Dienstag, 7. Oktober 2014

Schnörkel für die Tunika! Update Claner-Projekt 2

Preview:
Das Ergebnis!


Auf zur Tunika!

Als Vorlage habe ich eine relativ weite Tunika genommen, denn sie soll gefüttert werden und das macht sich in Knalleng nicht so gut. Außerdem will ich Ende November ggf. was drunterziehen können, falls es dieses Jahr nicht wieder so eine müde Entschuldigung eines Winters gibt wie letztes Jahr.

Der Ärmel liegt nur zur Demonstration der Dreiteilung da :D

Der Stoff erwies sich als etwas knapp - die blauen Stoffe waren Reststücke, ich hatte also keinen Einfluss auf die genaue Größe. Aber es ist sowieso einen Einsatz am Oberarm vorgesehen, da kann ich auch gleich ein Stück Stoff einsetzen statt es auf den Ärmel aufzunähen. Also frohgemut den Ärmel dreigeteilt und schwupps, reicht der Stoff!
Man erkennt auch schon die Markierungen fürs Muster auf dem Ärmelschnitt.

Schicke Schnörkel! Äh, Hörnchen!

Nächster Schritt: Vorlage für die Saumverzierung zeichnen. Die Verzierungen werden nämlich, genau wie das Futter der Tunika, aus dem zickzackgemusterten Leinen zugeschnitten. Warum es wichtig ist, die Verzierung zeitlich auszuschneiden und nicht später, sieht man hier:

Tetris!

Auch hier passts so grade eben auf den Stoff! Ich werde erst die Tunika ausschneiden und dann den Rest einlagig, damit das Muster gerade wird.
Wer genau hinsieht, merkt, dass die oberen beiden Ärmelteile fehlen (der mittlere Ärmelteil muss ja zweimal her, weil ein Teil für die Außenseite gebraucht wird). Die mache ich aus separatem Stoff. Es reicht halt nicht, und an der Stelle merkt kein Mensch, wenn das Futter gestückelt wird.
Ein bisschen Zickzackleinen bleibt übrig; ich erwäge, noch eine Verzierung am Halsausschnitt daraus zu machen.

Jetzt wirds spannend: Applikationen!

Hoppla, nicht ganz mittig!

Hier sieht man: Links Schritt 1 (Vlieseline auf die Rückseite, abmalen, mit engem Zickzack umranden), rechts Schritt 2 (ausschneiden, mit noch engerem Zickzack festnähen).
Mir gefällt der Mustereffekt, der aber nur bei bestimmten Lichtverhältnissen sichtbar ist.
Ich fürchte zwar, dass die Applikation ein bisschen zu groß ist, um als Motiv auf dem Ärmel zur Geltung zu kommen - der wird schließlich eine Röhre -, aber sei's drum!

Das Ganze dann gleich noch ein zweites Mal. Und dann der Tunikasaum. Hat echt wenig Spaß gemacht, weil mir alle 10 cm der Faden gerissen ist - blödes Tchibo-Billigarn! Davon hab ich nämlich mal ne Packung gekauft, damit ich ein paar mehr Faden vorrätig hab und nicht nur meine Standard-Troja-Farben. Für Geradstiche ist das Billiggarn auch ganz ok, aber für engen Zickzack kann ichs wirklich nicht empfehlen.
Beim nächsten Mal kaufe ich zum Stoff gleich farblich passendes Garn mit ...

Nach einer halben Tunikaapplikation hatte ich keine Lust mehr und habe Garn von Coats besorgt. Damit ließ sich halbwegs anstandlos (drei-, viermal ist trotzdem der Faden gerissen, aber nicht mehr alle 5 cm) nähen:

Wieder das schöne Zickzackmuster im schrägen Licht :)

Sieht doch ganz gut aus!

Damit wäre der Torso fertig gewesen, aber jetzt war der Halsbereich so nackig. Ich zieh sowieso ne Weste drüber, aber macht ja nichts! Also auch noch eine Art Kragenbesatz gemacht.
Diesmal gab es keine Vorlage für die Form, das habe ich freihand passend zum übrigen Stil gezeichnet.
Das ging auch relativ schnell im Vergleich zu den langen Saumteilen.
Aber jetzt kann ich wirklich keine Applikationen mehr sehen und möchte beim Anblick von Vlieseline schreiend weglaufen ...

Der nächste Schritt war allerdings nicht besser:
Verstürzen. Eigentlich kein Problem - allerdings wollte ich wegen der Schlitze sowohl Halsausschnitt als auch unteren Saum auf einmal verstürzen. Genäht, gewendet, geflucht: Das funktioniert nicht. Egal, wie man es dreht und wendet und welche Teile man offen lässt: Es ist unmöglich.
Also den unteren Teil wieder aufgetrennt, Halsausschnitt verstürzt, Saum durchs Armloch auf links gezogen und separat verstürzt. Eine sch*** Friemelei und exaktes Arbeiten ist sehr schwierig, weil man immer einen Stoffknubbel rumhängen hat und den Stoff nicht flach hinlegen kann.
Der eine Schlitz ist dementsprechend auch nicht so toll geworden, der andere war okay. Hab ich dann so gelassen, ich hatte echt keinen Nerv mehr.

Ist doch ganz annehmbar.


Immerhin ist der Halsausschnitt schön geworden :D

Vorne:

Hinten:


Fehlen nur noch die Ärmel!
Die wären ganz fix genäht, hätte ich nicht Verzierungen dran gewollt.
Also ein paar krüppelige charmante Schnörkel draufgestickt. Die waren gleichmäßiger geplant, aber dieser Stoff verzieht sich fürchterlich beim Aufmalen und beim Sticken trotz Stickrahmen, da musste ich Abstriche machen. Ein Schnörkel hat ungefähr 10 Minuten gedauert, also war das Ganze binnen weniger Babylon 5-Folgen erledigt!

Ich mach das Bild lieber mal klein :D


Eigentlich waren Borten oder Bänder auf dem Übergang vorgesehen. Sah aber doch ohne besser aus. Also schnell Ärmel füttern, einsetzen, fertig! Habemus tunicam!

Wenn man sie platt auf den Boden legt, kann man auch die Ärmel ganz gut erkennen.


Schnörkeloverkill!

So. Jetzt muss ich wieder anfangen zu überlegen, was ich mit dem Rest anstelle. Immerhin habe ich jetzt schonmal ein östliches Outfit für unters Deel. Selbst wenn ich jetzt gar nichts mehr schaffen würde, kann ich was anziehen :D

Hier gehts zu den anderen Teilen:

Teil 2: Schnörkel für die Tunika

Teil 6: Claner-"Patchwork"-Tasche - nix für Veganer
Teil 7: Claner-Hut plus Taschen-Update
Lg
Nria

1 Kommentar:

  1. Die ist total schön geworden, ich finde vor allem den Leinenstoff toll.

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