] Die Claner-Monsterjägerin - Teil 7: Bogenschützen-Ausstattung

Intermezzo zwischen den Kleidungs-Projekten:
Da der neue Larp-Charakter als Späherin unterwegs sein soll, wage ich mich nach 21 Larp-Jahren ans Bogenschießen.
Einen Bogen und Pfeile hat mir ein Kumpel geliehen, eine Armschiene als Unterarmschutz hat mir der Liebste geschenkt, folgendes habe ich noch benötigt:

- einen Köcher
- einen Handschutz für die linke Hand
- einen Daumenring. Einen was? Daumenringe stammen aus dem asiatischen/osmanischen Raum und werden für eine etwas andere Schießtechnik als die europäische verwendet

Ausstattung für Larp-Bogenschützen!

Das Wichtigste ist erstmal der Köcher. Erstaunlicherweise habe ich einen im Orga-Fundus gefunden, von dem niemand weiß, wie der dahin gekommen ist, möglicherweise hat den irgendwann mal jemand auf einer Veranstaltung liegen lassen und sich dann nie gemeldet.
Das Leder ist meiner Einschätzung nach ein eher billiges Spaltleder mit Beschichtung für einen Glattleder-Look und sieht entsprechend auch nicht hochwertig aus, das Hauptproblem ist aber ein anderes: 

Köcher vorher

Der Köcher ist recht kurz und ein großer Teil der Pfeile steht heraus. Echte Pfeile stecken mit der schweren Metallspitze nach unten im Köcher, Larp-Pfeile muss man wegen der dicken Schaumstoffköpfe allerdings mit dem Kopf nach oben in den Köcher stecken - und dadurch wird der volle Köcher so kopflastig, dass er am Gürtel kippt.
Außerdem ist da der Riemen - viel zu kurz als Umhängeriemen, und als Gürtelhalterung ergibt ein einzelner langer Riemen ebenfalls keinen Sinn.

Es folgt also: Mittelgroßer Köcherumbau.Tatsächlich ist das als Provisorium gedacht - das Leder ist nicht toll, es lohnt nicht, da noch groß Geld reinzustecken (deshalb habe ich auch kein "gutes Leder" für den Umbau verwendet) oder viele Arbeitsstunden. Sollte ich den Charakter regelmäßig spielen, wird der Köcher irgendwann ersetzt.

Köcher-Umbauschritte
  • Zuerst habe ich die Schnürung des Umschlags entfernt und diesen aufgeklappt, ebenso den Aufhängeriemen entfernt.
  • Danach habe ich eine Verlängerung zugeschnitten: Innen aus festem Filz, außen aus dunkelgrünem Wollstoff. Der gerade untere Teil wird in den bisherigen Köcher geschoben, nach oben hin läuft die Verlängerung auseinander, um bequemeres Einfüllen der Pfeile zu ermöglichen. Die beiden Schichten habe oben vernäht, dann wellenförmig abgesteppt (gegen Verschieben und für mehr Struktur), und schließlich per Hand Stoß auf Stoß zusammengenäht
  • Die Verlängerung habe ich in den Köcher geschoben, die Positionen der Schnürlöcher markiert, wieder entnommen und gelocht (und das war wirklich der anstrengendste Teil, an die obere Lochreihe zu kommen - die Schlaglocheisen waren nicht scharf genug und die Lochzange etwas zu kurz). Dann konnte ich die Verlängerung festschnüren.
Köcher-Abschluss und Aufhängung

  • Damit der angesetzte Teil nicht nach nachträglicher Korrektur aussieht, sondern wie ein bewusstes Designelement wirkt, habe ich aufs obere Ende den früheren Aufhängeriemen aufgesetzt und im gleichen Look festgeschnürt wie den unteren Bereich.
  • Für die Aufhängung hatte ich jetzt nichts mehr vom Original-Leder übrig, deshalb habe ich einen alten Gürtel verwendet. Und die Aufhängung diesmal auf sinnvolle Art gemacht: Oben einen kurzen, in der Mitte einen langen Riemen, jeweils mit Gürtelschlaufe oben. Und wie ihr seht, ist mir an dieser Stelle dann der dünne Lederriemen zum Schnüren ausgegangen.
Köcher vorher und nachher

So kann sich der Köcher doch viel eher sehen lassen! Mal sehen, ob ich tatsächlich irgendwann noch ein besseres Modell mache oder das so ein "Nichts hält länger als ein Provisorium"-Fall wird ...

Als nächstes ein schnelles Teil, das für mich wirklich nötig ist: Ein Handschutz für die linke Hand. Da der Bogen keine Pfeilauflage hat und ich den Pfeil vorne mit der Hand fixiere, fletschen mir die Nocken manchmal zwischen Daumen und Zeigefinger über die Hand und reiben mir die Haut auf. Also habe ich einen höchst professionellen Schnitt mit der "Um die Hand rumzeichnen und alles Unnötige wegnehmen"-Methode erstellt:

Schnittmuster Bogenschützenhandschuh

Das hat ganz gut funktioniert und ist funktional, ich werde den Handschuh aber nochmal neu machen. Der Grünton gefällt mir nicht, das Leder färbt durch Schweiß ab und die Ausführung kann noch ein paar kleine Verbesserungen vertragen.

Bogenschützenhandschuh getragen

Abschließend komme ich noch zu einem wirklich tollen Teil: Dem Daumenring. Den verwende ich aus drei Gründen:
1. rutscht mir der klassische Dreifinger-Fingerkuppenschutz vom europäischen Bogenschießen zu leicht von der Hand
2. passt diese Schießtechnik einfach gut zu unserem "östlichen" Larp-Hintergrund
3. sind diese Teile einfach so ultracool!

Wenn ihr wissen wollt, wie man das Ding jetzt benutzt: Hier gibts ein Video zur Bogenschießtechnik mit Daumenring

Daumenring Kaufversion

Daumenringe gibt es in diversen Versionen zu kaufen, ich mag diese Version aus Blech mit einer Lederhalterung, die kein klassischer Ring ist.
Diese gibt es in verschiedenen Lederfarben und mit innen- oder außenliegendem Blechteil, nur - nicht für Frauenhände. Größe S gibt es nur außenliegend und schwarz, was mir beides nicht gefällt. Fürs komplette Selbermachen fehlen mir Skills und Werkzeuge zur Metallbearbeitung, also habe ich einen kleinen Ring gekauf, diesen auseinandergenommen ...


... den schwarzen Lederteil auf rotes Leder übertragen und den Ring wieder zusammengenäht, diesmal mit außenliegendem Blech. Das hat wirklich keinen Spaß gemacht, weil der Faden sich an den Blechlöchern durchgescheuert hat und ständig gerissen ist, ABER schaut euch das Ergebnis an:

Vergleich Daumenringe

Links: Daumenring groß mit außenliegendem Blech
Rechts: Daumenring klein mit innenliegendem Blech, Bastelgrundlage für meine Version
Mitte: Meine umgebaute Version. Man sieht gut, dass der Ring dadurch nochmal schmaler geworden ist, perfekt für kleine Frauenhände!


Also, dieses Ding liebe ich wirklich heiß und innig! Das hat sich wirklich gelohnt.

Damit ist die Ausstattung meiner Monsterjägerin schon ziemlich weit fortgeschritten - als nächstes geht es mit dem Deel weiter.

Bisherige Blogposts:
WIP Teil 1: Konzept und Material  
WIP Teil 2: Planung und Oberteil-Entwürfe
WIP Teil 3: Schnitterstellung und Probeteile
WIP Teil 4: Tunika mit Ärmel-Trick
WIP Teil 5: Haare und Makeup-Tests

WIP Teil 6: Die Hose

Verlinkt bei DvD.

Freitag, 6. September 2024

Der Falghat - ein Prinz aus dem Osten

Vor einigen Jahren (genauer gesagt, im März 2009) sollte auf einer unserer Liverollenspiel-Veranstaltungen mal der Prinz des Landes auftauchen, und wir haben ein Kostüm für ihn genäht.

Damals haben wir keine Tragefotos gemacht und seither habe ich mich drüber geärgert - aber vor Kurzem haben wir festgestellt, dass Nrias Mann das Kostüm perfekt passt. Also los!

Insgesamt besteht das Kostüm aus vier Bestandteilen: Pluderhose, Gamaschen, Hemd und Wickelwams, alles nach eigenem Schnitt. Der Look sollte osteuropäisch-slawisch bis russisch wirken.

Würde ich mit unbegrenztem Budget einen Prinzen ausstatten, würde ich wallende Gewänder aus meterweise Samt und Seide und hochwertigen Wolltuchen verwenden - aber leider sind wir beim Larp und nicht beim Film, und für Einmal-Auftritte nicht wiederkehrender Figuren ist das Budget knapp. Das Material des Wickelwamses als prägnantestem Teil des Gewands ist also aus Seide, die restlichen Teile aber eher günstig gehalten und die Schnitte eher materialsparend, aber dafür detailreich gestaltet.

Aber fangen wir von unten an:

Die Hose (aus Woll-Polyester-Gemisch) ist recht einfach konstruiert aus einem klassischen Hosenschnitt: Den Oberschenkelbereich seitlich nach Belieben verbreitern, Kordelzug rein, unten raffen und zwei rechteckige Beinröhren ansetzen. Ich habe vorn und hinten Seidenstreifen und seitlich jeweils einen Streifen Goldborte aufgesetzt.

Das Hemd ist aus billigem Polystoff, glänzt aber immerhin mit Stehkragen und Ärmelaufschlägen, Bortenbesatz und Posamentenverschlüssen.

Das Wams zieren zwei aufgesetzte Streifen aus Wollstoff, das Muster stammt von einer historischen Vorlage. Wir haben es mit Posamentenborte und Metall-Aufnähern umgesetzt.

In den Schulternähten sind zwei kurze Stolen mit handgesticktem Text (in einer Fantasiesprache) eingesetzt, die Motive sind appliziert und an den Rändern wieder Metall-Aufnäher angenäht.

Auf die Scheinärmel haben wir Ornamente aus hellem Wollstoff und roter Seide mit Metallornamenten in der Mitte aufgenäht.

Heute würde ich wohl einige Dinge anders angehen, aber ich finde, das Outfit kann sich immer noch sehen lassen.

Langsam stellt sich nur die Frage, was wir mit dem Kostüm anstellen - die Figur des Prinzens wird im Spiel nicht mehr auftauchen. Von der Hose habe ich die Deko-Streifen inzwischen abgetrennt und sie landet im Fundus für alle möglichen Rollen, Hemd und Gamaschen sind auch variabel einsetzbar, beim Wams denke ich über Recycling-Möglichkeiten nach. Alternativ - Stolen abtrennen und einen neuen Abnehmer suchen? Da bin ich noch unentschlossen ...

Wie gefällt euch das Outfit?

Dienstag, 16. Juli 2024

[WIP] Die Claner-Monsterjägerin - Teil 6: Die Hose (mit Pluderhosen-Schnittkonstruktion)

Nachdem die Tunika fertig ist, kommt als nächstes die Hose an die Reihe - damit steht der Grundstock des Monsterjäger-Outfits.


Da ich hier ein schmales und ein weites Bein genäht habe, kann ich hier gut zeigen, wie ich Pluderhosen bzw. Rushosen aus einem schmalen Hosenschnitt konstruiere:

Links sind die normalen Hosenbeine (l: vorne - r: hinten). Die teile ich unterm Knie, verlängere den Oberschenkelteil (l: hinten - r: vorne) um ein paar Zentimeter, damit sich der Stoff am Übergang staucht und gebe außen viel und innen etwas mehr Weite zu. Die Schrittkurve bleibt unverändert.
Hier sollte die Hose am Po- und Hüftbereich weiterhin eng sitzen, um mit dem engen Hosenteil zu harmonieren, deshalb ist die komplette Mehrweite unterhalb der Hüfte - für eine normale Pluderhose kann bis zum Bund hoch Weite zugegeben werden, der Bund wird dann gerafft.

Den Unterschenkelteil sollte möglichst eng sitzen, damit sich im Stiefel oder unter Beinwickeln weniger Stoff knubbelt. 

Die Mehrweite das Oberschenkelteils wird an der Verbindung zum Unterschenkel dann in Falten gelegt oder gerafft.

Die Schnittteile sind alle diagonal zum Fadenlauf auf den Stoff gelegt, denn in diese Richtung ist jede Webware ein klein wenig elastisch - das reicht nicht, um einen Schnitt für elastische Stoffe verwenden zu können, aber erhöht den Tragekomfort und die Haltbarkeit, weil der Stoff etwas nachgeben kann.

Da der Hosenschnitt für eine leger und nicht hauteng geschnittene Hose konstruiert war (wirklich enge Schnitte für unelastische Stoffe bekommt man kaum - schon für diesen nur halbwegs schmalen unelastischen Hosenschnitt habe ich lange gesucht), habe ich das Hosenbein getragen abgesteckt und dann nochmal verschmälert. 

Beim ursprünglichen Schnitt war der Bund zu weit, hier habe ich noch gerade soviel weggenommen, dass die Taillenweite noch über Po und Hüfte passt, und dann ein Gummi in den Bund eingezogen.

Bei der Rundumansicht sieht man, dass der Schnitt nicht perfekt ist - im Pobereich passt die Kurve nicht, da staucht sich etwas Stoff. Eine Alltagshose hätte ich hier korrigiert, da ich zeitlich knapp dran war und ohnehin der Bereich immer von der Oberbekleidung verdeckt sein wird, lebe ich hier damit.

Zum Schluss habe ich noch Nestellöcher eingenäht (auf einem vorher verstärkten Bereich, Wollstoffe sind mäßig reißfest), um die Hose an einem Wams festzunesteln und am Rutschen zu hindern, und seitlich Lederbänder fürs Beinholster.

Als nächstes geht's ans Deel und die Accessoires!

WIP Teil 1: Konzept und Material  
WIP Teil 2: Planung und Oberteil-Entwürfe
WIP Teil 3: Schnitterstellung und Probeteile
WIP Teil 4: Tunika mit Ärmel-Trick
WIP Teil 5: Haare und Makeup-Tests

Mittwoch, 26. Juni 2024

[WIP] Die Monsterjägerin - Teil 5: Haare und Make-Up-Tests

Im Teil 2 meines Larpcharakter-WIP habt ihr ja noch einen alten Entwurf zum Charakter gesehen - geplant war ein Charakter mit langen naturroten Zöpfen. Ich wollte schon immer einen rothaarigen Larp-Charakter, an die Haarfarbe war auch der Spitzname angelehnt und insgesamt finde ich naturrote Haare einfach richtig cool!

Ich hatte auch bereits eine rote Perücke gekauft und rumprobiert:

Und weil kein naturrothaariger Mensch schwarzbraune Augenbrauen hat, auch mal "Brauen hellrot schminken" getestet, und war nach langen aufwändigen Versuchsreihen halbwegs zufrieden:

So, und jetzt ... mach ich alles anders.

Der Look gefällt mir supergut, aber alles daran ist aufwändig und erfordert nicht nur lange Vorbereitung, sondern auch regelmäßige Beschäftigung mit der Verkleidung. Ich liebe Perücken fürs Larp, aber sie sind im Sommer unheimlich warm, sie neigen zum Verrutschen, ich muss ständig aufpassen, dass keine dunklen Haare hervorschimmern, Lace-Front-Perücken rutschen weniger, dafür löst sich der Kleber und ich denke einfach ständig drüber nach im Spiel. Und da für diesen Charakter viel Klimbim, Schnallen und Riemen geplant ist, hätte ich vermutlich noch andauert ein Problem mit irgendwo festhängenden Zöpfen.

Während es kein Problem darstellt, Augenbrauen dunkler zu schminken, ist das Hellerschminken von Brauen einfach nur ein Schmerz im Allerwertesten. Es dauert ewig, es braucht unheimlich viele Schichten, die Brauen sehen danach nicht mehr natürlich, sondern zugekleistert aus, es schimmert immer noch ein dunkler Schleier durch und man muss sich zwingen, auf keinen Fall versehentlich an die Brauen zu fassen, weil sich die Farbe auch noch unheimlich schnell wieder abreibt.

Also - so sehr ich den Look mag - gibt es keine Perücke, die Haare bleiben dunkel.

Ich habe über Affenschaukeln mit eingeflochtenen roten Bändern nachgedacht, was mir schon ganz gut gefiel, und dann hatte ich eine noch bessere Idee:

Hochgebundene Zöpfe mit eingeflochtenen roten Bändern und drangebundene Troddeln!

Ich finds total cool. Stellt euch da jetzt noch einen Hut drüber vor, dann siehts aus, als hätte ich rote Troddelhaare.

Das Make-Up ist angelehnt an diese Vorlage, die gefällt mir sehr, für die praktische Umsetzung muss ich dann noch einen Kompromiss aus Qualität und Schminkzeit finden.

Damit hatte ich schonmal rumprobiert:


Sommersprossen waren bei diesem Test noch eingeplant zu roten Haaren - die lasse ich weg, weil ich den "Niedlich"-Effekt für den geplanten Look nicht gebrauchen kann.
Weiterhin habe ich Schmucknarben getestet - die Stelle gefiele mir, ich habe aber Sorge, dass die im Kinn- und Oberlippenbereich durch Mimikbewegung und Schweiß nicht gut hält.


Nächster Test: Schmucknarben werden ersetzt durch Tattoo (hier erstmal eine schnelle Skizze) und Klauennarben. Außerdem wird langsam was mit dem Augenmakeup.

 
Entwicklung des Narben-Looks: Nach dem ersten Klauennarben-Test (links) sind die Narben beim nächsten Versuch (rechts) enger zusammengerückt und breiter geworden, außerdem tiefer den Hals runtergewandert.

Und jetzt: Die finale Version!


Ich liebs. Die Narben im Kinnbereich haben genau das Problem, was ich befürchtet hatte: Viel Schwitzen halten sie nicht aus, ich habe den oberen Teil im Laufe des Tages durch Farbe ersetzt. Nichtsdestotrotz, in Kombination mit den Haartroddeln und dem Kostüm rockt der Look!

Als nächstes gehts dann aber wirklich weiter mit der Hose.

Bisherige Beiträge:
WIP Teil 1: Konzept und Material  
WIP Teil 2: Planung und Oberteil-Entwürfe
WIP Teil 3: Schnitterstellung und Probeteile
WIP Teil 4: Tunika mit Ärmel-Trick

Donnerstag, 13. Juni 2024

[WIP] Die Claner-Monsterjägerin - Teil 3: Schnitterstellung und Probeteile

Die Pläne fürs Claner-Kostüm stehen - weiter geht's erstmal nicht mit den schönen Wollstoffen, sondern erstmal dem Ballen dünner Baumwolle, den ich kürzlich beim schwedischen Möbelhaus für Probeteile mitgenommen habe.

Ich war wirklich richtig motiviert, deshalb habe ich das Rückenteil schmaler gemacht als das Vorderteil und das obere Vorderteil etwas länger als das obere Rückenteil, um Brust und Bauch auszugleichen, und habe tatsächlich mal gerade Taillenlinien und Seitennähte. Meistens bin ich bei Larpklamotten zu faul dafür.


 Folgendes habe ich zum Oberteil notiert:

  • Die Ärmel sitzen nicht zu meiner Zufriedenheit, waren aber auch erstmal schnell aus dem Handgelenk aufgezeichnet, um zu testen, ob die Armausschnitte okay sind. Könnten noch nen Tick nach vorne
  • Der Torso sonst gehts für "ohne Abnäher" (auf die ich bei Pseudo-Mittelalter-Kostümen verzichte, weil mir der Look zu modern ist).
  • Wenn bei der Wollversion der Überlapp immer noch eine Falte schlägt, werde ich da aber einen Abnäher anbringen, den kann ich ja unter dem Besatz verstecken.
  • Das seitliche Ende des Überlapps war zu hoch (habe ich für die Version auf dem Bild schon tiefer gesetzt - der wird mit Knebel- oder Kugelknöpfen befestigt und das wäre zu nah unter der Achsel unbequem.

Der erste Hosen-Versuch war direkt sehr vielversprechend - als einzige Änderung werde ich hier das enge Bein noch enger nähen, das werde ich aber nicht am Schnitt ändern, sondern bei der endgültigen Version direkt am Bein abstecken. 

Ärmelvergleich - anklicken zum Vergrößern

Zurück zu den Ärmeln:

  • Bei Version 1 war mir der Armausschnitt zu weit außen und der Ärmel zu faltig.
  • Bis zu Version 2 habe ich dann einiges rumgebastelt, den Armausschnitt weiter ausgeschnitten und noch 2 Probeärmel ausprobiert, u.a. eine steilere Ärmelkugel für eine bessere Passform probiert - der Ärmel liegt schön an, aber durch die steilere Armkugelform zieht sich das Oberteil zu stark hoch, wenn man die Arme hebt. Für eine offen getragene Jacke/Blazer o.ä. wäre das egal, mit Gürtel drüber ist es aber lästig, ständig das Oberteil zurechtzuziehen
  • Also nochmal zurück zum Torso und den Armausschnitt tiefer gezogen. Das Ergebnis hat mir gar nicht gefallen
  • Also nochmal zurück zum Torso und den Armausschnitt höher gezogen: Dafür habe ich probehalber den Ärmel meines 14.-Jahrhundert-Kleids ausprobiert. Auch nicht perfekt, aber da weiß ich zumindest, dass mich die Ärmel nicht explizit stören - also nehme ich die, damit ich weitermachen kann.

Weiter geht es dann erstmal mit dem Hemd, um zwischendurch ein flotteres Erfolgserlebnis zu haben.

Bisherige Blogposts:
WIP Teil 1: Konzept und Material  
WIP Teil 2: Planung und Oberteil-Entwürfe

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Vlads neue Kleider - Sharagor-Tunika fürs Larp

Mein Mann hat vor 3 Jahren auf einem unserer Cons als NSC einen Sharagor gespielt, einen Späher im Orden des Erbauers. 

Damals habe ich ihm eine Woll-Pluderhose genäht und einen gebraucht gekauften mongolischen Hut in die Hand gedrückt; er hat dann ein leicht abgeranztes Hemd und eine selbstgenähte Fellweste ergänzt, dazu ein Wickelgürtel. Als NSC (Nichtspielercharakter) war das Outfit auch völlig ok, aber da die Figur jetzt als Spielercharakter weitergespielt wird, durfte es doch mal etwas Schickeres sein. Außerdem braucht man für ein Con im Dezember doch etwas Wärmeres.

Also habe ich ihm eine neue Tunika genäht! Ich präsentiere: Vlad Tasherga vom Clan Kamaroviak, Sharagor im Orden des Erbauers hier mit unvollständigem Outfit zu sehen (das komplette gibts weiter unten)! 

[Disclaimer: Unsere Bilder sind jetzt standardmäßig 1000 Pixel groß, aber wir stellen sie nicht mehr auf "Originalgröße" ein, damit es die Seite nicht sprengt. Ihr könnt die Fotos also zum Vergrößern anklicken, aber ich habe noch nicht raus, wie ich die Bilder in unterschiedlichen Formaten in der gleichen Breite anzeigen lassen kann, also verzeiht bitte die unordentliche Darstellung!]

Die neue Tunika steht ihm gut, oder?
 
Hier ein Bild von unserem Con Anfang 2020 zum Vergleich:

Vorher-Foto. Danke an Jochen Eyer!

Die Farbwahl bot sich an: Diese Späher sind im Wald unterwegs und das hier ist zwar nicht der natürlichste Grünton (etwas zu blau), aber ich hatte halt noch 1,5 m von dem schönen Wollstoff aus dem Wollrestepaket von Tuch&Stoff übrig, aus dem ich schon das Outfit für meine Schreiberin Walli genäht hatte ...
Die braunen Applikationen bestehen aus einem Rest braunen Wolltuchs, das ich auf der Soester Fehde im Sommer für eine Tunika für mich gekauft hatte.

Die Passform ist noch nicht ideal, aber fürs Larp reichts.

Die Applikationen geben der schlichten Tunika mehr mongolische Vibes. In der Ärmelbordüre habe ich eine Sanduhr "versteckt", damit es zum Orden passt (dessen Symbol die Sanduhr ist).
Ich habe die Tunika relativ lang gemacht, weil sie unter der Fellweste zu sehen sein sollte, aber dann war sie unten zu eng zum Rennen (der Stoff hat nicht für mehr Weite am Saum gereicht), daher wurde noch schnell ein Schlitz eingearbeitet.

Weil der braune Wollstoff stabil ist und nicht franst, habe ich ihn einfach festgesteckt und mit Zickzack festgenäht. Per Hand sähe zwar authentischer aus, aber ain't nobody got time for that ...
Am längsten dauert es immer, die Vorlage zu erstellen. Bis man mit Proportionen und Aufteilung zufrieden ist, braucht es einige Testversionen!

Ein paar Details!

Hier seht ihr den Seitenschlitz und die Ärmelapplikation. Außerdem: Die vor 2 Jahren genähte Woll-Gürteltasche!
Weil der Wollstoff etwas kratzig ist, habe ich einen rumliegenden dunkelblauen Leinenrest als Futter verwendet. Passt zwar nicht perfekt, aber ist ja innen!

Hinten schlicht, aber schon etwas schmutzig vom Con.

Beim Füttern ärgere ich mich immer, dass man nur eins der vier Löcher (Halsausschnitt, zwei Ärmel, Saum) gleichzeitig verstürzen kann. Aber ich wende dann Trick 17 an: Erst verstürze ich den kompliziertesten Ausschnitt - hier der Halsausschnitt, weil ich diese Rundung besonders sauber nähen will. Dann drehe ich das Ganze auf rechts und ziehe mir die übrigen Ausschnitte so durch den noch offenen Saum, dass ich sie rechts auf rechts zusammennähen kann - es hilft, wenn man sich dabei den Anfangspunkt feststeckt (oder gut festhält), z.B. das Ärmelende an der Ärmelnaht nehmen, Futter und Oberstoff so nach innenklappen, wie sie verstürzt liegen würden, und dann diese Stelle durch die zwei Schichten am Saum durchziehen, bis man die linken Seiten in der Hand hält. Ging sogar beim Saum; ich hatte dann nur noch eine kleine Wendeöffnung (oft nimmt man dafür auch eine Wendeöffnung in der Futter-Seitennaht).
Aber ich glaube, dazu muss ich eine Fotoanleitung machen, das ist mit Worten schwer zu beschreiben.

 
Das Outfit in seiner ganzen Pracht!

Und hier seht ihr den ganzen Rest der Ausstattung! Die Handschuhe sind so gekauft; Helm und Waffe wurden mit Fell dekoriert (die braune Griffwicklung ist auch neu) und was man gar nicht erkennt: Auf den Wickelgürtel habe ich an den Enden ebenfalls braune Sanduhren aufgenäht. Das müsst ihr mir jetzt einfach glauben.

Sieht doch schon ganz gut aus! Als nächstes steht dann eine Gugel an. Und mal gucken, ob wir die Fellweste etwas modifiziert kriegen, die hat noch ein paar Baustellen ...

Lg
Nria