Dienstag, 16. Juli 2013

Planeten im karierten Weltall

... oder: Der Katastrophen-Swap.

Es fing so schön an mit einer tollen Swap-Idee: Der Bewichtelte schickt dem Wichtel ein olles Teil aus dem Second-Hand-Laden oder ein ungeliebtes Teil aus dem heimischen Kleiderschrank, der Wichtel zaubert etwas Tolles, Tragbares daraus und schickt es zurück.

Ich meldete mich an, schickte brav mein Teil zum Wichtel und nahm mein Ausgangsmaterial in Empfang: Ein schlabberiges Kleid mit schrägem Muster.
Plus Postkarte mit spacigem Motiv.


Und ebenso toller Rückseite:


Das Kleid durfte erstmal unsere Kleiderpuppe Friederike anprobieren:


Zuerst überforderte mich das Muster etwas. Bis ich erkannte: Das sind gar keine wilden bunten Kreise, das sind Planeten! Im karierten Weltraum. Schwupps, war das Muster nicht mehr komisch, sondern schön!


Ich stellte die ersten Überlegungen an, machte Skizzen ... am Tag darauf ging meine Nähmaschine kaputt.
Sie wurde zur Reparatur gebracht ... und der Bastelzeitraum des Swaps lief. Und lief. Ich wartete auf die Nähmaschine. Eine Woche, zwei Wochen ... es dauerte mehr als vier Wochen, bis ich die Nähmaschine wieder hatte. Da hätte der Swap eigentlich schon gelaufen sein sollen. Ich konnte aber endlich loslegen - so halb motiviert, die anderen waren ja schon fertig - bis auf meine zu bewichtelnde Dame, deren Nähmaschine zeitgleich das gleiche Schicksal ereilt hatte. Ohne die üblichen motivierenden Statusmeldungen der anderen und mit dem Hintergedanken "Jetzt aber schnell machen!" statt dem üblichen "Ach, vier Wochen hast du ja Zeit" war ich eher unentspannt und gestresst. Trotz der schönen Planeten.


Trotzdem, es musste ja gemacht werden. Erstmal habe ich das Kleid zerschnitten, denn großflächig ist das Muster doch etwas too much. Mein Plan: Dunkelblaue Einsätze. Ich habe seitlich entlang der senkrechten Brust- und Rückenabnäher Seitenteile weggeschnitten und daraus Schnittvorlagen für die Einsätze gemacht, so habe ich Prinzessnähte statt Abnähern. Unten habe ich später noch mehr weggeschnitten, weil es mir immer noch zuviel aufdringliches Muster war.
Außerdem habe ich die Knöpfe ausgetauscht (ich habe ovale ausgesucht, um nicht noch mehr Kreise auf dem Stoff zu haben. Außerdem erinnert mich das Knopf-Design an Weltraumnebel oder Galaxien), und die Knopflöcher nachgenäht, die schon recht ausgefranst waren (und in einem komischen Grauton genäht, der überhaupt nicht zum Stoff passte):


Nach dem Einsätzen der neuen Teile beim Anziehen von Friederike die erste Verwunderung: An meiner doch eher schlanken Puppe spannte alles - also ausgezogen und nachgemessen: Irgendwo hatte ich einen Mess- oder Rechenfehler gemacht, das Kleid war zu eng. Hmpf. Erstmal in die Ecke geschmissen.
Nach angemessener Schmoll-Pause ging es weiter: Auftrennen, Keile einsetzen, wurde doch ganz nett. Wieder an die Puppe damit:


Der geneigte Betrachter erkennt: Fällt komisch.


Das Desaster nochmal in groß. Ich habe eine Menge rumprobiert: Weiter, enger, Falten weiter oben angesetzt, Falten weiter unten angesetzt - nix half. Zudem konnte ich nur spekulieren, wie es dann am wartenden Wichtelkind sitzen würde, denn ich habe eine andere Figur und Friederikes Maße passen auch nicht. Wieder Frust. Wieder ab in die Ecke mit dem Ding.


Schließlich war mein Entschluss: So geht es nicht weiter, da hilft nur noch ein beherzter Schnitt. Planänderung, tschüss Kleid, hallo Bluse. Aus dem Rockstoff wurden Ärmel, die Kanten habe ich noch eingefasst. Ich hab noch mehr Knöpfe angebracht, weil mir drei Stück für eine Bluse etwas mickrig erschienen - und endlich kann ich jetzt das Projekt "Remod-Swap" abhaken.


Damit auch weniger Weltraum-erfahrene Betrachter die Planeten gut erkennen, habe ich ein paar Ringe aufgesteckt. Planeten mit Ringen sind ja ohnehin immer hübsch.


Und das fertige Stück. Hat mich ziemlich Nerven gekostet.
Ich hoffe, es passt und gefällt der Empfängerin!

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

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