Sonntag, 7. März 2021

7 Sachen 10/2021

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

Zugeschnitten. Geht genau auf!


Grillkäsefleischröllchen aus der Pfanne gelöffelt. Da steh ich aktuell total drauf.


Der Katalog ging eigentlich an die benachbarte Schwiegermutter-in-spe, wurde aber falsch eingeworfen. Vorm richtigen Einwerfen gleich erstmal durchgeblättert ...

Pen&Paper-Abenteuer vorbereitet. Textmarker sind meine Freunde (zum Glück ist das Abenteuer sehr kurz, da kann man es noch gut ausdrucken).

Einen anderen Pen&Paper-Stream angeguckt. Die Leute spielen "Humblewood", ein äußerst niedliches P&P-Setting mit Vögelchen und anderen Kleintieren als Protagonisten. Ich bin very much in love.

Meinen Lieblings-Mug Cake mit Nutella aus der Harry Potter-Tasse gegessen. Das Rezept enthält kein Ei, da ist es nicht schlimm, wenn man nicht ganz den richtigen Garzeitpunkt erwischt.


Fleißig Stoff gerafft, damit das oben im Zuschnitt befindliche Kleidungsstück auch fertig wird. Bis zum Sommer dauert es zwar noch, aber schwelgen kann man ja schonmal!

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung

Donnerstag, 4. März 2021

Neue Wege bei der Jeansfarbe - Stretchhose Pia von Schnitte4friends

Ich habe erst vor ein oder zwei Jahren die Freuden der Gummibundhose entdeckt. Fand ich immer doof und weiß gar nicht mehr, warum … die sind super! Ich meine keine Jogginghosen (die kann ich immer noch nicht leiden, zumindest in klassischer Form), sondern richtige Webstoffhosen, nur mit elastischem Bund.
Meine Figur ist eher bauchlastig, das macht Hosen mit festem Bund entweder sehr unbequem oder rutsch-affin, und Gürtel finde ich fürchterlich zu tragen. Außerdem drückt sich das Bundende gern durchs Shirt, das sieht blöd aus. Also auf zum Gummibund! 

Irgendwie mag ich die Farbe.

Das Problem: Momentan sind Hosen entweder knalleng (skinny) oder am Oberschenkel weit (Mom-Jeans). Nichts gegen solche Hosen, aber an mir sieht beides schrecklich aus (und bequem finde ich das auch nicht). Also habe ich lange gesucht und bin schließlich auf die Stretchhose Pia von Schnitte4friends gestoßen: Schmale Form, elastischer, aber nicht geraffter Bund, Fake-RV-Schlitz – und dann ist sie auch noch auf Leute mit Bäuchlein ausgelegt, sprich, der Bund ist etwas weiter. Perfekt! (und sorry, liebe Birnentypen, diese Hose ist für mich! ;)) 

Etwas ungebügelt, aber schlecht ist die Passform nicht.

Die Beinform fand ich unten allerdings zu figurnah. In Hosen mit enger Wade fühle ich mich so eingeengt, dass ich sie sofort wieder ausziehe – aber das lässt sich ja problemlos ändern: Ich habe unten einige Zentimeter rechts und links hinzugefügt und die Hose am dem Knie abwärts gerade verlaufen lassen.
Außerdem habe ich die Hosenbeine um 7,5 cm gekürzt. Bei einer geraden Hose ist das ja sehr unkompliziert.

In ganzer kupferfarbener Pracht.

Letztes Jahr habe ich einen elastischen Jeansstoff in Kupferrot gekauft. Warum? Er war reduziert und echt günstig! Nicht meine typische Hosenfarbe, da hätte ich eher zu einem richtigen Rot gegriffen, aber zum Testen ideal. Hosenpassform ist ja so eine Angelegenheit für sich.

Bei dieser Hose sind an den Seitennähten dafür bereits 1,5 cm Nahtzugabe enthalten (sonst 1 cm); ich habe in weiser Voraussicht im Schritt noch 1 cm zusätzlich hinzugefügt (und hatte dort somit 2 cm Nahtzugabe).
Kleiner Spoiler: Ich habe alles gebraucht … 

Hinten ist die Passform noch nicht ideal.

Das Nähen ist hier nicht weiter wild. Der Reißverschluss, das Komplizierteste an so einer Hose, fällt weg, der Rest ist nicht sehr schwierig zu nähen. Die Bundverarbeitung ist innen nicht sehr schön, aber simpel (der Bund wird einfach doppellagig angenäht statt in zwei Schritten mit eingeschlagener Kante).

Beim Anprobieren zeigte sich: Die Hose ist so n bisschen eng … also habe ich die Seitennähte bis auf 7 mm ausgelassen und auch bei der Naht am Schritt (die wenig intuitiv „Spaltnaht“ heißt, auch wenn ich immer „Schrittnaht“ sagen möchte, aber so heißt offenbar die Innenbeinnaht) habe ich die Naht nach oben verlegt, sodass ich etwas mehr Stoff zur Verfügung hatte.
Vorne ist die Passform jetzt ganz ok (leichte Katzenbart-Tendenzen zeigen sich immer noch), hinten müsste ich bei einer weiteren Hose definitiv nochmal ran. Immerhin hätte ich noch ein gutes Stück Jeans für eine Testversion übrig.

Den Bund habe ich um 1 cm auf 3 cm Höhe verkleinert aus dem simplen Grund, dass ich nur 2,5 cm breites Gummiband vorrätig hatte statt 3,5 cm. Gefällt mir von den Proportionen aber gut.

Aber bequem ist die Buxe!

An sich trägt sich die Hose gut. Nur der Bund klappt etwas hoch und ich finde die offenliegende Naht auch nicht so toll. Da werde ich vermutlich nochmal trennen und dem Bund eine ordentliche Verarbeitung gönnen, damit ich wirklich zufrieden bin.

Schnittmuster: Stretchhose Pia von Schnitte4friends, Gr. 40.
Material: Stretchjeans in Kupfer von Evlis Needle (3% Elasthan)
Änderungen: 7,5 cm gekürzt, Beine ein gutes Stück verbreitert (gerade), Schrittnaht um 1 cm erhöht, äußere Seitennähte von oben bis zum Knie um je 7 mm verbreitert (sprich, die 1,5 cm ausgelassen auf Füßchenbreite); Bund um 1 cm Höhe verkürzt (wegen Gummibandmangels)
Nachnähpotential: Ja!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag und Sew your Wardrobe Basics.

Lg
Nria

 

Mittwoch, 3. März 2021

Schneeflockenkleid - Mod. 121 aus der Burda 01/2021

Mal wieder ein Kleid, für das ich am Erstverkaufstag der Burda Style in den Laden gerannt bin - zuletzt ging es mir so beim asymmetrischen Dinokleid. Das trage ich übrigens leider nicht oft, was an den unterschiedlichen Stoffen liegt; vielleicht werde ich es doch noch aufteilen und zwei verschiedene Teile aus jeweils passenden Stoffen draus machen ...

So ein Glück, dass für kurze Zeit das passende Wetter war!

Bei diesem Kleid besteht die Gefahr dagegen nicht, da gibt's keine Unterteilung. Es ist ein recht schlichtes, ausgestelltes Langarmkleid mit Schalkrageneinsatz und hat mich schon beim ersten Blick in der Vorschau begeistert. Außerdem ist es so eine schöne Zahlenkombi: Modell 121 aus der Burda 1/21. 

Ja, die hintere Mittelnaht durchbricht das Muster. Nein, das stört mich kein Stück.

Dafür habe ich mir einen Jersey mit Schneesternmuster von Swafing ausgesucht, musste die Menge aber blind bestellen, weil das Heft zum Bestellzeitpunkt noch gar nicht erhältlich war (aber der Stoff war grad reduziert weil Black Friday-Woche *hüstel*). 1,50 m habe ich bestellt, um später zu sehen, dass im Heft 2 m als Stoffverbrauch angegeben sind. Hoppla! Aber was ich ebenfalls nicht wusste, war, dass der Jersey mit 1,60 m Überbreite hat - daher hat die Menge exakt gereicht! Nach dem Kürzen hat sie noch besser gereicht ;)

Jetzt hab ich extra meine Schneeflockenhaarspange getragen. Sieht man fast gar nicht.

Glück muss der Mensch haben :D Es wäre zwar durchaus möglich gewesen, ein Schnittteil umzudrehen, weil Schneeflocken ja symmetrisch sind, allerdings sind die Flocken schräg angeordnet, nicht exakt übereinander. Hätte ich im Notfall schon gemacht, wäre halt nicht perfekt gewesen. 

Detailfoto!

Ein bisschen knifflig sind solche Stoffe schon. Vor einigen Jahren haben Hana uns über das Selbernähen von Bauchtanzkleidung informiert und wenn wir eine Sache daraus mitgenommen haben, dann: Hüte dich davor, kreisrunde Elemente mittig auf der Brust zu platzieren! Das sieht einfach ... seltsam aus. Gilt natürlich am meisten für runde Muster, die eher sporadisch auf dem Stoff verstreut sind, oder kleine Einzelteile (wie eben BHs/Bustiers), aber auch bei dichter gemusterten Stoffen achte ich darauf. Hier war das so ziemlich unmöglich. Aber ich habe zumindest versucht, keine Schneeflocke mittig über dem Brustpunkt (also dem Nippel) zu platzieren ;) 

Schalkrägen sind super.

Das Nähen war an sich nicht schwierig. Ich habe nur partout die Überlappung nicht richtig hingekriegt; eigentlich sollte das obenliegende Teil genau an die Naht des unteren stoßen. Aber ich hab dreimal aufgetrennt und trotzdem 1-2 mm Abstand. Na ja, beim nächsten Mal. Vorerst habe ich keine Lust auf einen vierten Versuch.

Aber was soll ich sagen? Ein toller Schnitt. Trotz fehlender Abnäher. Aber bei dem wilden Muster sieht das eh keiner :D

Schnitt: Kleid 121 aus der Burda Style 01/2021, Gr. 40
Material: Jersey "Jesse" mit Schneeflocken von Swafing, in "Brombeere"
Änderungen: Rockteil um 4 cm gekürzt, Ärmel um 7 cm gekürzt, Schultern um 1,5 cm verschmälert
Stoffverbrauch: 1,50 m (ungekürzt und 1 Kleiderteil umgedreht, sonst 1,80 m bei X m Stoffbreite)
Nachnähpotential: Ja!
Verlinkt beim Me Made Mittwoch.

Lg
Nria

Sonntag, 28. Februar 2021

7 Sachen 9/2021

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

 Gelesen.

Ein geheimnisvolles Swap-Päckchen ausgepackt. Den Inhalt darf ich leider noch nicht zeigen (weil es anderen die Überraschung verderben würde), aber die Karte verrät ja nicht viel :D

Eine Mammutaufgabe angefangen: Stickgarn aufwickeln. Ich hoffe, die Garnkärtchen erweisen sich als DIE Lösung für das Fadenwirrwarr und vor allem die unbeschrifteten Reste!

 Blogbeiträge geschrieben. Sneak Preview!

Bildbearbeitungsanleitung-Videos angeschaut, Lightroom-Probleme gegoogelt ...

... und dann doch eine Skype-Konferenz mit dem Kumpel abgehalten, der das Programm schon länger nutzt. Hat geholfen, danke J.!


Gasthände: Hanas Liebster hat den ersten Kartoffelsalat des Jahres gemacht.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.

Donnerstag, 25. Februar 2021

Spacige Resteverwertung - Sweater Calypso von Sinclair Patterns

Auf dem Stoffmarkt in Bielefeld im letzten Sommer habe ich ein Reststück roten Sweat gekauft. Die Farbe ist toll, aber es waren nur 1,10 m; das ist für ein Sweatshirt etwas zuwenig. Es sei denn, man setzt Teilungsnähte ein.

Die vom Shirt Calypso von Sinclair Patterns gefallen mit besonders gut: Es gibt mehrere Möglichkeiten; am schönsten finde ich die, zwei andersfarbige Stoffstücke einzusetzen. Dafür kann man auch sehr gut Reste verwenden!

Eine schöne Resteverwertung, gerade für Musterstoffe!

Natürlich hätte ich die Teilung selbst einzeichnen können, aber Sinclair Patterns bietet eine Besonderheit: Kurz- und Langgrößen sind ohne Aufpreis mit dabei (zumindest bei den neueren Schnittmustern; bei den ganz alten nicht unbedingt – nachschauen!). Das gehört belohnt! Außerdem hatten sie da eine 2 zum Preis von 1-Aktion …

Es ist auch eine Taschen-Option enthalten, außerdem ein Kragen und eine Kapuze. Ich wollte einfach nur ein Bündchen. 

Hinten dagegen schlicht.

Das Shirt fällt recht groß aus: Laut Tabelle hätte mir Gr. S (bzw. 8) gereicht – normalerweise trage ich eher L. Ich habe vorsichtshalber M genommen.Sitzt jetzt aber recht locker.

Zu meiner Begeisterung hat meine Stoffmenge prima gereicht (nur die Bündchen und Taschenbeutel hätten nicht mehr draufgepasst und ich hab sie einfach weggelassen). Für die Einsätze musste das Space-Sweatshirt dran glauben, das ich vor ein paar Jahren genäht hatte – ich habe es oft getragen, bin aber nie so ganz warm damit geworden. Dazu habe ich noch einen unifarbenen Streifen kombiniert. 

So gefällt mir der Space-Swea wirklich gut!

Es ist schon in Kurzgröße, ich habe aber die Saum- und Ärmelbündchen weggelassen, sonst wären mir Shirt und Ärmel zu lang gewesen. Dabei ist es auf meine Körpergröße ausgelegt …

Außerdem habe ich die Schultern um je 1 cm verschmälert. 

Hallo, neues Space-Sweatshirt!

Ich habe eine ganze Weile hin- und herüberlegt, welche Stoffe ich für die Einsätze nehmen. Es gab diverse Farb- und Musterkombinationen in meiner Restekiste, vieles davon schwarz-weiß, aber das war mir zu kalt. Letztendlich habe ich mich für einen Streifen in Grau und einen mit Spacemuster entschieden. Da ich die Reste des Sweats schon weitergegeben hatte, musste mein altes Space-Shirt dran glauben; so 100% mochte ich es sowieso nie und inzwischen war es auch nicht mehr so schön.

Wobei, wenn ich das Foto so ansehe, wäre es glatt einen Versuch wert, dort auch zwei Streifen einzufügen ...

Tschüssi, altes Space-Sweatshirt!

Genäht war das Ganze dann in Nullkommanix. Lediglich das Halsbündchen sorgte für etwas Ärger: Ich hatte nur eine einzige halbwegs passende Jerseyfarbe und die ist zu wenig dehnbar, was man an den Zugfalten sieht (beim liegenden Shirt besser erkennbar). So gaaanz glücklich bin ich mit dieser Lösung nicht, aber an sich finde ich mein Space-Sweatshirt 2.0 super und hoffe einfach, dass keiner ganz so genau hinguckt :D

Mit mittelgutem Bündchen.

Schnitt: Shirt Calypso von Sinclair Patterns, Kurzgröße, Version mit Bündchen und ohne Taschen, Gr. M
Material: Wintersweat vom Stoffmarkt, Reste
Änderungen: Ärmel- und Saumbündchen weggelassen, Schultern um 1 cm verschmälert
Nachnähpotential: Immer her mit den Resten!

Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Sonntag, 21. Februar 2021

7 Sachen 8/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

Hackschnecken verspeist (die hat Hanas Liebster gemacht).


Die weltbeste Aufräumerin tätig werden lassen ...


... und Hanas Larpschrank aufgeräumt.
 

Den Anweisungen des Schwalbenliebe-Schnittmusters gefolgt: schnipp schnapp und kleb kleb. Werden weitere Schnitte dieses Herstellers kaufen!


Blattvergoldet. Ähm. Goldfarben verblattmetallt.

Leicht beschämt Schnittmuster aus einer großen Sammeltüte geholt, sortiert und in einzelne Hefterhüllen gepackt.


Auch mal diesen neuen Trend ausprobiert. Geht mit gewichteten Reifen auf jeden Fall schonmal besser als mit den superleichten Billig-Plastikdingern aus unserer Kindheit ...

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung

Donnerstag, 18. Februar 2021

[Gelesen] G. J. Lewis: Drachenfall / Orkenwinter (Die Kinder des Drachen-Reihe)

Eine Gruppe Abenteurer überlebt eine Drachenjagd und kommt zu Geld. Richtig, richtig viel Geld, ein enormer Drachen-Schatz eben. So viel Geld, dass es sich damit nicht mehr bequem leben lässt, wenn bekannt wird, wieviel sie haben. Jeder Gauner des Landes würde  ihnen gern dafür nachts die Kehle aufschlitzen. Sie stehen also vor der Wahl: Nehmen sie nur ein kleines Vermögen mit, einen kleinen Teil der Beute, und setzen sich in Frieden zur Ruhe - oder nehmen sie alles und bauen sich eine kleine Baronie damit auf, mit Bauern, die die Ländereien bestellt, nehmen Gardisten unter Vertrag und gestalten einen Landstrich ganz nach ihren Vorstellungen? Die (ehemaligen) Drachenlande sind aus Angst vor der Bestie leergefegt und günstig zu erstehen, solange der Tod des Drachen noch nicht bekannt ist ...

Vorab muss ich anmerken, dass ich den Autor persönlich kenne und gern habe - entsprechend wird meine Rezension dieses Buches sicher nicht völlig objektiv sein, denn natürlich wollte ich die Romane von Anfang an gern mögen (das möchte ich natürlich bei jedem Buch, für das ich Geld ausgegeben habe - aber hier natürlich noch etwas mehr). Zum Glück haben es mir die Bücher aber auch leicht gemacht!

Bis hierher hatte der Plan funktioniert. So wie sie es verstanden hatte, sollten sie nun hier abwarten bis der Drache wieder ausflog. Dann wollten sie seine Höhle auskundschaften und sich vorbereiten und wenn möglich eine tödliche Falle anlegen, um das Untier zur Strecke zu bringen. Wenn er wiederkam, würden die ganzen Kämpen auf ihn warten.
Ein Klacks.
Ein Kinderspiel.
Piet schluckte.

Das Setting ist ungewöhnlich, denn normalerweise enden Geschichten mit dem Tod der Bestie - diese fängt dort erst an. Ein Buch mit einem solchen Thema habe ich noch nie gelesen. Wer Pen&Paper spielt und sich schonmal gefragt hat, wie die Reise seiner Heldengruppe mal enden wird, dem kann ich die Romane direkt schonmal empfehlen!

Erzählt wird aus der Sicht von Peter, genannt Piet, einem der Kämpfer aus der Abenteurergruppe, den ich mir als eine Art Plänkler vorstelle. Piet ist pragmatisch, gutmütig und ideenreich, muss aber erst einmal in die neuen Aufgabenfelder hineinwachsen - als ehemaliger Seefahrer, aufgewachsen in einem kleinen Fischerdorf, hätte er sich nie träumen lassen, einmal die Verwaltung einer Baronie in die Hand zu nehmen. Die restlichen Mitglieder der Heldengruppe lernt man eher oberflächlich kennen, hier sehe ich in den Folgebänden noch Potential, diesen auch noch etwas mehr Tiefe zu verschaffen.

Die Romane sind nicht professionell lektoriert - das heißt, die Sprache ist nicht so glattgeschliffen, der Sprachstil nicht so perfektioniert, wie es mit einem Lektor erfolgt wäre (Rechtschreibung und Grammatik sind in Ordnung, hier braucht ihr keine Sorge zu haben). Gespräche werden zum Beispiel oft komplett in indirekter Sprache geführt (Piet meinte, das könne man schon so machen), was ich etwas unelegant und schade finde, vor allem, da mir die tatsächlich direkt wiedergegebenen Gespräche besonders gut gefallen:

 Piet fragte ihn nach den Versorgungsbooten.
"Joo," sagte der Alte, "die sind fertig"
"Hat es keine Schwierigkeiten mit der fürstlichen Verwaltung gegeben?" fragte Piet ihn.
"Joo," sagte der Alte, "die gab es schon."
"Worin haben die denn bestanden?" hakte Piet nach.
"Joo," sagte er, "ich darf euch keine Schiffe verkaufen. Und ich darf euch keine Schiffe bauen."

Die Obrigkeit ist in den Romanen meist der Antagonist, skrupellose, gierige Grundbesitzer, die ihre Bauern grundlos in die Leibeigenschaft zwingen. Die Helden sind dagegen die Freiheitskämpfer, die Sklaven aus dem benachbarten Imperium befreien und ihre eigene Baronie in Freiheit und Gleichheit aufbauen. Das ist mir manchmal ein wenig einseitig, ich würde mir ein paar mehr Adlige, Landbesitzer und andere hohe Herren wünschen, die ihren Job einfach gut machen und in deren Ländereien zwischen Bauern und Grundbesitzer ein faires Geben und Nehmen herrscht, einfach, weil der garstige Herrscher mit den ausgebeuteten Untergebenen so ein verbreitetes Mittelalter-Klischee ist - da tut ein bisschen Abwechslung von meiner Erachtens immer gut.

Natürlich sind die Geschichten nicht spannungsgeladen wie ein Thriller, aber dennoch nehmen sie den Leser mit und ich hatte ständig das Buch in der Hand, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.

Ich hatte Spaß beim Lesen und freue mich auf weitere Bände - wer mal etwas anderes lesen möchte als die klassische Heldenreise, den erwartet hier eine tolle Geschichte mit einer unkonventionellen Idee.

Autor: G. J. Lewis
Titel: Die Kinder des Drachen: Drachenfall / Orkenwinter
Seiten: 300 / 433
Erscheinungsjahr: 2020
Die deutsche Ausgabe ist die Originalfassung