Donnerstag, 23. Mai 2019

Mal wieder Restfest - (Cord-)Jeans Gloria von Freuleins

Heute seht ihr das Ergebnis zum #naehdirwas-Thema Resteverwertung! Okay, ich bin ein paar Monate zu spät dran. Aber dafür lagern in meinem Schrank jetzt zwei Stoffe weniger :)

Von vorne finde ich sie ganz gut. Ich mag die Details, aber eigentlich ist mir der Schnitt zu karottig.


Die Jeans Gloria von Freuleins hat es mir schon lange angetan: Sie hat eine interessante schräge Knopfleiste, Abnäher an den Tascheneingriffen und ist nicht skinny! Ich hasse skinny Jeans.
Besonders mochte ich die Cord-Version von Pruella.

Als ich den frisch umgefärbten ehemals weißen, jetzt jeansblauen Cord (siehe den #naehdirwas-Zwischenstand im Januar) in der Hand hielt und überlegte, was ich draus nähen könnte - eine Cordhose käme mir gelegen -, fiel mir der Schnitt wieder ein. Leider war der Cord schon angeknabbert (Hana sagt, sie hat mal ein Kleid draus zugeschnitten; bisher ists aber beim Zuschnitt geblieben), aber hey, ich hab ja kurze Beine, passt alles :D

Wie man sieht: Das Hosenbein passt ganz knapp drauf!

Erfreulich: Man kann die Ebooks zu den Freuleins-Schnittmustern vorm Kauf anschauen, nur den Schnitt muss man natürlich kaufen. Aber so weiß man genau, worauf man sich einlässt (leider auf Schnittmuster, die für 1,75 m Körpergröße vorgesehen sind ... warum weichen Indie-Schnittmuster bei der Körperhöhe immer nur nach oben vom Durchschnitt ab?!).

Oha, die Falten lassen nichts Gutes erahnen. Ich steh aber auch etwas schief?


Was mich etwas irritiert hat: Der Schnitt hat 28 Seiten. Drucken muss man aber nur 20, die letzten 8 sind bis auf die Klebelinien und Nummerierung leer. Ist das ernsthaft keinem Probenäher aufgefallen?

Für Bundfutter und Taschenbeutel habe ich einen Rest Patchworkstoff verwendet - mit dem habe ich bereits meine Möwen-SlingBag gefüttert.

Bei den Gesäßtaschen habe ich endlich mal eine der kostenlosen Vorlagen von do it better yourself verwendet, die ich bereits vor etwa einem Jahr in einem Monatsbeitrag verlinkt hatte. Erstmal auf einem Probestück und als das gut funktioniert hat, dann bei den tatsächlichen Taschen.

Na ja, perfekter Sitz geht anders. Aber guckt, ich habe Taschen bestickt!

Mit dem Dreifachgeradstich kann man Jeansnähte gut absteppen, ohne sich mit dickem Knopflochgarn herumzuärgern. Allerdings ist das bei elastischem Cord so eine Sache - der dehnt sich dabei gerne zu sehr aus (ich habe das mal bei einem Rock mit Teilungsnähten versucht und es ist so kolossal schiefgegangen, dass der Rock in der Tonne gelandet ist). Also war ich mit dem Absteppen sehr sparsam.

Das Nähen ist nicht allzu schwierig, wenn man schön der Anleitung folgt. Irritiert hat mich nur, dass zuerst die Vorderteile (und die Hinterteile) an der Naht im Schritt (Spaltnaht) zusammennäht und danach erst Seiten- und Innenbeinnaht (die heißt Schrittnaht). Andersrum wäre es m.M.n. deutlich einfacher.

Liebe die Knöpfe.

Was ich super finde: An der Seitennaht sind 2 cm Nahtzugabe vorhanden (alle NZ sind integriert). Das ermöglicht im Nachhinein noch Anpassungen. Ich habe sie nur dazu genutzt, die Hosenbeine unterhalb des Knies um 2 cm zu erweitern - ich mag Hosen einfach nicht so eng an den Unterschenkeln.

Die Bundverarbeitung kriege ich gerade bei dicken Stoffen nie auf die in der Anleitung angegebene Weise ordentlich hin (außen sieht es dann schön aus, innen verläuft die Naht auf dem Bundfutter aber nicht gleichmäßig).
Meine Alternativ-Idee:
1. Ich nähe den Bund an die Hose.
2. Ich bügle die Nahtzugabe nach oben und steppe jetzt schon die untere Seite vom Bund ab.
3. Ich nähe das Bundfutter an.
4. Ich klappe das Bundfutter nach innen, schlage die untere Bundkante ein und nähe sie per Hand fest.
5. Ich steppe die Seiten und die obere Seite des Bunds ab.

Voilà, ringsum abgesteppter Bund, ohne dass es innen hässlich aussieht!



Die Knopflöcher habe ich ebenfalls per Hand genäht. Aber nur gepfuscht, sieht man eh kaum.
Dafür habe ich die allerbesten Jeansknöpfe der Welt gefunden: Man kann sie per Hand zusammendrücken, ohne sich mit Zangen, Hämmern oder anderen Werkzeugen herumzuärgern. Fantastisch! Allerdings habe ich sie gebraucht gekauft, sonst hätte ich mich mit 1000 Packungen bevorratet ...

Und mein Fazit zur ganzen Hose?
Ich finde sie ok. Die schräge Knopfleiste und die Taschen-Abnäher mag ich sehr, aber leider ist mir die Hose zu weit (mit Gürtel gehts). Ich bevorzuge halt eigentlich gerade geschnittene Hosen ... wobei ein dünnerer Stoff auch ganz anders fallen würde, das wäre vielleicht einen Versuch wert.

Übrigens mag ich das Outfit - komplett me-made: Zur Hose trage ich den Sewera-Body und den Blazer Ellen von Pattydoo.

Schnitt: Jeans "Gloria" von Freuleins, Gr. 38; Gesäßtaschenmuster: Gratis-Vorlage von  doitbetteryourself
Material: Elastischer Cord, blau gefärbt, Patchworkstoff (Le Tissu by Domotex)
Änderungen: 10 cm gekürzt, Beine unterhalb des Knies etwa 2 cm erweitert
Nachnähpotential: Weiß noch nicht.
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Kommentare:

  1. Liebe Nria, ich finde die Hose sehr gut gelungen. Nur die Falten Hinten an den Beinen müssten wohl bei einem weiteren Modell noch etwas optimiert werden. Etwas bollerig sind Cordhosen aber meistens. Von vorne finde ich die Optik richtig klasse und sie steht dir sehr gut. Die bestickten Taschen gefallen mir auch sehr gut. LG Julia

    AntwortenLöschen
  2. Krasse Socken!
    Die Jeans ist doch toll geworden! Ich bin zwar kein so großer Fan von Breitcord, aber die Verarbeitung sieht klasse aus und den Sitz find ich völlig OK. Besser etwas zu viel Luft als zu wenig. :-)

    AntwortenLöschen