Posts mit dem Label Maritimes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Maritimes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 25. Mai 2021

Nautistore Schietweer Trööje

Die meisten kleinen Indie-Stoffproduzenten drucken (bzw. lassen drucken) so gut wie ausschließlich auf Sommersweat - was mich ärgert, denn Sommersweat benötige ich eigentlich nur selten. Ich habe mich also sehr gefreut, als Nautistore endlich mal ein schönes Panel auf Wintersweat produziert hat!


Auch mein Schnitt ist von Nautistore, und zwar der "Schietweer Trööje": Ein Sweatshirt mit Prinzessnähten vorn und hinten, 3-teiligen Ärmeln und geschwungenem Saum.

Es gibt 3 Längenvarianten als Pulli, Longpulli (mit geradem Saum) oder Kleid, von denen ich die kürzeste gewählt habe, und neben meiner normalen Ausschnitt-Variante mit Beleg noch einen Rollkragen oder eine Kapuze.

Dank Belegen muss man sich keine Gedanken ums Säumen des geschwungenen Abschlusses machen: Mir gefällt die Saumform richtig gut! Ich habe fürs Absteppen mal den Coverlock-Stich meiner Nähmaschine ausprobiert - sieht 1:1 aus wie das Ergebnis einer Coverlock-Maschine, verbraucht allerdings sehr viel Garn (eine volle Unterfadenspule für den Saum!) und braucht ziemlich lange. Nächstes Mal nehm ich wieder den Overlock-Stich, der geht viel schneller ...


Wie üblich bei Nautistore-Schnitten habe ich eine Größe größer gewählt als üblich und die Taille nochmal eine weitere Nummer größer, weil Nautistore sehr figurnah designt und ich Kleidung lieber nicht ganz so hauteng trage. Und da der Schnitt so figurbetont sitzt, habe ich nicht wie sonst bei Pullis am Saum gekürzt, sondern die Taille an meine Taillenhöhe angepasst, bei mir mit meinen 1,60 m 3 cm nach oben.


Im Rücken enden die Prinzessnähte nicht an der Schulter, sondern an einer Passe.

Ein Wort noch zu den Ärmeln: Es gibt ein äußeres Teil und ein vorderes und hinteres Mittelteil - die Mittelteile könnt ihr aber zusammenlegen und als ein Teil ausschneiden. Die beiden Teile sind nur deshalb getrennt, damit man eine Ziernaht am Übergang zwischen innerem und äußeren Teil anbringen kann (Nautistore verwendet Ziernähte quasi immer und überall als Designelement) - wer das ohnehin nicht vorhat, kann sich hier eine Naht sparen.


Schnitt:
"Schietweer Trööje" von Nautistore, Gr. 42
Material: 1/2 Wintersweat-Panel (0,85 cm) "Seafarer" von Nautistore, 0,6 m Uni-Wintersweat
Änderungen:
Über der Taille 3 cm gekürzt (Taille nach oben versetzt), Taille auf Gr. 44 erweitert
Nachnähpotential: Definitiv vorhanden

 Verlinkt bei DvD.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 12. Januar 2021

Die ganze Welt auf einem Täschchen - Stifte-/Pinselbox von Malamü

Dieses praktische Behältnis ist eigentlich eine Stiftebox. Warum praktisch? Weil es ein ganz normales Täschchen ist, aber wenn man die seitlichen Laschen nach unten zieht, stülpt sich der obere Teil über den unteren und man hat ein Gefäß, in dem man gut an den Inhalt rankommt.

Also ideal für Stifte, wo man ja öfter die Farbe wechselt. Für mich nicht so interessant, aber dann kam ich auf die Idee, dass man auch gut Pinsel reinpacken kann. Hana besitzt schon ein Pinselbehältnis für unterwegs, aber sie hat viele Pinsel und so habe ich ihr die Box in den Adventskalender gepackt :)

Außen: Landkarte. Innen: Wasser. Magma wäre natürlich passender gewesen ...

Mein Schnitt für die Stiftebox ist von Malamü (es gibt noch andere, die genau so aussehen - möglicherweise gab es irgendeine internationale Vorlage?) und war ganz okay. Was ich gut finde: Vorweg gibt es eine Kurzanleitung, sodass man bei erneutem Nähen nicht alles nochmal lesen muss, sondern einfach kurz zur Erinnerung draufschauen kann. Aber ein paar Kritikpunkte habe ich:
Etwas nervig: Im Schnitt ist die Nahtzugabe enthalten. Die ist nicht eingezeichnet und der einzige Hinweis, wieviel Nahtzugabe enthalten ist, findet sich indirekt (!) in der Anleitung im Fließtext (als "die Nahtzugabe 1 cm umbügeln".
Generell finde ich die Anleitung nicht sonderlich gut, sie ist recht ungenau. Z.B. steht gleich an mehreren Stellen, man solle Teile zusammenstecken, aber es wird vergessen zu erwähnen, dass man im Anschluss auch gleich nähen soll (das ist bei Taschen nicht selbstverständlich!)

Die Anleitung ist nicht unbrauchbar, aber ich sehe schon Verbesserungspotential.

So sieht die Box aus, wenn der obere Teil nach unten gezogen wird.

Weil das Täschchen für unterwegs gedacht ist, habe ich ein kleines Stück Weltkarten-Canvas verwendet, das gerade gereicht hat. Erst wollte ich diesen Stoff für den oberen Teil nehmen, aber da der gedoppelt wird, hätte man nicht so viel vom Motiv gesehen.

Vom Weltkartenstoff war echt nicht viel da!
 

Der zweite Oberstoff ist fester schwarzer Jeans, damit das Ganze nicht zu bunt wird. Als Futter habe ich wieder meinen schönen Wasser-Fotodruckstoff von buttinette verwendet.
Die Laschen sind "Stoffetiketten" mit französischem Vintage-Motiv, die mal bei irgendeiner Bestellung beilagen und schön breit und griffig sind. 

Unerwartet gelegen kommende Stoffetiketten. Und der Futterstoff.
 

Der Zuschnitt vom Weltkartenstoff erwies sich als gar nicht so einfach - er hat ein Raster, das nicht genau im Fadenlauf verläuft. Könnt ihr euch auch so drüber aufregen, wenn ein Stoff schief bedruckt ist? Dieses Dilemma - dem Muster oder dem Fadenlauf folgen!

Geschlossene Ansicht.

Eigentlich bin ich nicht so der Fan von überstehenden Reißverschlüssen bei Taschen, aber hier passt es irgendwie. Das Täschchen hat ja sowieso schon "Zipfel".Für die Einfassung des Endes habe ich noch ein Restchen vom Weltkartenstoff verwendet.

Mit den künftigen Bewohnern.

Das Nähen war nicht so kompliziert. Man sollte aber nicht auf die Verstärkung verzichten und bei Motivstoffen gut über die Platzierung nachdenken. Der untere Teil ist beim Runterstülpen nicht mehr sichtbar, der obere Teil wird längs halbiert, da zeichnet man sich beim Schnittteil am besten gleich den Umbruch ein, damit man nicht plötzlich ein geteiltes Muster beim fertigen Mäppchen vorfindet. 

Hanas Pinsel scheinen sich recht wohlzufühlen in ihrem neuen Zuhause und ich bin mit dem Schnitt ganz zufrieden.

Verlinkt bei DvD und HoT.

Lg
Nria

Dienstag, 10. November 2020

[Anleitung] Leuchtturm-Adventskalender

Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Ich schon, denn ich bin seit Oktober mitten in den Adventsvorbereitungen! Wie jedes Jahr mache ich mehrere Adventskalender, und der erste wird weder nerdig noch weihnachtlich, sondern mal was anderes: Nria und ich lieben ja den maritimen Stil (wie man unschwer an unseren diversen Leuchtturm-Kleidungsstücken feststellen kann) - warum also nicht mal ein maritimer Adventskalender?

Der Vorschlag, einen Leuchtturm-Adventskalender für Nria zu basteln, kam (im letzten Jahr) vom Liebsten. Weil ich viele lange dünne Teile als Inhalt hatte, die prima in Papprollen gepasst hätten. Letztes Jahr wurde es zu knapp, aber dieses Jahr gibt es einen Adventskalender aus Leuchttürmen.



Dieses Projekt ist etwas aufwändiger zu basteln - plant also etwas Zeit dafür ein; an einem Bastel-Wochenende ist es gut zu schaffen. Schwierig ist es aber nicht!

Für Nordlichter, Leichtmatrosen, Muschelschubser und für alle, für die ein maritimer Adventskalender genau das Richtige wäre, gibts hier die Anleitung:

Material:

  • Papprollen (z.B. Küchenpapierrollen, Toilettenpapierrollen oder leere, gespülte Chipsrollen)
    Alternativ: Coffee-to-go-Becher
  • Pappkarton
  • Transparente Plastikrollen, kleine Plastikdöschen, Plastik-Pinnchen, dicke Knopfröhrchen o.ä.
  • Gestreiftes Papier oder Farbe
  • Heißkleber (ich habe ca. 2-3 Klebesticks verbraucht)
  • Abstandhalter-Material (z.B. Schaumstoff, dicker Filz, dicke Wellpappe o.ä.)

Material-Beispiele für Plastikrollen oder Plastikkonen
 

Schritt 1: Leuchtturm-Korpus

Gestreiftes Papier auf die passende Größe zuschneiden und die Rollen oder Konen damit bekleben. Ich verwende Sprühkleber, Klebestift ginge auch. Hier freut sich, wer Rollen verwendet hat und einfach Rechtecke ausschneiden kann ...
Alternativ: Rollen oder Konen weiß grundieren und breite Streifen aufmalen.

Für konische Formen wie die Becher muss erst eine Schablone erstellt werden. Dazu entweder einen zusätzlichen Becher aufschneiden und den Boden entfernen oder ein Blatt Papier um den Becher wickeln und festkleben, überstehendes Papier oben und unten nach innen falten und an den Rändern entlangzeichnen. Becher entfernen, Papier seitlich aufschneiden und die Linien ausschneiden - fertig ist die Schablone.


Schritt 2: Deckel vorbereiten

Für Rollen:
a) Einen Pappstreifen (Innen-Pappring) zurechtschneiden und zum Ring kleben (Klebeband, beliebiger Klebstoff oder Tacker), der gerade so in die Leuchtturm-Papprollen passt.
b) Für die Leuchtturm-Lampe einen Pappstreifen mit zwei Halbkreisen (Durchmesser ein wenig größer als der Papprollen-Durchmesser am Ende ausschneiden, Streifen zur Hälfte knicken und zusammenkleben, Halbkreise nach außen knicken. Mit den Adventskalender-Zahlen beschriften.


c) Transparente Plastikrollen bei Bedarf auf die gewünschte Höhe schneiden.
d) Aus Pappkarton Kreise fürs Dach ausschneiden und bis zur Mitte einschneiden.
e) Abstandhalter-Material und dekorativen Pappkarton in Streifen etwas länger als den Innen-Pappring zuschneiden.

Für Becher:
Nur Schritte b-e durchführen. Abstandhalter- und Deko-Pappkartonstreifen sollten um den Becherboden herumreichen.

Schritt 3: Deckel zusammensetzen

Für Rollen:
Ränder des Innen-Papprings mit Heißkleber bestreichen, gelben Pappkreis (Leuchtturm-Lampe) darauf setzen.


Unterseite der Plastikrolle mit Heißkleber bestreichen und auf den gelben Pappkreis setzen.
Pappkartonkreise am Einschnitt leicht übereinanderschieben und festkleben, so dass ein flacher Spitzhut entsteht.
Oberseite der Plastikrolle mit Heißkleber bestreichen und Dach drauf setzen.


Abstandhalter-Streifen um den Innen-Pappring kleben (Achtung - keinen Heißkleber für Schaumstoff verwenden, dieser schmilzt sonst. Pattex klebt Schaumstoff gut) und darum den Deko-Streifen als "Geländer".

Für Becher:
Gelben Pappkreis (Leuchtturm-Lampe) auf den Becherboden kleben. Plastikrolle und Deckel darüber setzen wie im Rollen-Absatz beschrieben. Optional: Abstandhalter-Streifen und "Geländer" anbringen - mir haben sie ohne schon gut gefallen.

Schritt 4: Boden

Für Rollen:
Bodenplatten in beliebiger Form, aber etwas größer als der Rollendurchmesser zuschneiden. Untere Ränder der Rolle mit Heißkleber versehen und auf die Bodenplatte drücken.
Für Standfestigkeit ggfs. etwas Gewicht einfüllen (Deko-Granulat, Kiesel o.ä.) oder die Bodenplatte ausreichend groß wählen.

 Für Becher:
Die Außenschablone nochmal zur Hand nehmen und nochmal aus Pappkarton zuschneiden, diesmal (vom unteren Rand aus) aber nur einige Zentimeter hoch. Zusammenrollen (ein wenig kleiner als der Pappbecher-Umfang), mit Klebeband o.ä. fixieren und mit Heißkleber auf die Bodenpappe kleben.

Jetzt nur noch befüllen und maritime Weihnachts-Vorfreude verschenken!
Wenn ihr Füllungs-Ideen sucht, schaut gern in unsere Ideensammlung für Adventskalender-Füllungen oder Adventskalender-Füllungen speziell für Larper.

In meiner Version sind alle Deckel komplett abnehmbar, und die Becher-Variante muss man an den Bodenplatten anheben. Möchtet ihr allzu neugierige Weihnachts-Fans beschenken oder die Teile transportieren, klebt die Deckel bzw. Becher einfach mit ein paar Tropfen Heißkleber fest - einzelne Tropfen lassen sich am jeweiligen Tag gut lösen.

Mögt ihr Adventskalender lieber klar weihnachtlich designt oder dürfen es für euch auch thematische Abwege sein?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Verlinkt beim Creadienstag und Dings vom Dienstag

Gefällt euch die Anleitung? Nehmt uns mit zu Pinterest:

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Eine Leuchtturmtasche und der mühsame Weg dorthin - Lexa von Hansedelli

Per aspera ad astra sacciperium. Kein Weg zu einem genähten Teil war für mich jemals so steinig wie dieser hier. Und das lag nicht daran, dass es besonders anspruchsvoll gewesen wäre ...

Ich liebe die Paper Piecing-Vorlagen der niederländischen Designerin Janeen van Niekerk (Quilt Art Design). Ihre Stoffbilder sind wirklich Kunst, der Name ist Programm - schaut euch die Kategorie "Art with Fabric" an und ihr wisst Bescheid. Irgendwann nähe ich das Nachtcafé ... 
Der Chevrolet, den ich genäht habe, ist auch von ihr.

Jedenfalls, sie gibt auch ein vierteljährliches Digitalmagazin mit jeweils 9 Vorlagen (glaube ich) heraus und die Sommerausgabe 2020 #26 enthielt 9 Landschaftsbilder, die ich grandios fand. 
 
[Übrigens: Wie ihr seht, zahlt sich unser Online-Fotokurs voll aus. Wir legen jetzt Zeugs auf unsere Fotos.]
 
Immerhin: Hübsch ist die Tasche.
 
Jetzt stellt sich mir bei Patchworkarbeiten immer die Frage: Was damit anstellen? Die Anzahl der Kissen, die ich brauche, ist begrenzt, und sollte ich jemals Bedarf an einer Patchworkdecke haben, werde ich sofort die vom Star Trek-Quilt-Along nähen, deren Vorlage auf meinem Rechner liegt, aber mein Verstand sagt traurig, dass dieser Tag wohl niemals kommen wird :(
 
Aber neulich stellte ich fest, dass ich gern eine neue Tasche hätte. Ich besitze aktuell nur eine große Tasche und die geht langsam kaputt, also ist eine weitere total okay! 
Die Taschenschnittmuster von Hansedelli gefallen mir sehr. Die Vara habe ich schon genäht und ich muss zugeben, dass ich diverse andere bereits besitze, aber noch nicht ausprobiert habe ... dabei gibt es für manche sogar ein Video und die Lexa gehört auch dazu!
 
Mit den Steppnähten bin ich unzufrieden. Vom Grau bin ich daher zu Schwarz gewechselt.
 
Das Patchworkmotiv hat natürlich eine Weile gedauert, ging aber verhältnismäßig schnell, weil die meisten Segmente nur aus wenigen Teilen bestehen und das Motiv an nicht allzu vielen Stellen passen muss. Der Chevrolet war da weitaus aufwändiger ... Ich habe außerdem erfreut festgestellt, dass ich fast alle Farben dahatte; nur ein Dunkelrot und den hellblauen Himmelstoff habe ich zugekauft (für Hellblau habe ich ewige Zeiten lang mit doppelt gelegtem Batist improvisiert, supernervig, no more!). Für die mittelgrauen Schattierungen am Leuchtturm habe ich mal wieder unifarbene Partien aus einem Musterstoff zugeschnitten - auf Dauer lege ich mir vielleicht doch mal Patchworkstoff dafür zu. 
 
So sah das Motiv vollständig aus.

Ein Wort zu Strukturstoffen beim Patchwork: Bei den Felsen habe ich unterschiedlich dicke strukturierte Stoffe genommen: Grobes Leinen, dicker Jeans, unterschiedlich gewebte Baumwollstoffe ... das ist schwieriger zu nähen und man kann Probleme mit den sehr dicken Nahtzugaben bekommen, aber erstens hatte ich keinen braunen Patchworkstoff da und zweitens fand ich die Strukturstoffe perfekt für die Felsenoptik! Die dunkelsten Meerpartien sind aus Satin, das glänzt schön. Ich habe auch schon Taft für Laternenscheiben benutzt, was auch einen coolen Effekt gibt. Aber ganz allgemein empfehle ich doch dünne glatte Baumwollstoffe für Patchwork und andere (vor allem dicke) Stoffe nur im Ausnahmefall. Bei großen Flächen mit wenig Nähten wie den Felsen geht das. Bei winzigen Teilen mit vielen Nähten wie bei den Leuchtturmfenstern und dem Geländer hätte das eine Katastrophe gegeben. Also nur mit Bedacht einsetzen.

Die Tasche habe ich aus schwarzem dünnerem Jeans genäht. Ich wollte eine eher sportliche als edle Optik, der Stoff lag rum und ich brauchte eine unaufgeregte Farbe als Rahmen für das Motiv.

Innenansicht: Der Reißverschluss reicht nicht bis zum Rand.

Als Futterstoff habe ich einen grauen Patchworkstoff mit sehr symmetrischem Dreieckmuster von Robert Kaufman ("Remix Triangles Scatter Grey") auserkoren - Paper Piecing macht ja ebenfalls eine geometrisch-eckige Optik, passt also prima. Den Stoff hatte ich mal bei Pepelinchen zu einer Bestellung dazugenommen, weil ich ihn so schön für ein Taschenfutter fand und jetzt kam seine große Stunde.
Gab nur ein Problem: Es war eigentlich viel zu wenig. Und ich meine VIEL: Das Stück war knapp über 50 cm lang und nur 110 cm breit. Laut Anleitung hätte man aber 100x150 cm gebraucht, das ist mehr als die doppelte Fläche!
 
Was für eine Puzzelei ... mit etwas Umstellen hat auch das Fach oben links draufgepasst.
 
Aber zu meinem Glück sieht das Muster eben aus allen Richtungen gleich aus, so konnte ich die Schnittteile sehr platzsparend draufquetschen. Nur für das Futter der Innentaschen hätte es beim besten Willen nicht mehr gereicht, die habe ich mit einem Wasser-Fotoprintstoff von buttinette gefüttert. 

Mag den Futterstoff. Passt auch thematisch.

Verstärkt habe ich den Jeans mit Vlieseline S320 (dünne Schabrackeneinlage) und das Futter mit H250 sowie H640 (glaube ich - ein Volumenvlies). Es ist in der Anleitung vorgesehen, statt des aufgebügelten Volumenvlieses kaschierten Schaumstoff einzunähen (kann man online bestellen, alternativ StyleVil), aber erstens wollte ich den Futterstoff nicht mit Nähten versehen und zweitens habe ich hier im Laden weder StyleVil noch Schaumstoff bekommen und fürs Bestellen war die Zeit zu knapp.

Unter der Blende ist ein Reißverschlussfach versteckt.


Das Nähen lief eher unter dem Motto "Pleiten, Pech und Pannen": Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich etwas aufgetrennt habe; ständig habe ich Dinge falschherum angenäht oder Absteppnähte wurden krumm und schief oder passten nicht aneinander (blöd bei Kontrastgarn). Zwischendurch war ich kurz davor, das Projekt in die Tonne zu hauen ...

Der größte Stolperstein war, dass die Korpusteile des Futters nach oben breiter werden. Das ist für mich unintuitiv und ich habe sie immer falschrum hingelegt, was bei der eingenähten Reißverschlusstasche dazu führte, dass ich mit einem nach oben gerichteten Taschenbeutel und einem viel zu weit unten sitzenden Reißverschluss dastand. So ein Mist! Leider habe ich nur ein unscharfes Bild, aber man sieht das Problem:

Links: Auf dem Kopf. Rechts: Richtigrum. Obendrauf gehört noch das Teil mit den schrägen Ecken.


Hier konnte ich wirklich nichts kaschieren, die Tasche funktioniert so einfach nicht. Also alles wieder aufgetrennt. Dummerweise hat man bei dieser eingesetzten Innentasche einen Schnitt mitten im Stoff. Den habe ich erst per Hand und dann nochmal mit dem Stopfstich der Maschine zugenäht und schließlich einen Webbandrest in dezentem Grau (der war noch von der Rauten-Sweatjacke übrig) drübergenäht, um die Naht zu verstecken. Total ärgerlich, weil viel Zusatzarbeit - die Tasche musste ich ja trotzdem neu einnähen -, aber immerhin sieht das Jacquardband aus, als gehöre es dahin.

Was mir gut gefällt, ist das Gummibandfach innen: Eigentlich nur ein Quadrat, das oben und unten mit Gummiband zusammengezogen wird. Man kann z.B. eine Flasche dort aufbewahren, die dann nicht durch die Tasche kullert.

Praktisches Flaschenfach. Rechts unten sieht man das Jacquardband ein bisschen.

Die Träger waren auch so eine Sache für sich: Ich habe diverse Stoffläden abgeklappert, bevor ich welches in 2,5 cm Breite gefunden habe - überall gab's nur 3 cm. Breitere Träger wollte ich aber nicht, um weniger vom Motiv zu verdecken. 

Ich habe dann welches in Dunkelgrau bestellt, mich umentschieden und schließlich doch dunkelblaues in der richtigen Breite in einem Stoffladen gefunden. Die Träger habe ich nicht innen an der schräg-senkrechten Teilungsnaht angenäht wie vorgesehen, wie es die Anleitung vorsieht, sondern mittig auf die Teilungsnaht gesetzt. Sonst wäre zu viel vom Motiv verlorengegangen; ich habs ausprobiert und es sah nicht gut aus. 

Der Träger wird im Original weiter innen angenäht, dann ist der Ring weniger nah an der Kante.

Eine Sache habe ich dabei aber nicht bedacht: Da die Kante schräg ist, rücken die Träger dabei bei gleicher Höhe näher an die Kante und damit auch der Vierkantring. Das Verstürzen der oberen Kante mit dem Futter gestaltete sich dadurch ziemlich abenteuerlich ... einen Schönheitspreis gewinnt die Absteppnaht sicher nicht, aber hoffentlich gucken die Leute eher aufs Motiv.

Die Träger habe ich von 68 auf 100 cm verlängert. Gut, dass ich vorsichtshalber einen Meter Gurtband mehr gekauft hatte! Ich mag es nicht, wenn eine Tasche quasi unter der Achsel klemmt.

Als die Tasche fertig war, musste ich allerdings feststellen: Sie ist riesig. Für mich kleines Persönchen ist das nicht optimal ... ob ich sie tatsächlich verwenden werde, kann ich daher noch nicht sagen. Mit der Optik bin ich trotz aller Mängel (manche Nähte darf man echt nicht von Nahem anschauen!) dann doch zufrieden.
 
Die Tasche ist wirklich nicht klein ...

Schnitt: "Lexa" von Hansedelli; außerdem: "Lighthouse" aus dem digitalen Paper Piecing-Magazin #26 von Quilt Art Design 
Material: Außenstoff: Schwarzer Jeans, verschiedene Stoffe fürs Paper Piecing-Motiv, Futter: Baumwollpopeline. Verstärkung: S320 beim Außenstoff, H250+H640 beim Futter.
Änderungen: Leuchtturmmotiv auf 79% verkleinert, oberes und unteres Mittelteil zusammengefügt, Gurtband etwas weiter nach außen gerückt, Träger um 32 cm verlängert
Nachnähpotential: Die Optik gefällt mir, aber die Tasche ist schon sehr groß. Weiß ich also noch nicht.


Lg
Nria

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Nautical-Sweatshirt - mal wieder Nautistore

Auf manche Stoffe werde ich erst aufmerksam, wenn sie ausverkauft sind. So geschehen mit diesem Sommersweat-Panel von Nautistore, das schlicht "Nautical" heißt. Das stimmt hier aber nur so halb: Eigentlich ist das Panel noch erhältlich (sogar mit verschiedenen Akzentfarben - hier Senfgelb; es gibt auch noch Magenta und Türkis), aber der dranhängende Kombistoff - ein Markenzeichen von Nautistore - ist bei der neuen Version mit dichteren Streifen versehen, sodass der Kombistoff insgesamt viel heller ist als hier.

I lost my heart to the ocean!


Die alte Version habe ich kürzlich vernäht gesehen. Bei dem sind die Abstände zwischen den hellen Streifen breiter, sodass man eine dunklere Optik hat und das gefiel mir viel besser. Da war ich schon ein bisschen betrübt. Aber zum Glück gibt es Leute, die ihre Stoffe unvernäht aussortieren und so bin ich doch noch an die alte Version gekommen.

.... spirit of adventure ...

Mit dem Zuschnitt habe ich mir viel Zeit gelassen, um das Muster nur ja perfekt zu positionieren. Ich lege dazu den Schnitt auf (aus Seidenpapier oder Folie, damit man durchsehen kann - bei solchen Motivstoffen würde ich niemals undurchsichtige Schnittmuster verwenden!), messe sorgfältig zu allen Seiten die Abstände und zeichne die Umrisse des Schnittmusters anschließend mit Schneiderkreide auf, damit ich sehen kann, wie das Motiv in der Position wirkt.
Bei teuren Stoffen würde ich mich nämlich ziemlich ärgern, wenn das Motiv schief oder ungünstig auf dem Shirt sitzt!

Ohne Farbverlauf gefallen mir die Ärmel gut - sonst wären sie sehr hell.

Das größere Motiv sollte vorne genau in die Mitte, das war machbar. Beim kleineren Motiv für die Rückseite habe ich lange überlegt, da hätte es diverse Möglichkeiten gegeben (z.B. zwischen den Schulterblättern). Schließlich fiel die Entscheidung auf "relativ mittig, aber nach oben versetzt".
Kurioserweise legt man in kleineren Größen die Schnittteile ziemlich mitten auf dem Stoff auf, das sieht seltsam aus und es bleibt viel übrig, aber die Reste sind groß genug, um sie für Seitenteile und Bündchen anderer Shirts zu nutzen. Daher habe ich das Rückenteil, das recht weit unten liegt, auch ohne Verbindung zum Rand ausgeschnitten, um die Reste gut nutzen zu können.

Das Shirt aus diesem Stoff, dass ich in der Nautistore-Facebookgruppe gesehen hatte, war mit senfgelben Bündchen versehen und das sah super aus, daher habe ich mir die Idee geklaut. Dafür musste ich zweimal bei Dresowka bestellen - beim ersten Mal hatte ich "Senf", aber das sah auf dem Bildschirm viel gelber aus als es tatsächlich war. Beim zweiten Mal habe ich "Senfgelb" bestellt und das war perfekt. Natürlich habe ich nicht nur jeweils das eine Bündchen bestellt, sondern auch andere Sachen ;)


Material: Panel "Nautical" von Nautistore in Gelb (alte Version), Bündchen in Senfgelb von dresowka.pl
Schnitt: "Mrs. Klassik" von Konfetti Patterns, Gr. 40
Änderungen: Wie üblich Rundhalsausschnitt mit Bündchen statt Kragen

Lg
Nria

Donnerstag, 18. Juni 2020

Statement mit nautischem Einschlag - Faltboot-Shirt

Mal wieder ein simples Shirt. Aber mit Bötchen und Möwen. Maritim geht bei mir einfach immer.

Bei meinem ersten Nautistore-Überraschungsrestepaket war auch der Jersey "Faltboot" dabei, mit etwas unregelmäßig verteilten Motiven und marineblau-weißen Blockstreifen. Meine Mutter war begeistert, die trägt andauernd Streifen, am liebsten blauweiß; ich bin eher nicht so der Streifentyp, aber mit dem Muster drauf finde ich es ansprechend.

Ja, es war etwas windig.

Es war mit 65 cm die perfekte T-Shirt-Menge für mich im Paket und weil ich mir den Stoff super zu einer roten Jacke vorstellen konnte, hab ich dann auch einfach ein T-Shirt draus genäht.

Ich wollte es nicht so knalleng (Streifen verziehen sich dann ja gerne unvorteilhaft), also habe ich mich für meinen aktuellen Lieblingsschnitt "Statement" aus der Ottobre 2/2017 entschieden, das etwas lockerer sitzt.
Den Ausschnitt habe ich aber deutlich verkleinert.

Ich mag die Ankermöwen.

Das Platzieren des Schnitts auf dem Muster war so eine Sache - das Muster ist nicht völlig gleichmäßig; die Möwen liegen senkrecht übereinander, aber seitlich ist viel Abstand dazwischen und ich wollte unbedingt die Ankermöwen eher mittig haben, damit sie auch zu sehen sind. Mir wäre es ganz lieb gewesen, sie nicht direkt in der Mitte, sondern eher etwas seitlich auf dem Shirt zu haben, das sieht einfach interessanter aus, aber dann hätte ich auf dem Rückenteil die Möwen nur direkt neben der Seitennaht gehabt, das gefiel mir auch nicht.
Also hab ich sie doch mittig platziert. Nicht ganz, was ich ursprünglich wollte, aber auch schön.

Bei den Ärmeln habe ich zugesehen, dass das Motiv schön draufpasst - bei großen Blockstreifen kann man das mit dem passenden Muster an der Armkugel eh vergessen.

Noch ein Bündchen dran und fertig - ein schnelles Shirt und obwohl ich ja nicht so oft Streifen trage, mag ich es sehr gerne!

Schnitt: Shirt "Statement", Mod. 1 aus der Ottobre Woman 2/2017, Gr. 38
Material: Jersey "Faltboot" von Nautistore
Änderungen: Ausschnitt verkleinert (ich habe überall bestimmt 5 cm dazugegeben), Schultern um je 2 cm verschmälert
Nachnähpotential: Momentan mein Standard-Shirtschnitt.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Donnerstag, 7. Mai 2020

Mein Schiffbruch-Sweatshirt

Neulich habe ich mir zum zweiten Mal ein Überraschungs-Restepaket von Nautistore bestellt. Beim ersten Mal waren eher kleine Stücke enthalten, diesmal waren es zwei Panels - eins offenbar B-Ware, dieses hier dagegen sah nach A-Ware aus, aber der Kombistoff war nur etwa 40 cm lang (statt ca. 90 cm).

Das Motiv ist nicht so leicht zu erkennen (ein Kraken umschlingt ein Schiff), aber ich mags.

So sah das komplette Panel aus:

Also, wer ernsthaft meinte, dass der Kombistoff zu dem "Strick"-Teil passt ...

Den Teil oben rechts mochte ich nicht so - es ist eine Strickoptik aufgedruckt, die aber m.M.n. ü-ber-haupt nicht zu dem Streifenmuster passt. So gar nicht.
Zu dem schlichten Teil oben links passen die Streifen dagegen hervorragend. Daher habe ich den Pseudo-Strick-Teil komplett beiseite gelassen.

Als Basis habe ich mal wieder "Mrs. Klassik" von Konfetti Patterns verwendet, mit einem rundem Halsausschnitt.

Als hätt ich eine Passe drangenäht!


Das Rückenteil passte aber auf den Streifenteil nicht ganz drauf, weil er eben kürzer war. Machte aber nichts - ich habe es einfach so weit nach oben geschoben, dass es ein Stück auf den unifarben blauen Teil ragt, wie eine Rückenpasse. It's not a bug, it's a feature!


Der Vorteil, wenn nur die Rückseite gestreift ist: Man muss nicht auf passende Muster an den Seiten achten.

Das Vorderteil habe ich dagegen so aufgelegt, dass das Motiv schön mittig ist. Nicht stoffsparend, aber man kann nicht alles haben. So Paneldrucke haben halt auch Nachteile.
Die Ärmel waren auch zu kurz, da habe ich ein Stück Uni-Sweat angesetzt. Ideal wäre es natürlich gewesen, den blauen Stoff vom Panel zu verwenden, aber der hat leider nicht gereicht.


Noch ein Bündchen an den Halsausschnitt, fertig. So gefällt es mir richtig gut!

Schnitt: Eigentlich Mrs. Klassik von KonfettiPatterns, aber nur als grobe Orientierung. Gr. 40
Material: Sommersweat-Panel "Schiffbruch" von Nautistore

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Donnerstag, 27. Februar 2020

Die perfekte Welle - Jerseykleid Twig aus der Ottobre 5/2015

Der Stralsunder Laden Nautistore bietet tolle maritime Stoffe (und schöne Schnittmuster, ich habe schon De Jack als Jacke und als Shirt genäht) an. Die Paneele sind riesig, allein schon deshalb halte ich mich etwas zurück (sonst hätte ich ständig Reste übrig), aber als der letzte Nachdruck von "Big Wave" angekündigt wurde, musste ich einfach zuschlagen.

Ich weiß. Das Motiv ist eigentlich etwas groß für mich. Mir egal.

Ich liebe das Age of Sail - Hand hoch, wer von euch ist auch ein Fan von "Hornblower" (leider kenne ich bisher nur die Serie, noch nicht die Bücher) und Filmen à la "Master and Commander"?
Wie hätte ich da diesem wundervollen Segelschiff und der sturmumtosten sowie möwenhaltigen See widerstehen können!

Hinten sieht man die große Welle.


Das Problem: Das Panel ist riesig. Fast einen Meter hoch; wenn man da ein Jäckchen oder ein Sweatshirt ausschneidet, hat man ein kleines kleidungsstückförmiges Loch in einem großen Motiv. Das ist einerseits schade und hinterlässt zweitens schwierig zu nutzende Reste, also habe ich mich für ein Kleid entschieden, um möglichst viel vom Bild auszunutzen.

Solche Motive kann man sich durchaus einfacher als die Wand hängen, als ein Kleidungsstück draus auszuschneiden. Ich sage euch, die Entscheidung fiel wirklich schwer!
Eine Decke wäre auch schön gewesen ... aber ich hab schon genug Decken.

Ein tolles Gesamtbild, aber die Entscheidung, wo man den Schnitt setzt, fällt sehr schwer!


Eigentlich wollte ich in diesem Jahr lieber wenige komplexe Teile nähen als viele simple, aber hier bot sich nun wirklich ein schlichter Schnitt an. Ich habe mich für das Kleid "Twig" aus der Ottobre 5/2015 entschieden, das einen ausgestellten Rock, lange Ärmel, einen V-Ausschnitt und eigentlich eine hintere Mittelnaht hat (die ist geschwungen und sorgt für gute Passform, aber aus Motivgründen musste sie leider weichen).

Flach liegend kommt der Druck zugegebenermaßen besser zur Geltung.

Ziemlich viel Zeit hat auch die Auswahl der Ärmelrichtung gebraucht - der am Panel hängende Kombistoff mit Farbverlauf kann schließlich in beide Richtungen verarbeitet werden, mit der hellen Seite oben oder unten. Ich habe mich für unten entschieden, nachdem ich verschiedene Versionen des vernähten Stoffs bei anderen Leuten verglichen habe.

Das Ärmelmuster hat schon was.

Ich bin mir bewusst, dass solche großen Motive für mich kleines Persönchen nicht unbedingt vorteilhaft sind. Macht aber nichts, man muss ja nicht immer mit der idealen Kleidung herumlaufen. Das Teil ist jedenfalls ein absolutes Wohlfühlkleid mit einem wahnsinnig tollen Motiv und bequemer Passform!

Schnitt: Jerseykleid "Twig", Mod. 1 aus der Ottobre 5/2015
Material: Sommersweat "Big Wave" von Nautistore (Panel mit Kombistoff)
Änderungen: Hintere Mittelnaht weggelassen (sie wäre figurformend gewesen, aber ich brauchte einen durchgängigen Schnitt für das Motiv)
Nachnähpotential: Ja, der Schnitt gefällt mir gut. Nächstes Mal vielleicht mit der hinteren Mittelnaht.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Donnerstag, 21. März 2019

Aus alt mach neu - Sailor Spirit

Im Nähkromanten-Forum gibt es dieses Jahr eine kleine Challenge: Jeden Monat ein neues Nähthema und wer Lust hat, kann mitmachen!

Im Januar (da habe ich das Shirt upgecycelt) sind wir passenderweise mit dem Thema "Aus alt mach neu" gestartet. Dazu hätte ich jede Menge Material herumliegen ...
[Das Shirt ist auch im Januar fertiggeworden, aber bis man erstmal Fotos gemacht hat ...]

Eins dieser Teile ist dieses Sweatshirt von Orsay: Wie so viele Leute mag ich den maritimen Stil sehr und dieser Aufdruck hat mich sehr angesprochen!

Upcycler-Stolz!

Das Sweatshirt war auch im Sale und ich habe es begeistert gekauft. Und dann fast nie getragen - es ist einfach zu schlicht für meinen Geschmack. Sweatshirts müssen einfach das gewisse Etwas haben, weil sie relativ formlos sind und das eigentlich nicht so mein Ding ist.


Hübsches Motiv, aber langweiliges Sweatshirt.


Aber dem kann ich ja Abhilfe schaffen! Das Ding braucht Details und einen Hauch Farbe. Was passt zu einem blauweißen Teil im Marinestil am besten? Natürlich Rot!

Mir hat es schon länger eine bestimmte Art Tasche an Sweatshirts angetan: Ein halbrunder Eingriff an der Seitennaht, dahinter ein Taschenbeutel mit Musterstoff, der dann formschön hervorblitzt und ein Bündchen entlang des Tascheneingriffs, gern in Kontrastfarbe. Eignet sich auch hervorragend als farbiger Akzent auf einem einfarbigen Sweatshirt!

Damit gleich mehrere Kleidungsstücke aus der aussortiert-Kiste verschwinden, habe ich ein altes rot-weiß geringeltes T-Shirt aus dickem Baumwolljersey für die Taschenbeutel vorgesehen. Streifen passen schließlich auch prima dazu!
Der Zuschnitt sieht etwas verschwenderisch aus, aber das T-Shirt ist recht abgetragen und nur in der Mitte ist der Stoff noch schön.

Tschüss, altes T-Shirt!
 
Anschließend musste ich eine kleine Odyssee auf mich nehmen, um Bündchenware im passenden Rotton aufzutreiben. Schließlich habe ich einen gefunden, der sich zumindest nicht damit beißt ...  keine Ahnung, ob es Hersteller gibt, die passende Bündchen und Ringeljerseys anbieten. Aber ich hätte auch ungern Streifenstoff zusätzlich gekauft, weil ich Streifen zwar sehr schön finde, aber äußerst selten trage.

Dafür war der Taschenschnitt eine einfache Sache: Auf Lillesol und Pelle gibt es eine Anleitung für diese Art Taschen und einen Gratis-Schnitt! Einheitsgröße für Erwachsene, Gr. 80-164 für Kinderkleidung.

Erstmal anprobieren.


Der Schnitt war prima, so ganz hilfreich fand ich die Anleitung aber nicht - es gibt keine Angaben zum Bündchen und wenn man so vorgeht wie angegeben, ist in der Tasche die Nahtzugabe des Bündchens sichtbar. Gefällt mir nicht.

Erstmal habe ich die Länge des Taschen-Kreises auf der Nahtzugabe ausmessen, etwa 28 cm. Mit 0,7 multipliziert - das Bündchen soll schließlich anliegen, also ca. 20 cm Länge. Ich wollte ein ca. 1,5 cm breites Bündchen, plus zweimal 0,7 cm Nahtzugabe, macht ein Bündchenmaß von ca. 20x4,5 cm (eigentlich 4,4, aber auf den halben Millimeter pro Seite kommts mir nicht an, so exakt kann ich gar nicht nähen).

Die Taschenform ist sehr schön, aber vielleicht mach ich sie nächstes Mal kleiner.


Als nächstes habe ich Bündchen und Seitennaht aufgetrennt, nach der Schablone den Tascheneingriff auf dem Sweatshirt aufgemalt und ausgeschnitten. Dann aber zunächst das Bündchen gedehnt angenäht, nicht den Taschenbeutel.

Zwischenstand!

Danach habe ich den Taschenbeutel (mit dem ausgeschnittenen Halbkreis) auf genau die gleiche Naht genäht. Man könnte Bündchen und Taschenbeutel auch auf einmal annähen, dann sieht man aber nicht, wieviel man das Bündchen dehnen muss, deshalb habe ich das in zwei Schritten gemacht.
Etwas tricky dabei: Beim Annähen des Taschenbeutels muss man das Bündchen nochmal dehnen! Denn es zieht ja jetzt den Sweatshirtstoff zusammen. Hinterher habe ich noch die Naht neben dem Bündchen abgesteppt, damit der Taschenbeutel an Ort und Stelle bleibt.

Anschließend nur noch den zweiten Taschenbeutel am ersten festnähen und Seiten- sowie untere Bündchennaht wieder schließen.

Viel besser als vorher!


Irgendwie fehlte mir aber noch was - ich wollte das Rot am oberen Teil des Sweatshirts nochmal wiederholen. Also habe ich aus dem Bündchenstoff Riegel genäht, ein Stück vom Halsbündchen abgetrennt und den Riegel dort eingenäht (das war fummeliger als es klingt, weil der rückwärtige Teil des Halsbündchens innen mit Schrägband eingefasst ist ...). Die Riegelenden habe ich mit zwei Ankerknöpfen befestigt, die von einer Bestellung übrig waren - die Knöpfe gabs nur als Set und so viele brauchte ich gar nicht.

Die Schulterriegel sind aus dem gleichen Bündchenstoff wie die Taschen. Wirken nur auf den Fotos dunkler.

Ein Riegel ist etwas länger geworden als der andere - vielleicht korrigiere ich das noch. Irgendwann. Falls ich Lust habe. Also eher nie :D

Mit schönem Knopf!

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und hoffe, dass ich mein farbaufgefrischtes Sweatshirt jetzt viel öfter tragen werde!

Aber die Taschenbeutel werde ich noch mit ein paar Handstichen innen am Vorderteil befestigen ... dann bleiben sie auch schön an Ort und Stelle und verziehen sich nicht so.

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag und Sew La La.

Lg
Nria