Dienstag, 26. November 2019

"Can't Stop" in der Clanerversion - Larp-Brettspiel

Manchmal hat man im Larp nicht viel zu tun. Wie gut, wenn man dann ein Spiel dabei hat! Ein Spiel im Spiel, sozusagen.

In dem Beutel lässt sich das Spielmaterial verstauen.

Ein Brettspiel, das wir noch gar nicht so lange kennen, aber begeistert spielen, ist Can't Stop.
Es handelt sich dabei um ein Wettrennen mit Glücksfaktor - man kann immer mehr riskieren (und nicht aufhören - deshalb "Can't stop"), aber wenn dann die Würfel nicht so fallen wie erhofft, fällt man wieder zurück.
Das Spiel ist schon fast 40 Jahre alt, aber auch wieder nicht alt genug, um in ein Mittelalter-/Fantasy-Setting zu passen. Also habe ich es larptauglich nachgebaut.

Neben der hässlichen roten Plastikausgabe des amerikanischen Originals gibt es eine hübsche Bergsteiger-Version vom franjos-Verlag. Ich wollte das Spiel passend für meine Clanerin und habe mich deshalb für ein Herden-Thema entschieden.

So könnte ein Spielstand mitten im Spiel aussehen.

Dazu habe ich zunächst eine grobe Skizze gezeichnet, damit ich schonmal die Proportionen der Felder habe. Eigentlich wäre es besser gewesen, den Plan ein bisschen größer zu machen, aber dafür war's dann zu spät ...

Mein Plan sah dann vor, die Felder statt als Bergcamps (wie beim Originalspiel) als Hufspuren darzustellen und die Zielfelder als kleine Jurten. Noch eine Umrandung, fertig war das Design.

Leider musste das dann auch noch umgesetzt werden und davor habe ich mich eine ganze Weile gedrückt. Bis Hana mir ein paar Tage vor einem Con sagte, dass sie das (noch nicht existierende) Spiel gerne mitnehmen würde ...

Ein Stück Bomull (der naturfarbene Baumwollwebstoff von Ikea) hatte ich schon passend zugeschnitten und mit Bleistift die Form des Spielbretts markiert. Bomull hat den Vorteil, dass es dünn und etwas durchscheinend ist, daher konnte ich den Stoff einfach auf die Vorlage legen (deren Linien ich mit dickem Filzstift nachgezogen hatte) und musste nicht alles gegen eine Lichtquelle durchpausen.

Die Vorlagenlinien schimmern leicht durch.

Die Felder wollte ich aufstempeln. Spart viel Arbeit und ich mag die Optik! Dazu habe ich einen Huf-Stempel aus Pappe und Moosgummi gebastelt. Erfüllt seinen Zweck ganz gut, auch wenn etwas hochwertigere Materialien besser wären, wenn man den Stempel oft benutzen will. Ein bisschen sieht die Form außerdem nach Kaffeebohne aus, aber das nehme ich einfach mal so hin.

Gestempelt habe ich mit brauner und schwarzer Acrylfarbe. Nicht jeder Stempelabdruck ist gut geworden, bei einigen hat die Farbe arg geschmiert, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich habe erst Braun und dann Schwarz gestempelt - ich glaube, man sieht schon, dass zum Ende hin die Stempelabdrücke immer unsauberer werden; da ließ irgendwann die Qualität des Stempels ziemlich nach.

Als die Farbe getrocknet war, habe ich die Außenlinien aufgemalt und nachgestickt. Ränder kann man nicht gut im Stickrahmen einspannen, also ist der Stoff welliger geworden, als mir lieb wäre. Ich habe in Dunkelrot, dunklem Orange und Senfgelb gestickt und bin von außen nach innen immer heller geworden.

Stickerei in Farbabstufung.

Anschließend habe ich die elf Jurten aufgezeichnet und in Schwarz nachgestickt. Ursprünglich hatte ich innen noch ein paar Details wie die Tür aufgemalt, bis mir auffiel, dass da ja die Zahl reingehört ... die habe ich dann stattdessen aufgestickt, im gleichen Dunkelrot wie die Umrandung.

Danach musste ich nur noch eine Rückseite annähen (ich habe ein Stück braunen Baumwollstoff aus der Restekiste gefischt) und dann habe ich noch schnell ringsum mit Cremeweiß einen Vorstich genäht, um die Naht zu fixieren.

Fertig! Die Tonfigürchen stammen aus dem Haithabu-Museum und dann habe ich für die Marker der einzelnen Mitspieler einen Stapel Wollstoffquadrate ausgeschnitten. Eine schönere Lösung überlege ich mir vielleicht später noch, aber erstmal erfüllen die ihren Zweck.

Überbelichtete Verpackung ...

Einige Hornwürfel hatte ich bereits bestellt und alles findet prima in dem nadelgebundenen Beutel Platz, den ich schon vor einiger Zeit aus dem Mittelalter-Tauschpaket im Nähkromanten entnommen habe :)

Auf dem Con, vor dem ich das Spiel fertiggestellt habe, kam es dann übrigens gar nicht zum Einsatz. Macht nichts, dafür habe ich den Plan endlich mal umgesetzt und in Kürze wird es dann hoffentlich ausprobiert!

Fürs Herbst-Handarbeitsbingo habe ich angekreuzt:
- etwas sticken

Verlinkt bei Dings vom Dienstag, Handmade on Tuesday und Creadienstag

Lg
Nria

Kommentare:

  1. Servus Hana!
    Ich hab noch nie von diesem Spiel gehört, bin aber von deiner Umsetzung in die Bergsteigerversion begeistert. Danke fürs Zeigen beim DvD und liebe Grüße
    ELFi

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  2. Das ist aber niedlich geworden! Ich mag die Hufspuren und natürlich auch die süßen kleinen Tonviecher. :-)

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  3. Hej,
    was für eine Arbeit! Die Idee ist ganz toll umgesetzt worden und ich finde alles wunderbar stimmig, besonders die gestempelten hufe und die Stickereien. Dann kommt es sicher auch bald zum einsatz :0) ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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