Sonntag, 3. Mai 2020

7 Sachen 18/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Einen kleinen New York Cheesecake gebacken und ein großes Stück davon gegessen.


Ein mysteriöses Objekt genäht.


Nur mal schnell Saucenbinder kaufen gegangen ...


Poster ausgemessen.


Ein bisher nur provisorisch abgestelltes Regal an seinen zukünftigen Platz geschoben und eingeräumt.


Abgebrochene Teile angeklebt. Die Uhr war schon vorm Umzug umgefallen, aber ich wollte mit dem Kleben warten, bis die Uhr nicht mehr durch die Gegend rumpeln muss.


Einen Schnitt zweimal gedruckt. Ich hatte übersehen, dass der Schnitt teilweise (!) im Querformat gedruckt werden muss, und beim ersten Versuch (Blatt links) waren die Teile dann nur halb drauf, erkennbar an den fehlenden Linien ringsrum. Ich hab mich ja gleich gewundert, warum keine Zahl drauf ist. Zum Glück hat das Papier eine Rückseite ...

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.     

Freitag, 1. Mai 2020

Aktion Maßgeberin - Nrias Maße

Vergleiche sind nicht immer gut - wer sich in den sozialen Medien zuviel mit anderen vergleicht, schadet sich selbst. Aber wenn es ums Nähen geht, ist es schon sinnvoll, seine Figur mit der von anderen zu vergleichen.

Seit 2016 schreibe ich an meine genähten Sachen, in welcher Größe ich das Teil genäht und welche Änderungen ich am Schnitt durchgeführt habe. So können interessierte Leser das Ganze besser einordnen - schließlich ist nicht jeder Schnitt für jede Größe oder jeden Figurtyp gemacht, und nicht immer sieht man der Frau die Kleidergröße an. Ja, es gibt Frauen, die tragen Gr. 48 und ich hätte sie auf 38 geschätzt. Günstige Proportionen halt - oder ein gutes Händchen für die Schnittwahl, und genau bei Letzterem kann die Größenangabe helfen.
(und außerdem ist es ja doof, wenn jemand ganz viel am Schnitt geändert hat und eine Leserin kauft sich den Schnitt auch, weil sie die Passform so toll findet ...)

Jetzt geht Ulrike Ehm von Moritzwerk noch einen Schritt weiter und hat die Aktion Maßgeberin gestartet: Dabei verrät sie ihre Maße und Körpergröße und ihre Figurbesonderheiten (schließlich hat man mit breitem Rücken und wenig Oberweite den gleichen Brustumfang wie eine andere Frau mit schmalem Rücken und viel Oberweite). Denn auf Fotos schätzt man die Figur manchmal einfach falsch ein (ich schaue auf euch, all ihr schönen Birnentyp-Frauen in euren tollen Rock-mit-Oberteil-Outfits, die an mir blöd aussehen!)
Auf ihrer Seite stellt sie einige Bildvorlagen mit unterschiedlichen Figuren (ich hab mir eine extrakleine ausgesucht) zur Verfügung, die man auf seinem Blog oder Instagram seinen Lesern/Followern zum Vergleich zeigen kann.

Das finde ich gut und da mache ich mit. Also, bitteschön, hier sind meine aktuellen Maße (ich habe im letzten Jahr ein bisschen viel Nougatschokolade verzehrt und trage aktuell eher Gr. 40 als 38):



 Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch mitmachen. Aber niemand soll sich genötigt fühlen. Man kann sich auch ein eigenes Bildchen basteln und nur ausgewählte Infos reinschreiben (z.b. nur Figurbesonderheiten oder was man meist ändert). Wie auch immer man es am liebsten haben will!

Und jetzt wünsche ich euch einen schönen ersten Mai :)

Lg
Nria

Donnerstag, 30. April 2020

Die dritte Umeko-Bluse. Schon wieder floral.

Der Schnitt "Umeko_B" von B-Patterns begeistert mich sehr. Das hier ist schon die dritte Version!


Ich bin gar kein so großer Fan von floralen Mustern, aber hier sind tatsächlich schon wieder Blumen drauf. Meine erste Upcycling-Umeko ist mit Blumenspitze bedruckt und meine zweite langärmelige Bluse ist ebenfalls sowas wie geblümt.

Das hier ist ein Viskosejersey, den ich mit dem von Bluse Nr. 2 zusammen gekauft hatte, wie schon in deren Beitrag geschildert. Für beide hatte ich diesen Schnitt vorgesehen und genäht und von beiden bin ich sehr angetan!


Diesmal habe ich auch elastische Vlieseline verwendet (keine Kompromisse mehr!) und bin sehr zufrieden damit.


Auch die Ärmel habe ich diesmal ganz klassisch mit Bündchen gemacht. Keine Experimente mit Ärmelaufschlägen mehr; die von der ersten Umeko finde ich zwar schön, aber der Stoff ist einfach zu weich dafür.

Lange habe ich mal wieder vor die Druckknöpfe vor mir hergeschoben ... man kann dabei so viel versauen! Erst zum Herbsthandarbeitsbingo habe ich die Bluse wieder hervorgeholt, da war der Sommer zwar schon rum, aber ich wollte unbedingt das Feld mit den Druckknöpfen ankreuzen. Hat dann auch geklappt.

Ich bin so begeistert von diesem Ausschnitt!

Auch diese Version der Jerseybluse liebe ich! Warte schon ungeduldig auf ausreichend warmes Wetter, um sie endlich anziehen zu können.

Schnitt: Blusenshirt "Umeko_B" von B-Patterns, Gr. 38
Material: Viskosejersey, Jerseydruckknöpfe
Änderungen: 5 cm gekürzt


Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag und SewLaLa.

Lg
Nria

Dienstag, 28. April 2020

Für heiße Sommercons - Larp-Leinenkleid

Und noch mehr Larp-Kleidung!
Als ich im Herbst 2017 das weiße Wollkleid angefangen habe, mit dem Ziel, es zum Epic Empires im August 2018 fertig zu haben, ahnte ich noch nichts von dem Wetter, das mich im folgenden Sommer erwarten würde.

Irgendwann begann sich natürlich abzuzeichnen, dass in jenem August ein Kleid aus dickerer Wolle keine gute Idee wäre. Auch auf meine diversen Schichten von Baumwolle und Leinen, die ich üblicherweise mit diesem Charakter trage, hatte ich keine große Lust. Also kaufte ich mir spontan ein Stück schwarzes Leinen-Viskose-Gemisch und nähte ein luftiges Kleid mit kurzen Ärmeln ohne Futter, um einige Schichten zu sparen.

Viel besser bei heißem Wetter!

Es ist ein sehr simples Kleid in A-Linie nach eigenem Schnitt, mit kurzen Ärmeln. Lange Ärmel trage ich im Larp immer, das sieht einfach wesentlich historischer aus und mit einem Leinen-Unterkleid ist das auch gar kein Problem: Lange Leinenärmel sind viel angenehmer als nackte Arme in der prallen Sonne. Sonnenbrand adé!

Mit kleinem Stickereidetail.

Vorne ist das Kleid bis etwas über die Taille offen, damit man gut reinkommt. Ich habe ein paar schnelle Nestellöcher gemacht und das Kleid mit einer Spiralschnürung versehen. Die weiße Schnur hatte ich halt da, aber vermutlich werde ich sie durch eine schwarze ersetzen; dem Ganzen sieht man nämlich durchaus an, dass es etwas krüppelig gemacht wurde und mit der Kontrastfarbe fällt das sehr auf.

Hinten ganz schlicht. Aber meine Güte, ich brauch dringend eine neue Perücke!

Damit es nicht ganz so langweilig ist, habe ich an den Ärmeln eine kleine Sanduhrform mit Vorstich aufgestickt. Geht schnell und sieht hübsch aus!

Ich mag das Detail sehr.

Das Kleid war auch mit Details relativ schnell genäht. Nichts an ihm ist perfekt (erst recht nicht die Passform), aber es erfüllt seinen Zweck fabelhaft und im Larp guckt eh keiner so genau hin.

In diesem Sommer werde ich wohl keine Larpveranstaltung besuchen, aber für heiße Sommercons bin ich trotzdem gerüstet.

Verlinkt bei DvD.

Lg
Nria

Sonntag, 26. April 2020

7 Sachen 17/2020

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Eine echt fancy Abisolierzange benutzt und die letzte Deckenlampe angebracht. Hurra!


Regale an die Wand geschraubt.


Nach langer Zeit mal wieder Pecunia non olet gespielt - man ist römischer Latrinenbesitzer und hätte gern Kunden, die eine schnelle Sitzung machen und viel zahlen. Ein Highlight sind die Namen der Kunden; mein Favorit ist Publius Darmverschlus (sic) oder der Sklave Gastritis.
 

Falten gelegt.


Zwischendurch zur Motivation Rhabarberstreuselkuchen mit Sahne gegessen.


Hilft ja nix ... muss auch sein.


Doctor Who geschaut. Nrias Freund kennt das noch nicht! :-O

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.    

Donnerstag, 23. April 2020

Eine schnelle Nummern- und Buchstabenreihe - Finas Pullover aus Sommersweat

Nach diversen Problemteilen in letzter Zeit wollte ich ein schnelles Erfolgserlebnis. Also griff ich zu einem Sweatshirtschnitt - sowas ist superschnell genäht und man kann dabei nicht viel falsch machen.

Der Stoff ist toll und passt super zum Schnitt.

Den Schnitt "Finas Pullover" von Finas Ideen hatte ich schon länger abgepaust und sogar schon ein Probeteil genäht. Eigentlich nicht unbedingt nötig bei diesem Schnitt: Er hat Wiener Nähte und sitzt daher sehr ordentlich, die Keulenärmel fand ich dagegen doof und hab die ebenfalls enthaltene normale Ärmelversion verwendet.

Falten an üblicher Stelle.

Einen Stoff dafür zu finden war gar nicht so einfach - unifarbene Sweatshirts trage ich nicht so gerne und ein Muster sollte nicht zu groß sein, sonst wird es durch die Teilungsnähte unschön zerschnitten.
Dann stieß ich auf den tollen Sommersweat "Loading", eine Eigenproduktion von stoffkids.at. Gibts in verschiedenen Farben, alle haben diese Zahlen- und Buchstabenreihen, die etwas unregelmäßig nach unten laufen und ein wenig an ein Computerdisplay erinnern. Mein Science Fiction-Liebhaberherz schlug höher und ich schlug zu!

Ziemlich halsnah!

Der Stoff war erst nicht lieferbar und ich musste etwa zwei Monate warten, bis ich den Stoff in den Händen halten konnte. Dabei erwarteten mich zwei Überraschungen: Erstens hatte ich nur einen Meter gekauft (vielleicht wollte ich den Stoff mit einem Uni kombinieren?) und zweitens war noch das gleiche in Grün dabei - genauer gesagt, ein halber Meter Bonusstoff. Yay! Der wird aber separat verwendet.

Richtung und Naht sind sehr unauffällig!

Weil der Stoff etwas Überbreite hat (ca. 1,60 m) und man ihn relativ problemlos auf dem Kopf zuschneiden kann (das Muster ist sowieso etwas verquer; einige Zeichen laufen spiegelverkehrt), habe ich trotz der geringeren Stoffmenge einen ganzen Pulli rausbekommen, obwohl der eher lang geschnitten ist und ich nicht gekürzt habe. Zum Glück habe ich nicht mehr gekauft!
Das Rückenteil habe ich also falschrum zugeschnitten und mit einer Mittelnaht versehen. Fällt beides kaum auf.
Ich glaube, es ist eigentlich ein Beleg für den Halsausschnitt vorgesehen; ich habe ein Bündchen angesetzt. Das Shirt sitzt jetzt recht nah am Hals, ist aber trotzdem bequem.


Ich mags!

Mein Fazit: Ich musste bis auf die üblichen Problemstellen (Ärmellänge und Schulterbreite) nichts anpassen, das Teil sitzt prima und ich finde, dass der Schnitt prima zum Stoff passt - die recht enge Form mit hohem Ausschnitt hat etwas Futuristisches. Gefällt mir sehr!

Schnitt: Finas Pullover von Finas Ideen, Gr. 38
Material: Sommersweat "Loading" in Blau von stoffkids.at
Änderungen: Ärmel gekürzt, Schultern etwas verschmälert, Rückenteil mit Naht zugeschnitten
Nachnähpotential: Ein Standardschnitt halt. 
Verlinkt bei Du für dich am Donnerstag.

Lg
Nria

Dienstag, 21. April 2020

Travel Essentials by Annie - Reiseorganizer für Ladekabel. Mit Schokofrosch.

Ende 2018 habe ich günstig zwei Papierschnittmuster von by Annie für Reise-Organizer gekauft. Gedacht sind sie für den Transport von Kosmetik, aber ich hatte mehr eine Reiseaufbewahrung meiner Ladekabel im Sinn: Ladekabel für Laptop, Handy und Kamera, Maus, Kartenlesegerät (bei meinem aktuellen Laptop nicht mehr nötig, aber wer weiß), USB-Sticks, mobile Festplatte samt Kabel ... irgendwo muss das ganze Zeug halt hin und wenn ich alles in eine Tasche stopfe, verbringe ich unterwegs die halbe Zeit mit Suchen.

Mit Schokofrosch.


Wie die Tasche mit Inhalt aussieht und ob alles reingepasst hat, seht ihr ganz unten :)

Die Innenansicht. Mit doofem Knick in der unteren Tasche.

Anfang April war bei der englischen Plattform bluprint der Zugriff auf alle Kurse kostenlos - die ist ähnlich wie Makerist ; es gibt Schnittmuster, Material und Videokurse und letztere waren gratis (bis auf die, bei denen ein Schnittmuster im Kurs inkludiert ist). Aber neben einem Kurs zum BH-Nähen und einem über Quilteinfassung habe ich zu meiner Freude einen Videokurs für genau den Organizer entdeckt, den ich nähen wollte - "Travel Essentials". Ein Glück! Die Anleitung empfand ich nämlich eher als unübersichtlich.

Leider enthält das Schnittmuster kein Schnittmuster. Sondern die Maße für lauter Rechtecke, die man zuschneiden soll. Und natürlich alles in Inch. Hmpf!
Zuerst habe ich mir also die Liste kopiert (ich schreibe nicht gern auf Schnittmuster, weil ich die nicht alle behalte), eine Internetseite mit Inch-Zentimeter-Tabelle geöffnet und erstmal alles umgerechnet.

Der Haken am Video ist: Es ist für zwei Taschen und meine ist die zweite. Dafür werden einige Techniken aus dem Teil für die erste Tasche vorausgesetzt, also musste ich doch beide anschauen ...

Außen sind einige Stepplinien sichtbar.


Bei so einer Tasche wäre es wirklich hilfreich gewesen, das Ganze auf Deutsch vor sich zu haben. Ein kleiner Teil der by Annie-Schnittmuster ist sogar auf Deutsch übersetzt, vielleicht folgt dieser hier auch irgendwann. Bis dahin muss ich halt so klarkommen.

Man merkt sehr deutlich, dass die Designerin ursprünglich Patchworkerin ist: Sie verwendet selbstgequiltetes, wattiertes Material (für alle ihre Taschen) und das ganze Teil wird nicht verstürzt, sondern außen mit Schrägband eingefasst. Das ist mir ja eigentlich nicht so lieb, aber für dieses Projekt nehme ich das mal in Kauf.

Ich habe nicht gequiltet (das mache ich selbst bei meinen Patchworkprojekten nie!), sondern einen fertig gesteppten Taschenstoff verwendet. Der hatte allerdings keine schöne Unterseite, sondern die Rückseite bestand nur aus Vlies, daher habe ich ein Stück Baumwollpopeline draufgelegt und das Ganze wie eine Lage verarbeitet.



Ein Manko beim Schnitt: Wie schon gesagt gibt es kein Schnittmuster, nur Maße. Dabei soll man die Ecken selbst abrunden, mit einer Garnrolle als Vorlage. Nirgendwo steht, wie groß diese Garnrolle ist (im Video sieht sie völlig anders aus als deutsche) - aus dem Video kann man die Größe noch ungefähr erahnen, aber in der Anleitung wäre man völlig aufgeschmissen, wo groß diese Rundung sein muss. Bei den Außenecken ist es noch egal, man nimmt sowieso mehr Schrägband, als man braucht. Aber die aufgesetzte Tasche muss von der Länge her ja an die Rundung passen!
Ich hab mal beherzt zu einem Glas gegriffen und gehofft, dass es von den Maßen so halbwegs passt ...

Eigentlich sind gequiltete Stoffe mit der "Soft and Stable"-Einlage vorgesehen, die die Designerin selbst entwickelt hat und verkauft (das deutsche Stylevil soll ähnlich sein). Hatte ich natürlich nicht da. Stattdessen lag ein halber Meter schwarzer Taschensteppstoff namens "Moskau" im Schrank, den ich mal aus Lust und Laune irgendwo mitbestellt hatte.
Das Praktische daran: Er ist schon wattiert und abgesteppt.
Der Haken daran: Er hat eine Vliesrückseite. Es musste also ein Futter her, und ich habe mich für den petrolfarbenen Sternenhimmel-Patchworkstoff entschieden, der schon das Dumbledore mit Deluminator-Kissen ziert. Ich hatte nämlich echt viel davon gekauft!



Beim Nähen bin ich immer wieder über die Inch-Angaben gestolpert: Das Hauptteil habe ich erst zu groß zugeschnitten (kein Problem), beim Mesh habe ich schlicht zu knapp geschnitten oder das Netz war zusammengeschoben; jedenfalls entdeckte ich erst nach dem Fertigstellen mit Reißverschluss, dass der Netzstoff ca. 1,8 cm zu schmal war. DAS war ein Problem! Ich habe dann schlicht alle Teile einen Zentimeter schmaler geschnitten; da fehlen dann zwar immer noch ein paar Millimeter pro Seite, aber das verschwindet unter der Einfassung.
Also: Den Netzstoff sollte man lieber etwas zu breit als zu schmal schneiden!

Noch ein Problem: Habt ihr schonmal versucht, Netzstoff/Mesh zu nähen? Das Zeug dehnt sich fürchterlich beim Nähen! Feststecken ist bei einem sehr schmalen Netz nicht möglich und auch Stoffklammern kann man nicht dicht an dicht stecken.
Ich habe beim ersten Versuch tapfer weitergenäht, aber es half nichts. Das Ergebnis sah so aus:

Arrrgh.

Schimpfend habe ich alles wieder aufgetrennt, eine Weile überlegt und dann zu meinem bewährten aufbügelbaren Vlieseline-Nahtband gegriffen: Wenn man die Kanten damit einfasst (ein "Sandwich" mit Nahtband außen und Netzstoff innen wäre auch möglich) und beim Aufbügeln peinlich genau darauf achtet, dass alles ganz gerade liegt, ist das Netz an der Kante in der richtigen Position festgeklebt und kann sich nicht mehr verziehen.
Hat auch tatsächlich recht gut funktioniert!

Trick 17 hat funktioniert!

Der Rest war tatsächlich gar nicht so schwierig. Etwas fummelig war das Füttern der aufgesetzten Tasche (weil ich ja keinen zweiseitigen Stoff hatte und außerdem nicht wollte, dass das Reißverschlussband innen sichtbar ist), aber ich habe ähnliche Dinge schon so oft genäht, dass das an sich kein Problem war.
Was mich bei der Tasche ärgert: Seht ihr beim ersten Bild in diesem Beitrag bei der großen Tasche den waagerechten Knick in der Mitte? Der war im Stoff drin, vom Transport. Ich hab noch überlegt, ob ich die Tasche weiter unten zuschneide und etwas Stoff verschwende, habe mich dann aber dagegen entschieden. Ich hätt's machen sollen ...

Aber schön gefüttert. Und, na ja, mäßig schön abgesteppt. War nicht so einfach mit dem dicken Stoff.


Den Aufbau habe ich etwas verändert: Vorgesehen sind eine Mesh-Tasche (die ganz oben), zwei kleinere Vinyl-Taschen in der Mitte und die aufgesetzt Tasche ganz unten. Vinyl hatte ich nicht da und auch nur 3 schwarze Reißverschlüsse, deshalb habe ich die beiden Vinyltasche durch eine zweite große Mesh-Tasche ersetzt. 

Fürs Schrägband habe ich diese Anleitung verwendet. Dann habe ich zum ersten Mal meinen Rollschneider benutzt, um es auf eine gleichmäßige Breite zu schneiden, das hat nämlich nicht so gut funktioniert mit der Schere. Leider wurde es dadurch etwas schmaler und ich habe nach dem Annähen des Schrägbands die Nahtzugaben ringsrum schmaler geschnitten (das wurde nicht so gleichmäßig wie erhofft, weil viele dicke Schichten und viel Kraft notwendig, deshalb ist die Einfassung jetzt nicht überall "gefüllt, aber nun ja, man lernt ja immer dazu).

Passt alles rein! Nur die mobile Festplatte hab ich vergessen.


Passenderweise hatte ich gerade erst einen Kurs zur Einfassung von Quilts angeschaut (von Susan Cleveland), das kam mir dabei ebenfalls zugute. Annie Unreins Methode, die Enden der Einfassung zu verbinden, finde ich nämlich superkompliziert; die von Susan Cleveland dagegen einfach und griffig.

Das Gurtband ist aus Baumwolle und ich mag es gerne, weil es nicht so glänzt wie Polyestergurtband.

Zum Schluss fehlte mir noch etwas - also habe ich an die Stepplinie vorne einen großen Kettenfrosch-Anhänger genäht. Der gehörte zu einer Kette, die ich mal bei Tauschticket ergattert habe und ist offenbar aus der Überraschungsbox "Geek Gear". Wäre mir als Kette ja viel zu groß und schwer, aber als Aufnähobjekt macht er sich super!
Weil er messingfarben ist, passt er natürlich nicht optimal zu den chromfarbenen D-Ringen und Karabiner, aber meine Alternative wäre ein Star Trek-Anhänger in mattem, bläulichem Silber gewesen und der hat noch weniger gepasst. Außerdem mochte ich den Frosch.

Mein Fazit:
Die Tasche gefällt mir und sie erfüllt ihren Zweck. Die Herstellung hat so mittelviel Spaß gemacht - das Nähen an sich war kein großes Problem, aber der Zuschnitt war sehr mühsam und hat ewig gedauert durch die Inch-Angaben. Ich rate von diesem Schnitt ab, wenn man kein Sortiment Inch-Lineale besitzt! Die Anleitung fand ich auch eher mäßig gut, der Videokurs war da recht hilfreich (auch wenn ich ihn als etwas unstrukturiert empfand).
Eigentlich macht der "Papierschnitt" auch gar keinen Sinn, weil ja gar kein Schnitt enthalten ist (sondern nur Zuschnittangaben für Teile, die man dann selbst anpassen soll). Hätte ich das gewusst, hätte ich den Schnitt definitiv nicht gekauft.
Grundsätzlich hat man als Patchworker vermutlich mehr Spaß an dem Projekt.


Schnittmuster: "Stash and Dash" von by Annie
Material: Taschensteppstoff "Moskau", Mesh, Baumwollpopeline, Baumwollgurtband, Anhänger von Geek Gear
Änderungen: Um 1 cm verschmälert, aufgesetzte Tasche gefüttert
Videokurs: "Sew Sturdy: Travel Organizers" von Annie Unrein auf bluprint.com
Nachnähpotential: Mal sehen. Die Anleitung hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber jetzt weiß ich ja, wie's geht.

Verlinkt bei HoT und DvD.

Lg
Nria