Dienstag, 15. September 2020

Oldie, not goldie - Kleid 41 aus der Meine Nähmode 2010

Kürzlich habe ich mein Strumpfhosenfach im Schrank ausgeräumt. Und ich habe doch tatsächlich ein Kleid wiedergefunden, das ich vor 10 Jahren genäht habe!
Ich dachte ja, ich hätte es entsorgt. Aber so kann ich es euch zeigen, bevor ich es entsorge (oder recycle) ;)
 
Zunächst möchte ich euch an der Beschreibung aus dem Heft teilhaben lassen: "Besonders schmeichelnd ist das Neckholderkleid mit leicht ausgestelltem Rock, da er Rundungen vorteilhaft zur Geltung bringt. Aber auch der Wohlfühlfaktor kommt bei diesem Modell nicht zu kurz." 
Also ehrlich: Nichts davon ist wahr!
 
Dieses Modell stammt aus der allerersten "Meine Nähmode"-Ausgabe, im Jahr 2010. Die Zeitschrift mit Simplicity-Schnittmustern war damals noch recht beliebt; mir scheint, dass die Beliebtheit etwas nachgelassen hat. Die Schnittmuster aus den neuen Heften begeistern mich auch nicht mehr, die werden immer simpler und beliebiger und es sind auch weniger Varianten drin.

Sehen so für euch "vorteilhaft zur Geltung gebrachte Rundungen" aus??


Früher war mehr Lametta eine größere Auswahl auch origineller Schnittmuster enthalten. Habe die erste Ausgabe mal durchgeblättert und spontan einige Schnittmuster gefunden, die ich eigentlich mal nähen könnte ...
Aber zurück zum Kleid: Durchgeblättert habe ich die Ausgabe, weil ich nicht mehr wusste, welchen Schnitt ich verwendet habe. Es ist ziemlich sicher diese Ausgabe, aber der einzige Schnitt, der genau die Charakteristika des Kleids aufweist, fängt bei Größe 44/46 an. Habe ich tatsächlich diesen Schnitt genommen und so viel verkleinert?!

Jedenfalls: Das Kleid hat ein schlauchförmiges Oberteil, in der Mitte durch eine Schlaufe gerafft, eine Kräuselung unter der Brust, vorne Teilungsnähte, in denen Taillenabnäher versteckt sind und Neckholder-Träger.
Ich habe offensichtlicherweise normale Träger draus gemacht.

Von hinten ists ja ganz okay ...

Und ich glaube, ich habe die kurze Version verwendet, die vermutlich eine Tunikalänge sein soll, für mich aber ein Minikleid abgibt. Ja, der Saum ist nur versäubert, weils einfach schon recht kurz war.
 
Am Model im Heft, das eine viel größere Größe trägt als ich, aber ganz sicher auch eine deutlich höhere Körperlänge als ich besitzt (so 30 cm), sieht das Kleid in der langen Version fantastisch aus. Zugegeben, Viskosejersey ist bei Raffungen meist schmeichelhafter. Aber so an sich erscheint mir das Kleid - wie so oft - geeigneter für Birnentyp-Frauen mit weniger Oberweite. Das geraffte Vorderteil lässt die Bauchregion sehr kompakt erscheinen ... nein, nicht mein Ding.
 
Ich gebe zu, dass das Kleid aus Viskosejersey und in Maxilänge besser aussehen könnte. Aber generell empfinde ich Kleider mit separatem Brustteil bei viel Oberweite einfach als schwierig.
Und das hier ist wohl mit gutem Grund ganz unten im Strumpfhosenfach gelandet ;)
 
Schnitt: Kleid/Tunika 41 aus der Meine Nähmode 2010, auf Gr. 40 verkleinert (von 44/46)
Material: Marineblauer Baumwolljersey
Änderungen: Verkleinert, rückwärtige Mittelnaht eingefügt, Träger statt Neckholder
Nachnähpotential: Ganz sicher nicht!

Verlinkt bei DvD und Creadienstag.

Lg
Nria

Montag, 14. September 2020

7 Sachen 37/2020

Immer wieder sonntags (umständebedingt heute am Montag): 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

 Mal wieder eine Amphicar-Tour gemacht. Anschließend in der "Zuckerscheune" in Volkach Zitronentorte gegessen. Der Name des Cafés hält, was er verspricht :D


 Beim Spazierengehen einen Mäusebussard im Apfelbaum erwischt. 


Pflaumenkuchen mit Zimtstreuseln gebacken. Entschuldigung, Zwetschgenkuchen ... in unserer Familie wurden die Begriffe immer synonym verwendet, ich habe erst sehr spät gelernt, dass Pflaumen und Zwetschgen nicht dasselbe sind! Hier ist das Rezept.

Mich verblüfft über das Geländer gebeugt, um die unerwarteten Koi-Karpfen und Goldfische im winzigen Dorfweiher in Stammheim zu betrachten. Habe unten ein Bild fast des gesamten Weihers angehängt ...

Außerdem einen riesigen dreidimensionalen Werbe-Apfel fotografiert.

Gastfüßchen: Als blinder Passagier am Scheibenwischer festgehalten. Ging im Stau ganz gut.

 

Die erste Kastanie gefunden und nach Hause getragen. Ich erkläre den Herbst damit offiziell für eröffnet.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung. 

Donnerstag, 10. September 2020

Nachhaltiges Nähen aka Die Recycling-Buxe - jusasuj Pastinaca Shorts

Heute mal nachhaltig und ressourcenschonend: Diese Hose war mal ein Deel. Das ist diese typisch mongolische Mantelform, Bild folgt weiter unten! Ich habe mir für die Turniertage, ein Larp im heißen Sommer 2009 ein Leinendeel genäht, um mich nicht totzuschwitzen, das Teil aber danach kaum noch getragen, weil ich nie so recht zufrieden damit war.
Letztes Jahr habe ich es schulterzuckend aufgetrennt und die Einzelteile in den Stoffschrank gelegt. Verwendet habe ich hier das Futter, ein Leinenstoff, den ich überfärbt habe in ein pinkstichiges Himbeerrot (es hatte vorher einen blassen Rotton, glaube ich).

Ein zweites Leben für den Stoff!

In meinem Schrank fehlten nämlich Shorts. Meine geliebten roten Leinenshorts nach Burdaschnitt sind leider aktuell zu eng, da musste eine neue Hose her. Falls das mit dem Abnehmen klappt, muss ich immerhin nur das Gummi enger machen :)
Diese Hose habe ich schon einmal genäht: Aus einem grau gefärbten Schrankleichen-Leinen. 

Das Ausgangsmaterial. Aus dem Oberstoff mache ich vielleicht eine Bluse.

Zugeschnitten habe ich natürlich einlagig (weil die Stoffteile nicht symmetrisch waren). Das ist etwas mühsam, lohnt sich aber: Man kann oft viel mehr aus dem Stoff rausholen.
Alle Teile haben prima auf die Stoffstücke gepasst, nur einen Taschenbeutel musste ich "falschrum" auflegen, was aber völlig egal ist. Das Leinen ist auf beiden Seiten gleich und der Taschenbeutel ist sowieso innen.
Nur für Saumaufschläge und Gürtel hat's nicht gereicht, aber die sind sowieso optional.

Fröhliche Puzzelei! Das hier ist noch nicht der Endstand.


Was beim Stoff-Recycling ein Problem sein kann, ist der fadengerade Zuschnitt. Stoffe verziehen sich einfach gerne (das kann auch das Abnehmen eines Schnitts erschweren), deshalb liegen meine Schnittteile eventuell nicht alle vollständig gerade im Fadenlauf. Aber bei so einer Buxe stört das hoffentlich auch keinen.

Hinten rüscht sich der Bund zumindest ein bisschen. Und ja, Taschen wären vorteilhaft.

Ein Makel dieses Schnitts: Er hat keine Potaschen. Das geht so natürlich nicht. Ich hab mir eine eigene gebastelt und sogar zugeschnitten.. Aber immer noch nicht angenäht - die Platzierung ist gar nicht so einfach. Vielleicht mache ich das irgendwann noch. Oder ... vielleicht auch nicht.

Zu meinem Missfallen an der Anleitung habe ich mich im letzten Beitrag schon ausgelassen: Ich finde sie unübersichtlich, unklar und die Verarbeitung nicht professionell.
Aber der Schnitt an sich gefällt mir.

Flatlay mit Beispielkordel. Leider beißen sich die Rottöne; ich habe mir eine graue bestellt, aber noch nicht eingefädelt.

Bei dieser Hose ist der Paperbag-Bund am deutlichsten sichtbar, der Stoff kräuselt sich ganz hübsch. So richtig ausgeprägt ist der Effekt bei keiner meiner Hosen; ich habe vermutlich schlicht zuviel Bauch, sodass der Stoff sich nicht ausreichend zusammenziehen kann. Muss ich mit leben (ja, ich könnte das ändern, aber halt nicht von heute auf morgen :D ).

Also ... meistens trag ich die Buxe halt so!

Aber getragen wird die Hose gerne - und nachhaltiger geht Nähen nicht!

Schnitt: Pastinaca Shorts von jusAsuj, Version mit Taschen und Gürtel, Gr. 40
Material: Leinen (recycelt von einem alten Kleidungsstück)
Änderungen: Gürtelschlaufen im Bund mitgefasst, andere Bundverarbeitung, Potaschen hinzugefügt
Nachnähpotential: Schon geschehen. Empfehlung für den Schnitt, keine Empfehlung für die Anleitung.


Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag und bei der Sew Unperfect-Refashion-Linkparade.

Lg
Nria

Sonntag, 6. September 2020

7 Sachen 36/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Einen Schreibtischstuhl zusammengeschraubt.


Gasthände: Der Liebste hat einen Baum gefällt. Ich hab zugeguckt.


Mikrowellen-Tassenkuchen gemacht (30 g geschmolzene Butter, 1 Ei, 2 EL Zucker oder Süßmittel, 2 EL Haferflocken, 3 EL Mehl, 1/4 TL Zimt, 1/4 TL Backpulver, 3 kleine oder 2 große kleingeschnittene Zwetschgen (oder 1/4 Apfel oder sonstiges Obst) in einer großen Tasse verrühren, für 1,5 Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle, fertig)


Viele kleine Kelche ausgeschnitten und als Borte aufgenäht.


Viele schöne Dinge aus dem Material-Tauschpaket im Nähkromantenforum entnommen und aussortierte Dinge dafür reingelegt. Die schönen Dinge dann ansprechend drapiert und fotografiert. Und weggeräumt. 


Schnittteile auf dem Federsweat anprobiert. Fühlt ihr euch auch so veräppelt, wenn ihr Stoff bestellt und dann zwei 10 cm breite Streifen pro Seite unbedruckt sind?


Endlich Bilderregale im Nähzimmer aufgehängt. Ich musste zusätzliche Löcher reinbohren, weil hinter der einzigen Stelle, wo man die Regale hätte positionieren können (am Schatten rechts ist ein Schrank, man kann also nicht beliebig weit nach rechts schieben), ein breiter Kabelkanal verläuft.
Jetzt kann ich beim Nähen lauter liebe Menschen angucken.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung. 

Samstag, 5. September 2020

Was vom August übrig blieb

Der August fing an mit unserer ersten Shadowrun-Runde seit 16 Jahren. Nria ist auf Epic Empires-Ersatztour im Schwarzwald auf der Schwäbischen Alb in einen Wasserfall geklettert und hat Tropfsteinhöhlen sowie eine tolle Burg-Aussicht bewundert. Und zum Abschluss waren wir beide endlich, endlich mal wieder auf einem Stoffmarkt!

Link-Tipps im August:

Für Shadowrun braucht man viele Würfel.

Für uns selbst genäht im August:
Rotweißes Knotenshirt "Annie"
Stormtrooper-Shorty.hose
Orangenhertha
Gloria-Maxikleid mit van Gogh-Muster (Ufo vom April)
Bienchen-Kleid
Ahornjacke
Jumpsuit Joy (Ufo vom August 2018)

Freibadwetter. Für-was-sonst-taugts-nicht-Wetter ...

Angefangene Projekte:
Wolkendirndl
Ritterhelm-Umeko
Silk 'n' Irene-Maxikleid
Clara-Wappenrock

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
La Maison Victor 4/2020
La Maison Victor 1/2017
Kleid "Hedwig" von Manjipuh
Shorts Jakarta von Sinclair Patterns 
Top Gaia von Sinclair Patterns
Longshirt Kirra von Sinclair Patterns
Cardigan Laura von Sinclair Patterns

Von Burg Hohenurach hat man eine fantastische Aussicht. Unter anderem auf lustig geformte Berge.

Stoff gekauft: Nria: 19,30 m (ohje, Eskalation!), Hana: 5,4 m
Nria: 1,80 m Nautistore-Sommersweat "Sylt List", 1,80 m Nautistore-Sommersweat "Maritim Tattoo 4.0" (letzterer bereits im März vorbestellt), 1 m Hilco-Ringeljersey, 1,80 m dunkelgrüner Melange-Viskosejersey, 1 m marineblauer Jersey, 0,35 m Blättchen-Patchworkstoff, 1 m hellblauer Jersey, 1,6 m French Terry "Tuba Citadel Blue", 2,50 m blauer Wollstoff, Stoffmarkt: 1,10 m roter Sweat, 1,50 m rotmelierter Jersey, 2 m dunkelblauer Jersey, 1,85 m blaugelbmelierter Steppjersey
Hana: 1,2 m cremefarbene Viscose-Leinenmischung, 0,60 m dunkelblauer Viscosejersey, 1,5 m French Terry "Pine Cones bordeaux", Stoffmarkt: 0,6 m senfgelber Jersey, 1,50 dunkelbraunes Leinen

Stoff vernäht: Nria: 14,90 (immerhin), Hana:1,7 m
Nria: 1 m rotweißer Streifenjersey, 0,5 m Stormtrooper-Jersey, 3,90 m fließender blauer Stoff, 2,15 m Wolkenpopeline, 1,30 m Orangenjersey, 1,30 m Ahornsweat, 0,55 m grauer Jersey, 2,10 m dunkelblaues Leinen, 2,10 m blauer Wollstoff
Hana: 0,5 m Ritterhelm-Jersey, 0,2 m gelber Uni-Jersey, 1 m Bienchen-Jersey 

Knöpfe vernäht: 6 (Silk 'n' Irene-Kleid)

Wir freuen uns im September auf: 
Endlich Herbst! Jetzt gabs wirklich lang genug Sommerwetter.

Donnerstag, 3. September 2020

Lady Tasja von Mialuna als T-Shirt - perfekt zur Stoffreste-Verwertung

Es war einmal ein Palmblätter-Jersey, in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Leider gab es einen klitzekleinen Haken: Es gab nur noch ein 25 cm-Reststück davon. Tja, das kaufte ich also und wartete auf einen Schnitt, der sich zur Verwertung eignete ...

Palmblatt-Glück

Nachdem ich mein Lady Tasja-Spacekleid genäht hatte, wusste ich: Der schöne Stoff reicht genau für die Passe. Also habe ich probiert, den Schnitt, der eigentlich als Pullover oder Sweatkleid gedacht ist, als T-Shirt zu nähen - und das hat prima funktioniert.


Für die Ärmelbündchen hat der Palmblatt-Stoff auch noch gereicht - fürs Halsausschnitt-Bündchen wollte ich eigentlich den unifarbenen Jersey verwenden, Nria hat mich aber überzeugt, das es aus Palmblatt-Stoff schöner aussähe. Habe ich also gemacht und bin sehr zufrieden.


Im Nachhinein bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob ich nicht die Platzierung von Vorder- und Rückenpassen auf dem Stoff hätte umgekehrt legen sollen, weil die Rückenpasse eine durchgängig grüne Kante hat und die Vorderpasse etwas "angeknabbert" aussieht, weil an den Kanten im Schulterbereich blaue Musterteile verlaufen. Aber da ichs sowieso nicht mehr ändern kann, erkläre ich das lieber zum interessanten Detail.


Ich überlege auch noch etwas, ob das Shirt vielleicht noch ein Details im Hüft- oder Taillenbereich vertragen könnte als Ausgleich zur Schulterpartie, ein einzelnes aufgesetztes Palmblatt o.ä. ... was meint ihr?
Material: 0,25 m Palmblatt-Jersey, 0,8 m Uni-Baumwolljersey
Schnitt: Lady Tasja von Mialuna, Gr. 40
Änderungen: kurze statt langen Ärmeln genäht, Halsbündchen statt Kragen oder Kapuze
Nachnähpotential: Ist bereits eine Wiederholung
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Mittwoch, 2. September 2020

Leslira, das Dschungelkleid - Pattydoo mit Patternhack [Leslie+Mira]. Plus kleines Tutorial für Hüftpassentaschen.

Ich liebe tropische Blättermuster. Als Kind hatte ich diverse Kleidungsstücke damit; besonders ist mir eins mit Zitrusfrüchten zwischen den Blättern in Erinnerung geblieben. Und ich bin immer noch stets auf der Suche nach solchen Stoffen.
Neulich bin ich bei Dresowka fündig geworden und habe einen schwarzgrundigen Baumwolljersey bestellt (Hana hat sich für einen mit Farn-/Palmwedelmuster entschieden, der ist auch toll).

Ein super Patternhack-Kleid!

Ein Blick in den Kleiderschrank zeigte mir: Ich brauche Kleider mit Kragen (und Shirts, aber dazu kommen wir ein anderes Mal). Ich habe aktuell nur eins, das mir passt, dabei haben Krägen viele Vorteile - man hat ein bisschen Sonnenschutz für den Nacken und es ist viel angenehmer beim Autofahren.

Die Tasche passte so gerade eben neben die äußere Falte.
 
Die meisten Schnittmuster für Kragenkleider sind auf Webstoff ausgelegt, den meide ich momentan ein bisschen (immer noch wegen Abnehmen. Ich sollte das einfach mal durchziehen!), aber Polokleider sind ja auch immer eine Option. Ich habe auch mehr als einen Schnitt dafür da und die Wahl fiel auf Leslie von Pattydoo.

Hinten habe ich je zwei Falten zu einer vereinigt. Vielleicht sollten sie noch weiter zur Mitte?

Leslie hatte ich schon als Poloshirt (mit Palmen) genäht; die Kleiderversion ist einfach ein verlängertes Shirt. Aber ich wollte eine Taillennaht und einen ausgestellten Rock, das ist vorteilhafter (besonders, wenn man keinen Pikee verwendet) und außerdem kann man dann meine favorisierte Taschenform einbauen - Hüftpassentaschen!
Den Rock habe ich vom Kleid Mira, ebenfalls von Pattydoo, übernommen. Der hat eine angenehme Weite und hat sich bewährt.

Mein Schlacht-Bastelplan!


Also habe ich fröhlich 3 Schnittmuster miteinander kombiniert.
Und so bin ich vorgegangen:

1. Ich habe mein Leslie-Shirt angezogen, mir eine Schnur um die Taille gebunden (ich habe dafür eine dickere Baumwollkordel, die funktioniert wunderbar) und mit Stecknadeln ringsherum die Taillenhöhe markieren lassen.
Diese Linie habe ich auf den Schnitt übertragen und ihn dort abgeschnitten (Achtung, die Pattydoo-Schnittmuster beinhalten bereits Nahtzugabe. Daher habe ich sie an dieser Stelle auch zugegeben). Eigentlich kann man es sich auch einfacher machen und schlicht die Länge vom Mira-Oberteil messen und übertragen, wenn einem das Kleid passt ...
2. Ich habe die neue Unterkante des Shirts sowie die Länge der Rockoberkante (mit zugeklappten Falten) ausgemessen - jeweils auf der Nahtlinie, nicht an der Schnittkante. Und diese Längen verglichen.
Beim Vorderteil passte es, beim Rückenteil war das Oberteil breiter als der Rock, also habe ich die Faltentiefe etwas reduziert, bis die Länge übereinstimmte.
3. Fehlen noch die Taschen! Ich brauche welche mit relativ schmalem Eingriff, weil die Falten des Rocks weit außen sitzen (aber ich mag den Eingriff lieber rund als gerade). Die vom 8 aus der Fashion Style 08/2016 eigneten sich dafür, davon habe ich zunächst den Tascheneingriff auf den Rock abgepaust. Dann ein großes Stück des Rocks rings um den Eingriff abgepaust (immer noch mit zugeklebten Falten), samt der Eingrifflinie, aber auch der Außenkante, und auf dieses abgepauste Stück Papier habe ich den Taschenbeutel angelegt und so aufgezeichnet, dass er an den Kanten passt (dafür musste ich einige Linien etwas verlängern). Die Rockform vom Fashion Style-Kleid ist nämlich etwas anders.

An dieser Stelle füge ich eine kleine Skizze ein, wie man Hüftpassentaschen in einen Rock einfügt. Es ist wirklich einfach! Nur bei sehr weit ausgestellten oder gerafften Röcken lasse ich das lieber.

Linien aufmalen, Passe abschneiden, Tasche mit und ohne Passe kopieren, fertig.


Und so sehen die tollen Taschen dann aus:

Die BESTE Taschenform.

Vor aufwändigen Sachen wie Paspeltaschen und Krägen drücke ich mich gerne, deshalb habe ich bewusst einen Pattydoo-Schnitt genommen. Da gibts ein Video und jede Menge Passzeichen!
Bei den Pololeisten habe ich viel geheftet, damit es ordentlich wird. Ich neige nämlich dazu, die Nahtzugabe zuviel zu stutzen (damit sie den Druckknöpfen oder Knopflöchern nicht im Weg ist) und dann lassen sie sich nicht mehr gut in die Leiste legen.

Die Pololeiste. Unten habe ich ein bisschen gepfuscht, da liegen die Leisten nicht exakt aufeinander. Nuja.

Die verkleinerten Falten beim Hinterrock sahen nicht gut aus und haben fürchterlich aufgetragen, also habe ich nochmal getrennt und jeweils zwei Falten zu einer einzigen größeren zusammengelegt. Das sieht deutlich besser aus.

A star in my Kleiderschrank is born!

Dieses Kleid kommt ziemlich nah an ein Traumkleid für mich heran. Vielleicht wäre ein Taillenband noch schön, oder ein Gürtel (aber ich trage nicht gern Gürtel, auch wenn sie mir rein optisch gefallen). Ich bin jedenfalls sehr zufrieden damit und freue mich jedes Mal, das Kleid zu tragen!

Schnitt: Mix aus Poloshirt Leslie (Oberteil), Gr. 38, und Kleid Mira (Rockteil), Gr. 40, von Pattydoo
Material: Baumwolljersey mit tropischen Blättern von dresowka.pl
Änderungen: Oberteil auf Taillenlänge gekürzt, Faltentiefe des hinteren Rockteils reduziert und dann auf 2 statt 4 Falten verteilt, Hüftpassentaschen eingefügt (vom Kleid 8 aus der Fashion Style 08/2016), Schultern um 1 cm verschmälert
Nachnähpotential: Garantiert.


Verlinkt beim Me Made Mittwoch.

Lg
Nria