Dienstag, 5. März 2019

#nähdirwas - Resteverwertung: Cordhose

Ja, ich bin mit dem #nähdirwas-Finale recht spät dran - so spät, dass die Linkparade mit den Ergebnissen bereits geschlossen ist. Zusätzlich muss ich auch noch gestehen, dass ich weder ganz fertiggeworden bin noch Tragefotos präsentieren kann. So läufts halt manchmal ...

Beim Zwischenstand habe ich diverse Stoffe gezeigt, die ziellos im Schrank herumgammelten. Und einen davon habe ich tatsächlich verarbeitet.

So weich und bequem!

Den weißen Stretchcord habe ich zusammen mit dem weißen Baumwollfleece und einer Packung Simplicol in Dunkelblau in die Waschmaschine gesteckt und in mittlerem Jeansblau wieder herausgezogen (Dunkelblau wäre schöner gewesen, aber ich war zu geizig für die zweite Packung Farbe). Viel besser!

Ich wollte auf jeden Fall eine Hose draus. Cordhosen sind nämlich super (mir ist egal, ob die grade in oder out sind, ich bin Cordhosenfan 4 life).

Ich mag das Bundfutter.
 
Ausgesucht habe ich mir den Jeans-Schnitt "Gloria" von Freuleins. Erstens ist es endlich mal kein Skinny-Schnitt (uaah, wie ich es hasse, wenn Hosen an den Unterschenkeln eng anliegen! Bei Leggings - die ich aber nur zum Sport oder zum Drunterziehen beim Larp trage - ist das ok, bei allen anderen Hosen ist das nicht ok!) und zweitens hat er interessante Details: Schräge Abnäher an den vorderen Taschen und eine schräge Knopfleiste.

Und die Taschen mag ich auch. Super Hose!

Zur Fertigstellung der Hose fehlt mir noch jemand, der den Saum absteckt, und 4 gleiche Jeansknöpfe. Bei einer Jeans hätte ich einfach 4 unterschiedliche genommen und das zum Feature erklärt, aber aus Cord ist die Hose sowieso schon sehr unruhig, das wäre nicht so harmonisch.

Ansonsten ist die Hose aber sehr schön und bequem und gefällt mir prima!

Ein vollständiger Beitrag wird nach Vollendung der Hose nachgereicht, aber vorerst bin ich schonmal sehr zufrieden damit, das Projekt endlich angepackt und einen voluminösen Stoff weniger im Schrank zu haben :)

Lg
Nria

Sonntag, 3. März 2019

7 Sachen 9/2019

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Gürtelschlaufen und Bundfutter angenäht.


Endlich einen Schnitt für diesen Stoff gefunden! Ich sollte echt keine Reststücke mehr kaufen, auch wenn sie noch so verlockend sind. Leider ist der geplante Kombistoff zu klein für die Ärmel ...


Mit dem schönen neuen Würfelturm gewürfelt.


Hanas Hauptbeschäftigung dieses Wochenende: Harry Potter gelesen und Mikado gegessen.


Torte verspeist. Diese Sorte war leider nicht so gut wie die sonstigen Sorten des Konditors, die Cremeschichten waren etwas geschmacksarm - aber die restlichen Stücke waren sehr lecker.


Einen Testkragen angenäht. Gefällt mir leider nicht - ich überlege, ob ich ggf. doch eine Kapuze annähe (obwohl ich kein Kapuzenfan bin) oder ob eine Art Collegekragen die Lösung wäre. Dafür könnte der Halsausschnitt aber etwas weit sein.


Einen Ärmelschnitt (gehört zum Jackenschnitt auf dem blauen Steppjersey) auf Zeitung abgemalt, um das Stückelungspotential auf dem zu kleinen Stoffrest zu überprüfen. Vielleicht klappts ja doch?

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.   

Donnerstag, 28. Februar 2019

28 Days of Blogging - unser Fazit

Heute ist auch schon der letzte Tag der 28 Days of Blogging-Challenge!

Unserem Schriftkasten fehlt ein 3. G!

Wir haben tatsächlich an jedem Februartag einen Beitrag veröffentlicht. Das war gar nicht so aufwändig, weil wir im Vorhinein vorgearbeitet und schon im Dezember und Januar Blogposts für den Februar fertig gemacht haben und auch noch so ein paar ohne konkretes Zieldatum vorbereitete Blogposts hatten und dort oft nur noch ein paar ergänzende Sätze oder Fotos hinzufügen mussten.

Unser größter Problemfaktor, wenn es ums regelmäßige Veröffentlichen geht, sind nach wie vor Fotos. Wenn wir uns ein paar Wochenenden hintereinander nicht sehen (oder an den Terminen keine Gelegenheit für Fotos ist), haben wir ein Problem ... da sollten wir uns mehr mit Möglichkeiten von Selbst"portraits" auseinandersetzen.

Buch-Reviews fressen deutlich mehr Zeit als in unserer Vorstellung und Spiele-Reviews deutlich weniger. Fotos machen aber für beides Spaß (und sind immerhin auch mit einer Person gut zu bewerkstelligen ...)

Ein Mit-Teilnehmer der Challenge hatte schon während des Monats angemerkt, dass er es schade findet, dass dieses Mal recht wenig "gegenseitige Unterstützung" zwischen den Bloggern stattfände, also Kommentare etc. Allerdings sind die Themenfelder der diesjährigen Teilnehmer auch sehr weit auseinander - ich weiß nicht, wie es in den letzten Jahren war, aber zwischen Rentensystemen, Rennradfahren, Kochen und Garten, Restaurants in München und DIY gibt es wenig Überschneidungen und zuviel Abstand, als dass man sich da vernetzen könnte ... und die auch wenn ich einzelne Blogartikel der Mitteilnehmer gern gelesen habe, waren es insgesamt keine Themengebiete, an denen wir besonderes Interesse haben.

Stressiger als das Vorbereiten der Blogposts war übrigens das tägliche Verlinken ...

Würden wir nochmal mitmachen?
Nria: Ich weiß nicht so recht. Um der Herausforderung willen lohnt es sich für mich nicht, weil wir so viele Entwürfe im Ordner haben (aktuell sind es über 50!). Das Schreiben ist kein Stressfaktor, aber die Fotoplanung ist schwierig, wenn man allein lebt und die Digicam nicht stativtauglich ist (wenn jemand ein universelles Stativ kennt, an die jede noch so winzige Digicam passt, nur her mit den Tipps!).
Hana: Vermutlich dann, wenn unter den restlichen Teilnehmern mehr DIY- oder Nerdkram-Blogger dabei wären, mit denen gegenseitiges Kommentieren, Mitlesen und Vernetzen besser funktionieren würde. Ansonsten war es nett zu sehen, wie einfach es mit Vorausplanung ist, eine Weile lang täglich zu bloggen ... unglaublich viel gegeben hat es mir aber auch nicht.

Habt ihr auch schonmal täglich  gebloggt oder habt es vor?

Mittwoch, 27. Februar 2019

[Gespielt] Heckmeck am Bratwurmeck

Ja, dieses Spiel ist bereits 14 Jahre alt. Aber bei uns ist es ein Dauerbrenner!

Wir zocken an der Bratwurmbude um die besten Würmer! Okay, über Titel und Thema kann man sich streiten, aber das Spiel macht wirklich Spaß.

Gute-Laune-Würmer!


Die Startaufstellung ist einfach: Alle Bratwurmportionen liegen schön aufgereiht nebeneinander (das ist der "Bratwurmgrill". Es gibt die Zahlen 21 bis 36; je nach Zahlengröße sind 1-4 Würmer auf den Steinen eingeprägt. Jeder will am Ende die meisten Würmer sein eigen nennen. Aber der Weg dahin ist steinig!

Am Anfang hat man eine langweilige Reihe. Die abgebildete Wurmzahl wird erst am Schluss wichtig.


Wer an der Reihe ist, wirft die 8 Würfel (statt der 6 haben sie einen Wurm, mit dem Wert "5"). Danach sucht man alle Würfel mit einem bestimmten Zahlenwert heraus und legt sie beiseite - z.B. alle Würfel, die eine 4 zeigen oder alle, die einen Wurm zeigen. Mit den übrigen Würfeln darf man nochmal würfeln und legt dann wieder alle Würfel mit einem bestimmten Wert beiseite - aber man darf jeden Wert nur einmal herauslegen: Wenn die 4en und 2en schon auf der Seite liegen, darf man später keine weiteren 4en oder 2en mehr nehmen.

Man hat immer zwei Möglichkeiten: Aufhören (und eine Wurmportion nehmen) oder weiterwürfeln.
Um eine Wurmportion zu bekommen, muss man aber zwei Bedingungen erfüllen:
1. Man muss mindestens einen Wurm beiseite gelegt haben.
2. Man muss die Zahl auf einem der ausliegenden Würmer erwürfelt haben - dazu addiert man die Würfelwerte aller beiseite gelegten Würfel (Würfel, die noch nicht herausgelegt wurden, zählen nicht mit!).

Ein Beispiel: Man hat mit den Würfeln Wurm (=5), 5, 5, 4, 4, 2 den Wert 25 geschafft. Es ist ein Wurm enthalten und der Wurm mit der Zahl 25 liegt auf dem Grill, also darf man ihn nehmen!

Den erhaltenen Wurm legt man auf seine bereits vorhandenen Würmer; man bildet also einen Stapel.
Das hat folgenden Grund: Wenn die 25 nicht mehr in der Mitte, aber oben auf dem Stapel eines Mitspielers liegt, darf man sie von diesem Mitspieler klauen!
Liegt die 25 weiter unten in einem der Stapel, ist sie (vorläufig ...) sicher.

Wenn die 25 also nicht mehr verfügbar ist, aber noch Wurmportionen mit niedrigerem Wert auf dem Grill liegen, darf man einen von diesen nehmen. Von Mitspielern darf man die obenliegende Wurmportion aber nur dann nehmen, wenn man genau diesen Zahlenwert erwürfelt hat.

Der Spieler hat schon die 4en und die 5en aus vorherigen Würfen beiseite gelegt. Jetzt darf er entweder die 1 oder die 2 nehmen - und sollte hoffen, dass er später noch einen Wurm würfelt ...

Und dann sind da noch die Fehlwürfe ...
Ein Fehlwurf ist es, wenn
a) man keinen Wurm beiseite legen konnte und schon alle Würfel aufgebraucht sind
b) man zu niedrig gewürfelt hat, um eine Wurmportion zu nehmen, und schon alle Würfel aufgebraucht sind
c) man keine Würfel beiseite legen kann, weil alle gewürfelten Zahlen schon vorher rausgelegt wurden

In diesem Fall darf man keine Wurmportion nehmen. Wenn man schon welche hat, muss man die oberste von seinem Stapel auf den Grill zurücklegen und danach die Portion mit dem höchsten Wert auf dem Grill umdrehen, sie ist aus dem Spiel.

Ihr seht: Es reicht nicht, eine Wurmportion zu erwürfeln; sie ist genauso schnell wieder verloren, wie man sie bekommen hat. Kein Spiel für Menschen, die sich beim Mensch-ärgere-dich-nicht darüber ärgern, wenn sie ständig rausgeworfen werden! Alle anderen können sich königlich darüber amüsieren, wie die schon sicher geglaubten Würmer die Runde machen ...

Das Spiel endet, sobald die letzte offene Bratwurmportion auf dem Grill entweder genommen oder umgedreht wird.
Dann zählen alle die abgebildeten Bratwürmer auf ihren Portionen (die 1-4 Würmer, nicht die Zahlenwerte!). Der mit den meisten Bratwürmern hat gewonnen. Bei Gleichstand gewinnt der mit dem höchsten Zahlenwert.

Fazit: 
Wenn man dem gewissen Ärgerfaktor leben kann, ist es ein tolles Zockerspiel! Bis zum Schluss ist kaum eine Wurmportion sicher und sei der eigene Stapel noch so hoch.
Besonders schön ist das Material der Steine - ein glatter, schwerer Kunststoff, der sich einfach toll anfühlt, ein haptisches Erlebnis! Die Würfel sind aus Holz und haben irgendwann schon ein paar Gebrauchsspuren, was der Benutzung aber nicht im Weg steht.

Übrigens: Auch die Erweiterung "Extrawurm" können wir empfehlen - sie beinhaltet Zusatz-Wurmportionen (mit bestimmten Bedingungen), kleine Rostbratwürmer, die man für herausgelegte 1en bekommt und 5 Spezialfiguren, die auf die Würmer gestellt werden und Vorteile mitbringen.
Bringt frischen Wind in das Spiel und ist sehr lohnenswert für Leute, die das Grundspiel schon 1000x gespielt haben!
Toll ist auch: Der Inhalt der Erweiterung ist klein genug, um noch in die Schachtel des Grundspiels zu passen; praktisch für Leute mit wenig Platz im Schrank ;)

Extra-Spaß!

Ein Spiel für:
Glücksspieler
Würfelfreunde

Kein Spiel für:
Ärgerspiele-Hasser 
Vom Würfelpech Verfolgte 

Autor: Reiner Knizia
Titel: Heckmeck am Bratwurmeck
Verlag: Zoch
Erscheinungsjahr: 2005
Mindestalter: 8 Jahre
Spieleranzahl: 2-7
Spieldauer: 20-30 Minuten

Dienstag, 26. Februar 2019

Rettung fürs eingelaufene Woll-Deel

Vor langer Zeit (d.h. vor über 10 Jahren) habe ich mir einen asymmetrischen Larp-Mantel im Stil eines mongolischen Deels aus Wolle genäht, für kühlere Tage. Aus einem Wollstoff mit aufgenähtem Fadenmuster, was eine Zeitlang mal ziemlich trendy war und eine tolle Struktur schafft. Ich habe das Deel auch jahrelang zufrieden getragen und war ziemlich glücklich damit.

Es ist auch schon ein paar Jahre her - ich habe noch bei meinen Eltern gewohnt - da hat meine Mutter versehentlich die mit Wollkleidung gefüllte Waschmaschine auf "Buntwäsche 60°" eingestellt.
Das Deel war auch in dieser Wäsche.

Großes Mantel-Unglück!

Wie man sieht, ist es ordentlich eingelaufen und passt hinten und vorne nicht mehr.
Aber ich finde den Stoff immer noch so wunderschön - und da der Fädchenstoff-Trend wieder abgeebbt ist, ist kein vergleichbarer Stoff mehr zu bekommen. Deswegen und weil ich irgendwie den Schnitt und besonders die Ärmel wirklich mag, habe ich mich zu einer Deelrettungsaktion entschlossen.

Werfen wir nochmal einen Blick darauf, wie es früher mal aussah:

Foto von Ralf Hüls, kamerakata.de
 Wadenlang, lockerer Sitz - heißgeliebt!

Eingelaufener Torsoteil - mit nicht eingelaufenem überstehenden Futter

Erstmal die Ärmel raus- und die Seitennähte und Säume aufgetrennt. Das Futter ist aus Baumwollstoff und daher nicht eingelaufen - glattgestrichen sieht man, wie stark der Wollstoff sich zusammengezogen hat. Diesen Überstand habe ich erstmal abgeschnitten.

Seitlich eingesetzter Streifen

Seitlich habe ich einen geraden Streifen eingesetzt, um wieder zur alten Weite zu kommen. Einen ähnlicheren Farbton habe ich aktuell nicht bekommen - mal sehen, ob mich der Kontrast auf Dauer stört und ich versuche, noch einen ähnlicheren Braunton zu bekommen, oder ob es so bleibt.

Links: Original-Ärmel; rechts: Ärmel mit eingesetztem Keil

Die Ärmel würden zwar an sich noch passen, aber durch den seitlich eingesetzten Torso-Streifen ist natürlich die Ärmelkugel größer geworden. Damit die Ärmel wieder passend eingesetzt werden können, habe ich dort einen Keil eingesetzt, hierfür haben noch die Reste des Originalstoffs gereicht - und für das Futter der abgeschnittene Überschuss des Torsos.

Zum Schluss habe ich die Ärmel wieder eingesetzt und die Säume wieder geschlossen. Knopf und Schlaufe am Kragen habe ich entfernt, weil der Kragen nicht mehr komplett schließt (was nicht schlimm ist, weil ich enge, geschlossene Krägen ohnehin nicht mehr gerne trage).


Dass die Ärmel vergrößert wurden, kann man am getragenen Mantel nicht erkennen. Der Sitz der Ärmel ist aus nähtechnischer Sicht nicht mehr besonders gut, man betrachte die Falten - für Larpzwecke ist das für mich aber okay.


Auch der Einsatz-Stoff ist getragen deutlich unauffälliger als er auf dem Nähtisch gewirkt hat ...


Die vorherige Länge hat mir etwas besser gefallen als die jetzige Knielänge, ich bin noch nicht sicher, ob ich auf Dauer auch unten noch einen Streifen ansetze. Das hat aber Zeit.


Auf jeden Fall muss ich aber noch schauen, ob Vorder- und Rückseite unterm seitlichen Verschluss wirklich ungleich lang sind und ich den Verschluss nochmal versetzen muss oder das Deel auf dem Foto nur unglücklich fällt!

Insgesamt bin ich überglücklich mit meinem neuen alten Deel, das ich endlich wieder tragen kann!

Ist euch schonmal Wäsche in der Maschine eingelaufen?

Verlinkt beim Creadienstag und Handmade on Tuesday

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Montag, 25. Februar 2019

Warum du mit dem Nähen anfangen solltest


So im Alter zwischen 12 und 14 Jahren habe ich angefangen, mich ein bisschen für Mode zu interessieren (vorher war mir das ganz egal). Ungefähr in dem Alter habe ich auch angefangen, Kleidung zu entwerfen, wenn mir langweilig war. Stilecht auf Collegeblock-Karopapier, wie man das als Schülerin halt so macht ;)
Nie hätte ich damals gedacht, dass ich als Erwachsene in der Lage sein würde, diese Entwürfe umzusetzen.
Schon seltsam, dass ich damals Modeentwürfe hingekritzelt habe, ohne im Mindesten daran zu denken, dass ich sie nachzunähen versuchen könnte. Obwohl unsere Mutter eine Nähmaschine besitzt und früher Karnevalskostüme für uns genäht hat, habe ich immer nur über das Ergebnis nachgedacht, nie über den Prozess an sich.

Vielleicht ging es mir wie so vielen Menschen und ich glaubte, Nähen sei etwas unheimlich Komplexes, Schwieriges, wie Genmanipulation.

Dabei ist es im Grunde ganz einfach:
Man klemmt ein Stück Stoff unter das Nähmaschinenfüßchen und tritt aufs Pedal. Schwupps, hat man eine Naht. Jeder kann das. 


Jeder kann nähen. 

Und jeder sollte es mal versuchen ... darum:

Genau DEIN Stil
  • man ist unabhängig von der Mode
  • man kann genau das anziehen, was man will, meist ohne viele Kompromisse eingehen zu müssen (wann kann man schonmal genau das Teil kaufen, was man haben will?) - the Stoffverfügbarkeit is the limit! Und die Stoffverfügbarkeit ist nicht mal das Ende der Fahnenstange. Man kann Stoffe mit Wunschmuster bedrucken lassen, selbst Stoffe bedrucken lernen (da gibt es viele Möglichkeiten) oder mithilfe eines Plotters eigene Folienmotive aufbügeln.
  • man trägt Unikate


Genau für DEINEN Körper
  •  man kann wirklich passende Kleidung herstellen (zur perfekten Passform ist es ein langer Weg, aber schon mit einfachen Anpassungen erzielt man oft bessere Ergebnisse als mit Kaufkleidung)
  •  man lernt seinen Körper gut kennen. Beim Nähen kann man sich nicht mit Schmeichelgrößen behumpsen, sondern muss sich dem Maßband stellen. Und: Wenn man sich darauf einlässt, kann man leichter herausfinden, was einem am besten steht. Schließlich kann man einfach ausprobieren, ob der Rocksaum in 5 cm kürzer besser aussieht (Tipp: Auf Fotos erkennt man mehr als im Spiegel)

Money, money, money ...
  •  man kann Geld sparen (sofern man nicht jeden Stoff kauft, der einem gefällt ...). Natürlich ist Selbernähen nicht billiger als Kik oder Primark (das sollte allen zu denken geben, die dort einkaufen!), aber man bezahlt i.d.R. sehr viel weniger, als man für ein vergleichbares (!) Teil im Laden bezahlt hätte. Gut, wer sich selbst vorrechnet, wieviel Gehalt er sich für seine eigene Freizeit ausbezahlen würde, kommt vermutlich nicht günstiger weg, aber das ist nicht die Lebenseinstellung, mit der ich leben möchte.
  • praktischer Nebeneffekt: Man spart sich den Gang zur Änderungsschneiderei und kann auch gekaufte Kleidung selbst ändern und reparieren. Auch hier gilt natürlich: Wenn man mehr Geld als Zeit hat oder wenn es um aufwändige Änderungen geht, kann die Änderungsschneiderei eine sinnvolle Alternative sein, aber bei einer offene Naht oder zu kürzenden Hosenbeinen kostet mich das Selbermachen weniger Zeit als allein der Fahrtweg, von Wartezeit, Geld und Abholen ganz abgesehen.


Worth it!
  • man lernt seine Kleidung wertzuschätzen
  • die eigene Kleidung wurde nicht von Kindern oder hoffnungslos unterbezahlten Arbeitssklaven in Ostasien gefertigt (Fortgeschrittene kaufen dann auch Fair Trade-Stoffe)

Hobbyfreuden
  • nicht zu unterschätzen: Das Gefühl, seine Zeit sinnvoll zu verbringen, etwas Sichtbares zu erschaffen und irgendwann auch stolz auf seine handwerklichen Fähigkeiten zu sein. 
  • man kann seine Kreativität ausleben. Aber Achtung, irgendwann ist der Kleiderschrank voll ... ich empfehle, von Anfang an auf Sorgfalt statt auf Zeitersparnis zu setzen. Am Anfang mag es befriedigend sein, Dutzende einfacher Teile binnen kurzer Zeit anzufertigen, aber in vielen Fällen hält die Freude an den Sachen nicht sehr lange an.
  • man lernt eine Menge über Materialien, Verarbeitung, Details und kann dieses Wissen auch auf Kaufkleidung anwenden.


Aber wir wollen nicht lügen, es ist nicht alles eitel Sonnenschein:  
Achtung, Fallstricke!

 Aller Anfang ist schwer

  •  Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen: Nähen muss man erst lernen und auch wenn das Prinzip nicht schwierig ist, gibt es viele Techniken, die nicht unbedingt beim ersten Mal perfekt klappen. Man braucht kein Talent fürs Nähen, aber was enorm hilfreich ist, ist: Geduld. Wer sich hetzt, schludert schnell und das sieht man hinterher. Bitte lasst euch Zeit, näht langsam und seid sorgfältig! Wer trennen muss, braucht doppelt so lange.
  •  Passend dazu: gerade am Anfang dauert Nähen lange. Ich bin heute, nach vielen Nähjahren, ziemlich schnell, aber am Anfang habe ich viel Zeit für ein Teil gebraucht. 

Wie's aussieht, sieht man erst hinterher

  • Am besten achtet man von Anfang an darauf, nicht wahllos Stoffe zu kaufen. Nicht jeden Stoff, der ein tolles Muster oder eine wunderbare Farbe hat, muss man besitzen! Sonst häuft man mehr Stoff an, als man vernähen kann und gerade Muster und auch Farben unterliegen der Mode. Auch bei Trendstoffarten aufpassen.
  • Ebenfalls wichtig: Man sollte versuchen, sich Stoffe - besonders welche mit Mustern oder sonstwie auffällige - als Kleidungsstück vorzustellen. Bei Markenstoffen kann man oft im Internet Nähbeispiele vom Hersteller oder von Bloggern, auf Instagram o.ä. finden.
  • Auch bei Schnittmustern heißt es Aufpassen: Der Schnitt, der Bloggerin Nähmaus**95 so super steht, muss an einem selbst nicht zwangsläufig auch gut aussehen. Ich fühle mich von manchen Schnittformen magisch angezogen, die nur an kleinbrüstigen Frauen super aussehen ... es kann helfen, sich eine Don't!-Liste zu machen mit Schnittformen, Details, Farben oder Mustern, von denen man die Finger lassen sollte, weil sie einem an anderen Leuten besser gefallen.

Und wenn du glaubst, dass dir zum Nähen das Talent fehlt: Hier erklären wir, warum Nähen keine Talentfrage ist!

Na, habt ihr jetzt Lust bekommen? ;)

Sonntag, 24. Februar 2019

7 Sachen 8/2019

Immer wieder sonntags: 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Gasthände: Der Liebste hat ein Kistchen gebeizt. 


Ungefähr 783x eine Falte gelegt, gebügelt, zum Festnähen festgesteckt, alles wieder rückgängig gemacht und von vorne begonnen. Irgendwann habe ich die Anleitung dann doch mal kapiert und ich hoffe, dass es jetzt richtig ist ...



Die Probestofftonne ausgeleert, alles ordentlich gefaltet und wieder eingeräumt. Wenn man in der Kiste wühlt, gerät der Inhalt schonmal etwas durcheinander und nimmt dann wesentlich mehr Raum ein als in gefalteter Form. 


Alten und neuen Blumenstrauß vereint. Die Ranunkel stammt noch vom 14. Februar und hat sich doch wohl echt gut gehalten!


Gestickt.


Eine Tasche genäht. Der Blazer Ellen von Pattydoo hat wirklich hübsche Details!


Nutella-Bananen-Pfannkuchen zum Abendbrot aufgewickelt.

Mehr 7 Sachen findet ihr bei Cherry's World - 7 Sachen-Sammlung.