Dienstag, 30. Juli 2013

Smartphonehülle mit Glück im Bauch

Die Frau meines besten Freundes wollte gern eine Gürteltasche für's Smartphone, in der man auch noch den Schlüsselbund unterbringen kann. Im Laden gibts sowas nicht, darum hat sie mich gefragt. Und ich nähe ja gern praktische kleine Täschchen!


Sie wollte gern einen dezenten Farbton, grau mit blauem Futter gefielmir, also habe ich erstmal Stoffreste ausgepackt ...


... und mich für diese hier entschieden.


Ohne Gimmicks kann ich nicht, also habe ich die Innenseite bestempelt. Sie ist Tierärztin spezialisiert auf Pferde ;) Den Stempel habe ich fix aus Moosgummi gebastelt, die Stempelfarbe ist speziell für Textilien.


Die Einzelteile! Zweimal die Grundfläche, einen Streifen als Seitenteil, ein breites Teil, was vorn als Schlüsseltäschchen gerafft wird und einmal die Abdeckung fürs Schlüsseltäschchen, unten schmal zulaufend. Plus zwei Gürtelschlaufen.
Die Grundflächen habe ich mit Frottee gepolstert, damit der Schlüssel das Handy nicht zerkratzt.
Die Grundflächen, Gürtelschlaufen und Schlüsselfachabdeckung sind mit fester Vlieseline verstärkt.


Als erstes wird die Vorderseite zusammengesetzt. Das Schlüsselfach habe ich mit dem Futter verstürzt, oben mit einem Gummi gerafft und dann vorn aufgenäht, dazu musste es leicht in Falten gelegt werden. Die Abdeckung wird verstürzt und oben angenäht.
Die Gürtelschlaufen wurden einfach zusammengefaltet und drübergenäht.


Die Gürtelschlaufen lassen sich am Einfachsten vorm Zusammensetzen annähen - wie man auf dem Bild sieht, habe ich es aber erst hinterher gemacht, geht auch.
Das Zusammensetzen der Außenstoff- und Futtertasche mache ich so: Als erstes den Reißverschluss einnähen, dann das Seitenteil. Vorm fertig zusammennähen den Reißverschluss öffnen, damit das Täschchen gewendet werden kann.
Die Futtertasche zusammennähen, dann einsetzen.
Es gibt hierfür drei Möglichkeiten, die ich in Erwägung gezogen hatte:
  1. Die Futtertasche von Hand an der Reißverschluss-Nahtzugabe festnähen und dabei die Nahtzugaben nach innen klappen - etwas friemelig, ergibt eine innen sichtbare Naht.
  2. Die Unterseite der Futtertasche erst offen lassen. Futtertasche und Oberstofftasche am Reißverschluss verstürzen, durch die Unterseitenöffnung verstürze, Öffnung per Hand zunähen. So kommt man ohne sichtbare Naht aus, da die Wendeöffnung tief unten im Täschchen später unsichtbar ist. So habe ich es gemacht.
  3. Futtertasche mit sichbarer Nahtzugabe einnähen und die Nahtzugabe ggfs. mit Schrägband einfassen.
  4. Eine Möglichkeit, die für mich keine Option war, weil ich keine sichtbaren Nahtzugaben innen wollte: Das Futter einfach mit dem Oberstoff als eine Schicht verarbeiten, so spart man sich den friemeligen letzten Schritt.
Das Ergebnis:


Vorderseite - Blick aufs Schlüssefach - Rückseite. Für etwas mehr Schlüsselsicherheit habe ich noch ein Stück Klettband an die Schlüsseltasche genäht.



Und ein Blick ins Täschchen von oben. Wie man sieht, zeigt die Öffnung der Hufeisen natürlich nach oben, damit das Glück rein- und nicht rausfällt!

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Sonntag, 28. Juli 2013

7 Sachen [46]

Nach einer Idee von Frau Liebe:

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Kater gekrault (O-Ton Besitzer: "Ach, du machst heute wieder deine 7 Sachen, oder? Komm mal hoch, Socke, für den guten Zweck ... und jetzt Hana, anfassen!")


Den Frühstückstisch gedeckt mit tollen roten Tellern. Ich mag ja buntes Geschirr.


Türmchen gebaut. Bei Make'n'Break Challenge muss man das mit Grillzangen tun.


Geheimfächer im Schrank aufgeschoben. "Abtei der Rätsel" ist ein nettes Spiel mit ganz zauberhaftem Spielmaterial!


Im "Posingbuch für Fotografen" geblättert. 


Pistazien gegessen. Und anschließend den Makromodus meiner Kamera getestet.


Shoppingbeute vom Samstag auf dem Sofa ausgebreitet und zufrieden begutachtet. 

Dienstag, 23. Juli 2013

Von Kellerfund zu Faltenrock

In meinem Stoffschrank lag ein Stoff. Davor lag er im Keller. Ziemlich lange - 10 Jahre? 20 Jahre? Ich frag lieber nicht genauer nach, aber es wurde wirklich Zeit, das Zeug mal unter die Nähmaschine zu bringen!

Ein Vorher-Foto habe ich dummerweise nicht gemacht. Ist aber auch egal. Stellt euch hier ein Foto von einem marineblau-weiß gestreiften Baumwollstoff vor ;)

Außerdem klebte schon länger ein imaginäres Post-it am Rock Livorno (aus der Ottobre Woman 2/2011). Also nix wie los!



Und hier ist nach viel Frickelei das Ergebnis:


Der Rockteil war gar kein Problem und ging ganz schnell. Auch wenn Faltenbügeln etwas nervig ist - ich hoffe, das wird mich nicht vom Tragen abhalten ...


Am meisten Friemelei, gleichzeitig aber auch der wirklich interessante Teil ist der gefaltete Bund. Die Falten sind nicht gleich breit geworden, aber ich deklariere das hiermit als Absicht!

Insgesamt bin ich zufrieden. Fehlt nur noch ein passendes Oberteil. Ob ich noch einen gut gereiften Stoff finde? :D

Lg
Nria

Sonntag, 21. Juli 2013

7 Sachen mit Hilfe [45]

Nach einer Idee von Frau Liebe:

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.

Heute mit Gastbeiträgen unserer Wochenendgäste.


Am Larp-Rucksack rumgenäht.


 Probekleid-Teile zusammengesetzt.


Gastbeitrag Nr. 1: Schnittteile mit Eishockey-Pucks beschwert. Ein Freund hat uns alte Pucks geschenkt, die sich einfach prima als Schnittteilgewichte eignen! Vorher haben wir Scheren benutzt.


Versucht, mich mit Windows 8 anzufreunden.


Gastbeitrag Nr. 2: An einem Schildbezug rumgenäht.


Ein neues Buch angefangen, eine Biographie der Nichte des Scientology-Führers, die ausgestiegen ist. Stand auf dem "Aktuelle Bücher"-Aufsteller der Bücherei und klang interessant.


Ein Spiel installiert, dass wir gewonnen haben! Adventures haben den Vorteil gegenüber anderen PC-Spielen, dass sie ein Ende haben und einen nicht ewig an den PC ziehen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Happy Birthday, Blog - Piratentorte

Heute vor einem Jahr erblickte unser Blog das Licht des Internets - und was gibt es an Geburtstagen? Klar, eine Torte!


Mit Schatzkarte. Arrrrrrr! Selbige ist einfach mit brauner Zuckerkulör aufgepinselt, das geht ganz hervorragend.


Die Kanone ist aus Marzipan, stabilisiert mit einem Mikadostäbchen. Selbige eignen sich ganz vorzüglich zum Kuchenbasteln. Die Kanonenkugeln sind - ganz banal - aus einem Piraten-Joghurt (mit der Ecke ... ;) ).


Die Schatztruhe besteht aus Keksen, mit Marzipan zusammengeklebt. Der Schatz ist mit essbarem Glitter beglitzert - Schätze müssen schließlich funkeln!


Zu guter Letzt noch das Seeungeheuer, aus blau gefärbtem Marzipan.

Eine schöne Zeit wünschen
Hana und Nria

Dienstag, 16. Juli 2013

Planeten im karierten Weltall

... oder: Der Katastrophen-Swap.

Es fing so schön an mit einer tollen Swap-Idee: Der Bewichtelte schickt dem Wichtel ein olles Teil aus dem Second-Hand-Laden oder ein ungeliebtes Teil aus dem heimischen Kleiderschrank, der Wichtel zaubert etwas Tolles, Tragbares daraus und schickt es zurück.

Ich meldete mich an, schickte brav mein Teil zum Wichtel und nahm mein Ausgangsmaterial in Empfang: Ein schlabberiges Kleid mit schrägem Muster.
Plus Postkarte mit spacigem Motiv.


Und ebenso toller Rückseite:


Das Kleid durfte erstmal unsere Kleiderpuppe Friederike anprobieren:


Zuerst überforderte mich das Muster etwas. Bis ich erkannte: Das sind gar keine wilden bunten Kreise, das sind Planeten! Im karierten Weltraum. Schwupps, war das Muster nicht mehr komisch, sondern schön!


Ich stellte die ersten Überlegungen an, machte Skizzen ... am Tag darauf ging meine Nähmaschine kaputt.
Sie wurde zur Reparatur gebracht ... und der Bastelzeitraum des Swaps lief. Und lief. Ich wartete auf die Nähmaschine. Eine Woche, zwei Wochen ... es dauerte mehr als vier Wochen, bis ich die Nähmaschine wieder hatte. Da hätte der Swap eigentlich schon gelaufen sein sollen. Ich konnte aber endlich loslegen - so halb motiviert, die anderen waren ja schon fertig - bis auf meine zu bewichtelnde Dame, deren Nähmaschine zeitgleich das gleiche Schicksal ereilt hatte. Ohne die üblichen motivierenden Statusmeldungen der anderen und mit dem Hintergedanken "Jetzt aber schnell machen!" statt dem üblichen "Ach, vier Wochen hast du ja Zeit" war ich eher unentspannt und gestresst. Trotz der schönen Planeten.


Trotzdem, es musste ja gemacht werden. Erstmal habe ich das Kleid zerschnitten, denn großflächig ist das Muster doch etwas too much. Mein Plan: Dunkelblaue Einsätze. Ich habe seitlich entlang der senkrechten Brust- und Rückenabnäher Seitenteile weggeschnitten und daraus Schnittvorlagen für die Einsätze gemacht, so habe ich Prinzessnähte statt Abnähern. Unten habe ich später noch mehr weggeschnitten, weil es mir immer noch zuviel aufdringliches Muster war.
Außerdem habe ich die Knöpfe ausgetauscht (ich habe ovale ausgesucht, um nicht noch mehr Kreise auf dem Stoff zu haben. Außerdem erinnert mich das Knopf-Design an Weltraumnebel oder Galaxien), und die Knopflöcher nachgenäht, die schon recht ausgefranst waren (und in einem komischen Grauton genäht, der überhaupt nicht zum Stoff passte):


Nach dem Einsätzen der neuen Teile beim Anziehen von Friederike die erste Verwunderung: An meiner doch eher schlanken Puppe spannte alles - also ausgezogen und nachgemessen: Irgendwo hatte ich einen Mess- oder Rechenfehler gemacht, das Kleid war zu eng. Hmpf. Erstmal in die Ecke geschmissen.
Nach angemessener Schmoll-Pause ging es weiter: Auftrennen, Keile einsetzen, wurde doch ganz nett. Wieder an die Puppe damit:


Der geneigte Betrachter erkennt: Fällt komisch.


Das Desaster nochmal in groß. Ich habe eine Menge rumprobiert: Weiter, enger, Falten weiter oben angesetzt, Falten weiter unten angesetzt - nix half. Zudem konnte ich nur spekulieren, wie es dann am wartenden Wichtelkind sitzen würde, denn ich habe eine andere Figur und Friederikes Maße passen auch nicht. Wieder Frust. Wieder ab in die Ecke mit dem Ding.


Schließlich war mein Entschluss: So geht es nicht weiter, da hilft nur noch ein beherzter Schnitt. Planänderung, tschüss Kleid, hallo Bluse. Aus dem Rockstoff wurden Ärmel, die Kanten habe ich noch eingefasst. Ich hab noch mehr Knöpfe angebracht, weil mir drei Stück für eine Bluse etwas mickrig erschienen - und endlich kann ich jetzt das Projekt "Remod-Swap" abhaken.


Damit auch weniger Weltraum-erfahrene Betrachter die Planeten gut erkennen, habe ich ein paar Ringe aufgesteckt. Planeten mit Ringen sind ja ohnehin immer hübsch.


Und das fertige Stück. Hat mich ziemlich Nerven gekostet.
Ich hoffe, es passt und gefällt der Empfängerin!

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Sonntag, 14. Juli 2013

7 Sachen [44]

Nach einer Idee von Frau Liebe:

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Gestempelt.


Gesäumt.


Käsekuchen gegessen, der unglaublicherweise nicht zusammengefallen ist! Die Kirschen haben wir vorgestern gepflückt, gestern entkernt (per Hand, Kirschentsteiner ist kaputt) und verbacken. Es sind Süßkirschen und unsere Mutter meinte, die würden nicht schmecken im Kuchen, aber sie hatte Unrecht, ha!


Den fabelhaften Fingerhutring zum Handnähen aufgesetzt.


Alte Larp-Dinge zum Verkauf fotografiert.


Getrennt. Gna.


Ohrhaken durch Ösen ersetzt, um die Ohrringe an Nicht-Modeschmuck-Creolen hängen zu können.

Montag, 8. Juli 2013

Wanderbackbuch: Dunkle Schoko-Tarte

Im November habe ich mich für ein Wanderbackbuch angemeldet: Rebecca (sie präsentiert auf ihrem Blog Bambi backt tolles  und alltagstaugliches Gebäck, schaut ihn euch unbedingt an!) lässt Ruth Moschners Backbuch "Backen für Angeber" wandern. Und endlich ist es bei mir angekommen!

Ich habe es begeistert durchgeblättert - das Buch enthält wirklich tolle Rezepte! Ich hätte ja fast alles backen können, habe mich aber dann auf ein Rezept mit Schokolade gestürzt (das wundert jetzt keinen, der mich kennt, oder?): Und zwar die "Dunkle Schokoladentarte"! Ich bin eigentlich Vollmilchfan (hurra, mehr Zucker!), aber ausnahmsweise nehme ich auch mal Zartbitter.



Zutaten für 12 Stück:

Teig:
100 g Butter
200 g Mehl
1 Prise Salz
3 EL echter Vanillezucker (ersatzweise: 2 EL Zucker und 1 Packung Vanillinzucker)
1 Eigelb

Füllung:
450 g Zartbitterschokolad
200 g Schlagsahne
1 Prise Salz
140 g Butter
3 EL Milch
125 g Creme Double

Vorschläge für Aromen: 
2 EL Rum oder
1 Handvoll karamellisierte, salzige Nüsse oder
1/2 TL Kardamom gemahlen oder
2 EL Espressopulver
[ich habe ein paar Tropfen Rumaroma und eine Packung gesalzene Macadamianüsse verwendet]

Ihr seht richtig! Sooo viel Schokolade kommt rein!


Zubereitungszeit: 60 Minuten
Backzeit: 25-30 Minuten bei 175°C (Umluft 155°C)
Kühlzeit: ca. 2 Stunden

1. Butter, Mehl, Salz, Vanillezucker und Eigelb verkneten. Ergibt einen krümeligen Keksteig.

2. Den Teig in eine Tarte- oder Springform füllen und andrücken (es muss ein Rand bleiben). Dann 30 Minuten kaltstellen. Wenn dafür keine Zeit ist: Blindbacken (also Backpapier drauf und mit einem Haufen Reis o.ä. beschweren. [Ich habe eine Springform genommen, weil ich befürchtete, dass Mürbeteig und Tarteform eine Verbindung für die Ewigkeit eingehen ...]


Sieht schon knusprig aus, nicht wahr? Ist es auch!

3. Für die Füllung die Schokolade im dem heißen Wasserbad schmelzen. Sahne, Salz und Butter gründlich unterrühren (aber mit einem Löffel oder Schneebesen, nicht mit dem elektrischen Rührgerät!).


Lasst uns Schokolade mit mehr Fett verrühren!

4. Die Milch unterrühren (wenn man Espressopulver reingeben will, das vorher in der Milch auflösen!), dann die Aromen (ich habe die Nüsse aber separat auf dem Boden verteilt) und zum Schluss die Creme Double.

Mehr Fett dazu! Wird immer besser!


5. Die Füllung auf den Tarteboden geben und verstreichen. Dann die Tarte mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

 Dieser Teil hat am meisten Spaß gemacht!

Und so sieht das Ergebnis aus:

Innen mit Nuss-Überraschung!

Den Kuchen habe ich zum Geburtstag einer Freundin mitgenommen. Das Aufschneiden war nicht so einfach, weil der Teig sehr knusprig ist, aber irgendwie gehts schon, wenn man will :D

Das Urteil: Schoko-Overkill. Seeehr sättigend. Gar nicht mal so süß (es ist wenig Zucker drin, nur sehr viel Fett ...). Aber lecker! Die salzigen Nüsse stießen bei allen auf Begeisterung, aber ich fand sie ein bisschen zu salzig und würde nächstes Mal etwas Salz abreiben.
Mein Tipp: Lieber gekühlt servieren, damit die Füllung fest und nicht cremig ist, und besser in einer kleinen Form backen! Sonst ist man von einem ganzen Stück ziemlich überfordert ;)

Lg
Nria