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Dienstag, 24. März 2026

Narrenkappe und mein ältestes Näh-Material - Jester's Ensemble von Costume Pattern Studio

Kürzlich haben wir ein Liverollenspiel veranstaltet und hatten dort reichlich Festrollen. Oft bringen die NSCs dafür eigene Ausstattung mit, aber spezifische Outfit-Teile sind meist natürlich nicht vorhanden. Also muss die Orga ran.

Diesmal: Ein düsteres höfisches Setting. Mit dabei: Ein Narr. Der braucht natürlich eine Narrenkappe! Und einen Kragen gabs auch noch dazu.
Sowas habe ich noch nie genäht, aber mal ein Gaukler-Outfit, ebenfalls zipfelig. Vor 22 Jahren. Und wisst ihr was? Ich habe einen Teil von dessen Materialresten verwendet!

Der Schnitt "Jester's Ensemble" ist von Costume Pattern Studio. Neben der Mütze und dem Kragen sind eigentlich auch noch Manschetten enthalten, die fand ich aber überflüssig.

Der Hut hat zwei Zipfel - diese Art der Narrenkappe soll wohl an Eselsohren erinnern. Der Kragen hat sehr viele Zipfel!

Eigentlich wollte ich hauptsächlich Reste aufbrauchen, habe dann aber doch ein wenig Stoff dazugekauft. Passend zum Setting wollte ich dunkle, gern etwas unharmonische Farben, und unbedingt ein schmutziges Lila. Dazu kamen dann Dunkelblau, Schwarz und Anthrazit. 
Im hinteren Hutband ist ein Gummi eingenäht. Nicht historisch, aber innen siehts ja keiner! 

Der Hut war relativ schnell gemacht, ein bisschen wie eine Hose ohne Fußlöcher! Der Kragen hat ein bisschen gedauert. Gerade der Satin war wirklich flutschig zu nähen! Es sind auch eine Menge Teile auszuschneiden und bei solchen Kleinteilen mache ich das lieber sehr exakt. 
Was mir übrigens sehr gut gefällt, sind die unterschiedlichen Texturen der Stoffe. Viel reizvoller als alles aus dem gleichen Stoff!

Obwohl ich versucht habe, die Zipfel sehr genau zu nähen und auch die Passzeichen sorgfältig markiert habe, ist mein Kragen deutlich weiter als bei der Vorlage. Vielleicht liegts auch an der Größe? Ich hätte das Ganze etwas halsnäher erwartet.
Mein Kragen ist zum Binden statt geknöpft, weil es so größenvariabler ist. Dafür habe ich das Einfassband einfach beidseitig ein gutes Stück länger gelassen.


Und dann kam das uralte Material ins Spiel: Das Gaukleroutfit damals bestand u.a. aus einem dreilagigen Zipfelrock in drei Farben, und passend daran ringsherum Troddelborte.
Von der schwarzen Borte waren nur noch 2 einzelne Troddeln übrig. Ob ich sie vollständig aufgebraucht oder den Rest schon anderweitig verwendet hatte? Von der Borte in Weinrot und der in Gold war noch etwas übrig, aber ich wollte schwarze und rote Troddeln (rot und lila ist eine schön ungewöhnliche Kombi) anstatt noch eine völlig andere Farbe mit reinzubringen. Also wurden die schwarzen Troddeln mit einem Restchen schwarzer Troddelborte ergänzt. Ich habe die Bommeln und Troddeln jeweils von der Borte abgeschnitten und einzeln angenäht. 

Fazit: Gar nicht so wenig Arbeit für so ein kleines Projekt. Und ob man die Sachen nochmal gebrauchen kann, ist auch fraglich. Aber die Farbkombi mag ich immer noch!  

Schnitt: Jester's Ensemble von Costume Pattern Studio, Gr. 5XL (Kappe) bzw. 7 XL (Kragen) 
Material: Verschiedene Reste von Baumwoll- und Leinenwebware sowie Polyestersatin, Troddel- und Bommelborte
Änderungen: Kragen zum Binden statt Knöpfen
Nachnähpotential: Das ist doch eher speziell, also wohl nein

Verlinkt bei DvD.  

Lg
Nria 

Dienstag, 17. März 2026

Elfenjacke und -gürtel von Miss Viscid

Es geschehen noch Zeichen und Wunder - nach der Pandemiepause machen wir mit dem Veranstalten von Liverollenspielen weiter! Diesmal unter erschwerten Bedingungen mit Möndchen, und die anderen Orgamitglieder waren auch recht eingespannt.

Die Kostümproduktion lief trotzdem. Unter anderem hatten wir eine wichtige Figur am Start: Eine untote Elfe, Gattin des adligen Hauptgegners.
Gar nicht so leicht, ein passendes Outfit für die Dame zu finden, das nicht zu aufwändig ist, aber trotzdem was hermacht - es sei denn, man findet zufällig die perfekten Schnittmuster irgendwo hinten in seiner Etsy-Wunschliste ...

Miss Viscid kannte ich schon von irgendwoher. Genau weiß ich es nicht mehr (Larper Ning vermutlich?), aber ich habe mich damals sehr gefreut, dass sie ihre tollen Sachen jetzt als Schnittmuster rausbringt. Übrigens auch auf ihrer eigenen Seite, nicht nur auf Etsy. Nur hatte ich halt keine Verwendung für diese Art Kleidung.

Entschieden haben wir uns für eine Bolerojacke mit äußerst ausladenden Ärmeln und einen elfisch anmutenden Gürtel. Dazu ein bisschen passenden Schmuck und die NSC braucht nur noch ein Unterkleid mitzubringen. 
Eigentlich hätte ich den Gürtel leicht selbst zeichnen können, aber wir hatten nicht mehr so viel Zeit bis zum Con und alles, was dann schneller geht, ist willkommen.


 Ein Knackpunkt für NSC-Kostüme sind natürlich immer die Stoffe: Die sollen gerade für Adelsdarstellung nicht total billig aussehen, aber für einen kurzen einmaligen Auftritt möchte man auch nicht gerade in Seidensamt investieren.
Die Lösung: Das örtliche Stoffoutlet. Wir haben eins beim Kleidungsoutlet Bessmann, das Knöpfe für 5 Cent und eine große Menge Gardinen-, aber nicht so viele Bekleidungsstoffe hat. Ein paar Baumwollstoffe haben wir aber doch gefunden und für edlere Kostüme findet man mit etwas Glück tatsächlich einen Polsterstoff. 
Dort haben wir dann einen silbergrauen taftähnlichen Stoff, mit Kringeln bestickt, gefunden und einen blutroten, der Wildseide ähnelt. Elfisch-schnörkeliges Muster, vampirige Farben, perfekt!


Dummerweise habe ich vorm Einkaufen den Schnitt nicht richtig angeguckt: Irgendwie ging ich davon aus, dass die Jackenärmel gefüttert sind (weil man ja "reingucken" kann) und der Torso nicht. Dabei ist es umgekehrt; der Torso ist gefüttert, die Ärmel nicht. Hätte ich mir eigentlich auch denken können, dass 1 m Stoffverbrauch dafür zuwenig wäre; den Ärmelschnitt hatte ich nämlich bereits in der Hand gehabt. 
Glücklicherweise hatte ich aber spontan 1,5 m von dem roten Taft gekauft, was für die Ärmel und ein leicht gestückeltes Gürtelfutter exakt gereicht hat. 

Der Taft wäre mir für den Bolero mit Kelchkragen sowieso etwas zu kratzig gewesen. Im örtlichen Stoffladen habe ich fürs Torsofutter dann einen wunderbar weichen schwarzen Viskosetwill gekauft. Und es ziemlich bereut ...
Memo an mich: Ein Jackenfutter sollte nicht "wunderbar weich" sein, sondern "schön stabil"! Der Stoff ist unglaublich soft und anschmiegsam, verzieht sich allerdings schon beim Angucken, hat absolut NULL Stand und liegt nicht gut am Oberstoff an. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich wohl einen neuen Stoff gekauft und aus dem Twill ein wunderbar weiches Oberteil genäht ... 


Was ich beim Schnittmuster etwas eigenartig finde: Die Schnittdesignerin ist deutschsprachig und auch ihre Seite ist auf Deutsch - die Schnittmuster sind aber nur auf Englisch erhältlich.Wäre es wirklich so schwierig gewesen, für die paar Schnittmuster, die sie anbietet, die Anleitung zusätzlich in ihre Muttersprache zu übersetzen?
Und ein Manko bei den Schnittmustern: Zum Zusammenkleben sind einige "Fadenkreuze" an den Seitenrändern aufgedruckt, aber keine Stoßlinien. Man soll wohl einfach umfalten, aber auch das ist aufwändiger ohne Linie, und zum Abschneiden muss man die Linien selbst einzeichnen. Unpraktisch! Zum Glück gibts bei der A0-Seite zur Jacke nur eine Seite zu kleben und beim Gürtel gar keine.

Bei der Anleitung merkt man m.M.n. leider, dass sie Autodidaktin ist und noch nicht zig Anleitungen geschrieben hat. Ich finde sie eher unübersichtlich und nicht so klar. 
Was mich auch stört: In der Armkugel scheint keine Mehrweite enthalten zu sein. Hmmm.

Bonusfoto mit meinem hervorragend modelnden Mann!

Der Gürtel war relativ schnell genäht und mir gefällt, dass viele verschiedene Verschlussoptionen dabei sind. Außerdem bin ich wirklich zufrieden damit, wie gut mir die Musterplatzierung gelungen ist!
Die Chiffonverzierung war einfach zuzuschneiden, weil ich mangels Unistoff im Gardinenoutlet einen Streifenstoff genommen habe und dann entlang der eingewebten Streifen schneiden konnte. Den Saum habe ich mir gespart (passt für ein düsteres Setting), die Seitennähte aber mit Kappnähten geschlossen, damit man das Teil als NSC schnell umbinden kann, ohne dass es nach "falschrum" aussieht, wenn man nicht auf die Nähte achtet. Und ich war sehr erfreut darüber, wie problemlos meine neue Nähmaschine Chiffon verarbeitet!

Ich habe mich gefreut, die Schnittmuster nähen zu können, die Teilnehmerin hat sich gefreut, ein Elfenkostüm tragen zu können, die Mitspieler fanden hoffentlich die Rolle cool - win-win-win!

Schnitt: "Shrug Jacket" und "Y-Belt" von Miss Viscid
Material: Kunstfaser-Taft, Viskoseköper
Änderungen: Schultern um je 1 cm verbreitert
Nachnähpotential: Falls mir mal wieder eine passende Rolle über den Weg läuft, ja.

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria 

Dienstag, 9. Dezember 2025

7 Larp-Veranstalter-Sachen 49/2025

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden, ist unwichtig. 

Nach einem halben Jahr Vorbereitung fand endlich mal wieder eine von uns organisierte Larp-Veranstaltung statt! 

Larp-Plot dirigiert.


Vorher: Zur Jugendburg Neuerburg in die Eifel gefahren.


Jede Menge Fundus ausgeladen - der NSC-Raum war in der ehemaligen Burgkapelle, die jetzt als Standesamt-Außenstelle dient. Oder eben als Fundus-Raum.


Ein Whiteboard erst mit Aufbau-Checkliste, dann mit Rollenliste und Plot bestückt.


Möndchenhände: Holzschwert befingert, dass der Herbergsvater aus dem Hut gezaubert hat.


Nach Con-Ende: Aufgeräumt und Fundsachen gesammelt. Den zerbrochenen Krug habe ich mal mit für die Fundsachen fotografiert, auch wenn er entsorgt wurde, bevor ihn ewig wer sucht ...


Zum Abschluss: Eifel-Schnitzel gegessen.

Wir wünschen euch eine schöne neue Woche!
Hana & Nria  


Dienstag, 23. September 2025

Luxuniter-Bucheinband fürs Larp

Im Luxuniter-Lager auf dem Epic-Empires-Larp gibt es das "Liber Lucis", eine Sammlung von IT-Texten, Gebeten und Liedern für die fiktive Spiel-Göttin Varda. Man kann regelmäßig über die Orga die Texte als Buch mit hellem Leineneinband bestellen, dann liegen aber auf dem Con regelmäßig Bücher herum, von denen keiner weiß, wem sie gehören - mein Buch hat deshalb ein Umschlags-Upgrade bekommen.


Erstmal der Entwurf: Schwert über Sonne auf Wappenform. Der Liebste hatte netterweise das Buch für mich schon in gelbes Leder eingeschlagen.

Die Einzelteile des Motivs sind so simpel, dass ich sie kurzerhand freihand nach Augenmaß ausgeschnitten und mich nicht mit Schablonen und Vorzeichnungen aufgehalten habe.

 

Die Einzelteile habe ich - wie üblich - zuerst aufgeklebt und nach dem Trocknen einmal längs drübergenäht.

Dünnes Leder vernähe ich mit der normalen Nähmaschine, allerdings vernähe ich Anfang und Ende der Fäden nicht, sondern ziehe die Fäden von der Vorder- auf die Rückseite und verknote sie dort.  


Da ich nur einen winzigen schwarzen Lederrest da hatte, hatte ich eigentlich geplant, die Umrandung aus braunem Leder zu machen (in der Vorlage wäre sie gelb/gold, aber das funktioniert auf gelbem Grund natürlich nicht), habe sie dann doch noch in Schwarz zurechtgestückelt und jetzt ... hätte es mir in Braun doch besser gefallen. Tja, so ist es manchmal.
 

Fertig geworden ist das Buch pünktlich genau eine Woche nach der Veranstaltung, für die ich es hätte nutzen wollen, aber es wird noch weitere Einsatzmöglichkeiten geben. Insgesamt mag ich es doch ziemlich gerne!


Meine bisherigen Buch-Upcyclings:

Bullet Journal mit besticktem Einband als Wichtelgeschenk
Liederbuch mit bemaltem Leineneinband fürs Epic Empires-Pilgerlager
Larp-Religionsbücher von 2004 und 2013

Verlinkt bei DvD

Eine schöne Zeit wünscht
Hana 

Donnerstag, 10. April 2025

Medieval Drolleries - Krugdeckchen und Pilgertasche für eine Turmrenovierungs-Tombola

In mittelalterlichen Schriften und Abbildungen findet man immer wieder lustige bis groteske Darstellungen - auf Schnecken reitende Ritter, kämpfende Hasen, absurde Fabelwesen. Die nennt man Drolerien (engl. Drolleries).

Die Pilgerlager-Orga des Epic Empires-Larps veranstaltet aktuell eine Tombola zum Geldsammeln, weil der Turm auf dem Utopion-Gelände dringend saniert werden muss - und dafür habe ich Krugdeckchen mit genau solchen Drolerien gespendet.

Ich habe erstmal Vorlagen auf Pinterest gesammelt - wenn man erstmal in der richtigen Ecke des Internets ist, findet man die Motive zuhauf, meine Pinnwand hat inzwischen über 200 Einträge. Zum Glück wurde meine Entscheidung dadurch vereinfacht, dass die Motive gut auf ein quadratisches Krugdeckchen passen mussten, alle langgestreckten Motive fielen dadurch schonmal weg.


Das erste wurde ein fabelhaft kringeliger Drache - der durch die Schattierung deutlich aufwändiger war als er aussieht, da hat es einige Stunden gebraucht, bis ich zufrieden war.
 

Der wehrhafte Hase ging ein wenig schneller. Im Original trägt er einen Rundschild, den ich gegen einen Wappenschild ausgetauscht habe.

Ich habe vorher eine ganze Weile überlegt, was für Preise ich mache, weil ich etwas wollte, das für Männer oder Frauen, Ritter oder Mägde/Knechte nutzbar ist - für historischen Kontext ist das gar nicht so einfach. Pilgertaschen können alle verwenden, also habe ich eine genäht. Und vorher ein paar Troddel-Skizzen in Paint gemalt.


Geworden ist es die erste Troddel-Version, und die gefällt mir auch live gut. 

Noch einmal alle Preise auf einen Haufen!

Wenn ihr Lust auf die Tombola habt, schaut mal gerne hier vorbei:


Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 7. Januar 2025

Larp-Pluderhose mit Stiefel-Trick

Woll-Pluderhosen trage ich vor allem bei kühlerem Wetter gerne im LARP, und kürzlich wollte ich eine vielseitige braune Version nähen. Ich habe bereits eine schwarze Woll-Pluderhose, bei der ich aber ein großes Problem habe: Die Hose ist inklusive Unterschenkel komplett gefüttert. Das trägt sich sehr angenehm (ich mag Wolle nicht gern direkt auf der Haut), hat aber einen immensen Nachteil: Ich komme damit nicht mehr in Stiefel.

Aus mir unerfindlichen Gründen werden Damen-Stiefel nur für ziemlich dünne Waden gefertigt. Ich kann als aktuell unsportliche Sofakartoffel nun wirklich nicht mit außergewöhnlich muskulösen Waden glänzen, aber obwohl ich schon bei Stiefeln nach eher weit geschnittenem Schaft schaue, komme ich mit einer dünnen Stofflage so gerade eben rein. Mit dickem Wollstoff und Futter? Keine Chance. Und bei meinen Lieblings-Winterstiefeln mit Fellfutter (die ich bereits extra in einer Nummer größer gekauft habe) ist schon eine Schicht Wollstoff zuviel ...


Nria hat sich vor einer Weile mal eine Woll-Pluderhose genäht, bei der sie die Unterschenkel einfach aus dünnem Leinen zugeschnitten und sie die Wolle drüber gespart hat. Die scheint sie gar nicht gebloggt zu haben - wie konnte sie euch das vorenthalten?!

Ich habe für den Unterschenkel ganz unauthentisch Jersey genommen, um noch schmaler zuschneiden zu können und potentielle Falten im Stiefel zu vermeiden, die gerade in engen Stiefeln drücken könnten. Damit der Jersey nicht herausblitzt, habe ich den oberen Teil der Unterschenkelröhre noch aus Wollstoff genäht. Es ist fast die Hälfte des Unterschenkels geworden, ein Paar meiner Stiefel ist an der Rückseite recht tief ausgeschnitten, eventuell kürze ich den Woll-Teil nochmal und nähe nur an der Rückseite ein Stück Wollstoff auf.

 

Getragen sieht man dann gar nichts mehr vom Jersey - das ist übrigens der Schnitt meiner asymmetrischen Monsterjägerin-Hose, diesmal aber mit zwei pludrigen Beinen. Schaut gern in den Post, wenn euch die Schnittkonstruktion interessiert! 

Der Bund ist wie bei fast allen meinen Larp-Hosen mit Gummizug, historische Nestelverschlüsse nerven mich einfach bei Hosen.

Die Unterschenkel muss ich nochmal überarbeiten, der Woll-Teil ist etwas eng geraten (bei der asymmetrischen Hose habe ich den Stoff diagonal verarbeitet für etwas Elastizität, hier aus Stoffspargründen nicht, durch die mangelnde Dehnbarkeit fehlt mir jetzt Weite), aber ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meiner Stiefelhose.

Wer von euch kennt das Stiefel-Problem?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Freitag, 3. Januar 2025

Heilergürteltasche fürs Larp als Wichtelgeschenk

Beim alljährlichen Nähkromanten-Weihnachtswichteln habe ich mir dieses Jahr eine Gürteltasche ausgesucht. Gewünscht war eine "Gürteltasche für einen Heiler-Charakter mit Unterteilungen, nicht zu groß, leicht am Gürtel zu befestigen und wieder zu lösen".

Ich liebe es, Larp-Taschen mit Innenfächern zu nähen und habe den Wunsch direkt reserviert - danach ist mir erst aufgefallen, dass keinerlei Infos zur gewünschten Optik dabei stand und leider hatte die zu bewichtelnde Person auch nirgends Informationen oder Fotos ihres Charakteroutfits verlinkt, zu dem die Tasche passen sollte - da habe ich lange gegrübelt, vor allem ob die Wahl des blauen Leders passend war.


Der Wichtelzeitraum war unheimlich vollgepackt mit Terminen und Unterwegs-Wochenenden, deshalb habe ich die Tasche ziemlich gehetzt genäht und einige Details nicht so gestaltet, wie ich es mit mehr Zeit getan hätte - dafür bin ich aber insgesamt doch recht zufrieden.

Ich finde einzelne Innenfächer ziemlich praktisch in so ziemlich allen Taschen - in kleine Gürteltaschen nähe ich trotzdem selten welche, weil die Fächer doch Platz wegnehmen, aber hier war es ja explizit gewünscht. Also einmal ein Blick in die Tasche:

Enthalten ist ein Fach für Nadeln, eins für eine Kunstblutflasche (das war beides gewünscht) und zwei Universalfächer. Meistens raffe oder falte ich voluminöse Innenfächer unten einfach; fürs Kunstblutfach habe ich aber einen halbrunden Boden eingesetzt, damit ein Fläschchen hineinpasst.


Normalerweise füttere ich Taschen, wenn ich Innentaschen einnähe, damit man die Nähte außen nicht sieht, das habe ich hier aus Zeitmangel weggelassen - dafür habe ich bei den Fächern im Vorderteil der Tasche besonders auf Symmetrie geachtet, damit die Tasche vorn auch aufgeklappt ordentlich aussieht.

Öffnung und Klappe sind mit kontrastfarbigem Leder eingefasst, dass ich außen genäht und innen geklebt habe. Bei dünnem Leder vermeide ich offenkantige Verarbeitung, eingefasst oder umgeschlagen sieht es einfach hochwertiger aus.

Die Gürtelschlaufen sind oben angenäht und unten an einem Knopf festzuknöpfen, so dass man die Gürteltasche mit zwei Handgriffen vom Gürtel lösen kann, ohne den Gürtel öffnen zu müssen. 

Auf dem Foto sind die Knöpfe nur aufgelegt - ich habe die Knopflöcher noch nicht eingeschnitten, um der bewichtelten Person selbst zu überlassen, wie lang sie die Schlaufen tragen möchte, und nach dem Foto nur die Knöpfe angenäht.

Damit trotz der Innenfächer genügend Platz ist, habe ich seitlich abgerundete Keile eingesetzt, die oben zusammengeschnürt werden können für mehr oder weniger Volumen: Ist die Tasche nur wenig gefüllt, würden die Keile ansonsten seitlich herausstehen; so kann man die Schnüre öffnen, um in der Tasche zu wühlen oder um mehr Inhalt unterzubringen. Ich hätte gern eine elegantere und weniger fummelige Lösung als die Schnur verwendet, leider hat mir die zündende Idee gefehlt - aber funktional ist es allemal.

Das blaue Leder stammt von einer alten Couch meiner Schwiegereltern, aus dem ich beim vorletzten Wichteln bereits ein Harry Potter-Journal gemacht habe - auch wenn die Farbe speziell ist, es ist so wunderbar weich und lässt sich hervorragend verarbeiten!
In der folgenden Detailansicht sieht man gut die zwei verschiedenen Lederstrukturen (aus verschiedenen Teilen der Couch), die ich verwendet habe - solche subtilen Effekte mag ich sehr, sie lassen die Stücke so lebendig wirken!

Als Verschluss habe ich mich für eine Lederschlaufe (durch zwei Löcher gezogen und unten verknotet - kann noch verlängert werden, wenn die Tasche sehr voll ist) und einen Knopf entschieden. Einfach und leicht zu öffnen.

Die Tasche ist inzwischen wohlbehalten bei der Empfängerin angekommen und ich hoffe, sie hat damit viel Freude auf zukünftigen Veranstaltungen!

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Luxuniter-Miedergürtel (Hanas erstes Mal mit Korsettstäben!)

Nach 10 Jahren war ich auf dem Epic Empires dieses Jahr mal in einem anderen Lager. Auf dieser Larp-Veranstaltung sollen die verschiedenen Lager einheitlich aussehen und dafür gibt es Richtlinien für die Kostüme - im "Luxuniter"-Lager besagen diese schlicht: Ein deutlicher Anteil Weiß (oder Creme/Beige) in der Gewandung. Für meine Hochsommerkostüme passt das halbwegs, aber da meine wetterfeste Ausstattung komplett braun ist und man ja nie weiß, wie das Wetter wird, habe ich noch ein weißes "Passt zu allem"-Kostümteil mit Wappen genäht: Einen Miedergürtel.

@Rico Aloha

Vor vielen Jahren hatte ich schonmal ein ähnliches Teil, leider hatte ich den Schnitt damals nur geliehen und der Gürtel wurde irgendwann aussortiert. Ich habe daher ein altes Foto rausgekramt und für den neuen Schnitt die ungefähre Form und die Maße abgeschätzt:

Vorlagen-Gürtel - auf dem Bild müsste ich ungefähr zwanzig sein

Wo der alte Miedergürtel aber ganz nett war, wird der neue fancy, mit allem Drum und Dran.

Luxuniter-Heilerwappen und Tunnel mit Spiralfederstäben

Erstmal: Wappen aufgemalt. Die Schlange hat keine Zunge, weil ich eigentlich noch eine aufsticken wollte. Ähem.

Damit sich der Miedergürtel nicht zusammenknüddelt, habe ich mich außerdem endlich an die bestimmt seit 10 Jahren im Schrank wartenden Spiralfederstäbe (verformen sich nicht wie Plastikstäbe, bleiben aber flexibel) gewagt. Tunnel genäht, Stäbe gekürzt, mangels Endkappen die Enden mittels flexibel trocknendem Kleber geschützt, eingeschoben. Die Stäbe sind einen Tick zu lang, deshalb ist die Form des Gürtels nicht ganz so elegant geschwungen wie geplant, aber getragen fällt das nicht auf.

Die Gürtelform. Seitlich sind simple Schlaufen für die Schnürung eingenäht

Schnürungen sind für Miedergürtel praktisch für Größenvariabilität, aber weil mich die Schnürerei elendig nervt, habe ich den Gürtel kurzerhand seitlich durchgeschnitten, einen Untertritt angesetzt und eine Knopfleiste eingenäht.
 

Und das war die beste Idee überhaupt - jeden weiteren geschnürten Gürtel werde ich nur noch so machen.

Einmal die Weite passend eingestellt, kann sie (bis zur nächsten Figurveränderung ...) so bleiben und man probiert nicht jeden Morgen aufs Neue wieder rum.

Ich habe lange überlegt, wie ich den Gürtel seitlich des Wappens gestalte, ob ich da noch Strahlen aufsticke, ein Muster aufstemple, es erschien mir einfach etwas nackt ... aus Zeitgründen ist es aber erstmal so geblieben. Bis zur Veranstaltung.

 Da bekamen wir zwei Leder-Wappen in die Hand gedrückt mit der Aussage "Bringt die mal bis morgen irgendwo an eurer Klamotte an!" Und ich überlegte noch ne ganze Weile: "Hm, je nach Wetter trag ich ja immer etwas anderes, Hut, Taschen, alles schon so voll ..." - bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel:

Überraschende Patch-Perfektion

Der Gürtel ist wie gemacht für diese Leder-Patches. Die Größe ist perfekt. Als hätte jemand geahnt, dass mir genau das noch fehlen würde!

In der Gesamtansicht:

@Koboldfoto

Ich hatte eine fantastische Veranstaltung und war rumum zufrieden mit dem Miedergürtel.

Ich überlege schon, ob ich eine zweite Variante mit mongolischen Motiven anfertige ...

Auf dem Epic Empires im nächsten Jahr wird der Gürtel auf jeden Fall wieder getragen. Vielleicht kriegt die Schlange bis dahin auch noch eine Zunge ... 

Habt ihr schonmal an Korsett-/Miederstäbe verarbeitet? Oder habt ihr auch so eine völlig irrationale Scheu davor wie ich lange?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana



Mittwoch, 4. Dezember 2024

[WIP] Die Claner-Monsterjägerin - Das Ergebnis

Heute gibts endlich mal Ergebnisse von meinem pseudomongolischen Witcher-inspirierten Monsterjägerin-Larp-Charakter! Nach 7 Work-in-Progress-Posts wirds auch mal Zeit ...

Zugegeben, es ist erstmal ein Zwischenergebnis - das Kostüm ist noch nicht ganz fertig, aber ich habe alle Teile wenigstens rudimentär zusammen und ich habe es zu einer Larp-Veranstaltung getragen.

Das letzte größere Teil, was noch gefehlt hat, war das Deel (der mongolische Mantel), aus vier verschiedenen Wollstoffen mit Leinenfutter. Eigentlich sollte es noch kurze Ärmel bekommen - nachdem ich aber selbst beim vierten Probeteil völlig unzufrieden mit meinem Ärmelschnitt war und mir die Zeit bis zur Veranstaltung davonrannte, ist der Schnitt erstmal ärmellos geblieben.

Für die Besätze habe ich ganz schön lange die Schnittteile hin- und hergeschoben, weil ich einen Stoffrest von Nria verwendet habe und möglichst ohne Teilungsnäht auskommen wollte (ganz hat das letztlich nicht geklappt.

Anschließend habe ich mit Teststreifen und hochprofessioneller Paintskizze Breite und Abstand der Besatzstreifen getestet: Es wurde natürlich die aufwändigste Variante mit zusätzlichem Zwischenstreifen.


Den zwischengesetzten Fischgrät-Stoff sieht man nur von Nahem, ich mag Details, die man nur von Nahem sieht, immer gern - so wirkt ein Kostüm echter und weniger plakativ.

Die geraden Sreifen habe ich einfach mit nach innen geklappter Nahtzugabe aufgenäht, bei den gerundeten Streifen vorher an beide Seiten einen Leinen-Besatz angenäht, nach hinten gebügelt und dann aufgenäht.


Nachträglich werde ich noch Ärmel ergänzen, die Silhouette braucht einfach etwas mehr Volumen im Arm-Schulter-Bereich, auch als Ausgleich zum Volumen der einseitigen Pluderhose. Außerdem werde ich noch einen Stehkragen ergänzen, der Ausschnitt hat nämlich genau die Weite, in die die Kette immer hineinrutscht.

Weitere Punkte auf der To-Do-Liste: Ich bin mit der Form der Schärpe nicht zufrieden, ich hätte lieber eine Version, die fester am Körper sitzt. Vorteilhaft wäre eine gebogene Version, die weniger tief hinunterreicht und weniger Platz am Gürtel verdeckt.

Die Beinholster sind mir noch etwas zu hell, die werde ich dunkler färben - und nachdem ich einige Stellen am Unterschenkelholster aus Zeitmangel nur geklebt und noch nicht genäht habt, muss ich das auch noch nachholen.

Und eine Axtscheide fehlt mir noch, die schon fast fertig war, bei der der Kleber aber an entscheidender Stelle nicht gehalten hat, an der die Form zu eng zum Nähen war - hier muss ich nochmal umdisponieren.

Der Hut bekommt auch noch ein Upgrade (wer hier erst eingestiegen ist: Der ist gekauft, nicht selbstgemacht). Natürlich ist er auch jetzt schon fantastisch in seiner Huhnigkeit, aber er könnte sich noch besser in die restliche Gewandung einfügen. Ich muss nur aufpassen, es nicht zu übertreiben, um nicht zu sehr vom Vogel abzulenken!

Ansonsten: Mir fehlen noch Amulette und Talismane! "Klimbim" ist an sich nicht so meine Stärke, aber der Charakter soll einfach grundsätzlich nach "too much" aussehen, also muss ich über meinen Schatten springen.

Zur Motivation zum Weitermachen fehlt mir jetzt nur noch die nächste Veranstaltung (zu der ich dann in letzter hektisch durch alle Projekte durchhetzen kann, wie es der Brauch verlangt). 

Zu guter Letzt noch der Vergleich des ersten Entwurfs mit dem letztlichen (Zwischen-)Ergebnis:

Was meint ihr - ist die Umsetzung gelungen? 

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Bisherige WIP-Posts zum Monsterjägerin-Projekt:

WIP Teil 1: Konzept und Material  
WIP Teil 2: Planung und Oberteil-Entwürfe
WIP Teil 3: Schnitterstellung und Probeteile
WIP Teil 4: Tunika mit Ärmel-Trick
WIP Teil 5: Haare und Makeup-Tests
WIP Teil 6: Die Hose
WIP Teil 7: Bogenschützen-Ausstattung

Verlinkt beim MeMadeMittwoch