Mittwoch, 20. Februar 2019

Ein gesprenkeltes Experiment - Tulpenkleid Chloe von Pattydoo

Es wird Frühling! Zumindest beim Jahreszeiten-Sew-a-long von Frau freut sich. Passend dazu habe ich ein Kleid zu bieten, das nur auf die ersten warmen Tage wartet!

An diesem Kleiderschnitt scheiden sich die Geister und allein schon deshalb war ich seit Langem neugierig darauf. Das Oberteil bietet Abnäher (hurra!), der Rockteil ist tulpenförmig (oben gerundet, unten eng zulaufend), was durch die Kellerfalten noch betont wird. Es wird daher auch ein Stoff mit etwas Stand empfohlen.

Nanu, wo sind denn die Kellerfalten hin?

Vielen Frauen steht dieses Kleid sehr gut - anderen gar nicht. Und das hängt gar nicht von der Kleidergröße ab! Ich vermute: Für Birnentypen ist die Form ideal, weil die Taille betont wird und breite Hüften/Oberschenkel unterm Rock verschwinden, aber je mehr Bauch man hat, desto schwieriger wird es. Also eigentlich nichts für mich - aber ich war eben neugierig, die Schnittmuster von Pattydoo kosten als Ebook nur 2,99 € und ich hatte noch einen stark reduzierten Sprenkeljersey in Türkis im Schrank, also habe ichs einfach ausprobiert.

Das Türkis ist übrigens eigentlich keinswegs so blau, sondern sehr viel grüner als auf den Bildern, ließ sich aber nicht mal mit Farbkorrekturen hervorlocken.

Die Farbe ist leider unfotografierbar. Aber ich mag die Sprenkel.

Genäht waren die paar Schnittteile schnell, aber es zeigte sich (nicht so überraschend): Diese Rockform ist nichts für mich. Die Falten sprangen zu sehr auf und die Rockform sah seltsam aus.

Also habe ich kurzerhand den Vorderrock nochmal abgetrennt und gekräuselt angenäht. Einige haben einfach den Hinterrock zweimal zugeschnitten und statt des Vorderrocks angenäht, aber der ist eben schmaler als der Vorderrock und ich fürchte, das wäre zu eng.
Dann habe ich die sehr geschwungene Hüftpartie etwas begradigt. Sieht schon deutlich besser aus! Besser wäre es, wenn der Rock unten nicht etwas enger zulaufen würde; gerade oder ausgestellt sieht besser aus an mir.

Hinten steht der Ausschnitt etwas ab, da hätte ich das Bündchen mehr dehnen müssen.

Den Ausschnitt habe ich vom Shirt "Marika" aus dem Lillestoff-Magazin 2/2018 (Nr. 2) übernommen. Wo ich gerade am Experimentieren war ... den V-Ausschnitt mit dem breiten Bündchen fand ich nämlich sehr schön und wollte ihn auch mal unverbindlich ausprobieren.

Hier seht ihr den Ausschnitt im Detail! Ungebügelt und unversäubert, Asche auf mein Haupt ...

Insgesamt finde ich das Ergebnis gar nicht so schlecht! Der gesprenkelte Jersey war grünstichiger, als ich vermutet hatte (ich hätte ein blaueres Türkis erwartet) und ich war unsicher, ob die Farbe zu mir passt, aber irgendwie passt sie zu dem Kleid und ich finde es tatsächlich sehr frühlingshaft.
Ob ich mit dem Rock so warmwerde, weiß ich noch nicht ganz - möglicherweise werde ich doch noch eine andere Rockform annähen (ein Keil, um die eng zulaufende Form auszugleichen, könnte auch reichen). Aber erstmal probetragen.

Jetzt muss es nur noch etwas wärmer werden!


Schnitt: Chloe von Pattydoo, Version ohne Taschen, Gr. 38 (mit anderem Ausschnitt)
Material: Baumwollsweat von Michas-Stoffecke
Änderungen: Vorderrock gekräuselt statt in Falten gelegt, Ausschnitt von Shirt Marika (Lillestoff-Magazin 2/18) übernommen, Rock-Seitennaht etwas begradigt, Ärmel gekürzt?
Nachnähpotential: Ist leider nicht mein Rock-Schnitt. Aber das Oberteil finde ich ganz gut.
Verlinkt beim Jahreszeiten-Sewalong von Frau freut sich und AfterWorkSewing.

Lg
Nria

Kommentare:

  1. Hej Nria,
    Den Stoff finde ich auch richtig schön �� ich finde es steht dir ganz gut, vielleicht Lässt sich ja noch was ändern. Der ausschnitt ist toll, ich mag v ausschnitte am liebsten. Ganz lg aus Dänemark, Ulrike :0)

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  2. Hi, ich finde Dein Experiment sehr gelungen. Spannend, was Du über die Körperform schreibst. Ich finde, in der Version, die Du jetzt gezaubert hast, steht Dir das Kleid ausgezeichnet. Und die Kragenversion ist total klasse und macht den Schnitt noch etwas dynamischer. Danke für Deine Verlinkung und liebe Grüße! Karin

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