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Mittwoch, 5. August 2026

Ein Kleid für besondere Umstände - oder auch nicht: Kleid 16 "Mystic Roses" aus der Ottobre family 7/2018 wird zu Kleid Lilou von Pattydoo

Manchmal kommt es anders, als man denkt. Daher ist das hier sozusagen ein 2-in-1-Beitrag: Zwei Kleider aus demselben (nicht dem gleichen!) Stoff.

Ich weiß noch: Als ich 2018 die Ottobre family-Ausgabe gekauft habe, habe ich mich ein bisschen geärgert, nicht schwanger zu sein. Warum? Weil ich zwei Umstandskleider daraus so schön fand. Damals hatte ich noch nicht mal einen Freund (für meinen Mann habe ich inzwischen auch schon einige Teile aus dieser Ausgabe genäht) und hätte nicht gedacht, dass die Gelegenheit für die Kleider mal kommen würde ...

2025 war es schließlich so weit! Ich hatte auch einen besonderen Stoff dafür ausgesucht: Ein Viskosejersey von Der Stoff; mein "Abschiedskauf" aus der jetzt geschlossenen Filiale in der Nachbarstadt. Er ist schwarzgrundig und hat zwar kein Rosenmuster wie das Originalkleid, aber die grünen und rosa Blätter haben zumindest eine passende Farbgebung zum Namen! 

Nanu - das ist doch die Lilou von Pattydoo und nicht das Ottobrekleid? Ja ...

Das Kleid ist eigentlich simpel: Ein Brustteil mit Abnäher und weitem, rundem Ausschnitt, ein in Falten gelegter Rockteil, lange Ärmel. Die hatte ich gekürzt, weil das Möndchen ein Sommerbaby wurde. 

Genäht war das Ganze fix (das Pseudo-Wickelkleid aus der gleichen Ausgabe finde ich noch schöner, hatte aber gerade keinen unifarbenen Viskosejersey zur Hand und war mit aufwändigeren Projekten auch schon ausgelastet). Die Änderungen wie die FBA haben vermutlich mehr Zeit gefressen als das eigentliche Nähen ... wie so oft.

Dann kam die Anprobe. Und ich war ernüchtert. (und hatte kein Bild gemacht; das hier ist einige Monate nach der Schwangerschaft entstanden)
Es war einfach nur ein relativ formloser Sack. Ich weiß nicht, ob die Ottobre einen schwereren Viskosejersey verwendet hat? Oder vielleicht hatte ich die falsche Basisgröße für die FBA genommen. 


Ich habe mich echt geärgert und das Teil erst wieder aus der Ufokiste geholt, als das Möndchen schon bald ein Jahr alt war. Okay, lag auch daran, dass ich im Winter wenig Lust aufs Nähen von Sommerkleidern habe.

Jedenfalls wollte ich schon länger das Kleid Lilou von Pattydoo nähen. Das ist wirklich besonders: Es hat ein "Wickeloberteil" mit Fältchen und Schulterpassen, dazu eine geraffte Taillenpartie und einen weit ausgestellten Rock. Und: Es gibt sogar ein zusätzliches Schnittteil für große Oberweite! Das war auch ausschlaggebend für mich, denn viel Spaß dabei, für so einen Schnitt die FBA durchzuführen ...

Verwandlung!

Natürlich ist die Verwertung von bestehenden Teilen nicht so einfach, wie ein großes Stück Stoff zuzuschneiden. Ich habe erstmal alle Schnittteile gedoppelt, was ein blöder Extra-Aufwand ist, aber im Bruch zuzuschneiden ist hier einfach nicht drin. 

Zu meinem Glück hatte ich damals großzügige 2 Meter gekauft statt meiner üblichen anderthalb. Das sollte ich mir eigentlich mal angewöhnen, dann müsste ich mich nicht über eingeschränkte Möglichkeiten ärgern und würde die Stoffe zügiger verarbeiten! 

Dadurch hatte ich noch ungefähr 90 cm Meterware übrig und kam gar nicht in große Bedrängnis: 
- die Lilou-Rockteile passten gerade eben aufs Reststück (hurra!)
- aus einem Rockteil konnte ich das Rückenteil und die zwei Taillenbänder zuschneiden
- das andere Rockteil hatte bequem Platz für die beiden Ärmel und ein Vorderteil
- das ursprüngliche Rückteil wurde zum anderen Vorderteil
- das ursprüngliche Vorderteil ergab Stoff für zwei Passen
- die letzten beiden Passenteile und den kleinen Stoffstreifen für den Halsausschnitt konnte ich aus den Resten vom großen Stoffstück zuschneiden

Kleinteiligere Schnittmuster sind wirklich dankbar für Upcycling-Projekte! 

Noch nicht ganz die endgültige Aufteilung, aber sieht schon gut aus!

Hinten finde ich das Oberteil einen Hauch zu lang, aber okay genug, um da nicht dran rumzuändern.

Übrigens habe ich den Ausschnitt ein bisschen entschärft: Dafür fügt man am Ausschnittsaum, oben beginnend, Länge hinzu, die dann bis zur Unterkante des Oberteils ausläuft. 
Hört sich etwas kompliziert an, ist es aber nicht: Man schneidet dazu den (vorher eingezeichneten) Saum fast ab (also die Saumkante, die schräg über die Brust läuft), lässt an der Unterkante einen Millimeter stehen und kippt den Saum ein bisschen (bei mir: 1 cm) vom Oberteil weg. Bisschen Papier unterlegen, festkleben, evtl. die Linie oben ein bisschen ausgleichen.

Im Original sind keine Nahttaschen vorgesehen, die habe ich frei Schnauze hinzugefügt. Ich ärgere mich immer, wenn ich Kleider ohne Taschen nähe, bin aber oft zu faul. Hier habe ich mich zum Glück durchgerungen!

 

Ich hatte vorher ein Probe-Oberteil aus Reststücken gemacht, weil der Stoff nun wirklich nicht für einen dritten Versuch gereicht hätte. Das Probeteil gefiel mir und dadurch ging das Nähen des tatsächlichen Kleids auch viel einfacher, weil ich ja schon wusste, wie alles funktioniert. Wie so oft sieht die Konstruktion komplizierter aus, als sie ist. Man muss nur unbedingt aufpassen, die runden Schulterpassen richtigherum anzunähen - das kann man auf verschiedene Arten falsch machen ... (ist mir nicht passiert, aber einer Teilnehmerin in der Pattydoo-Facebookgruppe, daher war ich vorgewarnt)

Ich freue mich sehr, dass ich a) mich doch nochmal an das Kleid gesetzt habe, weil ich wirklich frustriert war, dass mir das erste misslungen ist, und b) endlich die Lilou ausprobiert habe. Hatte immer befürchtet, dass das Große Cups-Oberteil nicht ausreichend ist. Aber das Kleid gefällt mir jetzt super und ich bin mir sicher, dass weitere Lilous folgen werden!

 
Ohne Still-BH werden die spätestens im nächsten Sommer auch noch ein bisschen schöner sitzen :) 
Schnitt Nr. 1: Umstandskleid 16 "Mystic Roses" aus der Ottobre family 7/2018, Gr. 42?
Material: Viskosejersey von Der Stoff
Änderungen: FBA, Schultern um 1 cm verschmälert, kurze statt langen Ärmeln genäht, gekürzt
Nachnähpotential: Nein!

Schnitt Nr. 2: Kleid Lilou von Pattydoo, Gr. 42, Version für große Oberweite, kurzärmelig
Material: Viskosejersey von Der Stoff
Änderungen: Schultern um 1 cm verschmälert, Vorderteile gesäumt statt den Saum nur umzubügeln
Nachnähpotential:
Oh ja!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.  

Lg
Nria

Mittwoch, 1. Juli 2026

Stillkleid Pembroke von Cashmerette

Nach der Schwangerschaft passe ich zwar in die meisten Kleidungsstücke wieder rein, aber wegen des Stillens sind die Teile manchmal an der Brust zu eng - und aus genau diesem Grund kann ich aktuell auch fast alle meine Kleider nicht tragen: Nicht nur zu eng, auch ohne Stilloption. Ärgerlich im Sommer!
 
Zum Glück hat mein aktueller Lieblings-Schnitthersteller Cashmerette ein Nursing-Erweiterungsset für verschiedene Schnittmuster aus dem Angebot. Der Haken: Diese Erweiterung gibt es schon länger und daher sind nur ältere Schnittmuster vorgesehen - die es erst ab Gr. 12 gibt. Ich brauche im Oberteil Gr. 10, habe es aber einfach mal drauf ankommen lassen. 
 
 
Die Stillerweiterung gibt es für das Concord-T-Shirt, das Pembroke-Kleid (mit Tunikaversion), das Turner-Kleid und das Brooklyn-Umstandsshirt (es ist ein Set für alle, aber die Originalversionen sind nicht inbegriffen; dafür gibt es ein Sammelangebot, wenn man alles auf einmal kauft). 
Da ich nicht weiß, wie lange ich noch stillen werde, probiere ich das erstmal nur für ein Teil aus. 
 
Weil ich auch noch nicht wusste, obs mir überhaupt gefällt, habe ich Stoffe verwendet, an denen mein Herz nicht hing: Ein Palmwedeljersey von Stenzo, letztes Jahr als Reststück gekauft - ich wollte damals eigentlich ein Umstandsshirt draus nähen - und ein blauer Unijersey fürs Oberteil, bei dem ich keine Ahnung mehr habe, wo der herkam. 
 
  
Ich wollte gern ein Kleid mit separat angesetztem Rockteil und ausgestelltem Rock. Da wäre eigentlich das Turner Dress prädestiniert gewesen, aber da erschien mir das Oberteil sehr eng zu sein und ich wollte es lieber ein bisschen lockerer. Das Pembroke Dress ist durchgängig und der Rock gerade. Ich habe den Rock leicht ausgestellt (aber nicht so extrem) und das Kleid etwa 2,5 cm unterhalb des Overlay-Teils der Stillversion geteilt.
 
Damit war ich nicht zufrieden: Ich hätte für die Taille Gr. 16 nehmen sollen laut Tabelle, aber selbst Gr. 14 war mir da schon zu weit! Und die Teilung saß mir zu weit unten; vorne hatte ich leicht geschwungen geteilt, das gefiel mir auch nicht. 
 
 
Also nochmal umdisponiert: Ich habe die Teilung direkt unterhalb das Overlay-Teil positioniert und das neu entstandene Oberteil unten um etwa 3 cm pro Seite (also insgesamt 12 cm) verschmälert, dann ein Taillenband aus dem Rockstoff dazwischen gesetzt und in den jetzt zu lockeren Rockteil Falten gelegt. Dann noch Taschen eingesetzt und ich hatte endlich ein Kleid, mit dem ich zufrieden war! 
Ich glaube ja, das hätte ich leichter haben können, wenn ich einfach die Still-Erweiterung in ein Kleid mit der von mir gewünschten Form integriert hätte ...
 
Mäßig gutes Foto von der Stillöffnung - unter der oberen Oberteilschicht ist ein Oberteil mit "Brustausschnitt" versteckt.
 
Das Taillenband sitzt unterhalb meiner Taille, damit die Stillöffnung Platz hat. Es wirkt jetzt eher wie ein überm Shirt getragener Rock mit breitem Bund - gefällt mir aber gut von der Optik! 
 

Ich muss ja sagen, ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Kleid! Und als Rockteil gefällt mir der gemusterte Stoff viel besser, als wenn ich ihn mir jetzt als Oberteil vorstelle. 
Würde sagen: Voller Erfolg. Und gleich drei "Schrankleichen" verbraucht! 
Schnitt: Pembroke Dress plus Still-Erweiterung von Cashmerette, Gr. 12/14 Cup E/F
Material: Baumwolljersey mit Palmblättern von Stenzo, dunkelblauer Baumwolljersey
Änderungen: Zur Taille hin abwärts von Gr. 12 auf Gr. 14 gradiert, Querteilung hinzugefügt, Rock ausgestellt und um ca. 15 cm gekürzt
Nachnähpotential: Ja!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Last-Minute Schnittmustermix - Upton/Mansfield Dress von Cashmerette

Ich schrieb ja schon in meinem Jahresrückblick, dass ich letztes Jahr mehrere Umstandsteile genäht habe und dann vergaß, sie bei der Gelegenheit zu fotografieren, als sie noch passten. Ärgerlich! Blöd dabei: Jetzt passt durchs Stillen meine Brust nicht mehr rein ...
Also musste mal wieder Hana als Model herhalten. Was wieder bedeutet: Nicht zu sehr auf die Passform gucken; das Kleid war ja für mich gemacht.
 
Bitte keine Komplimente zur Babykugel, Hana ist NICHT schwanger :D 
 
 
Im letzten Februar musste ich mal wieder Last-Minute nähen. Irgendwie wird das bei mir vor Hochzeiten langsam zu einer stressigen Gewohnheit ...

Jedenfalls war ich dummerweise aus meinem Hochzeitsgastkleid rausgewachsen (die Feier fand relativ früh in der Schwangerschaft statt, aber meine Oberweite wollte direkt aufs Ganze gehen). Das wollte ich lange nicht wahrhaben und plante schließlich zwei Wochen vor der Hochzeit, ein Ersatzkleid zu nähen. Leider ging mir die ganze Woche durch einen nervigen Weisheitszahn flöten und dann wurde es hektisch - fertiggeworden bin ich am späten Abend vor der Abfahrt. 

Zum Glück hatte ich immerhin passenden Stoff da: Letztes Jahr habe ich ein Stoff-Überraschungspaket gekauft. Eigentlich als Probestoff - ich habe mit trutschigen Millefleur-Mustern auf Kackbraun gerechnet und bekam dann lauter neutrale Unistoffe und einen royalblauen Ausbrennerstoff mit Blumenmuster. Letzteren hielt ich erst für einen Flop, weil ich ja kein Fan von Blumenmustern bin. Aber auf weißem Untergrund entpuppte sich das Motiv als stilisierte Mohnblumen und jetzt bin ich doch ein Fan!

Ich habe ein Blatt Papier unter den Stoff gelegt, damit man das Muster erkennt.
 
Der letztjährige Dezemberschnitt von Cashmerette war das Mansfield-Kleid, das aus einem Unterkleid mit Herzausschnitt-Trägertop und engem Rock sowie einem transparenten Überkleid mit Ärmeln und weitem, gerafftem Rock besteht. Super für Hochzeiten! Allerdings fand ich meinen Ausbrennerstoff dann doch nicht transparent genug dafür, es ist ja kein Tüll oder Organza. Und der Stoff hätte auch nicht gereicht, weil die Überraschungsstoffe alle relativ schmal sind. 

Daher bin ich wieder beim Upton-Dress gelandet, das schon für mein Standesamtskleid herhalten durfte. Aber den Mansfield-Ausschnitt habe ich übernommen. 
Dazu einfach der knielange Upton-Rockteil, wobei ich aus Seiten- und Mittelteil des Rocks jeweils ein einziges gemacht habe. An der Oberkante des Rocks habe ich seitlich 5 cm Breite hinzugefügt, um ein bisschen Raff-Weite zu erhalten. Glatte Röcke finde ich nicht so vorteilhaft, wenn man ein Bäuchlein hat; leichte Raffungen sind da mein bester Freund! (zu dem Zeitpunkt war das noch kein gut erkennbares Babybäuchlein, ich sah einfach nur dicker aus ...)
 

Ursprünglich hätte ich gern das komplette Kleid aus dem Ausbrenner genäht und mit einem hellen Futter gedoppelt. Leider hatte ich keine mir zusagende Farbe da: Weiß erschien mir als Hochzeitsgast irgendwie unangemessen, auch wenn es nur ein Unterkleid ist (man sieht es ja durchs Muster trotzdem). Hätte vermutlich keinen Menschen gestört, aber wenn man nunmal ein blödes Gefühl dabei hätte ...

Stattdessen habe ich den marineblauen Viskosestoff aus dem Paket als "Unterkleid" verwendet und nur das Oberteil mit dem Mohnblumen-Ausbrenner gedoppelt. Auf dem dunklen Untergrund sieht man das Muster kaum, aber damit muss die Welt jetzt halt leben! 2 Tage vor der Hochzeit kann man sich keinen Luxus mehr erlauben, wenn man sonst buchstäblich nichts Hochzeitstaugliches in passender Größe besitzt (wegen meines G-Cups und meiner Körperlänge kann ich Webware-Kleidung nicht von der Stange kaufen; bei Jersey/Sweat kann ich Kompromisse machen, aber das ist für mich auf einer Hochzeit tabu).
 

Zur Upton-/Mansfield-Kombi: Da ich den Mansfield-Schnitt zuerst abgepaust hatte, habe ich einfach die Wiener Naht des Upton Dress darauf übertragen. Allerdings hat das Upton Dress standardmäßig ein Taillenband (was mir diesmal zuviel Aufwand war; wegen des Zeitmangels wollte ich es simpel halten) - leider habe ich das Seitenteil nicht ausreichend verlängert und meine Seitennaht ist jetzt kürzer, als sie eigentlich sein sollte.

Ich war inzwischen einfach im "Erledigt ist besser als perfekt"-Modus ...

Auf der Hochzeit habe ich mich trotzdem sehr wohl gefühlt in dem Kleid. Und vom Ausbrenner habe ich noch jede Menge übrig, um ein schönes weiß hinterlegtes Top draus zu nähen! Sobald das irgendwann mal fertig wird, zeige ich es bestimmt auch beim MeMadeMittwoch :)

Schnitt: Upton Dress (Version mit knielangem Rock und vorn Wiener Nähte, hinten Abnäher) mit dem Ausschnitt des Mansfield Dress von Cashmerette, Gr. 12/14 Cup E/F
Material: Marineblaue Viskosewebware, royalblauer Ausbrenner mit Mohnblumen
Änderungen: Brustpunkt 2 cm gesenkt, Rückenteil um 2-4 cm erweitert, Rockteile zusammengefügt (statt mehrere Bahnen) und oben um 5 cm pro Seite verbreitert und dann gerafft
Nachnähpotential: An sich schon, aber dann weniger stümperhaft zusammengebastelt.
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Von den Risiken des Kopierens - Kleid Chloe mit Ivera-Jacquard

Ich habe in den letzten 20 Jahren ca 4-5x ein Kleidungsstück 1:1 (ein paar mal auch nur grob inspiriert) nachgenäht, sei es aus der Burda oder von einem Nähblogger. Und ich habe beschlossen, das nie wieder zu tun. Jedes einzelne Mal war es ein totaler Reinfall. 

So auch hier. Daher nur ein Foto, aber ich glaube, das spricht Bände!

Diesmal (genau genommen im Frühling 2020; dieses Kleid lag jetzt lange in der Ufo-Kiste) war es ein grandioses Kleid aus dem Viskosejacquard "Ivera" von stoffkids.at. Schwarzgraues Verlaufsmuster, simpler Schnitt, ich fand es fantastisch! Hätte es das Kleid zu kaufen gegeben, ich hätte es sofort gekauft - oder auch nicht, denn ich hätte es ja anprobieren können ...
Das Problem beim Nachnähen ist nämlich: Ich habe eine andere Figur und bin ein anderer Typ als die Leute, die das Teil ursprünglich genäht haben. Und was perfekt zu ihnen passt, sieht an mir nicht unbedingt toll aus.

Leider kann ich das Kleid, das mich so umgehauen hat, nicht verlinken; es war nur auf einer Facebookseite zu sehen.

Der Stoff ist eigentlich ein Bordürenstoff; das Muster verläuft also an der Stoffkante und für das Kleid wurde er quer zum Fadenlauf verwendet. Die Dame gab an, für das Oberteil das Kleid Chloe von Pattydoo verwendet zu haben (das habe ich auch schon genäht, war aber mit dem Rock unzufrieden) und als Unterteil einfach ein Rechteck, gerafft angesetzt. Klang super, Schnitt war vorhanden, Stoff wurde bestellt!

Erst Monate später habe ich mich dann rangetraut und erstmal festgestellt, dass ich nur 1,40 m Stoff statt der geplanten 1,50 m bestellt hatte. Hab mich erst geärgert, aber beim Auflegen der Schnittteile wurde mir klar, dass auch 1,50 m nicht ganz gereicht hätte - der Rockteil ist kein Problem (der sollte sowieso nicht ganz so voluminös werden), aber auf der anderen Seite passte einfach entweder ein Ärmel nicht drauf oder das Rückenteil.

Weil ich sehr klein bin, brauchte ich sowieso deutlich weniger von der Stoffbreite. Die Bordüre außen hat für das Rückenteil leider nicht gereicht, aber beim einfarbig grauen Stoff in der Mitte passte es ganz bequem drauf. So konnte ich also noch gut den Stoff ausnutzen und musste nichts dazubestellen. Und ganz ehrlich, auch wenn mir eine rundum gleiche Ansicht sehr gefallen hätte - ich schaue mich jetzt eher selten selbst von hinten an. Dafür hätte es sich nicht gelohnt, zusätzlich 9 € für einen weiteren halben Meter auszugeben und einen Haufen Reste übrigzubehalten.

Leider hat mich das Kleid beim Anprobieren nicht umgehauen. Ich vergesse manchmal, dass mir ein gerade angesetzter Rockteil nicht steht; ich brauche ausgestellte Röcke. Die helle Mitte des Kleids ist auch irgendwie etwas unvorteilhaft ... und generell war ich einfach unzufrieden mit Optik und Tragekomfort des Kleids!

Also flog das Teil geschlagene 5 Jahre in die Ufo-Kiste. Jetzt habe ich es wieder ausgebuddelt und überlege, was ich damit anstelle: Als Kleid finde ich es für mich nicht tauglich, sowohl von der Optik als auch vom Stoff (langärmelige Kleider sehen bei mir nicht viel Tageslicht). 

Eine Möglichkeit wäre, den Rockteil abzutrennen, das Oberteil mittig aufzuschneiden und mit Belegen einen taillenlangen Cardigan draus zu machen. Aktuell ist das Kleid aber auch einen Hauch zu eng ... mal sehen! Immerhin habe ich schon die (wenigen) Stoffreste wiedergefunden.

Falls übrigens jemand eine bessere Idee hat - für Ideen bin ich offen! Als TfT ist das Teil doch zu schade.

Material: Viskosejacquard "Ivera" schwarz-grau von stoffkids.at
Schnitt: Oberteil von Pattydoo Chloe mit angesetztem gerafftem Rechteck als Rockteil, Gr. 40
Änderungen: Ärmel um 9 cm gekürzt (hätten aber doch etwas länger sein können), Nahttaschen hinzugefügt
Mein Stoffverbrauch: 1,40 m (den Stoff habe ich quer verwendet)
Nachnähpotential: Nö!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

Lg
Nria

Mittwoch, 6. August 2025

Appleton Dress von Cashmerette

In meiner Style-Bibel "The Science of Sexy" von Bradley Bayou (hat tatsächlich nix mit "Sexy" zu tun, sondern es geht um vorteilhafte Kleidung für jede Figur) steht, Wickelkleider seien super für mich.
Ich finde die allerdings gar nicht so super, sondern ziemlich ungünstig an mir. Aber vielleicht liegt es ja nur daran, dass Kaufkleidung mir einfach nicht passt?
[Disclaimer: Umstandsbedingt musste Hana für mich modeln, daher ist das Kleid nicht 100% für ihre Figur gemacht.]

Immerhin: Extrem tiefe Einblicke gibts hier nicht ...

Jedenfalls sind Wickelkleider größentechnisch schön variabel, was mir aktuell sehr gelegen kommt, und deshalb dachte ich mir, ich gebe der Cashmerette-Version mit verschiedenen Cupgrößen mal eine Chance.
Falls das Ergebnis blöd ist, habe ich einen günstigen einfarbigen Jerseyrest gekauft, um den ich bei Misslingen nicht trauern würde.

... aber ich glaube, das Konzept Wickelkleid überzeugt mich trotzdem nicht ganz.

Der Rest war 2 m lang und ich bin auch gut damit ausgekommen - seltsamerweise sind bei Cashmerette für meine Größe 2,70 m Stoffverbrauch angegeben und es wird einlagig zugeschnitten (ich habe es doppellagig gemacht). Merkwürdig, aber ich beschwere mich nicht ... 

Das Nähen hat dafür trotz des simplen Schnitts ohne Abnäher oder Teilungen eine ganze Weile gedauert: Es gibt echt viele lange Nähte! Das Bindeband, der Saum, die Blende an der Vorderkante ... klar, durch die Überlappung beim Wickeln hat man halt mehr Fläche.
Daraus ergibt sich auch ein Nachteil für die Verwendung des fertigen Kleids: Es dauert ewig, das ganze Teil zu bügeln. Sieht zerknittert aus der Waschmaschine aber auch blöd aus, daher musste das sein.

Noch eine Tragevariante!

Wir haben auch mal ausprobiert, das Kleid "hintenrum" zuzubinden statt ringsum. Sieht auch interessant aus, aber ich glaube, uns steht die Variante mit einem ringsum führenden Band besser. 

Mein Fazit zu dem Schnitt: Ja, mit Cupgrößen-Anpassung sind Wickelkleider deutlich besser als die B-Cup-Variante aus dem Laden. Und ja, eine Wickeloption ist prima für Figurschwankungen.
Trotzdem überzeugen mich die Optik und der Bügelaufwand nicht genug, dass mehr Kleider dieser Art in meinen Schrank einziehen würden. Aber für die nächste Gewichtsschwankung bin ich zumindest ein bisschen bereit!

Schnitt: Wickelkleid "Appleton" von Cashmerette, Gr. 12 G/H (oben) bis 16 (unten)
Material: Baumwolljersey
Änderungen: Zwischen zwei Größen gradiert
Nachnähpotential: Eher nicht ...

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

Lg
Nria

Mittwoch, 2. Juli 2025

Ein Garten bei Nacht - LaBreton Dress von Pedilu

Dieses Kleid habe ich bereits um Juni 2023 genäht. Warum es jetzt erst gebloggt wird? Ich habe festgestellt, dass es mir für ein Sommerkleid zu schwarz ist, und es Hana geschenkt. Bei ihr ist es prompt im Stoff- statt im Kleiderschrank verschwunden und erst jetzt wieder aufgetaucht ... aber besser spät als nie! Ich finde das Kleid viel zu hübsch, um es nicht zu zeigen.
Damals hatte ich auch einen Blogbeitrag angefangen, aber nix reingeschrieben. Schön blöd.


Das LaBreton-Dress von Pedilu finde ich wirklich toll. Trotzdem habe ich es erst zweimal genäht! Beide Male aus Stoffen von Rebecca ReckArt; erst das Tiefsee-Kleid und jetzt aus dem Moon Garden-Jersey mit Blumen vorm Sternenhimmel.


Das Kleid hat ein schmales Oberteil mit Beleg (ich habe stattdessen ein Bündchen genäht), Kappärmel, einen schmalen Rockteil mit schrägen Eingrifftaschen und einen Tunnelzug in der Taille. Ich finde ja, dass uns weite Röcke besser stehen, aber manchmal sind schmale Röcke einfach praktischer.


Ich habe vermutlich wieder die Tunnelbreite verschmälert, aber kein Gummi eingezogen. Wie ihr seht, passt das Kleid Hana auch so! 

Und bei dem aktuellen Wetter kann das Kleid auch endlich getragen werden, anstatt traurig im Schrank zu liegen!

Schnitt: LaBreton Dress von Pedilu, Gr. 40
Material: Baumwolljersey "Moon Garden" von Rebecca ReckArt, unifarbener Baumwolljersey
Änderungen: Tunnelbreite verschmälert, Bündchen statt Beleg
Nachnähpotential: Schon geschehen!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

Donnerstag, 29. August 2024

"Foxira"-Mix mit Palmenmuster - Foxhill Dress von Cashmerette mit Kleid Mira von Pattydoo

Ich muss ja gestehen: Seit ich immer mehr Anbieter für Schnittmuster mit großen Cupgrößen entdecke (vorrangig Cashmerette, aber auch Itch to Stitch, und Sinclair Patterns hat auch schon mehrere herausgebracht, wenn auch leider nur vereinzelt), vernachlässige ich meine anderen Schnittmuster schmählich - aber man kann ja auch Schnittmuster mischen! Hier habe ich quasi eine Mira von Pattydoo genäht, aber mit einem Oberteil von Cashmerette. Ich denke, das werde ich in Zukunft häufiger tun ...
 
 
Dieses Kleid zeigt mal wieder meine Vorliebe für Palmenmuster. Ich habe den Baumwolljersey 2021 gekauft, nachdem ich ihn auf Facebook an einer anderen Näherin gesehen habe - als er dann eintraf, konnte ich hin mir aber gar nicht mehr soo gut an mir vorstellen, weshalb er erst drei Jahre später vernäht wurde. So richtig haut mich der Stoff an mir selbst leider immer noch nicht um. Vielleicht ist mir der Blauton zu gedeckt?

Weil ich Anfang des Jahres ein paar Kilo zugenommen habe, brauchte ich dringend neue Kleider. Und weil ich ebenso begeistert von den Cashmerette-Schnittmustern bin wie von Palmenmustern, habe ich jetzt schon das vierte Teil aus dem "Ahead of the Curve"-Buch genäht! Mir fehlt jetzt nur noch die Hose Magna (bereits in Planung), dann habe ich tatsächlich alle fünf ausprobiert.
 
 
Eigentlich habe ich aber nur ein halbes Foxhill-Kleid genäht: Ich mochte den relativ engen Rockteil nicht so. Daher habe ich wie schon so oft wieder meinen geliebten Mira-Rockteil von Pattydoo drangeklatscht, und wie beim Leslira-Kleid habe ich Eingrifftaschen ergänzt. 

Im Prinzip ist es jetzt doch wieder einfach nur das Mira-Kleid, aber mit V-Ausschnitt und Schnittteilen für große Cupgrößen ... ich nenne es trotzdem Foxira! Und für weitere Versionen kann ich den Original-Mira-Wickelausschnitt dranbasteln, ohne mich bei der Mira mit einer FBA abmühen zu müssen.
 
 
Weil ich den Originalschnitt gerade nicht zur Hand hatte, habe ich den Rockteil einfach außen etwa einen Zentimeter verbreitert (ansonsten hätte ich eine Nummer größer abgepaust). Dankbarerweise ist die Weite des Rocks durch die Falten aber auch etwas variabel; man kann sie einfach verkleinern oder nur eine Falte legen statt zwei nebeneinander, wenn man mehr Rockweite braucht.

Der Halsausschnitt wird mit Beleg verarbeitet und die Form gefällt mir sehr gut - V-Ausschnitte brauchen einfach einen schönen Schwung! Zu tief ist er auch nicht.



Das Kleid ist unspektakulär, aber an sich finde ich es prima. Für weitere Versionen könnte ich mir vorstellen, den Rock der Mira in einer größeren Größe abzupausen, damit die Falten die tatsächlich vorgesehene Größe bekommen, und mal zu schauen, ob sich der Wickelausschnitt übertragen lässt.

Schnitt: Oberteil: Foxhill Dress aus dem Buch "Ahead of the Curve von Jenny Rushmore, Gr. 12/14 E/F; Rockteil: Kleid Mira von Pattydoo, Gr. 40
Material: Baumwolljersey mit Palmen von Fuchsfamilie
Änderungen: 3 Schnittmuster kombiniert, Brustpunkt um 3 cm nach unten versetzt, freihand Taschen hinzugefügt, alle Rückenteile zum Stoffsparen mit einer Mittelnaht versehen; mittleres Vorderteil um 1,5 cm gekürzt, Hohlkreuzanpassung um 1,5 cm, Rockteile außen um 1-1,5 cm verbreitert
Nachnähpotential: Ja!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Donnerstag, 8. August 2024

Das Pfirsich-oder-Apfelsinen-Kleid

Nachdem Nria schon mehrere Mira-(Pattydoo)-Elisabeth-(Konfetti-Patterns)-Hybride genäht hat, musste ich es auch mal damit versuchen.
Passenderweise aus einem Stoff, der auch von Nria ist. Es ist mir ein Rätsel, warum sie den nicht mehr mochte - ist der Druck nicht fabelhaft? Ich meine: Sind das Apfelsinen? Pfirsiche? Mandarinen? Keine Ahnung. Ich liebs!


Abgesehen davon, dass der Rock vom Mira- und das Oberteil vom Elisabeth-Schnittmuster stammen, habe ich noch weiter modifiziert: Statt einem Beleg am Halsausschnitt habe ich ein schmales Bündchen verwendet, den Schlitz am Ausschnitt weggelassen, die Ärmel ebenso.

So ganz zufrieden bin ich noch nicht - wenn ich Muße habe, trenne ich die Bündchen nochmal ab und ziehe den Halsausschnitt doch etwas tiefer und mache auch die Armausschnitte etwas weiter.

Womit ich dagegen sehr zufrieden bin, ist der flaschengrüne Kombi-Jersey - das ist genau das, was die etwas blasse Farbgebung des Stoffes braucht, um ihn für Wintertypen tragbar zu machen, und gleichzeitig hebt er die unter den vielen Früchten etwas untergehenden Grünanteile des Musters hervor.

Ich denke, alles, was es zum Schnitt sonst zu sagen gibt, hat Nria in ihren diversen Mirabeth-Posts bereits geschrieben - deshalb verlinke ich sie euch nochmal zum Stöbern:

Zuckerstangen-Mira aus Sommersweat von 2019 
Blättermuster-Mirabeth aus Jersey von 2020
Kompassrosen-Mirabeth aus Sommersweat von 2021
Feuerwerk-Mirabeth aus Jersey von 2022

Schnitt: Oberteil vom Kleid "Elisabeth" von Konfetti Patterns, Rockteil vom Kleid "Mira" von Pattydoo, beides Gr. 40
Stoff: 1,5 m Musterjersey von https://olabela.pl/, grüner Baumwolljersey
Änderungen: Rundhalsausschnitt statt Schlitz, Ärmel weggelassen, Bündchen statt Beleg verwendet
Nachnähpotential: Ist bereits eine Wiederholung

Donnerstag, 25. Juli 2024

Eukalyptisches Maxikleid - Loring Dress von Cashmerette

Neulich habe ich vergessen, mein Cashmerette Club-Abo rechtzeitig zu kündigen. Aber nicht so schlimm, das diesmonatige exklusive Schnittmuster habe ich sofort genäht, da waren die die ca. 9 € gut investiert! Die normalen Cashmerette-Schnittmuster sind deutlich teurer.
[Keine Werbung, nur Info!] Also kurz vorweg: Falls ihr den Schnitt haben wollt, könnt ihr ihn bis Ende Juli über den Cashmerette-Club bekommen (das geht auch für nur 1 Monat, aber ans Kündigen denken!) - danach nur noch im Jahresabo.


Und was war der Juli-Schnitt? Ein knielanges oder Maxikleid mit Abnähern, Nahttaschen, Tunnelzug in der Taille und optionalen Rüschen - hier könnt ihr die verschiedenen Versionen im Cashmerette-Blog sehen. Jetzt bin ich nicht so der Rüschentyp, aber die Basisversion gefiel mir.

Wie es der Zufall so wollte, hatte Hana neulich Stoffe aussortiert, darunter ein leicht strukturierter, mit Eukalyptus bedruckter Viskose-Webstoff in zwei Farben: 2,4 m in Marineblau und 1,2 m in Weiß; kaum sichtbar ist die eingewebte Karostruktur. Keine Ahnung, was Hana ursprünglich daraus nähen wollte: Jetzt wird es ein Loring Dress! Der dunkelblaue Stoff reicht exakt für die Basisversion und der weiße exakt für die Rüsche (nachdem ich selbige gekürzt hatte).

Das Nähen war nicht schwierig, dauert aber ein bisschen - es sind lange Nähte und es gibt viel zu versäubern! Bei der Saumrüsche habe ich den oberen gerüschten Teil weggelassen und den Stoffstreifen einfach nur gerafft ans Kleid genäht. "Einfach" ist gut; bei 2,5 m Saumumfang dauert das ein Weilchen ...
 


Ich habe das Kleid selbst nicht gekürzt, sondern nur die Höhe der Saumrüsche um 2,5 cm verringert (und die obere Rüsche weggelassen, aber das ändert ja an der Gesamtlänge nichts). Das Originalkleid hat offenbar nur Knöchellänge.
 
Ursprünglich war ich ja skeptisch, ob ein Kleid mit andersfarbiger "Stufe" gut aussieht, aber mit dem passenden Muster finde ich es richtig toll! Der superleichte Viskosestoff mit leichter Webstruktur trägt sich dazu äußerst angenehm. 
Das Schnürband im Tunnelzug hat hinten ein großzügiges Stück Gummiband eingesetzt, sodass es bequem ist und man trotzdem die Weite der Taille regulieren kann. Eine tolle Idee! 



Ein kleiner Problempunkt sind die Taschen - die sitzen für mich deutlich zu weit unten. Ist aber kein Drama, weil ich Kleidertaschen sowieso nur nutze, um kurzfristig einen Schlüssel drin zu deponieren.
Außerdem bin ich mit der Tiefe des Halsausschnitts nicht so ganz glücklich und die Armausschnitte müssten etwas höher sein.

Aber an sich: Das könnte ein Lieblingskleid werden! Bequem zu tragen, nicht zu eng in der Körpermitte, aber durch das Zugbändchen tailliert. Weitere Versionen nicht ausgeschlossen - es ist nur nicht so einfach, den richtigen Stoff für diese Art Kleid zu finden.



Schnitt: Loring Dress von Cashmerette, Gr. 12 (oben) bis 14 (ab Taille) E/F 
Material: Viskosewebware in Marine und Weiß mit Eukalyptusmuster und leichter Struktur
Änderungen: Schultern um 1 cm verschmälert, rückwärtige Mittelnaht eingefügt, Saumrüsche nur 35 cm hoch zugeschnitten (inkl. 1 cm Naht- und 1,5 cm Saumzugabe)
Nachnähpotential: Definitiv - ich find's super! Dann aber mit veränderter Taschenposition.
Lg
Nria

Mittwoch, 3. Juli 2024

Schrankleichenchallenge mit Vögelchen - Kleid Kalispell von Itch to Stitch

Ich habe wieder bei der Schrankleichenchallenge mitgemacht! Dabei schickt man einem Tauschpartner einen alten Stoff aus dem Schrank, den man nicht mehr will, und bekommt einen anderen dafür zugeschickt. Es muss mindestens ein Meter sein und bestimmte Stoffarten sind ausgeschlossen (z.B. Gardinen, Futterstoff oder Badelycra). 
Man kann dabei richtig Glück haben - one man's junk is another man's treasure. Trotzdem sind fast immer ausgesuchte Scheußlichkeiten und nur wenige Schätze dabei (das Lustige ist, dass irgendwer die Stoffe ja mal gekauft hat und offenbar schön fand ...). Es ist interessant zu sehen, wie Leute sich über Muster freuen, mit denen ich nicht tot überm Zaun hängen wollte, und andere Sachen schrecklich finden, die ich total gern tragen würde!
 
Ok, die Farbe hat etwas leicht Kittelschürziges, aber ansonsten?

Bisher hatte ich mäßig viel Glück: Komplette Katastrophen waren nicht dabei, aber weder der neongestreifte Rippjersey (ich habe einen kurzärmeligen Cardigan draus gemacht) noch der beige Möbelstoff (wurde eine Probe-Bikerjacke) haben den Weg in meinen Schrank gefunden. Diesmal bin ich aber ganz optimistisch!

Glaubt mir, das war einer der besten Stoff der Challenge!

Diesmal gab es für mich knappe 2 m von einem rauchblauen Pikeejersey mit echt niedlichem Muster. Seht euch diese putzigen Vögelchen an! Blau ist ja meine Farbe (auch wenn dieser Ton eigentlich zu blass für mich ist), Pikee liebe ich und das Muster ist dezent genug, um nicht zuu kindlich zu sein.
Und ich bin ja echt froh, wenn ich weder Leo noch Blumenmuster noch superflutschige Stretchtüllstoffe bekomme ...

Die Challenge nutze ich gerne, um neue Schnittmuster zu testen - notfalls wäre es ja um die Stoffe nicht schade. Diesmal wurde es ein Kleid statt einer Jacke.
Um die Schnittmuster von Itch to Stitch schleiche ich schon länger rum. Sie sind meist sehr schön geformt und haben originelle Details, obwohl sie sehr alltagstauglich sind. Es sind Cupgrößen bis E (hier DD) enthalten, was mich besonders anspricht - bei Cashmerette ist die Auswahl für kleine Größen ja leider noch nicht allzu groß und die Schnitte ziemlich teuer. 

Das Kalispell Dress hat Prinzessnähte, einen V-Ausschnitt mit durchgehender Knopfleiste, Nahttaschen und einen sehr weiten Rock mit Kellerfalten ... und es ist für Webware.
Eigentlich ist es selten eine gute Idee, Webware-Schnittmuster aus Wirkware zu nähen, aber der Pikee ist weniger dehnbar als andere Jerseys, deshalb habe ich es einfach mal riskiert. Bei meinem Zipfelkleid habe ich es vor ein paar Jahren gemacht und musste das Kleid hinterher deutlich enger nähen, aber dafür liebe ich es sehr!
 
Die Falten kommen vermutlich vom versetzten Brustpunkt.

 
Aus meinen Erfahrungen mit dem McCalls-Schnitt fürs Zipfelkleid habe ich eine Nummer kleiner genommen. Größe 6 hört sich so winzig an - sonst trage ich Gr. 10-14. Eigentlich wollte ich die Taille eine Nummer größer nehmen (an der Hüfte ist das Kleid sehr weit, da ists egal), habe es aber beim Zuschnitt vergessen.
Es war super angenehm, keine FBA durchführen zu müssen, trotzdem habe ich noch einiges geändert - den Rock um 10 cm gekürzt, den Brustpunkt nach unten verschoben, die Schultern verschmälert und die Kappärmel etwas weniger hoch ausgeschnitten. Außerdem habe ich die Nahttaschen durch Eingrifftaschen ersetzt, das mag ich einfach viel lieber.

Die Krux bei dem Schnitt war: Ich hätte eigentlich 2,60 m gebraucht (2,40 m, wenn man die gekürzten Rockteile einkalkuliert). Ich hatte nur um die 1,90 m. Zum Glück hat der Stoff Überbreite von fast 1,60 m, deshalb hat trotzdem alles draufgepasst. Glück gehabt!
Bei einem schmaleren Stoff hätte es vermutlich mit Innenbelegen aus einem Kombistoff auch noch geklappt.

Hier noch die originalen Schnittteile - nach dem Kürzen ging alles locker drauf.

Was mich erstmal verwirrt hat: Wie bei allen amerikanischen Schnittmustern ist die Nahtzugabe inklusive - aber hier sind es ½ Inch, also 1,25 cm. Bisher habe ich ausschließlich 1 cm oder 1,5 cm Nahtzugabe gehabt ... zum Glück hat die Stichplatte meiner Maschine auch Inch-Markierungen, aber ich musste trotzdem mehr als einmal trennen, weil ich aus Gewohnheit mit dem falschen Abstand genäht habe.
 
Was mir gut gefällt: Beim A4-Schnitt ist angegeben, welche Seiten man für welche Cupgröße (und ggf. Kleidergröße) drucken muss. Beim A0-Schnitt sind die Cupgrößen A-C auf einem Bogen und die Größen D-DD auf einem anderen (die für alle Größen benötigten Teile sind auf den übrigen Bögen), sodass man nicht unnötig drucken muss. Leider ist mir das erst nach dem Druck aufgefallen; jetzt habe ich den Bogen für A-C auch hier liegen. Na, vielleicht näh ich das Kleid ja mal für wen anders, wer weiß!

Bevor es losging, habe ich noch einige Passform- und Design-Änderungen durchgeführt:
  • Diesmal keine FBA (whoohoo!)
  • Den Brustpunkt in vorauseilendem Gehorsam 6 cm nach unten versetzt, weil ich das bei Cashmerette machen muss - das war ein Fehler, weil nicht notwendig. Aber ich wollte halt kein Probeteil für einen Schrankleichenstoff machen.
  • Schultern verschmälert
  • Den Rock um 10 cm gekürzt
  • Den Kappärmel weniger tief ausgeschnitten, d.h. die Kurve weiter nach unten versetzt. Wollte nicht so viel Oberarm zeigen, das braucht doch mehr Sonnencreme! 
  • Die Nahttaschen habe ich durch Eingrifftaschen ersetzt. Was ich dabei nicht berücksichtigt habe: Die Kellerfalten sitzen sehr weit außen und kamen sich dann mit dem Taschenbeutel in die Quere. Ich habe dann die eine Hälfte der äußeren Kellerfalte eben auf die andere Hälfte geklappt. Ist eine etwas andere Optik und ich habe dort jetzt sehr viele Stofflagen, aber geht noch.
Eigentlich wollte ich in der Taille eine größere Größe nehmen, weil das Kleid dort sehr figurnah ist. Habe ich beim Abpausen glatt vergessen! Zum Glück kann man bei der USA-typischen größeren Nahtzugabe noch ein bisschen was auslassen. 
 
Rückansicht. Bin nicht ganz sicher, ob das Rückenteil einen Hauch kürzer müsste.

Dank der geschwungenen Knopfleiste ist das Kleid gar nicht so unaufwändig zu nähen - es wird viel gebügelt und vorm Nähen eingeschnitten. Tatsächlich gibt es für die Vorbereitung eine ganze Seite, wo überall Stütznähte genäht und Vlieseline aufgebügelt wird ... ich gestehe aber: Dazu war ich zu faul (wobei ich ja keine Webware vernäht habe; da wäre das was anderes) und habe nur die innere Knopfleiste mit Vlieseline versehen. 

Apropos Knopfleiste: Ich habe die Knöpfe neu arrangiert, weil - wie so oft - kein Knopf am Brustpunkt vorgesehen war, sodass bei größerer Brust die Knopfleiste schnell aufspringt. Daher sind jetzt am Oberteil mehr Knöpfe mit kleinerem Abstand, am Unterteil weniger mit größerem Abstand (Memo an mich: Immer einen Ersatzknopf mitkaufen ...).
Leider stand mein Maßeinteiler gerade nicht zur Verfügung und ich sah mich schon - wie früher - stundenlang Knopfpositionen berechnen und wieder verwerfen ... da fiel mir mein Ikea-Topfständer wieder ein!

Zweckentfremdung!

Bei der Innenverarbeitung habe ich es mir diesmal leicht gemacht und die eingeschlagene Kante des Belegs per Maschine angenäht statt wie sonst per Hand. Natürlich habe ich die Kante vorher umgebügelt und mit vielen Nadeln festgesteckt - es war etwas mühsam, die während des Nähens wieder zu entfernen, weil ich von außen genäht habe; vielleicht hefte ich demnächst lieber ... Hat aber erstaunlich gut funktioniert! An ein oder zwei Stellen bin ich nicht 100% zufrieden, aber die Nahtzugabe ist nirgends wirklich sichtbar.

Sieht doch ganz sauber aus!

Und mein Fazit?
  • Das erste von drei Schrankleichenteilen, das ich für mich tragbar finde!
  • Das Kalispell Dress funktioniert auch aus (leicht) dehnbaren Stoffen - vielleicht auch mit "normalem" Jersey.
  • An sich gefällt mir das Kleid recht gut (bis auf die Farbe). Ich überlege noch, ob ich mich traue, das aus Webware zu nähen ... da müsste ich aber neu gucken, welche Größe ich brauche.
  • Ich bin unschlüssig, ob ich es umfärben will oder nicht. Pro: Ich bevorzuge eigentlich dunkle oder leuchtende Farben. Contra: Ich hab jetzt alles in perfekt passendem Taubenblau abgesteppt und gesäumt. Ob das zu einer anderen Farbe gut aussieht?
Tragen werde ich es aber definitiv (bzw. habe ich schon) und gleichzeitig bin ich gute 1,30 m von einem anderen Stoff losgeworden. Hat sich definitiv gelohnt für mich dieses Mal!
Schnitt: Kalispell Dress von Itch to Stitch, Gr. 6 Cup DD
Material: Baumwoll-Pikeejersey
Änderungen: Rock um 10 cm gekürzt (und entsprechend die vordere Blende), Brustpunkt um 5 cm nach unten versetzt, Schultern um 1 cm verschmälert, Nahttaschen durch Eingrifftaschen ersetzt, "Kappärmel" weniger tief ausgeschnitten, Taille etwas ausgelassen (Memo an mich: Dort nächstes Mal eine größere Größe nehmen!).
Nachnähpotential: Definitiv, ich finde den Schnitt sehr schön!
Verlinkt beim MeMadeMittwoch.
 
Lg
Nria

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Sonnenuntergangs-Gloria

Irgendwo in den Tiefen des Internets bin ich mal über ein zauberhaftes Kleid mit Sonnenuntergangs-Farbverlauf von Orange bis Dunkelblau gestolpert - aus 100% Polyester in irgendeinem dubiosen Chinashop. Tja.
Als ich irgendwann diesen grandiosen Viskosejersey bei Mondstoff entdeckt habe, lag der Stoff schneller im Einkaufswagen als ich gucken konnte.

Es ist mal wieder eine Gloria verlängert zum Maxikleid geworden, von der ich schon eine Version aus van Gogh Sternhimmel-Baumwolljersey genäht habe. Die Version "Maxikleid ärmellos" gibt es mittlerweile auch separat von Pattydoo zu kaufen - da ist der Armausschnitt m.W. ein wenig schmaler gehalten und dann vermutlich auch ein Belegschnittteil für den Armausschnitt dabei. Kann man machen für die 2,99 €, die der Schnitt kostet, aber im Prinzip sind die Änderungen so simpel, dass der Standardschnitt auch reicht.

Das Rückenteil habe ich zu Stoffspargründen diesmal mit Mittelnaht statt im Bruch zugeschnitten, auf dem dunklen Blauton sieht man die Naht sowieso nicht. Sonst ist alles beim Alten - der Viskosejersey fällt natürlich schwerer als Baumwolljersey, deshalb weise ich nochmal drauf hin: Die leichte Kräuselung an der vorderen Mitte sorgt dafür, dass sich der Bauch weniger abzeichnet; und da Viskosejersey in diesem Aspekt gnadenlos ist, verzichtet bei diesem Material auf keinen Fall auf die Kräuselung.

Mir persönlich gefallen Sonnenuntergangs-Farbverläufe noch besser mit dem orangefarbenen Ende oben im Schulterbereich - da mir Orange so gar nicht steht, war das für mich keine Option. Außerdem trägt der Schnitt im Brustbereich optisch auf, auch da ist eine zurückhaltendere Farbe für mich vorteilhafter. Apropos Brustbereich: Wie auch bei der Sternhimmel-Gloria habe ich den Ausschnitt wieder per Hand etwas zugenäht, weil mir der Schnitt bei großen Oberweiten zu offenherzig ist. Die Armausschnitte sind mit Bündchen abgeschlossen.

Ich bin sehr zufrieden - mit der Gloria kann man aber auch einfach kaum etwas falsch machen, oder?

Schnitt: Knotenkleid "Gloria" von Pattydoo, Gr. 40
Material: 2,10 m Viskosejersey "Sonnenuntergang" von Mondstoff (Rückenteil mit Mittelnaht zugeschnitten, sonst wären es 2,30 m)
Änderungen: FBA (etwa 3,5 cm schräge Länge hinzugefügt), Schultern um 1 cm verschmälert, um 38 cm verlängert zum Maxikleid
Nachnähpotential: Ist bereits eine Wiederholung
[Verlinkt beim MeMadeMittwoch]

Donnerstag, 21. September 2023

Ab zum Upcycling - Maxikleid "Stickereikleid" aus der Nähtrends 7/2018

Mal wieder ein Flop-Beitrag! Kann ja nicht alles toll werden, was man so näht :D (vor allem, wenn man figurtechnisch weit entfernt ist von den großen flachen Frauen, für die Mode designt wird, und damit meine ich nicht mein Gewicht). 

Von der Nähtrends (die deutsche Ausgabe der spanischen Patrones) habe ich bisher nur 2 Ausgaben und nur ein Kleid genäht, das aber blöd aussah. Ich muss auch sagen, ich bin eigentlich kein großer Fan der Zeitschrift (mir missfällt es etwas, den Reißverschluss selbst ausmessen zu müssen, die Größen sind nur in 2er-Schritten angegeben und die Markierungen auf dem Schnittbogen nicht beschriftet), aber manche Modelle sind einfach cool.

Besonders hat es mir das "Stickereikleid" aus dieser Ausgabe angetan. Es sind fertige Stickereien aufgenäht, für die leider keine Bezugsquelle angegeben ist; ich hätte sie glatt nachgekauft! Aber auch so gefiel mir das Kleid: Ein luftiges, legeres Maxikleid. Mit gigantischen Nahttaschen!

Das Original-Kleid - leider erkennt man gar nicht soo viel auf dem Foto, Weiß auf Weiß halt ...

Sah auch gar nicht so aufwändig aus. Man muss nicht zig Abnäher nähen, nur einige Teile raffen.
Also schnell zugeschnitten, das Oberteil zusammengesetzt, anprobiert - nanu, das ist aber wirklich eng? Das Taillenband habe ich gar nicht erst angenäht; da habe ich schon beim Anhalten gesehen, dass das nicht passt.
Man sollte auch mal einen genaueren Blick in die Maßtabelle werfen (ich hatte nur auf den Brustumfang geachtet): Spanische Größen fallen nämlich anders aus als deutsche. Bei Gr. 38 ist ein Taillenumfang von 66 cm vorgesehen - den kann ich nun wirklich nicht vorweisen! Ich liege schon bei den deutschen Größen drüber (ich bin halt eher ein Apfel als eine Birne), aber nicht viel, deshalb passt das meist. Bei der spanischen 38 war da aber Hopfen und Malz verloren.




War aber kein Drama, ich hatte noch mehr als genug Stoff übrig. Also habe ich neu zugeschnitten: Das Oberteil in Gr. 40, nach unten auslaufend zu Gr. 44, und das Taillenband in Gr. 44. Den Rock habe ich in Gr. 38 belassen - der weite geraffte Rock passt problemlos über meine Hüften.

Was ein bisschen irritierend ist: Laut Zeichnung wird auch das Rückenteil gerafft. Das passt aber ungerafft genau ans Taillenband. Da hat wohl jemand Murks gemacht. Das stellt man aber auch erst beim Nähen fest, das Kleid ist in der Zeitschrift nämlich nur von vorn fotografiert

Das Taillenband habe ich um ca. 2 cm verschmälert, damit es besser zu meinen Proportionen passt. Immerhin liege ich nur 11 cm unter der Körpergröße, auf die die Nähtrends ausgelegt ist (bei den meisten anderen Herstellern sinds 14 cm), aber kürzen muss ich halt trotzdem.


Der Stoff ist herrlich fließend und mit all den Raffungen fühlt man sich wie eine griechische Göttin (ein Kleiderstil, den ich wunderschön finde, aber mir vielleicht einfach aus dem Kopf schlagen sollte).

Aber wenn ich ein ungesäumtes Teil zeige und nicht "WIP" dransteht, wissen Stammleser vielleicht schon, warum ... Je weiter ich kam, desto mehr merkte ich: Es sieht nicht gut aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • So sehr ich Hellblau liebe: Die Farbe steht mir leider nicht gut. Also, es ist jetzt nicht grauenvoll (ihr solltet mich mal in Orange sehen!), aber blasse Farben sehen zu hellen Haaren und Augen einfach harmonischer aus als an mir.
  • Ich fürchte, diese Schnittform sieht toll aus an Frauen mit wenig Oberweite - nicht an meinem sehr tief sitzenden G-Cup.
  • Die Raffung ist hinten zu niedrig und ich müsste sehr viel auftrennen und neu nähen, damit es passt
  • Zu hoch geschlossen, zu brustbetont und mit Raffungen an der falschen Stelle

Schweren Herzens lasse ich meinen Traum von diesem Kleid ziehen und schaue mir lieber das wundervolle Original in der Zeitschrift an, das ich so gerne getragen hätte. Die tollen Stickerei-Elemente hätte ich ja sowieso nicht nachmachen können.
Der fließende kühle Stoff fühlt sich aber wirklich toll an beim Tragen! Ich habe noch Reste vom Stoff und überlege, ein neues Oberteil zu nähen und das ganze Kleid umzufärben. Wäre doch schade drum!

Schnitt: Modell 15 "Stickereikleid" aus der Nähtrends 7/2018, Gr. 38 (Rock), 40 (Oberteil), 44 (Taillenband)
Material: Viskosechambray (ich glaube, von Stoff&Stil)
Änderungen: Taillenband auf 4 cm verschmälert
Nachnähpotential: Definitiv nicht! Wobei, der Rockteil ist schon toll ...

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria