Donnerstag, 13. März 2014

Gespielt: Jäger der Nacht

Jäger der Nacht (Kosmos)

Ein Spiel von Yatsuka Ikeda.
Für 4-8 Spieler ab 10 Jahren, Dauer ca. 30-50 Minuten.

Kennt ihr das Gruppenspiel "Werwölfe"? Von einem Verlag herausgebracht als "Die Werwölfe vom Düsterwald"? Dieses Spiel funktioniert ähnlich. Aber für weniger Leute und mit mehr Beeinflussungsmöglichkeiten - es ist kein ganz so wildes Herumgerate und man kann den Mitspielern dabei fröhlich auf die Mütze geben ;)

Der Spielplan hat variable Felder.

Das Spielprinzip

Es gibt Vampire, Werwölfe und Menschen. Alle Vampire spielen gemeinsam und gewinnen, wenn alle Werwölfe tot sind. Alle Werwölfe spielen gemeinsam und gewinnen, wenn alle Vampire tot sind. Die Menschen spielen alleine und haben ganz verschiedene Ziele - von "als letzter/erster sterben" bis "4 Gegenstände sammeln". Nur liegen die Charakterkarten verdeckt ...
Man würfelt, um an die Orte des Spielfelds zu gelangen - dort kann man Karten ziehen (Gegenstände, Ereignisse und Karten, durch die man Rasse oder Stärke eines Mitspielers erfährt) und, wenn jemand in der Nähe ist, denjenigen angreifen.
Wenn das Ziel von irgendjemandem erfüllt ist, endet das Spiel und er gewinnt. Manchmal gewinnen dabei noch andere mit.

Beispielcharaktere.

So geht's:


Jeder Spieler zieht einen Charakter, schaut ihn sich an und legt ihn verdeckt vor sich ab. Dabei Rasse und Ziel gut einprägen! Rechts neben der (Fantasy-)Rasse stehen die maximalen Schadenspunkte. Die sollte man sich auch merken - alternativ den Namen. Dessen Anfangsbuchstabe steht nämlich auf der Schadenspunktleiste an der entsprechenden Stelle. Unten steht noch die Fähigkeit des Charakters, die einmalig oder mehrfach verwendet werden kann.
 Außerdem bekommt jeder eine Spielfigur sowie farblich passend einen Zähler für die Schadenspunkte und eine Ablagekarte für die Charakterkarte. Letzteres hilft dabei, sich zu merken, wer mit welcher Farbe spielt. Bei bis zu 8 Leuten kann man schonmal die Übersicht verlieren!
Die Spielfiguren werden auf den Plan gestellt (erstmal in die Mitte) und die Zähler ganz oben auf die Schadenspunktleiste. Noch die Orte beliebig in die leeren Ovale verteilen - sie sind variabel, weil je zwei Orte durch ein Spinnennetz verbunden sind. Warum, erfahrt ihr später.

Verdeckte Charakterkarte.
Jemand fängt an und würfelt - es gibt zwei Würfel, einen sechsseitigen und einen vierseitigen, und die werden addiert. Man geht auf das entsprechende Feld - bei einer 7 darf man sich aussuchen, wohin man will, nur stehenbleiben darf man dann nicht.

Es gibt folgende Orte:
- Oxanas Hütte: Hier darf man eine grüne Karte ziehen. Darauf steht z.B.: "Wenn du diese Karte vom aktiven Spieler erhalten bist und du bist ein Werwolf, wird dir 1 Schadenspunkt zugefügt." Das heißt: Wer diese Karte zieht, liest sie sich durch (nicht laut vorlesen!) und gibt sie einem beliebigen Mitspieler, der sie ebenfalls durchliest und die Anweisung ausführt. Ist er ein Werwolf, muss er seinen Zähler einen Punkt auf der Schadenspunktleiste nach unten verschieben und der aktive Spieler weiß über ihn Bescheid. Ist er kein Werwolf, weiß der aktive Spieler immerhin, dass derjenige Mensch oder Vampir ist. Andere Karten frage nach dem Anfangsbuchstaben, was Aufschlüsse über die Lebenspunktzahl des Charakters erlaubt.

-Kapelle/Friedhof: Hier darf man eine blaue bzw. rote Karte ziehen. Dahinter verbergen sich Gegenstände (z.B. Schutz vor Angriffen oder Angriffsverstärkung) und Ereignisse (z.B. darf man Schaden heilen oder zufügen). Die blauen Karten sind eher Schutzkarten, die roten Karten eher Angriffskarten.

- Quell der Weisheit: Man kann sich aussuchen, ob man eine grüne, blaue oder rote Karte zieht.

- Heldenbaum: Man darf einen eigenen Schadenspunkt heilen oder einem anderen Spieler zwei Schadenspunkte zufügen.

- Steinkreis: Man darf einen Gegenstand eines anderen Spielers klauen.

Nachdem man die entsprechende Aktion ausgeführt hat, darf man jemanden angreifen - aber nur, wenn er sich auf dem eigenen Feld oder dem per Spinnennetz damit verbundenen Feld befindet. Alle anderen sind außer Reichweite.
Zum Angreifen würfelt man mit beiden Würfeln und zieht das niedrigere Ergebnis vom höheren ab (gleichgültig, welcher Würfel die höhere Zahl zeigt) - das ist die Schadenspunktzahl, die zugefügt wird. Sind beide Zahlen gleich, ist der Angriff fehlgeschlagen.

Sobald der Schadenspunktezähler eines Spielers auf der Zahl, die auf der Charakterkarte angegeben ist, steht, ist der Charakter tot und der Spieler scheidet aus.
Je nach Ziel hat er damit aber noch nicht verloren!

Spielende


Das Spiel endet sofort, sobald ein Spieler sein Ziel erreicht hat. Gewonnen hat dann jeder, dessen Ziel erreicht ist - auch wenn er bereits ausgeschieden war oder er einer anderen Rasse angehört!

 

Fazit

Wer "Die Werwölfe vom Düsterwald" mag, wird wohl auch dieses Spiel mögen. Umgekehrt könnte es aber auch "Werwölfe"-Hassern gefallen! Denn es ist kein reines Kommunikations- und Ratespiel, sondern man kann Hinweise auf die Identität der Mitspieler finden und mit Karten und Angriffen das Spielgeschehen beeinflussen - sprich, man hat viel mehr Aktionsmöglichkeiten und es passiert einfach mehr.
Pluspunkt: Man braucht nicht so viele Leute dafür wie für "Werwölfe". Allerdings finde ich die angegebene Mindestzahl von 4 Leuten zu niedrig - man kann es damit spielen, aber richtig Spaß macht es erst mit 5, besser 6 Leuten.
Auch Wenigspieler können Spaß daran haben, wie ich festgestellt habe. Eine Affinität zu Fantasy und Rollenspielen ist aber hilfreich ;)
Ein bisschen Frustpotential gibt es, weil man ausscheiden kann, aber da man oft trotzdem noch gewinnen kann, hält sich das in Grenzen.

Ein Spiel für
- Freunde von Deduktionsspielen
- Liebhaber düsterer Fantasy
- alle, die "Werwölfe" mögen, aber dafür zuwenig Spieler haben - und alle, die "Werwölfe" aufgrund der geringen Beeinflussungsmöglichkeiten nicht mögen, das Spielprinzip aber schon.

Kein Spiel für
- Fantasyhasser
- Strategen
- Rollenspielgegner

1 Kommentar:

  1. Eine Freundin von mir hat das und auf den hiesigen Spieletagen hab ich es auch gerade erst wieder gespielt. Ich mag es echt gerne spielen und jede Runde ist anders, so kommt nicht so schnell Langeweile auf. Das einizige was doof ist, ist wirklich das Frustpotenzial. Wenn einer schon sehr früh ausscheidet, ist das immer etwas langweilig für denjenigen, ob er nun noch gewinnen kann oder nicht ist da eher zweitrangig.

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