Dienstag, 12. Dezember 2017

Helmdecke mit Kelchzaddeln (und Anleitung zum Zaddelnfüttern)

Bei einer Turnier-Larpveranstaltung im September wollte der Liebste als Ritter antreten und brauchte dafür eine Helmzier. Das ist eine Dekoration für einen Ritterhelm, die bei der den Kämpfen vorangehenden Helmschau (eine Art Ausstellung, bei der die verzierten Helme vor allem von den Damen bewundert werden können) und, sofern haltbar genug, auch bei den Kämpfen angebracht wird.

Hochmittelalterlicher Ritter mit Wappenrock (auch von mir), Kettenhemd, Topfhelm und Helmdecke

Die Helmdecke liegt dabei direkt auf dem Helm und bildet quasi ein Platzdeckchen für eine obendrauf stehende oder angebrachte Figur. Und das habe ich genäht.

Der Liebste wollte eigentlich normale (eckige) Zaddeln - und ich fragte, ob er denn nicht, passend zum Wappen, kelchförmige Zaddeln wolle. Viel aufwändiger ist das nämlich nicht.


Erster Schritt: Vorlage. Die zu bezaddelnde Fläche in gleiche Abstände aufteilen und die Zaddelform ringsum aufmalen.
Wichtig: An sich kann die Form so komplex sein, wie man will - Engstellen dürfen aber nicht zu schmal sein, sonst bekommt man Schwierigkeiten beim Wenden. Ich empfehle mindestens 2 cm Breite.


Einmal testen, ob alles passt ... und weiter gehts.


Zweiter Schritt: Die Vorlage auf den Stoff übertragen und Futter und Oberstoff zusammenstecken. Schneidet auf keinen Fall jetzt schon die Zaddel-Umrisse aus - es ist viel einfacher, wenn man das hinterher macht.


Und zusammennähen. Dadurch, dass die Zaddeln noch nicht ausgeschnitten sind, verrutscht der Stoff viel weniger.
Denkt dran, irgendwo braucht ihr eine Wendeöffnung - die sollte, je nach Größe des Objekts und Dicke des Stoffs, ca. 10-15 cm lang sein.


Fertig genäht! Da von der Helmdecke nur eine Seite sichtbar sein wird und die Zaddeln ringsum verlaufen, habe ich die Wendeöffnung einfach in die Mitte der Unterseite geschnitten.




Jetzt könnnen wir die Konturen ausschneiden, schön schmalkantig. Ecken einschneiden nicht vergessen (sieht blaue Linien).
Bei sehr fransendem Stoff empfehle ich, sich die Extra-Arbeit zu machen und die Kanten zu zackeln bzw. versäubern ... oder man macht es wie ich, versäubert nicht und ärgert sich hinterher drüber, beim fertigen Teil Löcher stopfen zu müssen.


So sieht die Helmdecke fertig aus- und eingeschnitten aus.


Jetzt gehts ans Wenden - beim Ausformen der Zaddeln hilft ein länglicher Gegenstand, wie ein Stift oder eine Schere. Bei spitzen Gegenständen vorsichtig sein, dass man keine Nähte durchsticht!


Fertig gewendet - jetzt nur noch einmal drüberbügeln und/oder die Kanten absteppen.


Und dann ist die Helmdecke einsatzbereit - hier bei der Helmschau mit der Helmzier, einem Kelch, darauf.


Nochmal eine etwas nähere Ansicht - wie ihr seht, hat der benachbarte Helm ebenfalls eine gezaddelte Helmdecke (natürlich mit weitaus weniger hübschen Zaddeln!)

Mögt ihr den mittelalterlichen Zaddel-Look - oder ist das eher nicht so nach eurem Geschmack?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

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