Mittwoch, 4. März 2026

Der letzte Crackle - Sweatshirt Hailey von Pattydoo

Normalerweise beginne ich das Blogjahr mit den Sewing Oscars. Aber im letzten Jahr habe ich wegen Schwangerschaft, Neugeborenem und Nähzimmer-Umzug so wenig genäht, dass ich nicht mal genug Teile dafür zusammenbekommen habe. Aber jetzt ist meine Nählust offenbar zurück!  

Das Sweatshirt Hailey von Pattydoo habe ich schon mal genäht - aber als Jacke. Und in Schwarz. Durch die dunkle Farbe kann man die Teilungsnähte leider gar nicht so gut sehen (live allerdings besser als auf den Fotos). Also wollte ich noch eins!
Eignete sich hervorragend als erstes größeres Projekt nach der Nähpause, weil der Schnitt bereits fertig angepasst rumlag.

Eigentlich mag ich überschnittene Schultern ja nicht so.

Der Schnitt bietet sich wirklich zur Resteverwertung an und das habe ich diesmal auch genutzt. Den weiße Sweat mit Crackle-Muster hat Hana vor vielen Jahren gekauft und 2017 zu einem Kleid vernäht. Ein Jahr später habe ich mir die Reste geschnappt und für eine Jacke genutzt (den Kragen finde ich immer noch viel zu weit, aber ansonsten trage ich die Jacke gerne). Und jetzt kommen wirklich die allerletzten Reste dran! 

Auch besonders gut: Der Schnitt hat Taschen. Ich finde die ein bisschen zu hoch, um die Hände drin unterzubringen, aber Taschen an Oberteilen nutze ich meistens sowieso nur, um kurz einen Schlüssel drin unterzubringen.  

Flatlay, damit man die Form der Nähte besser sieht.

Der rote Sweat ist "Eike" von Swafing in Bordeaux. Ich hatte ihn von einem schließenden Onlineshop bestellt, zusammen mit einem weiteren Stoff in Dunkelrot, aber aus Jersey, und zwei grünen Stoffen. Die grünen waren leider schon weg (schade, die hätte ich besonders gerne gehabt!). Dieser Rotton ist mir eigentlich zu angegraut, ich mag lieber richtig leuchtende und klare Farben. Aber reduziert war's schon okay, und der mitgekaufte Jersey hat genau meinen favorisierten Dunkelrot-Ton!

Das Crackle-Muster sieht wirklich hübsch aus als Detail!

Ich war unsicher, ob mir die Stoffe zusammen wirklich gefallen, daher hatte ich die vorderen Streifen auch erstmal aus dem roten Sweat zugeschnitten. Das wäre im Nachhinein nämlich schwieriger zu machen gewesen, weil die Schnittteile so gut ineinanderpassen. Aber mit dem weißen Sweat ist es doch ein bisschen interessanter.

Ein Grund für mein Anfang-Januar-Projekt war, dass ich angefangen habe, den neuen Stoffschrank einzuräumen. Und er war prompt voll, bevor alles drin war. Im letzten Jahr habe ich ja, wie gesagt, wenig genäht, aber weitergekauft, als hätte ich genauso viel genäht wie immer, das ging sonst immer gut auf ... Tja. Diverse Stoffladenschließungen kamen dann leider dazu, wie auch der, aus dem dieser Sweat stand.

Warum ich das schreibe? Weil ausgerechnet dieser Schnitt nur 1,10 m Stoff verbrauchte! Da hab ich aber dumm geguckt. Gut, ich kürze natürlich immer ein bisschen und der Stoff liegt 1,55 m breit, aber auch mit einem schmaleren Sweat wäre ich damit wohl ausgekommen. 
Mal gucken, was ich dann mit dem Rest anfange. Vielleicht wird der auch Hana aufs Auge gedrückt?


Zum schnelleren Zuschneiden habe ich wieder hinten eine Mittelnaht eingefügt. Die mache ich sowieso häufig, eignet sich nämlich auch gut zur Hohlkreuzanpassung. Vor allem hatte ich aber keine Lust, den Stoff zweimal in den Bruch zu legen. Der Zuschnitt dauert bei diesem Schnitt ja gefühlt am längsten, weil er so kleinteilig ist.
Hier hat es nochmal länger gebraucht, weil die Cracklesweat-Reste wirklich sehr klein waren. Ich habe sie quer zum Fadenlauf zugeschnitten und musste einen Streifen sogar stückeln. Aber jetzt ist alles verbraucht!

Taschen sind richtig und wichtig.

Das Nähen geht erstaunlich fix, das hat mich bei der Jacke schon überrascht. Ich muss nur unbedingt dran denken, dass durch die überschnittenen Schultern (mag ich eigentlich nicht, aber sonst funktionieren die Designlinien halt nicht) der Ärmel offen einsetzt werden sollte. Geschlossen geht auch, ist aber kniffliger. Bin schon wieder drauf reingefallen, weil ich es erst gemerkt habe, nachdem ich routiniert die Ärmel geschlossen hatte ...
Außerdem werden die "Streifen" erst ans Seitenteil genäht, danach kommt die Tasche drüber und dann erst ans Mittelteil. Auch das ist für mich irgendwie unintuitiv. 

Den Halsausschnitt habe ich verkleinert bzw. die schon verkleinerte Option von der Jackenversion genutzt, die ich gebastelt hatte. Trotzdem könnte der Ausschnitt für mich glatt noch kleiner sein!
Ich habe aber auch das Bündchen ein bisschen zu lang gelassen. In meinem Vorrat fand ich noch farblich genau passende Bündchenware, aber dafür sollte man den Bündchenstreifen kürzer machen als für Jersey oder Sweat, das hatte ich nicht bedacht. Mit ein bisschen Bügeln gings aber und sieht nicht furchtbar aus.

Nachdem ich im letzten Jahr fast ausschließlich Kostüme genäht hatte, war das mal wieder ein schnelles, aber zufriedenstellendes Projekt!

Schnitt: Hoodie "Hailey" von Pattydoo, Gr. 42/F 
Material: roter Wintersweat Eike von Swafing in Bordeaux, dicker Wintersweat D300 mit Cracklemuster von Dresowka.pl 
Änderungen: Ärmel um 4 cm gekürzt, Schultern um 1,5 cm verschmälert, Ärmel- und Saumbund auf 4 cm verkürzt, Halsausschnitt verkleinert, rückwärtige Mittelnaht eingefügt
Nachnähpotential: Ja!

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Lg
Nria

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