Donnerstag, 10. November 2022

Pololeiste mit Linienverwirrung - Sweatshirt McCalls 8240

Eigentlich wollte ich ja nur ein simples Sweatshirt mit Polokragen nähen und es hätte so einfach sein können ...

Hier mit Knöpfen! Ich weiß auch nicht, was auf dem Bild mit dem Saum los ist ...

Es fing damit an, dass McCall's in seiner neuen Kollektion einen Sweatshirtschnitt für Strickjacquard, Sommersweats und ähnliche nicht zu dicke Wirkware herausbrachte und mir auffiel, dass ich schon länger so ein Sweatshirt haben wollte. Das ist super, wenn es zu warm für eine Jacke ist und man trotzdem die Vorzüge eines Kragens haben will (z.B.: Sonnenschutz im Nacken und eine Pufferschicht für den Autogurt). Außerdem bin ich einfach Kragen-Fan.

Ok, die FBA hätte ich mir NICHT sparen sollen! Hier brauche ich doch Brust-Mehrweite.

Dafür auserkoren habe ich einen etwas dünneren Leather Gradient-Sommersweat von Astrokatze. Mit solchen Stoffen lassen sich schöne Effekte erzielen! Ich habe z.B. eine dunklere Pololeiste, die sich unten gut vom Stoff drumrum abhebt, und eine hellere untere Pololeiste zugeschnitten, die keck hervorguckt und gut zum ebenfalls helleren Kragen passt.
Außerdem ist ein Ärmel oben hell und einer unten.
Ich habe zugleich eine Shorts zugeschnitten - gleichzeitiger Zuschnitt vereinfacht die Stoffausnutzung!

Ich mag die McCalls-Schnittmuster eigentlich. Nur die enthaltene Nahtzugabe stört mich - und das braune Papier ist eher blass in Mittelblau bedruckt. Normalerweise komme ich gut damit klar, aber im dunklen Winterlicht macht es das Abpausen nicht so einfach. Dadurch habe ich den Hinweis „Schnittlinie“ übersehen, was fatal war.

Der Schlitz des Anstoßes mit Rettungsmaterial.

Ich versuche mal das Problem zu beschreiben:

Mir hat eine Markierung gefehlt, wie lang der Einschnitt für die Pololeiste sein muss. Lediglich die Nahtlinie für die Leisten ist eingezeichnet und die Anleitung verlangt, das Vorderteil mittig einzuschneiden und das untere Ende des Schlitzes Y-förmig einzuschneiden.

Mich hat offenbar verwirrt, dass auf dem in der Anleitung abgebildeten Vorderteil nur die (nicht eingezeichnete) Schnittlinie abgebildet war, dafür die auf dem Schnittmuster eingezeichnete Nahtlinie offenbar nicht übertragen wurde.

Ich habe also bis zur Markierung (wie ich später feststellte, der Nahtlinie, nicht der Schnittlinie) eingeschnitten und dann beim Nähen festgestellt, dass meine Pololeisten dafür zu kurz sind! 

Kurzerhand wurde das Vorderteil zum Rückteil und ich habe ein breites Rechteck eingesetzt, um den ursprünglichen Poloschlitz zu kaschieren. Sieht doch total nach Absicht aus, oder? :D


Das war natürlich alles Absicht!

Da ich dachte, dass ich einen Fehler beim Zuschnitt gemacht hätte, hab ich dann einen neuen Poloschlitz im Vorderteil eingefügt - und zum Glück noch nicht Y-förmig eingeschnitten! Denn der Fehler lag ja beim Abpausen, nicht beim Zuschnitt. Für erneutes Zuschneiden fehlte mir der Stoff, also habe ich die Leisten unten mit 5 mm Nahtzugabe angenäht (es hat gerade so gereicht!) und hoffe jetzt, dass das dauerhaft hält …

Ich muss dazu sagen, dass ich schon einige Poloshirts von anderen Herstellern genäht habe – vielleicht bin ich da auch einfach etwas anderes gewohnt und hatte deshalb hier Schwierigkeiten.

Hier sieht man die verschiedenen Pololeisten. War anfangs unsicher, ob ich Knöpfe dranmachen soll.

Immerhin: Der Rest war dann schnell genäht. An der Passform arbeite ich dann beim nächsten Sweatshirt ...

Nach den ersten Fotos habe ich beschlossen, dass ich doch Knöpfe will. Die habe ich einfach ohne Knopflöcher auf die Pololeisten aufgesetzt! Man muss beim Tragen nur dran denken - nicht, dass man denkt, das wäre ein gutes Sweatshirt, um es beim Schminken o.ä. zu tragen und dann mit weit geöffnetem Ausschnitt über den Kopf zu ziehen ...

Die Knöpfe sind aus dem Vorrat, stammen möglicherweise von meiner Oma und es sind unterschiedliche Arten (auch wenn man das auf dem Foto nicht gut sieht). Unterschiedliche Knöpfe an einem Kleidungsstück gab es öfter bei Wissmach (ich vermisse diesen Laden sehr!) und ich fand das damals schon toll. Außerdem super zur Resteverwertung!

Das ist selbstverständlich Design, keine Fehlerkaschierung!

Aber ich muss sagen. Dafür, dass da einiges schiefgegangen ist, bin ich doch erstaunlich zufrieden. Es ist aber auch einfach ein schöner Stoff und das Sweatshirt trägt sich gut.
Beim nächsten Poloshirt werde ich genauer hinsehen, was die Linien bedeuten ...


Schnitt: McCall's 8240, Version B (mit Ärmelbündchen, ohne Saumbündchen), Gr. M
Material: Sommersweat "Leather Gradient" grün von Astrokatze, Knöpfe aus dem Vorrat
Änderungen: 2 cm gekürzt (Torso und Ärmel), Schultern 2,5 cm verschmälert. Hinten ein Rechteck eingesetzt. Aus Gründen - siehe Text ;)
Nachnähpotential: Ja! Aber mit kürzerem Schlitz. Arrgh. Und ich sollte dann wirklich eine FBA machen.
Nria

3 Kommentare:

  1. Ja manchmal passieren solche Sachen. Mir macht das schummrige Licht auch immer Schwierigkeiten, noch dazu wenn man dunklen Stoff vernäht. Aber am Ende ist es doch ganz schick geworden und wenn es Dir gefällt, umso besser.
    Was heißt eigentlich FBA? Ich vermute etwas mit Schnittanpassung auf die Figur, oder?
    LG
    Kerstin

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    1. FBA heißt Full Bust Adjustment, also Anpassung auf große Oberweite :)

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  2. Hej Nria,
    ja im Winter/Herbst ist das mit dem Licht nicht so einfach, ist mir auch schon das ein- oder andere Mal passiert, Das Shirt ist schick geworden, der Stoff gefällt mir richtig gut :0) Also ja, der Ausschnitt mit der Leiste könnte auf jeden Fall für mich um die Hälfte kürzer sein, sonst ist alles paletti :0) ...ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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