Sonntag, 31. Juli 2016

7 Sachen 28/2016

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Beim Foodtruck-Festival leckere Dinge gekauft ...


... und vom Urlaub nach Hause gefahren. Und uns gewundert, was dieser Wagen da auf dem Dach hat - der Liebste tippt auf einen aufgerollten Regenbogen.


Ein Urlaubssouvenir entbommelt. Die Schuhe habe ich in einem Schwarzwald-Andenkenladen fürs Larp gekauft, aber auch wenn ich Bommeln wirklich mag, an den Schuhen waren sie mir doch etwas zu speziell.

 

Gratis-Schnittmuster ausgeschnitten. Bei meiner letzten Bestellung war ein Werbeprospekt dabei, in dem auch ein Schnittmuster für eine große Tragetasche enthalten war. Wird gleich ausprobiert!


Die (alte) Perücke mit alter Mütze fürs Larp in anderthalb Wochen getestet. Die Mütze passt super zur Rolle, ist allerdings über der Perücke zu klein - also wird sie nochmal eine Nummer größer genäht. Und Wahnsinn, wie jung die Perücke macht ...


Durch die Urlaubsbilder geklickt - ich mochte die Zwergziegen. Jetzt wird sortiert, bearbeitet und ein Fotobuch erstellt.


Mikro eingestöpselt zum Skypen - letzte Dinge vorm Con klären!

Eine Sammlung von 7-Sachen-Blogeinträgen von heute findet ihr bei Grinsestern!       

Donnerstag, 28. Juli 2016

Das Buch und ich - 25 Fakten über unser Verhältnis



Diesen "Tag" habe ich von Centi geklaut :)

Fakt 25 wird euch schockieren! Echt jetzt!

1. Als Kind habe ich die Jugendabteilung der Bücherei fast ganz durchgelesen (ein paar Bücher interessierten mich nicht). Am eindrücklichsten ist mir in Erinnerung geblieben: „Kinder, die vom Himmel fielen“ von Dagmar Galin, über zwei kleine kolumbianische Straßenkinder, die in ein westliches Land (Deutschland?) adopiert werden.

2. Ich habe als Kind Otfried Preußlers Bücher geliebt. Aber Krabat habe ich damals nicht in die Hand bekommen. Ich muss mal meine Mutter fragen, warum nicht! Ob sie den selbst nicht kannte?

3. Ich sammle keine Bücher. Die meisten hole ich mir aus der Bücherei, einige kaufe ich und wenn sie mir nicht total gut gefallen, werden sie weitergegeben. Ich habe auch keine Hemmungen, Bücher wegzuwerfen (z.B. vollgeschriebene Schullektüren, die nun wirklich keiner mehr will), das sind keine heiligen Kühe!

"Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch." - Emily Dickinson
 
4. Als Teenie habe ich wahnsinnig viel Science Fiction gelesen, mittlerweile lese ich mehr Fantasy als SF. Aber eigentlich lese ich so ziemlich alles, außer Liebesromanen und Krimis/Thrillern.

5. Ich lese im Schnitt 80 Bücher im Jahr und für mich klingt es seltsam, wenn Leute sich als „Bücherwurm“ oder „Vielleser“ bezeichnen, die nur ein oder zwei Bücher im Monat lesen. Aber selbst die heben (leider) wohl den Schnitt der Gesamtbevölkerung an …

6. Ich kann absolut nicht sagen, was mein Lieblingsbuch ist. Ich habe Dutzende – die sind so unterschiedlich, wie soll ich sie vergleichen? Ich habe übrigens auch nicht nur den einen Lieblingsfilm, das eine Lieblingsessen oder die eine Lieblingsfarbe.
Ich versuchs mal (in loser Reihenfolge): Ich mag Walter Moers‘ Zamonienbücher, „1984“ von Aldous Huxley, „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss, Harry Potter, „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess, Sergej Lukianenkos Wächter-X-logie (es werden immer mehr, ich hab aufgegeben, zu zählen), „Kuchen backen in Kigali“ von Gaile Parkin, „Kleine Tierkunde Ostafrikas“ von Nicholas Drayson (das ist kein Sachbuch!), die „Keys to the Kingdom“-Heptalogie sowie die Sabriel-Trilogie von Garth Nix, „Das Lied von Eis und Feuer“ (Game of Thrones, falls es einer tatsächlich nicht weiß …) und jetzt hör ich lieber auf, bevor ich noch drei Seiten aufliste.
  
Ich habe keine Ahnung, warum da ein Spiel im Bücherstapel ist. Hana fands apart.

7. Ich habe Harry Potter auf Englisch, Deutsch und Latein gelesen. Über die altgriechische Version denke ich noch nach. Auf Deutsch finde ich ihn furchtbar, was auch der Grund ist, warum ich ihn als Teenie nicht gelesen  habe: In der Buchhandlung reingelesen und weggelegt. Lieben gelernt habe ich die Bücher erst mit knapp über 20, als mir am Silvestermorgen langweilig war und ich die englische Ausgabe einer Freundin in die Finger bekam.

 8. Ebookreader halte ich für eine sinnvolle Ergänzung zum Papierbuch. Für die Badewanne (es gibt welche in wasserdicht), für Zugfahrten (im Bus wird mir leider schlecht beim Lesen :(), für Büchereibücher, sehr dicke oder englische Bücher (integriertes Wörterbuch zum Antippen!).

9. Ich mag gute historische Romane. Ich hasse historische Romane, die eigentlich Liebesromane vor pseudohistorischer Kulisse sind. Leider machen genau die etwa 95% der historischen Romane aus und die „richtigen“ sind schwer zu finden dazwischen.

Zweireihig. Da hinten stehen verschämt Geschichtsbücher.

 10. Ich besitze genau 2 Bücher (bzw. 3) sowohl auf Deutsch und auf Englisch: „Pathfinder“/“Schicksalspfade“  von Jeri Tailor, ein Star Trek-Roman über die Vorgeschichten der Figuren aus Star Trek: Voyager und „Dirk Gently’s holistische Detektei“ +“Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ von Douglas Adams (im Englischen als Doppelband). Normalerweise gebe ich eine Version ab, wenn ich sie mir in einer anderen Sprache kaufe. Warum ausgerechnet bei diesen nicht, weiß ich nicht. Vermutlich war ich einfach zu faul.

11. Meine Bücher sind im Regal völlig ungeordnet – sie stehen nach Größe sortiert, aber nur deshalb, damit sie nicht so leicht umfallen. Das einzige, was ich mache, ist Mehrteiler nebeneinanderzustellen – falls ich zufällig dran denke. Manchmal fände ich farblich sortiert schön, aber das ist zu kompliziert mit mehrfarbigen Büchern.

12. Ich würde gerne mehr englische Bücher lesen als ich es aktuell tue, nur ist die Auswahl in der Bücherei sehr klein und wenn ich welche kaufe, ist es schwierig, sie wieder loszuwerden.

Mein Schatzzzzz!

13. Ich betrachte und kaufe leidenschaftlich gern Backbücher. Das gehört eigentlich nicht so richtig zu diesem Thema. Aber es sind auch Bücher, sie haben auch Gefühle und ich liebe meine Backbücher alle sehr!
 
14. Comics mag ich eigentlich ganz gerne. Aber ich besitze kaum welche. Erstens sind das oft lange Reihen (so viel Platz habe ich nicht und mich nervt es, etwas vollständig haben zu müssen) und zweitens streite ich mich während des Lesens die ganze Zeit mit mir selbst, weil ich einerseits in Ruhe die Bilder betrachten und andererseits schnell die Story weiterlesen will. 

 15. Ich lese eigentlich gern Bücher zu meinen Lieblingsserien und –spielen, z.B. Star Trek oder DSA (Das Schwarze Auge). Leider sind die qualitativ sehr oft mies.  Also lese ich sie manchmal und ärgere mich hinterher.
 
To boldly read what no man has read before ...

16. Ich lese jeden Abend vorm Schlafengehen und fast jeden Morgen vorm Aufstehen, auch wenn ich dadurch weniger Schlaf bekomme.

17. Bei Buchverfilmungen schaue ich lieber erst den Film und lese dann das Buch. Im Buch ist nämlich meist „mehr“ drin, d.h. ich hab beim Lesen dann mehr Dinge, die ich noch nicht kenne, als wenn ichs umgekehrt täte und mich ärgern müsste, dass meine Lieblingsstellen fehlen. Nur bei der Hobbitverfilmung habe ich das Buch vorher (ein zweites Mal, aber das erste Mal war so lange her, dass ich den Inhalt vergessen hatte) gelesen und mich dann etwas geärgert, dass ich das Ende schon kannte beim Film. Ich hätte mich im Film lieber überraschen lassen.

So viele Bücher, so wenig Platz!

18. Ich kaufe immer Bücher und Hana liest die dann alle. Ich finde das leicht schmarotzerisch. Hana findet’s super.

19. Hana fühlt sich allerdings manchmal leicht gestresst, wenn ich zuviele Bücher auf einmal kaufe (oder die sich so ansammeln, bis ich sie ihr in die Hand drücke mit den Worten „Die musst du jetzt lesen, ich will mit dir drüber reden!“).

20. Ich habe sehr viele Lesezeichen. Die vermehren sich auch irgendwie. Nachdem Hana mir mal zwei Lesezeichenkalender geschenkt hat, nahm das etwas überhand, aber jetzt habe ich für jeden Monat mindestens zwei. Das ist gut, weil ich bis zu drei oder vier Bücher gleichzeitig lese, wenn’s mich überkommt. Meine beiden Lieblingslesezeichen sind aus Blech. Auf dem einen ist Schokolade und auf dem anderen sind Pinguine und drunter steht: „Weiß einer, wie’s jetzt weitergeht?“

Ja, wir haben einen Zonk.

21. Ich liebe Science Fiction-Kurzgeschichten. Die besten stammen aus den 70ern.  Besonders mag ich Ray Bradbury. Wie konnte ich in der Lieblingsbuchauflistung bloß „Fahrenheit 451“ vergessen?! (nein, das ist keine Kurzgeschichte)
 
22. Ich gebe einem Buch so an die 100 Seiten. Wenns mich dann nicht überzeugt hat, breche ich ab. Früher habe ich das nie gemacht, aber nachdem ich ausgerechnet habe, wie wenige Bücher ich in meinem Leben nur lesen kann, selbst wenn ich mich auf 100 pro Jahr im Schnitt steigere, habe ich beschlossen: Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.
Den Rekord hält eine Ausgabe von „Neuromancer“: Da habe ich nach 5 Seiten abgebrochen, weil die Übersetzung die schlechteste aller Zeiten war. Ganze Wörter wurden nicht mitübersetzt. „Er griff den Telefonhörer mit seiner pink Hand.“ (sic) WTF?
In alten Büchern liest man interessanterweise häufiger sowas wie „er tastete den Code ein“ (statt „er tippte den Code ein.“).

23. Hana liest am liebsten im Zug. Ich lese am liebsten am Strand.

24. Das langweiligste Buch, das ich je gelesen habe, war „Der Nachsommer“ von Adalbert Stifter. Das habe ich von meiner Oma geerbt und freiwillig gelesen. Es ist ein sehr dicker Bildungsroman (das sind Romane, die vom (humanistischen/kulturellen) Bildungsprozess einer Figur handeln) und es wird über satte 100 Seiten die Einrichtung bzw. Kunstgegenstände eines Hauses und dessen Garten beschrieben. Ich war gleichermaßen gelangweilt und hochfasziniert. Und ich bezweifle, dass meine Oma dieses Buch jemals gelesen hat.

Das ist ein Kartoffelkind. Ich habs als Kind im Urlaub bekommen. Es ist super.

25. Wir sind böse Menschen. Wir haben mal Bücher verbrannt.
Es war eine Larp-Szene über eine fiese Inquisition, die „Magier-Bücher“ verbrennt. In Wirklichkeit waren es alte vollgekritzelte (und echt verhasste) Schullektüren und völlig veraltete Lexikonbände. Wir haben peinlich darauf geachtet, dass nichts irgendwie Politisches dabei war und ganz bestimmt keine Bücher, die von den Nazis verbrannt wurden. Ein klitzekleines bisschen schlecht fühlt man sich trotzdem dabei. Aber ein bisschen hats auch Spaß gemacht …

Lg
Nria

Dienstag, 26. Juli 2016

4. Bloggeburtstag: Apfel-Zimt-Torte mit Mascarpone-Creme

Am 18. Juli war unser 4. Bloggeburtstag!

Letztes Jahr haben wir ihn vergessen. Dieses Jahr gibt es wieder, leicht verspätet, ein Tortenrezept! Schließlich haben wir uns fast zeitgleich auch unseres 500. Blogbeitrages erfreut :D

Apfel-Zimt-Torte mit Mascarpone-Creme

Yummi!

Diese Torte ist zugegebenermaßen nicht sommerlich (ich habe sie kurz vor Weihnachten gebacken und in den 7 Sachen präsentiert). Aber dafür superlecker!

Zutaten:

1 Bio-Zitrone (oder geriebene Schale einer ganzen und Saft einer halben Zitrone)
1 Zweig Rosmarin
900 g säuerliche Äpfel (z.B. Boskop)
350 g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
150 ml Apfelsaft
2 TL Speisestärke
225 g Margarine
1 Prise Salz
4 Eier (Gr. M)
275 g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
1/2 TL Zimt
2 Blatt Gelatine
1/2 Vanilleschote
250 g Mascarpone
250 g Magerquark
200 g Schlagsahne
Zum Bestäuben: Kakaopulver


Kompott:
Zitronenschale abreiben und halbe Zitrone auspressen, Rosmarin fein hacken. 750 g Äpfel schälen und würfeln. 25 g Zucker in einem Topf karamellisieren, Äpfel mit 1 Päckchen Vanillezucker und den Zitronenbestandteilen dazugeben und andünsten.
Apfelsaft mit Stärke glattrühren, dazugießen und unter Rühren 4-5 Minuten kochen. Kompott auskühlen lassen.

Teig:
1 Apfel (150 g) schälen und fein reiben. Margarine, anderes Päckchen Vanillezucker, 225 g Zucker und Salz cremig rühren. Eieer, geriebenen Apfel und 4 EL Mehl nach und nach unterrühren. Den Rest vom Mehl mit Backpulver und Zimt mischen, kurz unterrühren.
Den Boden einer Springform (26 cm) fetten, mehlen und mit Teig füllen. Bei 175°C (Umluft 150°C) 40 Minuten backen. Nach ca. 30 Minuten mit Alufolie abdecken.
In der Form ca. 10 Minuten auskühlen lassen, dann die Form lösen.
Kuchen waagerecht halbieren.

Creme:
Gelatine einweichen. Vanillemark auskratzen. Mascarpone, Quark, Vanille und 100 g Zucker verrühren. Gelatine ausdrücken und schmelzen. 2 EL Quarkcreme einrühren, dann nach und nach die übrige Creme einrühren.
Sahne steif schlagen und unterheben.
Einen Tortenring um den unteren Boden legen. Erst das (ganze) Kompott auf den Boden streichen, dann die Hälfte der Quarkcreme. Den zweiten Boden darauflegen, die restliche Creme darauf verteilen.
Mindestens eine Stunde kaltstellen. Vorm Servieren mit Kakaopulver bestäuben.

Viel Spaß beim Essen wünschen
Hana und Nria

Donnerstag, 21. Juli 2016

Yin und Yang und Melone - eine raffinierte Tragetasche

Vor über einem Jahr habe ich bei Schneiderherz eine schöne Tasche gesehen: Mit Lavendeldruck und Trägern, durch die sich die Tasche von selbst zuzieht, wenn man sie hochhebt. Und eine interessante Form hat sie auch noch!

Bisschen verblitzt, aber tolle Form!

Musste ich gleich nachnähen. Die Anleitung ist (gratis!) auf Design Sponge zu finden, er stammt von der Niederländerin Renske Solkesz.

Im Schrank lag noch dunkelgrünes Leinen, das ich schon ewig weghaben wollte, und auf dem Stoffmarkt in Würzburg 2014 hatte ich einen tollen rosafarbenen (jaja, ich weiß ...) Patchworkstoff mit Cocktailmuster gefunden.
Rosa ist echt nicht meine Farbe, aber mit dem Muster gefiel mir der Stoff super. Trotzdem muss ich rosa nicht unbedingt offen an mir tragen .. für ein Taschenfutter aber super! Vor allem mit dem Leinen: Außen dunkelgrün, innen rosa = Wassermelone! :D
Für den Boden habe ich eine Art Cord/Samt/schwarzen Stoff mit Flor verwendet, erschien mir stabiler als einfach schwarzes Leinen zu nehmen.

Das Schnittmuster ist ziemlich einfach (theoretisch!). Wenn man die Nähanleitung anschaut, muss man prinzipiell nichtmal den Schnitt ausdrucken - den muss man sowieso aufs Fünffache vergrößern.
Wer den Schnitt doch ausdrucken will: Auf der Anleitungsseite gibt es einen Link zur Schnittseite. Auf der Schnittseite selbst konnte ich den Schnitt nicht herunterladen, aber ganz unten in den Kommentaren habe ich einen funktionierenden Direktlink gefunden.

Das Nähen ist simpel, wie bei jeder einfachen gefütterten Tragetasche.
Achtung! Das Futter muss spiegelverkehrt zur restlichen Tasche sein, weil es asymmetrisch ist!
Das steht nicht in der Anleitung und ich hab natürlich nicht dran gedacht. Dort werden Futter und Außenstoff übereinander zugeschnitten - bei einseitig bedruckten Stoffen müssen die dann rechts auf rechts oder links auf links liegen.

Mein Futterstoff ist einseitig bedruckt, also habe ich den Außenstoff wieder aufgetrennt (blöde Arbeit, weil ich den Boden gut festgenäht hatte) und gewendet, der ist schließlich auf beiden Seiten gleich. Nochmal von vorne und dann hats gepasst.

Der Futterstoff in seiner ganzen rosa Cocktailpracht!

Die Anleitung ist generell etwas lückenhaft; vom Zunähen der Wendeöffnung steht da nämlich auch nichts. Das sollte man natürlich tun, sofern man den Platz zwischen Futter und Außenstoff nicht als Geheimversteck nutzen will ;)

Dann war die Tasche fast fertig - nur noch die Taschenöffnung bügeln und dann Ösen in die Mitte der erhöhten Partien - Moment mal! Warum ist der obere Kantenteil so viel länger als der untere?!
Weil der Schnitt ziemlich winzig ist (das ist kein Problem) und die Maßangaben noch winziger (das ist ein Problem). Ich habe die Maße nämlich falsch abgelesen, die sind inkonsequent angegeben: Abwechselnd die Länge der Einzelstrecken und die Gesamtlänge vom Rand aus gemessen.

Unten: korrigierter Schnitt. Oben: Bittere Realität ;)

Also seufzend nochmal die Wendeöffnung aufgetrennt, erneut gewendet und die Proportionen korrigiert.
Zum Glück musste ich dazu nicht die komplette Futternaht auftrennen, sondern nur zwei kleine Stückchen. Und zum Glück hatte ich die obere Kante zu lang gemacht, nicht die untere - so musste ich nur ein Stückchen wegschneiden. Andersrum hätte ich stückeln müssen und dazu viel mehr trennen.

Und dann ... lag die Tasche ein Jahr dumm rum.

Ich hatte mir nämlich größere Ösen in den Kopf gesetzt. Als Griff wollte ich eine Kordel, und weil ich keine richtig dicke Kordel bekommen habe, dachte ich mir, nehm ich eine dünnere doppelt. Das passt aber nicht durch die größten Ösen (14 mm), die der Stoffladen oder Baumarkt zu bieten hat.
Größere Ösen kann man online kaufen, ich hab mir welche mit 22 cm Durchmesser besorgt. Und danach festgestellt, dass man dafür Spezialwerkzeug braucht, das richtig teuer ist (30 €-Werkzeug und 50 €-Zange für eine einmalige Anwendung? Nein danke!). Da hätte man im Shop auch freundlicherweise drauf hinweisen können ...

Was macht man dann? Erstmal in die Ecke schmeißen und von der Ursprungsidee verabschieden. Und dann doch kleinere Ösen kaufen. Die größten, die Prym (inklusive Werkzeug) anbietet, sind 14 mm groß. Müssen reichen - auch wenn ich mich dafür meinen Plan aufgeben musste, die Trägerkordel doppelt zu legen. Doppelt passt sie nicht durch die kleineren Ösen.


Kleine Ösen sind auch ok.

Dann habe ich mich erstmal nicht getraut, die Ösen einzuschlagen. Wenn die schiefgehen, ist schließlich gleich die ganze Tasche versaut ...
Was half: Mental drauf vorbereiten und Tutorials lesen.
Hilfreich waren besonders diese beiden:
frau liebstes: Ösen-Tutorial
Rülliswelt: Tipp für große Ösen (sie unterlegt den Stoff mit Filz, um der Öse mehr Halt und Stabilität zu geben)

Damit hats dann auch wunderbar funktioniert! Bin mir dann ein bisschen blöd vorgekommen, dass die Tasche wegen den 5-10 Minuten so viele Monate lang rumgelegen hat ...

Als Träger habe ich eine dicke Kordel verwendet (man muss drauf achten, die Kordel richtig durch die Ösen zu fädeln; ich habs zuerst falsch gemacht). Die Enden habe ich per Hand in kleine Stückchen schwarzen Kord eingenäht und dann per Maschine an der Tasche angenäht.
Es ärgert mich ein bisschen, dass die Naht in Schwarz von innen sichtbar ist - das war aber nicht anders möglich: Völlig unabhängig von der Fadenspannung ist bei meiner Maschine immer ein bisschen vom Ober- bzw. Unterfaden auf der Ober- bzw. Unterseite sichtbar, ganz besonders bei so dicken Nähten (wie eben über einen dicken Träger). Ich habs ausprobiert - und sichtbare schwarze Nähte auf dem Futter sind definitiv das geringere Übel gegenüber pinkfarbenen Punkten und Schlaufen in der Naht auf der Außenseite und schwarzen Punkten und Schlaufen auf dem rosafarbenen Futter.

Und immerhin ist die Tasche nach langer Zeit jetzt fertig und gebrauchsbereit!

Lg
Nria

Sonntag, 17. Juli 2016

7 Sommersachen 27/2016

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Pelikan-Lebkuchen nach mittelalterlichem Rezept und entsprechendem Model gegessen auf einer Reenactment-Veranstaltung. Der Hase war noch besser: Auf vier Beinen wie ein Reh und mit vier langen Ohren!


Ohren zugehalten beim Kanonenschießen. Mordslaut und mit fühlbarem Rückstoß ...


Eine Stangenbüchse probegehalten. Möchte auch eine - so ein tolles Ding!


Schnittmuster ausgeschnitten. Ich habe den Schnitt als PDF gekauft, in A4 und A0 bekommen und den A0-Schnitt online plotten lassen - so spart man sich das Zusammenpuzzeln. Die etwa 4 € (inkl. Versand) zusätzlich warens mir wert :)


Den Badeanzug zum Trocknen aufgehängt. Das ist mehr ein Stellvertreterfoto; ich hatte nämlich einen tollen Tag im Schwimmbad, aber da kann man halt nicht fotografieren.


Den Zitronenkuchen gegessen, den das ins Schwimmbad einladende Geburtstagskind gebacken hatte. Mit den Smilie-Zuckerstreuseln, die wir ihr letztes Jahr aus Dänemark mitgebracht haben! :D


Olle Barfußsohlen entsorgt und neue zugeschnitten und reingelegt. Jetzt sehen die Schuhe wieder aus wie neu!

Eine Sammlung von 7-Sachen-Blogeinträgen von heute findet ihr bei Grinsestern!      

Freitag, 15. Juli 2016

[Fotoanleitung] Larpwaffenbau

2003 haben Nria und ich mit Larp angefangen, und etwa um diese Zeit herum habe ich auch angefangen, Larpwaffen zu bauen.

Verschiedene Formen von Larpwaffen - bis auf die untere von mir gebaut

Larpwaffen bzw. Latexwaffen zu bauen ist nicht schwierig, erfordert aber etwas Geduld und eine ruhige Hand.
Für Anfänger ist wichtig zu wissen: Preislich lohnt sich der Bau einer Larpwaffe erst, wenn man mehrere davon baut - fertige Schwerter und sonstige einfache Waffen gibt es mittlerweile so günstig, dass das Material (was man eben nicht in beliebig kleiner Menge kaufen kann und für mehrere Waffen reicht) allein schon teurer wäre. Baut also gleich mehrere Waffen und tut euch ggfs. zusammen.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Schnörkel und Bögen - Claner-Hut plus Taschen-Update

Mein Claner-Outfit ist ja schon recht weit fortgeschritten. Aber bei einem Teil habe ich wieder einen Schritt zurück gemacht: Der Hut.

Eigentlich habe ich ja schon einen. Und der sieht auch toll aus. Aber er hat ein Problem: Er sitzt nicht fest auf meinem Kopf, weil er spitz zuläuft und mein Kopf nunmal rund ist.
Statt den vorhandenen Hut aufzumöbeln, hätte ich lieber einen neuen nähen sollen - Faulheit rächt sich manchmal ...
Für Feierlichkeiten o.ä. eignet sich auch der lose sitzende Hut. Aber für Cons, bei denen es unerwartet zu Kämpfen kommen kann, ist das blöd: Ich möchte nicht pausenlos einen schweren Helm tragen, aber es ist auch äußerst lästig, beim Kampf auf seinen Hut achten zu müssen!

Deshalb habe ich dann doch eine neue Kopfbedeckung genäht. Der Trend geht sowieso zum Zweithut.

Und es war eine gute Idee - ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Hut!

So ein schöner Hut!

Ein Inspirationshut hockt seit Längerem auf einem meiner Pinterest-Boards:
tolle Filzkappe!
tolle Filzkappe (für Leute ohne Pinterest-Account)

Genau die wäre ideal gewesen. Nach Michigan reisen und Kappe klauen hätte aber zeitlich nicht mehr hingehauen, also musste ich eine eigene machen.

Zunächst habe ich die Materialien gecheckt: Rote Wollstoffreste habe ich en masse, blaue leider so gut wie gar nicht mehr. Nur noch ein paar blassblaue (und wenn einem die Hutnot kurz vorm Con einfällt, hat man auch keine Zeit mehr, neuen Stoff zu kaufen) - also erstmal die Stofffarben mit den Klamottenfarben verglichen:

oben: Kappe, blassblauer Stoff; unten: Pelerine, Weste, Tunika.

Passt vielleicht nicht perfekt, aber annehmbar.

Auf dem Bild sieht man auch schon den Grundhut. Bei der Filzkappe war kein Schnittmuster dabei, also habe ich einen vage passenden Schnitt gezeichnet und ausprobiert. Kappe 1 war nicht spitz und gewölbt genug oben, Kappe 2 gefiel mir und wurde in Wolle umgesetzt. Wie beim Vorbild mit außenliegenden Nähten. Und zwar per Hand.

Der Schnitt - beim 2. Versuch prima!

Eigentlich wollte ich eine Art Festonstich verwenden, aber umgekehrt (sprich: die waagerechte Naht innen, nicht an der Stoffkante). Habe ich nicht hingekriegt, also habe ich so etwas ähnliches (immer abwechselnd ein waagerechter und ein senkrechter Stich) improvisiert. Sieht ganz gut aus und die Naht muss nicht viel aushalten.

Hier erkennt man die Form des Schnittmusterteils.

Wie bei der Vorlage besteht die Kappe aus vier gleichen Teilen.

Dem Glaskopf ist der Hut zu groß. Aber für den ersten Eindruck reichts.

Sieht der Vorlage doch gar nicht so unähnlich!

Als nächstes habe ich die "Klappen" genäht. Die habe ich aus dem taubenblauen Wollstoff und einem royalblauen Leinenstoff (als Futter) zugeschnitten, und dann musste ich nachdenken: Die Klappenteile wollte ich verstürzen, weils einfach sauberer aussieht - der Festonstich beim Originalhut bietet sich doch eher bei Filz an. Aber hätte ich die Klappenteile einzeln gemacht, hätte das Ganze wohl nicht gehalten und sie wären immer nach unten geklappt.

Also habe ich die Klappen als Ring geplant. Dazu habe ich erst markiert, bis zu welcher Höhe die Teile aneinandergenäht werden sollen, dort die Nahtzugabe bis knapp vor die Nahtlinie eingeschnitten und oberhalb dieser Stelle die Klappen mit dem Futter verstürzt. Danach habe ich die Klappenteile zu einem Ring zusammengenäht, erst am Oberstoff, dann am Futter. Hat ganz gut funktioniert, war nur ein bisschen friemelig.

Dann musste die fertige Krempe angenäht werden. Ich habe zuerst das Futter der Krempe mit dem Oberstoff des Huts verstürzt und danach den Oberstoff der Krempe mit dem Futter des Huts. Klingt widersinnig, aber die Krempe wird ja nach oben geklappt, sodass das Futter der Krempe außen am Hut anliegt.

Sieht schon viel fertiger aus!

Eine Wendeöffnung habe ich im Hutfutter gelassen (im Futter ist die Wendenaht meist am besten aufgehoben, dort sieht man sie am wenigsten) und die Öffnung ganz faul mit Zickzackstich verschlossen. Ist nicht so unsichtbar wie per Hand (ich hab etwas schlampig gearbeitet), aber wer guckt schon in meinen Hut? (okay. Ihr. Sagts nicht weiter!)

Eins der vier Futterteile habe ich gestückelt. Fällt aber nicht auf.

Die Naht rings ums Futter dient dazu, Futter und Oberstoff an der Hutkante zu fixieren, damit das Ganze sich nicht wölbt und schön aufeinander bleibt. Von außen ist sie auch "sichtbar", wird aber von der Krempe verdeckt, wenn ich sie nicht nach unten klappe:

Auch eine interessante Hutversion ...

Als nächstes folgte eine Anprobe!

Nicht schlecht für eine Zwischenversion!

Gefiel mir grundsätzlich schon mal gut und auch die Passform ist wesentlich besser als beim rein spitztütigen ersten Hut. Aber die Klappen waren noch nicht flach genug an den Kanten und ich wollte auch mehr Verzierungen dranhaben. Als erste Maßnahme kam schonmal eine blaue Bommel dran. Die hat Hana für mich gemacht!

Danach habe ich die Klappen mit zwei Schnörkeln pro Seite bestickt. Damit die halbwegs gleichmäßig und symmetrisch werden, habe ich eine Schablone gebastelt - funktionierte nur so mäßig gut, aber mir ist das Ergebnis trotzdem symmetrisch genug (ich habe "auswärts" gestickt und hatte meinen Schneiderkreidestift vergessen. Spontan ein Stück Schneiderkreide nachgekauft, aber filigrane Muster sind damit schwierig exakt aufzuzeichnen.).

Zum Sticken habe ich ein kornblumenblaues mattes Sticktwist verwendet, das ichbin meinem blauem Sticktwist-Kästchen gefunden habe (ich glaube, aus dem Bastelmaterialtauschpaket im Nähkromantenforum). Die Marke passt aber super zum Rollenspielthema - sie heißt "D&D" *gg*

Als ich das Garn auf die Klappe legte, wirkte es nicht so blass ...


Ich hatte mit viel größerem Kontrast zwischen Schnörkeln und Klappen gerechnet, aber erstaunlicherweise ist das Ganze relativ dezent. Fand ich aber gar nicht schlecht! Wenns mich doch mal stören sollte, kann ich die Schnörkel noch mit dunklerem Garn umranden.
Für einen "wilderen" Eindruck habe ich der Hana noch ein paar Knochenscheibchen geklaut und angenäht (Knochenperlchen waren alle).  Die sind mir wiederum schon zu kontrastreich ... aber jetzt bleibt das Ganze so.

Ein Bild mit der restlichen Gewandung wird nachgereicht. Vorerst gibts ein Vergleichsbild zum alten Hut:

Neuer Hut - alter Hut. Man erkennt hier gut die Passformmängel der alten Version.


Und noch ein Update zur Tasche:

Nachdem Centi sagte, dass sie die Rückseite der Tasche schöner fände als die Vorderseite und Hana mir das auch noch bestätigte, ließ es mir keine Ruhe mehr - zumal eben auf der Vorderseite kein Platz für den Knopf war ...
Also habe ich im Mai kurz vor einem Con mit dem Charakter tatsächlich nochmal das Futter an den langen Kanten abgetrennt, die Taschenklappe auf die (bisherige) Vorderseite genäht und das Futter neu angenäht. Es war übrigens gar nicht so viel Arbeit, wie ich vermutet hätte!

Währenddessen habe ich auch gleich mal dokumentiert, wie ich das Futter an die Taschenklappe genäht habe:

Zuerst habe ich einen Stoffstreifen (Wolle, weils zum Rest passt) innen an die Klappe genäht - die Naht sitzt genau auf der Höhe, auf der das Futter angenäht werden soll und oberhalb der Naht sind etwa 1,5-2 cm Stoff.

Der braune Stoffstreifen ist breiter als nötig, aber besser zuviel als zuwenig!

 Zum Festnähen des Futters (per Hand natürlich, anders gehts kaum) habe ich einfach den Stoffstreifen nach unten geklappt, beim Futter ebenfalls die Nahtzugabene nach innen geklappt und beide Stoffbrüche mit Matratzenstich aneinandergenäht.

Friemelig, weil auf der einen Seite die Taschenklappe etwas im Weg ist. Aber beim zweiten Mal gings schon schneller.


Danach passte auch der Knopf hin.

Formschön und gebogen!

Der war unerwartet ein Problem: Das Leder der Tasche ist relativ dünn und ich hatte Angst, dass es ausreißt, wenn ich einfach zwei Löcher mache und den Knopf festbinde. Nach einer Weile des Prokrastinierens rückte dann ein Con mit meiner Clanerin näher und dann musste ich die Tasche fertigmachen: Ich habe ein Stück festeres Leder genommen, gelocht und den Knopf angebunden (hoffentlich hält der Knoten dauerhaft! Ich bin zu spät auf den Gedanken gekommen, dass ich das Ganze zusätzlich hätte kleben können ...). Das Lederstück ragt etwas unter dem Knopf hervor und dort habe ich es mit der Maschine auf die Tasche genäht. Gar nicht so einfach, weil ich dicht mit der Maschine an den Knopf musste und Teile der Füßchenhalterung immer mit dem Knopf kollidiert sind (daher kommt auch die kleine Macke, die man unterhalb der Löcher sieht).

So sieht der Knopf an der Tasche aus (beim Tragen ist die Knopfhalterung weniger sichtbar als im Liegen):

Dicker Knopf! Hält hoffentlich viel aus!

Ich bin jetzt viel zufriedener, weil es wirklich viel harmonischer aussieht!

Die Kordel ist auch weniger sichtbar beim Tragen. Bei der Klappe hab ich einfach zwei Löcher gemacht und durchgefädelt.

Vorne ist das neue Hinten:

Die Ornamente oben möchte ich noch festkleben.

Wer jetzt sagt, dass es ihm vorher besser gefallen hat, wird eiskalt ignoriert :D

Hier gehts zu den anderen Teilen:

Teil 7: Claner-Hut
Lg
Nria

Freitag, 8. Juli 2016

7 Sachen 26/2016

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Vorm schicken Schloss eingeparkt.


Schick gemacht.


Seifenblasen gepustet.


Abdrücke gemacht.


Probehalber den dicken Ast hochgehoben, der 3 m neben uns aus dem Baum gefallen ist. Ganz schön schwer.


Jäckchen aufs Hotelzimmer gebracht - war doch wärmer als gedacht.


Dem startenden Ballon zugewinkt. Hatte nix mit der Hochzeit zu tun, aber fanden natürlich alle Gäste interessant ... und natürlich weiß man hinterher von jedem Anwesenden, ob er mal in so einen Korb steigen würde: Die Braut auf keinen Fall, unsere Mutter sehr gern.

Eine Sammlung von 7-Sachen-Blogeinträgen von heute findet ihr bei Grinsestern!